YAMAHA CT-7000 einer der besten Tuner, jemals!

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armin777
Gesperrt
#1 erstellt: 17. Okt 2009, 10:25
Hallo alle,

nun stand wieder einer auf meinem Tisch, einer dieser Supertuner aus dem Jahr 1974, der damals 2.400,- DM kostete, was seinerzeit fast zwei Bruttomonatsgehälter von mir waren - ein exorbitant hoher Preis also. Zum Vergleich: der SONY STR-7055, den ich mir ein Jahr später kaufte, kostete ca. 900,- DM, ein Receiver mit rund zwei mal 50 Watt, der Testsieger in seiner Klasse in nahezu allen Zeitschriften war... Aber zurück zu diesem Tuner, der tatsächlich 13kg auf die Waage bringt - für einen Tuner gigantisch. Ich hatte im Januar schon einmal so einen auf dem Tisch, von Max (maxihighend), der ihn ebenfalls über alle Maßen lobt. Dieser Tuner zeigt im Innern sofort, dass er vollkommen kompromisslos konstruiert wurde, hier durften sich die Techniker austoben - ganz ohne den kaufmännischen Rotstift!





Ist es nicht eine Augenweide, wie hier jede Baugruppe in eigenen Edelstahlgehäusen untergebracht und mit Cinchsteckern und geschirmten Leitungen verbunden sind? Die verwendeten Materialien machen durchaus den Eindruck, als hätten ihnen die ersten 35 Jahre Betrieb gerade mal als Generalprobe gedient - keinerlei Abnutzung oder irgendetwas zu entdecken. Überhaupt, technisch hatte er keinerlei Defekte. Lediglich etwas Korrosion im Drehko (aber nur ganz wenig) und etwas nachgleichen, sowie mal alle Lämpchen tauschen, obschon die noch alle funktionierten. Aufgrund der zu erwartenden Lebensdauer, entschloss ich mich, die Lampen mit 14V 80mA zu ersetzen, im Original sind Stanleys mit 12V 60mA dort verbaut - und da geregelte 10,6 Volt als Versorgung anliegen, dürften die neuen Lampen ziemliche Ewigkeiten durchhalten.



Aber auch die Aussengestaltung gelang, einerseits vornehm zurückhaltend, wie es der Stil von Yamaha ist, anderseits solide wie der Felsen von Gibraltar. Und es ist alles da, was man benötigt - übrigens ein reiner FM-Tuner - wer braucht schon Mittelwelle? Immerhin kann er bis zu einem Volt Ausgangsspannung (einstellbar) liefern und damit jede handelsübliche Endstufe direkt antreiben.




Die Bedienelemente verstecken sich im Alltag hinter der großen Klappe, wenn sie geschlossen ist, sind nur noch der Tuningwahlknopf und der Netzschalter zu sehen - reicht ja auch für den Normalbetrieb, oder?



Das Gehäuse ist aus einem richtig dicken Vollholzgehäuse aus Sperrholz gefertigt - und dieser hier ist mit wunderschönem Makassar furniert, welches ich mit Antikwachs aufpoliert habe. Bei dem Bild von hinten ist auch das neu montierte Konturenkabel zu sehen, welches den hohen Anspruch an Kompromißlosigkeit unterstreicht, wobei klar ist, dass das dünnste Strippchen es genau so gut täte, bei gerade mal 23 W Leistungsaufnahme. Die vielen Cinchbuchsen sind für geregelte und feste Wiedergabe, Zwischenfrequenz und horizontaler und vertikaler Mehrwegeempfang zur Darstellung an einem Oszilloskop. Auch zwei Antenneneingänge Koax und IEC sind vorhanden. Alles dick, solide und haltbar.



Die Anzeigeinstrumente zeigen Feldstärke und Ratiomitte an, daneben gibt es noch zwei Lampen für Stereo und "Station". Letztere ist ein PLL (phasengeschlossene Schleife = phase locked loop), welche durch Loslassen des Senderwahlknopfes aktiviert wird. 1974 war das ein absolutes Novum. Allein die Bestückung dieses Boliden lässt Fachleute anerkennend den Kopf schütteln: 7fach-Drehko (wohlgemerkt, ein reiner FM-Tuner!!!), 7 IC's, 108 Transistoren, 12 FET's und 33 Dioden - welch Aufwand! Zum Vergleich: ein Mittelklassetuner aus der gleichen Küche (CT-600) hat einen 3fach-Drehko (für FM), 2 IC's, 31 Transistoren, 2 FET's und 20 Dioden - und der hat noch Mittelwellle zusätzlich! Übrigens, wer jetzt langsam auf den Geschmack kommt, es gab ihn auch in silber!

Zum Schluss der Empfang und der Klang: dieser Tuner lässt andere, als Spitzentuner weltweit anerkannte Modelle, wie K&H FM-2002, Kenwood KT-917, ONKYO T-9990 und ähnliche vielleicht nicht hinter sich, aber er muss sich keineswegs verstecken und hält mit ihnen in allen Disziplinen mit - klanglich steckt er die meisten in die Tasche, behaupte ich jedenfalls. Spaß macht er jedenfalls so viel, dass man einen solchen Burschen, hat man ihn erst mal ergattert, nie wieder hergeben möchte.

Beste Grüße
Armin


[Beitrag von armin777 am 17. Okt 2009, 16:16 bearbeitet]
five-years
Inventar
#2 erstellt: 17. Okt 2009, 10:43
Tolle Foto-Love-Story.
Der Innenaufbau hat mich wirklich überrascht.
Maxihighend
Stammgast
#3 erstellt: 17. Okt 2009, 11:15
Hallo Armin, du hast ja Übung im CT-7000

Nächste Woche werde ich dir einen AIWA AA-8700 zukommen lassen. Die Serviceunterlagen hast du ja Das alte Problem mit dem IC war nicht zu lösen

Timo
Inventar
#4 erstellt: 17. Okt 2009, 13:45
wiedereinmal eine Frechheit...die Vostellung dieses Tuners ist mehr als unverschämt und löst bei mir einen haben-wollen-Reiz aus.

Interessiert hat mich der schon immer, aber dass dieser im Inneren so eine gute Figur mach, war mir noch nicht klar.

WELCHES "HIGHEND-NEUGERÄT" HAT SOWAS ZU BIETEN?!

Wirklich ein tolles Gerät, welches ich auch gerne in schwarz hätte. Wenn ich den von innen sehe, dann geht mir,...ähh,..gehen mir fast die Augen über...!
Armin,..wenn das Deiner ist, würde ich den gerne "reservieren lassen"!

Kritik muss es auch geben:
Das Holz könnte(mir) eine Nummer dunkler sein!

Ein solches Innenleben braucht eigentlich ein durchsichtiges Gehäuse!





(nein, an der "verchromten", derzeitig auf Ebay angebotenen Version, bin ich nicht interessiert!)


[Beitrag von Timo am 17. Okt 2009, 14:13 bearbeitet]
celsius
Inventar
#5 erstellt: 17. Okt 2009, 14:55
CT 7000

wunderschön!
charlymu
Inventar
#6 erstellt: 17. Okt 2009, 15:42
Mensch, Tuner haben mich bisher nicht soooo interessiert, meine Receiver haben ja gute Radio-Sektionen, aber, diese Meisterwerk lässt mich da schon umdenken..

Danke für den schönen Bericht!

Gruß

Dirk
Maxihighend
Stammgast
#7 erstellt: 17. Okt 2009, 16:58
@Timo:

das Holz IST dunkler als es auf Armins Foto rüberkommt . Nur so zur Info

andisharp
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 17. Okt 2009, 17:31
Das Holz ist das gleiche, wie bei deinem Yamaha YP-D8, also sehr dunkles Makassar-Ebenholz.
Timo
Inventar
#9 erstellt: 17. Okt 2009, 18:54

Das Holz ist das gleiche, wie bei deinem Yamaha YP-D8, also sehr dunkles Makassar-Ebenholz.


gut, das gefällt mir.

Dann brauche ich jetzt nur noch den CT-7000.

Ist das eigentlich gravierte Schrift? Wenn ich mir das verchromte Ding in der Bucht ansehe, sieht es zumindest so aus.


[Beitrag von Timo am 17. Okt 2009, 18:56 bearbeitet]
Passat
Moderator
#10 erstellt: 17. Okt 2009, 19:01

Timo schrieb:
Ist das eigentlich gravierte Schrift? Wenn ich mir das verchromte Ding in der Bucht ansehe, sieht es zumindest so aus.


Die Serienversionen des CT-7000 haben keine gravierte Schrift.
Der Macher der verchromten Version hat das wohl gemacht, weil durch die Verchromung ja die Schrift verschwindet.

Grüsse
Roman
Timo
Inventar
#11 erstellt: 17. Okt 2009, 19:06
Wie ist eigentlich der T1 von Yamaha einzuschätzen?

und

Wie sieht der von innen aus?
luckyx02
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 17. Okt 2009, 19:18
Moin Armin,
das ist ein toller Tuner ohne Frage, aber ob er einer der besten ist beantwortet meistens noch Tunerinfo.com.
Da ist er trotz des tollen Aufbaus weit abgeschlagen nur Nr 55 der ewigen BestenlisteTunerinfo Shootouts.
Mein SABA MD 292 (auch kein toller Aufbau) , mM nach wohlklingender als mein B760 auf Platz 8, ist leider dort nie getestet worden.
Trotzdem tolles Gerät !
MfG Lutz
Timo
Inventar
#13 erstellt: 17. Okt 2009, 19:24
die Amerikaner wissen auch nicht immer alles besser
Und sind sicherlich auch nicht DER Maßstab in Sachen Qualitätsbewertung.(Das beweist schon die Platzierung des Revox)

Die halten ihre Autos auch für Weltklasse.

Auto-OT off!
Maliq
Inventar
#14 erstellt: 17. Okt 2009, 19:58
Yamaha ist die Firma, die ihr Design bis weit in die Neunziger beibehalten hat. Die Klappe, die Beschriftung, gebürstete Front - alles immer wiederkehrende Stilelemente.

Zeitlos.
luckyx02
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 17. Okt 2009, 20:11
Na, die Klangbeschreibungen der Tuner die ich aus dieser Liste bisher gehört habe, treffen aber weitestgehend zu ! Leider !
Der Revox klingt z.B. genau wie beschrieben, leider fehlt ihm die 3Dimensionalität. Die haben meine SABAs. Also tendenziell machen die Jungs das gut. Das ist ja keine Zeitung die da irgend was für bekommt.
Es ist halt oft mehr Schein als Sein. Wer mal einen K+H FM 2002 gesehen - und gehört hat, weiss was ich meine... Den würde auf dem Flohmarkt keiner mit dem A... angucken, auch mit offenen Gehäuse nicht ! Wenn da nicht diese zwei Buchstaben dran wären.
andisharp
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 17. Okt 2009, 20:17
Wie klingt denn so totkomprimiertes UKW-Programm in 3D?
luckyx02
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 17. Okt 2009, 22:06
Gar nicht so übel...aber wie soll ich der Kuh das Schachspielen erklären...? Du hast wahrscheinlich gar keinen 3D Tuner ? Damit scheint das Gespräch für mich beendet.
Lutz
classic.franky
Inventar
#18 erstellt: 17. Okt 2009, 23:13
nett, auch wenn schwarz was ist der unterschied zum 7000B? hier gibt es bilder von rollo [curd]: http://audioklassiks.de/wordpress/?p=642
Timo
Inventar
#19 erstellt: 17. Okt 2009, 23:18
B=Black
Passat
Moderator
#20 erstellt: 17. Okt 2009, 23:23
Genau, im Prospekt ist die schwarze Version des CT-7000 mit einem "B" gekennzeichnet und das steht für "Black".

Grüsse
Roman
oldiefan1
Inventar
#21 erstellt: 18. Okt 2009, 00:00
Der CT 7000 hat allerdings auch einige Schwächen.

So ist er gar nicht belüftet und das Netzteil, dass sehr heiss wird, sitzt ausgerechnet im Bodenteil, so dass auch mit Konvektionskühlung wenig geht. Wärmeabgabe über das Gehäuse: Fehlanzeige, da dickes Holz! Als Folge sind häufig Kondensatoren (besonders die kleinen) im Netzteil trocken.

Ausserdem ist er nicht der Überflieger bei Empfindlichkeit und Trennschärfe. Auf der positiven Seite steht der sehr gute Klang.

Besonders hervorzuheben ist der exzellent klingende eingebaute Kopfhörerverstärker.

Hier noch ein paar Bilder des Exemplars, das ich zur Reparatur hatte:






Herzlichen Gruss,
Reinhard
florian-reihe12
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 18. Okt 2009, 12:39
Wie bei den meisten Yamaha Geräte paart sich auch hier absolut puristisches Design plus Wertigkeit.

Wenn ich mir den Innenaufbau so ansehe ... da will man das Gerät doch gar nicht geschlossen betreiben. Schade das Acryl so scheisse aussieht.

Normalerweise bin ich kein Tuner Fan, da ich eh kein Radio höre, bei dem Gerät könnte ich aber schwach werden.
classic.franky
Inventar
#23 erstellt: 18. Okt 2009, 20:16

Timo schrieb:
B=Black ;)

ohhhhhhhhhh mein fehler
Timo
Inventar
#24 erstellt: 18. Okt 2009, 21:20

Wie ist eigentlich der T1 von Yamaha einzuschätzen?


ich versuchs nochmal:

Wie ist eigentlich der T1 von Yamaha einzuschätzen?
oldiefan1
Inventar
#25 erstellt: 18. Okt 2009, 21:52
Hallo Timo,

eine Einschätzung findest Du hier:

http://www.fmtunerinfo.com/yamaha.html

Der T1 ist eine Grössenordnung unter dem T2 anzusiedeln. Wie er sich empfangsmässig zum CT-7000 stellt, kann ich nicht sagen. Ausstattungsmässig ist der CT-7000 ja kaum zu schlagen und dürfte den T1 leicht überrunden.


Herzlichen Gruss,
Reinhard
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