| HIFI-FORUM » Akustik » Akustik » Optimierung Hobbyraum | |
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Optimierung Hobbyraum+A -A |
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Hifihannes
Stammgast |
#1
erstellt: 29. Dez 2025, 23:37
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Hallo zusammen, nach längerer Pause durften meine Lautsprecher endlich in den sanierten Hobbyraum umziehen. Leider ist der Raum noch recht kahl, was das Hören recht anstrengend macht und auch in einer mMn. recht hohen Nachhallzeit sichtbar ist: ![]() ![]() Der Raum sieht folgendermaßen aus: (mögliche Absorber in grün) ![]() ![]() ansonsten noch: - Betondecke - klick-Laminat Mein Plan ist jetzt, diverse Breitbandabsorber (vmtl. aus Mineralwolle) zu bauen und mich damit Stück für Stück vorzutasten. Diffusoren sind sicher auch hilfreich, aber den größten Hub verspreche ich mir im ersten Schritt eher von Absorbern. Beim Deckensegel schränkt mich die Deckenhöhe von 220cm etwas ein. Mehr als 10cm (also vmtl. 8cm Absorberdicke) würde ich hier nur ungern abzwacken. Das Segel über dem Hörplatz wäre aber mVn. trotzdem sinnvoll, um die ersten Reflexionen dort abzufangen. An den Wänden könnte ich auch dickere Absorber realisieren, wobei mehr als 20cm optisch vmtl. grenzwertig aussehen ![]() An der Front (A3 in der Skizze) könnte ich auch größere Dicken unterbringen, ohne dass es allzu seltsam aussieht mMn. Ein vollflächiger Absorber mit 30cm Dicke wäre vmtl. eine schicke Sache, allerdings bin ich nicht sicher, wie ich das Thema Hinterlüftung, Taupunkt, etc. sicher gehandelt bekomme. z.B. drei raumhohe Module mit 100cm Breite wären aber eine Möglichkeit. Was haltet ihr von dem Plan? Wie würdet ihr vorgehen? Entspricht LEDE noch dem aktuellen Forschungsstand? Viele Grüße Hannes |
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quecksel
Inventar |
#2
erstellt: 02. Jan 2026, 14:34
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Hi, freut mich, die Entwicklung deiner LS fand ich damals sehr interessant ![]() Ich denke 10cm Dicke sollten für die Absorber einigermaßen reichen. Du hast ja den typischen Einbruch der Nachhallzeit im unteren Mittelton (vermutlich durch Möbel) und als erstes sollte es jetzt darum gehen den Nachhallbuckel um 2-3 kHz abzusenken. Wenn man mal die Absorptionswerte für poröses Material ausrechnet kommt das hier raus: KlickBasotect hat um die 12 kPa*s/m², Sonorock um die 6 kPa*s/m², entsprechend den oberen beiden Kurven im Link. Zur Platzierung: Die Lautsprecher stehen ja relativ asymmetrisch im Raum, und ich finde sowas macht sich schnell negativ bemerkbar. Ich würde daher versuchen im Bereich von Absorber 4 und 5 möglichst vollflächig Absorber anzubringen um die Wand akustisch zum Verschwinden zu bringen. Der Absorber 2 ist wahrscheinlich auch sinnvoll, oder man zieht die Lautsprecher noch etwas nach vorne. Absorber 1 und 2 sowie die beiden Deckensegel dazu sind dann wahrscheinlich schon fast Overkill, aber manche (mich eingeschlossen) ziehen eine trockene Akustik zum Musikhören vor. Ansonsten könnte ich mal grob ausrechnen wieviel Absorptionsfläche für um die 4-500 ms Nachhallzeit notwendig ist um dementsprechend Material einzubringen. Nächstes Thema wäre für mich die Spitze in der Early Decay Time bei 200 Hz. Falls da ein Einbruch im Amplitudengang besteht ist das eher unkritisch, bei einer Überhöhung würde ich aber versuchen die zumindest elektronisch rauszubügeln. Falls Muße besteht könnte man auch versuchen mit fetteren Eckabsorbern zu arbeiten. Da braucht man ordentlich Material, aber anschließend sollte auch der Nachhall < 500 Hz in Ordnung sein. Absorber 1 in Steinwolle ist da sicher auch eine gute Option. Aber wie du schon sagst, alles etwas schwierig im Hinblick auf Schimmel. Thema LEDE etc.: Gefühlt gibt es da wenig Konsens, und vieles ist auch von der spezifischen Aufnahme abhängig. Sehr erhellend ist es mal in Tooles "Sound Reproduction The Acoustics and Psychoacoustics of Loudspeakers and Rooms" die Kapitel zu Schall in Räumen und zu Reflektionen zu lesen. Zusammen mit der Kenntniss der eigenen Vorlieben (Einhüllung vs Klarheit/realistische Lokalisierung) kann man dann versuchen sich den eigenen Idealraum zu schneidern. Allgemein würde ich versuchen sehr frühe Reflektionen, "verfärbte" Reflektionen und Asymmetrien zu vermeiden. |
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Hifihannes
Stammgast |
#3
erstellt: 06. Jan 2026, 22:52
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Danke! das freut mich! Ja, die Asymmetrie hat mir auch etwas Sorgen bereitet. Es wäre natürlich schön, wenn ich eine symmetrischere Aufstellung gefunden hätte, aber die Positionen von Schrank (= nicht an Aussenwand und nicht vor dem Heizkörper) und Schreibtisch (beim Fenster) sind leider gesetzt. Bei A2, A4 und A5 hab ich tatsächlich schon drei alte 5cm-basotect-Platten provisorisch platziert und damit baut sich mMn schon eine ganz ordentliche Bühne auf, die auch halbwegs zentriert scheint (ohne nennenswert Hörerfahrungen mit symmetrischeren Setups zu haben). Ich denke, dass sich das mit großflächigeren Absorbern an diesen Stellen dann ganz gut funktionieren wird. Vom Deckensegel 2 hatte ich mir jetzt einen recht großen Gewinn an "Übersichtlichkeit" erhofft - sozusagen als Ersatz für eine höhere vertikale Bündelung der LS, die an verschiedenen Stellen als ideal angesehen wird (und da die meisten LS vertikal schlechter abstrahlen, als horizontal). Siehst du das anders? Ich denke ich werde einfach mal ein paar raumhohe Absorber mit 10cm Steinwolle und vllt. 100cm Breite bauen und damit experimentieren. Die könnte ich dann testweise evtl. auch mal unter die Decke klemmen.
Danke für das Angebot! Wenn der Aufwand nicht zu hoch ist, wäre das sicher Interessant - können wir dann gerne auch mit den Messungen vergleichen.
Eine auffällige Überhöhung oder Senke im Fgang sehe ich nicht. Ich denke ich schaue einfach mal, wie sich die Situation <500Hz mit den "normalen" Absorbern so entwickelt. Viele Grüße |
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quecksel
Inventar |
#4
erstellt: 07. Jan 2026, 20:01
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Da würde ich im großen und ganzen mitgehen.
Gerne! Wir benutzen einfach die Sabinesche Formel, also T = V/A*0,161. Bei gegebener Nachhallzeit T von ca 0,6 Sekunden bei 3 kHz und einem Raumvolumen V von ca 2,2m*5,8m*6m=76,56m³ ergibt sich so eine aktuell im Raum befindliche äquivalente Absorptionsfläche A von ~20m². Für eine Nachhallzeit von 0,4 Sekunden bräuchte es demnach eine zusätzliche äquivalente Absorptionsfläche von ziemlich genau 10m². Falls du alle Absorber realisierst würdest du wohl eher bei 0,3 Sekunden landen.Die EBU empfiehlt für einen Raum dieses Volumens laut Formel in Kapitel 2.3 eine Nachhallzeit von knapp über 0,2 Sekunden. Aber das ist für einen Raum mit Mehrfachnutzung wahrscheinlich zu extrem.
Macht Sinn! |
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Hifihannes
Stammgast |
#5
erstellt: 07. Jan 2026, 22:11
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Ah, die Formel hatte ich auch gefunden, aber der Weg über die vorhandene Absorberfläche hat mir gefehlt. Danke! ![]() Dann würde ich mit dem vorderen Deckensegel (ca 4m²) und fünf Modulen mit 2x1m, und damit insgesamt 14m², nicht ganz falsch liegen. |
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quecksel
Inventar |
#6
erstellt: 07. Jan 2026, 23:22
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Gern!
Ich denke auch dass du dann in einem guten Bereich landest. Die Nachhallzeit um 500 Hz wird auch sinken, aber nicht so stark weil da die Absorber schon weniger wirksam sind. Du könntest jetzt mit dem Absorberrechner den ich verlinkt habe, der Sabinschen Formel, und den gemessenen Nachhallzeiten die ideale Kombination aus Absorberdicken und Flächen ermitteln um die Nachhallzeit glattzuziehen. Vorher aber vielleicht ein paar Messungen um den Hörplatz machen und das Mittel der Nachhallzeit in REW unter Overlays -> RT60 anschauen. Eine gewisse Positionsabhängige Varianz ist in den Nachhallmessungen schon drin. |
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Silenced_Music
Ist häufiger hier |
#7
erstellt: 08. Jan 2026, 08:57
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Moin, ich habe meinen Hörraum auch akustisch behandelt und habe einfach viel probiert und auch immer gemessen. Mein Ziel war und ist es, eine schöne Tiefenstaffelung zu realisieren weil mich das einfach anspricht. Daher nur ein paar Gedanken zu deinen Ideen: •Hast du an einen hochflorigen Teppich gedacht? Bestimmt oder? •Die gesamte Front hinter den Lautsprechern zu bedämpfen hat mir überhaupt nicht gefallen, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass ein ordentlicher Abstand zur Front gepaart mit einem gewissen Maß an Reflexion die wahrgenommene räumliche Tiefe hinter der Lautsprecherebene deutlich verbessert. Ich würde mir zunächst ein paar Breitbandabsorber besorgen/bauen und mit denen Versuche durchführen und mit den Erstreflexionspunkten an Front und Seitenwänden anfangen. •Da du wirklich studiomäßig weit von der Rückwand entfernt sitzt könnest perspektivisch (wenn mehr Umhüllung gewünscht wäre) statt der Abs 1 und 2 auch mit QRD-Diffusoren arbeiten. •Ich habe im Verlauf übrigens (bei einem Nachhall knapp unter 200 ms ab 500 Hz) wieder Absorption reduziert weil mir das zu dumpf wurde, weshalb ich mich schrittweise herantasten würde. •Das Deckensegel 2 ist wahrscheinlich wichtiger als das Nr. 1, da es Erstreflexionen mindert. •Entsprechend auch A4 •Bassmodentechnisch ist dein Hörplatz wahrscheinlich recht geschickt gewählt. Nach diesem Rechner: https://www.hunecke.de/de/rechner/raumeigenmoden.html (x = 5,8; y = 6,0; z = 2,2m) sitzt du in keinem Druckmaximum der tiefen Moden (2x um 29 Hz und 41,1) die du eh nur mit (unrealistisch) hohem Materialeinsatz bekämpfen könntest.Ich habe in den verlinkten Thread geschaut und eine Lautsprecher sehen übrigens echt klasse aus. Chapeau! |
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Hifihannes
Stammgast |
#8
erstellt: 10. Jan 2026, 20:00
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Hi zusammen,
Stimmt, das wäre eine Möglichkeit. Ich werde aber erstmal mit ein Paar 100mm-Absorbern starten und damit Erfahrungen sammeln. Mal schauen wir viel Handlungsbedarf danach noch ist.
Danke! Ein Teppich liegt tatsächlich vor dem Hörplatz. Die Dicke liegt aber bei leicht unter 10mm - also vmtl. akustisch nicht die erste Wahl. Bin mal gespannt, wie meine Frau reagiert, wenn ich beim nächsten Shoppingausflug plötzlich Interesse für Teppiche zeige... Nach der ersten Abschätzung sollte die NHZ mit den Absorbern im vorderen Bereich schon einigermaßen im Griff sein. Ganz unbehandelt ist die recht leere Rückwand vmtl. nicht optimal - da ist dein Vorschlag mit Diffusoren vmtl. nicht verkehrt. Ich dachte schon an Absorber, deren Vorderseite ich mit Brettern verschiedener Breite mit verschiedenem Spaltmaß versehe. Damit würde ich die Absorption vmtl. auf tieferen Frequenzen begrenzen und dort vllt. sogar verstärken (lässts ich im von quecksel verlinkten Absorberrechner auch simulieren). Bei höheren Frequenzen dürfte das evtl. auch etwas Diffusion bringen. Mit QRDs muss ich mich mal beschäftigen. Hatte ich nicht erwähnt, aber tatsächlich habe ich hier zuvor auch etwas mit der Room-Sim-Funktion von REW gespielt und dann auch etwas gemessen. Ziel war, tiefere Dips im Fgang zu vermeiden, was auch ganz gut geklappt hat. Mit einer Hand voll PEQs (mit negativer Amplitude) schaut es jetzt am HP so aus, was auch schon ganz gut klingt, trotz der großen NHZ: ![]() ![]() edit: Skalierung fGang angepasst. [Beitrag von Hifihannes am 10. Jan 2026, 23:42 bearbeitet] |
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stoneeh
Inventar |
#9
erstellt: 10. Jan 2026, 22:40
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Jo, bestes Kosten-Nutzen -> schmalbandige PEQs aka Notchfilter gegen die Moden im Bassbereich, dann Absorber bzw. diverses Couch-, Teppich-, Vorhang-Zeugs o.ä. gegen den Nachhall im Mittelhochton, welches aufgrund der dort nicht mehr allzu großen Wellenlängen von den Abmessungen her moderat ausfallen kann. Da bist aber glaub ich bis hier eh schon auf dem richtigen Weg. Der Ausgangszustand ist auf jeden Fall wild. Das ist so im Schnitt ca. die doppelte Nachhallzeit, die ich hier im akustisch günstigen Raum habe. Weitere Doku sowohl des Ausgangszustand, als auch der sukzessiven Verbesserungen, vorzugsweise auch via der "Clarity" und "Spectrogram" Tabs in REW, wäre nützlich.
Ja, schöner Lautsprecher & Baubericht 👍 |
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