Wie wichtig ist der Frequenzbereich?

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Franzi18
Neuling
#1 erstellt: 22. Mrz 2008, 21:53
Hi,

bin knapp bei Kasse und mein wirklich toller Kopfhörer (20-20.000Hz) ist kaputt gegangen. Einer der Ohrdinger ist abgerissen...
Wird wohl nicht mehr produziert, was echt schade ist.

Hab von nem Freund n billiges Headset bekommen, aber der Sound ist grausam. Null Bass!

Hab mir überlegt einen von Koss zu kaufen, weil ich mit dem Koss Plug (vom Sound) sehr zufrieden bin! UR 5 ist auch "offen"... leider ist die Frequenz nur bei 80-18.000.

Hab aber auch schon Ohrhörer mit genauso fürchtbar wenig Bass wie dem Headset gehabt und die hatten sogar noch nen größeren Frequenzbereich als die Kopfhörer...


Also hängt die Geschichte mit gutem, basslastigen Sound eher mit der Bauart oder wirklich dem Frequenzband zu tun?
Und was sind bezahlbare, offene Alternativen?

MfG und Vielen Dank
audiophilanthrop
Inventar
#2 erstellt: 22. Mrz 2008, 22:42
Vergiß die Frequenzgang-Spec. Meist ist sie ohne Toleranz angegeben und damit völlig wertlos, wenn man sich überhaupt die Mühe einer Messung gemacht und die Werte nicht gleich entsprechend der Marktlage frei erfunden hat.

Definiere "bezahlbar", nach Möglichkeit in hierzulande gängigen Währungseinheiten.

Ob ordentlich Baß rauskommt, hängt u.a. von Bauform und Treibergröße ab (und natürlich auch von der preisabhängigen Treiberqualität). Bei einem den Gehörgang abdichtenden In-Ear reicht schon etwas mit 9 mm Durchmesser (die Druckkammer-Treiber von IEMs könnten noch kleiner sein), bei "ausgewachsenen" offenen Hörern ist unter 40 mm kaum etwas zu machen (wie AKG zeigt, gehen halboffen auch 32 mm noch recht gut).
In der Hinsicht eher ungünstige Bauformen sind klassische Earbuds und offene supraaurale Hörer (also klassische Leichtkopfhörer mit Schaumstoffpolstern), weil sich hier leicht Baßanteile auslöschen. Gerade bei Earbuds ist das ziemlich fatal (weshalb z.B. die aktuellen Modelle von Sennheiser mit besser abdichtenden Aufsätzen ausgeliefert werden), während man bei den Supraauralen mit 40mm-Treibern eine recht ordentliche Baßwiedergabe erreichen kann.

Im Prinzip muß du dir darüber aber eigentlich nicht groß Gedanken machen, wichtiger wären Empfehlungen.
In Sachen Koss fällt mir da z.B. sofort der KSC-75 ein, für gut 'nen Zwanziger schon recht viel HiFi.
djs
Stammgast
#3 erstellt: 22. Mrz 2008, 22:46
Also ist dir der Plug kaputt gegangen? Steigerung nach meinem Wissen der KEB 24.

Übrigens bietet KOSS in Deutschland 10 Jahre Garantie. Einfach einschicken und repariert erhalten.

In der UR Serie ist erst der UR 40 empfehlenswert. Nur ist dieser keine Bassbombe.

Der herstellerseitige Frequenzgang sagt nix über die Klangabstimmung aus. Bedeutet, ein 80-18000Hz Hörer kann bassbetont sein, muss aber nicht der Fall sein und ein 5-40000Hz Hörer kann gar mittel, hoch oder auch tiefton betont sein.

Gruss
Accuphase_Lover
Inventar
#4 erstellt: 22. Mrz 2008, 22:53
Hallo, willkommen im Forum !

Bei "Schmalzbohrern" sind andere kompetenter als ich. Ich hasse die Dinger.

Aber zum Frequenzbereich kann ich dir helfen :
Die Frequenzangaben sind mit äusserster Vorsicht zu geniessen, da man nie weiss, ob diese real sind und wie sie gemessen wurden !
Eine normgerechte Messung erfolgt an den zwei -3 dB - Punkten, die die untere und obere Grenzfrequenz markieren.
Banbreitenangaben können aber auch anders zustande kommen. Markenhersteller geben oft an, bei welchen Messbedingungen gemessen wurde.
Gerade bei Kopfhörern ist die Messung nicht ohne. Wie der Klang eines Hörers sich im einzelnen Falle ausnimmt, hängt von individuellen Faktoren ab. Bei circum-auralen Hörern z.B. von der Form der Ohrmuschel, der Form bzw. dem Volumen des Gehörganges usw.
Ob ein Hörer letztendlich z.B. zu spitz, also in den Höhen übertrieben klingt, hat kaum etwas mit der oberen Grenzfrequenz zu tun, sondern mit der Welligkeit im Frequenzgang, also mit der Betonung oder Dämpfung bestimmter Frequenzen im hörbaren Bereich.
Wenn ein Hörer beispielsweise zwischen 7 und 13 kHz "übertreibt", diesen Bereich also deutlich verstärkt wiedergibt und eine obere Grenzfrequenz von 18 kHz besitzt, wird er meist als lästig empfunden, während im Vergleich dazu ein Hörer mit einer oberen Grenzfrequenz von 30 kHz, der aber einen lineareren Frequenzverlauf besitzt, als ausgeglichener empfunden wird.
Analog dazu gilt das Gesagte im Tieftonbereich. Viele Hörer werden mit sehr tiefen unteren Grenzfrequenzen, z.B. 10 Hz (Infraschall) angegeben. Wie tief diese ist, sagt eigentlich auch nichts über die Bass-Wahrnehmung aus, da aus dieser Angabe nicht hervorgeht, ob z.B. der Bereich 50 - 100 Hz besonders betont wird.
Es entscheidet also die Welligkeit des Frequenzganges über die tonale Wahrnehmung, die Grenzfrequenzen decken bei besseren Markenhörern eigentlich fast immer den menschlichen Hörbereich, also 16 Hz - 20.0 (16) kHz ab.

Der Frequenzverlauf und damit der tonale Charakter eines KH, hängt natürlich von der Bauart, den Wandlern und eben von Individualfaktoren des einzelnen menschlichen Hörers ab.


Bei deinem Beispiel scheinen mir die unteren 80 Hz aber schon etwas seltsam.
Konkrete Tips in Sachen Schmalzbohrer, können dir hier sicher andere geben.



Grüsse
Klippenspringer
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 23. Mrz 2008, 00:41

Franzi18 schrieb:
Hab aber auch schon Ohrhörer mit genauso fürchtbar wenig Bass wie dem Headset gehabt und die hatten sogar noch nen größeren Frequenzbereich als die Kopfhörer...

In einem auf MP3-Player spezialisierten Geschäft konnte ich mal eine ganze Reihe von guten Ohrhörern testen.

Der zentrale Punkt ist die individuelle Passform.
Selbst der beste Wandler hilft nichts, wenn der Stöpsel nicht dicht ist, zu wenig oder zu stark eindringt oder nicht hält.

Die zwei oder drei meistens mitgelieferten Gummi-Grössen passen nicht immer.
Am besten also selber testen. Man kann natürlich auch einfach Glück oder ein herstellergerechtes Ohr haben und gleich einen passenden erwischen (war bei mir so, der Test kam danach, ohne dass ich was besseres fand).
Franzi18
Neuling
#6 erstellt: 23. Mrz 2008, 01:12
Die Kopfhörer die ich meinte war ein Plantronics-Headset mit überragendem Klang! Da konnte kein anderer Hörer mithalten...
Leider machen die keine normalen Kopfhörer.

Für unterwegs hab ich die Koss Plugs mit auch tollem Klang, aber für zu Hause muss ich keine Zug-Geräusche ausblenden. Da nervt dieses Abschotten.
(Achja wo kriegt man eigentlich Ersatzgummis? Die sind mitlerweile ziemlich abgenutzt...)
Aber deswegen dachte ich an Koss. Klang find ich besser als die Sennheiser (einige!), die ich vorher schon hatte.

Also es sollen keine Minis sein, sondern schon richtige! Diese geschlossenen mag ich nicht, weil die mein Ohr an den Kopf drücken und nach spätestens 15, 20 Minuten furchtbar drücken.
Deswegen dachte ich auch an offene!

Drücken vom KSC-75 die Bügel? Weil könnte ne super Alternative zu "klassischen Leichtkopfhörern" sein! Preis ist auch okay.
djs
Stammgast
#7 erstellt: 23. Mrz 2008, 01:32
Nein, die KSC75 drücken nicht. Man kann lediglich als Segelohrenbomber durchgehen. Für den Preis werden die auch dein Plantronics einstampfen. Könnten aber unter Umständen wegen ihrer Mittenbetonung im Bass für dich etwas neutral klingen.
Sonst wäre auch der KTXpro1 für ~20€ (KSC75 mit Bügel) eine Alternative.

Sonst hast du glaube ich nicht viele Kopfhörer gehört. Qualitve Kopfhörer um die 60-70€ stampfen definitiv jedes Gamerheadset in allen Belangen. Du kannst dich ruhig mal bei den Elektrofachmärkten in der echten Kopfhörerabteilung umschauen. Vielleicht erlebst du auch ein kleines Klangwunder und sparst die etwas Geld für einen HD485 oder K530.

Frohe Ostern.
Franzi18
Neuling
#8 erstellt: 23. Mrz 2008, 01:53
Ja genau das ist die richtige Richtung!! In den Rezessionen auf Amazon steht zwar, dass der Porta Pro noch nen besseren Klang hat, aber ich find der sieht ziemlich komisch aus. Und besonder stabil sieht der nicht aus! Kann mich da natürlich auch täuschen.

Gute Nacht jedenfalls!
djs
Stammgast
#9 erstellt: 23. Mrz 2008, 02:17
Vor ungefähr 10 Jahren wurde der Portapro selbst als Headsetversion mit Electretmikrofon für den PC Bereich angeboten, was aber nur ein kleiner Teil des gösseren Headset Portfolios von Koss war. Zu dieser waren Headsets Mangelware. So ungeeignet ist der Portapro zum Spielen, DVD Schauen und Musik hören nicht. Ich würde ihn gegenüber den gehypten Gamerheadsets sogar bevorzugen.
Einen besseren Klang hat er gegenüber dem KSC und dem KTX nicht. Sind alles gleiche Treiber. Nur die klnagliche Abstimmung unterscheidet sich.

Gut, wir bewegen uns hier in einem geringen Budget, was auch den klanglichen Aspekt unterstreicht. Für lediglich vorhandene ~25€ sind die Koss klar zu bevorzugen. Wenn dein Budget grösser wäre, könntest du schon ein Optimum an besseren Klang erhalten

Gruss
Klippenspringer
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 23. Mrz 2008, 09:59
Gerade bei Kopfhörern kannst du mit ein paar Talern mehr schon einiges an Klanggewinn erzielen. Also lieber woanders sparen.
Und am besten in einer ruhigen Umgebung probehören (Fachgeschäft).
Für zu Hause ist ja auch egal wie sie aussehen oder isolieren.
Franzi18
Neuling
#11 erstellt: 28. Mrz 2008, 13:56
Wow... ich hab mir die KTX Pro 1 gekauft und sie sind wirklich großartig! Tausend Dank für die tolle Beratung. So gut hat sich meine Musik noch nie angehört!

Der Gummistreifen fühlt sich zwar komisch an, aber komisch waren die Koss-Plugs ja erst auch...
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