Accuphase E-360 vs Mc Intosh MA-6700 vs Audia Flight Two

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uterallindenbaum
Stammgast
#1 erstellt: 05. Mai 2013, 23:20
Dies ist die Fortsetzung meines Letzten Hörvergleichs.

Es wurden Schon der Accuphase E-260 mit den Luxman L505ux und sein Klasse A bruder verglichen. Jetzt gesellen sich also noch Mc Intosh und Audia im Hörvergleich.

Aber zurück zu diesem Test. Ziel, ist wie immer, für mich, den Besten Vollverstärker, einem noch bezahlbaren Rahmen zu finden.

Ich stehe, meinerseits, auf absolut neutrale Sounds. Ich komme selber vom Profi-Studio Bereich und habe dies schätzen gelernt. Nicht umsonst sind meine Lieblings LS auch von ATC, PMC und Xavian.

Für diesen Hörvergleich war, neben eine B&W 804d, auch die Xavian XN270 eingesetzt. Eigentlich lief hauptsächlich die B&W, die Xavian holte ich nur dann raus wenn ich noch tiefer im geschehen hören wollte und wirklich den letzten Detail, zur Bewerrtung, aus den Cd's holen wollte.

Als Player diente wieder ein Accuphase DP-400. Der Raum war angemessen akustisch vorbereitet, auch wenn hier, die Lautstärke nie wirklich bis zum anschlag gedreht wurde. Zuerst einmal höre ich nie so laut, und zweitens, fing der Bass an, um 100db, sich aufzublähen (Raummoden).

Der Strom wurde von einem Monster von PS Audio gefiltert. Der Signaltransport wurde diesmal von Nordost Kabeln übernommen.

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Die 3 Geräte sind von Ihrem Aussehen fast so unterschiedlich wie nur möglich.

Der Accuphase E-360 gläntzt durch sein striktes, eher tristes, aber voll klassischen "Made in Japan" Design. Die zwei metallischen dreh-regler für die Source auswahl und für die Lautstärke regelung, sind in leichtes aluminium gefräst. Aber wieso wurde nicht ein massives Regler eingebaut weiss ich nicht. Auch wenn dies qualitativ nicht so wichtig scheint. Auch bei den kleineren Reglern, die schön versteckt hinter eine Metallische Abdeckung versteckt sind, musste ich feststellen das wiedermal Plastik benutzt worden ist. Selbe Kritik also wie beim E-260. Wieso kann man keine hochwertige Potis in einem 6'750 Euro Monster draufklatschen ? Ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Bei bedarf berate ich die Herren von Accuphase gerne über potentielle Lieferanten vom Studiobereich. Ansonsten ist alles wie gehabt, grosse, gut ablesbahre Vu Metern, auf goldiges Aluminium, solide Blech Ummantelung und Barbie Plastikseiten bieten ein... WIE BITTE ?! Nein, ohne scheiss ?! Ich glaube es nicht. Aber die Seiten des Geräts wurden aus irgend eine "Ken und sein Jetski" Plastik Legierung gemacht. Dürftig Leute ! Einfach Dürftig ! Die Japaner können sich ruhig mal bei Exposure oder ATC anschauen wie ein Ampcase sein soll. Der Gerät kommt leer aus. Also ohne Phono Vorverstärker und ohne integriertes DAC. Beide sind jedoch, für gutes(teures) Geld nachrüstbar.

Der Mc Intosh MA6700, hingegen, hat nichts mehr mit japanischer Klassik zu tun. Eher schon mehr mit Amerikanische Armee bestand im Kitsch Look. Riesiger Metallchassis mit grossen Trafos die da draufgeklatscht wurden. Fluo-Blau Vu Metern an der Front. Stahl wo man hinsieht. Ausser auf die Plexiglas Front, die für mich wenig solide wirkt. Auch die Drehregler für die Geräteauswahl und die Lautstärke sind hier ein Kritikpunkt. Sie sind aus Plastik und sind nur an den Rändern mit Aluminium verzehrt. Auch ist festzustellen dass beide Reglern nicht gut montiert waren. Sie hatten spiel. Für 7'400 Euros kann man dies nur als ein, direkt im Himmel ragendes "fuck you" bewerten. Auch die Plastikdruckknöpfe dürften hier nichts zu suchen haben. Wenigstens war er MIT DAC und MIT Phono pre bestückt. Ich konnte leider die Qualität dieser nicht bewerten, da ich keine Platten mitgenommen hatte und ich, grundsätzlich auch keine musik vom Compi in einem Hörvergleich mitnehme.

Der Audia Flight Two wollte ich zuerst einmal gar nicht testen. Für ihn war ich ja nicht gekommen. Aber er war, vom aussehen her, wertiger aufgebaut als die beiden Kollegen. Alufront, schön stilisiert, mit metallischen Seiten. Stabiler Drehknopf. Das ganze wirkte irgendwie modern und klassisch zugleich. Ich fand ihn schön, und für seine 3'350 Euros, einfach atemberaubend. Auch die Besonderheit das Audias Platinen Zulieferer eigentlich ein Militärlieferant ist finde ich vertrauenserweckend. Er kommt leider auch so nackt wie der Accuphase. Nur, für diesen Preis darf man sich schon noch ein externes Phono Pre und DAC gönnen.

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Zum Hörvergleich :

Ich fing mit dem Accuphase E-360 an. Dieser bot mir sofort das was er kann. Nämlich : Alles aus dem, vom Player gebotenes Signal rausholen, und dies ohne nervig zu klingen ! So lässt sich der Accu am besten erklären.

Die LS für diesen Test waren sehr gut, und es war möglich, mit diesem Verstärker, wirklich enorm tief im geschehen reinzuhören. Wieder einmal war ich begeistert von der art wie sich der Accuphase durch komplexe klassischen ensemble frisst, ohne irgendwo etwas aus dem tonalen geschehen zu vergessen. Jede Geige sitzt an seinem Platz, ist genau und klar in sich definiert und bis in den Bord von sich selber klar konturiert. Wenn die Passagen enorm komplex sind, vereinfacht der Vollverstärker nichts, er bildet einfach diese enorme Komplexität ab. Bühne und Tiefe sind sehr gut. Man bemerkt, bei speziellen Passagen von bestimmten Gruppen, wie die Toms des Schalgzeugs bis ganz hinten im Raum nachhallen.

Der bass ist solide gehalten, kommt ohne Aufblähung sehr trocken und kontrolliert daher. Alle Details eines Kontrabass oder eines Bassisten kommen rüber, wenn es die Aufnahme ermöglicht.

Der Mediumbereich ist sehr schön und stellt stimmen einfach echt dar. Die Folk Gitarren eines Bob Dylan wird mit sein Holz und seine Saiten genaustens Abgezeigt. Trotzdem ist von Sterile Analytik nicht die rede. Hier hilft mir die unplugged schiebe vom Eric Clapton wieder mal zu dieser Behauptung. Denn, auf einige Elektronik, klingt seine Gitarre wie ein plastikspielzeug, einfach klimpernd. Hier hat seine Gitarre die nötige Seele, und auch die problematische Clapton Stimme wird schön rübergebracht.

Die höhen sind einfach glaubwürdig echt. Ohne irgendwie verfeinert oder agressiv zu wirken. Sie sind einfach und so soll es sein. Der Beckendonner auf den Immigrant song von Led Zeppelin, ist einfach lebensecht wiedergegeben.

Die Dynamik ist überragend und ist mit den Besten Geräten auf dem Markt gleichzustellen (ATC zum Beispiel). Der Elan dieser Kombi ist einfach atemberaubend. Sei es auf Rock oder IDM gibt's kein Signal der zu Schnell für diesen Vollverstärker daherkommt. Solange der LS mitmacht gibt es hier kein Limit.

Ach ja. Habe ich einen unterschied mit dem E-260 feststellen können ?

Die Antwort ist hier "Ja-aber" ! Die dynamik ist in sich noch ein tick feiner abgebildet, und besonders auf detailreiche Musik mit viele Effekte, fliegen diese besser durch den Raum. Das ist aber schon alles., und dies ist nicht so selbstverständlich wie ich es hier markiere. Es ist nur eine sehr feine nuance von einem zum anderen Vollverstärker. Ob dies die 1''250 Euros Aufpreis rechtfertigt kann hinterfragt werden. Für mich auf jeden fall würde der E-260 voll und ganz ausreichen. Die 10w unterschied können mich ruhig gestohlen bleiben.

Noch etwas über den klang. Der Amp bezeichne ich weder als Klar noch warm. Er tönt warm, wenn wärme aufgezeichnet worden ist, er gibt klarheit ab, wenn klarheit auf der Scheibe war.



Jetzt konnte sich die Mc Intosh MA6700 in Bewegung setzen. Der Stahlkoloss erweckt, visuell, der eindruck von Kraft und unendliche Power. Doch vielleicht ist genau dass der grösste fehl-design in der Geschichte der Industrie. Denn der "Mac" wie ich ihn nennen werde. War sehr weit von dies.

Der Mac hatte eine sensiblere gang-art als der Accu. Er war überall geschmeidiger. Hatte eine leichte Tendenz die klänge zu vereinfachen. Aber es passiert auf quasi nicht hörbarer Niveau. Wenn man den Intro von Mumpford & Son's "Sigh no more" auf eine ATC SCM50SL gehört hat, dann weiss man wo der Korpus des Kontrabasses Knartzt und wie der Fell der Fusspauke sich biegt, wie der Holz derselben Pauke knarkzt. Dies wird auf dem Mac eindeutig weniger tiefgründig erforscht. Auch der Accu liefert da präziseren Einblick. Gleichzeitig hört man trotzdem sehr weit im geschehen hinein. So vereinfacht als auf dem Luxman 505ux wird es nie. Man hört schon besser was da abgeht, und wie es abgeht. Auf dem 505ux ist es, ab und zu, selbst bei genaueren hinhören, nicht möglich verschiedene Töne auszumachen. Hier kann man es. Sie sind da, nur nicht so offensichtlich wie auf dem Accuphase oder die ATC Kette.

Was die tiefe und breite des Geschehens anbelangt. Hier wird auch auf sehr hohem Niveau gespielt. Und ich möchte verflucht sein wenn ich ein unterschied zwischen dem Accuphase oder dem Mac Intosh gehört habe in sachen bühnenbreite. Der sound löst sich genau so gut auf einem wie auf dem anderen Vollverstärker, vom LS. Auch in der Tiefe gehen beide Kumpels sehr tief. Selbst wenn ich, auf extreme Tom Schläge, den Mac Intosh als weniger Tief ausgemacht habe. Man muss schon sehr pingelig sein. Wer da bei seiner Lieblingsmusik mitfiebert wird nichts bemerken.

Der Bass ist schön trocken, gut kontrolliert und strukturiert. Nur hier und da ein bisschen seidiger auf Details, die, von schärfer zeigende Vollverstärker auch präzisere Kontouren erhalten würden.

Mitten und Hochton befolgen den gleichen Motto. Irgendwie ist immer ein bisschen Seidigkeit mit von der Partie. Es ist, für mich, den prägenden Klang Charakters dieses Vollverstärker, selbst wenn es sehr gering wahrnehmbar ist. Vor allem auf Stimmen und emotionale Musikstücke hat man den Eindruck das dieser Vollverstärker etwas anders macht. Und genau darin liegt seine Kraft.

Bei Songs wie Nada Surf "blonde on blonde" kommt wirklich die Superbe diese Vollverstärkers zum Vorschein. Die Gitarren sind echt, der Sänger steht da, der Hihat tönt wie eine Seifenblase, die Toms sind mächtig und tief. Der spiel des StudioIngenieurs mit dem links-rechts spiel wird offensichtlich nacktgelegt. Es war ganz grosses Kino ! Und selbst wenn nicht jeder Detail da steht, es rührt und bewegt einem. Ich habe da geweint. Und ich glaube das ist genau das was wichtig in diesem Hobby ist.

Auch auf aufgeregten Musik war er nicht schlecht. Die Metallica Orgien bringen diesen Vollverstärker nicht aus sein Konzept. Er vereinfacht auch hier und da wieder der geschehen. Vor allem auf komplexe Passagen mit viel Dynamik ist dies bemerkbar. Aber irgendwie macht er sein Job. Selbst wenn simpler abgebildet sind die geigen nicht betrübt in ihrer Randabbildung.

Nicht unbedingt HighFidel, aber dafür emotional geladen könnte mein Endfazit lauten.



Der outsider Audia Flight Fl Two ging genau auch diesen weg. Er war ein bisschen analytischer und konkret sauberer als der Luxman l505ux und gleichzeitig nicht so überragend alleszeichnend wie der Accuphase e-260. AberPlazierte sich für mich irgendwie zwischen Luxman und Mac. Er hatte eine superbe in den Stimmen und höhen wie es der Mac auch hatte, nur einfach anders. "Audia-listisch" eben. Er versimpelte auch hier und da einige Details, nur blieb er sauberer in komplexe Passagen als der Luxman.

Um dies zu experimentieren. Muss hier eine Led Zeppelin Scheibe "How the west was won)" im Cd-Player reingesteckt werden. Der Jimmy Page spiel ist zwar bekanntlich sauber, aber, auf den live Konzert, werden, bei analytischen Elektronik, ein Paar Fehler blossgestellt. Auf dem Audia sind nur die krassesten zu hören. Auch wirkt die Gitarre hier und da nicht so trötig wie sie sonst, in der Wirklichkeit, eingemischt worden ist. Auf der "nevermind" Platte von Nirvana werden jedoch die Fehler in Kurt's Gitarrenspiel gezeigt. Zwar weniger krass als auf dem Accuphase, aber man hört sie wenn man ein bisschen den Ohr dort auf der suche schickt. Dass konnte die Luxman Kette genau nicht. Da war nichts zu hören weil da nichts war. Also ein sehr guter Punkt für den Audia !

Die Dynamik war gut. Die Bühne war auch sehr gut von den Lautsprechern weg. Alle Artisten standen an ihrem Platz und eine gute Tiefe war da auch vorhanden. Irgendwie kann dieser vollverstärker auch besser mit härterem Material umgehen als der Mac Intosh Denn er versimpelt weniger auf komplexe Passagen. Bleibt auch exakt im Fluss der Musik.

Achtung, die Bedienung des Audia war wirklich speziell. Zuerst war sein Lautstärkeregler wirklich der sensibelste und musste lang gedreht werden bis überhaupt genügend Musik vorhanden war. Darüber besitzt er kleine Optionen die untypisch sind. Wie, z.b., eine Gain Funktion für jeder Eingang. Dass heisst das der Eingang des Cd Player, zum Beispiel, mit einem unterschiedlichen Gain eingefahren werden kann als die des daneben liegenden Eingangs. Dies muss man nur einmal einstellen. Danach behält er es in seinem Gedächtnis. Es tönt fummelig, das ist es auch.

Also, insgesamt, ein Preis-Leistungssieger der vor dem Kauf einer Luxman Kette unbedingt ausprobiert werden sollte. Ich schreibe es nochmals, aber für 3'350 Euros ist er ein Knüller.

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So ! Das war's von mir. Bald wird noch der letzte Kapitel meiner Vergelichtests geschrieben, mit dem Plinius 9200 und den Coda CSIb. Danach werde ich, glaube ich, genügend gute Sachen gehört haben um wirklich in voller ruhe ein end-entscheidung treffen zu können.

Hier noch der Link zum anderen Hörvergleich (luxman vs accuphase) :
Hier geh'ts lang


[Beitrag von uterallindenbaum am 05. Mai 2013, 23:38 bearbeitet]
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