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Mjaskovski (Miaskowsky; Nikolai Jakowlewitsch Mjaskowski) (1881-1950) - Die Sinfonien

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Martin2
Inventar
#1 erstellt: 25. Jun 2008, 11:50
Mjaskovski, im Englischen nennt man ihn wohl Miaskovski, liebe ich ja sehr. Ich habe einige CDs von ihm. Unter anderem ein paar Streichquartette und das letzte von ihm ist sehr schön. Aber das gehört nicht hierher, hier ist ja das Orchesterdepertment.

Nun sind die Sinfonien mit Swetlanov neu heraus gebracht worden. Und zwar hier:

http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/hnum/3261078

16 CDs für 60 Euro, das klingt nach einem guten Angebot. Ich werde es auf jeden Fall wahrnehmen, ich war auf den Mjaskovski mit Svetlanov schon lange scharf.

Ich habe bereits einige Sinfonien von Mjaskovski auf CD. Aus ihnen stechen die 22. und 27. mit Svetlanov zweifellos heraus. Wunderbare Sinfonien, wunderbar dargeboten. Dann die 6. mit Järvi. Ich glaube eine der wenigen "monumentalen" von Mjaskovski, die meisten anderen sind kürzer. Die 5. und 9. mit Downes. Da gefällt mir die 5. sehr gut. Die 24. und 25. auf Naxos. Hat mich weniger umgehauen, aber die Interpretation soll auch nicht gut sein, da verspreche ich mir vom Svetlanov mehr. Die 19. ist ein leichtgewichtigeres Werk. Die 3. hat ihre Momente, klingt bei mir aber sehr muffig.

Übrigens sind die Einspielungen von Svetlanov zwischen 1965 und 1993 gemacht worden, also über einen wirklich sehr langen Zeitraum. Ich hoffe, daß bei zweifelhafter russischer Aufnahmetechnik die frühen Aufnahmen nicht zu schlecht klingen.

Was sind eure Erfahrungen mit Mjaskovskis Sinfonien?

Gruß Martin
Hüb'
Moderator
#2 erstellt: 26. Jun 2008, 07:13
Hallo Martin,

ich habe bei JPC kurz in die Aufnahmen reingehört.
Manches klingt selbst über mein sehr bescheidenes Headset doch etwas mulmig (rein von den Aufnahmequalität her).

Musikalisch fand ich die Ausschnitte aber so interessant, dass ich die Box bei nächster Gelegenheit wohl erwerben werde. Leider ist auf dem Amazon-Marktplatz auch kein tieferer Preis in Sicht, als derjenige bei JPC.

Grüße

Frank
enkidu2
Inventar
#3 erstellt: 26. Jun 2008, 07:24
Hallo Martin.

Tja, ich habe bislang keine Erfahrungen mit dem Komponisten. Habe den Namen zum ersten Mal gehört, seit dem Du über die Box zu reden begonnen hast. Irgendwie bin ich bei Schostakowitsch stehen geblieben. Vielleicht sind mir aber auch Komponisten suspekt, die mehr als 9 Sinfonien abliefern.

Gruß enkidu2


[Beitrag von enkidu2 am 26. Jun 2008, 07:26 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#4 erstellt: 26. Jun 2008, 07:44
Hier der Link zur Wiki-Seite
Kreisler_jun.
Inventar
#5 erstellt: 26. Jun 2008, 09:22
Nur weil es billig ist, würde ich die Box keineswegs "blind" kaufen. Ich habe bisher zwei einzelne CDs mit Sinfonien (kann gerade nicht nachsehen, welche) und obgleich sicher hörenswert, haben die bei mir nicht unbedingt den Drang nach einer Komplettbox ausgelöst. Die Stücke sind insgesamt deutlich konservativer als Schostakowitschs, (m.E. ganz grob so etwa in der Mitte zwischen Rachmaninoff und Schostakowitsch). Wer auf solche, mitunter etwas düstere, sehr gemäßigt moderne Orchesterwerke steht, dem wird es vermutlich gefallen. Ich will sicher niemanden abschrecken.
Aber es gibt sicher eine Menge Hörer, die lieber mal mit einer Sinfonie beginnen sollten und dann vielleicht feststellen, daß sie auch weiterhin ganz gut ohne diesen Komponisten leben können oder jedenfalls nicht alle Sinfonien haben müssen

viele Grüße

JK jr.
Martin2
Inventar
#6 erstellt: 26. Jun 2008, 09:40
Hallo Enkidu, hallo Frank,

ja, ich gerate wieder ein bißchen ins Schwanken. Kann nur sagen: Die 5., 6., 22. und 27. sind tolle Sinfonien. Und vieles andere kenne ich eben auch nicht. Es wäre natürlich schon möglich, daß ich das beste schon habe.

27 Sinfonien klingt viel, aber Mjaskovski war in erster Linie wohl Sinfoniker und er wurde ja recht alt.

60 Euro sind natürlich, obwohl nicht teuer, trotzdem eine Menge Holz. Na ja, vielleicht warte ich mit der Investition, bis Frank hineingehört hat.

Ich werde in nächster Zeit noch mal gezielter in die 3.. 9., 24. und 25. hineinhören.

Ich fürchte einfach, wenn ich mir das Set nicht kaufe, werde ich eventuell große Musik verpassen. Und ich habe abgesehen von klassischer Musik keine teuren "Hobbys". Und meistens greife ich zu ganz billigen Angeboten, wie jetzt bei dem Wagner. Aber "ganz billig" wird es bei Mjaskovski wohl nicht geben, der Swetlanov ist schon ohne Konkurenz und er ist sehr gut, von daher wird man wohl in den sauren Apfel beißen müssen.

Mir ist die Klangsprache von Mjaskovski eben auch sehr sympathisch. Das ist sehr melodisch und dabei doch nicht völlig unmodern. Und das ist auf jeden Fall, bei den besten Werken, große Musik.

Ob ich, wie Kreisler Junior schreibt, nicht "alle Werke haben muß", weiß ich eben nicht. Dazu müßte ich die Werke eben kennen und ich kenne sie nicht. Leider weiß man bei diesem Angebot auch nicht, ob es für alle Zeiten besteht. Aber eine gewisse Zeit wird man wohl warten können.

Gruß Martin
Martin2
Inventar
#7 erstellt: 26. Jun 2008, 17:40

Kreisler_jun. schrieb:
Ich habe bisher zwei einzelne CDs mit Sinfonien (kann gerade nicht nachsehen, welche) und obgleich sicher hörenswert, haben die bei mir nicht unbedingt den Drang nach einer Komplettbox ausgelöst.


Ja, ich habe ein paar mehr CDs als Du von Mjaskovski und diese vermutlich intensiver gehört als Du und die lösen bei mir durchaus den Drang nach einer Komplettbox aus.

Ich habe heute ein paar von den "weniger beachteten" CDs gehört: Die 3., 5., 9., 24. und 25., die 25. sogar zweimal und das löst bei mir ganz entschieden den Drang nach der Komplettbox aus. Was für ein geniales Werk ist die 5.! Ich liebe sie!

Zwischendurch habe ich noch Nocturnes von Chopin gehört, Mann, waren die langweilig.

Gut, die 3. hat vermutlich auch ihre Längen - und ihre Geniestreiche. Aber insgesamt muß ich sagen, daß selbst die bisher von mir vernachlässigten Sinfonien bei mir heute entschieden gepunktet haben. Ich will diese Box, ich will sie unbedingt!

Ansonsten sind Geschmäcker halt verschieden; ich komme ganz entschieden von der Sinfonik der Spätromantik, bzw. frühen Moderne. Bruckner, Mahler, Schostakowitsch, Skrjabin, Tschaikovski - das ist meine Welt. Dagegen kennst Du vermutlich Haydn, Mozart, Beethoven in und auswendig, auch Kammermusik, auch Klaviermusik und da habe ich meine Lücken.

Ich wäre mir auf jeden Fall sicher, daß die Sinfonien von Skrjabin bei mir nicht lange ungehört stehen blieben. Dagegen die Streichquartette Beethovens habe ich immer noch nicht zureichend gehört.

Gruß Martin


[Beitrag von Martin2 am 26. Jun 2008, 18:00 bearbeitet]
Kreisler_jun.
Inventar
#8 erstellt: 26. Jun 2008, 20:01
Martin, ich wollte Dir gewiß nicht die Box ausreden; für Dich lohnt sich das ganz bestimmt, zumal Du ja ggf. dann einige Deiner Einzel-CDs verscherbeln kannst. Aber jemand wie enkidu, der den Namen zum erstenmal hört, oder andere, könnten durch die Begeisterung einiger den Eindruck erhalten, daß es sich hier um eine nicht zu verpassende Gelegenheit handelt. Zum einen verschwindet die Box nicht von heute auf morgen aus dem Katalog, zum andern sollte man hier wirklich erstmal klären, ob man diese Musik schätzt.

viele Grüße

JK jr.
Martin2
Inventar
#9 erstellt: 26. Jun 2008, 23:41
Hallo Kreisler Junior,

ich gebe Dir da unbedingt recht. Ich denke auf jeden Fall, daß es sicherlich eine Menge Werke von Komponisten gibt, die sich vor der Beschäftigung mit Mjaskovski lohnen. Das ist gar keine Frage. Und man sollte auf jeden Fall vorher klären, ob man diesen Komponisten mag.

Ich kenne mich halt in der Sinfonik relativ gut aus ( von Haydn einmal abgesehen, den ich aber auch nicht so mag), und für mich ist diese Box eine Entdeckungsreise, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Gruß Martin
Martin2
Inventar
#10 erstellt: 30. Jun 2008, 20:35
Hier gibt es - in einem englischsprachigen Forum - eine durchaus lebendige Diskussion der Werke Mjaskovskis, die hier anscheinend nicht in Gang kommen will:

http://www.good-music-guide.com/community/index.php/topic,1523.0.html
s.bummer
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 30. Jun 2008, 21:17
Kann ja auch nicht.
Miaskowsky war eben nur zweite Wahl!
Da hilft auch kein Svetlanov.

Dann schon lieber Egon Wellesz oder Pepping, von K.A. Hartmann wollen wir garnicht erst anfangen.

2-3 Werke sind vielleicht überlebensfähig und das, was ich gehört habe, fand ich auch nur so lala.

Da muss dann schon etwas mehr Marketingpower her.
Gruß S.


[Beitrag von s.bummer am 30. Jun 2008, 21:18 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#12 erstellt: 30. Jun 2008, 23:14
Hallo S. Bummer,

ich denke auch, daß nicht alle Sinfonien und Werke von Mjaskovski gleich gut sind. Ich meine trotzdem, daß die Abqualifizierung von Mjaskovski als "zweite Wahl" ein bißchen zu kurz greift. Dieser Komponist hat zweifellos seine Liebhaber, wie man im GMG Forum sieht.

Schostakowitsch und Prokoviev sind zweifellos die größeren Namen. Aber ich finde auch nicht alles von Prokoviev und Schostakowitsch gut, etwa der Sinfonien. Ich glaube auf jeden Fall, daß die Beschäftigung mit Mjaskovski lohnt.

Gruß Martin
Hüb'
Moderator
#13 erstellt: 01. Jul 2008, 04:02

Martin2 schrieb:
Ich glaube auf jeden Fall, daß die Beschäftigung mit Mjaskovski lohnt.

Dann sind wir immerhin schon zu zweit.
Martin2
Inventar
#14 erstellt: 01. Jul 2008, 08:06

Hüb' schrieb:

Martin2 schrieb:
Ich glaube auf jeden Fall, daß die Beschäftigung mit Mjaskovski lohnt.

Dann sind wir immerhin schon zu zweit. :)


Das ist schön. Welche Sachen von Mjaskovski kennst Du denn schon? Ich habe mir heute mal wieder die 24. und 25. angehört und ich muß sagen: Sie gefallen mir schon sehr gut, inzwischen auch die 24. Es ist dieser spätromantische Lyrismus, dieses Melos, das mir so gut gefällt, wobei die Musik in der Harmonik allerdings häufig schon moderner als "Spätromantik" klingt. Manchmal, gelegentlich, besonders in den Finales, denke ich auch mal, es ist vielleicht doch nicht ganz so gut, obwohl ich die Finales trotzdem gerne höre. Mjaskovski kann sehr nobel sein, ist es aber wohl nicht immer.

Das mag auch der Stalinzeit geschuldet sein. Aber das ist bei all diesen Komponisten das Problem. Schon Schostakowitsch hatte ja im Westen ungeheuere Akzeptanzprobleme, weil man in seinen Werken angewandten Stalinismus erkennen wollte. Dann setze sich Schostakowitsch durch. Man darf aber den Zeithintergrund vermutlich doch nicht ganz außer acht lassen.

Gruß Martin
Hüb'
Moderator
#15 erstellt: 01. Jul 2008, 08:09

Martin2 schrieb:
Das ist schön. Welche Sachen von Mjaskovski kennst Du denn schon?

Noch gar keine.

Lediglich die Soundschnipsel bei JPC wecken meine Neugier.
Kommt Geld, kommt Miaskowsky.

EDIT: Das Cellokonzert liegt mir mit Mork vor und wird - wenn ich denn mal Zeit finde - hoffentlich in Bälde gehört.
http://www.jpc.de/jp...=classic&rsk=hitlist
Auch die beiden Cellosonaten dürfte ich in einer Praga-Box besitzen. :)



[Beitrag von Hüb' am 01. Jul 2008, 08:13 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#16 erstellt: 01. Jul 2008, 11:57
Hallo Frank,

das Cellokonzert soll gut sein, ich habe einen Vergleich mit dem Elgars gelesen. Ich kenne es aber nicht.

Dein Edit offenbart den leidenschaftlichen Sammler, der über seine CDs nun langsam beginnt, den Überblick zu verlieren.

Gruß Martin
Hüb'
Moderator
#17 erstellt: 01. Jul 2008, 11:59
Ich würde es positiv formulieren:

Dein Edit offenbart den leidenschaftlichen Sammler, der immer noch die Hoffnung hegt, über seine CDs nun langsam die Übersicht zu gewinnen.
:D
Kreisler_jun.
Inventar
#18 erstellt: 01. Jul 2008, 13:24
Wer an einer Aufnahme vom Cellokonzert interessiert ist, kann mir eine PM senden.

JK jr.


[Beitrag von Kreisler_jun. am 01. Jul 2008, 13:50 bearbeitet]
Moritz_H.
Stammgast
#19 erstellt: 01. Jul 2008, 14:38

Martin2 schrieb:
… das Cellokonzert soll gut sein … Ich kenne es aber nicht.


Dann wird es aber Zeit!

Das Cellokonzert gefällt mir bis jetzt noch am besten – habe ansonsten nur die Sinfonien No 5 und No 9 mit dem BBC Philharmonic sowie die No 6 mit Järvi, die bis hier noch nicht den Wunsch nach mehr davon gefördert haben … muss mich an diese Musik doch noch mehr einhören …
Martin2
Inventar
#20 erstellt: 01. Jul 2008, 14:54

Moritz_H. schrieb:

Martin2 schrieb:
… das Cellokonzert soll gut sein … Ich kenne es aber nicht.


Dann wird es aber Zeit!

Das Cellokonzert gefällt mir bis jetzt noch am besten – habe ansonsten nur die Sinfonien No 5 und No 9 mit dem BBC Philharmonic sowie die No 6 mit Järvi, die bis hier noch nicht den Wunsch nach mehr davon gefördert haben … muss mich an diese Musik doch noch mehr einhören … ;)


Das ist immer die Gefahr, die bei der ganzen Vielkauferei und Vielhörerei besteht, daß man sich in Musik nicht genügend einhört. Die 6. ( auch Järvi) hat mir bisher auch Schwierigkeiten bereitet. Die 5. ist ein unproblematischeres Werk, das Begleitheft meiner Downeseinspielung nennt sie eine Erholung nach der vierten. Ich mag sie ganz gerne.

Überhaupt seit ich weiß, daß es diese Swetlanovbox gibt, habe ich mich gründlicher mit Miaskovski auseinandergesetzt und das finde ich ist schon ein gutes Resultat der Sache.

Gruß Martin
s.bummer
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 01. Jul 2008, 19:49
Hallo,
ich will ja nun nicht einen Streit um den guten Nicolay heraufbeschwören:
Aber nach Martins Eloge auf Miaskovsky habe ich heute die 22. mal nachgehört.
Über die Linie Dvorak/Smetana/Tschaikowsky kommt er nicht hinweg, selbst Glasunov wirkt da für mich moderner.
Und das ist einfach für einen Komponisten des 20. Jahrhunderts zu wenig. Das 19. Jahrhundert hat das zu Vieles geliefert.
Unser Kollege Sound 67 hat außerdem so viele Beispiele angelsächsicher Komponisten geliefert, von denen viele auch fast vergessen sind, aber imho bessere Musik gemacht haben, andere haben Nielsen und andere Skandinavier angeführt, selbst den noch weiter ins 19. Jhdt reichenden Sibelius; alle sind in der Tonsprache und Themenwahl irgendwie aktueller.

Sorry, aber das erinnert mich an meine Schulzeit, wo irgendwelche absonderlichen Popgruppen in kleinen Zirkeln abgefeiert wurden, die ansonsten "kein Schwein" kannte.
(Indian Corporation, T2, Burning Red Ivanhoe, Illinois Speed Press und andere (ja, ich bin ein alter Sack!))

Allerdings wurde Miaskovsky zu Sowietzeiten sehr geschätzt und sogar DS hat bedauert, dass er mit der Zeit so in Vergessenheit geriet (Volkow), fand ihn aber zu detailpusselig.

Gruß S.
Martin2
Inventar
#22 erstellt: 02. Jul 2008, 06:04
Hallo S. Bummer,

das bessere ist ohnehin immer der Feind des guten. Ich schätze die 22., habe aber heute noch mal gezielter in die 24. und 25. hineingehört. Sehr nett zu hören. Aber ganz sicher gibt es besseres.

Miaskovski ist allerdings ein Komponist, der immer mal wieder am Mainstream kratzt. Kein Komponist, der auf das Ghetto von CPO und Marco Polo beschränkt bliebe. Immerhin haben sich renommierte Dirigenten wie Svetlanov, Järvi und Downes seiner angenommen.

Es freut mich, daß Schostakowitsch Miaskovski durchaus geschätzt haben. Miaskovski hat immer seine Momente. Die 24. hat etwa ihre Momente. Aber zum Beispiel im Finale dachte ich: Das ist schon ziemlich schwach. Aber auch die beiden anderen Sätze fand ich nicht so gut.

Ich glaube, ich werde mir die Miaskovskibox vorläufig doch nicht holen, 60 Euro sind doch eine Stange Geld. Aber die Investition auch nicht für alle Zeiten ausschließen.

Gruß Martin
arnaoutchot
Moderator
#23 erstellt: 08. Jul 2008, 13:46
Bin als bekennender DSCH und Mahler-Fan auch auf diesen Thread aufmerksam geworden. Welche Symphonie(n) soll ich mir zum Einstieg von Miaskovsky anhören ? Welche Aufnahmen klingen gut ? Danke für Hinweise.

Grüße Michael
sound67-again
Gesperrt
#24 erstellt: 08. Jul 2008, 14:11

arnaoutchot schrieb:
Bin als bekennender DSCH und Mahler-Fan auch auf diesen Thread aufmerksam geworden. Welche Symphonie(n) soll ich mir zum Einstieg von Miaskovsky anhören ? Welche Aufnahmen klingen gut ? Danke für Hinweise.

Grüße Michael


Die 6., mit Neeme Järvi.
Martin2
Inventar
#25 erstellt: 08. Jul 2008, 14:50
Hallo Thomas,

die 6. mit Neeme Järvi habe ich auch und müßte dringend mal wieder hinein hören. Mich würde es allerdings schon interessieren, was Du zu der Svetlanovbox sagst. Kennst Du die Sinfonien soweit, um zu Musik und Interpretation etwas sagen zu können?

Gruß Martin
arnaoutchot
Moderator
#26 erstellt: 08. Jul 2008, 19:14
Hab mir die 6. mit Järvi gerade bestellt, melde mich dann wieder.

Grüße Michael
Hüb'
Moderator
#27 erstellt: 09. Jul 2008, 04:27

arnaoutchot schrieb:
Hab mir die 6. mit Järvi gerade bestellt, melde mich dann wieder.

Grüße Michael

Dito.
Martin2
Inventar
#28 erstellt: 15. Mrz 2009, 22:00
Da ich nun die Mjaskovskysinfonien mit Swetlanov für 44 Euro sah ( und nicht für 60), habe ich sie mir doch bestellt. Was ich von den Sinfonien sah, gefiel mir doch sehr gut ( habe ungefähr ein Drittel). Neulich wieder die 22. gehört - großartig. Wenn die Box kommt und ich dazu komme, hinein zu hören, werde ich davon berichten.
ducati998
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 17. Mrz 2009, 22:43
Hallo zusammen,

bezüglich Miaskowsky möchte ich eine unbedingte Empfehlung aussprechen, nämlich die 6. unter Kondrashin!

Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1978 und ich empfinde sie als einfach perfekt. Was Kondrashin aus der 6. herausholt entspricht genau der Qualität des Schostakowitsch-Zyklus!

Es handelt sich um eine Live-Aufnahme, die aber Melodya hervorragend remastered hat, so dass man wirklich von einer guten bis sehr guten Aufnahmequalität sprechen kann.

Wie von Kondrashin gewohnt, schafft er es eine unglaubliche Spannung aufzubauen, die sich an manchen Stellen Infernoartig entlädt.

Diese Aufnahme war übrigens auch der Anlass, mir die Gesamtaufnahme von Svetlanov zu besorgen. Ich halte von Svetlanov eigentlich nicht weniger als von Kondrashin, aber die 6. unter Svetlanov hat mich ehrlich gesagt sehr enttäuscht. Wobei das aber wahrscheinlich insbesondere an der Aufnahmetechnik liegt:

Wo Kondrashin die Bläser aufspielen lässt als würde die Hölle ausbrechen (sorry für diese Ausdrucksweise ;)) hört man bei Svetlanov die Bläser nur bescheiden im Hintergrund und in etwa in der Lautstärke wie die Streicher. Diese Aufnahme ist so, also ob sich jemand vorgenommen hätte, keinen Lautstärkenunterschiede, also keine Dynamik bezüglich der Lautstärke aufkommen zu lassen. Einfach grausam, wenn man die Bläser bei Kondrashin im Gehör hat!

Was ich auch noch als ein grosses Manko empfinde: es fehlt bei Svetlanov der Chor im 4. Satz der Sinfonie!

Eigentlich seltsam für jemanden, dessen Herz doch so sehr an Miaskowsky hängt. Aber ohne den Chor fehlt etwas sehr entscheidendes!

Viele Grüsse

Roger
Martin2
Inventar
#30 erstellt: 17. Mrz 2009, 22:57
Hallo Roger,

das ist ja schön, noch jemanden zu treffen, der die Mjaskovski Gesamteinspielung mit Swetlanov hat, die ich mir gerade bestellt habe. Ich habe sonst noch so einiges, zum Beispiel die 5. und 9. mit Downes oder die 24. und 25. von Naxos.

Du preist noch mal die 6. an, die ich mit Järvi habe, allerdings muß ich sagen, daß die 6. zwar tolle Passagen hat, mir aber insgesamt zu aufgeblasen vorkommt ( hörte sie kürzlich noch einmal). Sinfonien wie die 5., 22. und 27. gefallen mir wesentlich besser. Die 22. ist bisher meine Lieblingssinfonie. Insgesamt sehe ich meiner Bestellung allerdings mit Freude entgegen und vielleicht kommen wir ja noch über das eine oder andere ins Gespräch. Daß Swetlanov die 6. ohne Chor spielt, ist allerdings schon sehr seltsam. Hast Du Deine Box schon durchgehört?

Interessant, daß Du einen Vergleich der Aufnahme von Kondrashin und Swetlanov im Falle der 6. anstellst. Kennst Du die Järviaufnahme, die ich habe, und wie schneidet die ab?

Gruß Martin
ducati998
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 18. Mrz 2009, 09:23
Hallo Martin,

die Aufnahme von Järvi habe ich leider nicht. Aber aus meiner Erfahrung heraus wage ich zu behaupten, dass er nicht so viel aus der Symphonie herausholen kann wie Kondrashin.

Hier stimmte eigentlich alles: ein überragender Dirigent mit seinem Orchester, dass noch den typisch russischen Sound hat und nicht -wie es auch bei russischen Orchestern heute leider meistens der Fall ist- diesen Einheits-Schönklang, der kein Orchester mehr vom anderen unterscheiden lässt.

Das war zwar jetzt natürlich ein wenig überspitzt formuliert, aber jeder der die Aufnahmen von Mravinsky, Kondrashin und Rozhdestvensky mit russischen Orchestern aus der "guten alten Zeit" (zumindest was die Orchesterkultur betrifft), also vor der großen "Westöffnung", kennt, der weiss von was ich rede - nämlich von dem unvergleichlichen russischen Orchesterklang, der überhaupt nichts mit Schönklang-Breitwandsound gemein hat (ich denke Teleton (Wolfgang) kann das bestätigen, da er auch ein Kenner der Materie ist).

Seit ich die oben genannten russischen Dirigenten mit ihren russischen Orchestern (Svetlanov natürlich auch eingeschlossen, zumindest was die älteren Aufnahmen betrifft) kenne, bin ich ich ihnen hoffnungslos ausgeliefert und möchte eigentlich auch nichts mehr anderes haben. Schon gar nicht diesen aalglatten Breitwand-Schönklang, wie ihn Karajan gepflegt hat (bevor die Karajan-Anhänger jetzt auf mich losgehen: natürlich war nicht alles von Karajan schlecht ).

Mit dem Erarbeiten (also mehrmaligem hören) der anderen Symphonien von Miaskowsky wird es wohl noch ein wenig dauern, da ich mir in letzter Zeit einige neue CD´s habe kommen lassen, die es auch noch zu würdigen gilt (u.a. von Tischtschenko, Lyapunov, Vainberg, Balakiref, Schnittke).

Da ich mich gerade auf das Wirtschaftsprüfer-Examen vorbereite, habe ich leider viel zu wenig Zeit zum Musikören.

Gruss

Roger
ducati998
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 18. Mrz 2009, 09:50
Weiss eigentlich jemand, man die einzelnen Aufnahmen der Symphonien unter Svetlanov gemacht worden sind? Auf der Box steht ja nur von... bis...

Weder auf der Svetlanov-Homepage noch bei Warner konnte ich etwas finden.

Wäre toll, wenn das jemand wüsste.

Gruss

Roger
Kings.Singer
Inventar
#33 erstellt: 18. Mrz 2009, 11:17
Steht im Booklet/in den Booklets dazu nichts? Ich habe die Rachmaninov/Svetlanov Box von Warner und da sind IMO alle Angaben enthalten.

Viele Grüße,
Alex.
ducati998
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 18. Mrz 2009, 14:39
Hallo Alex,

nein, leider steht in dem (sehr spartanisch gehaltenen) Booklet nichts näheres zu den Aufnahmedaten. Es stehen lediglich jeweils die Symphonie, die Satzbezeichungen und die Zeiten dabei. Der Rest des Booklets ist gefüllt mit zwei Artikeln und der Auflistung der in der Svetlanov-Reihe herausgegebenen CD´s.

In den Scriabin-Aufnahmen (die ich übrigens wärmstens empfehlen kann) aus der Warner-Reihe sind die Aufnahmedaten übrigens auch enthalten.

Gruss

Roger
ducati998
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 18. Mrz 2009, 19:45
@Martin2

Hier ein Beitrag zur 6., in dem auch Järvi enthalten ist:

http://www.musicweb-...y_6_MELCD1000841.htm

Gruss

Roger
Martin2
Inventar
#36 erstellt: 21. Mrz 2009, 12:01
Hallo Roger,

wie gefällt Dir eigentlich Mjaskovskis 3.? Ich finde sie teilweise hochgenial. Toller Anfang, tolles Ende, aber in der Mitte? Ich habe sie neulich wieder gehört und weiß noch nicht, wie ich sie als ganze einordnen soll. Insgesamt habe ich den Eindruck, daß Mjaskovski in den kürzeren Sinfonien besser ist, die 6. ist das einzige mir bekannte Beispiel einer wirklich monumentalen Sinfonie mit Mahlerschen Dimensionen und das überzeugt mich eben so nicht, aber es ist dann vielleicht nicht verwunderlich, daß gerade sie im Mittelpunkt steht, weil wir von solchen monumentalen Sinfonien wie denen von Bruckner oder Mahler geprägt sind.

Und was sagst Du zur 9.? Das ist bisher die einzige Sinfonie, mit der ich herzlich wenig anfangen kann.

Aber insgesamt muß ich doch sagen, daß ich der Ankunft der Swetlanovbox doch regelrecht entgegenfiebere.

Gruß Martin
Gantz_Graf
Hat sich gelöscht
#37 erstellt: 22. Mrz 2009, 10:27

ducati998 schrieb:
Weiss eigentlich jemand, man die einzelnen Aufnahmen der Symphonien unter Svetlanov gemacht worden sind? Auf der Box steht ja nur von... bis...

Weder auf der Svetlanov-Homepage noch bei Warner konnte ich etwas finden.

Falls es diese Aufnahmen sind:



http://www.fileden.com/files/2007/9/21/1446950/svet.jpg


[Beitrag von Gantz_Graf am 22. Mrz 2009, 10:32 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#38 erstellt: 25. Mrz 2009, 21:55
Heute ist meine Mjaskovskibox angekommen. Große Freude! Allerdings fehlten in der Box anscheinend 2 Sinfonien, während die 8. doppelt war. Wie sich allerdings anhand der Opuszahl heraus stellte, muß die zweite 8. die 18. sein und die sinfonische Suite muß mit der 23. identisch sein ( weiß ich dank Wikipedia, wo eine Werkaufstellung sich befindet).

Hörte heute die 1., die ganz nett war, die ich aber noch mal hören muß und die 25., die ich mit Naxos hatte, wo ich den Svetlanov heute beim ersten Hören aber wirklich besser fand. Ich freue mich wirklich sehr und ich hoffe, wir bleiben über Mjaskovski im Gespräch.

Übrigens, was ich bei Wikipedia auch fand, ist, daß der Chor der 6. "ad libitum" ist, das heißt ins Ermessen des Interpreten gestellt, der ihn auch weglassen kann, was Swetlanov dann eben gemacht hat.

Gruß Martin
Martin2
Inventar
#39 erstellt: 27. Mrz 2009, 06:09
Hallo!

Es ist schade, daß wir über den Mjaskovski nicht ins Gespräch kommen. Leider waren die Beiträge von Roger offensichtlich nur eine Stippvisite - das ist betrüblich, da er Mjaskovski offensichtlich gut kennt.

Ich habe bisher die ersten beiden CDs gehört. Dabei habe ich über die erste Sinfonie noch kein abschließendes Urteil. Mir gefällt der Anfang, vielleicht der ganze erste Satz. Im ersten Satz tritt eine instrumentatorische Technik zutage, wie ich sie auch in der 22. finde, nämlich ein reiner Streichersatz, der sich dynamisch steigert und am Ende dynamischer Steigerung durch Trompeten überhöht wird. Ich muß die 1. noch mal hören.

Sehr begeistert hat mich die 25. Ich kannte sie bisher von Naxos, aber der Svetlanov ist viel besser. Hier wird eine interpretatorische Feinheit auffällig, die mir auch bei Svetlanovs Interpretation der 22. Eindruck gemacht hat - nämlich die Art wie Töne, vor allem von den Violinen angespielt werden, nämlich dynamisch. Gibt es eigentlich für dieses Verfahren einen Fachausdruck? Es ist ja ein Unterschied, ob ich Töne für sich dynamisch spiele, also etwa einem leisen Ton einen lauten Ton folgen lasse, oder ob ich innerhalb eines Tones - etwa eines sehr lange ausgehaltenen - eine Dynamik auftreten lasse, ihn also, wie das bei Swetlanov der Fall ist, sehr leise anspiele, um ihn dann zu verstärken. Jedenfalls habe ich erst bei Swetlanov das Gefühl, daß das Potential der Sinfonie ausgereizt wird, etwa auch in dem feuriger gespielten letzten Satz. Die Naxos CD werde ich wohl jetzt nicht mehr hören.

Dann habe ich die CD mit der 10. und 11. gehört. Die 10. ist ein kurzes Werk und besteht nur aus einem einzigen Satz. Mich vermag sie nicht zu überzeugen. Ich habe bei ihr das Gefühl einer eher gewollten Modernität und der Schluß mit den abgehackten Akkorden macht auf mich einen nahezu unfreiwillig komischen Eindruck.

Ganz anders bei der 11. Sinfonie. Zwar machte die auf mich beim ersten Hören auch keinen so starken Eindruck, aber jetzt beim zweiten Hören doch einen sehr durchschlagenden. Der erste Satz hat für mich ein sehr eingängiges Motiv, das sehr sinfonisch verarbeitet wird, wobei auch lyrische Passagen nicht zu kurz kommen. Der zweite ist teilweise sehr melodiös, lyrisch, nicht im Sinne einer "guten Melodie", aber im Sinne im Gedächtnis haftender melodischer Fragmente, wobei die Entwicklung für mich in einer Flötenpassage gipfelt. Der letzte Satz ist dann teilweise durchaus humorvoll, aber eindrücklich. Insgesamt habe ich das Gefühl, daß diese 11. für mich durchaus eine Entdeckung ist und ich hatte dann jedenfalls kein Bedürfnis, mehr von Mjaskovski zu hören, sondern werde mich durch diese Box durchaus langsam hören und möchte gerade diese 11. unbedingt noch einmal hören, weil zweifaches Hören sicherlich nicht ausreicht, um diese Sinfonie zu würdigen.

Die 19., eine Sinfonie nur für Bläser, wohl geschrieben für Militärorchester, ist ein leichtgewichtigeres Werk, das ich von eine Melodya CD kannte und das ganz nett sein mag - was man aber sicher nicht mit "großer Sinfonik" identifizieren kann.

Gruß Martin
Martin2
Inventar
#40 erstellt: 27. Mrz 2009, 17:30
Heute wiedergehört: Die 1. und die 11. Jetzt beim Wiederhören erschien mir die 1. als ein sehr sympathisches Werk der Tschaikovski und Rachmaninov Nachfolge, nun mal leider Gottes kein solcher Geniestreich wie die 1. von Prokoview und Schostakowitsch - aber ein sehr schönes Melos. Gerade der langsame Satz hat mir sehr gut gefallen. Und bei der 11. überzeugt mich gerade beim Wiederhören die sinfonische Konsistenz und ich war noch mehr überzeugt, ein Meisterwerk vor mir zu haben.

Mjaskovski - seine Zeit wird kommen!
Martin2
Inventar
#41 erstellt: 05. Apr 2009, 11:18
Es ist schade, daß dieser Thread hier zum Selbstgespräch verkommt, aber ich mache unverdrossen weiter, da ich hoffe, daß das Gespräch doch noch zustande kommt.

Ich habe in den letzten Tagen natürlich wieder viel Mjaskovski gehört, wobei ich natürlich langsam vorgehe. Die 7. ist dabei ein auch klanglich faszinierendes Werk, das immer mehr für sich einnehmen konnte, die 14. mochte ich nach mehrmaligem Hören immer lieber, die 10. ist vielleicht doch nicht so schlecht, nur die 8. weiß mich noch nicht im ganzen zu begeistern, obwohl sie einen wunderbaren langsamen Satz hat.

In Punkto Interpretation hatte ich allerdings gestern ein Erlebnis, das mich doch auch skeptisch gegenüber den Swetlanoveinspielungen werden ließ, die ich bisher uneingeschränkt gelobt hatte. Nämlich die 5. Sinfonie, die ich sehr gerne in der Interpretation von Downes und den BBC Philharmonics ( Marco Polo) höre und die mir mit Swetlanov nicht sonderlich gefallen wollte. Der BBC Guide nennt die 5. ein sonniges Werk, was bei dem Downes sehr gut heraus kommt, der insbesondere die ersten beiden Sätze in schönem lyrischen Fluß hält, während Svetlanov wesentlich breitere Tempi bevorzugt und das Werk "expressiver" anlegt, was ihm aber meines Erachtens gar nicht gut bekommt. Bei der 9. war es ja anders, da wußte mir der Swetlanov mehr zu sagen, aber bei der 5.? Jedenfalls gehört die 5. mit Downes zu den Sinfonien von Mjaskovski, die ich immer wieder gerne höre.

So ist bezüglich des Swetlanov, den ich bisher fast auf den Knien hörte, doch ein gewisser Zweifel gesäht. Mir will es dann fast so scheinen, daß die Tempi auch bei der 12. nicht optimal sind, wobei mir die 12. ( die ich zweimal hörte) ohnehin noch nicht so gut gefällt, auch wenn sie einen schönen melancholischen Anfang hat, aber die Fröhlichkeit, die sie an anderen Orten verbreitet, will mir nicht so recht inspiriert erscheinen.

Ich werde mich über Mjaskovski in ein paar Tagen wieder melden.

Gruß Martin
teleton
Inventar
#42 erstellt: 20. Apr 2009, 09:39
Liebe Myaskowsky-Freunde,

wenn ich ehrlich sein soll stört mich die große Anzahl der Sinfonien bei Miaskowsky.
Damit steht er sich (und bei mir) selbst im Wege.
Es dauert sicher eine riesig lange Zeit alle 27Sinfonien zu hören, kennenzulernen und dann die favorisierten Sinfonien herauszufinden.

Bei Haydn geht es mir genauso - aaaaaber hier kann man sich ja noch auf die Londoner-Sinfonien beschränken und so eine Übersicht erlangen.
Die Übersicht für die Miaskowsky-Sinfonien zu erlangen - das ist es, was mir bisher noch fehlt - und mich wahnsinnig stört !
Ich denke das sich unter den 27Sinfonien eine ganze Reihe schwacher Werke finden - und damit viel Zeitverschwendung bei Hören und austesten. Zeit die man für gute Werke vertan hätte !

*** Ich habe aus dem Swetlanow-Zyklus sogar einige Einzel-CD´s und was ich da vereinzelt höre finde ich nicht übel (ich habe aber wenig daraus gehört):
Es sind die Sinfonien Nr. 2, 13; 4, 11; 8, 10; 5, 12 (Swetlanow auf Warner); Nr.24, 25 (Yablonsky auf Naxos)- das sind die, die ich besitze. Gerne hätte ich noch 26 und 27 mit Swetlanow.

Ich bin ohne Vergleich überzeugt das man bei Swety absolut zielsicher richtig liegt (natürlich auch bei einer Einzelaufnahme mit Kondraschin, wie Ducati von der 6ten berichtete.)


**** Nun meine Frage:
Welche Sinfonien ragen besonders heraus und sind wichtige Werke, bei denen man nicht den Anklang an eine Zeitverschwendung hätte ?
Wo geht die Post ab !

Welche Sinfonien fällen besonders heraus
Martin2
Inventar
#43 erstellt: 20. Apr 2009, 22:09
Hallo Wolfgang,

ich besitze die Svetlanovbox, die sehr günstig angeboten wird, und kann sie nur empfehlen. Etwas mehr als die Hälfte habe ich gehört. Im moment stockt meine Erforschung dieser Box etwas, weil Karajan im Vordergrund steht.

Insgesamt gibt es für mich bei diesen Sinfonien wenig Ausfälle und selbst da bin ich nicht sicher.

Meine Lieblingssinfonie ist die 22. mit Svetlanov. Ich mag aber auch die 27. ebenfalls mit Svetlanov. Die 5. ist eine schöne Sinfonie, die ich aber lieber mit Downes höre. Die 25. gefällt mich auch sehr gut, aber lieber mit Swetlanov als die Naxoseinspielung, die Du hast. Die 3. ist sehr gut, auch die 11. Die 7. ist ein absolut faszinierendes Werk. Die 14. ist sehr hörenswert. Die 6. hat sehr interessante Momente. Die 9. ist toll, wobei mir im Gegensatz zur 5. der Svetlanov besser gefällt als der Downes.

So bin ich denn insgesamt der Meinung, daß Du Dir die Svetlanovbox holen solltest - zumal zu diesem äußerst günstigen Preis von etwa 44 Euro für 16 bis an den Rand ausgefüllten CDs, denn bisher gibt es für mich wenig "Ausfälle". Vielleicht noch wegen der 5. den Downes. Die 8. ist wohl nicht so stark, hat aber einen sehr schönen langsamen Satz. Die 1. habe ich gerne gehört, aber sie ist ganz eindeutig noch kein großes Werk. Die 4. ließ mich bisher kalt, aber das mag sich noch ändern.

Ansonsten werde ich an diesem Ort über weitere Hörerfahrungen, also den Rest der Box, noch weiter berichten. Jedenfalls glaube ich nicht, daß Dein Eindruck, daß in diesem Sinfoniezyklus eine Menge schwächerer Werke ist, stimmt. Miaskovski hat lange gelebt und er war in erster Linie Sinfoniker. Aber wiegesagt, es wird zwar eine Zeit dauern, aber ich werde sicher auch noch einmal zum ganzen Zyklus Stellung nehmen können. Von "vereinzelten Perlen" kann aber nicht die Rede sein, Miaskovski ist ein starker Sinfoniker.

Gruß Martin
teleton
Inventar
#44 erstellt: 21. Apr 2009, 07:08
Hallo Martin,

gestern habe ich angefangen aus meinem Bestand einige Miaskowsky-Sinfonien zu hören.

Interessant sind zwei Punkte:
1. Miaskowsky war Komilitone von Prokofieff. Aber man darf von ihm keine Ultramodernen Werke erwarten, denn
2. Miaskowsky hat Regiemtreu geschrieben und seine Werke sind daher "brav tonal" und angepaßt. Schade, denn dadurch geht viel eigene Substanz verloren. Dies sollte man bei Miaskowsky beachten.

Ich habe mit der Kriegssinfonie Nr.24 und Nachkriegssinfonie Nr.25 angefangen. Beide haben mich nicht vom Hocker gehauen und der Gedanke an Zeitverschwendung wurde wieder wach. Einzig das Finale des 1.Satzes der 24 glänzt durch einen Paukenunterstützten Höhepunkt.
Aber man merkte bei meiner Naxos-Aufnahme mit Yablonsky deutlich, das da "noch mehr geht".
Wie man eine 2. Weltkriegssinfonie schreibt hat Britten mit der Sinfonia da Requiem vorgemacht --- welch ein Unterschied.
Danach folgten die Nr.8 - wieder Käse und durch die ständigen Motivwiederholungen nervend - wieder Zeitverschwendung.
*** Aber dann die Sinfonie Nr.10, die einige impressionoistische Anleihen ins Russische übersetzt enthält und spannend aufgebaut ist. Das ist die erste Sinfonie die mich aufhorchen ließ und mir gut gefiel.

Ich werde genau wie Du weiter berichten, wie ich mich durch Miaskowsky durchfresse.
Danke auch für Deine Hinweise auf die lohnenderen Sinfonien.

Die GA werde ich mir nicht zulegen, denn dafür ist mein Interesse noch nicht in dem Maße geweckt. Ich habe ja schon einen guten Anfangsbestand (durch Übernahme einer CD-Sammlung im vorigen Jahr). Den lohnenden Rest (wenn es ihn denn gibt) besorge ich mir dann noch.
Martin2
Inventar
#45 erstellt: 21. Apr 2009, 10:55
Hallo Wolfgang,

ja, wie schlecht Naxos ist, merkt man wenn man den Swetlanov im Vergleich zum Yablonski gehört hat. Yablonski spielt die Musik statisch an und der letzte Satz hat kein Feuer. Eine wirklich lethargische Aufnahme, dagegen vermochte mich die 25. mit Svetlanov durchaus zu begeistern.

Ultramodern ist Miaskovski zweifellos nicht, aber er ist auch nicht so unmodern, wie er teilweise gemacht wird, wobei ich denke, daß die früheren Sachen gelegentlich moderner klingen als die späteren. Ob das an Stalin lag, oder ob es auch in den späten Sachen einen nostalgischen Einschlag gab, ist schwer zu sagen. Immerhin wurde Mjaskovski wie Schostakowitsch und Prokiview 1948 ( ?) Opfer des Stalinschen Scherbengerichts ( "Formalismus").

Schade, daß Du Dir die Box nicht holen willst. Ob es überhaupt möglich ist, sich die Sinfonien in Einzelaufnahmen zu holen, weiß ich nicht, in jedem Fall wirst Du dann wohl eine Menge Geld los. Du hast aber recht, wie ich auch schon sagte: Die 8. ist tatsächlich nicht so stark. Aber selbst da gibt es den langsamen Satz.

Gruß Martin
Noten_Fassoth
Neuling
#46 erstellt: 24. Apr 2009, 10:54
Hallo Martin,

ich besitze die Aufnahme. Mir gefällt sie sehr gut. Klangtechnisch habe ich auch noch nichts negatives festgestellt.

Kann sie nur empfehlen.

Gruß

NF
Martin2
Inventar
#47 erstellt: 22. Nov 2009, 06:14
Ich habe mit einem langen Zeitabstand wieder in die Box mit den Sinfonien hineingehört. Die Box mit Swetlanov war wirklich günstig, deshalb habe ich sie mir geholt, und Mjaskovski ist nicht schlecht, aber ich finde die Sinfonien uneben. Neu gehört habe ich die 2., die mich nicht vom Hocker riß; dagegen könnte die 13. interessant sein und ich muß sie nochmal hören. Die 26. hat ihre Momente, aber die sie umrahmenden Sinfonien 25 und 27 gefallen mir besser.

Es ist nur schade, daß der ganze Thread mehr ein Selbstgespräch bleibt, weil offensichtlich bei niemandem das Interesse an Mjaskovski so groß ist, sich der ganzen Box zu widmen und so ohne Anregung ist mein Interesse an der Box auch mehr und mehr erlahmt, da es zwar sehr gute Stücke darunter gibt, aber auch Dinge, dessen Qualität zweifelhaft ist.

Gruß Martin
op111
Moderator
#48 erstellt: 19. Feb 2010, 09:09
Aus Sinfonieaufnahmen der Romantiker #31

Martin2 schrieb:

WolfgangZ schrieb:


Und interessant wird es doch erst, wenn ich mir unter Mjaskovski etwas Konkretes vorstellen kann, denn so richtig vergleichen können mit Farrenc wird man ihn nun vermutlich nicht, nehme ich an. Ich kenne noch nichts von ihm, werde das wohl ändern. Liege ich ungefähr richtig in der Einschätzung, dass es eher plakative, quasi sozialistische Spätromantik irgendwo zwischen Kabalewski und Prokofieff ist? (Dann würde es im allerweitesten Sinne sogar in diesen Thread passen. )

Gruß, Wolfgang


Nein, Mjaskovski empfinde ich nicht als "plakativ". Außerdem ist er schon etwas älteren Jahrgangs, so daß seine erste Schaffensphase noch in die Zeit des russischen Reiches fällt. Nicht "sozialistische" Zeitgenossen wie Hanson, Rachmaninov oder Vaughan Williams sind sicher auch nicht moderner, eher im Gegenteil. Mjaskovski gehörte zu den Komponisten, die 1948 zusammen mit Schostakowitsch und Prokoview dem großen Scherbengericht Stalins ( "Formalismus" ) zum Opfer fielen.

Mjaskovski war spätromantisch am Anfang ( seine 1. Sinfonie war ziemlich spätromantisch ), um dann aber teilweise auch eine modernere, etwas atonalere Schreibweisen zu schreiben wie in der 6. und 7. , um dann am Ende seiner Laufbahn einen Stil zu schreiben, den ich ein bißchen als neoklassizistisch / romatisch empfinde. Ich empfinde seinen Stil aber weniger als anbiedernd als etwa den von Prokoview in der 7. Sinfonie. Er kann durchaus auch ein guter Melodiker sein. Sein Spätwerk hat durchaus auch einen nostalgischen Einschlag und ist keine bloße Kopie von Spätromantik.

Gruß Martin


[Beitrag von op111 am 19. Feb 2010, 09:10 bearbeitet]
op111
Moderator
#49 erstellt: 19. Feb 2010, 09:12
#33

Martin2 schrieb:
Hallo Wolfgang,

bezüglich der 7. Sinfonie Prokoviews gebe ich Dir recht, daß diese durchaus ihre Qualitäten hat. Nur daß dies sinfonische Qualitäten sind, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Man fühlt sich eher an die Dornröschen Balletmusik erinnert, hat aber keinesfalls den Eindruck, daß das hohe Niveau der 6. Sinfonie, die wirklich eine genuine Sinfonie genannt werden darf, in irgendeiner Weise fort gesetzt wird. Das wäre auch nicht vergleichbar mit Schostakowitschs 9. Sinfonie, deren Klassizismus deutlich sarkastische Züge trägt, sondern das ist für mich zwar ein ganz angenehm zu hörendes Werk, aber definitiv keine Sinfonie.

Heute hörte ich mal wieder mit großer Begeisterung Mjaskovskis 11. Sinfonie. Für mich hat diese Musik etwas mitreißendes. Ich denke was mir an dieser Musik sympathisch ist, ist die neoklassizistische Harmonik und Instrumentation, bei gleichzeitiger für mich gesunder klassisch romantischer Melodie und Motivbildung.

Ob du die Sinfoniebox mit Svetlanov dir zulegen willst, mußt du selber wissen. Ich habe sie mir damals zugelegt, als es die 16 CDs, alle mit knapp 80 Minuten randvoll bespielt, für unschlagbare 44 Euro gab. So billig ist es nicht mehr.

Allerdings gefällt mir nicht alles in dieser Sinfoniebox, so daß ich auch noch nicht zum vollständigen Durchhören gekommen bin. Die 1. Sinfonie ist ganz gut, die 2. gefiel mir weniger, die 3. wieder mehr, die 5. ist eine gute Sinfonie, die mir allerdings mit Downes besser gefällt, die 6. ist gut, die 7. ganz ausgezeichnet, die 8. im ganzen weniger gut, hat aber einen sehr schönen langsamen Satz, die 9. ist nicht schlecht, die 10. ist einsätzig und hat ist dabei fast avantgardistisch schwere Kost, die 11. Sinfonie gefällt mir wiegesagt ausgezeichnet, die 14. gefällt mir auch, die 19. ist ein eher leichtgewichtiges Werk für Blasorchester ( wohl irgendein Militärjubiläum und obwohl ganz nett zu hören, wohl doch nicht ganz ernst zu nehmen) , die 22. ist ein großartiges Werk, die 24. und 25. sind sehr gute Sinfonie, mit der 26. konnte ich wenig anfangen, die 27. ein schöner melancholischer Abgesang. Auch die Sinfonietten sind nicht schlecht.

Für mich hat sich die Box auf jeden Fall gelohnt; es ist sehr schöne Musik. Mir sagt diese Musik mehr zu als beispielsweise Martinu, von Bax oder Magnard mal ganz zu schweigen.

Übrigens ist auch das letzte seiner Streichquartette sehr schöne Musik. Und auf längere Sicht werde ich mir sicher noch mehr von Mjaskovski besorgen, so soll sein Cellokonzert sehr gut sein. Ich habe keine gute Aufnahme des Violinkonzerts.

Ich denke zwar, daß nicht alle Sinfonien gleich gut sind, manche sind uneben, manche sagen mir ( noch ) nichst. Aber in allen besseren Werken hat man das Gefühl unbedingter Substanz, die aus Melodik und Motivbildung entstehen. Von der Stimmung her sind sie oft melancholisch und heben sich vom stalinistischen optimistischen Fortschrittsgedröhn schon angenehm ab. Die Musik kann aber auch witzig sein wie etwa in der 11. Sinfonie, wo das kecke Schlußmotiv eines ebenso kecken Themas durch alle Register des Orchesters durchgereicht wird.

Für mich hat sich diese Box auf jeden Fall gelohnt und gäbe es nicht soviel andere großartige Musik, die mich auch beschäftigt ( wie in letzter Zeit viel Beethoven und Haydn) wäre ich in der Auseinandersetzung mit dieser Box auch schon weiter.

Gruß Martin
op111
Moderator
#50 erstellt: 19. Feb 2010, 09:13
#35

Martin2 schrieb:
Hallo Wolfgang,

es freut mich, daß Du an Mjaskovski Interesse zeigst. Er war sicher ein genialer und vielseitiger Komponist. Bei mir war es halt so, daß ich einige Sinfonien und andere Werke vor vielen Jahren bei Zweitausendeins erwarb ( Melodia auf Zyx). Dann war es für mich keine Frage, diese Box haben zu wollen.

Mjaskovski hat nur das Problem eben der Vielseitigkeit. Das heißt seine Sinfonien sind wirklich sehr verschieden. Seine 1. Sinfonie etwa zeigt eine Absorbtion der Spätromantik, die er auf eine angenehme Weise zeigt, ohne daß dies nun überwältigend genial zu nennen wäre, aber es ist trotzdem ein überzeugendes Werk. Nach der mir wenig sagenden 2. ist die 3. dagegen ein wirklich großer Wurf. Das ist keine Spätromantik mehr, sondern man hört hier deutlich den Einfluß von Skrjabin, besonders im fiebrigen 1. Teil, wobei diese Skrjabinsche Fiebrigkeit dann aber letzlich in einem geradezu mahlerschen Trauermarsch endet. Die 5. dagegen zeigt Mjaskovski wieder von einer ganz anderen Seite, was für mich allerdings nur bei dem Downes, zumindestens im 1. Satz heraus kommt, ein geradezu pastorales melodisches Strömen. Die 6. dagegen ist ein teilweise sehr dissonant klingendes Werk, daß im übrigen ungewöhnlicher Weise sehr monumental angelegt ist. Die 7. ist wieder völlig anders. Die Musik entwickelt sich hier über einem mystisch klingenden harmonischen Klangteppich, der mit Spätromantik wirklich gar nichts mehr zu tun hat. Die 9. ist wieder anders. Sehr melancholisch im ersten Satz, der mich fast an Elgars 3. Sinfonie erinnert. Auch ein sehr gutes Werk. Die einsätzige 10. wieder anders, sehr expressiv und wenig traditionell, wobei mich dies nicht völlig überzeugt. Die 11. wieder anders. In den Ecksätzen ein fetziger Neoklassizismus, im Mittelsatz melancholische Schönheit. Die 14. dagegen merkwürdig leichtgewichtig, trotzdem nett zu hören.

Was ich damit sagen will: Mjaskowsi ist gerade in den frühen Sinfonien zwar sehr gut, aber nicht wirklich zu greifen. Greifbar ist er vielleicht am ehesten in der Melancholie und dem Melos des Spätwerks ( 22., 24. 25. und 27.) Zwar ist auch hier nicht "alles gleich", aber der Komponist hat hier zu einem gewissen Individualstil gefunden. Es gehört für mich aber auch ein großes Talent dazu, dermaßen stilistisch vielfältig zu komponieren.

In jedem Fall: Auch wenn bei Mjaskovski ähnlich wie bei Prokoview und Schostakowitsch stalinscher Druck zu vermuten ist ( zu Lenins Zeiten war der Druck ja weit weniger groß, deshalb gibt es Werke wie Schostakowitschs 2. Sinfonie und auch Mjaskovski konnte sich hier fortschrittlicher zeigen) ist Mjaskovski auch im Spätwerk "bürgerliche Kunstmusik" und hat mit proletarischen Märschen wenig zu tun. Den Stalinpreis hat er jedenfalls nie bekommen, Schostakowitsch schon ( für das Lied der Wälder).

Er ist jedenfalls für mich ein genuiner Sinfoniker und absoluter Musiker, nur daß er nun so skrupulös wie Brahms war, kann man nicht erwarten, wenn man 27 Sinfonien schreibt. Gewisse Sinfonien wie die 14. und 19. haben dann allerdings dann wohl Sinfoniettaqualitäten.

Gruß Martin
op111
Moderator
#51 erstellt: 19. Feb 2010, 09:13
#36

WolfgangZ schrieb:
Hallo, Martin!

Es ist tatsächlich so, dass ich bei Miaskovsky aufgrund gewissen Halbwissens eher der Meinung war, der gehöre in die Reihe der nicht unbegabten sowjetischen Propagandisten. Schön zu lesen, dass die Situation differenzierter ist.

Ich bin kein ganz großer Schostakowitsch-Liebhaber, weiß aber die Bedeutung von Sinfonien wie der Vierten, der Achten oder der Fünfzehnten in ihrer abgrundtiefen Doppelbödigkeit zu schätzen, und ich mag, offen gestanden, auch die effektvolle, sicherlich weniger tiefschürfende Siebte oder die Zehnte. Bedingt durch die herbe biographische Situation des Sowjetrussen muss man halt auch Abstriche im Gesamtrepertoire machen. Wenn dies bei Miaskovsky ähnlich ist, so ist es kein Grund, der gegen den Komponisten spricht.

Wolfgang
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