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Unternehmensgröße von Highend-Herstellern

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Autor
Beitrag
xxl
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 02. Dez 2003, 22:16
Hallo,
in einem anderen Forum wurde über Marketing und Absatzmengen von Hifi-Herstellern diskutiert. Ich finde die Frage interessant, warum die meisten Produkte durch sehr kleine Hersteller (im Sinne der Unternehmensgröße!) hergestellt werden.
Wäre es nicht effizienter, solche Geräte industriell zu produzieren, oder wenigstens gemeinsam eine Forschung und den Vertrieb zu organisieren?
Kennt jemand das Marktvolumen in Deutschland oder weltweit? Lohnt sich die Produktion nicht für Konzerne?
Gruß,
Rainer
cr
Moderator
#2 erstellt: 02. Dez 2003, 23:31
Harman-Kardon ist eh ein Beispiel für einen richtigen Bauchladen: Infinity, AKG, JBL, HK, Lexicon
geh am besten auf ihre Homepage, da findest du alle, teils kleinen Marken.
Oliver67
Inventar
#3 erstellt: 03. Dez 2003, 09:22
Allgemein zum Thema "Groß hat Vorteile"

Das ist eine immer wieder gemachte Aussage, die mit der Realität nichts zu tun hat. Als Großer kann man zwar billiger einkaufen, dafür hat man aber Probleme mit vernünftiger Unternehmensführung etc.

Ein paar Beispiele aus dem Industrieleben.

Kleine Autohersteller, denen es gut geht: Porsche, BMW
Große Hersteller, denen es schlechter geht: VW, Daimler, General Motors, etc.

Etwa 80 Prozent aller Fusionen erweisen sich als Flops. Die erwarteten Synergie- und sonstigen Einspareffekte kommen nicht zustande, bzw werden überlagert durch die Probleme, dass große Unternehmen nur schwer zu führen sind.

Ein kleines, straff organisiertes Unternehmen läßt sich viel leichter effizient führen. Dazu kommt, dass in kleinen Familienbetrieben die Motivation viel größer ist. Außerdem kann der Firmenchef eigene Ideen ausprobieren, ohne erst 3fache Anträge dafür einzureichen.

Billige Massenproduktion ist nur bei Standardware vernünftig. Das machen auch die großen Hersteller oft nicht selbst. Beispiel 50 Prozent aller Laptops werden in Taiwan hergestellt, von spezialisierten Unternehmen. Das Pickerl IBM, Thoshiba, Sony kommt dann nach Auftraggeber drauf.

Es gibt KEINEN KÖNIGSWEG: Handys kann man ebenso gut in Deutschland produzieren (Nokia, Siemens) wie in Billiglohnländern. Unterwäsche kann mit Gewinn in Deutschland hergestellt werden (Mey, Trigema) oder in Billigstlohnländern (Schiesser) bei gleichen Verkaufspreisen und beides mal mit Gewinn.

Letzendlich kommt es auf eine gute Unternehmensführung an, sprich auf den UNTERNEHMER (das Wort Manager nehme ich hier nicht in den Mund) nicht auf die GRöße und nicht auf das Fertigungsland.
Oliver
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 03. Dez 2003, 09:57
Hi,

Oliver hat ja soweit schon eine Punkte bemerkt!

Dazu möchte ich noch erwähnen, das sich grössere Firmen meist erlauben können nicht so innovativ zu sein. (Klar sind das Managementfehler!) Sie können von ihren "guten Ruf" sehr gut leben.

Teilweise sind die "Marken" die du vorne drauf siehst überhaupt nicht die "Hersteller". Es gibt viele Firmen die bewusst nicht ins Endkundengeschäft einsteigen. Sondern lieber OEM Fertigung machen. Da hat man eine garantierte Absatz und Preiserwartung (da Auftragsarbeit). Viele sog. Hersteller gibt es eigentlich nicht mehr. Die WIRKLICH alles alleine machen. Von der Entwicklung bis zur Produktion.

Oder kennt man hier Flextronics, Sangean, Inkel oder gar EASTECH (auch bekannt unter Acoustic Systems oder EATL)

Zum CD-Spieler Zeitalter gab es schon ein gewisses Plattform-Denken. Es war damals weitaus verbreiteter...

Markus
michaelg
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 03. Dez 2003, 10:34

...
Kleine Autohersteller, denen es gut geht: Porsche, BMW
Große Hersteller, denen es schlechter geht: VW, Daimler, General Motors, etc.

Etwa 80 Prozent aller Fusionen erweisen sich als Flops. Die erwarteten Synergie- und sonstigen Einspareffekte kommen nicht zustande, bzw werden überlagert durch die Probleme, dass große Unternehmen nur schwer zu führen sind.

Ein kleines, straff organisiertes Unternehmen läßt sich viel leichter effizient führen. Dazu kommt, dass in kleinen Familienbetrieben die Motivation viel größer ist. Außerdem kann der Firmenchef eigene Ideen ausprobieren, ohne erst 3fache Anträge dafür einzureichen.

Billige Massenproduktion ist nur bei Standardware vernünftig. Das machen auch die großen Hersteller oft nicht selbst. Beispiel 50 Prozent aller Laptops werden in Taiwan hergestellt, von spezialisierten Unternehmen. Das Pickerl IBM, Thoshiba, Sony kommt dann nach Auftraggeber drauf.

Es gibt KEINEN KÖNIGSWEG
...


Oliver


Einige Ergänzungen hierzu. Wir driften ab in eine industriephilosophische Grundsatzdiskussion. BMW - nicht unbedingt ein kleiner Hersteller - geht weil die Einflußnahme von externen, eigen-interessengetriebenen Dummköpfen (sprich sogen. "Analysten") durch die vorhandene Besitzer- bzw. Aktionärsstruktur geringer ist als bei anderen Unternehmen. Während die meisten Unternehmen hauptsächlich damit beschäftigt sind Quartalsberichte zu erstellen um die Erwartungen der o.g. Wirtschaftsschädlinge zu bedienen und dem Phantom "Shareholder Value" hinterherzujagen, sprich nur kurzfristig zu re-agieren, kann eine Firma die weitgehend in Familienbesitz ist strategisch denken und arbeiten (solange die Qualität der Führung da mitmacht, gibt auch genügend Beispiele, wo das nicht funktioniert hat - Dual, Schneider, AEG etc.). Das ist z.B. BMW. Porsche dagegen hat sich von Anfang an geweigert alberne Quartalszahlen herauszugeben, dafür sind sie sogar aus dem M-DAX geflogen, aber trotzdem geht es ihnen gut. Die Analysten waren zwar durch die Bank tödlich beleidigt, aber das Beispiel zeigt, das der Götze "shareholder value" oft ein Hindernis für ein Unternehmen ist.
Andererseits reden wir hier von Größenordnungen, die reine HiFi-Hersteller niemals erreichen können. Klar Sony und Matsushita sind groß, aber die machen auch noch was anderes.
I.d.R. haben größere Firmen weniger Qualitätsprobleme, haben eine eigene Bauteilefertigung und vernünftigen Service. Kleine Firmen, die gerne basteln und Losgrößen im zweistelligen Bereich ausstoßen sind da klar im Nachteil. Aber sie sind evtl. flexibler, weil keine anderen Bereiche mit durchgefüttert werden müssen.
Also, keine grundsätzliche Lösung.

Gruß,
Michael
_axel_
Inventar
#6 erstellt: 03. Dez 2003, 11:52
Olivers und Michaels Posting kann ich unterschreiben.

Bis auf einige zusätzlich Anmerkungen: Große haben nicht immer den besseren Service. Ich denke, das ist auch hier eher konkret management- als größenabhängig (leisten wir uns guten Service oder nicht?). Ohne es wirklich zu wissen, würde ich eher behaupten: je kleiner eine Firma (bzw. die produzierte Marke), desto mehr Wert wird auf guten Service gelegt (mußte zumindest).

Noch nicht direkt angesprochen: Vertrieb.
Hier sind die ganz großen im Vorteil (welcher Händler kann sich erlauben, nichts von Sony anzubieten?). Sehr kleine Unternehmen kommen vermutlich kaum ohne Vertriebspartner aus. Muss kein Nachteil sein, aber den Partner hat man ggf. nicht so im Griff.

Gruß
EWU
Inventar
#7 erstellt: 03. Dez 2003, 12:47
Alle postings kann ich unterschreiben.Habe aber noch einige Anmerkungen dazu:
Kann und will sich zB. eine Fa.Sony einen Jochen Räke(Transrotor),einen Dieter Burmester oder einen Dr.Gauder(Isophon) leisten? Sie könnte schon, sie will aber nicht.Diese Leute passen einfach nicht ins Konzept solch eines Konzerns.Diese Leute verwirklichen ihren Traum, ihre Ideen, ihre Visionen und lassen sich dabei nicht von irgendwelchen unwissenden, nur Zahlen jonglierenden Managern leiten und führen.Wenn Dieter Burmester ein neues Gerät entwickelt, ist es ihm völlig egal wie lange er dazu braucht.Er meldet erst dann Vollzug, wenn es seinen Vorstellungen entspricht.In einem Konzern hätte er eine Zeitvorgabe, die er zu erfüllen hat. Und nach der zweiten Überschreitung würde er ausgewechselt gegen einen Herrn Müller, Meier, Schulze zB.
In einem Konzern würde ihm schon die Marketingabteilung mitteilen, wie teuer das Gerät sein darf, wie es auszusehen hat und was es zu können hat.Da sind diese Leute nur ausführendes Organ.
Albus
Inventar
#8 erstellt: 03. Dez 2003, 12:55
Tag,

ich mach' mir jetzt nicht die Mühe, mich zum Bundesamt für Statistik durch zu hangeln, um dort die einschlägigen Branchen- und Unternehmens-Daten nachzusehen. Daher kommt hier nur etwas in unbestimmten Zahlbegriffen.
1. Die Gesamtheit der Unternehmen gliedert sich zu ca. 70% KMU (Klein- und Mittel-Unternehmen) und 30% Großunternehmen. KMU, also unter Einschluß des Mittelstandes, reichen von 20-500 Beschäftigten, unter 20 gelten als Kleinstunternehmen. D.h. die deutsche Wirtschaftsstruktur ist überhaupt mehr kleinkapitalistisch als großkapitalistisch geprägt (dem entspricht die begriffliche Unterscheidung von Privatkapital und Industriekapital). Es darf von daher nicht verwundern, dass die HiFi-Unternehmen KMU-Größe haben.
2. Von der audiovisuellen Unterhaltungselektronik (als Sparte betrachtet) stellt das so genannte High-End-Segment nur einen sektiererischen Bruchteil dar. Im Zuge der Globalisierung ist der industrielle Geschäftszweig Unterhaltungselektronik (zB. Philips, Sony, Matsushita) seit Jahren Verlustbringer im Konzernverbund. Die Massenmärkte haben primär visuell orientierte Konsumenten.
3. Unternehmen entstehen, weil es gilt Transaktionskosten zu sparen. Unternehmen wachsen so lange, bis die Informationskosten der Unternehmens-Steuerung die Erträge unter ein vom Unternehmer gesetztes Minimum drücken. Kleine Personengesellschaften, um einen Mann mit einer unternehmerischen Idee gebildet, lassen sich nur bis zu einer überschaubaren Größe zu akzeptablen Transaktionskosten steuern. - Man frage von HGP etwa den Inhaber und Unternehmer Hans-Günther Paul oder von Burmester, Dieter Burmester oder von Rega den Roy Ga....

Soweit mein Versuch, die kleinkapitalistische Verfassung von High-End-Unternehmen verstehbar zu machen.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 03. Dez 2003, 12:56 bearbeitet]
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 03. Dez 2003, 13:06

Alle postings kann ich unterschreiben.Habe aber noch einige Anmerkungen dazu:
Kann und will sich zB. eine Fa.Sony einen Jochen Räke(Transrotor),einen Dieter Burmester oder einen Dr.Gauder(Isophon) leisten? Sie könnte schon, sie will aber nicht.Diese Leute passen einfach nicht ins Konzept solch eines Konzerns.Diese Leute verwirklichen ihren Traum, ihre Ideen, ihre Visionen und lassen sich dabei nicht von irgendwelchen unwissenden, nur Zahlen jonglierenden Managern leiten und führen.Wenn Dieter Burmester ein neues Gerät entwickelt, ist es ihm völlig egal wie lange er dazu braucht.Er meldet erst dann Vollzug, wenn es seinen Vorstellungen entspricht.In einem Konzern hätte er eine Zeitvorgabe, die er zu erfüllen hat. Und nach der zweiten Überschreitung würde er ausgewechselt gegen einen Herrn Müller, Meier, Schulze zB.
In einem Konzern würde ihm schon die Marketingabteilung mitteilen, wie teuer das Gerät sein darf, wie es auszusehen hat und was es zu können hat.Da sind diese Leute nur ausführendes Organ.


Hi,

wobei ja grade Sony mit Dotter, Swoboda und Clockwork genau das Gegenteil gemacht haben. Oder Onkyo mit Apogee oder Samsung mit Madrigal....usw. Aber es ist "kurzfristiges" und kein "längerfristiges" Engagement zu erkennne. Es wird immer mal wieder gemacht! Aber meist nur für ein Modell oder eine Serie. Dann versucht man dieses Image zu konservieren...
Sie haben sich solche Spezialisten schon gegönnt! Und sie holen sich immer wieder den Rat dort.

Markus
_axel_
Inventar
#10 erstellt: 03. Dez 2003, 14:16

Oder Onkyo mit Apogee oder Samsung mit Madrigal....usw


Klär mich bitte auf. Was machen die?
Bei Sony habe ich das so mitbekommen, dass die Partner-Tuner mehr oder weniger aktiv unterstützen, die auf Basis der Grosseriengeräte/teile eigene oder modifizierte Geräte unter eigenem Namen anbieten.
Ist das so richtig?
Und was machen die o.g.?

Axel
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 03. Dez 2003, 16:00
Onkyo hat bei den Integra Sachen vor ca. 4 Jahren sich "Hilfe" bei Lösungen extern geholt Apogee war eine davon.

Samsung hat sich mal vor ca. 6 Jahren Hilfe bei Madrigal geholt und von denen das High End Zeug konzipieren lassen. Die nachfolgende Generation haben sie dann aber schon wieder alleine gemacht. (war übrigens klasse!)

Das mit den Tuner ist richtig. Allerdings gab es auch "Dinge" die von den grossen übernommen worden sind. Der XA50 von Sony stammt iirc aus der Feder von Swoboda. bzw. Teile davon.
_axel_
Inventar
#12 erstellt: 03. Dez 2003, 16:20
Aha, es ging also um eingekauftes Entwicklungs-Know-How. Danke.
HammerHead
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 03. Dez 2003, 21:25

Onkyo hat bei den Integra Sachen vor ca. 4 Jahren sich "Hilfe" bei Lösungen extern geholt Apogee war eine davon.

Samsung hat sich mal vor ca. 6 Jahren Hilfe bei Madrigal geholt und von denen das High End Zeug konzipieren lassen.


Hi,

und Madrigal ist (war - weil Produktion eingestellt) harman international.
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