| HIFI-FORUM » Stereo » Hifi-Klassiker » AKAI-Boliden der AM-Serie (AM-65 aufwärts) | |
|
|
||||
AKAI-Boliden der AM-Serie (AM-65 aufwärts)+A -A |
||
| Autor |
| |
|
gyps_ruepelli
Stammgast |
#1
erstellt: 02. Apr 2026, 10:46
|
|
|
Hallo in die Runde, Ich habe mal eine Frage zu den AKAI-Boliden der AM-Serie aus der ersten Hälfte der 90er Jahre. Die enthielten größtenteils bereits einen D/A-Wandler mit mindestens zwei Zugängen (optisch und coax) und ab dem AM-65 auch digitale Ausgänge (je nach Modell mal optisch, mal coax, teilweise auch beides. Meine Fragen jetzt dazu: Wofür waren die gedacht? Zum Anschließen digitaler Aufnahmegeräte wie zum Beispiel für DAT-Recorder, die es damals schon gab? Und: Wurde ein Digitalsignal, das eingegeben wurde, ohne Umwandlung nach analog und wieder zurück über den Digitalausgang wieder ausgegeben? Allen, die sich die Mühe machen zu antworten jetzt schon mal vielen Dank. |
||
|
CHICKENMILK
Inventar |
#2
erstellt: 03. Apr 2026, 14:47
|
|
|
|
||
|
gyps_ruepelli
Stammgast |
#3
erstellt: 03. Apr 2026, 17:51
|
|
|
Hallo, Danke für den Link. Das ist in der Tat interessant zu lesen. Es offenbart auch ein Stück weit, warum es in der Zeit vergleichsweise viele Verstärker mit drei Tapeschleifen gab, was ja ein paar Jahre später wieder verschwunden ist. Kann jemand was zum digitalen Signalweg dieser Verstärker sagen? Also ob das Digitalsignal ohne Wandlung wieder ausgegeben wird? Weiß jemand, wie das funktioniert? |
||
|
Rabia_sorda
Inventar |
#4
erstellt: 04. Apr 2026, 13:16
|
|
Grundsätzlich ist eine Parallelschaltung von Digitalquellen eher nicht geeignet und führt zu Fehlern. Dazu schaue man sich mal den Schaltplan des AM-65 an. Darin wird ein DAC-Chip (A2061B5030) mit zwei Eingängen verwendet. Der eine optische Eingang und der eine koaxiale Ausgang sind über einen digitalen Logik-Baustein 74HCU04 zwar im weitesten Sinne "parallel" verschaltet, nur dies ist ja rein elektronisch dennoch nicht korrekt anzusehen. Hier ist also eine logische Zusammenführung (Verknüpfung) über einen aktiven Hex-Inverter vorhanden. [Beitrag von Rabia_sorda am 04. Apr 2026, 13:18 bearbeitet] |
||
|
gyps_ruepelli
Stammgast |
#5
erstellt: 04. Apr 2026, 15:33
|
|
|
Hallo @Rabia_sorda, Dainke für Deine Antwort. Ich muss aber als jemand, der sich durchaus für Elektronik interessiert aber wenig Detailwissen hat, eine vielleicht etwas banale Frage dazu stellen: Was genau bedeutet das? Bitte verzeih mir meine wahrscheinlich entwaffnende Unwissenheit. |
||
|
Rabia_sorda
Inventar |
#6
erstellt: 04. Apr 2026, 15:45
|
|
Was soll ich denn jetzt noch dazu sagen Bzw. was verstehst du nicht oder was willst du jetzt noch genauer wissen? Eigentlich steht dazu ja alles in meinem Text. Das Fazit daraus bedeutet, dass es keine passive Parallelschaltung im ohmschen-/galvanischen Sinne ist, sondern dazu eine elektronisch-aktive Verknüpfung verwendet wird. Also ja, es wird "gewandelt" (wie du es schriebst). Ansonsten kannst du dir den Schaltplan im Service-Manual noch selbst ansehen: AKAI AM-35 55 65 SM [Beitrag von Rabia_sorda am 04. Apr 2026, 15:47 bearbeitet] |
||
|
Radiowaves
Inventar |
#7
erstellt: 04. Apr 2026, 19:29
|
|
Schau Dir mal das Service Manual zum AM65 an: https://elektrotanya.com/akai_am-35_55_65_sm.pdf/download.htmlPDF-Seite 29 zeigt die Digitalein-/ausgänge. Der Optical In geht - fett gezeichnet - zum einen nach rechts in den als IC2 bezeichneten Schaltkreis (Eingang 2), der u.a. zwischen dem optischen und dem koaxialen Digitaleingang auswählt, also festlegt, welcher Datenstrom weiter durchgereicht wird zum Digitalfilter und dann zu den D/A-Wandlern (kanalgetrennt). Das wird über die Eingangswahl / Quellenwahl erledigt. Zum anderen geht der Optical In - ebenfalls fett gezeichnet - nach unten in den mit IC1 bezeichneten Chip, der das Signal aufpäppelt und über einen kleinen Übertrager-Transformator (zur Potentialtrennung) am koaxialen Digitalausgang ausgibt. Der koaxiale Ausgang hat also immer das Signal anliegen, was der optische Eingang zugespielt bekommt. Das müsste soweit ich das blicke in diesem Fall völlig unabhängig von der Eingangswahl sein. Der koaxiale Digitaleingang wiederum geht nach entsprechender Signalaufbereitung (die Daten bleiben 1:1 wie sie sind, es geht vereinfacht gesagt nur um sowas wie eine "Flankenschärfung" des Signals durch wiederum zwei Funktionsblöcke des gleichen IC1) auch in den Umschalter IC2 und dort in den Eingang 1. Damit kommt das Signal vom koaxialen Digitaleingang genau dort an, wo das Signal vom optischen Digitaleingang ankommt und der IC2 wählt via Eingangsumschaltung aus, welcher der beiden Digitaleingänge zum Digitalfilter (IC 3) und nachfolgend zu den Wandlern (IC4) nach weiter rechts durchgereicht wird. Das Eingangssignal vom koaxialen Digitaleingang gelangt nie zum koaxialen Digitalausgang. Das ist hier schaltungstechnisch nicht vorgesehen. Ich kann mir den Hintergrund so vorstellen: den optischen Eingang hat man für einen CD-Player vorgesehen, der möge sein Datensignal bitte 1:1 an den koaxialen Ausgang durchreichen, dort kommt ein DAT-Recorder oder MD-Recorder ran und kann es so bitgenau aufzeichnen. Der Recorder selbst kann wiedergabeseitig über den koaxialen Digitaleingang des AM-65 auch angeschlossen und wiedergegeben werden, aber seinen eigenen, soeben zum AM-65 geschickten S/PDIF-Datenstrom möge er bitte nicht über den koaxialen Ausgang des AM-65 zurückgespielt bekommen. Das wäre eine Rückkopplungsschleife, die zu wildesten höllisch lauten Störgeräuschen im Recorder-Audiopfad führen kann, oder einfach nur zu wildem Blinken der Sync-LED und Klickern eines Mutingrelais im Recorder. Das wäre das digitale Pendant der Rückkopplungsschleife, die entsteht, wenn man bei einem analogen Tapedeck Eingänge und Ausgänge miteinander verbindet, eine Aufnahme startet und den Aufnahmepegel langsam aufdreht. macht bei Zweikopfgeräten immer und bei Dreikopfgeräten im Falle des Vorband-Abhörens einen schrillen Rückkopplungs-Sound, mit dem man sich bei geeigneter Lautstärke Kopfhörer und Lautsprecher (und sein Gehör) killen kann. Aus diesem grund sollten auch die analoge Aufnahmeausgänge für Recorder an Verstärkern nie Audio des Recorders selbst ausgeben. Das muss elektronisch oder über die mechanischen Eingangs-/Aufnahmeschalter verhindert werden. [Beitrag von Radiowaves am 04. Apr 2026, 19:36 bearbeitet] |
||
|
gyps_ruepelli
Stammgast |
#8
erstellt: 04. Apr 2026, 19:35
|
|
Ich glaube zu wissen (Physikunterricht), was eine Parallelschaltung ist - in Bezug z.B. auf Widerstände. Ich schaffe es nur gerade nicht, den Begriff auf den Sachverhalt zu übertragen. Für mich setzt das immer zwei Verzweigungen der Schaltung voraus - eine vor den parallel geschalteten Komponenten (also z.B. den Widerständen) und eine dahinter. Und das kann ich in dem Schaltbild (das auf S. 23) nicht erkennen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob meine Elektronikkenntnisse ausreichen, um das Schaltbild richtig zu lesen. Was ich aber dort zu erkennen glaube ist, dass die D/A-Wandler-Einheit (»DAC PCB«) zwar von einem Signal verlassen wiird, ich sehe aber nicht, dass ein Signal hinein kommt. Und ich erkenne auch kein Bauteil, das ein analoges Signal in ein digitales Signal wandelt, sondern nur umgekehrt. Deswegen ist mir nicht klar, welches Signal an dem Digital Out am Ende anliegt. Ich erkenne jedenfalls nicht, dass das ein Signal sein soll, das vom Record-Selektor beeinflusst sein soll. Mit meinem laienhaften Verständnis würde ich jetzt davon ausgehen, dass das bedeutet, dass das Digitalsignal, das auf den Digital Out geht, die D/A-Wandler-Einheit nicht verlassen hat. Aber wie gesagt: Ich weiß nicht, ob ich das richtig sehe. |
||
|
Rabia_sorda
Inventar |
#9
erstellt: 04. Apr 2026, 19:44
|
|
Ich schrieb ja, dass dies nicht so ist:
Ansonsten hat es nun Radiowaves mehr als verdeutlichend beschrieben. Ich hatte es zuvor erst noch "rudimentärer" versucht. |
||
|
Radiowaves
Inventar |
#10
erstellt: 04. Apr 2026, 19:59
|
|
So ist es auch. Der Aufnahmewahlschalter (für analoge Quellen) gibt keine der dort jeweils ausgewählten Quellen an den koaxialen Digitalausgang zurück. Dazu bräuchte der AM-65 einen A/D-Wandler. Der müsste dann hinter die analoge Quellenwahl gesetzt werden, die ausgewählte analoge Quelle (die so z.B. an einem analogen Tape-Aufnahmeausgang ausgegeben wird) digitalisieren und am koaxialen Digitalausgang ausgeben. Und weil die analogen Quellen einen recht weiten Pegelbereich haben (ein leises Phono-System hat da vielleicht maximal 400 Millivolt bei "lauten" Platten hinter dem im AM-65 eingebauten Phono-Vorverstärker, ein UKW-Tuner bringt vielleicht 600 Millivolt bei 75 kHz Spitzenhub, ein CD-Player ballert 2 Volt in den AM-65), wäre zur Verhinderung von Übersteuerungen dieses Analog/Digital-Wandlers vom maximal auftretenden analogen Eingangspegel auszugehen und noch bissl Headroom zu lassen, so dass "leise" Quellen dann vielleicht nicht über -15 dBFS hinter dem Analog/Digital-Wandler kämen. Und das würde man dann ohne Manipulationsmöglichkeit mit einem digitalen Recorder am S/PDIF-Ausgang des AM-65 aufnehmen wollen... Klar, ist fast zu verschmerzen, aber eigentlich möchte man ja die digitale Auflösung gerne ausreizen, also möglichst hoch aussteuern. Dazu bräuchte der Verstärker mit digitaler Ausgabe analog zugespielter Quellen aber einen Pegelsteller vor dem A/D-Wandler und dann auch eine Pegelanzeige. Das sprengt alle Funktionalität, die sinnvoll ist. Also ist sowas nicht drin. Digital ausgegeben wird beim AM-65 nur das, was am optischen Digitaleingang reinkommt. Analoge Quellen nimmt man über den analogen Recorder-Ausgang über den analogen Eingang eines digitalen Recorders auf - und nutzt dessen Pegelsteller und dessen A/D-Wandler. Ein digitaler Recorder wird also sowohl analog als auch via S/PDIF angschlossen. Ob es dabei zu Rückkopplungen Recorder - digitale Verbindung - AM-65 - analoger Aufnahmeausgang - Recorder kommen kann, wäre spannend. Es gibt heute allerdings sehr wohl Geräte, die analoge Eingänge haben, intern aber alles digital erledigen. Die digitalisieren dann auch das analoge Audio der an rot/weiß angeschlossenen Quellen - ohne dass man da was pegeln könnte. Da nimmt man das nicht-Ausreizen der Wandlerauflösung dann in Kauf. Betrifft dann oft "gering priorisierte" Quellen, also einen Aux in und vielleicht einen einfachen Phono-MM-"Noteingang", während alles andere entweder intern sowieso digital ankommt (Internetradio, BT-Streaming) oder via optische / koaxiale S/PDIF und HDMI-ARC zugespielt wird. [Beitrag von Radiowaves am 04. Apr 2026, 20:11 bearbeitet] |
||
|
gyps_ruepelli
Stammgast |
#11
erstellt: 04. Apr 2026, 20:04
|
|
|
Meine Nachfrage und das Posting von @Radiowaves haben sich überschnitten. In der Tat habe ich jetzt verstanden, wie es funktioniert. Danke an Euch beide für die Erklärung! |
||
| ||
|
|
||||
| Das könnte Dich auch interessieren: |
|
AKAI AM 2950 wieviel ? ? schluckmuskel76 am 28.10.2009 – Letzte Antwort am 30.10.2009 – 4 Beiträge |
|
Akai Boliden AM-2950, Problem mit Knöpfen und Regler! Kr0n05 am 20.01.2009 – Letzte Antwort am 21.01.2009 – 3 Beiträge |
|
Akai Am 65 Tuning auf Highend Niveau _kAiZa_ am 03.02.2008 – Letzte Antwort am 03.02.2008 – 3 Beiträge |
|
Akai AM 95 VS Akai AM 69 fatul am 21.01.2011 – Letzte Antwort am 17.06.2011 – 4 Beiträge |
|
akai am 4000 dpl andy020882 am 02.05.2011 – Letzte Antwort am 31.12.2019 – 4 Beiträge |
|
AKAI AM-M7 Manual xy-unbekannt am 20.01.2011 – Letzte Antwort am 22.01.2011 – 3 Beiträge |
|
Akai AM M739 Hellracer1 am 01.07.2021 – Letzte Antwort am 02.07.2021 – 3 Beiträge |
|
AKAI AM-95 Dogfatha am 18.02.2007 – Letzte Antwort am 20.11.2022 – 31 Beiträge |
|
Akai AM 75. MacLefty am 05.04.2008 – Letzte Antwort am 05.04.2008 – 6 Beiträge |
|
AKAI AM 67? highfreek am 04.09.2006 – Letzte Antwort am 04.09.2006 – 2 Beiträge |
Foren Archiv
2026
Anzeige
Top Produkte in Hifi-Klassiker
Aktuelle Aktion
Top 10 Threads in Hifi-Klassiker der letzten 7 Tage
- Wie erkenne ich defekte Feinsicherungen
- Ghettoblaster - welcher hat den besten Klang?
- JBL LX-155
- Best of Arcus - oder: wo bleibt der Arcus-Liebhaber-Thread?
- Onkyo SC-1500 vs. Yamaha NS-2000
- Übersicht aller älteren Philips CD Player
- Kaufberatung: Hi-Fi Verstärker der 70 bzw. 80 Jahre
- Weltempfänger - bloß welcher?
- Lautsprecher Cabasse Goelette M2
- Sony WM-6DC wirklich gut?
Top 10 Threads in Hifi-Klassiker der letzten 50 Tage
- Wie erkenne ich defekte Feinsicherungen
- Ghettoblaster - welcher hat den besten Klang?
- JBL LX-155
- Best of Arcus - oder: wo bleibt der Arcus-Liebhaber-Thread?
- Onkyo SC-1500 vs. Yamaha NS-2000
- Übersicht aller älteren Philips CD Player
- Kaufberatung: Hi-Fi Verstärker der 70 bzw. 80 Jahre
- Weltempfänger - bloß welcher?
- Lautsprecher Cabasse Goelette M2
- Sony WM-6DC wirklich gut?
Top 10 Suchanfragen
Forumsstatistik
- Registrierte Mitglieder931.115 ( Heute: 7 )
- Neuestes MitgliedHighend9
- Gesamtzahl an Themen1.564.747
- Gesamtzahl an Beiträgen21.865.180








