Erfahrungsbericht minidsp 2x4

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m0rpheuz
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 25. Feb 2015, 02:12
Hi, da ich viel zu viel Zeit und Energie (aber nicht unbedingt Geld) in mein jetziges Subwoofer-Setup gesteckt habe und hier einiges wissenswerte aufgeschnappt habe, dachte ich mir, ich teile meine Erfahrungen, vielleicht hilft es ja sogar jemandem.

Ich gebe hier einen Bericht zum minidsp 2x4 (boxed unbalanced), über die verwendeten Subwoofer (Mivoc Hype 10 G2) berichte ich dann im Anschluss in einem eigenen Beitrag ( hier).

minidsp 2x4

Das Problem mit den Raummoden kennt wahrscheinlich jeder, ich durfte bereits mit meinen Frontlautsprechern in den Genuß von Basslöchern und überhöhten Bassfrequenzen kommen, mit Subwoofern wird sowas jedoch meist nur noch schlimmer, da meist einzige Schallquelle im Bassbereich die Raummoden natürlich noch stärker anregt.

Das minidsp ist, ähnlich wie ein antimode o.ä. in der Lage, mit Filtern die problematischen Frequenzen abzusenken um so den Frequenzgang im Raum (oder eher: am Hörplatz) deutlich linearer hinzubekommen. Es hängt dabei zwischen dem Subwoofer-Pre-Out des Receivers und den Subwoofern selbst. Der Haken dabei ist, dass man das Einmessen selbst übernehmen muss, das minidsp selbst ist also nicht automatisch. Über die Implementierung von Subwoofern o.ä. gibt es im Netz einige Tutorials und die Dokumentation von minidsp selbst scheint auch sehr gut zu sein, man ist also definitiv nicht aufnsich allein gestellt.

Mit der kostenlosen Computersoftware room eq wizard (REW) geht das Einmessen relativ einfach. Mit einem geeigneten Mikrofon (am Hörplatz) sendet der REW einen Sweep und misst den Frequenzverlauf, der am Mikro ankommt. Man kann dabei mehrere Messungen mitteln, um zb mehrere Hörpositionen zu berücksichtigen, insgesamt übersteigt der Funktionsumfang vom REW meinen Kenntnisstand und mein Interesse sowieso bei weitem. Hat man gemessen, erzeugt REW mehr oder weniger automatisch Filter, die sich direkt in das minidsp importieren lassen. Screenshots zu den gemittelten Messungen vorher und nachher sind unten angefügt!

Das minidsp wird dazu per USB mit dem Computer verbunden. Mit einem plugin (lies: software, hier gibt es verschiedene zur Auswahl, bei mir kam das advanced 2.1 zum Einsatz), das erstaunlicherweise übersichtlich und intuitiv zu bedienen ist, werden die Filter vom REW übernommen, und/oder man passt die Bearbeitung noch weiter manuell an. In meinem Fall standen hier noch weitere parametrische Equalizer, Delays und Level-Einstellungen zur Verfügung. Ist die Einrichtung komplett, kann man alles anschließen. In meinem Fall (zwei Subwoofer) musste ich jedoch bereits vor dem Einmessen den delay für den zweiten Subwoofer anpassen, da die beiden nicht gleich weit von Hörplatz entfernt stehen. Auch das ist mit nur einem Sub-Pre-Out am Receiver problemlos möglich.

Das minidsp 2x4 balanced hat 2 Cinch-Eingänge (l+r,) und 4 Cinch-Ausgänge, die je nach Plugin unterschiedlich manipuliert werden können. In meinem Fall konnten hier sowohl beide Eingänge als auch alle vier Ausgänge getrennt mit paramtrischem Equalizer behandelt werden, dazwischen gibt es außerdem noch pro Kanal und zwei Ausgänge Crossover-Einstellungen. Pro Kanal können 6 parametrische EQ-Filter eingesetzt werden, REW berücksichtigt das, wenn man das minidsp als EQ einstellt.

Strom bekommt das Gerät bei mir vom Reciver selbst über USB, das minidsp schaltet sich somit mit dem Receiver gemeinsam ab und quittiert das jedes mal mit einem lauten POP aus den Subwoofern. Diesen scheint das nichts auszumachen, Vorsicht aber bei Lautsprechern, hier sollte man das minidsp entweder immer am Strom lassen (braucht nicht viel) odef sicher gehen, dass der Verstärker zuerst aus ist.

Das Gerät tut, was es soll. Ich konnte weder im Full-Range-Betrieb mit den Fronts (hier hing es zwischen Quelle und Eingang des Receivers) noch mit den Subwoofern irgendwelche Klangeinbußen feststellen, ganz im Gegenteil, durch die Raumkorrektur klingt alles deutlich besser. Einziger möglicher Nachteil, das minidsp ist im Vergleich zu anderen Quellgeräten etwas leise, es hat nur 0,9 V Ausgangsleistung, was allerdings auch ungefähr meinem Subwoofer-Pre-Out entspricht. Außerdem ist darauf zu achten, dass man mit der korrekten Eingangsleistung ins minidsp geht, hier kann man die Empfindlichkeit des Geräts (durch Aufschrauben) zwischen 0,9 und ca. 2 V wechseln, ich verwende für den Sub-Pre-Out 0,9.

Fazit:
Für etwas mehr als € 100 (für das kostenpflichtige plugin=software lag bei mir ein Gutschein bei) tut das Gerät ganz genau das, was es soll, es beseitigt lästige Raummode bzw,. bietet die Möglichkeit einer wirkungsvollen Raumkorrektur! Das Setup und Einmessen mit REW ist zwar nicht sonderlich kompliziert, kostet aber Zeit, Mühe und etwas Interesse an der Sache und setzt ein vernünftiges Mikrofon oder Messgerät voraus. Von mir gibt es aber eine klare Empfehlung. 8/10 (Abzüge wegen Ausschalt-Pop und etwas geringer Ausgangsleistung).

Screenshots aus den REW-Messungen (mehrere Positionen gemittelt) vorher/nachher.
REW und minidsp vorher/nachher REW und minidsp vorher/nachher


[Beitrag von m0rpheuz am 25. Feb 2015, 03:39 bearbeitet]
abajanga
Neuling
#2 erstellt: 18. Mrz 2015, 23:28
Hallo

Ich habe versucht die aktiv-box (aktive weiche) meiner aktiven Linn Kaber mit dem miniDsp zu ersetzen. Habe auch gleich das kalibrier mic mit dabei. Nach dem minidsp habe ich hochwertige Dacs eigesetzt.
Ich konnte mit der rein digitalen minidsp Frequenzweiche jedoch keine besseren Ergebnisse erzielen. Der mittentonbereich klang einfach irgendwie dünn. Es fehlte immer was in den mitten. Im bassbereich konnte ich auch keine nennenswerten Verbesserungen erzielen. Also habe ich die gute alte analoge Linn aktivbox behalten und den miniDsp wieder verkauft. Da hat Linn wirklich eine gute aktiv box gebaut.
std67
Inventar
#3 erstellt: 18. Mrz 2015, 23:44
Hi


(für das kostenpflichtige plugin=software lag bei mir ein Gutschein bei) t


für was fürn plugin muss man denn da extra bezahlen?


Hab schon öfter überlegt mir mal so ein Teil zu kaufen, zuletzt sogar das Gerät mit/für DIRAC. Aber die unübersichtliche Kostenstrukur wirkt dann doch stark abschreckend


[Beitrag von std67 am 18. Mrz 2015, 23:55 bearbeitet]
m0rpheuz
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 19. Mrz 2015, 02:13
Hab schnell nachgeschaut, die plugins dürften alle (edit: egal welches Gerät) genau 10 US $ kosten, sofern der Händler eben keinen Gutschein beilegt. Mit dem Gutschein hätte ich übrigens wie es aussieht jedes der plugins kaufen können.

Bezüglich Aktivweiche kann ich leider nichts beisteuern, wie gesagt, die Möglichkeiten des PEQ bzw. der Raumkorrektur haben mich zum Kauf bewegt.


[Beitrag von m0rpheuz am 19. Mrz 2015, 02:14 bearbeitet]
PapaMiraculi
Stammgast
#5 erstellt: 21. Aug 2015, 13:18
Hi,

Sehr interessant. Die Ergebnisse sehen ja echt gut aus.
Ich möchte auch demnächst dem MiniDSP eine Chance geben, vielen Dank daher erstmal für deine Ausführungen.

Kann ich die Einstellungen am MiniDSP bei laufendem Betrieb vornehmen also während ein Signal wie ein Frequenz Sweep anliegt?

Ich bin noch auf der Suche nach Messequipment.
Welches Mikro/Soundkarte hast du für REW benutzt?
m0rpheuz
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 21. Aug 2015, 13:53
Ich muss leider gestehen, dass ich bei der Messung wahrscheinlich etwas herumgepfuscht habe. Ich habe ein audio technica AT2020 Mikro an einer Focusrite Saffire 6 USB verwendet, mehrere Positionen und Ausrichtungen gemessen und dann gemittelt. Ein echtes omnidirektionales Messgerät ist sicher besser geeignet, ich hatte das Mikro halt da. Der REW unterstützt afaik auch die Kalibrierung von Mikros/Messgeräten und es sollte im Internet auch einige Kalibrierungsprofile für verschiedene Mikros geben.

Das MiniDSP geht, wenn man mit dem Computer synchronisiert ist, in den live-Modus und sollte da jede Änderung sofort übernehmen und wiedergeben.
Filou6901
Inventar
#7 erstellt: 12. Mrz 2016, 12:26
Ich kenne dieses miniDSP jetzt nicht, soll es aber dem Schwager einbauen....
Eine kurze Frage :
Habe hier jetzt öfter lesen können, ist das DSP an Trigger angeschlossen, kommt es beim ausschalten zu einem "Ploppen" der Subwoofer.
Was spricht dagegen, wenn man dieses DSP permanent an der Steckdose lässt, dieses Gerät permanent ON ist ?
Lassen wir jetzt mal die Stromkosten weg .... !
Wird das Gerät vielleicht sehr warm , oder wäre es aus einem anderen Grund nicht gut,ihn auf ON zu lassen ?
Wie habt ihr das geregelt, angeschlossen ?
-Hoschi-
Inventar
#8 erstellt: 26. Apr 2017, 15:07
Auch wenn der Beitrag schon älter ist...
Ich bräuchte einen Subsonic...also einen HP bei 20hz??
Ich konnte leider aus der Anleitung nicht erkennen, wie tief ich den HP setzen kann...
Hat da jemand Erfahrung?
Pd-XIII
Stammgast
#9 erstellt: 26. Apr 2017, 16:06
10Hz ist der kleinste Wert der bearbeitet werden kann
-Hoschi-
Inventar
#10 erstellt: 26. Apr 2017, 17:39
Alles klar...dann kann es ja was ich brauche...auch wenn es ein bisschen oversized ist.
Kennt jemand etvl. eine Alternative? Ich brauche ja wirklich nur einen HP ab 20 oder so....
Mxlptlk
Stammgast
#11 erstellt: 04. Mai 2017, 23:22
Ist es nicht so, dass mit dem Gerät nur der Frequenzbereich am Hörplatz geglättet wird? Das müsste bedeuten, dass die Tonqualität an sämtlichen andern Stellen des Raums abnimmt, da hier die Frequenzen lauter sind, die vor der Korrektur am Hörplatz gefehlt haben - oder täusche ich mich?
Pd-XIII
Stammgast
#12 erstellt: 05. Mai 2017, 08:48
Verstehe die Frage nicht richtig!

Ob und wo du mit dem DSP glättest, obliegt einzig dem Bediener, da alle Einstellungen manuell durchgeführt werden müssen.
Meistens wird es aber wohl dafür genutzt, den Frequenzgang am Hörplatz zu optimieren, also glätten bzw. den eigenen Vorzügen anzupassen. Oder eben um über mehrere Subs die Ruammoden am Hörplatz in den Griff zu bekommen.

Wenn du darauf anspielen möchtest, ob man ein MiniDSP auch zur Optimierung von Raumbeschallung für bspw. einen Laden nutzen kann, ist die Antwort ebenfalls JA. Die Dinger sind so genial einfach, flexibel und kostengünstig, dass deren Einsatzmöglichkeiten schier keine Grenzen kennen. Ich nutze es beispeilsweise, um meine Kopfhörer zu entzerren.
Pd-XIII
Stammgast
#13 erstellt: 05. Mai 2017, 08:51
Ach ja, und ob die Klangqualität im rest des Raumes abnimmt ist wiederum vollkommen abhängig vom Raum, der Einrichtung, den Materialien und natürlich der eingesetzten Technik.
Bei mir hat nach Einmessen der Lautsprecher mittels AVR der Klang fast im ganzen Raum eher zugenommen. Nur in einer Ecke kommt mir der Bass jetzt kräftiger vor, habe aber noch keinen expliziten vorher nachher Vergleich durchgeführt.
bunjo
Neuling
#14 erstellt: 08. Mai 2017, 21:11
Hallo Morpheuz,
es gibt in der Software (Audio Settings) einen Toggle Button mit dem man von Analog auf digitalen (I2S) Eingang umschalten kann. Die digitale Signalverarbeitung funktioniert bei mir nicht. Weißt du einen Rat?
LG
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