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Onkyo A-9555: unregelmäßiges Knistern/Kratzen am linken Kanal+A -A |
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Timm67
Neuling |
#1
erstellt: 24. Dez 2025, 03:20
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Hallo zusammen, seit Kurzem bemerke ich unregelmäßig auftretende Knister- und Kratzgeräusche am linken Lautsprecher, die jeweils nur wenige Sekunden andauern. Mal ist das Geräusch mehrfach innerhalb einer Minute zu hören, manchmal verschwindet es auch für mehrere Minuten. Das Geräusch ist leise und hat immer die gleiche Lautstärke – unabhängig davon, ob ein Signal anliegt und welche Lautstärke oder Eingangsquelle am Verstärker gewählt wurde. Es tritt auch auf, wenn ich den Verstärker über die Mute-Taste an der Fernbedienung stummschalte. Ich habe die Lautsprecherverkabelung am Verstärker von links nach rechts und vom Anschluss „Speaker A” zu „Speaker B” getauscht. Danach trat das Geräusch am rechten Lautsprecher auf. Somit konnte ich das Kabel als Ursache ausschließen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der linke Kanal des Verstärkers das Geräusch verursachen muss. Das betroffene Gerät ist ein rund 15 Jahre alter, digitaler Vollverstärker Onkyo A-9555. Dieser verursachte im Betrieb nur eine geringe Abwärme, so dass ich ihn mit einem Staubschutz betrieben habe. Das Gerät ist also so gut wie gar nicht verstaubt. Allerdings waren auch die Lüftungsschlitze abgedeckt. Ich höre überwiegend mit mittler Lautstärke, selten laut und nie ganz laut. Der Verstärker hat eine Schutzschaltung bei thermischer Überlastung, diese hat bei mir noch nie ausgelöst, bei einem Kumpel, der damit noch größere Lautsprecher als ich betreibt, ist das schon mehrfach passiert. Keine Ahnung, ob diese Information wichtig ist. Ich denke, dass durch meine Beobachtungen viele Fehlerquellen bereits ausgeschlossen werden können. Meine Frage an die Experten: Welches Bauteil könnte das Störgeräusch verursachen? Danke schon mal im Voraus! |
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Rabia_sorda
Inventar |
#2
erstellt: 24. Dez 2025, 12:07
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Moin, Dieser Class-D Verstärker besitzt einige SMD-Bauteile und auch in der Endstufen-Sektion wurden "heiße" Bauteile eng aneinander verbaut. Zudem gibt es hier einen µ-Prozessor, der wahrscheinlich sämtliche Ton-Signale verarbeitet und evtl. auch weitere Regelungen/Steuerungen übernimmt. Hier kann eine Fehlersuche also verzwickt werden und definitiv auch keinen Spaß machen. Endverstärker Netzteil + Signalaufbereitung Unterseite EndstufenbereichDer µP wird womöglich voll digital arbeiten und ein Kratzen kann dann nicht von oxidierten Volume-/Klangreglern stammen. Der Signalwahlschalter wird es daher auch nicht sein können und ein LS-Schutzrelais gibt es ja auch nicht. Das weiße, kleine Relais sollte für die Muting-Funktion sein. Nun .... durch die eng aneinander verbauten Endstufenbauteile könnten dort brüchige Lötstellen verursacht worden sein. Denkbar wären auch trockene Elkos in den heißen Bereichen. Leider ist auch ein Halbleiter-Defekt denkbar. ABER: So ein geringes Kratzen (Immer gleich laut) kenne ich auch von DIY-Chinamodulen mit Class-D. Hier ist es oftmals eine schlecht gefilterte Spannungsversorgung zu zuschreiben. Daher muss ich da oftmals noch mit Spulen und Elkos gegenwirken. Evtl. kann dein Fehler daher auch aus dem Netzteil stammen, wo evtl. irgendwelche Bauteile schon schlapp machen (Elkos). Möglich sind aber auch elektromagnetische Störstrahlungen die in die Lautsprecher / Lautsprecherkabel einstrahlen. Es handelt sich ja hier um ein Class-D Verstärker und dieser kann da auch allergisch drauf reagieren. |
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CarlM.
Inventar |
#3
erstellt: 24. Dez 2025, 12:35
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"Allerdings waren auch die Lüftungsschlitze abgedeckt. Ich höre überwiegend mit mittler Lautstärke, selten laut und nie ganz laut. Der Verstärker hat eine Schutzschaltung bei thermischer Überlastung, diese hat bei mir noch nie ausgelöst, ..." Das sollte man nie tun. Die thermische Schutzschaltung misst ja nur die Temperatur der Endstufenhalbleiter. Bei unzureichender Gehäuseentlüftung können aber auch andere Komponenten überhitzen oder heiss werden. Dies beschleunigt die Alterung von Bauteilen und das Entstehen schlechter Lötstellen. |
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Timm67
Neuling |
#4
erstellt: 24. Dez 2025, 15:54
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Danke, Rabia, für deine ausführliche Antwort und die verschiedenen Hinweise. Ich werde das im neuen Jahr mit meinem Löt-Spezi besprechen. Ich hatte schon befürchtet, dass es die unterschiedlichsten Ursachen dafür geben kann. Ja, Carl, das war wohl nicht meine cleverste Idee. Der Verstärker steht unter einem Möbelstück auf einem Rollbrett sehr nah am Boden und bekommt dort leider viel Staub ab. Darum habe ich ihn mit dünnem Baumwollstoff abgedeckt. Es wäre schade, wenn ich damit seine Lebensdauer reduziert hätte. |
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Timm67
Neuling |
#5
erstellt: 20. Mai 2026, 21:52
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Hallo zusammen, noch mal vielen Dank für eure Tipps und Rückmeldungen damals! Die Suche nach der kalten Lötstelle und die Reparatur hätten sich wirtschaftlich leider überhaupt nicht mehr gelohnt. Zum Glück habe ich dasselbe Gerät auf dem Gebrauchtmarkt noch einmal im gutem Zustand gefunden und bin jetzt wieder genau so glücklich wie zuvor. |
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Rabia_sorda
Inventar |
#6
erstellt: 20. Mai 2026, 22:00
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Ich hätte es aber definitiv Mal mit einer Erneuerung der Elkos im Netzteilbereich versucht. Aber man könnte es ja noch nachholen |
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Timm67
Neuling |
#7
erstellt: 21. Mai 2026, 01:11
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Ich war mit dem Gerät beim Fachmann. Er vermutet den Fehler auf der Platine und meinte, er müsse das Gerät komplett demontieren, um das prüfen zu können. Das mögliche finanzielle Risiko wollte ich nicht eingehen. Für seinen Aufwand hat er nur 20 € genommen, das fand ich fair. Er sagte mir dann noch: Bevor ich den Verstärker wegschmeiße, soll ich einfach noch mal reinbringen. |
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Poetry2me
Inventar |
#8
erstellt: 22. Mai 2026, 06:58
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Solche spontan entstehenden Geräusche deuten i.d.R. auf eine Schädigung bei einem der Kleinsignal-Transistoren in den ersten beiden, rein analogen, Eingangsstufe (hier im linken) Endverstärker hin. Diese Stufen sind im Schaltplan in "Spalte" B und C (oberer Teil) zu finden. ![]() ![]() Diese Bauteile sind - nach der Geräteinformation von Rabia_sorda - wahrscheinlich in SMD-Technik auf der Lötseite zu finden. Zumindest die Bauteilekosten wären dann im einstelligen Euro-Bereich. - Johannes |
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Poetry2me
Inventar |
#9
erstellt: 22. Mai 2026, 07:24
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So sieht der Eingangsdifferenzverstärker aus (bipolarer Doppeltransistor Q401 im SMD-Gehäuse): https://www.mouser.d...Fhd4CaA81ZEPaA%3D%3D |
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Poetry2me
Inventar |
#10
erstellt: Heute, 09:08
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Hoffentlich haben meine Hinweise etwas gebracht? Ich kann auch falsch liegen.
Das Wort digital sollte man bei dieser Art von Geräten in Anführungszeichen setzen. Streng genommen ist die Verstärkerschaltung nämlich komplett analog. Ein besseres Wort wäre "Schaltverstärker". Wie kommt das? In der Stromverstärkung der Endstufen wird Pulsweiten-Modulation eingesetzt, die immer zwischen zwei festen (Rail-)Spannungen hin und her schaltet ("Puls") und dabei die Dauer ("Weite") des Pulses je nach Signal verändert. Es ergibt sich ein sehr "rechteckiges" Signal. Bevor dieses zum Lautsprecher geht, müssen die Impulse wieder aufsummiert und geglättet werden, mathematisch gesehen "integriert", damit sich wieder ein Musiksignal ergibt. Dieser letzte Schritt am Ausgang wird in der Regel mit Spulen und Kondensatoren erledigt, welche erhebliche Ströme bzw. Ladungsmengen handhaben müssen. Auch hier liegen typische Verschleißkandidaten. - Johannes |
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