Yamaha CA-V2 Verstärker Reparatur

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rogerberglen
Neuling
#1 erstellt: 17. Jan 2026, 15:50
Hallo Zusammen,
habe schon Länger keine Probleme mehr gehabt. Aber jetzt habe ich einen Yamaha CA-V2 hier, der etwas Probleme macht.
Habe im Netz mir auch schon das Service-Manual dazu heruntergeladen.
Das Problem, der Verstärker spielt eigentlich ganz gut, dann plötzlich Knarzen und Knacksen im Ton zu hören und dann löst die Schutzschaltung für die Lautsprecher aus.
Jetzt habe ich den mal aufgeschraubt und alle Kondensatoren der Endstufe getauscht.
Auf der Platine gibt es Messpunkte (TP1 und TP3 bzw.TP4 und TP2).
Alle Messungen wurden ohne ein Eingangssignal vorgenommen.
Der Ruhestrom wird laut Manual an TP1; TP3 und TP4; TP2 gemessen. Laut Manual 10mV +/- 0,3mV. Das hat eigentlich auch gepasst und ist Konstant nach ca. 6 Minuten Betriebsdauer.
Das Mid-Point Potential Adjustment wird zwischen E; TP1 und E; TP2 gemessen und sollte 0 +/- 50mV sein. Da kann man auch Nichts einstellen!
Am linken Kanal E; P1 messe ich ca. 3 mV ein bischen schwankend.
Am rechten Kanal E;P2 messe ich ca.,22 mV ein bischen schwankend. Irgendwann aber fängt das Ganze an stark zu schwanken (22 mV bis hinauf zu 1 V und -0,8 V), dann löst auch die Schutzschaltung aus. Dann beruhigt sich das Ganze aber wieder auf ca. 22 mV. Irgendwann dann fängt das Ganze wieder an zu schwanken und beruhigt sich wieder.
An den Kondensatoren kann es nicht mehr liegen, da ich alle getauscht habe.
Hat Jemand eine Idee woran es noch liegen könnte?


[Beitrag von rogerberglen am 17. Jan 2026, 15:58 bearbeitet]
CarlM.
Inventar
#2 erstellt: 17. Jan 2026, 16:58
Falls Du einen Oszi besitzt, solltest Du gucken, ob der betreffende Kanal schwingt.

Fragen:
Lötstellen hast sicherlich schon geprüft (?)
Alle Kondensatoren meint präzise "alle Kondensatoren" und nicht nur Elkos (?).

Das Fehlerbild lässt entweder auf thermische Effekte schließen. Möglichkeiten:
- defekte Lötstellen
- Bonding-Problem (Anschlussdraht im Inneren eines Bauteils wie z.B. Transistor)
- nicht zuverlässig arbeitender Halbleiter ... ist der Transistor zur Temperaturkompensation TR415/416 korrekt montiert?
- defekte Sicherungswiderstände (sind mit FR bezeichnet z.B. FR401 ggf. gegen Metallfilm-Typen ersetzen)

Fehler beim DC-Offset liegen häufig bereits an der Differenzverstärkung. Bei defekten Eingangselkos kann sogar die vorgelagerte Schaltung Probleme bereiten.

Eventuell mit Kältespray auf die Suche gehen.
rogerberglen
Neuling
#3 erstellt: 17. Jan 2026, 17:08
Es wurden nur die Elkos getauscht und bisher auch nur von den Endstufen. Vom Vorverstärker wurden diese noch nicht getauscht. Einen Oszi habe ich. Habe nur den Verstärker damit noch nicht überprüft.
Bevor die Elkos getauscht wurden hat das Ganze noch vilel Öfters und schlimmer geschwankt. Da hat er Lautsprecherschutz alle 10 Sekunden aus und wieder angeschaltet.
Lötstellen wurden vor längerer Zeit schonmal alle nachgelötet.
Die beiden Transistoren für die Temperaturkompensation sind korrekt montiert. Klammern sitzen fest und Wärmeleitpaste wurde erneuert.
Sicherheitswiderstände wurden gemessen. Diese sind alle in Ordnung


[Beitrag von rogerberglen am 17. Jan 2026, 17:10 bearbeitet]
DB
Inventar
#4 erstellt: 18. Jan 2026, 10:01
Hallo,

bitte auch daran denken, daß verbleit gelötete Geräte auch wieder mit bleihaltigem Lötzinn nachgelötet werden. Anderes begünstigt das Entstehen kalter Lötstellen.

MfG
DB
Poetry2me
Inventar
#5 erstellt: Gestern, 07:53
Die Beschreibung deutet für mich auf einen Defekt an oder in einem Eingangstransistor des rechten Kanals hin.
Das wären TR406, TR408 (Eingangstransistoren) und TR410, TR412 (Stromspiegel in der Eingangsstufe)

Kleinsignal-Transistoren in solchen Schaltungen entwickeln gerne mal spontan wechselhaft entstehende Instabilität, wobei Temperaturveränderungen (Materialausdehnung) das Verhalten beeinflussen.
Mechanische Reize (Klopfen, Zerren) beeinflussen das ebenfalls, wenn auch nicht immer.

Ich würde mir je 10 oder gleich 100 Stück KSA992 (PNP) und KSC1845 (NPN) von ONsemi besorgen und die genannten Transistoren unbesehen ersetzen. Es sind universell einsetzbare Typen, die hervorragende Parameter haben (spannungsfest, rauscharm, etc.). Dabei sollten die neuen Transistoren UNBEDINGT aus aktueller Produktion stammen, was man in der Praxis nur bei den amerikanischen Versendern Mouser, Digikey oder Farnell garantieren kann. Diese kaufen direkt in USA vom Hersteller ein und versenden von dort aus direkt via FedEx oder UPS nach Europa. Ebay und deutsche Versender liefern leider häufig Fake und man kann es meist nicht von außen erkennen. Angenehmerweise ist die Gleichheit der Parameter einer modernen Produktions-Charge heute deutlich besser als vor 40 Jahren, was paarweises Selektieren i.d.R. unnötig macht.


- Johannes


[Beitrag von Poetry2me am 23. Jan 2026, 07:59 bearbeitet]
Valenzband
Inventar
#6 erstellt: Gestern, 15:35

rogerberglen (Beitrag #3) schrieb:
Es wurden nur die Elkos getauscht und bisher auch nur von den Endstufen. Vom Vorverstärker wurden diese noch nicht getauscht. Einen Oszi habe ich. Habe nur den Verstärker damit noch nicht überprüft.
Bevor die Elkos getauscht wurden hat das Ganze noch vilel Öfters und schlimmer geschwankt. Da hat er Lautsprecherschutz alle 10 Sekunden aus und wieder angeschaltet.

Tausche erst einmal noch die Elkos in der Vorstufe, sind ja nur eine Handvoll. Alle Stufen sind hier so niederfrequent gekoppelt, dass sie bei defekten Elkos solche Schwankungen verursachen können. Der Lautstärkeregler sitzt leider am Eingang, so dass er keinen Einfluss auf das Geschehen hat und daher ein Test bei "Null" keine verwertbare Auskunft geben kann.
Deine Beobachtung, dass die Schwankungen nach Teilerneuerung bereits "besser" geworden sind deutet auf defekte Elkos hin. Statistisch betrachtet sind die Elko-Kollegen wegen Alters sehr ähnlich betroffen.

Manchmal sind auch die inneren Schleifkontakte der Bias Trimmer so stark oxidiert, dass sie sehr unzuverlässig werden und dann zeitweise hohe bis "letale" Ruheströme hervorrufen.
Nach Verstellen kann sich der Kontakt verbessern, evtl. ist das auch hier so geschehen und der Schein trügt noch weiter. Diese Trimmer sollte man im Zweifel erneuern und vor der ersten Inbetriebnahme auf minimalen R einstellen.
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