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15 Jahre MP-3 - Herzlichen Glückwunsch

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Duckshark
Inventar
#1 erstellt: 14. Jul 2010, 09:57
Anlässlich des 15. Namenstages von mp-3 ist es, wie ich finde mal an der Zeit Danke zu sagen.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/15-Jahre-mp3-1037148.html

Auch wenn natürlich gleich wieder die Unverbesserlichen um die Ecke kommen werden und erklären werden, dass sie den Unterschied (zum Original) sofort hören, eine mp-3 furchtbar ist, Ohrenkrebs erzeugt und eigentlich die Schallplatte eh das einzig Wahre ist will ich mich mal an einer Danksagung, bzw. einer Betrachtung versuchen.

Die mp-3 hat einige Verdienste.
Sie hat den mobilen Musikgenuss revolutioniert, vereinfacht und auf eine ganz neue Stufe gehoben. Nie vorher war es möglich eine solch große Musiksammlung auf einem solch kleinen, langlaufenden Gerät immer dabei zu haben und so komfortabel verwalten zu können. Nicht verscheigen will ich, dass es da leider auch einige unschöne Auswüchse gibt (plärrende Handys an jeder Ecke usw.), die meiner Meinung nach aber nicht dem Format anzulasten sind, sondern eben dem Vollidioten-Anteil unserer Gesellschaft.

Die mp-3 hat den Musikmarkt umgekrempelt und hat sicher großen Anteil an der sog. "digitalen Revolution". Die mp-3 hat das Kartell der Musikkonzerne gebrochen und ist mit dafür verantwortlich (im Guten wie im Schlechten), dass wir heute über ein verändertes Urheberrecht, Kultur-Flatrate, etc. diskutieren, aber eben auch über Netzsperren, Restriktionen der Plattenfirmen (kopiergeschützte CDs, Filesharing-Prozesse etc.).
Die mp-3 hat den Musikkonsum verändert, sicher nicht nur zum Positiven. Man muss heutzutage kein Album (oder eine teure Single) mehr kaufen, wenn einem ein bestimmtes Stück gefällt. Es gibt Web-Radio, Streaming-Dienste und vieles Weiteres, die sicher auch dazu beigetragen haben, dass sich Leute neuen Musikrichtungen angenährt haben oder bestimmte Interpreten für sich entdeckt haben. Für den Musikinteressierten und den "Stöberer" hat sich sicher auch die Vielfalt des Musikangebotes erhöht, neue Vertriebswege haben Künstler zu Bekanntheit verholfen, die sonst wohl nie aus der Versenkung gekommen wären.

Deswegen (und die Betrachtung ist sicher noch nicht vollständig) - Danke mp-3!

Ich bin gespannt auf eure Meinung zum Thema! Was ich hier nicht brauche ist den x-ten Streit darüber, ob man die mp-3 nun vom Original unterscheiden kann oder ebenfalls zum 300. Mal die Weisheit dass das Flac-Format doch das viel bessere ist.
Ich würde mir wünschen, dass es hier um eure Sichtweise der mp-3 als "Kulturgut" bzw. dem geschichtlich-gesellschaftlichen Kontext geht. Wenn sich jemand aber den altbekannten Themen nicht enthalten kann - bitte!


[Beitrag von Duckshark am 14. Jul 2010, 09:59 bearbeitet]
Frankman_koeln
Inventar
#2 erstellt: 14. Jul 2010, 10:32
ich find das format mp3 toll und nutze es auch rege.
auf meinem hifidelio festplattenplayer sind viele mp3 dateien gespreichert wie auch flac dateien.
klangnachteile höre ich nur bei niedrigen bitraten, ansonsten nicht.

ich bevorzuge 320kbit/s und den lame encoder wenn ich selber mp3´s erstelle ....

die mp3 hat die musikwiedergabe revolutioniert - happy birthday !!


[Beitrag von Frankman_koeln am 14. Jul 2010, 10:35 bearbeitet]
Kracchus
Neuling
#3 erstellt: 14. Jul 2010, 15:32
meine ältesten mp3 sind mittlerweile 12 jahre alt und haben mehrere umzüge auf diverse computergenerationen und speichermedien mitgemacht.

die alten rips haben einen ideellen wert für mich. auch wenn es heutzutage rasend schnell geht, käme mir erneutes kodieren nicht in den sinn. dazu trägt natürlich auch die oft bescheidene aufnahmetechnik der alternative/indie/metal-szene der damaligen zeit bei8)

heute spiele ich 95% meiner musiksammlung über grosse usb-sticks auf meiner yamaha pianocraft und kaufe auch einiges im i-net.

(original)cds werden nur gelegentlich eingelegt.
alelab85
Neuling
#4 erstellt: 14. Jul 2010, 20:07
Ich habe lange hier im Forum gelesen und habe gedacht, dass man gerade hierzu mal den ersten Beitrag posten kann.

Ich muss euch Recht geben - die MP3 ist toll!

Die MP3s mit hohen Bit-Zahlen hören sich besser an als die Durchschnitts CD und den Unterschied hört man vielleicht bei den Audiophilen Tonträgern - ich aber nicht, da mein Gehör dafür wohl zu schlecht ist.

Gut, ich als LP Fan vermisse so die Nebengeräusche bei der MP3, aber für Unterwegs oder auch teilweise daheim ist die MP3 perfekt - ein riesiger Fortschritt zum Discman.
DavidH83
Stammgast
#5 erstellt: 15. Jul 2010, 11:34

Die MP3s mit hohen Bit-Zahlen hören sich besser an als die Durchschnitts CD


Wie soll das funktionieren? Das ist wohl eher ein psychologischer Effekt...
(Vielleicht in etwa das gleiche, wie wenn bei einem Auto die Bremsen kaputt sind und man beim Tritt aufs Bremspedal das Gefühl hat zu beschleunigen.
Die Erwartung spielt jedenfalls immer eine große Rolle. Das funktioniert meiner Erfahrung nach in beide Richtungen...)

Aber wenn es (zumindest für uns Holzohren) genau so gut klingt, ist das doch super.

Ich höre lieber CDs, da ich die Hülle in der Hand halten und im Booklet blättern möchte und denke auch, dass die MP3 den Musikmarkt nicht nur zum positiven verändert hat.

Insgesamt steht, dadurch das weniger CDs gekauft werden, einfach viel weniger Geld für Produktionen zur Verfügung, was tendenziell dazu führt, dass im Zweifelsfall eher ein "Shure-Shot" produziert wird, anstatt Experimente zu wagen.
Andererseits sind die neuen Vertriebswege, die durch die Datenkompression erst möglich geworden sind, für kleine Bands hinter denen kein großer Vertrieb steht natürlich von Vorteil.

Unterm Strich ist es sicher gut, dass so viel Bewegung in den Markt gekommen ist.

Außerdem hätte die Jugend ohne MP3 nicht die Freiheit zusammen Musik über winzige Handylautsprecher im Bus zu hören, sondern müsste das zuhause über altmodische, platzraubende Stereoanlagen tun
Radiowaves
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 17. Jul 2010, 21:59
Oh ja... MP3 ist was ganz feines. Vergleichen wir es doch einfach mit der Kassette, denn die Funktion selbiger hat MP3 übernommen. Da gibt es ab 192 kbps nix zu diskutieren, finde ich. Da kann man auch 1000-Mark-Tapedecks dagegensetzen und mit Dolby S hantieren - prinzipbedingt keine Chance. Dabei viel handlicher und komfortabler. Keine Mechanik, keine Kopien in Echtzeit (das war wohl der Punkt, der die Musikindustrie geplättet hat) - und kompatibel mit jedem Abspielgerät. Dazu die Möglichkeit, locker 8 Stunden ohne Unterbrechung auf eine Daten-CD zu bannen, z.B. für lange Rundfunk-Mitschnitte. Das war bei der Kassette alles anders.

Ich kaufe weiterhin alles, was mich interessiert auf CD und erstelle mir sofort MP3s davon für unterwegs. Die lagern dann auch auf meinem Dienstlaptop, für die üblichen Überstunden am Abend. Mit Kassette wäre das alles undenkbar gewesen. Und die Klangqualität guter 192er rechtfertigt auch das Abspielen mit fast jeder Stereoanlage.

Leider will ich den - aus meiner Sicht - Hauptnachteil nicht verschweigen. MP3 verleitet zum "Zappen". Man klickt sich durch das Labyrint der Ordnerstrukturen und wenn ein Lied nicht gefällt - zack ist es weg. Ich ertappe mich dabei, beim Musikhören nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Ein Albun genußvoll durchzuhören, schaffe ich nicht. Dazu muß ich dann schon eine CD einwerfen oder besser noch eine Platte auflegen.
OSwiss
Administrator
#7 erstellt: 17. Jul 2010, 23:16
Grüezi !!

Radiowaves schrieb:
Da gibt es ab 192 kbps nix zu diskutieren, finde ich.
Da kann man auch 1000-Mark-Tapedecks dagegensetzen und mit Dolby S hantieren...

Zunächst dachte ich, Du würdest einer mp3-Datei - auf unter 14 Prozent (vom Original) komprimiert - in dieser Konstellation den Vorzug geben.

Allerdings las ich dann (nochmals):

...prinzipbedingt keine Chance...

...und dann war mir klar, dass Du es natürlich nur umgekehrt gemeint haben kannst.


Gruß Olli.
Radiowaves
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 18. Jul 2010, 06:59
Jetzt bin ich etwas verwirrt. Ja, ich ziehe ein anständig gemachtes 192er MP3 jeder Kassettenaufnahme vor: keine Azimutfehler, keine Fehler durch variierende Arbeitspunkte in den Dolbys der beteiligten Geräte, keine Rauschfahnen, kein Pumpen, keine Alterung, keine Gleichlaufschwankungen - und eine Qualität, die im Rundfunk sendefähig wäre (MP2 hinterläßt meist mehr Artefakte als MP3 gleicher Bitrate und der DLF führt z.B. UKW mit 192 kbps MP2 zu) und allemal besser ist als die durchschnittliche Kassettenaufnahme es jemals war.

Oder gibt es an dieser Stelle Widerspruch? Der käme dann für mich wirklich überraschend.

Auf nem völlig anderen Blatt steht für mich die Frage, ob ich Originale als MP3 archivieren wollen würde. Nein - dazu gibt es CD und inzwischen bei den Speicherpreisen Vollformat (FLAC).
Duckshark
Inventar
#9 erstellt: 18. Jul 2010, 09:27
Zunächst mal Danke für eure Rückmeldungen.
Obwohl ich technisch gesehen bei "Radiowaves" bin, möchte ich, darauf hinweisen, dass ich die, sich wohl anbahnende Diskussion darüber, dass eine MP-3-Datei nur Mist sein kann, weil komprimiert und CD, Schallplatte, Kassette usw. eh viel besser sind gerne aus dieser Diskusion raushalten würde.

Danke für euer Verständnis und weiter mit Meinungen zum Verdienst oder Unverdienst der MP-3.
OSwiss
Administrator
#10 erstellt: 18. Jul 2010, 10:10
OT: ON
Radiowaves schrieb:
Oder gibt es an dieser Stelle Widerspruch?

Ja.

Radiowaves schrieb:
Jetzt bin ich etwas verwirrt.

Ich allerdings auch...
Man stelle sich vor: in Deinem Vergleich ging es um "1000-Mark-Tapedecks mit Dolby S".

Was haben denn

- Azimutfehler
- Fehler durch variierende Arbeitspunkte in den Dolbys der beteiligten Geräte
- Rauschfahnen, Pumpen
- Gleichlaufschwankungen

mit einem - sagen wir - sehr gutem Tape-Deck aus den 90er Jahren zu tun ??
Insbesondere, wenn das Aufnahmegerät auch (realistischerweise) der Abspieler ist.

Man erreicht mit einem sehr gutem Tape-Deck, nebst adäquater Kassette - sauber eingemessen und ausgepegelt - hervorragende Ergebnisse.
Da kommt keine (auf 13,6 Prozent komprimierte) mp3 mit 192 kBit/s heran.

DAS werfe ich der mp3 allerdings auch NICHT vor - ist halt "prinzipbedingt"...

OT: OFF


Gruß Olli.
DOSORDIE
Inventar
#11 erstellt: 18. Jul 2010, 10:15
Nur die durchschnittliche Cassettenaufnahme? Selbst die High End Cassettenaufnahme kann mp3 nicht das Wasser reichen, weil bei 192 kbps und gutem De und Encoder definitiv kein Unterschied zur CD mehr hörbar ist. Selbst bei 128 kbps fällts mir schon sehr schwer und der Unterschied ist so gering, dass es mir eigentlich egal ist, auch das ist einer Cassette überlegen, ebenfalls Tonband oder der Schallplatte. Trotzdem liebe ich meine Cassetten, sie klingen immernoch toll, so gut wies digital klingt muss es ja garnicht klingen, manchmal nervt mich dieses analytische sogar, das wird mit der Zeit ganz schön anstrengend. Aber wie gesagt qualitativ - machen wir uns nix vor - ist mp3 was das HÖRBARE angeht 1 zu 1 zum Original, ab einer gewissen Bitrate und wenn man keinen Hörschaden hat, wie gesagt DAS HÖRBARE, ich spreche nicht von technischen Aspekten. Also MAN hört es nicht, erst bei geringen Bitraten und die die das nicht wahr haben wollen machen sich leider immernoh was vor.

Die Nachteile von mp3 sind einfach, dass sie virtuell sind, man hat nix mehr in der Hand, alles nur noch auf der Festplatte, es wurde hier auch schon angedeutet man verliert auch die Konzentration zum Hören ganzer Alben, aber ich bin und war sowieso nie der Album Mensch, warum soll ich mir was antun was mir nicht gefällt?! Ich nehme auf meine Mixtapes auch immer nur die Lieder vom Album auf, die ich mag, wenn dann doch nochmal was aufm Album ist, das sich als Spätzünder entpuppen sollte fällt es mir schon irgendwann auf, auch wenn das manchmal Jahre dauert, aber dann freut man sich eine alte Platte neu entdeckt zu haben. Wenn ich Platten rauskrame, die ich schon vor Jahren gekauft habe, fallen mir dann oft die Lieder auf, die ich am Anfang doof fand und schon längst verdrängt hatte, weil ich seitdem die Platte nicht mehr gehört habe, sondern eben immer nur das Mixtape. Insofern ist da eigentlich kein großer Unterschied zu mp3. Cassetten haben auch schon seit Ende der 70er Jahre die Möglichkeit Lieder automatisch vorzuspulen, jedes elektronische Cassettenlaufwerk in Autoradios hat Pausensuchlauf, wenn ich auf meinen Cassetten ein Lied nicht mehr hören kann oder grad keine Lust darauf hab spule ich das genauso vor. Bei Platten kann man auch ziemlich einfach zappen, bei digitalen Tonträgern sowieso.

Aber meine mp3 Sammlung ist in den letzten Jahren rapide gewachsen, man verliert da schnell den Überblick und das Wertgefühl. Mp3 ist komfortabel und es geht schnell, aber das ist auch ein Verhängnis für die Musikindustrie, eine Platte hat man auf Cassette oder Tonband kopiert, eine gute Cassette war auch nicht billig, später dann MiniDisc oder eben CD, aber da hatte noch nicht jeder Internet und wenn dann wars so langsam, dass es sich nicht gelohnt hat bezogen auf die Minutenpreise bei 56 k Modems, die irgendwo runterzuladen. Eine Cassettenaufnahme kann man nicht unbegrenzt weiterkopieren ohne dass die Qualität schlechter wird, also gibt es da auch nur eine begrenzte Anzahl an Kopien die durch Freunde weitergegeben werden kann. Selbst wenn jemand einen großen Freundeskreis hat und die Platte für alle kopiert, die sie dann wieder weiterkopieren erreicht das dann im Endeffekt höchstens 100 Leute und das wäre schon übertrieben viel, es hat ja auch nicht jeder eine anständige Stereoanlage mit einem einigermaßen vernünftigen Cassettendeck, wenn der Ursprung schon schlecht ist sind auch die Kopien schlecht.

Bei mp3 spielts keine Rolle wie gut der PC ist oder die Soundkarte, weil ja nur Daten kopiert und komprimiert werden, solang das CD Laufwerk fehlerfrei ausliest und man einen guten mp3 Ripper benutzt, der auch richtig eingestellt ist kann man mit jedem Billigst PC "audiophile" mp3s erstellen, wenn das jetzt einer bei Rapidshare und Co. hochlädt, dann erreicht das hinterher jeden, der Internetzugang hat, also kann es passieren, dass diese eine mp3 Kopie dann Millionen Menschen runterladen, die sie eigentlich hätten kaufen müssen und das in perfekter Qualität, ohne Rauschen, Knistern, Knacken und hörbare Einbussen, man muss noch nicht mal mehr für ein Medium zusätzlich bezahlen, weil die Festplatte und den mp3 Player mit ausreichend Speicherplatz für 1000ende von Dateien hat man ja bereits. Und von PC Generation zu PC Generation kann man alles immer verlustfrei weiterkopieren ohne Qualitätsverlust. Bänder, CDs und alle anderen Medien sind irgendwann mal kaputt. Eine vor 10 Jahren gerpitte mp3 Datei kann noch in 200 Jahren existieren, wenn man sie immer sichert und immer wieder weiterkopiert, ohne dass sie schlechter wird... Das ist schon ganz schön krass. Ich weiß nicht ob das gut oder schlecht ist, für uns ja auf jeden Fall gut. Leider verkümmert dabei das Musikhören zur Nebenbeibeschäftigung, ich ertappe mich selbst dabei, dass ich mich nur noch selten darauf konzentriere, aber das liegt ja ganz allein an uns selbst und nicht am Format.

Also Happy Birthday mp3. Ich habe dich gern und Respekt, heute überlebt selten etwas so lang.

LG, Tobi
OSwiss
Administrator
#12 erstellt: 18. Jul 2010, 10:33

Duckshark schrieb:
...dass eine MP-3-Datei nur Mist sein kann, weil komprimiert.

Ganz und gar nicht.
Ich nutze mp3 zwar noch keine 15 Jahre (etwa 10), aber ich finde das Prinzip grundsätzlich wirklich genial und nutze es auch gerne !!

Und was den Klang angeht:

Eine mp3 mit 320 kBit/s bzw. "Lossless" via digitaler Dock-Station klingt absolut klasse !!
(In dieser Konfiguration kommt dann natürlich auch mein "Dragon" nicht mit...)


Gruß Olli.
germi1982
Moderator
#13 erstellt: 19. Jul 2010, 17:48
Die ersten MP3s hatte ich so im Jahre 1997...man klangen die damals teilweise noch grottig...

Ich bin eher so der Multi-Nutzer. Unterwegs MP3, zuhause wird die Platte aufgelegt. Das Hören von Platten ist für mich mehr ein Ritual, sie ist nicht perfekt, macht aber auf jeden Fall viel Spaß!

Die MP3s die ich selber stricke sind ebenfalls 320 kbit/s

Und die genannten 1000 Mark sind für ein Tapedeck nichts. Das von meinem Vorposter erwähnte Nakamichi Dragon kostete neu 4150 Mark (1984).
KLM-U
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 19. Jul 2010, 21:24
Mp3 ist zwar ein verlustbehaftetes Kommpressionsverfahren, aber man sollte sich da keine großen Gedanken machen ob da nun ein Unterschied hörbar ist. Schließlich wurde dieses Verfahren vom Fraunhofer Instistut entwickelt, und die werden sich Gedanken gemacht haben, das da so gut wie kein Unterschied hörbar ist. (hätte ich allerdings noch einen Plattenspieler würde ich schon gern mal wieder eine Platte auflegen). Auch die Rundfunksender legen heute keine CD mehr auf, die klicken eine Datei an, und das ist natürlich keine Wave-Datei, sondern MP3 (über Satellit AC3, ähnlich MP3)

Man hört heute also mehr MP3 als man denkt. Mp3 wurde ja auch erst einmal daraufhin entwickelt um Musikdateien von ca. 4 Mbit (statt 40 Mbit) übers Internet zu verschicken. Das daraufhin auch Tauschbörsen entstanden sind, die der Musikindustrie heute noch zu schaffen machen steht auf einem anderen Blatt.

Ich habe jetzt mal die Probe gemacht, und eine Wave-Datei in Mp3 konvertiert, von der CD, Nena Wunder geschehen, und zwar den gleichnamigen Titelsong. Es gibt da bei Minute 1:40 bis ca. 1:50 auf dem rechten Kanal ein ganz feines Triangelgezirpel, mit dem man feststellen kann ob man gute oder (schlechte) Boxen/Verstärker hat. Mit guten Boxen sollte man dieses Gezirpel hören. Mit früheren Boxen habe ich das gehört, mit den jetzigen nicht, obwohl die auch nicht schlecht sind. Ist aber weiter kein Problem, da ich meißtens über Kopfhörer (AKG 701) höre, und da hört man natürlich alles.

Und jetzt, wie soll es anders sein, auch mit MP3 höre ich díeses Triangelgezirpel. Für mich die Erkenntniss das man sich auf MP3 verlassen kann.


[Beitrag von KLM-U am 19. Jul 2010, 21:35 bearbeitet]
DOSORDIE
Inventar
#15 erstellt: 20. Jul 2010, 12:45
Also OSwiss ich kann da deine Meinung nicht teilen. Ich habe ein AKAI GX 75 und ein Nakamichi BX 300 E, die klingen beide ganz hervorragend und holen mit Sicherheit beinah das Maximum aus einer Bandaufnahme heraus - Dolby S habe ich noch nie probiert, soll dann aber bei richtiger Einmessung noch viel besser sein, du kannst trotzdem glauben, dass Cassette besser klingt als 192 kbps mp3, beim Blindvergleich würdest du aber den Unterschied zwischen CD und Cassettenaufnahme hören, den zwischen 192 kbps und CD aber nicht. Glaubs mir oder nicht.

Selbst gegen eine gute 128er Datei hat die Cassette schon verloren, da hört man zwar sogar den Unterschied zwischen CD und mp3, aber der ist immernoch verschwindend gering, so gering, dass er mich nicht interessiert, der zwischen Vorder und Hinterband ist größer. 128 kbps gehen nur bis 15 kHz - OK Cassetten gehen höher, aber der Dynamikumfang ist bei 128 immernoch größer, man hat keine Kompander, die das Signal verändern, keine Frequenzgangfehler, keinen zusätzlichen Klirr und über 15 kHz hört man ab 20 aufwärts eh nix mehr... der Vergleich hinkt also rein messtechnisch. Wie gesagt ich benutze selber Cassetten, ich bin Cassettenfan mit Leib und Seele und ich könnte mir mein Leben ohne meine kleinen Schätze nicht vorstellen. Obwohl ich seit einiger Zeit im Auto einen CD Wechsler habe höre ich immernoch mehr Cassette als CD.

Klar ist die Qualität von mp3s höher, je höher man die Bitrate einstellt, aber es ist eigentlich unnötig. Es ist eher so dass es die meisten Menschen beruhigt, wenn die Bitrate höher ist, oder gar Lossless. Ein Format wie die BluRay wäre für Audiodateien garnicht nötig, weil sie eine so hohe Auflösung schafft, dass wir das garnicht mehr wahrnehmen können, schon die CD ist über das Doppelte so gut, wie das menschliche Gehör. Wenn eine BluRay besser klingt als eine CD oder DVD, dann liegts nur am Mixing, die höhere Bitrate ist nur messtechnisch nachvollziehbar. Eine CD kann natürlich nur Stereo... Das muss man Berücksichtigen, aber es geht ja grad um die Bitrate und nicht die Anzahl der Kanäle. Deshalb behaupten ja auch viele, dass Platten besser oder natürlicher klingen als Digitale Medien, einfach weil sie oft anders abgemischt sind und das klingt dann subjektiv eben auch ab und an mal besser, aber nicht wegen dem Medium an sich, sondern wegen dem Mixing, Würde der Tonmeister das so auf CD Pressen, würde die CD nochmal besser und sauberer klingen, weil die Platte garnicht in der Lage ist, die Musik so hoch aufzulösen wie das Master aus dem Studio das kann, vor allem in der Innenrille ist das ohne große Übung hörbar. Bei mp3 hingegen ist selbst bei geringeren Bitraten so gut wie kein oder gar kein Unterschied feststellbar (mit geringer meine ich ab 128 aufwärts), viele verteufeln das dann weil sie keine Ahnung haben oder irgendwelchen High End Gurus glauben und dann wehren sie sich dagegen und beschuldigen das Format für die schlechte Qualität von vielen Popproduktionen, dabei ist nicht das Format daran schuld, schon auf dem Studioband klingt die Musik genauso bescheiden, auch das liegt am Mixing.

Der hörbare Unterschied zwischen einem Studioband und einer 128 kbps Datei ist verschwindend gering, in höheren Bitraten garnicht vorhanden, zwischen Digital Mastering und Analogmedien kann den Unterschied auf jeden Fall jeder Einsteiger mit einer einfachen HiFi Anlage hören, schon am erhöhten Grundrauschen und den klanglichen Unterschieden durch Kompander...

Naja, muss aber jeder selber wissen...

Ich mache damit nicht die Analogtechnik schlecht, ich kaufe weiterhin Platten und gehen weiterhin mit meinem Walkman spazieren... Die Qualität, die man mit analogen Medien erreichen kann ist sehr hochwertig, hochwertig genug um damit zufrieden zu sein, die digitale Qualität ist aber einfach höher und das ist Fakt.

Soweit ich weiß war mp3 ursprünglich garnicht für Musik gedacht, sondern ähnlich wie Cassette am Anfang zur Aufzeichnung von Sprache, für digitale Voice Recorder und Ähnliches.

LG, Tobi
OSwiss
Administrator
#16 erstellt: 20. Jul 2010, 14:02

DOSORDIE schrieb:
...ich kann da deine Meinung nicht teilen.

Offensichtlich... ALSO: "OT ON"

DOSORDIE schrieb:
...beim Blindvergleich würdest du aber den Unterschied zwischen CD und Cassettenaufnahme hören, den zwischen 192 kbps und CD aber nicht.
Glaubs mir oder nicht.

Ich höre - im Blindtest - beide Unterschiede (Tape>CD sowie mp3>CD).
Und DAS muss ich nicht glauben - das habe ich bereits zigfach erlebt.

DOSORDIE schrieb:
über 15 kHz hört man ab 20 aufwärts eh nix mehr...

15 kHz ?? Ich glaube, da hast Du Dich jetzt aber ein wenig vertan, gell.

So ganz nebenbei:
Ich muss jährlich zur betriebsärtzlichen Untersuchung. Beim üblichen Hörtest liegt die oberste Frequenz bei 16 kHz.
Deiner Aussage zur Folge, hätte ich dann seit fast 20 Jahren diese Untersuchung zu Unrecht bestanden - sehr bedenklich...

DOSORDIE schrieb:
Klar ist die Qualität von mp3s höher, je höher man die Bitrate einstellt, aber es ist eigentlich unnötig.
Es ist eher so dass es die meisten Menschen beruhigt, wenn die Bitrate höher ist, oder gar Lossless.

Ah-ha.
Und ICH dachte bislang immer, der Sinn einer höheren Bitrate besteht darin, die Verluste zu Original möglichst gering zu halten.

DOSORDIE schrieb:
Bei mp3 hingegen ist selbst bei geringeren Bitraten so gut wie kein oder gar kein Unterschied feststellbar (mit geringer meine ich ab 128 aufwärts)...

Jetzt sind "wir" schon 128 kBit/s...

DOSORDIE schrieb:
viele verteufeln das dann weil sie keine Ahnung haben oder irgendwelchen High End Gurus glauben...

Ja - DIE soll es geben...

OT: OFF


Gruß Olli.
Duckshark
Inventar
#17 erstellt: 20. Jul 2010, 14:44
Schade!
Trotz meines zweimaligen Wunsches sind wir jetzt wieder bei einer Diskussion über die Qualität der MP-3, wer welche Unterschiede und welche Frequenzen hören kann.
Das wurde natürlich schon alles zigfach durchdiskutiert, trotzdem scheint es einige Vertreter zu geben, die es nicht lassen können.
Anscheinend kann man in einem Hifi-Forum keine Diskussion über die "anderen" Aspekte führen.
Schade!

Vielleicht gibt es ja doch noch jemanden, der den Thread und sein Anliegen versteht und einige neue Aspekte oder andere Sichtweisen zur mp-3 und ihrer Bedeutung beizutragen hat.
DOSORDIE
Inventar
#18 erstellt: 20. Jul 2010, 14:49
15 kHz fall down oder 16 kHz Falldown... is ja relativ egal, einen großen Unterschied macht das nicht, bedeutet ja sowieso nicht dass danach garnix mehr hörbar ist nur eben nicht mehr "gerade"...

Ja natürlich ist das der Sinn der höheren Bitrate. Wenn ich bei einer geringeren Bitrate aber doch schon so gut wie keinen Unterschied oder eben absolut keinen Unterschied mehr höre, wozu brauch ich dann ne höhere Bitrate, die nur mehr Speicher wegnimmt?!

Ich habe ein GX75 ich denke schon, dass das ein Cassettendeck ist, das zumindest bis Dolby C die bestmöglichen Aufnahmen macht und Sorry, aber ich selbst bei noch so guter Einmessung höre ich schon stärkere Unterschiede vor allem mit Dolby, im Gegensatz dazu ist der Unterschied bei 128 kbps wesentlich geringer bis nicht feststellbar (kommt auf die Qualität und den Dynamikumfang des Originalmaterials an) und spätestens ab 192 kbps stelle ich keinen hörbaren Unterschied mehr fest. Bei Cassette immer, egal ob mit AKAI, Nakamichi, Sony oder sonst nem Hersteller. Und Gute Bänder habe ich auch.
derschröder
Stammgast
#19 erstellt: 20. Jul 2010, 15:09
Hallo, habe gerade auf Deutschlandradio Kultur einen interessanten Bericht zum Thema gehört: Ein Wiener Professor spielt seinen Studenten seit 10 Jahren im Blindvergleich von CD und MP3 vor. Ergebnis: Anfangs konnten die meissten Hörer die CD noch eindeutig als bessere Ouelle identifizieren, inzwischen kann kaum noch einer einen Unterschied heraushören, im Gegenteil. Durch die große Verbreitung von MP3 Playern halten inzwischen viele das MP 3 Format für das Original, bzw. das Format mit der besseren Klangqualität. Nach Auffassung des Professors gewöhnt sich der Mensch wohl sehr schnell an die überwiegend gehörte Qualität.

Oje, Oje habe mir geade erst einen MP-3 Player gekauft.....:-)
DOSORDIE
Inventar
#20 erstellt: 20. Jul 2010, 15:52
Ich glaube eher, das liegt daran dass die Codecs sich in den letzten Jahren verbessert haben, wodurch der Sound bei weniger Bitrate auch originalgetreuer ist, vor einigen Jahren war es wohl leichter den Unterschied zu hören, weil die Codecs noch nicht so ausgereift waren und deshalb auch Artefakte bei höheren Bitraten hörbar waren.

Wenn ein 128 kbps bei 15 kHz abschneidet und sich darüber noch etwas befindet, dann steigt ausserdem die Lautstärke, weniger Frequenzen machen gleichzeitig weniger Krach, den man insgesamt lauter machen kann, dadurch dass 5000 Hz die auf der CD enthalten sind beim 128er einfach weg geschnitten werden. So kann es passieren, dass die mp3 Datei lauter ist, als das Original. Wenn etwas lauter ist klingt es zuerst immer klarer und voller als das Leisere. Sind die Bitraten höher ist es nicht mehr möglich Original und komprimierte Datei zu unterscheiden. Ich denke viele machen dann den Test zwischen 2 Dateien von denen sie nicht wissen welche welche ist. Ist der Unterschied nicht hörbar macht man sich irgendwann was vor, wie Leute die ihre Kabel für 300 Euro den Meter kaufen. Andere klicken dann einfach zufällig was an, weil sie nix hören aber was wählen müssen. Ich glaube nicht, dass auf diese Studie Verlass ist. Die Ohren justieren sich ständig neu und wenn dem wirklich so wäre, dann müsste das komprimierte Hören ja auch schädliche umgekehrte Effekte haben - nämlich beim Hören unserer Umwelt. Ich kann mir das alles nicht so ganz vorstellen.

Ich höre auf öfter mal DAT, auch da ist mir bislang nix Nennenswertes aufgefallen, ich bin nur von der Endstufe in dem Ding beeindruckt, der Sound ist fantastisch, da fällt mir übrigens auf, ich von mp3 kopiere und die Dateien schlecht gerippt, als ich die selben Songs vom selben mp3 auf Cassette aufgenommen hatte habe ich das nie bemerkt.

LG, Tobi
Duckshark
Inventar
#21 erstellt: 20. Jul 2010, 17:18
@ derschröder:
Zu diesem Thema, ich bin mir nicht sicher, ob es sich auch auf den Wiener Professor bezog gab es hier schon mal einen Thread (wenn ich ein wenig Zeit habe, suche ich mal danach).

Aus medizinischer Sicht halte ich das zumindest für äußerst fragwürdig. Das Hören von MP-3-Dateien stellt ja selbst unter Annahme hoher Hörzeiten (Dauerberieselung, ständig die Knöpfe in den Ohren, etc.) letzlich nur einen Bruchteil der Zeit dar, indem das Gehör und somit auch das Hirn mit der Verarbeitung akustischer Reize beschäftigt wird. Selbst wenn das Hören von MP-3s also theoretisch einen Effekt hätte, was ich nicht glaube denn dann müssten die im Durchschnitt grauslichen Kassetten, Schallplatten, Loudness-War-CDs und nicht zuletzt die schlechten Wiedergabegeräte beim Schnitt der Bevölkerung viel eher Auswirkungen haben, wäre die Einwirkzeit wohl zu kurz.

Wenn überhaupt ist eher das Hören mit zu großer Lautstärke mit portablen Playern (gerade bei Jugendlichen) wohl ein Problem. Daran hat die MP-3 aber keine Schuld, laut hören konnte man mit Walk- und Discman auch. Lediglich haben heute (auch bedingt durch den niedrigeren Preis) mehr Leute solch ein Gerät, sodass der Effekt stärker auffällt.


Wenn man sein Hirn einschaltet sollte also das Nutzen eines MP-3-Players keinerlei Schwierigkeiten machen!
Lassal
Stammgast
#22 erstellt: 21. Jul 2010, 21:19
Ich hatte damals einen der ersten MP3 Player und habe dann jeden Firlefanz mitgemacht. Wirklich jeden ...
Jetzt nehme ich wieder Kassetten auf und nutze den PC nur noch für Kommunikation und Büro.

Die tausenden Tonträger stören mich nicht. Auf MP3 und Co kann ich verzichten.
Duckshark
Inventar
#23 erstellt: 21. Jul 2010, 21:39
Warum hast du der MP-3 den Rücken gekehrt? Was hat dich zu dieser Einstellung bewegt? Mich würden da die Beweggründe interessieren.
Lassal
Stammgast
#24 erstellt: 22. Jul 2010, 11:08
Ich habe diese eigentlich verschwiegen, weil ich nicht Öl ins Feuer einiger ignoranten Fanatiker gießen wollte, welche Fakten nicht von subjektivem Empfinden unterscheiden können.

Bei den MP3s jedenfalls war es bei mir so: Als ich
Anfing mit dem Musik hören kam Sie von Kassette und dann von CD. Ich habe regelmäßig meine Eltern genervt, indem ich Kassetten für die Autofahrt aufgenommen habe, meinen frühen Angebeteten schwülstige Lieder aufgenommen (nur Anfangs auf Kassetten).

Für Computer interessierte ich mich bereits seit ich klein war und hatte mit 10 meinen ersten Rechner mit Internetzugang. Den Computer nutze ich die ersten Jahren zum Spielen, Lernen, das Netz erkunden und baute bald erste Webseiten. So mit 13 Entdeckte ich dann den Computer als praktisch um meine CDs darauf zu speichern und fing an darüber Musik zu hören. Dann kam das Downloaden hinzu. Jeder kennt das Problem; du bist ein junger Schüler mit wenig Geld, der aber sehr in die Musik verliebt ist, aber du hast eben kein Geld um dir regelmäßig Tonträger zu kaufen.
Da entdeckte ich Kazaa (was zu dieser Zeit wirklich viele User hatte) den Mulie und CO. Also begann ich mir die Musik die ich benötige zu saugen. Es gab zwar einige enttäuschend schlechte Rips, aber das war eigentlich nicht die Regel. So wuchs meine Musiksammlung weiter an. Ich kaufte zwar noch CDs, aber wie gesagt beschaffte ich mir die meiste Musik "illegal". Zu diesem Zeitpunkt hörte ich die Musik noch bewusst. Studierte die Texte, die Booklets und tauschte mich mit Freunden darüber aus. Als ich mit meinen Eltern über Pink Floyd reden wollte, da ich einige Textzeilen falsch interpretierte, sagten sie mir: "Das verstehst du wenn du älter bist" ...

Mit zunehmendem Medienkonsum, hauptsächlich dem Internet und Computerspielen, wurde die Musik so mit 15 Jahren mehr zur Hintergrundbeschallung ( ich glaube ich schädigte mir da auch meine Ohren). Das lag nicht daran, dass die Daten nun auf dem PC lagen, sondern daran dass ich es mir einfach so angewöhnt hatte. Es ging mir damals auch nicht so wirklich um den Klang, aber dazu später mehr. So bis ich 19 wurde, mit Ausnahme meiner Sex drugs and Rock 'n' Roll Zeit, nahm ich mir keine Zeit mehr für die Musik. Ich konnte zwar nicht ohne Leben, aber bewusst Hören war eine Seltenheit geworden. Ich war voll eingespannt in meinem nerdigem Leben, mit mehreren Rechnern und anderen Pappnasen um mich versammelt.
Musik wurde Gigabyte weise durch das LAN geschoben und sie war irgendwie so selbstverständlich geworden.

Tja, dann habe ich (vielleicht endlich auspubertiert) endlich meinen Medienkonsum radikal eingeschränkt und versucht wieder in allen Bereichen bewusster zu leben. Ich nahm mir wieder Zeit für die Musik. Diese wurde von meinem Server über das WLAN in den Streamingclient und dann in den Verstärker gespeist. Beim bewussten hören vermisste ich aber irgendwie mit der CD-Hülle herum zu spielen und das Stöbern durch etliche Alben am Bildschirm war irgendwie auch, jetzt bewusst wahrgenommenem, ein schlechter Ersatz für ein schönes Regal. Nochmal - Das ist nur meine Meinung -
Also wurde ich radikal, verkaufte den Großteil meiner EDV und begann wieder von CDs, Platten und Kassetten zu hören. Das Musikhören und seine Rituale sind damit wieder in mein Leben getreten. Ich hätte nicht gedacht das es einen großen Unterschied macht, aber das Erleben von Musik hat so bei mir an Qualität gewonnen.

Ich habe kein Problem mit MP3s oder anderen Formaten von Musik, das ist allein meine persönliche Erfahrung. Mir ist auch bewusst das ein einwandfreier Rip bereits mit 256 kbps toll klingt, aber für mich ist das ganze eben nichts. Irgendwie bin ich an der Schwelle zum Mp3-Zeitalter groß geworden, habe mich dann aber für den klassischen Tonträger entschieden.


Hoffe das reicht dir.
Despistado
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 22. Jul 2010, 20:07
Also ich kann mich für MP3s nicht so recht begeistern.

Nicht wegen des Klangs (der ist je nach Bitrate sehr gut) sondern wegen der Art wie die MP3 die Welt der Musik verändert hat.
Heute ist Musik ein (mehr oder weniger) wertloser Gebrauchsgegenstand geworden den man sich kostenlos herunterlädt und dann irgendwann achtlos wegwirft.
Sie hat dadurch nicht nur an materiellem sondern auch an ideellem Wert verloren.

Früher mußte man vllt. ewig nach dem richtigen Album suchen, umso größer war aber die Freude als man es dann endlich hatte.

Diese Erfahrung kann die Jugend in der heutigen Zeit gar nicht mehr machen.

Ich mache aber weder den MP3-Entwicklern noch der Jugend einen Vorwurf denn die Entwicklung läßt sich nicht aufhalten und die Jugend kann auch nichts dafür in eine Welt hineingeboren worden zu sein, in der Musik nichts mehr wert ist.

Nebenbei erwähnt fehlt mir bei MP3s einfach das haptische Erlebnis, das man bei echten Tonträgern hat.
Deswegen habe ich keinen Mp3-Player (stattdessen MD-Walkman) und werde mir wohl auch in Zukunft keinen zulegen.
niclas_1234
Inventar
#26 erstellt: 24. Jul 2010, 18:00
Also das Mp3 vorteile hat ist nicht von der HAnd zu weisen und ich verstehe viele Leute die Mp3 benutzen durchaus.

Ich alerdings bleibe bei dem Normalen WAV format und das ohne damit die qualität zu meinen. Ich habe aber einfach am Pc wo ich auch mp3 besitze keine ruhe ein Lied oder ein Album zuende zu hören sondern zappe immer durch die musik und das mag ich nicht.

Ich kann die Musik mehr geniesen wenn ich mir eine CD anmache und mich hinstetze.

Trotzdem Mp3 hat vieles einfacher gemacht und daraufhin auch von mir HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
Curd
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 30. Jul 2010, 13:58
Hallo,

meine 5 Cent Meinung:

Gerade einmal 120...130 Jahre ist es her das die Menschheit ihre Musik in Konserven packen konnte und unabhängig wurde von lebenden Musikanten....

Wir haben also nicht vom jüngsten Tage an ein Anrecht auf unseren stapelbaren Musikspeicher. Die Leute haben selber Musik gemacht... nein die Mehrheit hat viel gearbeitet und ist früh verstorben. Musik war ein Luxus ( wenn wir das "Singen" ausklammern - ein Sonntagsfeeling - Kirche und Feste musste man besuchen wollte man Musik hören. Nur einfachste Musikinstrumente konnte sich die Allgemeinheit leisten aber das ist zu OT.

Für viele ist die Haptik ja sooo wichtig.... sei es Schallplatte oder CD....sooo wichtig... die Musik - der Musikgenuss? nebensächlich....

Mit mp3 wird der Musikgenuss noch mehr verschwinden? - eine Wegwerf-Mentalität Tür und Tor geöffnet? - das sind die gleichen Argumente wie vor der Einführung der Schallplatte - oder der Möglichkeit sich sogar selber ohne großen Aufwand die Musik aufzunehmen - sei es Tonband, Cassette, PC.... das Gejammer der Musikindustrie war immer groß und vor allem existenziell.... der Untergang des Abendlandes stand immer schon vor der Tür und hämmerte wie blöde...

...aber.... seltsamerweise... die Industrie wurde immer grösser und stand nach solchen "angeblichen" Krisen besser da als vorher. Der Markt wurde durch die neuen Techniken grösser und grösser - dadurch musste noch mehr Content generiert werden.... immer mehr.... schaut man sich die Zahlen an aus den 60zigern und den aktuellen dann ist nahezu eine Explosion entstanden - alles was um das Thema Musik kreist ist enorm gewachsen - nicht nur Consumer-HiFi ( wobei man den Blick nicht nur in der Heimat schweifen lassen sollte - ein Wegbruch unserer Consumer HiFi-Industrie steht eine Mehrzahl im Ausland gegenüber) sondern die gesamte Branche - angefangen von Musikschulen, Produktion, Kosten, Verwertung ect.

Meine erste Erfahrung mit mp3 war der RIO 600 aus dem Jahre 2000:



...ein 32 MB Monster - mit einer irren Batterielaufzeit ( bei mir ca. 10 Stunden) - läuft heute noch aber: ist bereits im heimischen Museum gelandet - Wahnsinn wie die Entwicklung rast - mehrere Geräte dieser Gerätegattung sind bereits bei mir gelandet - bis auf den ersten und jetzt aktuell dem letzen iPod Touch sind die alle günstig bzw. als Werbegeschenk in meine Hände geraten.

Der Apple ist nun ein 32 GB Monster - mit einer irren Batterielaufzeit ( bei mir ca. 30 Stunden). Die beiden Geräte liegen so ca. 10 Jahre auseinander und wenn mich nicht alles täuscht lag der Rio damals bei über 400 DM - also schon mit einem Apple der heutigen Zeit preislich in der Nähe.... Scheint so das ich mir alle 10 Jahre ein neues mobiles Musik-Konservenbasisgerät zulege - ich bin auf das Jahr 2020 gespannt...

Wenn man bedenkt was diese Geräte an Features, Klang, Bedienung, Speicher und Zuverlässigkeit beinhalten und das vergleicht mit den früheren Möglichkeiten ( insbesondere den mobilen Geräten wie z.B. Transistorradios und Cassetten Walkmännern...) kann ich nicht ohne Demut zu zeigen auf die Technik blicken die mit Riesenschritten voranschreitet und das alles ermöglicht.

Glückwunsch mp3!

Hier noch eine interessanter Artikel - der witziger weise auch die Jahreszahl 15 aufweist - denn : »Zwischen der Idee und dem fertigen Standard lagen fast 15 Jahre harter Entwicklungsarbeit.«

Die mp3 Geschichte

Z25
Inventar
#28 erstellt: 30. Jul 2010, 15:05
Gerippte Musik wird m.E. sehr schnell zum Wegwerfartikel.
Ich nutze sie selbstverständlich auch, die Vorteile sind unverkennbar und oben ja auch ausreichend beschrieben. Trotzdem kaufe ich weiterhin CD und nutze obendrein an und an auch LP und Kassetten. Die möglicherweise vor allem aus nostalgischen Gründen.
Vielfach bereits beschrieben stimmt das einlegen (auflegen) eines Klangträgers vielleicht besser auf den Genuss ein und macht sensibel. Es dudelt dann nicht nur mal eben so und unverbindlich im Hintergrund irgendwas aus dem Festplattenarchiv, dass für 7 Wochen Dauerbeschallung ohne Wiederholung gut wäre..........

Kann aber gut sein, dass dies bereits ein altersbedingtes Phänomen ist.
Stefanvde
Inventar
#29 erstellt: 30. Jul 2010, 15:46
Auch von Mir Herzlichen Glückwunsch MP3.
Sie hat die Musikwelt verändert,das muß man zugeben.Ich kaufe aber immernoch Tonträger,sowohl CD wie auch Vinyl und nutze keine Downloadportale.Dieses ganze DRM-Zeugs ist mir suspekt. Allerdings erstelle ich mir regelmäßig Zusammenstellungen von mp3's auch CD für's Autoradio,da nutze ich sehr viel MP3.Das spart den CD-Wechsler und benötigten Platz im Kofferraum,allein dafür ist es die Gratulation allemal wert. Zu Hause mache ich meine Aufnahmen dann allerdings lieber auf MD,da hat man noch einen physikalischen Tonträger zum Einlegen,das gehört für mich zum Musikhören einfach dazu.Auch habe ich keine Lust immer erst den PC zu starten,bzw. befindet der sich nicht im Wohnzimmer wo ich hauptsächlich höre.
Lassal
Stammgast
#30 erstellt: 30. Jul 2010, 15:48
Weihnachten 2000 wenn ich mich nicht irre. Damit war ich damals der King.



[Beitrag von Lassal am 30. Jul 2010, 15:51 bearbeitet]
Überspannung
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 30. Jul 2010, 21:55
Die ersten MP3 sind mir irgendwann so 1996-1998 unter gekommen, damls aber kaum was selbst geript, das war auch das tolle da daran, leider hatte die musikindustrie da nicht so viel verständnis für.
Meine generation hatte wohl nie eine richtige beziehung zu Tonträgern. Zuerst hatte an sich kasetten kopiert und immer wieder überspielt, dann CD's gebrannt und schlieslich MP3 Dateien getauscht.
Heute nutzte ich einen online anbieter, ärgere mich aber übber die miese qualität, die war früher bei den getauschten dateien besser.

Ich persönlich finde MP3 ab 128kbits halbwegs erträglich, würde ich mit kasetten vergleichen. Für die meisten stücke höre ich bei 160kbits kaum mehr einen unterschied, gibt allerdings ausnahmen, gerade punkrock ist so eine. Bei gleichzeitiger nutzung des gesamten frequenzbereichs (man könnt es auch lärm nennen) kommt die komprimierugn doch an ihre grenzen. Ab 192kbit bemerke ich keine steigerung der klangqualität mehr.


[Beitrag von Überspannung am 30. Jul 2010, 21:56 bearbeitet]
Frankman_koeln
Inventar
#32 erstellt: 31. Jul 2010, 00:03

Ab 192kbit bemerke ich keine steigerung der klangqualität mehr.


geht mir ähnlich.
habe vor langem mal mit freunden versucht nen blindtest durchzuführen.
die 128 kbit mp3 haben wir von der original cd alle mehr oder weniger deutlich unterscheiden können, die 192 kbit mp3 schon nicht mehr.
eine auch angefertigte 256 kbit mp3 haben wir dann gar nicht mehr getestet.

trotzdem nutze ich nahezu ausschließlich 320 kbit mp3.

leider gibt es immer wieder goldohren die - ohne selber im blindtest getestet zu haben - auch hier behaupten deutliche (!!!) unterschiede sofort heraushören zu können und das mp3 format immer wieder schlechtreden.

die darf man nicht für voll nehmen ....
Despistado
Ist häufiger hier
#33 erstellt: 31. Jul 2010, 02:01

Curd schrieb:


Für viele ist die Haptik ja sooo wichtig.... sei es Schallplatte oder CD....sooo wichtig... die Musik - der Musikgenuss? nebensächlich....

Von nebensächlich habe ich zumindest nichts gesagt.


Curd schrieb:

Mit mp3 wird der Musikgenuss noch mehr verschwinden? - eine Wegwerf-Mentalität Tür und Tor geöffnet? - das sind die gleichen Argumente wie vor der Einführung der Schallplatte - oder der Möglichkeit sich sogar selber ohne großen Aufwand die Musik aufzunehmen - sei es Tonband, Cassette, PC.... das Gejammer der Musikindustrie war immer groß und vor allem existenziell.... der Untergang des Abendlandes stand immer schon vor der Tür und hämmerte wie blöde...

Welche Argumente damals angeführt wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

Fakt ist aber, daß es nun (naja, schon länger) erstmals in der Geschichte der Tonkonserve möglich ist, Musik völlig kostenlos zu erstehen, sowas gab's vorher noch nie.
Heute muß man sich nicht zw. Produkt x und einer CD entscheiden, heute kauft man Produkt x und lädt sich den Inhalt der CD gratis herunter.
Meiner Meinung nach hat sich eben auch die Einstellung der Menschen zur Musik verändert, sie ist nicht nur im wörtlichen Sinne wertlos (weil kostenlos) sondern in gewisser Weise auch im übertragenen Sinne.

Zwar finde ich persönlich es nicht besonders schlimm, wenn die großen Bosse der Plattenfirmen ihren Fuhrpark minmals verkleinern müssen, aber es gibt nicht nur die Bosse sondern auch die einzelnen Künstler.
Und ein Musikschaffender kann heute längst nicht mehr nur von CD-Verkäufen leben, die Zeiten sind absolut vorbei.

Das führe ich auf die Einführung und Verbreitung (Tauschbörsen) der MP3 zurück.

Aber wie gesagt, ich gebe weder den Entwicklern noch den (illegalen) Nutzern die schuld.
Die Entwicklung läßt sich nicht aufhalten und was passiert ist hätte unmöglich verhindert werden können.
LucyLawless
Hat sich gelöscht
#34 erstellt: 31. Jul 2010, 08:49
Auch von mir Glückwunsch liebes MP3: es gibt Dich jetzt 15 Jahre, und Du interessierst mich noch immer nicht...

Obwohl, eigentlich müßte ich Dich für die fortschreitende Kommerzialisiereung und Oberflächlichkeit der Musikkultur im allgemeinen (mit) verantwortlich machen (Loudnesswar inkl),
aber da es hier nahezu ausnahmslos Genres betrifft, die ich nicht konsumiere, ist es mir weitestgehend egal...

Von daher: Auf weitere 15 Jahre des gegenseitigen ignorierens...


[Beitrag von LucyLawless am 31. Jul 2010, 09:07 bearbeitet]
Duckshark
Inventar
#35 erstellt: 31. Jul 2010, 10:46
Hallo zusammen
Da sind ja einige wirklich gute Beiträge zusammen gekommen, Danke dafür! Leider hatte ich die letzten Tage und habe ich nicht so viel Zeit hier präsenter zu sein, trotzdem möchte ich versuchen auf einige Meldungen einzugehen.

@Lassal: Danke für deine Erklärungen, das reicht mir natürlich vollkommen! Zusammenfassend könnte man also sagen, dass es nicht nur eine Abkehr von der mp-3, sondern in gewisser Weise eine Abkehr von dem Gedanken war immer die neuesten technisches Spielereien haben zu müssen. Der Wunsch war wieder bewusster Musik zu hören. Mit diesem Punkt bist du nicht alleine und der Vorwurf an die mp-3, sie würde zum wenig bewussten Musikhören, zur Hintergrundbeschallung beitragen ist sicherlich nicht falsch.
Das Fehlen des haptischen Erlebnisses, des Stöberns (und zwar nicht in Onlineplattformen) betrauern ja einige hier - wohl nicht zu Unrecht.


Diese Archos Musikbox kenne ich auch noch, dafür konnte ich mich auch mal begeistern, sie war mir dann aber doch zu groß.

@Stefanvde: Die großen Downloadportale (Amazon, I-Tunes usw.) bieten seit einiger Zeit DRM-freie Musik. Wenn es auch etwas länger gedauert hat, hat die Musikindustrie dann doch erkannt, dass eine solche Gängelung des Kunden sich nicht durchsetzen lässt.

Wo wir dabei sind, kann ich mich dem "Trend" anschließen, auch ich greife immer noch zum physikalischen Tonträger (CD) und habe nur 2-3 Titel runtergeladen.
Als Verantwortlicher für die Musikauswahl in einem Verein, der recht ansehnlich Veranstaltungen auf die Beine stellt muss ich allerdings sagen, dass sich durch die Downloadportale die Musikbeschaffung vereinfacht hat bzw. die Auswahl vergrößert hat.
Mann kann nun auch kurz vor der Veranstaltung einen Titel downloaden, wenn man feststellt, das er gut ins Set des Abends passen würde. Kleinere, spezialisierte Angebote wie etwa Beatport bieten, gerade im Bereich der elektronischen Musik, die Möglichkeit wesentlich besser an angesagte (Einzel-)Titel heranzukommen, als dies auf klassischem Wege möglich war.

An diesem Punkt, möchte ich (nochmal) das Argument entkräften die mp-3 habe zu einem verkleinerten Angebot beigetragen. Die großen Labels setzen sicher immer mehr auf Sachen, die bereits laufen und melken jede Kuh bis es nicht mehr geht. Das Angebot an Musik ist aber nicht kleiner geworden. Das Suchen und Stöbern verlagert sich aber sicher weg von kleinen, schmucken, gut sortierten Plattenläden (die gibt es ja leider kaum noch) ins Netz und findet virtuell statt.

Wirklich toll, fand ich diese Anemrkung von "Curd":

Mit mp3 wird der Musikgenuss noch mehr verschwinden? - eine Wegwerf-Mentalität Tür und Tor geöffnet? - das sind die gleichen Argumente wie vor der Einführung der Schallplatte - oder der Möglichkeit sich sogar selber ohne großen Aufwand die Musik aufzunehmen - sei es Tonband, Cassette, PC.... das Gejammer der Musikindustrie war immer groß und vor allem existenziell.... der Untergang des Abendlandes stand immer schon vor der Tür und hämmerte wie blöde...


Anders hingegen sehe ich das hier:

Fakt ist aber, daß es nun (naja, schon länger) erstmals in der Geschichte der Tonkonserve möglich ist, Musik völlig kostenlos zu erstehen, sowas gab's vorher noch nie.

Aufnahmen aus dem Radio waren mit Einführung von Tonbandgeräten möglich, Kassetten wurden weitergegeben und kopiert, wer wollte kam auch vor 30 Jahren kostenlos an seine Musik. Geändert hat sich lediglich die technische Möglichkeit und die Verbreitung. Nicht geändert hat sich, dass solches Vorgehen illegal ist und die Jagd nach diesem "Verbrechern" ist ja auf Betreiben der MI voll entbrannt.


Zwar finde ich persönlich es nicht besonders schlimm, wenn die großen Bosse der Plattenfirmen ihren Fuhrpark minmals verkleinern müssen, aber es gibt nicht nur die Bosse sondern auch die einzelnen Künstler.
Und ein Musikschaffender kann heute längst nicht mehr nur von CD-Verkäufen leben, die Zeiten sind absolut vorbei.

Das führe ich auf die Einführung und Verbreitung (Tauschbörsen) der MP3 zurück.


Wenn ich mir anschaue, was diese "armen" Künstler, die für eine härteres Urheberrecht demonstrieren Jahr für Jahr einsacken hält sich mein Bedauern in Grenzen. Die "Großen" verdienen, ebenso wie die Labels immer noch mehr als genug und brauchen daher auch nicht jammern, wenn sie etwas weniger verdienen als vorher. Selbst wenn sie nicht mehr von ihren Albumverkäufen leben könnten, wäre das in meinen Augen nicht tragisch. Was ist das auch für ein Ansinnen? Die sollen gefälligst rausgehen und für ihre Fans spielen, sich neue Songs einfallen lassen, die dann auch verkauft werden und nicht im Sessel sitzen und es sich auf ihren Tantiemen gemütlich machen. Wobei, wie gesagt in meinen Augen, die Lage weniger kritisch ist als du sie darstellst, es gibt nämlich genug, die von ihrem alten Krempel leben.

Beim anderen Extrem, dem jungen, unbekannten Künstler ohne Plattenvertrag hat sich in meinen Augen nichts verschlechtert, von der Musik leben zu wollen war nie einfach und risikolos. Im Gegenteil ihre Möglichkeiten auf sich aufmerksam zu machen sind eher gestiegen!

Bleiben die dazwischen. Abgesehen davon, dass auch hier meist auf recht hohem Niveau gejammert wird, haben diese Leute es selbst in der Hand. Dafür muss man nur etwas kreativ sein und seinen Hirnschmalz bemühen. Einige Bands (z.B. Nine Inch Nails) haben vorgemacht wie man die Labels ausbremst und ohne deren Verträge mehr für seine Musik bekommt.


Die Entwicklung läßt sich nicht aufhalten und was passiert ist hätte unmöglich verhindert werden können


Die Frage ist schon interessanter! Nach meiner Ansicht und der vieler Experten hat die MI sich diesen Mist zu einem Großteil selber eingebrockt. Man hat sich großmächtig hingestellt und behauptet, dass die mp-3 nichts sei, das es da keinen Markt gäbe, Musik nicht über das Internet vertrieben würde usw. Als der Karren dann schon tief drin steckte hat man versucht die Leute mit Kopierschützen, dämlichen Formaten, DRM und einigem anderen zu gängeln. Durch dieses Verhalten hat man sich selber seinen Markt zerstört.
Interessanterweise geht, trotz des negativen Beispiels, eine weitere Branche, nämlich die der Zeitungen und Buchverlage gerade den gleichen Weg.

Nochmal: Danke für eure Beiträge und mehr davon!
Despistado
Ist häufiger hier
#36 erstellt: 31. Jul 2010, 14:50

Duckshark schrieb:

Aufnahmen aus dem Radio waren mit Einführung von Tonbandgeräten möglich, Kassetten wurden weitergegeben und kopiert, wer wollte kam auch vor 30 Jahren kostenlos an seine Musik. Geändert hat sich lediglich die technische Möglichkeit und die Verbreitung. Nicht geändert hat sich, dass solches Vorgehen illegal ist und die Jagd nach diesem "Verbrechern" ist ja auf Betreiben der MI voll entbrannt.


Du hast recht, die Möglichkeit Musik bspw. aus dem Radio aufzunehmen gab es auch schon früher.
Trotzdem kann man das nicht mit der heutigen Lage vergleichen, denn da gab es schon massive Einschränkungen.
Erstens war die Klangqualität längst nicht so gut wie bei einer MP3 und man mußte bspw. in Kauf nehmen, daß am Anfang des Stückes der Sprecher laberte und am Ende des Stückes schon das nächste eingeblendet wurde.

Zweitens war die Auswahl ja viel geringer. Heute bekommt man alles, sofort und praktisch in CD-Qualität.
Damals bekam man lediglich das was eben im Radio gespielt wurde, sonst nichts.
Mit viel Glück hatte vllt. ein Bekannter zufällig das Lied, das man suchte und man konnte sich von der sowieso schon schlechten Aufnahme eine noch schlechtere Kopie machen.

Deswegen stellte die private Kassettenaufnahme keine Konkurrenz für den Originaltonträger dar.
Wollte man das Lied in guter Qualität bekommen, mußte man zwangsläufig den Originaltonträger erwerben.

Da sieht's heute komplett anders aus.


Duckshark schrieb:

Beim anderen Extrem, dem jungen, unbekannten Künstler ohne Plattenvertrag hat sich in meinen Augen nichts verschlechtert, von der Musik leben zu wollen war nie einfach und risikolos. Im Gegenteil ihre Möglichkeiten auf sich aufmerksam zu machen sind eher gestiegen!


Richtig, da gibt's heute mehr Möglichkeiten.
Dumm nur, daß es heute kein Produkt mehr gibt, daß sie verkaufen können (denn das gibt's ja gratis...;) )


Duckshark schrieb:

Die Frage ist schon interessanter! Nach meiner Ansicht und der vieler Experten hat die MI sich diesen Mist zu einem Großteil selber eingebrockt. Man hat sich großmächtig hingestellt und behauptet, dass die mp-3 nichts sei, das es da keinen Markt gäbe, Musik nicht über das Internet vertrieben würde usw. Als der Karren dann schon tief drin steckte hat man versucht die Leute mit Kopierschützen, dämlichen Formaten, DRM und einigem anderen zu gängeln. Durch dieses Verhalten hat man sich selber seinen Markt zerstört.

Da gebe ich dir teilweise recht.
Die MI hat viel zu spät reagiert und auch der ganze DRM-Mist hat sicher nicht dazu beigetragen die Lage zu entspannen.

Allerdings bezweifle ich, daß es anders gekommen wäre, wenn sie rechtzeitig reagiert hätte.
Denn warum sollten die "Kunden" dafür bezahlen wenn sie das selbe Produkt (kein ähnliches in schlechterer Qualität, sondern wirklich das selbe Produkt) ebensogut gratis erhalten können?

Zumindest auf lange Sicht hätte das an der heutigen Lage nichts verändert.
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