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Umfrage
Live-Klang - Was versteht Ihr darunter???
1. Soweit wie möglich unplugged, d.h. gänzlich OHNE PA-Anlage (30.3 %, 20 Stimmen)
2. Klang wie im Live-Konzert, d.h. MIT PA-Anlage (63.6 %, 42 Stimmen)
3. Sonstiges (6.1 %, 4 Stimmen)
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Live-Klang - Was versteht Ihr darunter???

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Autor
Beitrag
Matze81479
Stammgast
#1 erstellt: 19. Jun 2005, 19:07
Hallo zusammen,

ich weiß, das Thema wurde schon oft kontrovers diskutiert. Und jeder versteht wohl was anderes unter "Live"?!

Nachdem ich nun am Wochenende auf ner Hochzeit war und den ganzen Abend von ner kleinen Band mit ner fürchterlichen PA-Anlage von Yamaha beschallt wurde, frage ich mich nun, ob das wirklich "live" war ...

Denn eigentlich habe ich dort doch nichts anderes gehört als ich das auch bei mir zu Hause höre: Die Stimmen und Instrumente im Original haben wohl nur einen Bruchteil dessen ausgemacht, was tatsächlich an meinem Ohr ankam. Der Großteil kam aus der Yamaha PA-Anlage, d.h. auch wieder aus ner "Kette" mit Amp, allerhand sonstiger Elektronik, und eben ein paar Lautsprechern ...

D.h. wenn ich dort meinen Emmi und meine Cremonas hingestellt und die Band damit "verstärkt" hätte, wäre das doch wohl genauso "live" gewesen wie aus Yamaha Elektronik und PA-Boxen. Oder seht Ihr das anders???

Vielleicht könnt Ihr mir ja ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, wenn ich immer wieder mit "LS x klingt wie live" konfrontiert werde. Momentan würde ich dann sagen: "Ok, dann viel Spaß damit - meine klingt dagegen schön"

Viele Grüße
Matthias
HiFi_Addicted
Inventar
#2 erstellt: 19. Jun 2005, 20:58
Also essollte möglichst Unplugged Klingen. Also am besten ein Instrument mit der Anlage vergeichen und schaun das es so ähnlich wie möglich klingt.

MfG Christoph
lens2310
Inventar
#3 erstellt: 20. Jun 2005, 16:09
Ganz einfach :

Dynamik bis zum Abwinken und möglichst unverfälschter Sound.
Viele der "Klein Pa`s" die Alleinunterhalter oder Ähnliche heute verwenden klingen sehr gepresst und unnatürlich, vermutlich aufgrund der kleinen Satteliten.
Die Bässe sind oft aufgeblasen und echter Tiefbass kaum vorhanden.
Diese "Subs" bringen oft nicht die 42 Hz der Bassgitarre.
Dies stell ich immer wieder auf Hochzeiten oder anderen Feiern fest.
Kann die Leute aber verstehen, wer will sich noch mit ausgewachsenen Pa-Lautsprechern (über 50 kg) rumquälen.
technicsteufel
Inventar
#4 erstellt: 20. Jun 2005, 16:41
Na ich würde den Feierdudler nicht mit einem Live-Konzert vergleichen wollen.
Das wäre ja wie Äppel mit Birnen oder so.
Der Vergleich mit einzelnen Instrumenten ist schon ok, aber dann auch mit einer Band voller guter Instumente mit den passenden Spielern.
Ein Live-Konzert ist allerdings auch nicht mit der Albumeinspielung im Studio vergleichbar.
Die meisten Live-Mitschnitte werden allerdings später im Studio auch nachbearbeitet.
Und bei den meisten Konzerten würde ich so wie so sagen "nicht gut aber laut"!
Ansonsten, "live is live"!
Matze81479
Stammgast
#5 erstellt: 21. Jun 2005, 16:38
Hmmm?! Jetzt bin ich schon etwas überrascht vom Zwischenstand der Abstimmung ...

Wenn "Live" wirklich soviel heißt wie "Klang, wie man ihn während des Konzerts über die PA-Anlage gehört hat", dann müssten doch Livesound-Anhänger am Besten zu ner gescheiten PA-Anlage greifen. Oder seh ich das falsch?

Jedenfalls dürfte sich Hifi/Highend meines Erachtens doch stark von dem unterscheiden, was ich als PA-Sound kenne. Gut, der PA-Sound kommt meist knackiger rüber als man das von Highend-Ketten kennt. Doch das was wir im Konzert hören, ist doch mehr als verfälscht durch die PA-Kette!? Jedenfalls verfälscht im Sinne des natürlichen Klangs der Interpreten und deren Instrumente?!?!?! Oder behauptet etwas jemand hier, PA-Sound klänge "neutral"???

Wenn ihr bei nem Live-Konzert die Bühne vor euch habt und die Interpreten nach hinten versetzt stehen - wer von euch hat dann diese Räumlichkeit schon mal tatsächlich aus ner noch so teuren PA-Anlage gehört (!), wenn er die Augen geschlossen hat?

Daher frage ich mich halt, ob wir durch all die Aufnahmetechnik (Studioaufnahme oder Live-Mitschnitte) nicht immer schon vorweg ein besseres (räumlich gestaffeltes) Bild des Geschehens präsentiert bekommen als wir das bei einem Live-Konzert jemals erleben dürfen?!

Mittlerweile wird mir aber auch klar, warum v.a. Anhänger des sog. Live-Sounds meist mit gigantischen Bass-Chassis hören (z.B. die Tannoy Prestige Serie). Klar, im Konzert über ne mächtige PA-Box klingt eine Bassdrum natürlich wie ein Elefanten-Tritt in den Magen - und damit kommt der Elefant dann sogar ins eigene Wohnzimmer ;-) Doch ist es nicht ehrlicher (im Sinne des tatsächlichen Instrumentenklangs), die Bassdrum zu Hause beim Abhören mit nem "nur realistischen" Bums zu hören?!?!?! ... Und ist das nicht MEHR "LIVE"???

Viele Grüße
Matthias
MusikGurke
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 21. Jun 2005, 16:51

Hmmm?! Jetzt bin ich schon etwas überrascht vom Zwischenstand der Abstimmung ...


die live aufnahmequali eines klassischen orchesters oder bei jazz ist möglicherweise etwas besser als bei einem rammstein konzert... möglicherweise hatten das einige leute ja im hinterkopf...


Wenn "Live" wirklich soviel heißt wie "Klang, wie man ihn während des Konzerts über die PA-Anlage gehört hat


oder man nimmt eine live cd... gibts ja von den meisten bands...

ich persönlich bin aber auch eher ein freund von einer guten studio aufnahme...
martin
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 21. Jun 2005, 19:00

Nachdem ich nun am Wochenende auf ner Hochzeit war und den ganzen Abend von ner kleinen Band mit ner fürchterlichen PA-Anlage von Yamaha beschallt wurde, frage ich mich nun, ob das wirklich "live" war ...


Vielleicht war's nur ein Traum oder Du hattest schon vom vielen Saufen einen Filmriss. Frag sicherheitshalber mal beim Bräutigam nach, ob Du tatsächlich da warst.


Der Großteil kam aus der Yamaha PA-Anlage, d.h. auch wieder aus ner "Kette" mit Amp, allerhand sonstiger Elektronik, und eben ein paar Lautsprechern ...


Und die Kabel nicht vergessen. Und stand die Sängerin wenigstens auf Pfennigabsäzen, die als Spikes durchgehen?


D.h. wenn ich dort meinen Emmi und meine Cremonas hingestellt und die Band damit "verstärkt" hätte, wäre das doch wohl genauso "live" gewesen wie aus Yamaha Elektronik und PA-Boxen. Oder seht Ihr das anders???


Ja, aber nur wenn Du die Emitter-Ausbaustufe 'Openair-Live-Imgagination' (erkennbar an den täuschend echten Bier- und Kotzflecken im Plexiglasgehäuse eingelassen) hast.


Mittlerweile wird mir aber auch klar, warum v.a. Anhänger des sog. Live-Sounds meist mit gigantischen Bass-Chassis hören (z.B. die Tannoy Prestige Serie). Klar, im Konzert über ne mächtige PA-Box klingt eine Bassdrum natürlich wie ein Elefanten-Tritt in den Magen - und damit kommt der Elefant dann sogar ins eigene Wohnzimmer ;-) Doch ist es nicht ehrlicher (im Sinne des tatsächlichen Instrumentenklangs), die Bassdrum zu Hause beim Abhören mit nem "nur realistischen" Bums zu hören?!?!?! ... Und ist das nicht MEHR "LIVE"???


Ja, manchmal bumse ich realistisch, wenn ich abhöre, überlege aber, mir einen Elefanten anzuschaffen
Supper's_Ready
Stammgast
#8 erstellt: 21. Jun 2005, 19:10
Eine gute Live-Aufnahme ist für mich eine, die die Stimmung und Atmosphäre eines Konzertes glaubhaft rüberbringen kann.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Das Genesis Live-Album "Seconds Out" hat schon beim ersten Anhören bewirkt, dass ich den starken Wunsch hatte, dabeigewesen zu sein. Und diese Stimmung vermittelt es immer noch. Auch die Gänsehaut kommt immer noch. Das schafft nur eine gute Live-Aufnahme. (Im Übrigen wurde "Seconds Out" von den Lesern der Zeitschrift "eclipsed" zum besten Live-Album aller Zeitren gewählt.)

Anderes Beispiel: Obwohl ich bekennender und überzeugter PUR-Hasser bin, war ich von der Atmosphäre, die ein älteres Live-Album der "Band" vermittelte auch beeindruckt. Ob es nun an einer geschickten Abmischung liegt oder auch daran, dass die gute Laune der Zuschauer mit übermittelt wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Es kommt halt einfach eine gute Stimmung aus den Boxen. Und das alles auch ohne Bild.

Umgekehrt läßt sich daraus allerdings auch schließen, dass ein Live-Album nicht unbedingt klanglich perfekt ein muß, um seine Wirkung zu entfalten. Denn perfekt ist die "Seconds Out" sicherlich nicht. Noch extremer wird dies bei Bootleg-Aufnahmen. Teilweise ist die Klangqualität vor allem alter Aufnahmen recht abenteuerlich, aber trotzdem gibt es auch hier Alben, die mich faszinieren. Die Musik ist mir halt manchmal wichtiger, als eine perfekte Klangqualität.


[Beitrag von Supper's_Ready am 21. Jun 2005, 19:15 bearbeitet]
Matze81479
Stammgast
#9 erstellt: 21. Jun 2005, 22:08
Hallo Martin,

was wolltest du uns eigentlich mit deinem unqualifizierten und nichtssagenden Beitrag sagen???

Ich suche lediglich nach einer Erlärung, wieso ein Konzert mehr "live" sein soll als eine gute Reproduktion bei mir zu Hause: Ich bin jedenfalls der Meinung, dass Sänger oder Instrumente in Natura so ziemlich anders klingen als verstärkt durch ne PA-Anlage ... Und ich bin mir auch sicher, dass die nette Band auf der Veranstaltung vom Wochenende in Natura weitaus besser geklungen hätte als aus der "gesoundeten" (Bass-lastigen) PA-Anlage, welche uns dort beglückt hat?! In meinen Augen ist daher der einzige Unterschied zwischen "Live" und Abhören einer Live-Aufnahme zu Hause die Tatsache, dass ich bei "Live" gleichzeitig auch etwas Visuelles habe - der Klang kommt jedoch in beiden Fällen aus Lautsprechern. Und von daher per se verfälscht!?!?!?

Und auch wenn du es nicht nachvollziehen kannst oder dein geistiger Horizont diesbezüglich nicht genügend Tiefenstaffelung aufweist - es gibt auch Emitter-Besitzer, die diesen NICHT vergöttern oder eine Seele in ihnen suchen! Bitte lass mich mit all dem Emitter Fan-Scheiß (sorry) in Ruhe. Ich habe als Hifi-Anfänger einen Emitter nahezu blind gekauft und bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden damit. Ich habe jedoch absolut nichts mit Fan-Getue etc. am Hut!

Falls du doch noch etwas Sinnvolles zu diesem Thread beizutragen hast, freue ich mich natürlich :-)

Viele Grüße
Matthias
mnicolay
Inventar
#10 erstellt: 22. Jun 2005, 07:55
@Matze81479,

Nachdem ich nun am Wochenende auf ner Hochzeit war
und den ganzen Abend von ner kleinen Band mit ner fürchterlichen PA-Anlage von Yamaha beschallt wurde, frage ich mich nun, ob das wirklich "live" war ...Denn eigentlich habe ich dort doch nichts anderes gehört als ich das auch bei mir zu Hause höre

abgesehen davon daß es komplett unmöglich ist, mit einer Stereoanlage daheim einen Umhüllungsklang wie auf einem Live-Konzert hinzubekommen, solltest Du vielleicht ernsthaft nachdenken Dich von Deiner Stereoanlage zu trennen, wenn sie genauso fürchterlich klingt wie die Yammi-PA auf dieser Hochzeit?
Gruß
Markus
lens2310
Inventar
#11 erstellt: 22. Jun 2005, 14:03
Ich denke mal schon das die Leute am Mischpult versuchen
den bestmöglichen Sound zu finden. Klappt eben mal besse, mal weniger gut.
In wieweit das bei "Unplugged" Konzerten der Fall ist kann ich nicht beurteilen.
Auf jeden Fall war der Sound der Konzerte die ich gehört habe immer zufriedenstellend, wenn auch nicht top.
Das die Signale natürlich durch etliche Effektgeräte gehen
ist klar.
Ansonsten würde man bei den unterschiedlichen "Räumen" wohl keinen guten Sound hinbekommen.
Matze81479
Stammgast
#12 erstellt: 22. Jun 2005, 16:59
Ehrlich gesagt frage ich mich mittlerweile, ob die meisten von euch überhaupt lesen, was zuvor geschrieben oder gefragt wurde!?


abgesehen davon daß es komplett unmöglich ist, mit einer Stereoanlage daheim einen Umhüllungsklang wie auf einem Live-Konzert hinzubekommen, solltest Du vielleicht ernsthaft nachdenken Dich von Deiner Stereoanlage zu trennen, wenn sie genauso fürchterlich klingt wie die Yammi-PA auf dieser Hochzeit?
Gruß
Markus

Markus, ich würde zu deinem Posting einfach nur sagen: "THEMA VERFEHLT !"

Es ging bisher in keinster Weise darum, ob mir meine Anlage zu Hause gefällt oder nicht! Aber falls es dich beruhigt: Sie gefällt mir, und ich möchte sie bestimmt nicht gegen deine tauschen

Ich wollte einzig und allein herausfinden, was ihr unter "Live-Klang" versteht. Oder besser ob es den überhaupt gibt. Denn auch wenn man die Lippen der Sänger bei nem Live-Konzert sieht, so hört man sie dennoch zu 99,9% aus ner mehr oder weniger guten PA-Anlage. Und nur darum ging's mir, ob das dann wirklich "live" für euch ist - und wo der Unterschied zum Abhören der Aufzeichnung über die eigene Anlage zu Hause ist ...

Gruß
Matthias
lens2310
Inventar
#13 erstellt: 22. Jun 2005, 17:04
Absoluten Live-Klang kanns natürlich nur von unverstärkten
Stimmen oder Instrumenten geben, ist doch klar.
Alles andere danach ist mehr oder weniger verfärbt oder verfälscht.
mnicolay
Inventar
#14 erstellt: 22. Jun 2005, 18:31

Matze81479 schrieb:

D.h. wenn ich dort meinen Emmi und meine Cremonas hingestellt und die Band damit "verstärkt" hätte, wäre das doch wohl genauso "live" gewesen wie aus Yamaha Elektronik und PA-Boxen. Oder seht Ihr das anders???

okay, will Deine Frage beantworten:
Nein, wenn Du dort Deine Emmi und Cremonas hingestellt hättest um die Band zu verstärken, wäre es genauso live gewesen wie mit der Yammi-PA.
Und wenn Du noch auf dem Kamm geblasen hättest (unverstärktes Instrument !) wäre es sogar absolut live geworden, gell lens2310?
Gruß
Markus
martin
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 23. Jun 2005, 07:33

Ich wollte einzig und allein herausfinden, was ihr unter "Live-Klang" versteht. Oder besser ob es den überhaupt gibt


Es spricht viel dafür. Setzt aber voraus, dass man selbst und Musik bzw. Musiker tatsächlich existieren. Dann müssen diese auch noch in Raum und Zeit zusammenkommen. Da ich immer mal wieder eine alte Eintrittskarte aus einer Jackentasche fische, gehe ich von einer Existenz von Live-Klang aus.
Gullideckelhasser
Stammgast
#16 erstellt: 23. Jun 2005, 08:49
... ist eine verflixt interessante Frage, die mir auch schon öfters durch den Kopf gegangen ist... Ich könnt´s nicht sagen.. ne gut abgemischte PA ist auf jeden Fall nicht zu verachten (zwar nicht unplugged/"echt" vom Klang, aber einfach mitreißend), eine gute Studioaufnahme im stillen Kämmerchen möglichst unverfälscht wiedergegeben, klingt auch super - eben so, als würde der Kerl vor Dir im Zimmer sitzen und zupfen.. auch "live" ..

Beides hat einfach seinen Reiz.. ich würde es für mich mal so definieren - LIVE-Klang kann man nicht an einer Aufnahmeart oder einer Anlage festmachen, sondern es ist einfach DER Faktor in der Wiedergabe, der es einem ermöglicht, sich bei DABEI zu fühlen - ob jetzt beim Rockkonzert mit PA oder im Club mit Tracy Chapman, oder zu Hause im Wohnzimmer auf Du und Du mit Chris Jones...
Tantris
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 23. Jun 2005, 09:34
Hallo,

über was wird hier eigentlich diskutiert? Leben wir nicht in Deutschland, quasi dem Paradies für Liveaufführungen unverstärkter Art?

Fahrt in die nächste Stadt, kauft Euch eine Karte für ein Sinfoniekonzert/Oper etc., setzt Euch rein, und schon wißt ihr, was "Live-Klang" ist.

Gruß, T.
Gullideckelhasser
Stammgast
#18 erstellt: 23. Jun 2005, 11:21
... mag vielleicht nicht jeder ?!?!? ..

Klar ist ein klassisches Konzert RICHTIG live... bei vielen Musikrichtungen hat man aber IMMER irgendwas verstärktes dabei (und wenn´s nur die E-Gitarre oder der Bass ist) - ist das dann weniger live ?!? bzw. kann eine E-gitarre überhaupt nach Deiner Definition live klingen, wo sie doch über einen Verstärker läuft und keinen verwertbaren "nativen Live-Klang" erzeugt ?!?..

Ist jetzt die Band, die über ne nicht so gute PA super Musik macht weniger live, als eine super Studioaufnahme, die man zu Hause genießt und vom Klang her glaubt die Krawattenfarbe des Musikers sehen zu können ?!..
Amerigo
Inventar
#19 erstellt: 23. Jun 2005, 12:50

Tantris schrieb:
Fahrt in die nächste Stadt, kauft Euch eine Karte für ein Sinfoniekonzert/Oper etc., setzt Euch rein, und schon wißt ihr, was "Live-Klang" ist.


Das sollte sowieso eine der Voraussetzungen zur Mitdiskussion in diesem Thread sein, IMHO.


Amerigo



PS: Emitter, Emitter, Emitter.
Closer
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 23. Jun 2005, 15:30

Matze81479 schrieb:

Wenn ihr bei nem Live-Konzert die Bühne vor euch habt und die Interpreten nach hinten versetzt stehen - wer von euch hat dann diese Räumlichkeit schon mal tatsächlich aus ner noch so teuren PA-Anlage gehört (!), wenn er die Augen geschlossen hat?
Matthias


Du warst warscheinlich noch nie auf nem Pink Floyd Konzert.
Sehr Laut, mit kräftigen Bässen. Aber trotzdem ein Kristallklarer sauberer SURROUND Sound,bei dem man trotz der xxx dB noch vollkommen gerechtfertigt von "Genuß" sprechen konnte.
Ich war schon auf hunderten Rockkonzerten in meinen leben.
Aber jeder war Soundtechnisch weit davon entfernt...
solo2
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 24. Jun 2005, 12:10
Ich verstehe das Problem nicht so ganz.
Live ist für mich alles, was nicht von einem Tonträger zu den Ohren gelangt. Das kann sich von sehr gut bis vollkommen be******** anhören.
Weiterhin kenne ich die Aussage "das hört sich wir live an", um zu beschreiben, daß eine Anlage sehr gut ist, die Gitarre sich z.B anhört, als ob der Gitarrist dirkt vor einem stehen würde. Wobei dies Aussage nicht unbedingt der Ersten entsprechen muß.

Sehe ich da was falsch?
Samwise
Stammgast
#22 erstellt: 26. Jun 2005, 13:38
Unter "Live" verstehe ich grundsätzlich erstmal, dass alle Instrumente Live gespielt werden und auch Live gesungen wird. Kein Playback und auch kein Autotune im Gesang.

Dann wird man den natürlichen Klang eines Instruments nie so über die PA wiedergeben können. Das fängt schon beim Micro und dessen Positionierung an, geht dann über den Mixer (samt dem Outboardzeug) und endet bei den Boxen. Ein Tontechniker versucht normalerweise auch gar nicht den ganz natürlichen Klang beizubehalten, weil das einzeln vielleicht gut, aber im Mix gar nicht passt. Da wird dann z.b. bei einer Bassdrum bei 80Hz 7dB reingedreht, bei 350Hz werden 5dB rausgezogen und bei 7kHz (der "Klick") werden wieder 10dB draufgepackt. In anderen Kanälen sieht es ähnlich aus, wenn auch nicht immer so brachiale Einstellungen gefahren werden. Das klingt dann ganz anders wie der Originalsound, macht aber den Gesamtsound deutlich besser.

Eine Band über eine Hifianlage wiedergeben geht zwar theoretisch, aber praktisch wird die Anlage nicht lange durchhalten. Alleine schon die Dynamik, die ich auch an "Live" so schätze, zwingt einen quasi zur PA.

Und ja, wenn ich die Möglichkeit hätte zwischen einer Live-CD und einer z.b. 24 Spur Aufnahme, würde ich letztere nehmen, auch wenn ich für das eine nur einen CD-Player benötige +Boxen und Mischpult, und für das andere quasi den kompletten FoH-Platz, also großer Mixer + Outboard.
Live-Sound ist also für mich weder die Wiedergabe über Hifi noch über PA, sondern der Sound der Band ansich, also die Dynamik, Spielfehler und alles was dazugehört. Das man sowas natürlich am besten mit einer PA übertragen kann ist natürlich klar und gehört eigentlich dazu.
Und wer immernoch meint PA klingt grundsätzlich schlecht hat schlicht und ergreifend noch keine gehört, die gut klingt.

Ich erinnere mich da an ein Konzert mit vorhergehendem Tontechnikertreffen, also erst reichlich Testmaterial von CD (Marla Glen - Cost oft Freedom z.b.8) ) und hinterher dann ein 32köpfiges Rockorchester die kreuz und quer von 80er bis heute Lieder aus Rock und Pop covern und das SEHR gut. Die Anlage von AD-Systems war ein kleines Line-Array (CLA2) mit 8 Elementen pro Seite, dazu insg. 12 18" Bässe. Das ganze in einer Halle wo ca. 1200 Mann reinpassen, die später auch da waren. Und egal ob CD oder Live es klang einfach geil, wobei ich mich grundsätzlich mehr für den Live-Sound begeistern kann.

So, das ist jetzt wieder bedeutend länger geworden, als ich schreiben wollte, aber darüber könnte ich mich seitenweise auslassen Wer Fragen hat, z.b. zu dem Konzert darf sie gerne stellen

CU
Marcel
technicsteufel
Inventar
#23 erstellt: 26. Jun 2005, 14:19
Jaja, die lieben Tontechniker.
Ohne sie geht es nicht. Obwohl manchmal würde ich es gerne versuchen.
So wie Freitag Nacht bei "Bingen-swingt".
Egal welche Bühne, es war schlicht eine Katastrophe.
Das Beste bot die Gruppe Barrelhouse aus Holland. Super Sängerin und Spitzen-Band.
Toller Blues in allen Variationen.
Es hätte so schön sein können aber der Sound war einfach Schei... !
Der Bass viel zu laut und die Sängerin zu leise.
Der Gittarist war bei seinen Gesangseinlagen überhaupt nicht zu hören.

Das war "LIVE-SOUND"!

Zum Glück gehts auch besser!
Ueli
Inventar
#24 erstellt: 26. Jun 2005, 14:49
Unter "Live" verstehe ich bei Abhören zuhause das Gefühl zu haben, im gleichen Raum zu sitzen wie die Musiker, also im Konzertsaal dabei zu sein.

Geht natürlich nur bei Klassischer Musik oder Aufnahmen aus einem Jazz-Club.

Ueli
gangster1234
Inventar
#25 erstellt: 26. Jun 2005, 17:27
Ein paar Anregungen :

Gestern abend lief auf mehreren Fernseh-Kanälen die Eröffnung des Rheingau-Musikfestivals. Aus dem Kloster Ebersbach. Klassische Musik. Wagner u.a.

Zufällig kam ein Hifi-Kumpel vorbei und wir gaben uns die ganze Packung. TV hängt an Stereoanlage . Und wir fingen nach einigen Weißbieren das sinnieren an :

Wer in dieser großen Kirche war / ist jetzt der Depp, der "falsch" hört ? Dem etwas wesentliches entgeht ? Der in Reihe 1 links außen, der in der Mitte Reihe 10, oder der hinten rechts in der letzten Bank ? Muss es den geben ? Ist das nicht, im übertragenen Sinn, oft unser Credo gewesen, wenn wir über gute und schlechte LS diskutiert haben ?

Weil, es gibt ja : -> Wer ist der " Gute ", der " richtig " hört, d.h. so " wie es gemeint war " ? Gibts das ? Muss es das geben ? Gibts dafür Ursächliches ?

Als die Musik, die da aufgeführt wurde, geschrieben wurde, hat noch niemand an Stereophonie/Wiedergabe aus der Konserve gedacht. Das Publikum war Teil einer oft höfischen Elite und hatte ein, vielleicht zweimal im Leben die Möglichkeit, ein und dasselbe Stück zu hören. Der Plebs war froh über die Runden zu kommen und dachte an vieles, aber sehr wenig an Musik. Es ist sehr hiflreich, mal nachzudenken, woher die Musik kommt, auf die immer wieder verwiesen wird, wie sie entstand, Umstände ( Zeit ).

Auf der einen Seite war zu der Zeit, als Klassik modern war ( =damals ), kein Gedanke daran, dass beim Open-Air Live-Konzert am Hofe von Louis Quattorze ein Teil des Publikums nicht richtig verstehen könnte, wie " ES " gemeint war, weil es falsch sitzen könnte/saß. Und ist es auch heute nicht. Man frage mal einen Konzertbesucher, der "ungünstig" saß/stand, ob ihm dies den Musikgenuss trübte. Dieser " Spielraum " stand und steht garnicht zur Debatte. Er ist selbstverständlich unabänderlicher Teil des Themas Musikwiedergabe. Ob Live oder aus der Konserve. Maßgebendes Referenzobjekt Inhalt. Nicht Form.

Auf der anderen Seite, bedingt durch die Eigenschaften, Fähigkeiten und Limitationen der Tonaufzeichnung, entsteht etwas, was es live garnicht gibt. Niemand in der Kirche Ebersbach wäre z.B. in der Lage, in dem Klangbrei ( nicht negativ gemeint, ist halt so -> thats live ), in dem er da sitzt, einzelne Instrumente mit geschlossenen Augen präzise zu lokalisieren. War auch garnicht die Intension des Komponisten. ( Weil hier halt immer wieder die Klassik bemüht wird, aber das nur nebenbei. )

Live ist halt live, und Konserve kann das nie ersetzen. Pegelsprünge, Attacke, Wucht, Athmosphäre usw.

Was aber nichts daran ändert, dass ein LS mit kruden Messwerten ( <-> Kirchenakustik ) und rabenschlechter Phantomschallquellendarstellung durchaus beim Hörer zu einem prima Musikgenuss beitragen kann. S.O. Nicht Muss.

Wer allerdings die Fähigkeiten der Stereophonie erfahren möchte, kommt am berühmten Monitor wiederum nicht vorbei.

Was durchaus kein Gegensatz ist. Es wird halt immer aus einer sehr komplexen und IMHO oft falschen Motivation heraus versucht, daraus ein "sich beißen" von Gegensätzen zu konstruieren.

gruß gangster


[Beitrag von gangster1234 am 27. Jun 2005, 03:34 bearbeitet]
Tantris
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 27. Jun 2005, 12:10
Hallo Gangster,

zunächst mal ist die Kombination von Wagnerscher Musik und einer großen Klosterkirche akustisch äußerst ungünstig. (Kleiner Tipp am Rande: "Tristan und Isolde" in der Oper Frankfurt, gestern abend gehört, ein Erlebnis der besonderen Art, auch akustisch)

Zum anderen ist die Diskussion eine Geisterdiskussion - im Livekonzert gibt es selbstverständlich gute und schlechte Plätze und beliebige Graustufen dazwischen. Es gibt Räume, die für bestimmte Musikalische Gattungen mehr oder weniger geeignet sind.

Das sagt nichts darüber aus, wie Stereowiedergabe beschaffen sein soll. Welche unterschiedlichen Farben/Licht ich beim Betrachten eines Gebäudes sehe, sagt auch nichts darüber aus, ob der Drucker beim Drucken eines Posters die Farbeinstellungen korrekt vornimmt oder nicht. Mit der Stereoaufnahme haben wir bei der Wiedergabe ein "Original", an dem wir uns orientieren können - für dessen Gestaltung der Liveklang wiederum nur eine untergeordnete Rolle spielte.



Als die Musik, die da aufgeführt wurde, geschrieben wurde, hat noch niemand an Stereophonie/Wiedergabe aus der Konserve gedacht. Das Publikum war Teil einer oft höfischen Elite und hatte ein, vielleicht zweimal im Leben die Möglichkeit, ein und dasselbe Stück zu hören.


Das gilt für große Teile der 19./20. Jh., selbst für das Ende des 18. so nicht. Dort gab es sehr wohl eine bürgerliche Musikkultur. Davon abgesehen ist das Vorhandensein der Stereophonie zur Kompositionszeit zunächst einmal herzlich egal.

Der Reibungspunkt Liveakustik/Stereophonie läßt sich am Beispiel von Mahler gut diskutieren - dieser klagte Zeit seines Lebens über die Räume, die Sitzordnungen, experimentierte damit, weil ihm der Klang seiner Sinfonien (besonders der späten) nicht differenziert und durchhörbar genug erschien - er forderte die Nachwelt sogar indirekt auf, am Arrangement Veränderungen vorzunehmen, wenn dies seinen Intensionen nützen würde. Er tat gleiches - nicht ohne Gegenwehr - mit den Beethovenschen Sinfonien.

Mahler war fast 50 Jahre tot, als die Stereophonie ihren Siegeszug antrat. der berühmte Musikwissenschaftler und Mahler-Forscher Blaukopf schrieb dazu: "...denn die Technik elektroakustischer Speicherung schafft ohne Schwierigkeit jene manipulierten Klangräume, die Mahler braucht, jene artifizielle Deutlichkeit, die im Konzertsaal immer bloß zum Teil oder unter größten Schwierigkeiten erzielbar ist. Mahlers Musik ist durch die Stereo-Schallplatte erlöst worden."

Gruß, T.
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