Sansui 7070 Fehlerdiagnose

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Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 17. Feb 2013, 15:07
Wertes HiFi Forum, da mir hier bereits mit meinem Watt Meter sehr kompetent geholfen wurde, wollte ich nochmal um Hilfe bitten. Diesmal geht es um eine Fehlerdiagnose für einen Sansui 7070, den ich für sehr kleines Geld bekommen habe.

Das Service Manual ist dank der Seite gratis im Internet verfügbar:

http://www.hifiengine.com/library/sansui/7070.shtml

Zum Fehler: Leider bekomme ich wenn ich das Gerät an die Boxen anschließe mit keiner gewählten Quelle Musik aus den Lautsprechern. Auch die beiden Wattmeter bewegen sich kein bisschen. Leider kannn man bei diesem Modell die Vor- und Endstufe nicht auftrennen, weswegen ich nicht genau testen kann, wo der Defekt liegt. Ich habe aber zu Testzwecken mal einen Kopfhörer angeschlossen und auf allen Kanälen Signal bekommen. Allerdings musste ich das Lautstärke Poti maximal aufdrehen um ein halbwegs hörbares Signal zu bekommen. Alle Filter funktionieren und kein Schalter weist Kontaktschwierigkeiten auf. Der 7070 hat auch die möglichkeit ein Mikrofon mit einzuschleifen. Das habe ich auch probiert und den Mikrofonvorverstärker auch auf maximale Lautstärke gedreht. Damit bekam ich auch leichten Ausschlag auf den beiden Wattmetern. Sobald ich aber die Boxen wieder aktivierte verschwand der minimale Ausschlag auf den Wattmetern wieder und die Boxen blieben stumm.

Bereits überprüft:

Die 3 Glassicherrungen auf der Platine 2625 (Alle 3 in Ordnung)

Spannung am Lautsprecherausgang gemessen: 4,5V (Das sollten eigentlich 0-10mV sein)

Relais auf der Platine 2625 (scheint nicht zu schlaten)


Da ich am Lautsprecherausgang 4,5V habe ohne, dass der Lautstärkeregler aufgedreht ist glaube ich eher nicht, dass die Endstufe durch ist. Die frage ist warum das Relais nicht schaltet, welches soweit ich das erkennen kann, zum Schutz der Lautsprecher da ist. Hat jemand eine Idee woran es liegen könnte oder komme ich nicht daran vorbei die Endstufentransistoren im Diodentestmodus durchzumessen?

Riegelt das Relais auch die Vorstufe ab? Ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass mein Kopfhörer ein vorverstärkes Singal bekommt.

Bei bedarf lade ich auch gerne Bilder des Innenlebens hoch.

Mit freundlichem Gruß

Nicolas
naka01
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 17. Feb 2013, 16:10
Hallo ,

sei froh, dass das Relais nicht schaltet, denn die 4,5 Volt haben da wirklich nichts zu suchen!!! Aufschrauben und schauen, ob du abgebrannte Widerstände, geplatzte Transistoren oder sonstige Auffälligkeiten an einer Endstufe erkennen kannst. Wenn nicht, die Betriebsspannungen überprüfen.
Kenne den Verstärker zwar nicht, sollten aber irgend eine Spannung von +- 35 bis 60 Volt zu messen sein. Wichtig! Spannungen sollten ungefähr gleich sein. z.B. + - 48 Volt. Am besten erst einmal die Bodenplatte entfernen, wenn möglich.

Gruß naka
ruesselschorf
Inventar
#3 erstellt: 17. Feb 2013, 16:58
Hallo,

die von Dir gemessenen 4,5V halte ich für eine Fehlmessung, wenn Du mit angeschlossenen LS gemessen hättest, wären es wohl 0V gewesen.
Da das Schutzrelais nicht schaltet, ist wohl eine der Endstufen defekt und das Relais tut nur seine Pflicht: es schützt die LS vor tötlicher Gleichspannung.
Da das Relais nicht zum LS-Ausgang durchschaltet, kannst Du nur vor dem Relais eine relevante Messung machen.
Prüfe mal die GLEICHSPANNUNG am Pin 37 sowie am Pin 50 der Platine F2625. Jeweils gegen Masse gemessen sollte, hier KEINE Spannung anliegen

Gib Deine Messungen durch - dann sehen wir weiter...

Gruß, Helmut
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 17. Feb 2013, 17:52
Also an den dicken Elkos liegen jeweils 45V an und zwischen pin 50 und Ground bekomme ich 0V auf dem Multimeter. Zwischen 37 und Ground zeigt das Multimeter im Messbereich "20V" -0V an. Im bereich "2000mV" bekomme ich 006 auf dem Display. Vielen Dank schonmal für die schnelle Antwort. Also ist vermutlich die Endstufe durch?

Mit freundlichem Gruß

Nicolas
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 17. Feb 2013, 18:48
Ich habe jetzt die Endstufentransistoren ausgebaut und mit dem Multimeter im Diodenmessbereich durchgemessen. Ich bekomme bei allen 4 egal in welche Richtung eine 1 auf dem Display. Ich glaube der Fehler ist gefunden. Meint ihr, dass die Treiber auch über den Jordan sind?

Nachtrag: Der Fehler liegt bei meinem Multimeter, ich bekomme auch beim messen von intakten Dioden eine 1 auf dem Display. O.o


[Beitrag von Nicolas_Groß am 17. Feb 2013, 19:12 bearbeitet]
ruesselschorf
Inventar
#6 erstellt: 17. Feb 2013, 18:52
Wenn Du an beiden Endstufen ~ 0V dc misst, sind die Endstufen wahrscheinlich noch heile.
Jetzt ist die Frage warum das Relais trotzdem nicht schaltet. Der Schaltplan aus dem Netz ist leider räudig gescannt, normalerweise stehen in den ovalen schwarzen 'Flecken' die richtigen Messwerte an den jeweiligen Messpunkten.

Im Schaltbild gibt es einen S705, ich nehme an dies ist der Thermoschalter welcher an den großen Kühlkörper an der Rückwand montiert ist, löte den mal einseitig ab und schau was passiert.
Ansonsten kannst Du auch mal die Spannung direkt an der Relaisspule messen?

Gruß, Helmut
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 17. Feb 2013, 20:22
Also wenn ich den Thermoschalter über Pin 62 und 63 im Widerstandsbereich messe, hat er am Anfang etwa 2kOhm und desto länger ich die Messung habe laufen lassen, desto höher wurde auch der Widerstand. Bei 13.2KOhm habe ich dann abgebrochen. Was bedeutet das im Klartext? Öffnet das Relais deswegen nicht?
ruesselschorf
Inventar
#8 erstellt: 17. Feb 2013, 20:48
...der Thermoschalter scheint also auch ok.
Direkt an der Spule des Relais sollte kurz nach dem Einschalten eine Gleichspannung ~12 - 24 Vdc anliegen
Ich grenze die Suche auf den Bereich direkt am Relais ein, hier die beiden Transistoren, eventuell das Relais selbst. Näheres ist aus der Ferne schwer zu realisieren.
Wenn Du mutig bist, kannst mal die Schaltkontakte des Relais mit einem Draht brücken, dann erst mal mit einem Kopfhörer prüfen ob Signal ankommt

Gruß, Helmut
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 17. Feb 2013, 21:10
Also das Relais ist für 24V DC konzipiert und die Spulenspannung beträgt 0V, sofern ich richtig messe. Das Relais hat soweit ich das verstehe 5 Pole und ich habe zwischen den Beiden gemessen über denen auf dem Plastikgehäuse eine Spule aufgezeichnet ist. Soll ich die Spule mal im Widerstandsbereich messen, oder würde ich sie damit beschädigen, für den Fall, dass sie nicht durch ist? Das Relais würde ich eher ungern brücken für den Fall, dass es defekt ist, gibt es in der Bucht für etwa 11€ Ersatz.

Aber wenn das Relais 0V bekommt, heißt das ja auch dass am Transistor TR03 mehr als 2.5V DC anliegen und der deshalb die Lautsprecher via Relais über den Transistor TR04 bewusst abschaltet, oder liegt der Fehler im Audio Muting Circuit? Der verhindert schließlich auch, dass das Relais direkt nach dem Betätigen des Powerbuttons schaltet, oder hat dieser Schutzkreis nichts mit der Spulenspannung am Hut?

Außerdem hattest du recht: Ich hatte die Messung der Leerlaufsspannung ohne Lautsprecher gemacht. Mit 8Ohm Lautsprechern sind es 0,02V am Lautsprecher Ausgang. Das ist aber weniger als 2,5V. Warum schaltet das Relais dann trotzdem nicht?

Mit freundlichem Gruß

Nico


[Beitrag von Nicolas_Groß am 18. Feb 2013, 12:57 bearbeitet]
Holzbocker
Stammgast
#10 erstellt: 18. Feb 2013, 12:22
Tag miteinander,

ich hatte kürzlich ähnliche Defekte an einem Yamaha CR-820 und an einem Kenwood Two/Four:

Ursächlich waren kalte Lötstellen. Ich habe damals vorsorglich so viele Lötpunkte wie möglich nachgelötet. Eine beleuchtete Lupenlampe hat gute Dienste geleistet.

Danach funktionierten die Receiver wieder einwandfrei.

Der Hinweis ist vielleicht banal - aber oft sind es nur kleine Ursachen, die zum Defekt führen.
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 19. Feb 2013, 02:01
Ein Update zu später Stunde:

Der Tipp mit den kalten Lötstellen war nicht schlecht. Ich habe auch zwei sehr kalte gefunden:

vorher:


nachher:


vorher:


nachher:


Außerdem war das Gerät wohl schonmal in der Wartung:

Doktorspielchen?



Jedoch brachte das Neulöten leider keine Veränderung der Grundsituation. Allerdings stellte ich bei genaurem Hinsehen fest, dass der Sicherungs Widerstand R29 offensichtlich durch ist.

Der sollte mit 4,7Ohm 1/2Watt ersetzt werden. Ich habe aber momentan leider nur 4,5Ohm 1/4Watt vorrätig. Vielleicht fahre ich morgen mal wieder zum Conrad nach Frankfurt. Kann der Durchgebrannte Widerstand R29 der Verursacher sein? Also laut meinem Multimeter geht durch den nämlich nichtsmehr durch.

Nächtliche Grüße

Nicolas
ruesselschorf
Inventar
#12 erstellt: 19. Feb 2013, 12:02
Hallo,

ja, wenn R29 kaputt ist, kriegt die ganze Relais - Mimik keine Spannung. Jetzt fragt sich nur, warum ist R 29 durchgebrannt.?
Besorg Dir lieber gleich zehn neue Widerstände. Viel Glück!

Gruß, Helmut
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 19. Feb 2013, 18:49
Hallo, ich war heute Nachmittag Widerstände kaufen. 1/2 Watt Belastbarkeit gab's nichtmehr. Ich habe mir mal ein paar 1/4 Watt und ein paar 1 Watt mitgebracht. Ich habe den alten r29 mal durch einen mit 1 Watt belastbaren Widestand getauscht. Das Ergebnis ist entmutigend. Direkt nach dem Einschalten wird der Widerstand ultra heiß und wäre sicher auch abgeraucht, wenn ich das Gerät nicht wieder rechtzeitig abgeschaltet hätte. Da muss doch irgendetwas einen Kurzen haben, oder? Die Spule vom Relais scheint es nicht zu sein, denn die hat 647Ohm. Ich werde wohl mal die Diode D05 auslöten.

Mit freundlichem Gruß

Nicolas


[Beitrag von Nicolas_Groß am 19. Feb 2013, 19:16 bearbeitet]
frankqn
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 19. Feb 2013, 19:10
Hallo,

hat C14 vielleicht Kurzschluss?
ruesselschorf
Inventar
#15 erstellt: 19. Feb 2013, 19:24
Relais Kurzschluß ist unwahrscheinlich
überprüfe mal Diode D05 und den Elko C14. Laut Schaltbild sind das eigentlich die einzigen Bauteile die einen Kurzschluß dieser Art verursachen könnten
Die Diode kannst Du mit einer 1N4001 bis 4007 ersetzen. Den Elko am besten mit einem 22µF 100V
Der Elko wird in dieser Schaltung sehr gestresst - drum ist er wohl kaputt gegangen - nach 30Jahren - daher nimm als Ersatz hier eine 100V Type, der hält dann 50Jahre

Gruß, Helmut
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 19. Feb 2013, 19:46
Also C14 scheint in Ordnung zu sein: Ich bekomme im Messbereich 2kOhm bloß eine 1 auf dem Display. Der hat keinen Kurzen.
Ich habe soeben die Diode D05 ausgelötet, sie im selben Messbereich getestet und die erscheint mir faul! Sie hat in beide Richtungen einen Widerstand von etwa 30Ohm +/- 3. So sollte das schließlich nicht sein. Der Diodentestmodus meines Multimeters ist leider nicht funktionstüchtig, aber die Widerstandsmessung finde ich auch aussagekräftig. Das ist eine 10D1. Die werden leider nichtmehr hergestellt.

Das Datenblatt gibt es hier: http://www.datasheetcatalog.com/datasheets_pdf/1/0/D/1/10D1.shtml

Welche 1N400* würdest du mir denn nahelegen? Ich muss heute sowieso nochmal nach Frankfurt. ^^

Mit freundlichem Gruß

Nicolas


[Beitrag von Nicolas_Groß am 19. Feb 2013, 19:51 bearbeitet]
ruesselschorf
Inventar
#17 erstellt: 19. Feb 2013, 19:55
Diode, 1N4001 bis 1N4007 ist eigentlich egal, gängig ist die 4004, dann nimm halt die. Und tu Dir einen Gefallen, schmeiß den Elko auf alle Fälle rauß!

Gruß, Helmut


p.s. wo kriegt man den in Frankfurt aufd Nacht noch Dioden und Kondensatoren? Na gut, kenne in Frankfurt nur die Straßen am Bahnhof, links von der Kaiserstraße - da kann man sich nachts sicher alles mögliche 'holen' aber Dioden? Kondensatoren?


[Beitrag von ruesselschorf am 19. Feb 2013, 20:02 bearbeitet]
bukongahelas
Inventar
#18 erstellt: 20. Feb 2013, 01:33
In jedem alten RöhrenTV sind passende Dioden drin.
Auch fast alle anderen Geräte haben einen Gleichrichter , der aus Dioden aufgebaut sein kann.
Auch andere Teile kann man ausschlachten und ausprobieren.

bukongahelas
Nicolas_Groß
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 20. Feb 2013, 20:36
Er läuft wieder! Vielen, vielen Dank. Das Gerät spielt jetzt sehr detailfreudig an meinen Quinto 540 und der Tiefbass zieht einem ganz schön die Socken aus. Ich denke mal da spielt die Taunussound Abstimmung meiner Cantons stark rein. Mehr als 5 Watt auf der Skala sind definitiv nicht nötig in meinem Zimmer. Denn damit habe ich schon gefühlte Discolautstärke. Ich bin schwer angetan.

Das Holzgehäuse wurde vom Vorbesitzer dilletantisch schwarz bepinselt. Nunja, jetzt habe ich die alte Klebefolie entfernt und es in mittelmäßiger Qualität selbst in Buche foliert. Das ist zwar auch nicht original, fügt sich aber super in den Rest meines Zimmers ein.

Die Beleuchtung werde ich, wenn wieder Geld da ist erneuern. In der Bucht gibt es da ja Pilotlämpchen, die mit warmweißen LEDs bestückt sind und nein, die Arbeit alte Sicherungen selbst mit LEDs zu bestücken mache ich mir nicht. ^^

Mit freundlichem Gruß

Nicolas


[Beitrag von Nicolas_Groß am 20. Feb 2013, 20:41 bearbeitet]
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