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Micro Seiki DD35 vom Schmutz der Jahrhunderte befreien - Hinweise gesucht!

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Autor
Beitrag
Sathim
Inventar
#1 erstellt: 01. Sep 2015, 22:21
Gestern konnte ich nach langem Warten endlich meinen Micro Seiki
DD35 in Empfang nehmen und bin nun dabei, ihn wieder herzurichten.

Gleich vorneweg zwei Bilder, die die Kontraste zwischen geputzt und
"original" ganz gut wiedergeben:

IMG_20150901_235341
IMG_20150901_235318

Ich dachte von den Fotos bei eBay her erst, ich hätte einen mit einem
"golden mattierten" Tonarm.
Seltsamerweise war der Arm aber unter der Arrettierung silber...

Diagnose: Total versifft!
Die erste Grundreinigung mit HVP EuroPower war schon sehr erfolgreich,
das Furnier ist sehr gut erhalten und hat kaum Kratzer, nichtmal die eigentlich
immer ramponierten Ecken sind kaputt.

Ich weiß nun vor allem nicht, wie ich Tonarmlager und umliegende
Teile vernünftig sauber bekommen soll - hier ist einfach so wenig Raum!

Demontieren traue ich mir auf gar keinen Fall zu - einfach mit
Reiniger einweichen geht ja aber auch nicht.

Die nächste Baustelle ist die Haube, die von Innen wie Außen wunderschön
mit Putzspuren versaut ist - hier habe ich schon eine Runde mit Sonax
Lackreiniger gemacht und eine Verbesserung erziehlt. (Das Mittel wurde
an anderer Stelle empfohlen.) Nur von Hand ist das aber äußerst langwierig!
Kann mir vielleicht jemand einen Aufsatz für Bohrmaschine oder Akkuschrauber
empfehlen, mit ich das etwas beschleunigen kann?


Als TA ist übrigens ein AT20Sla montiert, dessen Nadelträger leider total
verbogen ist - Ersatz ist aber schon bestellt, mein DL110 geht dafür
demnächst zu eBay.
maicox
Stammgast
#2 erstellt: 01. Sep 2015, 22:59
Hallo,

Benenne den Thread doch einfach in "Plattenspieler vom Schmutz der Jahrzehnte befreien" um. Dann erreichen die kommenden Tipps und Anregungen eventuell mehr User, die sich Ihre "alten Schätze" wieder in einen annehmbaren Zustand versetzen möchten.


Das mit dem "Gold- Schimmer" kenne ich nur zu gut. Mein 601 sah aus wie ein Sondermodell "Golden- 601". Ein regelrechter "Überzug" ließ den Spieler optisch so "Schimmern" und auch Stinken.

ABER: Meiner Meinung nach sind diese "Modelle" nicht unbedingt schlecht. Oft trifft das Gegenteil zu. Die Nikotin- Schmutz- und Staubschicht "konserviert" gerade die Alu/ Metall- Teile recht gut. Wenn man die Schicht erst einmal runter hat, sehen die Bauteile darunter oft besser aus als man es dem Alter des Gerätes zutrauen würde.



Ja, die Reinigung der Kleinteile mit Ecken und Kanten ist eine Frickelarbeit. Bei den Tonarm- Teilen sollte man in der Tat mit etwas Vorsicht vorgehen. Je nach Spieler/ Modell gehe ich unterschiedlich vor. Die gröberen Teile bedecke ich mit Haushaltsrolle und sprühe diese satt ein. Dann ein wenig einwirken lassen und dann Abwischen. Diesen Vorgang Wiederholen bis es passt. Die Lager auf keinen Fall direkt einsprühen. Zur Not kann man diese wunderbar mit etwas Knetmasse von außen Abdecken damit kein Reiniger eindringen kann. Den kleinen Ecken und Kanten kann man recht gut mit Wattestäbchen und viel Geduld zu Leibe rücken. (Und ja, es kann lange dauern)


Schalter, Hebel und abnehmbare Teile zu Demontieren ist zwar recht mühsam aber das spätere Ergebnis ist meist besser. Bei vielen Alu- Teilen verwende ich auch Isopropanol- Alkohol (70%). Damit aber auf jeden Fall gut Aufpassen. Sehr schnell kann es passieren dass man Beschriftungen beschädigt bzw. zerstört. Auf lackierten Oberflächen verwende ich möglichst nur "normale" Reinigungsmittel wie z.B. Glasreiniger.


Tellermatte und Teller kann man wunderbar in der Spüle Einweichen. Nach der Reinigung sollte man den Teller aber unbedingt gründlich Trocknen. Mit einem "Zauberschwamm" bekommt man den Tellerrand meist wieder richtig gut hin ohne die eventuelle Struktur (z.B. Bürstung) zu Verändern. "Pickelteller" sollte man damit aber nicht unbedingt reinigen.

Das Polieren auf Hochglanz ist aber wieder eine andere Baustelle. Da gibt es viele verschiedene Meinungen und Vorschläge. Ich verwende zum Teil Nevrdull oder handelsübliche Politur für Leichtmetall. Eine eventuelle Versiegelung mit Zaponlack ist unter Umständen auch möglich.


Die Tellermatte bekommt man mit warmen Wasser und einem Schuss Weichspüler (kein Scherz) meist auch wieder recht frisch. Ruhig ein paar Stunden Einweichen lassen. Zur Not hilft "Armor All" etwas nach. Ich mag es persönlich aber nicht, wenn die Matte später speckig glänzt.


Holz- Zargen bekommt man, nach einer gründlichen Reinigung, sehr gut wieder mit Parkettpflegemittel in den Griff. Normale weiße Vaseline wirkt auch Wunder bei matten ausgetrockneten Zargen. Ordentlich Einreiben und am besten schön in die Sonne stellen. Dann über Nacht "trocknen" lassen und diesen Vorgang eventuell noch einmal wiederholen. Zum Schluss ordentlich mit einem Baumwolltuch Abreiben / Polieren.


Zur Haube: Grobe Schrammen schleife ich mit Nass- Schleifpapier (2000er Körnung) aus. Dann Politur per Hand mit Acryl- Poliermittel z.B. RotWeiß Polierpaste für Acryl. Mit einer Maschine kann es klappen, muss aber nicht. Dreht diese zu schnell oder man baut zu viel Druck auf, kann man die Haube eventuell beschädigen. Gerade alte Hauben sind zum Teil auch recht brüchig, da passiert leider schnell etwas. Also lieber per Muskelkraft polieren. Dauert und kann anstrengend werden, aber das Ergebnis ist meist sehr gut.
Wuhduh
Inventar
#3 erstellt: 02. Sep 2015, 04:24
Moin !

Wenn ich diese Tipps lese, sollte ich lieber dabei bleiben, grundsätzlich nur Geräte mit subjektiv erträglicher Patina zu kaufen und keine optisch aufgepeppten, die beim näheren Betrachten unrettbar verschlimmbessert wurden.

Liebe Mitlesenden:

Bitte betrachtet jegliche Tipps immer mit einer gesunden Distanz und versucht eigene Erfahrungswerte mit einzubringen.

Stichworte in Kürze für die Suchmaschine:
-------------------------------------------------------------
Echtholzfurnier : Renuwell
Kunststoffurnier : ArmorAll - Pflegemittel seidenmatt ( ! ) enthält keine Polymere , soweit ich mich erinnern kann. Also keine Schmiereffekte.
Acrylreinigung und -politur: Xerapol oder Quixx in kleinen Portionen. RotWeiss und andere erzeugen statische Aufladungen.
Bewährte Hilfsmittel:
Q-Tipps
weiche Bürsten für Kleider / Schuhe / Zähne ( letztere ohne Wellenform )
Pfeifenreiniger
Weiße Schwämme - da gibt es Qualitäts- und Materialunterschiede
Rasierpinsel und andere Pinsel

MfG,
Erik
maicox
Stammgast
#4 erstellt: 02. Sep 2015, 07:37
Hallo,


Wuhduh (Beitrag #3) schrieb:
Moin !

Wenn ich diese Tipps lese, sollte ich lieber dabei bleiben, grundsätzlich nur Geräte mit subjektiv erträglicher Patina zu kaufen und keine optisch aufgepeppten, die beim näheren Betrachten unrettbar verschlimmbessert wurden.




Ich habe hier nur meine Erfahrungen zum Reinigen/ Aufarbeiten mitgeteilt.

Mit Sicherheit "peppe" ich meine Geräte nicht nur optisch auf. Und ich weiß auch gar nicht wie Du auf die Idee kommst, ich würde die Geräte "unrettbar verschlimmbessern".

Ich versuche meine Geräte in einen möglichst originalen Zustand zurück zu versetzen, wenn es nötig ist. Dazu gehört neben der optischen Wiederherstellung auch die Technische Seite. Wenn möglich versuche ich immer die Originalität der Geräte zu erhalten. Zum Teil versuche ich sogar die "Patina" gezielt zu "erhalten". Ein Chassis mit Schrammen aus 50 Jahren Nutzung muss nicht immer gleich neu lackiert werden.




Wuhduh (Beitrag #3) schrieb:


Liebe Mitlesenden:

Bitte betrachtet jegliche Tipps immer mit einer gesunden Distanz und versucht eigene Erfahrungswerte mit einzubringen.



RICHTIG! Dem kann ich nur zustimmen. Meine Erfahrungswerte habe ich mitgeteilt. Jeder muss für sich selbst entscheiden ob er das eine oder andere Mittelchen ausprobiert oder nicht.

Und sicher muss man bei vielen "Mittelchen" aufpassen. Wenn man sich nicht sicher ist ob z.B. eine Oberfläche das "Mittelchen" verträgt, ohne eine Beschädigung zu riskieren, sollte man es an einer z.B. nicht sichtbaren Stelle ausprobieren oder einfach sein lassen.

Zur RotWeiss- Acryl- Politur: Ich verwende diese schon seit vielen Jahren zur Bearbeitung von Acryl- Material. So ein klein wenig habe ich damit ja schon gearbeitet. Bisher hatte ich keinerlei Probleme damit.




Hier noch Bildchen eines eigentlichen Wertstoffhandel- Kandidaten.

Ironie ein: Dieser wurde "optisch aufgepeppt" und "unrettbar verschlimmbessert" Ironie aus.



20150308_082211_LLS

20150308_082008_LLS
Sathim
Inventar
#5 erstellt: 02. Sep 2015, 08:45

Wenn ich diese Tipps lese, sollte ich lieber dabei bleiben, grundsätzlich nur Geräte mit subjektiv erträglicher Patina zu kaufen und keine optisch aufgepeppten, die beim näheren Betrachten unrettbar verschlimmbessert wurden.


Wie kommst du auf diese Aussage?



Ansonsten: Danke für die Hinweise bisher - auf Pfeifenreiniger wäre ich so nicht gekommen.

Nächste Frage:
Wo kauft man sowas?
Compu-Doc
Inventar
#6 erstellt: 02. Sep 2015, 10:29
In jedem gut sortierten Tabakwarengeschäft, ein Pfennig...,pardon Centartikel.
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 02. Sep 2015, 13:13
Hallo!

@Sathim

Der verbaute Tonarm ist im übrigen eine leicht abgespeckte Version des bekannten MA-505, dazu eine Frage da du den Tonarm ohne das dazugeörige Kontergewicht Fotografiert hast. Das ist schon vorhanden?

MFG Günther
Sathim
Inventar
#8 erstellt: 02. Sep 2015, 13:27
Das Gewicht habe ich nur zum Putzen abgenommen.

Welcher Tonarm ist es denn, wenn nicht der 505?
Hörbert
Moderator
#9 erstellt: 02. Sep 2015, 13:40
Hallo!

Das ist schon ein MA-505 nur eben in einer abgespeckten Variante, so fehlt z.B. die Vorrichtung die dazu diente den Tonarm während des Abspielvorganges in der Höhe zu verstellen.

Die hauptfunktionen sind allerdings auch bei deinem Tonarm vollständig vorhanden da mußt du dir keine Gedanken machen, Viel Spaß noch mit dem Micro.

MFG Günther
Wuhduh
Inventar
#10 erstellt: 02. Sep 2015, 23:44
Moin !

@ maicox:

Ich habe eine pauschale Aussage getroffen. Du brauchst Dich nicht persönlich angesprochen zu fühlen und am allerwenigsten Dich und Deine Meinung zu rechtfertigen.

Wenn Du Deine kostbare Lebenszeit und -energie mit solchen Abfall wie abgebildet verbringen möchtest / willst, dann gehen wir zwei halt glücklicherweise völlig andere Wege und es stört mich nicht im geringsten, wenn Du am Horizont immer kleiner wirst.

Die letzte halbvolle Tube Rot-Weiss habe ich weggeworfen. Soviel dazu.

MfG,
Erik
müllkramer
Stammgast
#11 erstellt: 03. Sep 2015, 04:34
ungeachtet der qualität des dual-spielers,die ich nicht einschätzen kann,ist das gezeigte ergebnis schon beeindruckend.von kaputtrestauriert und verschlimbessert kann ich da nichts erkennen.

so manche tätigkeit und so manches hobby ist,auf die verbrachte zeit umgerechnet wirtschaftlich betrachtet,ein zuschussgeschäft.grundsätzlich finde ich solche müllfund-und restaurationsgeschichten gut.
Sathim
Inventar
#12 erstellt: 03. Sep 2015, 22:18
IMG_20150903_235043

Putzarbeiten soweit abgeschlossen

Die Haube ist nochmal dran, aber ich konnte einfach nicht
anders, als die heute angekommene Ersatznadel montieren
um endlich eine Runde zu lauschen.

Zu hören gab es Blackwater Park von Opeth
Sathim
Inventar
#13 erstellt: 09. Sep 2015, 08:28
IMG_3579
IMG_3581
IMG_3582
IMG_3585

Hier nochmal ein paar bessere Bilder.
maicox
Stammgast
#14 erstellt: 09. Sep 2015, 08:48
Hallo,

Der ist doch wieder richtig schön geworden! Sieht gut aus.

Bei den kleinen "Macken" links und rechts an den Ecken könntest Du aber noch einmal ein wenig Nacharbeiten.

Eventuell ein wenig mit Klarlack austupfen. Trocknen lassen und dann ganz fein Schleifen und später eventuell polieren.
Sathim
Inventar
#15 erstellt: 09. Sep 2015, 09:15
Die Ecken werde ich wohl eher so lassen, um nicht mehr kaputt zu machen.

Habe mir der Haube noch genug zu tun.


Dafür, dass er vermutlich 8 Jahre älter als ich ist, darf er auch ein paar mehr Macken haben.


[Beitrag von Sathim am 09. Sep 2015, 09:17 bearbeitet]
maicox
Stammgast
#16 erstellt: 09. Sep 2015, 09:43
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