Langzeit-Erfahrung mit Audeze LCD 3

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oldpasha
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 04. Okt 2018, 10:06
Hallo zusammen,

Ich bin ziemlich begeistert von meinem LCD 3. Meine Frau leider auch. :-) Nun überlegen wir ein zweites Exemplar zu kaufen, diesmal evtl. gebraucht. Können die Besitzer des LCD 3 etwas über Langzeit-Erfahrungen berichten (Abnutzung, Klangeinbußen, Kabelprobleme etc)? Insbesondere interessieren mich die Gerüchte aus USA, nachdem Treiberausfälle wohl gehäuft vorkommen. Immerhin scheint Audeze die Reparaturkosten für Treiber im Jahre 2015 auf 400$ gesenkt zu haben, die nach Ablauf der dreijährigen weltweiten Garantie zu zahlen sind. Angesichts eines vernünftigen Preises für ein Gebruauchtgerät wäre das Risiko vertretbar, oder?
oldpasha
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 13. Okt 2018, 16:16
Gesagt, getan. Heute wurde ein bestellter und fabrikneuer LCD 3 und gleichzeitig ein gebrauchter mit einem Alter von ca. 2 Jahren gekauft. Das Ergebnis ist stark ernüchternd. Der "ältere" LCD 3 klingt hervorragend, wie das mir zuvor entliehene Vorführmodell im Laden. Der neue LCD klingt VIEL schlechter. Und damit meine ich nicht ein BISSCHEN, sondern VIEL schlechter - das berühmte Taschentuch über den Muscheln. Alles ist unpräzise, die Bühne im Vergleich sehr klein, die Höhen fehlen, stattdessen sind die Mitten überbetont. Bei manchen Stücken hat man im direkten Vergleich das Gefühl, ein völlig anderer Sänger stünde vor einem. Nun bin ich nicht sehr erfahren, was das Thema "Einspielen" angeht, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich da noch so viel ändern soll. Hat Audeze in jüngster Zeit irgendetwas an den Treibern verändert?
eddie_p
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 14. Okt 2018, 11:40

oldpasha (Beitrag #2) schrieb:
Audeze in jüngster Zeit irgendetwas an den Treibern verändert?

Audeze ist für seine großen Variationen geradezu berüchtigt - leider. IMO klingen die Pre-Fazor (ich glaube ab 2013/2014 wurde diese abgelöst) Modelle sowohl von LCD-2 als auch LCD-3 am besten - das sieht man fast allein schon an den Frequenzverlaufsmessungen. Im Prinzip war jede "Verbesserung" bis auf die von Rev. 1 auf Rev.2 beim LCD-2 eine Verschlimmbesserung...
Da hilft nur eins: neuen loswerden/zurücksenden und nach einem weiteren schönen Gebrauchten Ausschau halten.



[Beitrag von eddie_p am 14. Okt 2018, 11:40 bearbeitet]
oldpasha
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 14. Okt 2018, 15:23
Ich habe festgestellt, dass derjenige, der mir recht gut gefällt, eine 282xxxx-Nummer hat. Das müsste laut amerikanischen Foren eigentlich die jüngste Revision sein. Es erstaunt mich, dass ein Modell, dass noch jünger sein soll, völlig anders - und wirklich schlechter - klingt. Allerdings besitzt das neue Modell den neuen Kopfhörerbügel (flacher Lederriemen) - und auf dem befindet sich gar keine Seriennummer...
Rollensatz
Stammgast
#5 erstellt: 15. Okt 2018, 05:59
Hatte mal vor Urzeiten den LCD2 pre Fazor und "Kram". Leider ist mir sehr schnell das Holz am Klinkenanschluss gerissen, so das ich das Austauschmodell verkauft habe.

Dann habe ich erneut den Schritt gewagt und mir ganz bewusst den LCD2c ohne Fazor gekauft und bin angenehm überrascht. Im Prinzip der "alte" Sound, aber ohne "Angst" zu haben, dass das Holz wieder reißt.

Den LCD3 hatte ich damals auch - allerdings nur knapp 2 Wochen zur Probe. Der hat mich damals nicht so umgehauen. Schlecht was er natürlich nicht, nur im Vergleich u.a. P/L war mir der LCD3 zu teuer für die "Mehrleistung". Ich empfand die "Mehrleistung" eher als ein "anders klingen" als "besser klingen".

Ich kann mir trotzdem sehr gut vorstellen, dass die älteren LCD3 Modelle "besser" als die Neuen sind.

Audeze macht immer wieder was an den Treibern, aber kommuniziert die nicht ausreichend. Deswegen lohnt es sich vor einem Kauf auf der Herstellerpage nach dem aktuellsten Modell zu suchen.
Forenmitglied
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 16. Okt 2018, 19:40
Ich hatte auch mal einen LCD3 als Leihgabe. Der klang exakt so:


das berühmte Taschentuch über den Muscheln. Alles ist unpräzise, die Bühne im Vergleich sehr klein, die Höhen fehlen, stattdessen sind die Mitten überbetont.


Das erklärt vielleicht, warum es zu den Audezes sehr unterschiedliche Beurteilungen gibt. Das mir zugespielte Modell hätte ich nicht geschenkt haben wollen. Der Besitzer hat ihn auch unmittelbar danach verkauft.
oldpasha
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 18. Okt 2018, 15:04
Der Händler ist der Meinung es sei ein Einspielproblem. Ich muss zugeben, dass ich das normalerweise als Voodoo abtun würde. Aber dass der fabrikneue völlig anders klingt als der "eingespielte, und dass der im Laden auch um Welten besser klang, macht mich doch etwas unsicher. Momentan hat er aus Zeitgründen nur 3 Stunden auf dem Buckel, angeblich brache er 50. Im Netz kursieren Berichte, nachdem auf scheußlich klingenden neuen LCD 2/3 erst nach der Einspielzeit die Sonne aufging. Ich kann mir das nicht wirklich vorstellen, aber von mir aus kriegt er jetzt mal Tag und Nacht was zu tun. Wenn er danach klingt wie der ältere, wäre das für mich Voodoo-Skeptiker wirklich eine Sensation.
Forenmitglied
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 18. Okt 2018, 19:37
Und wie soll das Einspielen einer Folie vonstatten gehen? Wird sie weicher? Oder gar härter? Dehnt sie sich aus oder schrumpft sie? Werden die Leiterbahnen "Informiert"? Und angenommen, es findet tatsächlich eine mechanische Veränderung des Materials statt, wie leitet sich dann ein plötzlich deutlich geringerer Schalldruck im Mittelton ab? Woher kommt der hörbare und somit nicht unwesentliche Pegelzuwachs im Hochton, den aber noch nie jemand messtechnisch nachweisen konnte?

Der Händler hat schlicht keine Ahnung.


[Beitrag von Forenmitglied am 18. Okt 2018, 19:38 bearbeitet]
oldpasha
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 19. Okt 2018, 07:56

Forenmitglied (Beitrag #8) schrieb:
Und wie soll das Einspielen einer Folie vonstatten gehen? Wird sie weicher? Oder gar härter?

Nach allem was ich über die Mechanik von Planaren Headphones gelesen habe, bin ich da total bei Dir. Ich hätte keine belastbare Argumentation warum sich da was ändern sollte. Ich mache das "Einspielen" jetzt eigentlich nur A) als Experiment für mich, um nicht als unbelehrbarer Kloppi dazustehen und B) um beim Händler dann nach den 50 Stunden in den A-B-Vergleich zu gehen. Immerhin gibts ja ein Vergleichsmodell, bei dem ganz klar kein Taschentuch zu hören ist. Den zweiten aufzusetzen empfindet man auch jetzt, nach 15 Stunden immer noch als eine Art Erlösung. Komisch ist allerdings, dass auch Hifiman beim HE1000 einen Burn-In von 150 Stunden ansetzt. Warum sollten die das tun, soviel Vorlaufzeit ist nicht gerade eine gute Werbung...
derSchallhoerer
Stammgast
#10 erstellt: 19. Okt 2018, 09:13
Ich würde 337 Stunden als Burn-In für meine Kopfhörer als Hersteller und Vertriebler in Deutschland festsetzen. Erst ab dem Zeitpunkt klingt der Kopfhörer so wie es der Hersteller vorgesehen hat. Und das hätte definitiv nichts mit dem Ablauf der Widerrufsfrist des Fernabsatzgesetzes zu tun. Wirklich nicht.
eddie_p
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 19. Okt 2018, 10:15

derSchallhoerer (Beitrag #10) schrieb:
Und das hätte definitiv nichts mit dem Ablauf der Widerrufsfrist des Fernabsatzgesetzes zu tun. Wirklich nicht. :D

Oder damit, dass man dem Kunden mehr Zeit gibt, sich an die Klangsignatur eines Kopfhörers zu gewöhnen.
Forenmitglied
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 19. Okt 2018, 20:05

sich an die Klangsignatur eines Kopfhörers zu gewöhnen


Genau das. Irgendwann hat das (funktionstüchtige) Hirn die Signatur adaptiert und als "richtig" zurechtgebogen. Aber der erfahrene Highender weiß das natürlich viel besser. Da wird dann gerne mit dem Begriff "Informiert" gearbeitet. Und es ist ein großer Unterschied, ob man mit ernster oder unterhaltender Musik einspielt oder gar nur mit Wobbelsignalen. Immerhin enthält ernste Musik viel mehr Naturinstrumente als so ein doofer Sinus.

Das ist keine Satire, es gibt Foren, wo das exakt so diskutiert wird.


[Beitrag von Forenmitglied am 19. Okt 2018, 20:06 bearbeitet]
oneforall
Stammgast
#13 erstellt: 20. Okt 2018, 07:16

oldpasha (Beitrag #9) schrieb:
Komisch ist allerdings, dass auch Hifiman beim HE1000 einen Burn-In von 150 Stunden ansetzt. Warum sollten die das tun, soviel Vorlaufzeit ist nicht gerade eine gute Werbung...


Da will man dem Käufer suggerieren das man was von HIFI versteht. Es gibt genug renommierte Firmen die früher über Voodoo gelacht haben. Man erkannte irgendwann das man damit Geld verdienen kann.

Es ist ein Hobby und es geht darum dem Kunden zum tüfteln und ausprobieren anzuregen.
Ihm also eine permanente Unzufriedenheit zu vermitteln. Dazu reicht es wenn man den Laien mit technischen Geschwurbel verwirrt. Die unterschiedliche Wahrnehmung was ist Real und Einbildung befeuert die Diskussion dann noch

Das Prinzip, die Erosion der 100% igen Zufriedenheit des Kunden mit seinem Produkt.

Persil konnte z.B schon Anfang des 19. JH die Wäsche weiß waschen.


[Beitrag von oneforall am 20. Okt 2018, 07:19 bearbeitet]
Forenmitglied
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 20. Okt 2018, 10:45

Ihm also eine permanente Unzufriedenheit zu vermitteln


Auf den Punkt gebracht!


[Beitrag von Forenmitglied am 20. Okt 2018, 10:45 bearbeitet]
oldpasha
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 21. Okt 2018, 14:54
So, nach diesem WE hat er nun mehr als 50 Stunden auf der Uhr, und nun ist Schluss mit Voodoo. Ich habe vielleicht den Vorteil, dass der gut klingende Vergleichs-LCD mir immer noch zeigt wo der Hammer hängt. Somit kann und will sich mein Ohr nicht an den neuen "adaptieren". :-) Er klingt noch immer nach Taschentuch, kein Zweifel. Den einen will man immer wieder aufsetzen, bei dem anderen denkt man sich schon vorab: "Nö, keine Lust". Ich kanns irgendwie immer noch nicht fassen - das darf für 2k € so nicht sein. Mal sehen was der Händler vorschlägt.
Forenmitglied
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 21. Okt 2018, 17:17

Mal sehen was der Händler vorschlägt.


Der verkauft dir eine CD, mit speziellen Einbrennsignalen. Du hast den Hörer bestimmt falsch informiert.
Ugdalf
Neuling
#17 erstellt: 21. Okt 2018, 19:18
[quote="Forenmitglied (Beitrag #16)"]
[/quote]
Der verkauft dir eine CD, mit speziellen Einbrennsignalen. Du hast den Hörer bestimmt falsch informiert. :L[/quote]

Lach...oder so.. ;0)
oldpasha
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 10. Nov 2018, 16:59
Um vielleicht das Ende der Geschichte zu erzählen: Ich habe den LCD natürlich reklamiert. Der Händler tippte nach der Einspieltheorie auf die veränderten Ohrpolster als Ursache. Machen wir’s kurz: Es kam ein neuer (exakt eine Seriennummer höher als der Vorgänger) und dieser hat dieselben beschriebenen Schwächen. Ich bin ziemlich frustriert. Ich wollte unbedingt zwei gleiche hochwertige Sorglos-KH kaufen, habe wochenlang gesucht und probegehört, in der Hoffnung eine sichere Qualität ziemlich viel €K auf den Tisch gelegt, … und das Ergebnis ist total unbefriedigend. Ich kann es schier nicht fassen, dass Audeze diese offensichtlich neue Signatur ernst meint. Selbst ein jüngerer LCD 2, den ich vorübergehend geborgt hatte, klingt präsenter. Genauso mein alter Oppo PM3 für 490 €. Serienstreuung hin oder her, so groß darf die einfach nicht sein. Und nun gebraucht auf die Suche nach einem älteren LCD 3 zu gehen, ist irgendwie auch keine Alternative. Abgesehen davon, dass das total anstrengend und aufwändig wird, berichten Leute in amerikanischen Foren von ähnlichen Soundveränderungen, für den Fall dass man die Treiber mal reparieren/austauschen lassen muss. Da ich den HD 800S viel zu „dünn“ finde, bleibt nicht mehr viel übrig. Der HE 1000 war noch toll. Aber ob der wirklich über 3K wert ist, sei mal dahingestellt...
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