Verarbeitungsqualitaet der Kopfhoerer

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farreal
Neuling
#1 erstellt: 20. Nov 2007, 16:36
Vor ein paar Jahren hatte ich mir zunaechst den Sennheiser HD 600 gekauft. Der Sound war im Vergleich zu meinen vorherigen Kopfhoerer deutlich besser und ich war sehr damit zufrieden. Nach ein paar Monaten gab es den ersten Wackelkontakt der recht billig wirkenden Stecker. Ausserdem begann das Plastik am Kopfband abzuplatzen, dort wo er bei Nichtgebrauch auflag und ohne dass ich grob mit ihm umging, im Gegenteil.

Es folgte ein Umtausch. Nach ein paar Monaten wieder dasselbe Problem, wobei ich sagen muss, dass die Kopfhoerer bei mir im taeglichen Gebrauch sind. Ich gehe wirklich sorgsam damit um, teuer genug sind sie, aber es laesst sich im Alltag nicht vermeiden, dass manchmal am Kabel gezogen wird oder man sie eilig ablegen muss. Ein Kopfhoerer dieser Preisklasse sollte es aushalten, wenn man ihn normal auf einen Tisch legt. Meine alten Billighoerer haben das ueber zehn Jahre locker mitgemacht und die habe ich vor allem spaeter deutlich grober behandelt. Von einem 300 Euro Hoerer erwarte ich nicht nur das gleiche, sondern sogar noch erhoehte Belastbarkeit.

Ich habe den HD 600 dann gegen Aufpreis gegen einen HD 650 getauscht. Dort hatte Sennheiser das Problem der schlecht verarbeiteten Kabelzufuhr schon erkannt und deutlich stabiliere Verbindungen eingebaut. Dummerweise hatte ich auch bei diesem Modell schliesslich wieder einen Wackelkontakt im Kabel und habe das Geraet schliesslich ganz zurueckgegeben. Jetzt suche ich nach einem Ersatz. Vom Sound her war ich mit den Sennheisern sehr zufrieden, nur die Verarbeitungsqualitaet und Alltagstauglichkeit verhindern leider, dass ich mir noch mal ein solches Modell kaufen werden.

Ich werde es statt dessen wohl mal mit einem AKG 701 probieren. Letztens habe ich im Kaufhaus mir einen AKG 601 mal aus der Naehe angeguckt und du lieber Gott, der macht ja einen noch schlechter verarbeiteten Eindruck! Alles billigstes Plastik, die Kabelzufuhr scheint auch direkt verschweist zu sein (wie kann man da das Kabel ersetzen?). Allein die zwei klapprigen Buegel machen alles andere als einen soliden Eindruck. Dazu die aeusserlich verlaufenden Gummizuege und das billig wirkende Kopfband selber. Sogar bei totalen Billigkopfhoerern habe ich solche externen Faeden noch nicht erlebt. Den HD600/650 konnte ich durch seine kompakte Form wenigstens regelmaessig und problemlos reinigen, bei dem AKG muss man ja selbst da noch darauf achten, dass nicht eines der vielen Einzelteile abfaellt.
Probegehoert habe ich ihn nicht koennen, mir geht es erst mal um die aeusserliche Qualitaet. Irre ich mich da, wenn ich die Verarbeitung und das allgemeine Design als billig empfinde? Hat jemand Langzeiterfahrung mit den AKGs im Alltagsgebrauch und was bei ihnen besonders anfaellig ist? Der beste Sound nuetzt mir am Ende nichts, wenn das Teil beim kleinsten Hauch auseinanderfaellt. Wenigstens die Ohrmuscheln selber wirkten einigermassen stabil verarbeitet. Und leicht war er auch, aber ich ertrage lieber ein paar Gramm mehr, wenn dafuer die Verarbeitung stimmt.
Unterscheidet sich der AKG 701 in der Hinsicht von seinem kleineren Bruder oder macht der auch einen etwas wackeligen Eindruck?

Zudem muss ich sagen, dass ich eher eine realistische Ansicht habe, was Hifi angeht. Fuer mich gibt es einen deutlichen Unterschied im Sound zwischen einen verstaerkten HD600/650 und einem 60 Euro Sony irgendwas. Zwischen dem HD 600 und 650 selber gibt es sicher hoerbare Unterschiede, aber ob die wirklich in besser und schlechter einteilbar sind, wage ich (fuer mich) zu bezweifeln. Und auch, ob dieser Unterschied dann schliesslich den Aufpreis wert ist. Auch das Einspielen von Kopfhoerern halte ich fuer quatsch, 95% davon macht die Gewoehnung des Gehoers an den Hoerer aus und nicht umgekehrt. Musiktechnisch hoere ich so ziemlich alles ausser Techno, Metal und Hip Hop, also das, wo gebruellt, gehaemmert und geschrammelt wird.
Spaetestens Anfang Dezember will ich mir dann endlich wieder einen ordentlichen Kopfhoerer kaufen und waere Ratschlaegen und Empfehlungen dankbar.
djs
Stammgast
#2 erstellt: 20. Nov 2007, 17:20
Da bleibt noch der DT 880 von Beyerdynamic übrig. Ist in dieser Preisklasse die stabilste Variante und macht einen schlichten aber hochwertigen Eindruck. Übrigens hört er sich auch gut an.

Wieviel Stunden pro Tag wird der Kopfhörer auf dem Kopf getragen?

Die AKGs sind schon ordentlich verarbeitet, nur machen einige Geräte durch das geringe Gewicht und Optik ein fragilen Eindruck. Aber immerhin halten einige AKGs schon 20 bis 30 Jahre in den Studios.

Gruss


[Beitrag von djs am 20. Nov 2007, 17:21 bearbeitet]
m00hk00h
Inventar
#3 erstellt: 20. Nov 2007, 17:43

farreal schrieb:
Zudem muss ich sagen, dass ich eher eine realistische Ansicht habe, was Hifi angeht.


Dann bist du in diesem Forum genau richtig, denn...


farreal schrieb:
Fuer mich gibt es einen deutlichen Unterschied im Sound zwischen einen verstaerkten HD600/650 und einem 60 Euro Sony irgendwas. Zwischen dem HD 600 und 650 selber gibt es sicher hoerbare Unterschiede, aber ob die wirklich in besser und schlechter einteilbar sind, wage ich (fuer mich) zu bezweifeln. Und auch, ob dieser Unterschied dann schliesslich den Aufpreis wert ist.


...das sehen wir hier ganz genau so.
Nur...


farreal schrieb:
Auch das Einspielen von Kopfhoerern halte ich fuer quatsch, 95% davon macht die Gewoehnung des Gehoers an den Hoerer aus und nicht umgekehrt.


...ist das Einspielen ein Fakt und keine Fiktion.
Schon mal einen eingespielten K701 gegen einen direkt aus dem Karton gehört? Vermutlich nicht, aber das würde die Augen Ohren öffnen.

Zum Thema:
Die großen beyerdynamic sind wirklich extrem stabil verarbeitet. Die überstehen lächelnd den 3. Weltkrieg.
Auch das Design von K601/K701 hat sich in Form des K501 über viele Jahre bewährt, da gab's keine Probleme, während man von den Problemem mit Sennheiser, mit denen zu kämpfen hattest, schon seit dem HD580 liest (mehr oder weniger, da gab's auch verschiedene Versionen).
Will sagen: der K701 sieht sehr fragil aus, mit Absicht, aber hält im Praxisgebrauch auch sehr lange durch.

Allerdigns bleibt die Soundfrage, denn wenn dir der Sennheiser gut gefallen hat, könntest du mit DT880 oder K601/701 so deine Probleme haben...

m00h
farreal
Neuling
#4 erstellt: 21. Nov 2007, 10:57

m00hk00h schrieb:

...ist das Einspielen ein Fakt und keine Fiktion.
Schon mal einen eingespielten K701 gegen einen direkt aus dem Karton gehört? Vermutlich nicht, aber das würde die Augen Ohren öffnen. ;)


Nein, sonst braeuchte ich ja nicht nach der Verarbeitungsqualitaet fragen. Aber ich habe schon diverse HD600/650 "eingespielt" und uneingespielt gehoert und keine Unterschiede festgestellt.


Allerdigns bleibt die Soundfrage, denn wenn dir der Sennheiser gut gefallen hat, könntest du mit DT880 oder K601/701 so deine Probleme haben...


So richtig etwas vorstellen kann ich mir das nicht, also dass ein Kopfhoerer so dermassen anders klingt, dass er mir nicht gefaellt.
m00hk00h
Inventar
#5 erstellt: 21. Nov 2007, 13:15

farreal schrieb:

m00hk00h schrieb:

...ist das Einspielen ein Fakt und keine Fiktion.
Schon mal einen eingespielten K701 gegen einen direkt aus dem Karton gehört? Vermutlich nicht, aber das würde die Augen Ohren öffnen. ;)


Nein, sonst braeuchte ich ja nicht nach der Verarbeitungsqualitaet fragen. Aber ich habe schon diverse HD600/650 "eingespielt" und uneingespielt gehoert und keine Unterschiede festgestellt.


Da geb ich dir Recht, beim HD650 tu ich mich da auch schwer, weshalb ich ja explizit den K701 erwähnte, der ist ein Musterbeispiel für das Einspiel"bedürfnis".

m00h
djs
Stammgast
#6 erstellt: 21. Nov 2007, 13:30
Qualität unterliegt auch dem zeitlichen Verschleiss.

Kopfhörer profitieren von einem guten Verstärker. Ist der Verstärker schlecht, werden einige Kopfhörer mit weniger Anspruch an Leistung besser an diesem klingen, als die Anspruchsvollen. Unterschiedliche Reifen verhalten sich bei nasser Strasse auch unterschiedlich.

Nun, wie oft und wie lange wird der Kopfhörer auf dem Kopf getragen und unter welchen Betriebsbedingungen?

Am welchem Verstärker soll der zukünftige Kopfhörer betrieben werden?

Kopfhörer verschiedener Hersteller klingen halt unterschiedlich und treffen halt nicht jeden Geschmack. Sennheiser ist für mich die langweiligst klingende Marke überhaupt. Ok, der HD 25 ist da eine Ausnahme.

Gruss
farreal
Neuling
#7 erstellt: 22. Nov 2007, 13:32

djs schrieb:

Nun, wie oft und wie lange wird der Kopfhörer auf dem Kopf getragen und unter welchen Betriebsbedingungen?

Am welchem Verstärker soll der zukünftige Kopfhörer betrieben werden?


Taeglich mehrere Stunden, normale Lautstaerke, viel Musik, aber auch DVDs, etc.
Verstaerker ist derzeit ein aelterer Marantz.
sunlite
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 22. Nov 2007, 15:51
Hallo farreal,

ich hatte vor etwa einem Jahr einen AKG K701 für etwa 2 Wochen zum Test. Das Teil war sehr gut verarbeitet und machte einen überaus robusten Eindruck. Auch der Klang war sehr überzeugend. Ich ärgere mich heute darüber, dass ich ihn zurück gegeben habe, weil ich dachte, Musikhören über Kopfhörer ist nichts für mich

Nun habe ich innerhalb kürzester Zeit einen AKG K518DJ und einen AKG K271 Studio gekauft und kann sagen, dass auch diese, sehr viel günstigeren KHs gut verarbeitet sind. Und in den Klang des 271 bin ich geradezu verliebt

Mein Rat: Bestell Dir den K701 bei Amazon und probier ihn aus. Du hast dafür zwei Wochen Zeit und bekommst im Falle eines Falles Dein Geld anstandslos zurück.

Grüße

Marc
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