fehlerhafte automatische Banderkennung im Tapedeck - Auswirkung bei Wiedergabe von Tapes?

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Slashfan
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 13. Aug 2015, 00:21
Hallo Gemeinde

ich habe zuletzt ein Technics RS-BX 606 Tapedeck ergattern können, welches mir als Zweitdeck dienen soll. Es läuft soweit gut, allerdings leidet es an der nur zu gut bekannten "automatischen Banderkennungs"-Krankheit, d.h. es springt bei der Wiedergabe dauernd zwischen Typ I und Typ II hin- und her, eine Auswahl, die man durch anpressen der Kassettenlade gewissermaßen beeinflussen kann... Meine Frage ist eigentlich ganz simpel, aber ich möchte doch gerne mal Eure Erfahrungen hören: Macht eine fehlerhafte/springende automatische Banderkennung überhaupt bei der Wiedergabe von Kassetten etwas aus? Ich besitze eigentlich nur originale Kaufkassetten und kann - wenn das Deck hin- und herspringt - auch über Kopfhörer keinen Soundunterschied festellen. Ist diese Banderkennung nur wichtig, wenn man selber aufnimmt?

Ich bin gespannt

Nachtrag: Was ich mich schon immer gefragt habe: Es gibt ja auch einige Kaufkassetten, auf denen Chromiumdioxide 120 draufsteht, aber dann ebenfalls darauf hingewiesen wird, man solle das Band trotzdem in "normal"-Position abspielen... heißt dies, es sind Typ I-Kassetten, die mit höherem Pegel bespielt wurden? Gab es überhaupt Kaufkassetten die man anders als "normal" abspielen sollte oder bezieht sich diese ganze Banderkennungsgeschichte nur auf das bespielen von Leerbändern?


[Beitrag von Slashfan am 13. Aug 2015, 01:03 bearbeitet]
Steffen_Bühler
Stammgast
#2 erstellt: 13. Aug 2015, 10:50

Slashfan (Beitrag #1) schrieb:
es springt bei der Wiedergabe dauernd zwischen Typ I und Typ II hin- und her, eine Auswahl, die man durch anpressen der Kassettenlade gewissermaßen beeinflussen kann


Dann dürfte der Schiebeschalter, der durch die Lasche hinten an der Cassette betätigt wird, einen Wackler haben. Sollte durch die üblichen Reinigungsmittel zu beheben sein.


Slashfan (Beitrag #1) schrieb:
Macht eine fehlerhafte/springende automatische Banderkennung überhaupt bei der Wiedergabe von Kassetten etwas aus?


Theoretisch schon. Bei Fe wird normalerweise mit 120µs verzerrt/entzerrt. Das heißt, bei der Aufnahme werden die Frequenzanteile ab etwa 8 kHz angehoben, beim Abspielen wieder abgeschwächt. Chromdioxid kann besser mit den Höhen umgehen, da wird normalerweise mit 70µs gearbeitet, die Eckfrequenz ist also etwa 14 kHz.

Es sollte also durchaus ein Unterschied in den Höhen zu hören sein, wenn der Schalter zwischen den beiden Bandsorten springt. Achte zum Beispiel mal auf die Becken vom Schlagzeug.


Slashfan (Beitrag #1) schrieb:
Es gibt ja auch einige Kaufkassetten, auf denen Chromiumdioxide 120 draufsteht


Ja, das ist eigentlich ein Widerspruch, Chromdioxid sollte ja mit 70µs bespielt/abgespielt werden. Tante Wiki meint dazu:


Bei diesem Vorgehen wird die gegenüber Eisenoxid-Band verbesserte Höhenaussteuerbarkeit des Chromdioxid-Bandes nicht dazu genutzt, um das Rauschen mittels 70-µs-Entzerrung zu verringern, sondern um das Klangmaterial im Präsenz- und Hochtonbereich besser wiedergeben zu können. Diese Technik kommt den veränderten Hör- bzw. eher Produktionsgewohnheiten entgegen, wonach Musik heute oft höhenbetont ist, die Aussteuerung extrem hoch gefahren wird bei gleichzeitig weniger Dynamik von modernen Produktionen. Das ergibt hier den besseren Kompromiss für das Rauschen (siehe Loudness war).


Viele Grüße
Steffen


[Beitrag von Steffen_Bühler am 13. Aug 2015, 10:52 bearbeitet]
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