Aktiver PA Sub rauscht und knistert

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THM81_
Neuling
#1 erstellt: 16. Nov 2025, 01:16
Moin.
Hab hier einen SB115A von Thomann stehen, der nach dem einschalten aus dem Lautsprecher rauscht und knistert/knackt.
Passiert unabhängig davon, ob eine Quelle angeschlossen ist oder nicht. Auch gibt es keine Veränderung durch drehen der Potis.
Hab das Verstärkermodul ausgebaut und bin der Meinung, dass eventuell einer der vier großen Elkos (10000uf/50V) leicht gewölbt ist.
Frage an die Fachleute: kann ein solcher Elko, wenn er defekt ist, den genannten Fehler verursachen oder muss ich da an anderer Stelle suchen?

Danke und beste Grüße

Tobi
PBienlein
Inventar
#2 erstellt: 16. Nov 2025, 08:52
Hallo Tobi,

möglich ist alles - auch ein defekter Siebelko. Ich würde aber zunächst nach schlechten Lötstellen an thermisch stark belasteten Bauteilen suchen (große Widerstände ab 3 Watt, Transistoren ab TO-220 Gehäuse, etc). Auch (durch Kleber - falls vorhanden) abkorrodierte oder sonstwie beschädigte Bauteilbeinchen können Knacken und Knistern auslösen.

Gruß
PBienlein
THM81_
Neuling
#3 erstellt: 16. Nov 2025, 11:46
Danke für die Rückmeldung.
An eine schwache Lötstelle hatte ich auch gedacht.
Allerdings muss ich die Platine erstmal vom Kühlkörper lösen, damit ich da besser ran komme.
Dann würde ich sie einfach einmal nachlöten und schauen, ob das was ändert.
Falls nicht, wäre als nächstes dann doch der Tausch der Elkos dran.
Oder gibt's noch bessere Ideen, wie ich weiter vorgehen kann?
Ich muss aber zugeben, dass ich in Hinsicht auf "durchmessen" nicht so bewandert bin und meine (technischen) Möglichkeiten da auch eher begrenzt sind.
CarlM.
Inventar
#4 erstellt: 16. Nov 2025, 11:56
Wie PBienlein schreibt ... Siebelkos sind möglich - aber wenig wahrscheinlich. Du könntest die oberen Plastikdeckel der Siebelkos vorsichtig entfernen und dann den eigenlichen Deckel hinsichtlich einer Wölbung prüfen. Nach meiner Erfahrung sind die Plastikdeckel dieser Elkos (= dieses Herstellers) häufig gewölbt.

Auf Bilder von Platinen anderer SB115A , die ich im Netz gefunden haben sind hingegen die von PBienliein genannten Klebereste und kalten Lötstellen erkennbar.
THM81_
Neuling
#5 erstellt: 16. Nov 2025, 15:23
Okay, dann kann einmal nachlöten ja grundsätzlich erstmal nicht schaden.
Die Verarbeitungsqualität und die verwendeten Bauteile sind natürlich auch nicht zwingend von besonderer Qualität, also mal sehen, was da auszutauschen wäre. Solange die Teile funktionieren, stellt sich die Frage ja nicht, aber wenn ohnehin schon alles auseinander ist.
Im Zweifel habe ich ja noch einen zweiten davon, der funktioniert ohne Geräusche (außer man reißt den voll auf, dann rauscht der natürlich auch leicht).
Da könnte ich sonst auch Vergleichswerte messen, falls notwendig.
THM81_
Neuling
#6 erstellt: 17. Nov 2025, 21:52
So, einmal komplett von unten nachgelötet bringt keine Veränderung.
Eine interessante Sache ist mir noch aufgefallen:
Ich hab seitlich gegen den Kühlkörper geklopft, daraufhin gab es ein Geräusch aus dem Lautsprecher.
War zunächst mehrfach reproduzierbar, dann plötzlich nicht mehr.
Welches Bauteil könnte auf dieses Klopfen reagiert haben?
THM81_
Neuling
#7 erstellt: 17. Nov 2025, 22:06
Ich hab das Grundproblem übrigens mal aufgenommen und bei limewire hochgeladen.
Hier ist der Link dazu:
https://limewire.com/d/KfK1Q#SQtZTFbnSz
THM81_
Neuling
#8 erstellt: 18. Nov 2025, 00:22
Das Knistern und Knacken wird übrigens zunehmend zum Knallen.
Vielleicht hat ja jemand einen gezielten Verdacht.
Einzelne Bauteile tauschen wäre ja nicht das Problem, die Fehlersuche hingegen schon...
PBienlein
Inventar
#9 erstellt: 18. Nov 2025, 08:11
Nun, so aus der Ferne ist ja ohnehin alles Spekulation. Großflächiges Nachlöten versuche ich persönlich immer zu vermeiden, weil man sich dabei auch schnell mal eine ungewollte Lötbrücke einhandeln kann, die später zu anderen Problemen führt und nicht immer leicht zu finden ist.

Ich hatte es weiter oben schon einmal erwähnt: es gibt immer wieder abgegammelte oder abgerissene Beinchen an (Leistungs-) Transistoren. Das sieht man auf den ersten Blick nicht und ein Nachlöten schafft logischerweise keine Abhilfe. Wenn nun am Kühlkörper das Knacken provoziert werden kann, so liegt nahe, dass der Fehler dort zu suchen sein könnte. Aber auch alle anderen Bauteile mit einer großen Masse (große Widerstände, große Spulen bzw. Induktivitäten, große Elkos, usw.) könnten hierdurch in Schwingung versetzt werden. Die großen Siebelkos wären damit also noch nicht raus. Hast Du mal wie von Carl vorgeschlagen, die Plastikdeckel abgenommen?

Aber selbst wenn die Dächer der Elkos intakt sein sollten, so können sie trotzdem defekt sein. Ich hatte gerade einen solchen Fall, bei dem auf den ersten Blick alle Siebelkos in einer Subwooferendstufe optisch einwandfrei erschienen. Beim Auslöten zeigte sich dann, dass ein Beinchen bereits vom ausgetretenen Elektrolyt im Elko abkorrodiert war. Möglicherweise schadet es nicht, die Elkos einmal auszubauen und zu untersuchen. Aber ACHTUNG! Elkos zuvor unbedingt entladen oder zumindest vorher messen, ob sie noch Ladung (Spannung) haben!

Gruß
PBienlein


[Beitrag von PBienlein am 18. Nov 2025, 08:16 bearbeitet]
THM81_
Neuling
#10 erstellt: 18. Nov 2025, 19:26
Beim Löten bin ich durchaus penibel. In der Regel bastel ich an alten Rechnern und Konsolen, da sind die Leiterbahnen und Kontaktierungen feiner als an dem Teil hier.
Die Deckel der Elkos hab ich (noch) nicht abgenommen, wollte erstmal den Lötkram durch haben.
Was mich jedoch jetzt irritiert, ist die Tatsache, dass sich die Symptomatik leicht verändert hat. Aus dem Knistern ist ja nun vermehrt ein Knallen geworden. Hier mal die Aufnahme dazu:

https://limewire.com/d/AjtK5#eLxL60TNeS

Nun äußere ich mal eine Laienhafte Idee:
Das Knistern waren Übersrünge bei einer bestimmten Ladung der Elkos. Durch die Erwärmung beim Nachlöten hat sich der Punkt der notwendigen Ladung, die für den Übersprung notwendig ist, verschoben, also ist die Ladung nun höher und es knallt jetzt und knistert nicht mehr.
Vielleicht nur eine wilde Theorie? Ich werde in jedem Fall die Tage mal her gehen und die Elkos rausnehmen.
Gibt es eine Möglichkeit diese zu testen, ohne ein Messgerät, was das explizit kann?
CarlM.
Inventar
#11 erstellt: 18. Nov 2025, 19:43
Selbst wenn es plausibel ist, hilft es nicht wirklich weiter, weil sich damit der Fehler nicht präziser verorten lässt und eine (sinnvolle) Vermutung keinen Beweis darstellt. Das veränderte Fehlerbild deutet auf ein Kontaktproblem hin, das durch jedes Hantieren an Platinen beeinflussbar ist. Ich habe auch das Gegenteil Deines Phänomens gehabt: nach Öffnen und Schließen des Gehäuses und ein wenig Drücken an Bauteilen war der Fehler weg ...

Am Ende hilft nur planvolles Vorgehen.
- Prüfen der Anschlussdrähte bei allen Bauteilen - insbesondere bei denen, die Hitzestress ausgesetzt sind.
- Prüfen bestimmter Elkos, was neben der Sichtkontrolle ein Auslöten und Messen erforderlich machen kann.

Falls Bondig-Probleme im Inneren von Bauteilen wie IC und Transistoren ursächlich sein sollten, kann auch Warmluft oder Kältespray nützlich sein.
Messungen des DC-Offset bei Volume 0 an den Lautsprecheranschlüssen kann auch Hinweise geben.
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