EDEN S.40 ein Schuss in den Ofen

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Gobiblues
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 31. Dez 2011, 15:01
Erstmal guten Tach, ich bin neu hier.
Auf meiner Suche nach einem netten Plattenspieler, der mir auch optisch gut gefällt bin ich über einen Eden S 40 gestolpert, Kleinanzeige, absolut funktionstüchtig.
Ich also hingefahren, das Ding funktioniert überhaupt nicht und ist längst nicht so gut gebaut, wie ich es nach den Fotos eigentlich vermutet hätte. Da mich mal wieder der Hafer sticht und nach einem gewissen Preisnachlass, packe ich das Ding ein. 40€
Die Antriebsrolle ist nicht mehr rund, kurzerhand schleife ich sie auf der Drehbank nach, was ganz gut geht.
Der Teller eiert total rum, kann ich auch in der Drehbank richten - offensichtlich ist das Blechteil mal runter gefallen....
Neue Nadel bestellt. 10€ Eine Phase der 220V Zuleitung liegt auf Masse, bis in die 50er nicht unüblich, will man aber heute nicht mehr haben. Bei Neuanschluss des Netzkabels habe ich vermutlich irgendwelchen Quatsch gemacht, wie auch immer, ein Kanal fällt erst aus und dann brennt das Gerät auch schon . Einem Bekannten zur Reperatur gegeben. 20€
Schlimm an dem Teil ist vorallem der jackelige Tonarm aus Plastik auf einem Gummisockel. Er leigt mit über 10 Gramm auf der Platte. Ich bastel ein simples Gegengewicht ran.
Unglaublich auch: die Röhren und der Motor heizen das Teil so auf, das ich schon allein deshalb Angst um meine Platten habe, vom nach wie vor hohen Auflagegewicht zu schweigen (weniger und der Tonarm springt sofort)
Er läuft jetzt wieder, aber der Klang ist abartig Höhen und Mittenlastig. Auserdem mache ich mir wirklich Sorgen um meine Platten..... kene Ahnung, was ich damit jetzt anfangen soll .Eden S 40
Mos_Fet
Stammgast
#2 erstellt: 31. Dez 2011, 15:43
Hallo

in die Tonne hauen oder als Mahnmal behalten...
ixobert
Stammgast
#3 erstellt: 31. Dez 2011, 19:17
Ich denke du bist ein bisschen zu weit in die Vergangenheit gegangen um einen guten Plattenspieler zu bekommen
probier es mal mit gerätschaften die 20 jahre älter sind
termman
Inventar
#4 erstellt: 01. Jan 2012, 11:58
- Entweder bei Ebay reinsetzen
oder
- Ignorieren, dass es hauptberuflich ein Plattenspieler war und als Stereo-Röhrenverstärker "missbrauchen".

hf500
Moderator
#5 erstellt: 01. Jan 2012, 17:17
Moin,
na ja, es ist ein einfacher Stereo-Kofferplattenspieler, der etwa 50 Jahre alt ist.

Wenn ein Netzpol am Chassis liegt, dann hat das Ding ein Allstromnetzteil ohne Transformator. Weil es nur zwei Roehren (ECL8x oder PCL8x) braucht, muss ein grosser Teil der Netzspannung im Heizkreis mit Vorwiderstaenden regelrecht verbraten werden. Daher wird das Ding trotz der vermuteten 2x2W Ausgangsleistung auch so warm. Steht etwas von Leistungsaufnahme auf dem Typschild? Bei einem Allstromnetzteil mit P-Roehren (300mA) gehen 69W in den Heizkreis, der groesste Teil davon taucht nutzlos im Heizkreisvorwiderstand auf. Oder ist es eine der Sparkonstruktionen mit direkter Gleichrichtung der Netzspannung fuer die Anodenspannung und Heiztrafo? Dann sieht die Energiebilanz besser aus.

Als Roehrenverstaerker taugt es auch nicht viel, wegen der Eigenschaft "Allstromgeraet" ist er sogar gefaehrlich, wenn man den Eingang fuer etwas anderes nutzen will. Tonarme mit 10gr Auflage waren zu jener Zeit direkt leicht, fuer eine so simple Konstruktion auch unabdingbar. Es ist eben insgesamt eine (einfache) Konstruktion ihrer Zeit.

73
Peter
Gobiblues
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 01. Jan 2012, 17:36
Vielen Dank für die Antworten!

Ein Netzteil ist schon drin, technische Daten Fehlanzeige....
Den als Gitarrenverstärker zu missbrauchen, habe ich natürlich direkt versucht, ist aber nicht der Hit, weil er eigentlich zu wenig verstärkt um gewünschte Verzerrungen zu erzielen, bzw. es ja auch ein häufiger Irrtum ist, daß die bei Röhren übersteuert zwangsweise gut klingen müssen.

Endstufenröhren sind zwei EL84 drin, Vorstufe habew ich schon wieder vergessen.

Mal ganz blöd gefragt: kann ich denn irgendwie sicher gehen, daß er nicht meine Platten schrotet? Oder muss ich davon ausgehen, daß die Dinger das damals immer gemacht haben?

Den schrillen Klang würde ich womöglich noch hinmanipulieren können (natürlich kein HiFi, meinen Ohren sind aber sowieso kaputt) - fragt sich halt nur wozu....

Wie ich unter Suche schon geschrieben habe, such ich halt was "hübsches", sollte aber optisch eigentlich vor den 70ern liegen, da bleiben vermutlich nur (teure) Profigeräte oder?
ixobert
Stammgast
#7 erstellt: 01. Jan 2012, 19:14
Du kannst dir ja mal ein paar Braun dreher anschaun in meinen augen sehen die auch noch ziemlich 50-60er mäßig aus
http://www.google.co...2&ved=1t:429,r:4,s:0

http://www.google.co...ved=1t:429,r:10,s:96
hf500
Moderator
#8 erstellt: 01. Jan 2012, 19:32

Gobiblues schrieb:

Ein Netzteil ist schon drin, technische Daten Fehlanzeige....

Endstufenröhren sind zwei EL84 drin, Vorstufe habew ich schon wieder vergessen.


Moin,
dann muss wenigstens ein Heiztrafo vorhanden sein. Wenn ein Netzpol an Masse liegt, dann wird die Netzspannung direkt gleichgerichtet. Spart Trafoleistung und damit Geld.
Zwei EL84 setzen ca. je 13W Verlustleistung an die Luft, dazu noch die Heizleistung (6,3V/0,76A), das muss auch warm werden ;-) Vorroehre wird wahrscheinlich eine ECC83 sein.
Mit 2 EL84 waeren theroretisch max. 2x 5,7W drin. Das haengt stark von den verwendeten Ausganguebertragern ab, so dass man realistisch mit 2x 2,5-3W rechnen sollte.

An dem Frequenzgang wird man moeglicherweise nicht viel aendern koennen. die Basswiedergabe ist von den Uebertragern abhaengig, so dass man da nichts aendern kann, wenn sie zu klein sind. Dann weiss man auch nicht, in welchem Zustand das TA-System ist, zu jener Zeit war das Piezoelement haeufig noch ein Kristall (Seignettesalz), das mit der Zeit zu Instabilitaeten neigt. Die Geraete wurden fuer etwa 10 Jahre konzipiert, man darf daher froh sein, wenn es immer noch funktioniert.

Wenn man darauf Platten spielen will, dann eher nur noch fuer Demozwecke und mit "Schlagerplatten" vom Flohmarkt. Wertvolle Aufnahmen werden unter der spanabhebenden Tonreproduktion doch leiden.

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 01. Jan 2012, 19:33 bearbeitet]
Gobiblues
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 01. Jan 2012, 19:35
50er - 60er stimmt nicht wirklich, aber dennoch : oft hübsch die Geräte! Bin eben bei meiner Online - Suche auch über diverse Schnewittchensärge gestolpert, die Plattenspieler sehen aber auch nicht eben vertrauenserweckend aus, die von Dir gezeigten vielleicht schon eher...
termman
Inventar
#10 erstellt: 01. Jan 2012, 21:54
Gobiblues
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 02. Jan 2012, 17:10
fast 300 Mark! Das war damals gar nicht mal so billig!?

@hf500 : der Hinweis mit den alternden Krsitallen ist interessant, das wusste ich nicht! Meinst Du daher könnte der Klang auch kommen?
"Einfach" ein Magnetsysthem einbauen wird wohl nicht hinhauen oder?
termman
Inventar
#12 erstellt: 02. Jan 2012, 17:21
Ist ja auch mit Stereo-EL84 und den Lautsprechern durchaus relativ luxuriös gewesen, find ich.

Wenn mein Schwarzgeldkonto bei Paypal grad voll wäre, würde ich den sofort nehmen.

hf500
Moderator
#13 erstellt: 02. Jan 2012, 22:11

Gobiblues schrieb:

"Einfach" ein Magnetsystem einbauen wird wohl nicht hinhauen oder?


Moin,
nein, das geht nicht wirklich. Die Tonarme sind dafuer nicht geeignet, ausserdem muss man dann noch eine Phonovorstufe haben. Das ganze Laufwerk hat nicht die Qualitaet, die man an einem gut brauchbaren Plattenspieler braucht. Es dreht die Platte und kratzt die Rille, damit ist es gut beschaeftigt ;-)

Der Preis ist fuer damalige Verhaeltnisse normal, eher schon guenstig. Unterhaltungselektronik war damals nicht so billig wie heute. Fuer das Geld bekam man von Dual nur einen Mono-Verstaerkerkoffer. Preise nennt mir mein GH-Katalog 1964/65 nicht, ein dem Eden etwa vergleichbarer Elac Mirastar W16 kostete 485,-DM.

73
Peter
Gobiblues
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 03. Jan 2012, 09:38
Braun-sk5-001 noch mal konkret nachgefragt, mit "sowas" bin ich, was den Schalplattenverschleiß anbetrifft auch nicht besser bedient oder?
hf500
Moderator
#15 erstellt: 04. Jan 2012, 19:57
Moin,
eigentlich nicht, denn was die Grunddaten angeht, so sind die einfachen Laufwerke jener Zeit ziemlich aehnlich. Wegen des Kristallsystems hohe Auflagekraft und vergleichsweise schnell verschleissende Saphirnadeln (200 stat 800 Plattenseiten). Mit Saphirnadeln muss man allerdings bei fast allen Kristalltonabnehmern leben.

Auch dieser "Schneewittchensarg" ist nichts weiter als ein ziemlich einfacher Phonosuper, sein Merkmal ist lediglich das Design.

M.E. sollte man dann schon eher nach etwas suchen, das einen Plattenspieler wie einen Dual 1010 enthaelt. Laut GH-Katalog 1964/65 gab es dieses Laufwerk nicht mit einem Stereo-Verstaerkerkoffer. Den gab es mit einem 1011, der gegenueber dem 1010 einen kleineren Plattenteller hat (230 statt 270mm). Der Koffer heisst dann "party 1011 V26" mit einem 2x 4W-Verstaerker (2x ECL86).

1010 und 1011 haben den gleichen Arm fuer CDS620 mit einer Auflage von 5-6gr.
Das Spitzenlaufwerk jener Zeit war das 1009, das es auch mit Magnetsystem gab. Sein Nachfolger ist das 1019.
1010 und 1011 haben wahrscheinlich keinen Motor, der ein Magnetsystem zulaesst. Die Dual fuer Magnetsysteme hatten einen vierpoligen Motor, der ein geringeres Streufeld hat. Mit dem (billigeren) Zweipoligen der "kleineren" Laufwerke faengt man sich schnell magnetischen Brumm vom Motor ein. Der Motor sitzt vorn links unter dem Plattenteller und kommt damit dem Tonabnehmer ziemlich nahe.

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 04. Jan 2012, 19:58 bearbeitet]
Gobiblues
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 04. Jan 2012, 22:30
Mensch, vielen Dank für die Geduld mit mir!
Jetzt verstehe ich auch endlich den Zusammenhang mit dem Motor, den Du weiter oben schon erwähntest!

Die von Dir vorgeschlagenen Dual"e" finde ich halt schon wieder hässlich - sieht für mich fast so aus, als ob es da keinen Kompromiss gibt - was mich echt wundert!
(ich befasse mich wirklich viel mit Design - aber Plattenspieler wurden entweder meistens rein von Ingenieuren etworfen oder die SOLLTEN so aussehen. kann mir mal jemand zeigen, wie z.B. ein Plattenspieler beim Rundfunk o,ä, in den 60ern ausgesehen hat?)

Meine normale Reaktion wäre jetzt zu sagen, na gut, dann bau ich mir selber einen (um) - aber ich merke, das ich ÜBERHAUPT keinen Plan von der Materie habe, also bin ich (zumindest vorerst) mal weise und lass es.....

P.S. damit keine Missverständisse aufkommen - ich suche eigentlich gar keinen Koffer u.ä. an meine Anlage anschließen wäre völlig ok, bzw. sogar sinnvoller
ixobert
Stammgast
#17 erstellt: 05. Jan 2012, 13:42
http://www.google.co...EFT5bhM43BtAb6xL2BDw

bei den großen Rundfunkanstalten wohl so


[Beitrag von ixobert am 05. Jan 2012, 14:10 bearbeitet]
Gobiblues
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 05. Jan 2012, 17:51
Ach ja, den kenne ich sogar von einem Bekannten, leider gar nicht meine Preisklasse...

An die Spezialisten - was gabs davor, was hat der DDR Rundfunk genommen (DDR Plattenspieler sind zur Zeit ehrlich gesagt meine letzte Hoffnung, 90% aber auch da HÄSSLICH)
Suche:
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