Oszillin & andere Mittel

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hififriek
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 16. Sep 2014, 17:09
Hallo zusammen,

über die Wirkung von Oszillin und anderen Sprays wurde ja in diesem Forum bereits ausgiebig diskutiert. Was mich interessieren würde, wäre die Wirkung im Zusammenhang mit anderen Mitteln.

Im konkreten Falle habe ich einen Verstärker bei dem ich nicht weiss, die Potis bereits mal mit irgendeinem Mittel behandelt wurden. Hätte es irgendwelche langzeitig negativen Auswirkungen wenn ich jetzt einfach "blind" mit Oszillin an die Potis herangehe?
Janus525
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 16. Sep 2014, 17:27
Nach meiner Einschätzung nicht. Mit Oszillin wasche ich praktisch alle Potis, Schalter u.ä. (mit untergelegtem, saugfähigen Papier) regelrecht aus. Also einsprühen..., betätigen..., nochmal einsprühen..., einwirken lassen..., intensiv betätigen und ausspülen. Bisher hat das immer gut geklappt, egal welche Pampe da jemand vorher verwendet hat. Manchmal fasst man sich sowieso an den Kopf, was manche Leute in ihre Geräte so reinsprühen. Bei den Fotos mit den Potis und dem Quellenumschalter scheint jemand Ballistol verwendet zu haben, das wird mit der Zeit so ´ne Art fettige Seife. Aber mit Oszillin ließ sich bisher praktisch alles wieder in Ordnung bringen. Natürlich nicht mehr, wenn mechanische Beschädigungen vorliegen, dann muss man halt ausbauen, zerlegen und ggf. erneuern. Bei Messgeräten (im Bild ein Signalgenerator) nehme ich übrigens auch Oszillin und habe bislang noch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht.

Marantz 2238B-a ----- Marantz-2-Fett ----- Potis ----- SG-2

Quellenumschalter ----- Quellenumschalter-B


[Beitrag von Janus525 am 16. Sep 2014, 17:36 bearbeitet]
hififriek
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 18. Sep 2014, 18:08
Wow. Danke für Deine ausführliche Antwort und die Bilder. Trägst Du beim öffnen der Geräte so eine Manschette gegen elektrische Entladung? Die Frage ist Ernst gemeint.
Janus525
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 18. Sep 2014, 18:35
Hallo,

wenn ein Gerät schon so alt ist, dass Potis und Schalter kratzen und spratzeln..., und wenn da schon jemand irgendwas reingesprüht hat..., welche hochempfindlichen IC´s befürchtest Du denn ohne ESD - Maßnahmen zu zerstören...? Ich habe mich bei älteren Verstärkern darum noch nie gekümmert, und es ist auch noch nie etwas kaputt gegangen. Schau mal unten, da habe ich einen Accuphase komplett überholt, Lötstellen nachgelötet, sämtliche Steckverbindungen abgezogen und mit T6 gereinigt, alle Schalter und Regler gesprüht, den Ruhestrom neu eingestellt, der läuft ganz hervorragend obwohl er schon etliche Jahre auf dem Buckel hat. Oder daneben der Vorverstärker von Audio Exklusiv, auch ohne irgendwelche ESD - Schutzvorkehrungen völlig zerlegt.

Welcher Verstärker ist es denn den Du mir T6 behandeln willst...? Hast Du mal ein Foto vom Inneren, damit man sehen kann wie das aussieht, ob man an die Schalter und Potis überall gut rankommt und was Du - wenn das Gerät sowieso einmal offen ist - an Steckverbindungen gleich mitreinigen könntest...?


Acc-2 ----- Bastelecke-6 ----- AE-1 ----- AE-3
hififriek
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 20. Sep 2014, 19:58
Hallo Janus,

anbei meine Bilder. Es gibt ein Element das scheinbar etwas lose ist (roter Kreis). Ansonsten ist der Amp sehr sauber. Wie wartet man die Regler (Bass & Treble) die leicht von Stufe zu Stufe einrasten?

Yamaha CA-710Yamaha CA-710Yamaha CA-710
Janus525
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 20. Sep 2014, 22:18
[quote="hififriek (Beitrag #5)"]Hallo Janus,

anbei meine Bilder. Es gibt ein Element das scheinbar etwas lose ist (roter Kreis). Ansonsten ist der Amp sehr sauber. Wie wartet man die Regler (Bass & Treble) die leicht von Stufe zu Stufe einrasten?


Hi,

von dem "losen" Teil lässt Du bitte schön die Finger weg. Das scheint ein Kühlkörper zu sein, der von der Rückseite auf einen Transistor geschnallt ist. Gehalten wird das Ganze vermutlich nur (noch) durch die drei Beinchen, die durch die Printplatte gehen und von unten verlötet sind. Wenn Du da viel dran herumbiegst könnten die Beinchen brechen. Falls Du von unten auf den Print schauen kannst siehst Du vielleicht auch zwei durchgesteckte Beinchen des Kühlkörpers, die Du evtl. etwas nachbiegen kannst damit er wieder fest sitzt.

Die Stufenregler reinigt man genauso wie normale Potis. Worauf Du achten solltest ist, dass kein Spray großartig in die Gegend gesprüht wird. Dadurch passiert zwar nichts, ist aber nicht nötig. Mein Vorschlag wäre das Gerät auf die Rückseite zu stellen, indem Du links und Rechts am Rand eine Holzleite oder Ähnliches unterlegst, so können die Buchsen und Lautsprecheranschlüsse frei in der Luft hängen und kommen nirgendwo dran. Der Vorteil dieser Aufstellung besteht darin, dass Flüssigkeit, die aus Schaltern und Reglern tropfen könnte, nicht ins Gerät läuft, sondern Richtung Rückwand fällt. Auf die Rückwand legst Du von innen einige Lagen zusammengefaltetes Küchenpapier..., nur für den Fall dass was runterläuft.

Dann faltest Du einzelne Blätter aus Küchenpapier zusammen und drapierst sie so gut es geht rund um den jeweiligen Regler oder Schalter herum den Du einsprühen möchtest. Irgendwo haben die Gehäuse der Regler und Schalter meist kleine Schlitze. Dort setzt Du das Sprühröhrchen fest auf und sprühst nur [b]ganz kurz[/b]. Normalerweise kommt der Sprühnebel aus mehreren Öffnungen oder Undichtigkeiten nach mehreren Richtungen heraus, wird aber vom umgebenden Küchenpapier aufgefangen und aufgesogen. Das Küchenpapier drückst Du noch etwa 10 Sekunden um den Schalter herum leicht an, damit das Meiste wieder rausfließen kann ohne irgendwo hin zu tropfen.

Dann betätigst Du den eingesprühten Regler ein paarmal in allen Richtungen, sprühst nochmal kurz rein und wartest wieder bis nichts mehr tropft.

Und so gehst Du von Schalter zu Schalter, von Regler zu Regler vor. Dann lässt Du das Sprühmittel etwa 10-15 Minuten einwirken. Danach drehst oder drückst Du alle Schalter und Regler ruhig 20 oder 30 Mal mal zügig in alle Richtungen.

Nun kommt das Ausspülen. Du legst um jedes eingesprühte Teil wieder genügen Küchenpapier, nur diesmal sprühst Du etwas länger, so etwa 1 Sekunde lang, so dass das Mittel überall rausspritzt und herausläuft. Wenn alles abgetropft oder aufgesogen ist nimmst Du Dir den nächsten Regler vor usw. Wenn Du mit allem fertig bist, lass das Gerät ruhig über Nacht offen so stehen, damit alles in Ruhe nachtrocknen kann. Falls über Nacht wirklich noch was tropft, dann eben auf das Küchenpapier das die Rückwand bedeckt.

Wenn Du Dein Gerät danach wieder in Betrieb nimmst gibt es kein Knistern, kein Knacken, kein Grispeln oder sonstwas mehr, wenn Du die Schalter und Regler betätigst..., es sei denn es wäre etwas defekt.

Alles verstanden...? Okay..., dann viel Erfolg...! Falls Du noch Fragen hast frage ruhig. Und bitte nicht hetzen sondern schön ruhig und konzentriert arbeiten. Normalerweise hast Du danach für viele Jahre Ruhe...


[Beitrag von Janus525 am 20. Sep 2014, 22:23 bearbeitet]
hififriek
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 21. Sep 2014, 09:09
Hallo Janus,

Besten Dank für Deine ausführliche Beschreibung. Hat alles reibungslos funtioniert. Mir ist jetzt nach den Zusammenbau und nach der anschliessenden Inbetriebnahme folgendes aufgefallen. Der Verstärkter summt leicht nach dem anschalten. Ich kann mich nicht erinnern das dass voher der Fall war (?).
Janus525
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 21. Sep 2014, 11:06

hififriek (Beitrag #7) schrieb:
Hallo Janus,

Besten Dank für Deine ausführliche Beschreibung. Hat alles reibungslos funtioniert. Mir ist jetzt nach den Zusammenbau und nach der anschliessenden Inbetriebnahme folgendes aufgefallen. Der Verstärkter summt leicht nach dem anschalten. Ich kann mich nicht erinnern das dass voher der Fall war (?).


Guten Morgen,

prima, dann sind Deine Kontakte ja wieder sauber...

Leises Summen: Summt der Verstärker aus den Lautsprechern, wenn Du mit dem Ohr dicht an die Membranen gehst...? Oder summt der Verstärker mechanisch, wenn Du also mit dem Ohr Dicht an das Gehäuse gehst...? Das sind zwei ganz unterschiedliche Effekte mit ganz unterschiedlichen Ursachen. Welches von beidem trifft zu...?
hififriek
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 21. Sep 2014, 12:00
Das Summen kommt aus dem Verstärker und meiner Meinung war das vorher nicht da.
Janus525
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 21. Sep 2014, 12:49
Dann handelt es sich um das Brummen Deines Netztrafos, also um diesen großen schwarzen Klotz links hinten in der Ecke mit der Kupferfolie darauf. Durch das aufrechte Hinstellen des Gerätes könnte es sein, dass Du jetzt ein leises Brummen hörst, das vorher nicht da war. Der Grund ist vermutlich, dass die Schrauben, mit denen der Trafo festgeschraubt ist, minimal locker sind. Das ist aber nie aufgefallen, weil der Trafo durch sein Eigengewicht fester gegen den Untergrund gedrückt wurde, und nun nicht mehr ganz so fest sitzt. Du kannst mal Folgendes ausprobieren:

1. Das offene Gerät anzuschließen und mit einem Holzstab oder Kunststoffstab (Leiste, Brettchen, Kochlöffel oder sowas) im Betrieb senkrecht von oben auf den Trafo zu drücken und zu hören, ob das Summen dadurch leiser wird oder ganz verschwindet. Aber Vorsicht bitte, das Gerät steht ja unter Strom. Die linke Hand steckst du zur Sicherheit in die Hosentasche und fasst damit KEINESFALLS das Gerät an während Du das ausprobierst.

2. Die vier silbernen Befestigungsschrauben, mit denen der Trafo auf den Untergrund geschraubt ist, vorsichtig nachzuziehen, vielleicht ist es dann schon weg. Aber das bitte bei GEZOGENEM NETZSTECKER. Auf der Rückseite könnten sich Muttern befinden die Du evtl. von der Rückseite festhalten müsstest damit sie sich nicht mitdrehen.

3. Die horizontalen Schrauben, mit denen die Trafobleche zusammen gehalten werden, kannst Du ebenfalls vorsichtig nachzuziehen.

4. Den Netzstecker einmal herumzudrehen, ihn also anders herum einzustecken und hören was passiert.

Probier das erstmal aus, dann sehen wir weiter, okay...
hififriek
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 21. Sep 2014, 13:21
Hallo,

alles erledigt. Leider keine Veränderung. Was nun? Ich verstehe nicht wo das so plötzlich herkommt


[Beitrag von hififriek am 21. Sep 2014, 13:21 bearbeitet]
Janus525
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 21. Sep 2014, 15:54
Das ist von hier aus schwer zu beantworten. Die mechanischen "Bewegungen" des Trafos sind ganz sicher dieselben wie vorher, die kannst Du durch das Einsprühen der Potis unmöglich verändert haben. Und wenn der Trafo fest angeschraubt ist dürfte es daher auch nicht resultieren, da es sich ja um mechanische Vibrationen handelt.

Kann es sein dass Dir das Brummen vorher nicht aufgefallen ist, weil Du nicht so genau hingehört hast wie nach der Reinigung der Potis, und dir das vorher nur nicht bewusst geworden ist...? Mehr oder weniger brummen ja alle Netztrafos in Abhängigkeit von der Tageszeit, von der Einsteckrichtung des Steckers, davon welche anderen Geräte in der Wohnung gerade noch mitlaufen.

Oder erstmal anders gefragt: Aus welcher Entfernung kannst Du das Brummen bei geschlossenem Gehäuse denn hören...? Wie nah musst Du mit dem Ohr an den Verstärker ran...? Sollte es wirklich lauter geworden sein und damit stören, könntest Du im Reparaturbereich einen Thread aufmachen mit dem Titel: Hilfe: Netztrafo brummt nach Reinigung der Potis... Es gibt hier genügend Jungs die sich mit sowas gut auskennen, besser als viele Reparaturwerkstätten.

Aber beschreibe bitte erstmal, wie laut ist es...?
hififriek
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 21. Sep 2014, 16:01
Das ist eine schwierige Frage weil ich ein ziemlich ausgeprägtes Gehör habe und mir daher ziemlich sicher bin das es vorher nicht da war. Das summen kann ich bei geschlossenem Gehäuse hören wenn ich davor stehe oder auch 2m entfernt bin. Natürlich nicht bei eingeschalteter Music. Könnte ein Ferritkern am Kabel helfen? Sicherlich nicht wenn es mechanisch bedingt ist. Korrekt?
Janus525
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 21. Sep 2014, 16:11
Wenn Du das aus zwei Metern Entfernung noch hören kannst ist das eindeutig viel zu viel. Hier stimmt etwas nicht. Über 10 oder 15cm könnte man ja noch reden, darüber aber nicht mehr. Bitte eröffne den vorgeschlagenen Thread und verlinke ihn dann hierher damit ich weiß wo das steht, dann können wir gemeinsam mit Anderen zusammen nach einer Lösung suchen. Lass uns aber erstmal schauen was die anderen so sagen, okay...?
king_pip
Inventar
#15 erstellt: 31. Mrz 2015, 14:33
Ich muss mich an dieser Stelle mal als großer Fan von Kontaktspray outen ...
Meine Erfahrungen beschränken sich jedoch auf das besagte Teslanol Oszillin T6. Nach langem langem lesen bin ich auf das T6 gekommen, da es die Kontakte keinesfalls beschädigen kann. Wenn man alles lange genug abdampfen lässt gibts eigentlich kein Risiko für das Gerät.
Bisher habe ich damit folgende Dinge repariert:

Original Audoradio von Opel Astra der Nachbarin:
--> Lautstärkeregler war völlig außer Betrieb
--> Funktioniert nun wieder und das seit 1,5 Jahren

Yamaha AX 470:
--> die üblichen AX-Probleme mit dem Quellwahlschalter, außerdem ging ein Relais nur noch sporatisch (zum öffnen der Relais kann ich den Trick mit zwei Buttermessern und doppelseitigen Klebeband empfehlen)
--> funktioniert wieder einwandfrei seit gut 2 Jahren
Suche:
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