Was macht einen Nahfeldmonitor zum Nahfeld-LS?

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xlupex
Inventar
#1 erstellt: 10. Apr 2005, 15:04
Hallo!
Ich denke mal, hier ist meine Frage am besten aufgehoben.
Also, ich frage mich, was ist dafür verantwortlich, dass ein Nahfeld-LS so speziell für den Nahbereich spielt? Warum spielen die LS nicht mehr so gut, wenn man in weiterer/grösserer Entfernung Musik mit ihnen hört?
Weiss es jemand?
Grüsse
Ralf
ukw
Inventar
#2 erstellt: 10. Apr 2005, 15:16
Nahfeld auf weiterer Entfernung ist weniger das Problem.
Aber versuch mal mit einer Standbox im Bereich unter 2 Meter zu hören
xlupex
Inventar
#3 erstellt: 10. Apr 2005, 15:24
Hallo UKW!
Die Klangveränderungen bei meinen Nahfeld-LS bei Verkürzung des Hörabstandes sind sehr gross. Und nur im kurzen Hörabstand klingen sie wirklich gut. Andere, koventionelle LS verhalten sich nicht derartig...
ukw
Inventar
#4 erstellt: 10. Apr 2005, 15:30
Wie weit stehen die LS auseinander?
In welchem Winkel zueinander?
xlupex
Inventar
#5 erstellt: 10. Apr 2005, 15:51
Grob gleichseitiges Dreieck, eingewinkelt, aber nicht komplett auf den Hörplatz spielend.
Seitenlänge ca. 2,5m - leider zuviel, aber wohnraumkompatibel...
Patrick
Stammgast
#6 erstellt: 10. Apr 2005, 16:18
Wenn man den Abstand zu den Lautsprecher vergrößert, verändert man das Verhältnis zwischen Direkt- und Diffusschall. Man hört weniger den Lautsprecher und mehr das Ergebnis aus LS+Raum.

Wenn ein Lautsprecher in einem Raum in der Nähe nicht besser klingt als weiter weg, dann klingt er immer schlecht.

Die speziellen Anforderungen an Nahfeld-LS beschränken sich darauf, dass die Chassis und Trennfrequenzen so liegen, dass man die einzelnen Wege auch bei kleinen Abständen nicht unterscheiden kann. Es ist keine Anforderung dabei, die dafür sorgt dass es sich auf größere Entfernung schlecht anhört.

Die Entfernungsgrenze für gute Wiedergabe wird durch den Hallradius (ist frequenzabhängig) bestimmt. Innerhalb hat man mehr LS außerhalb mehr Raum.
Wenn man gute Wiedergabe auf größere Entfernung haben möchte hat man 2 Möglichkeiten:
a) den Raum stärker bedämpfen
b) den Schall stärker auf den Hörplatz bündeln
Blast
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 11. Apr 2005, 19:31
Die Dämpfungseigenschaften eines großen Raumes (großer Abstand zu den LS) sind wie ein Luftpolster, das den Membranbewegungen entgegenwirkt. Wieviel Kubikmeter Luft muß eine so kleine Membran (meistens 16 cm TT oder kleiner) bewegen. Kleine Boxen klingen oft nur in kleinen Räumen oder in kleinem Abstand gut. Große Boxen wiederum in großen Räumen. Die Raumakustik spielt nunmal die entscheidende Rolle. Da gibt wohl kein Patentrezept. Die Physik lässt sich nicht austricksen.
Grüße
Patrick Buscaino
ukw
Inventar
#8 erstellt: 11. Apr 2005, 20:44
Hallo Blast!
Das hört sich ja an wie Boxenbauerlatein...

oder : Leutz, legt in euern großen Räumen die Lautsprecher flach auf die Erde (TT himmelwärts) dann habt ihr weniger Strahlungswiderstand

Alles Mumpitz würd ich mal sagen. Große Räume, kleine Räume keine Räume (Freiland)

Die Lautstärke Unterschiede kommen durch die Reflexion zustande.
Sehr kleine Räume mit sehr großer Membranfläche führen zu einem Druckkammereffekt.
thetop
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 12. Apr 2005, 14:44
Na, dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu...
Große Boxen, große Räume hat eher was mit dem maximalem Schalldruck zu tun... 40 Herz in einem 100 qm Raum zu erzeugen ist schon was...
Bei Nahfeld spielt eher der Abstand des Hochtöners zu dem Mitteltöner eine Rolle...
Der Schall muss eben nach wenigen cm schon wie aus einer „Quelle“ klingen... linear sein etc.
Für Nahfeld sind eigentlich nur Breitbänder oder Koaxe geeignet. Alle 2 Wege Kombinationen brauchen einen gewissen Abstand, damit die Musik sich vom Lautsprecher löst...
teite
Stammgast
#10 erstellt: 12. Apr 2005, 17:52
Hallo,

Ein Nahfeldmonitor hat auch eine extra breite Abstrahlung damit der Sweepspot im Nahfeld nicht zu klein wird.

Wenn der LS dann aber im Midfield (2-2.5m), oder noch weiter weg, betrieben wird, ist eher eine schmale Abstrahlung erwuenscht um den Direktschallpegel am Hoerplatz hoch zu halten und damit einen groesseren Hallradius zu erreichen. Eine breite Abstrahlung bedingt logischerweise auch einen sehr kleinen Hallradius (Radius mit gleichem Pegel von Direktschall und Diffusschall).

@xlupex:
Ich vermute, du sitzt mit denem Nahfeldmonitor voellig jenseits des Hallradius und hoerst praktisch nur Diffusschall. Kein Wunder das sich das bescheiden anhoert.

cu,
Stefan
xlupex
Inventar
#11 erstellt: 12. Apr 2005, 18:59
Hallo Teite!
Haben unterschiedliche LS (aber mit ca. gleicher Gehäusegrösse) unterschiedliche Hallradien?
Würden andere LS in der selben Aufstellung in meinem Wohnzimmer --- ähh, ach so, habe gerade das mit der breiten Schallabstrahlung verstanden...
Das hiesse ja, dass man ab über 2m Hörabstand richtende LS verwenden sollte, oder welche mit breiterer Schallwand. Richtig?
Grüsser
Ralf
Patrick
Stammgast
#12 erstellt: 12. Apr 2005, 20:30
ME-Geithain gibt die Bündelung der verschiedenen Lautsprecher auf der Homepage an. Als Graph Bündelungsmaß über Frequenz. Genelec hat auch einen vergleichbaren Graph im Datenblatt allerdings an der x-Achse gespiegelt. (bei MEG weiter oben=mehr Bündelung, bei Genelec weiter unten=mehr Bündlung)

Je schiefer der Graph ist desto schlechter klingt der Diffusschall (ist so verallgemeinert nicht wirklich richtig, trifft aber praktisch eigentlich immer zu), mit größerer Bündelung sinkt der Diffusschallanteil bei gleicher Hörentfernung.

Eine höhere Bündelung kann man mit so kleinen Lautsprechern nicht erreichen, höchstens eine gleichmäßigere, die RL906 haben eine zu starke Bündelung im Hochtonbereich. Im Nahfeld macht das allerdings wenig aus.
xlupex
Inventar
#13 erstellt: 13. Apr 2005, 19:41
Was waäre denn eigentlich ein LS der mehr bündelt?
Wäre ein Backloaded Horn a la FE103 Rec eine solche Variante? Das Chassis ist ja nicht unbedingt grösser als von der ME.
Liegt die Bündelung nur an der Chassisgrösse?
Hilfe..!!
Patrick
Stammgast
#14 erstellt: 13. Apr 2005, 21:03
Bei direktstrahlenden geschlossenen Lautsprechern ist die Bündelung eigentlich nur von der Schallwandgröße und Chassisgröße abhängig. Wobei Schallwand maximal 3dB Unterschied macht, Chassisgröße bündelt dagegen frequenzproportional.

Dipollautsprecher bündeln stärker, theoretisch ~5 dB Bündelung (ersetzt den Schallwandeinfluss bei geschlossenen Lautsprecher, die Chassisbündelung bleibt gleich). Ein Beispiel dafür http://www.linkwitzlab.com/

Klein und gleichmäßig hohe Bündelung wäre schön, ich wüsste allerdings keine Möglichkeit das zu erreichen. Für gleichmäßig hohe Bündelung braucht man schon recht hohe Bündelung bei tiefen Frequenzen und das ergibt üblicherweise große Lautsprecher.

Wie der Bündelungsverlauf bei backloaded Hörnern aussieht weiß ich nicht. Ich vermute sehr ähnlich einer geschlossenen Box mit vergleichbarer Schallwand.
teite
Stammgast
#15 erstellt: 14. Apr 2005, 20:36
Hallo,


xlupex schrieb:
Hallo Teite!
Haben unterschiedliche LS (aber mit ca. gleicher Gehäusegrösse) unterschiedliche Hallradien?
Würden andere LS in der selben Aufstellung in meinem Wohnzimmer --- ähh, ach so, habe gerade das mit der breiten Schallabstrahlung verstanden...
Das hiesse ja, dass man ab über 2m Hörabstand richtende LS verwenden sollte, oder welche mit breiterer Schallwand. Richtig?


Einfluss auf die Buendelung bzw Schallabstrahlung haben viele Faktoren. Um mal einige zu nennen:

- Schallwandbreite (Baffle-Step, je breiter desdo besser )
- Schallwandgestaltung (rund, eckig etc)
- Verhaeltnis Frequenz zu Chassis-Umfang (die Buendelung wird staerker mit steigender Frequenz. Hauptursache fuer unstete Buendelung)
- Schallfuehrung (Waveguide, Horn)

Leider wird die Buendelung bei Hifi Lautsprechern kaum dokumentiert. Generell kann man sagen, je weiter die Hoerposition von den LS entfernt ist, desdo enger sollte die Abstrahlung sein (grosse Buendelung). Allerdings ist das nur ein Faktor nach dem man sich seine Lautsprecher auswaehlen sollte.

Bei akustisch schwierigen Raeumen oder problematischer LS Aufstellung sollte man aber groesseres Gewicht auf dieses Thema bei der Auswahl legen.

cu,
Stefan
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