U-Frame mit Peerless SLS12

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SonnyTucson
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 05. Mai 2012, 15:27
Hallo Zusammen,

nachdem ich mit den Tieftoneigenschaften in meinem Hörzimmer niemals zufrieden war, musste ich mich nun auch einmal an einen Dipol-Bass versuchen. Damit ausreichendes Hubvolumen vorhanden ist, wurden zwei Peerless SLS12 in einem Gehäuse mit den Schallwandmassen 80cmx40cm und 18cm tiefen Seitenwangen untergebracht. Bei der folgenden Messung war auch der obere Teil durch ein 18cm tiefes Brett abgeschlossen:
U-Frame

Bei der Frequenzgangmessung war der Rahmen ca. einen Meter von der Rückwand entfernt. Die erste Messung fand ebenfalls einen Meter vor den Chassis statt.
Hier sollte der Effekt verschiedener Spulen in Reihe vor den Treibern ermittelt werden:
SLS12 in U-Frame

Während die 4.7mH Spule gegenüber den 'nackten' Chassis unterhalb 50Hz noch einen leichten Pegelgewinn bringt, scheint die 8.2mH Spule nur noch den Gesamtpegel zu reduzieren.
Die Pegelspitze bei 230Hz kann ich mir jedoch nicht mit der Resonanz durch die 18cm Gehäusetiefe erklären. Eventuell klirren hier die Seitenwände mit, diesen Effekt muss ich mir bei der nächsten Messserie im Detail angucken.

Danach folgte eine Messung mit der 8.2mH Spule in Serie in verschiedenen Messabständen (von oben nach unten 0,25m, 0,5m 1m, 2mder Lautsprecher blieb dabei 1m von der Rückwand entfernt):
SLS12 in U-Frame Abstandsmessungen
Die eben schon angedeutete Resonanz scheint sich mit zunehmendem Abstand, genau genommen bei 1m Abstand, am besten auszuprägen. Bei 2m Messabstand nehmen die Raumeinflüsse stark zu, die bei 56Hz angedeutete zweite Raummode (6.1m Raumlänge) ist allerdings mit herkömmlichen Monopolen viel stärker ausgeprägt. Unterhalb von 50Hz passiert allerdings nicht mehr viel. Da sich der Hörplatz in der Raummitte befindet, würde hier auch eine aktive Pegelerhöhung wahrscheinlich nicht viel bringen. Sogar meine geschlossenen Subwoofer machen an dieser Position keinen echten Tiefbass.

Nun noch die Messung des komplett unbeschalteten Lautsprechers:
SLS12 ohne Weiche 1m
Also diese relativ schmalbandige 230Hz Pegelspitze sollte nicht konzeptbedingt sein. Falls jemand eine gute Idee über die Entstehung hat, wäre ich um Ratschläge froh wie man diese verhindern kann.

Viele Grüsse
Guido
2eyes
Inventar
#2 erstellt: 06. Mai 2012, 12:17
Das einzige, was Du noch nicht verändert hast, war der Abstand des Frames zur Rückwand. Probier das mal. Ich persönlich stelle einen Dipol auch nie genau senkrecht zur Rückwand, sondern drehe ihn Richtung Hörplatz ein. Das kann ebenfalls helfen, Reflexionen von der Wand hinter dem Dipol zu entschärfen.
SonnyTucson
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 06. Mai 2012, 14:05
Hi Rudolf,

das wäre eine Erklärung gewesen, aber dann habe ich den Rahmen einfach mal um 180° gedreht und mir den Frequenzgang der Rückseite zu Gemüte geführt. Dabei wurde wieder ein Abstand zur Rückwand von 1m eingehalten, um zu sehen ob ich es hier mit einer Reflektion zu tun habe (dabei sollte der SEO in beiden Fällen diesen Abstand haben, wurde ca. 10cm hinter der Front der Schallwand angenommen):
Vergleich unterer SLS12 front / rear

Vergleich oberer SLS12 front / rear

Sowohl der obere als auch der untere SLS12 haben die Eigenschaft nach vorne eine Resonanz auszubilden, die auf der Rückseite eine Senke abbildet!? Auch die Linearität scheint auf der Rückseite besser zu sein. Allerdings hätte ich ein visuelles Problem damit, mir die Treiber immer von der Rückseite anschauen zu müssen.

Weisst Du, ob der SLS12 immer so kapriziös ist, oder ob ich hier mit Fertigungsschwankungen zu tun habe? Jedenfalls sollen beide Treiber bis ca. 250-300Hz mitlaufen, daher kann ich mir diese Resonanz nicht leisten.

Ach ja, den typischen Dipolanstieg hätte ich mit auch extremer vorgestellt:
2 x SLS12 in U-Frame ohne Weiche

Ich bin ehrich gesagt ein wenig ratlos über dieses Verhalten.

Grüsse
Guido
2eyes
Inventar
#4 erstellt: 06. Mai 2012, 17:09
Hallo Guido,
hast Du nun den U frame in verschiedenen Abständen zur Rückwand gemessen oder nicht?

Das Rumdrehen des U frame ist zwar auch interessant und lehrreich, aber ein deutlich anderes Messergebnis war dabei sowieso zu erwarten. Bei 200 Hz ist ein U frame eben kein exakter Dipol mehr. Lies vielleicht Genaueres über die Unsymmetrie des U frame bei höheren Frequenzen.

Ich sehe in Deinen Bildern die Dipolspitzen um < 20 cm Lauflänge voneinander getrennt. Das ist immer drin, wenn Du den U frame nur umdrehst. Du kannst nicht einfach um einen von Dir angenommenen SEO drehen. Der liegt für die Rückseite woanders als für die Vorderseite. Davon, dass auf der Rückseite eines U frame eine Senke ist, wo auf der Vorderseite eine Spitze ist, kann keine Rede sein.

Ich erwische mich auch laufend dabei, dass ich in Messungen falsche Dinge hinein interpretiere. Am SLS 12 liegen diese Unterschiede jedenfalls zu allerletzt.
SonnyTucson
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 06. Mai 2012, 18:04
Rudolf,

you make my day!

Tatsächlich kommt die Berg- und Talfahrt (inklusive Pegelspitze bei 230Hz) durch verschiedene Abstände von der Rückwand zustande. Ich habe gerade noch einmal CARMA angeschmissen und in 10cm Intervallen von 1,0m bis 1,4m Abstand zur Rückwand gemessen. Je näher ich der Rückwand komme, je stärker prägt sich die Pegelspitze aus. Nun habe ich den U-Frame in einen S-frame (ist der überhaupt schon erfunden?) umgebaut, da ich mein Gehäuse 'modular' konzipiert hatte. Dadurch wird der Frequenzgang im Vergleich zum U-Frame ausgeglichener (wieder 1m vor der Rückwand):

S-Frame vs U-Frame 1m vor Rückwand

Auch bei dieser Schallwandform ist eine Abhängigkeit von der Distanz zur Rückwand vorhanden, aber weniger stark ausgeprägt:
SLS12 Abstandsmessung zur Rückwand 1m vs 1.4m

Nun hatte ich eigentlich vor, aufgrund der Optik und des höheren Pegels einen U-Frame einzusetzen. Da ich nicht die Möglichkeit habe, den Lautsrecher mehr als einen Meter vor der Rückwwand zu platzieren, werde ich Kompromisse eingehen müssen. Ob eine rückseitige Bedämpfung des Lautsprechers helfen könnte (auch wenn ich hiermit das reine Dipolkonzept verlassen würde)?

Vielen Dank für deine Hilfe!

Guido
2eyes
Inventar
#6 erstellt: 06. Mai 2012, 21:14

SonnyTucson schrieb:
you make my day!

Das freut den Pfadfinder in mir ...

Nun habe ich den U-Frame in einen S-frame (ist der überhaupt schon erfunden?) umgebaut, ...

Alle Dipol-Bauformen sind schon erfunden. Falls eine noch nicht veröffentlicht wurde, habe ich sie nur noch nicht gebaut
Ähhh ... wie sieht denn so ein S-frame aus?

Nun hatte ich eigentlich vor, aufgrund der Optik und des höheren Pegels einen U-Frame einzusetzen. Da ich nicht die Möglichkeit habe, den Lautsrecher mehr als einen Meter vor der Rückwwand zu platzieren, werde ich Kompromisse eingehen müssen. Ob eine rückseitige Bedämpfung des Lautsprechers helfen könnte ...?

Kreskovsky macht das so. Die Bedämpfung ist aber nicht trivial, wenns exakt werden soll. Ein Versuch macht aber immer kluch. Alternativ geht natürlich auch Ripol, der von Hause aus nach hinten weniger abstrahlt als nach vorn.

Mal davon abgesehen: Warum kannst Du die Überhöhung nicht einfach wegfiltern, soweit sie am Hörplatz noch sicht-/hörbar ist? Die Auslöschungen hört sowieso keiner.

Vielen Dank für deine Hilfe!
Vielen Dank für die zahlreichen Messungen.
SonnyTucson
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 07. Mai 2012, 16:40
Rudolf,

vielleicht hätte ich Z-Frame schreiben sollen:

Z-Frame

Natürlich wirkt dies im Tieftonbereich nur wie eine breitere Schallwand...

Weitere Messungen gibt es erst in den nächsten Tagen, da ich heute mein Arbeitspensum bereits erfüllt habe!!!
Übrigens haben wir wohl den gleichen Lieferanten für unsere Messmikrofone (Hifi-Selbstbau?), meines durfte ich mir allerdings damals bei Pico noch aussuchen, ich habe das mit dem neutralsten Frequenzgang genommen.

Bis demnächst

Guido
SonnyTucson
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 08. Mai 2012, 17:01
Auweia,

ich hatte bei allen Messungen die Lautspecher im SMALL-Modus vom Receiver befeuert, peinlich, peinlich...

Anbei der Vergleich des Frequenzgangs in 1m Entfernung SMALL- gegen LARGE-Einstellung am Receiver:

SMALL vs LARGE Receiver Einstellung 1m Messung

Am Hörplatz in 2.5m Entfernung und 90cm Höhe bleibt nicht ganz so viel vom Pegelgewinn unterhalb 50Hz übrig:

SMALL vs LARGE Receiver Einstellung Hörplatz Messung

Aber das Interessante am Dipolprinzip ist, dass ich an der gleichen Lautsprecherposition durch eine andere Ausrichtung (Drehung um die Hochachse) verschiedene Verläufe produzieren kann. Hierzu wurde der Dipol sowohl an der linken als auch an der rechten Lautsprecherposition um ca. 30° nach links und rechts geschwenkt:

linke Position um jeweils 30° geschwenkt

rechte Position um jeweils 30° geschwenkt

Das Dipolprinzip gewährt mir also einen Freiheitsgrad mehr, die Frequenzkurve am Hörplatz zu beeinflussen als der Monopol. Wie dies konstruktiv umzusetzen ist, muss ich mir noch überlegen, da ein nach vorne abstrahlender Mittel- und Hochtonbereich mit einer verschwenkten Bassabteilung doch sehr, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig aussehen wird..

Aber nem Inschinör ist nücht zu schwör...

Ich bleibe am (Dipol-)Ball

Guido
2eyes
Inventar
#9 erstellt: 08. Mai 2012, 21:46

SonnyTucson schrieb:
Das Dipolprinzip gewährt mir also einen Freiheitsgrad mehr, die Frequenzkurve am Hörplatz zu beeinflussen als der Monopol. Wie dies konstruktiv umzusetzen ist, muss ich mir noch überlegen, da ein nach vorne abstrahlender Mittel- und Hochtonbereich mit einer verschwenkten Bassabteilung doch sehr, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig aussehen wird.

Und warum willst Du die Mittel-/Hochtoneinheit nicht auch in Richtung Hörplatz schwenken?
SonnyTucson
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 09. Mai 2012, 05:48
Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, MT und HT sollen natürlich auf den Hörbereich zielen, aber die Bassabteilung darunter scheint für einen gleichmässigeren Frequenzverlauf am Hörplatz entweder auf die Seitenwände oder in Richtung Zimmermitte geschwenkt werden zu müssen (im schlimmsten Fall für linke und rechte Seite auch noch um einen unterschiedlichen Betrag).

Das heisst die untere Schallwand ist gegenüber der oberen um einen Winkel von ca.30°-45° verdreht.

Das widerspricht im Augenblick noch meinem GAF (Guido's Acceptance Factor).
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