Elac 3402T - Reparieren oder wegwerfen?

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Gelscht
Gelöscht
#1 erstellt: 01. Feb 2006, 10:31
Hallo!

Ich hasse es eigentlich, wenn alte Technik einfach entsorgt wird ohne ihr vorher noch eine Chance zu geben.
Von einem Bekannten habe ich einen alten ELAC 3402 Receiver bekommen, wo das Netzteil wohl einen Schlag hat, jedenfalls haut es so alle 5-6 Betriebsstunden die Sicherung an NT raus.
Bevor ich jetzt Lötkolben und Messtechnik zücke - lohnt sich das bei dem alten Hündchen noch oder doch besser direkt entsorgen?

Andre
Schwergewicht
Inventar
#2 erstellt: 01. Feb 2006, 13:37
Hallo,
den hatte ich auch mal. Klanglich leider im Vergleich zu anderen Receivern aus der Zeit unter ferner liefen (war noch ein Körting mit teilweise billigsten Mesatransistoren). Optisch war er ganz schön. Zuletzt voll funktionsfähig bei Ebay für 10,61 Euro weggegangen.

http://cgi.ebay.de/R...QQrdZ1QQcmdZViewItem

Darum nicht ärgern, sondern entsorgen.

Gruß
Superhirn
Stammgast
#3 erstellt: 01. Feb 2006, 15:56
Das Gerät ist von ca. 1975 und hat 2x30W Musik und 2x50W Sinusleistung an 4 Ohm
Klirr/Intrermodulation <0,5%/<0,6%
Frequenz 18-25000Hz
55 Transistoren, 2 IC
Also alles gar nicht so übel

Preis uvP über 1000 DM

Frage: 5-6 Betriebsstunden am Stück oder oder zusammengezählte Betriebstzeit?


[Beitrag von Superhirn am 01. Feb 2006, 15:58 bearbeitet]
hf500
Moderator
#4 erstellt: 01. Feb 2006, 20:03
Moin,
Sinusleistung groesser als Musikleistung??

;-)

Ich wuerde versuchen, ihn zu retten.
Mesatransistoren sind so schlecht uebrigens auch nicht.

73
Peter
Bana
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 01. Feb 2006, 20:58
Hallo,

den Elac hatte ich mir als Schüler mal gekauft. Dafür hatte ich nach der Schule stundenlang in einem Freizeitpark Unkraut gejätet und Geräte gestrichen.
Das Gerät habe ich auf einer Messe gesehen und dann richtig drauf gespart und erarbeitet. Das war mein erstes richtiges Hifigerät.
Ich fand das damals alleine wegen der "Black Out Skala" und den vielen schönen Tasten klasse.
Vom Design her war das damals schon nicht schlecht.

Also ich würde mir die Arbeit machen und es reparieren.

Alleine schon, weil Elac drauf steht.

mfg bana
wegavision
Inventar
#6 erstellt: 01. Feb 2006, 22:23
Ich kann auch nur ein Bild von dem guten Stück liefern. Das Design ist heute nicht unbedingt angesagt, und so bewegt sich sein Preis um die 25 EUR bei Ebay.

hf500
Moderator
#7 erstellt: 01. Feb 2006, 23:23
Moin,
kann daran liegen, dass man seit 30 Jahren auf Japan-Einheitsdesign geeicht wurde.

73
Peter
gdy_vintagefan
Inventar
#8 erstellt: 02. Feb 2006, 00:17
Den hatten wir bis Ende der 80er Jahre im Musiksaal unserer Schule.

Zuspieler waren ein alter Dual-Plattenspieler (muss 1209 oder 1216 gewesen sein) und ein Dual Kassettendeck C901.

Vom Design her erinnerte der mich an den Saba 8060/8090/8100, welchen ich seit meiner Kindheit durch meine Verwandtschaft kenne (in Verbindung mit einem Dual 1218). Ich fand beide Receiver klanglich nicht schlecht.

So ein Saba 8060 ging letztens auch noch für ca. 25 Euro weg.
Schwergewicht
Inventar
#9 erstellt: 02. Feb 2006, 09:43
Hallo,
äußerlich hatten sie eine gewisse Ähnlichkeit, aber von innen waren da große Unterschiede. Körting baute damals die absolut billigsten Chassis überhaupt und war somit Zulieferer für Neckermann. Auch Elac, Blaupunkt und Siemens bedienten sich der Firma. Leider habe ich mir so einen Elac in meiner Jugend auch gekauft. Klanglich liegen zwischen einem Saba aus der Zeit wie 8060, 8080, oder gar 8120 und einem Elac 3402 im direkten Vergleich Welten. Selbst der große Elac Syntektor war äußerlich absolut gelungen, aber klanglich wirklich grausam. Das schönes Design alleine nicht reicht, merkten nach einiger Zeit auch die Käufer und Elac ging ziemlich schnell in Konkurs.

Gruß
Superhirn
Stammgast
#10 erstellt: 02. Feb 2006, 10:02
@AndreBryx
ist vielleicht nur eine etwas zu schwache Sicherung drin?
Probier doch mal ne Stärkere.

@hf500: Altes Adlerauge!!

@Schwergewicht.
Was meinstt du mit "billigen Chassis"? Sind die irgendwie schlecht oder was?


[Beitrag von Superhirn am 02. Feb 2006, 10:05 bearbeitet]
wegavision
Inventar
#11 erstellt: 02. Feb 2006, 12:30
Zum Thema Neckermann habe ich was:

http://telefunken.te.funpic.de/neckermann71/


[Beitrag von wegavision am 02. Feb 2006, 12:35 bearbeitet]
Superhirn
Stammgast
#12 erstellt: 02. Feb 2006, 13:29
@lulabu,
Klasse, wie immer super Arbeit.
Echt witzige Geräte drunter.
Ich hatte mir auch schon überlegt, mich mal um Körting zu kümmern, steckt aber noch in kleinen Ansätzen.
P.S. ich hab auch noch alte Neckermann - Kataloge aus den 80ern
Schwergewicht
Inventar
#13 erstellt: 02. Feb 2006, 13:53
Hallo superhirn,
in den 60er und 70er hat Körting für viele Hersteller wie Elac, Blaupunkt, Siemens die Geräte gebaut, weil sie preislich aufgrund billigerer eingesetzter Materialien wesentlich günstiger waren als die Konkurrenz. Seriöse Fachhändler haben das ihren Kunden auch gesagt, aber viele ließen sich damals durch die wirklich gelungene Optik gerade bei Elac blenden (ich auch, erinnert mich im Nachhinein irgendwie an Bose). Hi-Fi war damals in den Kinderschuhen. Auch ich war die ersten Monate durchaus zufrieden, man hatte ja keinen Vergleich. Beim ersten Vergleichstest fiel ich aus allen Wolken. Im Vergleich zu einem Saba 8080 barscher Transistorklang, keine Musikalität, kein Druck. Die Musik plätscherte so aus den Boxen. Ich habe den Elac damals sofort verkauft und mir einen Kirksaeter geholt. Nachdem diesen technischen Aufbau der Geräte mit sehr preiswerter, damals schon veralteter Elektronik eine Fachzeitschrift (Hifi-Stereophonie) mal richtig erklärt und ans Licht gebracht hat, war Elac z.B. innerhalb kürzester Zeit pleite. Aber schön waren sie wirklich, gefallen mir heute noch (allerdings nur die mit der Black-out Scala).

Gruß


[Beitrag von Schwergewicht am 02. Feb 2006, 13:58 bearbeitet]
hf500
Moderator
#14 erstellt: 02. Feb 2006, 20:05
Moin,
billige Chassis kann ich zumindest bei dem Roehrenfarbfernseher von Koerting/Neckermann, den ich mal hatte nicht beklagen.
Die Platinen waren ordentlich gefertigt, hatten einen sehr brauchbaren Servicedruck und sogar keramische Trimmpotis
(mit Kohleschleifer natuerlich) gab es reichlich.

73
Peter
Schwergewicht
Inventar
#15 erstellt: 02. Feb 2006, 20:36
Hallo hf500,
wenn du die Abdeckung eines Elac 3402 und eines Saba 8080 z.B. entfernst, siehst du persönlich es mit Sicherheit sofort, davon bin ich überzeugt. Bei Fernsehern und anderen Produkten der Firma kann es durchaus anders gewesen sein. Selbst in der Chronik über die Firma Körting ist das mit den sagen wir mal "nicht so guten" Chassis für in 1. Linie Receiver festgehalten worden und war wirklich auch dem Fachhandel seinerzeit bekannt und die haben mich z.B. seinerzeit bei HiFi Krebs in Essen darauf hingewiesen, aber ich wollte ja nicht hören. Na ja, 900,-- hatte ich bezahlt, 700,-- nach fast einem Jahr von einem Bekannten noch bekommen, so hielt sich diese Hi-Fi Erfahrung preislich in Grenzen.

Gruß
hf500
Moderator
#16 erstellt: 02. Feb 2006, 20:51
Moin,
ich werde wohl kaum dazu kommen, ein HiFi-Koerting in die Finger zu bekommen.
Und extra eins kaufen....

Gerade habe ich mir die verlinkten Katalogseiten angesehen.
Positiv ist, dass man damals tatsaechlich noch recht ausfuehrlich die Daten angegeben hat,
heute reicht ja die PMPO.
Auffaellig ist, dass der gezeigte Tuner (Nr.1) mit 6/10 Kreisen nun wirklich nicht das
Gelbe vom Ei ist. Ist hier relativ oft auf Flohmaerkten zu haben.

Da scheint ja der Empfaenger von dem keinen Hochkantgeraet (Nr. 5) wesentlich mehr zu bieten...

Uebrigens hat sich auch Saba eine Merkwuerdigkeit geleistet.
Gerade das teure HiFi-Studio Freiburg-Stereo ist nahezu komplett mit Germaniumtransistoren
bestueckt (ein unwichtiger im Stereodecoder ist Si).
Und das zu einer Zeit, wo Grundig weitgehend mit Si-Transistoren baute und Graetz im Transistor-Roehren Hybrid
Stereo-Unit 250 Si-Transistoren im UKW-Mischteil hatte.

73
Peter
Schwergewicht
Inventar
#17 erstellt: 02. Feb 2006, 21:42
Hallo hf500,
du bist mit Sicherheit der Techniker von uns beiden und sollst dir auch keinen Elac kaufen, aber das die Receiver wirklich schlecht um nicht zu sagen grottenschlecht im Vergleich zu anderen aus der Zeit geklungen haben kann man heute noch im direkten Vergleich feststellen. Elac hätte es bei Plattenspieler/Tonabnehmern belassen sollen, dann wäre der 1. Konkurs zumindest so früh ausgeblieben, denn diese Sparte hat meines Wissens bis zum Schluß mit schwarzen Zahlen gearbeitet. Übrigens meinte ich in einem der vorhergehenden Beiträge nicht wie geschrieben die Mesa- sondern natürlich auch die Germaniumtransistoren (man wird alt) wo eben z.B Grundig usw. wie du gerade richtig geschrieben hast nur noch Si-Transistoren eingesetzt hat. Mesa-Transistoren waren in meiner "Jugendzeit" noch ein verkaufsförderndes Argument in der Werbung.

Gruß
XyMcCoy
Inventar
#18 erstellt: 02. Feb 2006, 21:45
Ich hatte auch einen ELAC gehabt mit Bedienungsanleitung und Schaltplan nun ist er auf dem Müll weil ihn keiner haben wollte.. Nichtmal geschenkt


[Beitrag von XyMcCoy am 02. Feb 2006, 21:46 bearbeitet]
Zweck0r
Moderator
#19 erstellt: 03. Feb 2006, 00:23

hf500 schrieb:
kann daran liegen, dass man seit 30 Jahren auf Japan-Einheitsdesign geeicht wurde.


Naja. Mir gefällt viel Hifi (sogar ein Telefunken HR 800 ), von den 50ern bis heute, aber die deutschen Receiver von Anfang bis Mitte der 70er gehören nicht dazu. Noch nicht einmal die Grundigs, die nach dem RTV 650 und vor dem RTV 1040 erschienen sind.

Von Elac hatte ich mal eine Plattenspieleranlage in diesem Design, die mir ganz gut gefiel. Aber dieser Receiver ist IMHO einfach nur kübelig.

Grüße,

Zweck
Gelscht
Gelöscht
#20 erstellt: 03. Feb 2006, 13:39
Hab heute mal ganz kurz reingesehen und ganz schnell wieder zugemacht - Ups - Endtransistoren 2N3055 - Wer hat sich denn DEN Unsinn einfallen lassen????

Ich glaube ich lege ihn erstmal auf die Seite, Entsorgen fällt mir einfach zu schwer. Vielleicht packt es mich in ein paar Jahren wieder und dann würde ich auch gleich mal die Endstufe auf "ordentlich" modifizieren.
Da das Ding recht ordentlich & modular aufgebaut ist, dürfte die Reparatur nicht allzu kompliziert sein.
Aber wie gesagt - eher was für Mußestunden im späteren Rentenalter :-) Geht mir nicht um den Wiederverkaufswert sondern an den Spaß an der Sache selbst...

@Superhirn: 6 Stunden Ausfall nach Durchlaufzeit, hatte ihn mit dieser Fehlerbeschreibung geschenkt bekommen und hat sich auch bewahrheitet.
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