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Die Feinsicherung: Ein Bauteil auf dem Weg zum Komponentenstatus

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Autor
Beitrag
RoA
Inventar
#1 erstellt: 01. Apr 2010, 07:25
Die Feinsicherung: Ein Bauteil auf dem Weg zum Komponentenstatus
Ein Essay

Ist die Geschichte der Menstruation eine voller Mißverständnisse, so ist jene der Feinsicherung eine voller Unverständnisse. Nachdem sich die gefühlte Lage in den letzten zwei Jahren spürbar beruhigt hat, stehen sich die zwei Lager argwöhnisch, aber weitgehend friedlich gegenüber, obwohl sich deren Positionen so diametral gegenüberstehen wie Bürgergeld und Kopfpauschale. Der geneigte Leser merkt sofort: Sein oder nicht sein ist hier nicht die Frage, geht es doch um entweder oder. Wie aber konnte es soweit kommen?

Prinzip und Wirkungsweise

Wikipedia erklärt die Welt (Quellen bitte selbst ergoogeln, dies ist ein Essay und keine wissenschaftliche Abhandlung):


Eine Überstromschutzeinrichtung, auch als elektrische Sicherung bezeichnet, unterbricht einen elektrischen Stromkreis, wenn der elektrische Strom für einen bestimmten Zeitraum eine festgelegte Stromstärke überschreitet. Es gibt verschiedene Ausführungen von Überstromschutzeinrichtungen wie die Schmelzsicherung.



Eine Schmelzsicherung ist eine Überstromschutzeinrichtung, die einen Stromkreis bei zu hoher Stromstärke durch die thermische Wirkung des Stroms unterbricht und dadurch zerstört wird. Bisweilen wird die Schmelzsicherung in der elektrotechnischen Literatur einfach als Sicherung bezeichnet…


Zusammengefaßt läßt sich also konstatieren: Die Sicherung ist wichtig! Und genau darum befinden sich in fast allen elektronischen Geräten in irgendeiner Form Sicherungen, wobei uns hier nur Feinsicherungen in audiophilen Gerätschaften interessieren.

Bauformen und Ausführungen

Feinsicherungen bestehen aus einem kleinen Glas- oder Keramikrohr mit Metallkappen an beiden Enden, zwischen denen sich der Schmelzleiter befindet. Dieser Schmelzdraht ist freiliegend oder in Quarzsand eingebettet. Geräte aus japanischer, chinesischer oder europäischer Produktion haben meist das Format 5*20 mm. Amerikanische Sicherungen werden meist im Format ¼ × 1¼ Zoll ausgeliefert. Umgerechnet in das weltweit gebräuchliche Dezimal-Format entspricht dies etwa 6,3 × 32 mm. Kenner der Materie wissen, daß amerikanische Sicherungen nicht in die europäischen Sicherungshalter passen. Mit ein wenig Geschick ist es aber möglich, europäische Sicherungen in amerikanische Sicherungshalter zu transplantieren.



Abb.: Typische Feinsicherung, stehende Ausführung

Die genauen Anfänge der audiophilen Revolution lassen sich auf die Schnelle leider nicht rekonstruieren, aber es dauerte immerhin bis etwa zur letzten Jahrtausendwende, als die Notwendigkeit einer separaten Stromleitung zur heimischen Anlage vermehrt diskutiert wurde, und damit bestand meist auch die Notwendigkeit, die Leitung separat abzusichern. Aus klanglichen Gründen - schließlich wollte man sich ja verbessern - sollte an nichts gespart werden, zumal sich die Materialkosten gemessen an den Gesamtkosten im Rahmen hielten.

Üblicherweise werkeln in den heimischen Sicherungskästen sog. Sicherungsautomaten, die sich nach dem Auslösen bequem zurückstellen lassen. Es gehört zu den nicht belegten Überlieferungen, daß die Übergangswiderstände der Sicherungsautomaten im Vergleich zu Schmelzsicherungen viel zu hoch seien, so daß Schmelzsicherungen zum Mittel der Wahl erkoren wurden. Typischerweise im Haushalt verwendete Schmelzsicherungen haben aber zwei gravierende Nachteile: Sie sind uncool und wenig sexy:



Abb.: Ordinäre Haushaltssicherung, Typ „Mamma“

Es war also keine Frage der Zeit, sondern die logische Konsequenz, daß kurzerhand spezielle Sicherungen entwickelt wurden, die neben audiophilen Ansprüchen vor allem optischen Gesichtspunkten folgten. Damit man ihren wahren Einsatzzweck, nicht das Auge, sondern das Ohr zu verwöhnen, nicht vergaß, nannte man sie nicht „wunderschöner Sicherungshalter für audiophile Feinsicherungen in schlanker Ausführung“, sondern „Klangmodul“, denn einmal eingebaut konnte man sie ja nicht mehr sehen.



Abb.: Audiophile Feinsicherung mit Kupfer-Kappen und CE-Zulassung, unversilbert.

Da nicht jeder seiner heimischen Anlage eine separate Stromversorgung spendiert, wurden kurzerhand neue Märkte erschlossen, indem nur die Sicherungsautomaten gegen Klangmodule getauscht wurden. Die dazu notwendige frohe Botschaft „Kleine Sicherung, verblüffend große Wirkung“ wurde dafür in extra angelegten „Workshops“ und „Personal Services“ unter das audiophile Volk gebracht. „Warum klingen Schmelzsicherungen besser als Automaten?“ fragte die Stereo im Heft 7/2004 auf S. 28 und lieferte die passende Antwort gleich mit: „Das hängt vor allem mit der höheren Induktivität des Automaten zusammen, der mit Magnetschaltern arbeitet. Die Schmelzsicherung hat dadurch einen erheblich niedrigeren Widerstand im höherfrequenten Bereich, was den Potenzialausgleich beschleunigt.“

Die Fortsetzung des Siegeszugs

Es kam, wie es kommen mußte, der geneigte Leser ahnt es schon: Wenn schon die Feinsicherung im Sicherungskasten Vorhänge öffnet, dann muß die Gerätesicherung geradezu Wände einreißen, liegt sie doch viel näher am musikalischen Geschehen. Und die Gerätesicherung hat eine Eigenschaft, die sie für Verkäufer zum Geschenk des Himmels macht: Sie ist neben der Elektronen-Röhre das einzige gesockelte Bauteil, das jeder HONK austauschen kann! Und tatsächlich tummelten sich in kürzester Zeit eine Vielzahl von Verkaufshechten im audiophilem Karpfenteich, und die Flachblätter rührten fleißig die Werbetrommel. Es ist (mal wieder) die Stereo, die mit einer bahnbrechenden Erkenntnis daherkam: „Tatsächlich führen beispielsweise spezielle Schmelzsicherungen … nicht nur zu eindeutigen Verbesserungen gegenüber Standardtypen, sondern verblüffenderweise auch untereinander zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen, die im Ausmaß sogar eine gewisse Abstimmung der Kette erlauben.“ Dies war die Geburtsstunde des „Fuse-Rolling“.

Die ideale Gerätesicherung

Gerätesicherungen sollten keine Inhaltsstoffe enthalten, die klangschädigend, gesundheitsgefährdend oder umweltzerstörend sind. Tabu sind demnach Eisenmetalle, Weichmacher und FCKW. Die ideale Feinsicherung ist - jeweils extrem - induktionsarm, antimagnetisch, resonanzarm (Eigenresonanz im Megaherz-Bereich) sowie frei von Mikrophonie und vor allem riecht sie nicht. Sie zeichnet sich durch ein absolut perfektes Impulsverhalten aus und produziert keinerlei nicht-harmonische Verzerrungen.

Um dem Ideal möglichst nahe zu kommen, sind die Hersteller manch innovativen Weg gegangen. So werden Kappen und Schmelzleiter aus Feinsilber oder versilberten Reinkupfer kaum noch angeboten, weil es sich klanglich nicht immer als optimal herausgestellt haben soll (vielleicht ist aber auch nur die Herstellung zu teuer). Statt dessen ist meist sauerstofffreies Kupfer die erste Wahl. Vergoldet soll eine bis dahin nicht gekannte Fülle an Klangfarben und Klangkörpern erreicht worden sein. Neuere Ansätze setzen auf rhodierte oder platinierte Kappen, gerne kryogenisiert und mit Nano-Partikeln auf den Kontaktflächen. Um störende Mikrophonie-Effekte zu vermeiden, setzen fast alle Hersteller auf Quarzpulver als Löschmittel. Angesichts horrender Stromdurchflüsse - ein CD-Player kann durchaus 15-25 Watt ziehen!!! - auch eine für den Havariefall gebotene Maßnahme, so Wikipedia, wobei Nachfolgendes von den Herstellern meist unterschlagen wird, um den Kunden nicht unnötig zu beunruhigen:


Quarzsand ist erforderlich, um den Lichtbogen zu löschen, der beim Unterbrechen des spezifizierten Abschaltstromes entsteht, der mehrere Größenordnungen höher als der Ansprechstrom sein kann. Der Schmelzleiter durchläuft während des Ansprechens die drei Aggregatzustände (fest, flüssig, gasförmig). Im gasförmigen Zustand des Schmelzleiters entsteht ein Plasma, der Stromfluss erfolgt über dieses – es bildet sich ein Lichtbogen. Dabei schlägt sich der Metalldampf des Schmelzleiters auf der Oberfläche der Quarzsand-Körner nieder und kühlt dadurch den Lichtbogen stark ab. In der Folge wird der Widerstand im Inneren des Sicherungseinsatzes so groß, dass die Höhe der wiederkehrenden Spannung nicht ausreicht, den Stromfluss erneut herzustellen bzw. den Lichtbogen wieder zu zünden. Der Lichtbogen verlischt und die zu schützende Leitung ist damit von der versorgenden Strom-/Spannungsquelle getrennt.

Quarzsand schützt also vor Mikrophonie und Lichtbögen - Genial!

Aktuelle Entwicklungen in der Feinsicherungs-Technik

Besonderes Augenmerk wird derzeit auf die Verbesserung der Kontaktbedingungen gelegt. Auch die beste Feinsicherung kann ihr klangliches Potential nicht voll ausschöpfen, wenn die Kontaktbedingungen unbefriedigend sind. Beste Bedingungen ergeben sich theoretisch durch Drahtanschlüsse, die (natürlich mit Silberlot) angelötet werden. Leider würde dies die meisten Fuse-Roller überfordern, so daß Feinsicherungen mit Drahtanschlüssen nur dort eingelötet werden, wo sie (die Lötstellen) ohnehin schwer oder gar nicht zugänglich sind.

Es bleibt weiterhin eine Unsitte, daß selbst in den teuersten und edelsten Gerätschaften, die nicht selten über mehr als nur eine Feinsicherung verfügen, weiterhin billigste Sicherungsklemmen einfachster Machart eingesetzt werden:



Abb.: Billige Sicherungsklemme einfachster Machart, Material unbekannt

Selbst ein Kontakt-Fluid auf Squalan-Basis mit Nano-Partikeln kann hier kaum noch etwas retten. Veredelte Sicherungsklemmen, mit denen der passgenaue Einsatz audiophiler Feinsicherungen möglich ist, sind das Gebot der Stunde. Die damit erreichbaren Klangsteigerungen dürften vergleichsweise enorm, wenn nicht sogar drastisch oder gar dramatisch sein, da Wirbelstromverzerrungen im Sicherungsbereich damit (weitgehend) der Vergangenheit angehören (dürften).

Einen weiteren Verbesserungsansatz bietet der verwendete Quarzsand. So werden derzeit die wirbeltheoretischen Grundlagen eines bekannten Wirbelforschers auf klangverschlechternde Potentialwirbel als Folge von parasitären Kapazitätseffekten angewendet. Die bahnbrechenden Forschungsergebnisse, die in einem Verkaufsprospekt einer wohlbekannten Firma anschaulich dargestellt sind, werden wohl in die Entwicklung der Animator-Sicherung bzw. des Sicherungshalters auf Activatorbasis einfließen, wie der Firmenchef mit einem Grinsen im Gesicht anläßlich eines Workshops verlauten ließ.


Ausblick

Obwohl das Marktpotential der Feinsicherung von den Marktteilnehmern erkannt wurde, wird es bei weitem nicht ausgenutzt. Im Gegenteil, mittlerweile ist ganz klar eine rückläufige Tendenz zu erkennen. Die Zeiten, in denen die Hersteller ihre Produkte ganzseitig in Farbe bewerben, scheinen derzeit vorbei zu sein. Dabei ist der Markt keinesfalls gesättigt, sondern es fehlen aktuell einfach Innovationen wie plug & play, drag and drop und roll ‚n’ rock, um nur die wichtigsten Fuse Rolling-Techniken zu nennen.

Stichwort Benutzerfreundlichkeit: Die Gerätehersteller erweisen sich mit ihrer Zurückhaltung eher als bremsend. Schwerzugängliche Sicherungshalter überwiegend einfachster Bauart laden nicht unbedingt zum Fuse-Rolling ein. Wünschenswert sind von außen gut zugängliche Sicherungshalter, die mindestens 5.000 Steckvorgänge unbeschadet überstehen können müssen, und das vorzugsweise hot-plug-fähig. Nicht nur aus Gründen der Betriebssicherheit sollten die Ströme von deutlich mehr Sicherungen geschultert werden müssen als bisher. Auch gibt es immer noch Gerätschaften, die ohne Feinsicherungen angeboten werden, wie bspw. audiophile Soundkarten, chinesische Röhrenverstärker und Handys.

Als richtig erwiesen hat sich die bisherige Strategie, die technische Wirkungsweise der audiophilen Feinsicherung in den Hintergrund zu stellen, da die Erklärungsansätze meist eh nicht richtig verstanden werden wie bspw. die Wirbeltheorie. Erfolgsversprechender ist es allemal zu betonen, daß die Nichtverwendung klangliche Einbußen zur Folge haben könnte, da die Erfahrung gezeigt hat, daß bereits die potentielle permanente Bedrohung die gewünschte Verhaltenweise erzwingt. Den Kunden zu verunsichern, weiterhin Zweifel zu streuen, Ängste zu wecken: Das ist der Schlüssel zum Erfolg! Wer sich vor Klangverschlechterungen fürchtet, glaubt auch an Klangverbesserungen! Darum sind Klangkiller für die Hifi-Industrie genauso existentiell wie Terroristen für die Politik: Feindbilder machen vieles leichter - Wenn man es richtig anstellt!



Abb.: Feindbilder: Klangkiller (links), Terrorist (rechts)

Damit Feindbilder funktionieren, ist es wichtig, daß sie gelebt werden. Ein kleiner, mißglückter Anschlag talentfreier Möchtegern-Terroristen gibt unglaublich viel Auftrieb, auch wenn jeder weiß, daß diese vom Geheimdienst gesponsert wurden und eigentlich gar nichts passiert ist, weil nichts passieren konnte. Genauso verhält es sich mit dem Klangkiller. Mit einer herzhaften Klangbeschreibung bewirkt man in der Regel weit mehr als mit Messprotokollen (wenn es sie denn gäbe), denn Fuse-Roller hören die Unterschiede, die sie hören wollen. Wer keine Unterschiede hört, hat meist zumindest das gute Gefühl, nichts falsch gemacht zu haben, und allein das ist es schon wert, vergütet worden zu sein.

Bleibt noch die Gruppe der Reuigen, Enttäuschten und Verletzten, die vermeintlich unnütze Geldausgaben oder unerfüllte Träume nicht überwinden können und zum Bekehrer mutieren. Deren Verhaltensweise gleicht ehemaligen Rauchern, die zu militanten Nichtrauchern avanciert sind. Dieser Typus ist ein gefährlicher Feind des Klangkillers, denn oft versteht er es, die Gruppe der Neutralen mit vermeintlich vernünftigen Argumenten in seinen Bann zu ziehen. Den Siegeszug der Komponente Feinsicherung zum stärksten Glied der Kette wird aber auch er nicht mehr aufhalten können. Denn dafür ist es jetzt zu spät.
TomBe*
Inventar
#2 erstellt: 01. Apr 2010, 07:35
GorgTech
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 01. Apr 2010, 07:43
Hallo,

Sekten funktionieren genauso: Erst werden die Leute verwirrt ( oder noch mehr verblödet ), dann versucht man sie zu überzeugen, dass sie die Lösung für ihre Probleme kennt.

Schon ist der Audio Gourmet wieder glücklich
Nertsch
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 01. Apr 2010, 14:01

RoA schrieb:
... Und die Gerätesicherung hat eine Eigenschaft, die sie für Verkäufer zum Geschenk des Himmels macht: Sie ist neben der Elektronen-Röhre das einzige gesockelte Bauteil, das jeder HONK austauschen kann!


hf500
Moderator
#5 erstellt: 01. Apr 2010, 15:04
@RoA

Moin,
gut beschrieben!


Uebrigens, das mit der Induktivitaet eines Leitungsschutzautomaten ist eine nette Legende, die die HiFi-Zeitungen unter die Leute gestreut haben.

Man sollte meinen, sie haetten wenigstens mal nachgemessen, ich jedenfalls haben keine signifikante Induktivitaet gefunden, Stromteiler sei Dank...

73
Peter
Paddo.
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 01. Apr 2010, 15:33
ich finde keine worte zu diesem beitrag. göttlich, königlich, nichts wird diesem essay gerecht. einfach nur herrlich.
Amperlite
Inventar
#7 erstellt: 01. Apr 2010, 17:30
Frage: Welchen sind die beliebtesten Tuning-Bauteile?
Antwort: Kondensatoren und Sicherungen.

Frage: Welchen Bauteile können selbst von Technik-Vollabstinenzlern und Elektronik-Nullen zuverlässig identifiziert werden?
Antwort: Kondensatoren und Sicherungen.

Ob da vielleicht irgendwo ein Zusammenhang besteht?


Edit: Netzkabel müsste man wohl auch noch dazunehmen.


[Beitrag von Amperlite am 01. Apr 2010, 17:34 bearbeitet]
ev13wt
Stammgast
#8 erstellt: 01. Apr 2010, 18:06
Wenn einer seine Kette gut kennt, und nichts im Betrieb überlastet, kann für den ultimativen Klanggewinn einfach AUF EIGENE WOHNUNGSBRAND, EXPLOSIONS, LAUTSRÄRKERKERNSCHMELZE UND WASSERSCHADEN WEGEN LÖSCHVERUCHEN einen Reineisenstab einlöten. Es ist zwar somit keine Sicherung mehr vorhanden, aber es fallen der megadünne Draht (Das versteht jeder) und oxidierende (Klemm, wie banal - Technik aus den 20igern)) Verbindungen weg.

Somit kling die Musik rein und natürlich, durch nichts getrübt. So wie es von der CD kommt.

PM an mich für die CNC gedrehten Eisenstäbe mit Querrille für den optimalen thermischen "chimmney" Effekt. Somit wird der Eisenstab thermisch stabil gehalten und Wärme, verursacht durch Impulsspitzen der Musik, sofort an die Luft abgeleitet.


Und an OP, Respekt!!!! Das mit dem Geruch ist unglaublich gut.


[Beitrag von ev13wt am 02. Apr 2010, 20:19 bearbeitet]
Amperlite
Inventar
#9 erstellt: 01. Apr 2010, 18:33
Auch wenn heute der erste April ist:
Solche Tipps gehören nicht ins Forum!
Im dümmsten Fall löst sowas einen Wohnungsbrand aus. Ich kann dir versichern, du willst unter solchen Umständen nicht als derjenige benannt werden, von dem diese Dummheit kommt. Könnte nicht nur menschlich, sondern auch juristisch äußerst unangenehm werden.
ev13wt
Stammgast
#10 erstellt: 01. Apr 2010, 23:06
Ich habe es editiert, damit keiner denkt das es eine gute Idee ist. Glücklich, Mr. Panikmacher?


[Beitrag von ev13wt am 01. Apr 2010, 23:08 bearbeitet]
Rotwildbrunft
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 01. Apr 2010, 23:23

Amperlite schrieb:
Ich kann dir versichern, du willst unter solchen Umständen nicht als derjenige benannt werden, von dem diese Dummheit kommt. Könnte nicht nur menschlich, sondern auch juristisch äußerst unangenehm werden.


is doch nicht dein ernst!? derjenige der so eine dummheit begeht gehört nicht nur ausgelacht sondern auch eingespeert. und angenommen es passiert wirklich und derjenige leitet rechtliche schritte ein. wer, denkst du, ist denn der schuldige für den brand? sicherlich nicht jemand der sich lustig über irgendein voodoo gedöns macht.
Amperlite
Inventar
#12 erstellt: 02. Apr 2010, 02:03

Rotwildbrunft schrieb:
wer, denkst du, ist denn der schuldige für den brand? sicherlich nicht jemand der sich lustig über irgendein voodoo gedöns macht.

"Die Dummheit der Menschen und das Weltall sind unendlich, ..."


Ihr kennt das Zitat. Dumme Menschen mit Geld für einen guten Anwalt sind ein Übel, mit dem man sich ungern beschäftigen möchte. Dennoch gibt es sie.
Hörbert
Moderator
#13 erstellt: 02. Apr 2010, 07:12
Hallo!

Ich hatte in der Tat schon abgerauchte Endstufen aus dem entfernteren Bekanntenkreis auf den Tisch bei denen die Sekundärseitigen Sicherungen die die Endtransistoren vor Überlastung schützen sollten durch verlötete Kupferröhrchen ersetzt waren. Allerdings noch keine überbrückten Primärsicherungen.

In einem Fall hatte sogar ein Händler das Gerät zusammen mit der "Umbauanleitung" verkauft. Hier wurde dem Kunden gesagt das so zwar die Garantie weg sei und er für eventuelle entstehende Schäden selbst verantwortlich wäre aber die Sache im allgemeinen ungefährlich sei.

Zumeist hat es einen guten Grund wenn sich in der Zuleitung der Endtransistoren solche Sicherungen finden lassen. Es gibt dann hier ohnehin oft nur notdürftige Sicherungsmaßnahmen da auf SOAR-Schutzmaßnahmen und Ausgangrelais aus "Klanglichen" Gründen verzichtet wurde.

MFG Günther
Argon50
Inventar
#14 erstellt: 02. Apr 2010, 07:19
Hallo!

Jedem der solche "Vorschläge" für harmlos oder lustig findet empfehle ich mal einen Besuch hier oder in ähnlichen Ausstellungen:
Fachausstellung Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik


Grüße,
Ludwig

m_c
Stammgast
#15 erstellt: 02. Apr 2010, 08:37
ein schöner threadtitel! ein schöner beitrag! unparteiisch und informativ.

sehr fein.
Hearmaster
Gesperrt
#16 erstellt: 02. Apr 2010, 09:16

m_c schrieb:
ein schöner threadtitel! ein schöner beitrag! unparteiisch und informativ.

sehr fein.


Lustig ist nur, das was als Satire gemeint ist, faktisch gehörte Realität ist.
GorgTech
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 02. Apr 2010, 09:18

Hearmaster schrieb:

m_c schrieb:
ein schöner threadtitel! ein schöner beitrag! unparteiisch und informativ.

sehr fein.


Lustig ist nur, das was als Satire gemeint ist, faktisch gehörte Realität ist. ;)


Und ich vermisse nach wie vor die "Gewerblicher Teilnehmer" Kennzeichnung in der Signatur.
Z25
Inventar
#18 erstellt: 02. Apr 2010, 09:30
Wieso? Er hört es halt. Ganzheitlich betrachtet ist dagegen doch nichts zu sagen. Auch wenn nichts an Klangänderung da ist, kann er die doch hören..........
Hearmaster
Gesperrt
#19 erstellt: 02. Apr 2010, 09:30

GorgTech schrieb:

Hearmaster schrieb:

m_c schrieb:
ein schöner threadtitel! ein schöner beitrag! unparteiisch und informativ.

sehr fein.


Lustig ist nur, das was als Satire gemeint ist, faktisch gehörte Realität ist. ;)


Und ich vermisse nach wie vor die "Gewerblicher Teilnehmer" Kennzeichnung in der Signatur.


Ich verkaufe nichts.
ZeeeM
Inventar
#20 erstellt: 02. Apr 2010, 09:54

Hearmaster schrieb:

Ich verkaufe nichts.


Stimmt, du verschenkst Unsinn.
cptnkuno
Inventar
#21 erstellt: 02. Apr 2010, 09:57

Z25 schrieb:
Wieso? Er hört es halt. Ganzheitlich betrachtet ist dagegen doch nichts zu sagen. Auch wenn nichts an Klangänderung da ist, kann er die doch hören..........

Dadurch wird es aber noch nicht zur Realität, sondern zur subjektiven Empfindung.
Z25
Inventar
#22 erstellt: 02. Apr 2010, 10:08

cptnkuno schrieb:

Z25 schrieb:
Wieso? Er hört es halt. Ganzheitlich betrachtet ist dagegen doch nichts zu sagen. Auch wenn nichts an Klangänderung da ist, kann er die doch hören..........

Dadurch wird es aber noch nicht zur Realität, sondern zur subjektiven Empfindung.

Ja, ich habe nichts anderes behauptet.
LucyLawless
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 02. Apr 2010, 10:12
Gibts eigentlich noch keine in BI-Wiring Ausführung?
Wenn nicht, muß ich Dienstag unbedingt aufs Patentamt...
Hörbert
Moderator
#24 erstellt: 02. Apr 2010, 10:13
Hallo!

@cptnkuno


Dadurch wird es aber noch nicht zur Realität, sondern zur subjektiven Empfindung


Jein, dazu müßte er sich dessen bewußt sein, auch eine Marienerscheinung oder ein Ufo z.B. sind für Menschen die eine derartige Wahrnehmung erlebt haben real. Aus seiner Sicht ist diese Wahrnehmung durchaus objektiv.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 02. Apr 2010, 10:13 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#25 erstellt: 02. Apr 2010, 10:16

Z25 schrieb:

cptnkuno schrieb:

Z25 schrieb:
Wieso? Er hört es halt. Ganzheitlich betrachtet ist dagegen doch nichts zu sagen. Auch wenn nichts an Klangänderung da ist, kann er die doch hören..........

Dadurch wird es aber noch nicht zur Realität, sondern zur subjektiven Empfindung.

Ja, ich habe nichts anderes behauptet.


Tetrahydrocannabinol kann aus einer Popelanglage einen mordmässigen High-End Sound rausholen.

Da schlägt auch das Rhode&Schwarz FWM-XR2009 bis zum Anschlag aus. (FWM = FussWippMeter)
lunic
Inventar
#26 erstellt: 02. Apr 2010, 10:37
Klasse Satire!
Auch wenn man sich der tragweite des Themas bislang nicht so bewusst war.

Gruß
m_c
Stammgast
#27 erstellt: 02. Apr 2010, 12:55
informativ ,unparteiisch und unterhaltsam.

die feinsicherung wird zu einem neuen numinosum. zu recht. wir wissen nie welchen feinströme und verwirbelungen wir aufsitzen bzw vermissen, solange wir dieses thema nicht radikal angehen.

so wäre ein feinsicherungsranking sicher hilfreich, ähnlich rang und namen in hifi-testmagazinen.

- mir fehlt persönlich das ohr für die differenzierung dazu.

die sicherungssockel sollte man auch klangfarbenspezifischer auf die sicherungen abstimmen. zur vergleichsmöglichkeit alleine schon.

ich persönlich wählte mein lautsprecherrelais nach maximaler mittenfeindynamik aus.und auch der tieftonbereich wirkt erdiger, meines erachtens.


ich finde es gemein, auf die idee zu kommen, die feinsicherungen schlicht und einfach zu brücken, und so dem spuk ein ende bereiten zu wollen.
es tut sich doch eine neue dimension auf in diesem bereich.





---
RoA
Inventar
#28 erstellt: 02. Apr 2010, 13:02
Danke erst mal für die Blumen.

Wie ich sehe, haben sich auch die ersten Fuse-Roller eingefunden...


Hörbert schrieb:
Ich hatte in der Tat schon abgerauchte Endstufen aus dem entfernteren Bekanntenkreis auf den Tisch bei denen die Sekundärseitigen Sicherungen die die Endtransistoren vor Überlastung schützen sollten durch verlötete Kupferröhrchen ersetzt waren. Allerdings noch keine überbrückten Primärsicherungen.


Mir ist nichts fremd.

Bedingt durch die Gliederung konnte ich leider entsprechende Ausführungen zu dem Thema nicht mehr unterbringen, da sie mehr oder weniger auf den zum Schluß erwähnten Klangkiller zurückzuführen sind, der sich wie eine kleine Bestie im Hirn der Fuse-Roller eingenistet hat. Auch ist es für manche nur sehr schwer nachzuvollziehen, was es mit den F, M und T sowie dem (m)A hinter einer Zahl auf sich hat.

Hintergrund all dieser Überlegungen ist die Überlegung, daß die beste Sicherung gar keine Sicherung ist, denn nur so ist maximaler Klang sichergestellt. Dies erscheint zunächst einmal plausibel. Aber die Sicherung ist auch wichtig. Es geht also darum, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Klangverschlechterung und Betriebssicherheit herzustellen. Verlötete Kupferröhrchen mit einer P.M.P.O. (Peak Maximum Power Overload) von 2.000TTT und mehr sind unheimlich stabil und gehen selbst dann nicht in die Knie, wenn im Havariefall der Rest des Gerätes verdampft. Das ist Qualität für die Ewigkeit , aber reichlich überdimensioniert. Damit stellt sich automatisch die Frage, bis zu welcher Stromstärke sich noch ein akzeptables Klangbild einstellt bzw. ab welcher Dimensionierung eine überproportionale und damit nicht mehr hinnehmbare Klangverschlechterung eintritt. Der optimale Wert ist gerätespezifisch, hängt auch vom Sicherungshersteller und -typ ab und kann bislang entweder durch ausgiebiges Fuse-Rolling ermittelt oder über die sicherungsspezifische Wirbelkonstante errechnet werden. Ab Ausgabe 7-2010 will die stereoplay in ihrer Bestenliste die sog. dynamische Sicherungskennzahl aufnehmen, anhand derer man sich dann orientieren kann. Sie hat dazu ein neues, revolutionäres Messverfahren entwickelt.
Z25
Inventar
#29 erstellt: 02. Apr 2010, 14:45

RoA schrieb:
Danke erst mal für die Blumen.

Wie ich sehe, haben sich auch die ersten Fuse-Roller eingefunden...


Hörbert schrieb:
Ich hatte in der Tat schon abgerauchte Endstufen aus dem entfernteren Bekanntenkreis auf den Tisch bei denen die Sekundärseitigen Sicherungen die die Endtransistoren vor Überlastung schützen sollten durch verlötete Kupferröhrchen ersetzt waren. Allerdings noch keine überbrückten Primärsicherungen.


Mir ist nichts fremd.

Bedingt durch die Gliederung konnte ich leider entsprechende Ausführungen zu dem Thema nicht mehr unterbringen, da sie mehr oder weniger auf den zum Schluß erwähnten Klangkiller zurückzuführen sind, der sich wie eine kleine Bestie im Hirn der Fuse-Roller eingenistet hat. Auch ist es für manche nur sehr schwer nachzuvollziehen, was es mit den F, M und T sowie dem (m)A hinter einer Zahl auf sich hat.

Hintergrund all dieser Überlegungen ist die Überlegung, daß die beste Sicherung gar keine Sicherung ist, denn nur so ist maximaler Klang sichergestellt. Dies erscheint zunächst einmal plausibel. Aber die Sicherung ist auch wichtig. Es geht also darum, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Klangverschlechterung und Betriebssicherheit herzustellen. Verlötete Kupferröhrchen mit einer P.M.P.O. (Peak Maximum Power Overload) von 2.000TTT und mehr sind unheimlich stabil und gehen selbst dann nicht in die Knie, wenn im Havariefall der Rest des Gerätes verdampft. Das ist Qualität für die Ewigkeit , aber reichlich überdimensioniert. Damit stellt sich automatisch die Frage, bis zu welcher Stromstärke sich noch ein akzeptables Klangbild einstellt bzw. ab welcher Dimensionierung eine überproportionale und damit nicht mehr hinnehmbare Klangverschlechterung eintritt. Der optimale Wert ist gerätespezifisch, hängt auch vom Sicherungshersteller und -typ ab und kann bislang entweder durch ausgiebiges Fuse-Rolling ermittelt oder über die sicherungsspezifische Wirbelkonstante errechnet werden. Ab Ausgabe 7-2010 will die stereoplay in ihrer Bestenliste die sog. dynamische Sicherungskennzahl aufnehmen, anhand derer man sich dann orientieren kann. Sie hat dazu ein neues, revolutionäres Messverfahren entwickelt.

Nein, das kommt erst in der Ausgabe 01.04.2011!
ev13wt
Stammgast
#30 erstellt: 02. Apr 2010, 20:22
Also ein kleines Relais und ein Spannungsüberwachungsschaltkreis, das wäre etwas zum verkaufen!
_ES_
Administrator
#31 erstellt: 02. Apr 2010, 21:32

GorgTech schrieb:
Hallo,

Sekten funktionieren genauso: Erst werden die Leute verwirrt ( oder noch mehr verblödet ), dann versucht man sie zu überzeugen, dass sie die Lösung für ihre Probleme kennt.

Schon ist der Audio Gourmet wieder glücklich :)


Komisch das diese "Verb(l)ödeten" nicht zu blöd sind, mehr Geld als andere zu verdienen, sonst könnten sie sich solch Kram gar nicht leisten.
Ich halte das mittlerweile für eine urban legend, daß das arme, geistig schwache Menschen, die in die Fänge gieriger und gewissenloser Hersteller/Händler geraten sind und wenn man sie schon nicht bekehren kann, möchte man sich wenigstens gepflegt drüber lustig machen.
Prinzipiell ist ja auch nichts dagegen einzuwenden, jeder hat seinen persönlichen spleen (Auto-Tuning z.B.) wo man nur mit den Kopf schütteln kann.
Was mir persönlich daran aber nicht behagt ist die traurige Tatsache, das es immer mehr, und gerade hier im Voodoo/Tuningbereich in Richtung Beleidigung geht.
Auch wenn dieser Thread z.B. wohl eher als Aprilscherz gemeint war/ist, kann man doch anhand des zitierten Postes sehen, wie hier mittlerweile gedacht und gehandelt, im Sinne von schreiben, wird.


[Beitrag von _ES_ am 02. Apr 2010, 21:33 bearbeitet]
GorgTech
Hat sich gelöscht
#32 erstellt: 02. Apr 2010, 21:41
Ein guter Anwalt muss noch lange nicht auch ein guter Techniker sein
_ES_
Administrator
#33 erstellt: 02. Apr 2010, 21:42
Ein guter Anwalt ist aber auch nicht blöd..
Fhtagn!
Inventar
#34 erstellt: 02. Apr 2010, 22:43
Sehr-viel-besserverdienende Menschen legen (heute eher legten) ihr Geld aber auch häufig mit versprochenen 20% Rendite bei 0% Risiko an.
LucyLawless
Hat sich gelöscht
#35 erstellt: 03. Apr 2010, 08:45
Oder kaufen sich Autos mit denen sie nicht umgehen können...

Wirklich kluge Menschen sind selten reich, ver(sch)wenden sie ihre Zeit nicht damit Geld zu scheffeln, sondern nutzen sie zu leben...
TomBe*
Inventar
#36 erstellt: 03. Apr 2010, 10:49
Nette formuliert Lucy
_ES_
Administrator
#37 erstellt: 03. Apr 2010, 11:50

Wirklich kluge Menschen sind selten reich..


Irgendein Trost muss man sich ja basteln.


..sondern nutzen sie zu leben...


Siehste, das kann schon mal auf uns Forengänger nicht zutreffen.
Also sind wir eher blöd.
Das wiederum würde ja bedeuten, wir müssten Geld haben..

Lieber back to Topic, bevor es kompliziert wird.
RoA
Inventar
#38 erstellt: 15. Apr 2010, 09:27

R-Type schrieb:
Auch wenn dieser Thread z.B. wohl eher als Aprilscherz gemeint war/ist...


Eigentlich eher nicht. Es gab/gibt gute Gründe, sich mit der Feinsicherung in audiophilen Gerätschaften näher zu beschäftigen. So ist die audiophile Feinsicherung noch ziemlich jung, und das macht sie interessant. Und sie ist geeignet für eine ernsthafte Diskussion, auch wenn dies bislang noch nicht so recht erkannt wurde, zumindest hier noch nicht. Des Weiteren hebt sie sich wohltuend ab von allerlei Klangwässerchen, Tüchern und Schälchen sowie sonstigen Accessoires und Utilities, die sich auch oder vor allem an den natürlichen Spieltrieb des meist männlichen High- (bis 12 Enden) oder Open-Enders (ab 12 Enden) richten.

Während Zubehör bisweilen auch ohne große Erwartungen hinsichtlich der klanglichen Wirkung angeschafft wird, weil es eben schnuckelig aussieht, vermutlich nicht schadet und der Kumpel es schließlich auch hat, erwartet der engagierte Fuse-Roller ebenso wie der Profit-uner eine klangliche Revolution. Warum eigentlich?

Wir erinnern uns: Am Anfang stand die separate Stromleitung für die Hifi-Anlage. Es ist soweit wohl unumstritten, daß diese Maßnahme bei ungünstigen Ausgangsbedingungen Stromprobleme beseitigen kann, wobei es sich dabei schon um ziemlich krasse Einzelfälle handeln muß. Zu den ungünstigen Ausgangsbedingungen gehören vor allem Altbauten mit einer Verkabelung, die vorzugsweise noch aus der Weimarer Republik stammt. Wie die Erfahrung zeigt, werden in derartigen Objekten aber fast nie separate Leitungen für HiFi-Anlagen gelegt. Also beschränkt sich das Einsatzgebiet meist auf Neubauten, wo man den Sinn derartiger Maßnahmen durchaus anzweifeln kann.

Als nächstes kamen die Klangmodule auf den Markt, die erheblich niedrigere Widerstände im höherfrequenten Bereich aufweisen sollen, wodurch der Potenzialausgleich beschleunigt wird. Im Gegensatz zu irgendwelchen selbstklebenden Chips mit CE-Kennzeichnung, die sich erst einige Tage einspielen müssen, könnte man diese Hypothese sogar testen, indem man die Sicherungen schaltbar macht. Von entsprechenden Tests habe ich bislang allerdings nichts vernommen. Anyway, nachdem die fantastische Wirkung auch auf Feinsicherungen übertragen werden konnte, war es einfach mal Zeit für diesen Thread.

Wie funktioniert die Klangverbesserung von Feinsicherungen? Dazu gibt es drei Theorien, wobei ich die vielleicht wichtigste, nämlich die Wirbeltheorie unter den Tisch fallen lassen möchte, da sie von der Fachwelt samt und sonders nicht verstanden und/oder akzeptiert wird.

Die nächste Theorie sieht die Feinsicherung als passive Komponente. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ ist die beste Sicherung gar keine Sicherung, müssen sich die Elektronen doch mühsam durch einen dünnen Draht quälen, um dann gepeinigt und gestreßt wie ein Säugling direkt nach der Geburt beim Verbraucher zu landen. Hat diese Theorie bei Kabeln aller Art noch einen gewissen Charme, versagt sie bei Sicherungen dennoch kläglich. Auch wenn es anstrengt und wehtut: Ein Elektron muß durch einen dünnen Leiter, wenn man an der Schmelzsicherung festhält. Die Alternative wäre der Sicherungsautomat, den man allerdings schon grundlos aus dem Haussicherungskasten verbannt hat.

Bleibt also noch die Sicherung als aktive Komponente, die dem klanglichen Geschehen Schmelz, Farbe, Schwärze, Erdigkeit, Bühne, Fußwipp-Faktor und was sonst noch irgendwie hinzufügt. Während das „was“ bereits identifiziert wurde, fehlt jetzt nur noch das „irgendwie“. Und genau daran scheiden sich die Geister. Alle Schmelzleiter bestehen ausnahmslos aus dem gleichen Material: Kupfer oder Silber, und da müssen die Elektronen durch, ob sie wollen oder nicht. Ob der Rest der Sicherung rhodiert oder kryogenisiert ist, interessiert die Elektronen nicht, sie müssen durch einen Draht, der unter definierten Bedingungen abraucht. Es ist den Elektronen sogar egal, ob ein Löschmittel eingesetzt wird oder nicht, denn hörbare Mikrofonie-Effekte durch Feinsicherungen benötigen Schall-Energien, die das gesamte Gerät nebst Hörer zerstören würden. Diese Theorie kann also auch nicht so recht überzeugen. Möglicherweise ist das der Grund, warum Feinsicherungen teilweise mit CE-Kennzeichnung vertrieben werden (s. Eröffungspost), was für Spielzeuge obligatorisch ist.

Was schreiben denn die Hersteller zu den Wirkungsweisen?

Fangen wir mir Padis an:



Abb.: Padis, ganzseitige Anzeige aus einem Flachblatt

Wenn man sich die Anzeige genau durchliest, stellt man fest, daß sehr genau beschrieben wird, was der Einsatz dieser Sicherungen bewirkt, aber nicht wie. Stattdessen wird auf die Materialeigenschaften verwiesen. Demnach ist diese Sicherung für etwa 25 Euro/Stück nahezu perfekt.

Als nächstes sollte HiFi-Tuning (um 21 Euro) sein Fett wegkriegen, aber leider habe ich beim Hersteller außer Produkteigenschaften keine Informationen zum was (bewirkt es) und wie (bewirkt es was) gefunden. Aber dennoch hübsch anzuschauen:



Abb.: Hübsch anzuschauende Sicherung von Hifi-Tuning

Weiter geht es mit ahp. Mit 7 Euro schon teuflisch preiswert, aber auch kaum nähere Angaben zum was und wie:



Abb.: Teuflisch preiswerte Feinsicherung von ahp

Immerhin habe ich neben den Produkteigenschaften diese Besonderheit gefunden:


Gehäuse aus resonanzoptimiertem Keramikrohr mit Löschmittelfüllung. Gegenüber Glasrohrsicherungen eine erhebliche Qualitäts- und Klangverbesserung. Die Füllung sorgt für eine konstante Leitertemperatur. Der Leiterfaden wird “beruhigt” und liefert darum auch konstante elektrische Werte. Das Klangbild ist gleich bleibend entspannter und entgraten. Das hochwertige resonanzoptimierte Keramikrohr verleiht Ihren Geräten einen ruhigen und souveränen Klang.


Ein echter Geheimtip ist SinnOxx Golden-FusingCu für schlappe 7,50 Euro:


Mit Golden-FusingCu präsentiert sich eine Sicherung die nur den einen Zweck erfüllt, das klangliche Geschehen zu verbessern und dass als überaus wichtiges Verbindungselement und Signaltransporter zu den entsprechenden Elementen.

Nach mehreren Versuchsreihen unter Mitwirkung einiger HiFi-Liebhaber mit passendem Equipmet und extrem feinem Gehör, wurde nicht nur zwischen den Technischen Meßdaten differenziert, sondern hauptsächlich, Luftigkeit, Präzision, Körper, Tempo und Musikalität nach hörbaren HiFi-Kriterien bewertet.

Golden-FusingCu Sicherungen werden mit Polkappen und Schmelzdraht/Leiterdraht in reinster OFC-Kupfertechnologie bestückt, was schon als Grundelement mit exzellenten Leitfähigkeiten auftrumpfen kann. Um die wichtigen OFC-Kupfer Polkappen vor Oxidation zu schützen, sorgt eine hochwertige Vergoldung für sichere, perfekte Kontakte und schließt unnötige Übergangwiderstände aus.


Und so sieht sie aus:



Abb.: Golden-Fusel Cu Sicherung

So, last, but not least: Hier das absolute Highlight von phonosophie:



Abb: Ein Traum von einer Sicherung

Für diese Königin werden rund 40 Euro pro Stück aufgerufen, da phonosophie weiterhin mit als einziger Anbieter auf Feinsilber setzt. Ich erspare uns weitere Details der Produkteigenschaften und komme indirekt zu dem was und wie mit der Frage: Welche klanglichen Veränderungen bewirkt der Einsatz der Feinsicherungen von phonosophie?


phonosophie schrieb:
An dieser Stelle möchten wir im Bezug auf die Silberkontakte darauf hinweisen, dass es zu keinerlei klanglichen Veränderung im Sinne von „mehr“ oder „übertriebenen Höhen“ kommt. Das Silber an den Kontakten minimiert lediglich den Übergangswiderstand. Tonale Veränderungen, wie sie durch Kabel mit hohem Silberanteil oftmals verursacht werden, entstehen nicht.


Jetzt seid ihr baff, gell?


[Beitrag von RoA am 15. Apr 2010, 09:32 bearbeitet]
Z25
Inventar
#39 erstellt: 15. Apr 2010, 10:05
Jo!
Ich kann den Herrn Phonosophie zu Fuss von mir Hause aus erreichen. Da muss ich wohl mal hingehen und schauen, was es noch für tolle Sachen gibt.
Amperlite
Inventar
#40 erstellt: 15. Apr 2010, 10:11

Z25 schrieb:
Ich kann den Herrn Phonosophie zu Fuss von mir Hause aus erreichen. Da muss ich wohl mal hingehen und schauen, was es noch für tolle Sachen gibt.

Aber Achtung! Du begibst dich dort in eine Parallel-Welt, in der die Naturgesetze dieser Welt keine Gültigkeit besitzen. Nimm also ein Handtuch mit!
3rd_Ear
Inventar
#41 erstellt: 15. Apr 2010, 21:42
Warum lassen die Phonosophen ihre Phantasie für Verbesserungsmöglichkeiten eigentlich schon am Haussicherungskasten enden?

Eine zahlungskräftige Klientel, die sich mit einem bewundernswert standesgemässen Audio-Wiedergabeanlage-Kunstwerk von der ordinären Menge absetzen will, gibt es bei mehr als 300.000 Millionären allein in Deutschland bestimmt genug.

Wie wär's denn mal mit einem persönlichen audio-optimierten Umspanntrafo von der Mittelspannung des Energieversorgungsnetzes auf die Haus-Netzspannung. Natürlich nur mit schwefelfreien Reinsilberwicklungen auf Trafokernen, die von bei Vollmond geschwängerten Jungfrauen aus 0,1mm dünnen Mu-Metall-Kernblechen hand-geschichtet wurden.

Oder sollte man sich besser doch lieber gleich ein eigenes High-End-Kraftwerk für die Stereo-Anlage bauen (lassen) ??

Selbst dann bleibt immer noch die ewige Streitfrage, ob man eher eine Vorliebe für ein strahlendes Klangbild (ergo Atom-Kraftwerk), für russig-kohlrabenschwarze Bässe (Steinkohle-Kraftwerk), für luftige Höhen (Windkraftwerk) oder für saftige Klangmeere (Wasserkraftwerk) hat.

Oder wie, oder was?
TomBe*
Inventar
#42 erstellt: 16. Apr 2010, 06:41
...oder macht Geld blöd
Mir wird immer klarer, warum Sekten und zahlungskräftiges Klientel zusammen passen
ZeeeM
Inventar
#43 erstellt: 16. Apr 2010, 08:09

TomBe* schrieb:
...oder macht Geld blöd
Mir wird immer klarer, warum Sekten und zahlungskräftiges Klientel zusammen passen :D


Wenn man sich sowas anschaut...

http://www.audiophil...e-activator-nf1.html
djtechno
Hat sich gelöscht
#44 erstellt: 16. Apr 2010, 09:36
Highend ist doch irgendwie auch eine Sekte
Man gibt einem Hersteller immens viel Geld für ominöse Gerätschaften um Seeligkeit beim Musikhören zu erlangen, Gehirnwäsche gibts dann beim Hifi-Händler und auf den herstellerseiten

Im Endeffekt lassen sich da viele vermögende das Denken von anderen abnehmen


[Beitrag von djtechno am 16. Apr 2010, 09:37 bearbeitet]
NoobXL
Stammgast
#45 erstellt: 16. Apr 2010, 09:55
Ist der Gag an der Sache nicht eigentlich, dass jede Sicherung, um irgend eine Funktion zu erfüllen, gleich "schlecht" leiten muss?

Eine 1A-Sicherung hat halt bei 1A auszulösen, egal ob nun Phonosophie oder sonst was drauf steht...und wenn sie bei 1A auslösen soll, muss der Draht bei 1A schmelzen...was nach sich zieht, dass jede Sicherung die bei 1A auslöst in etwa die selben Verluste am Draht aufweisen muss...

Wenn nun also AHP schreibt dass die Leitertemperatur konstant ist, und SinnOxx schreibt dass ihre Sicherungen besonders toll leiten, muss ich mir die Frage stellen....sichern die überhaupt noch?


Gruß Tobi


[Beitrag von NoobXL am 16. Apr 2010, 09:56 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#46 erstellt: 16. Apr 2010, 10:11
Hallo!

@NoobXL

Klar sichern diese Sicherungen noch. Du mußt einfach zwischen den Zeilen lesen. AHP schreibt eigentlich das sie mit einsatz eines Temeraturleiters eine eigentlich etwas zu schwache Sicherung vor dem frühzeitigen Durchbrennen bewahren und SinnOxx teilt dir mit das sie einen besonders dünnen Draht verwenden der sehr gute Leitereigenschaften aufweist.

Das sind legitime Bauformen für Sicherungen die seit Jahrzehnten gang und gäbe sind. Andere Bauformen nutzen einn sehr leitfähigen Draht mit einer Perle eines weniger guten Leitermaterials mit niedrigem Scvhmelzpunkt in der geometrischen Mitte des Röhrchens. Wundert mich eigentlich warum damit noch keiner Werbung gemacht hat.

MFG Günther
RoA
Inventar
#47 erstellt: 16. Apr 2010, 10:15

NoobXL schrieb:
Ist der Gag an der Sache nicht eigentlich, dass jede Sicherung, um irgend eine Funktion zu erfüllen, gleich "schlecht" leiten muss?


Natürlich. Wenn Phonosophie also schreibt:


Obwohl Silber den besten elektrischen Stromleitwert aller Metalle besitzt, wird dieser durch die Temperaturbehandlung noch verbessert.


muß die (angebliche) Verbesserung des Stromleitwertes an anderer Stelle wieder ausgeglichen werden, damit die Sicherung im Havariefall planmäßig auslöst.
Florian_1
Stammgast
#48 erstellt: 17. Apr 2010, 17:08
Schaut euch mal das Bild Phonosophie-Sicherung an:



Die rechte Kappe sitzt total schief. Und so was soll High-End sein
GorgTech
Hat sich gelöscht
#49 erstellt: 17. Apr 2010, 17:24
Keine der gezeigten Sicherungen ist als Highend einzustufen, immerhin werden die armen Elektronen durch einen sehr dünnen Draht gezwängt ( deshalb klingt eine Highend Anlage auch so "dünn" ).

Eine sinnvolle Alternative bietet die neue GorgTech "NoFuse" Sicherung:



Die Bühnendarstellung wird enorm breit, Diana Kralls Männerstimme wird luftiger in 3D wiedergegeben und der Fußwippfaktor nimmt enorm zu

Die "NoFuse" Sicherung mag optisch nicht so toll erscheinen, langfristig betrachtet wird man keine Sicherung nachkaufen müssen

( Aber jetzt im Ernst, diese "Sicherung" verwende ich sehr selten in Projekten oder Testschaltungen wenn der passende Wert nicht verfügbar ist )


[Beitrag von kptools am 17. Apr 2010, 18:56 bearbeitet]
Florian_1
Stammgast
#50 erstellt: 17. Apr 2010, 17:33
Zum Glück habe ich einen riesen Satz an Sicherungen bis 50A und halte mich normalerweise( ) an VDE- Vorschriften.
Ich schreib mal lieber, dass ich "Holzohr" bin, bevor jemand meinen vorherigen Beitrag falsch versteht.



Florian
NX4U
Hat sich gelöscht
#51 erstellt: 17. Apr 2010, 19:47
Ist das obige Bild der Phonosophie-Sicherung nicht auch das Avatarbild von Goldohr Hearmaster?

Mir schwant was.

Was ich gerade gefunden habe:

http://www.computerb...-Voodoo-2055698.html

Zitat:
„Selbst wenn es eine messbare Klangveränderung gibt, dürfte sie kaum zu hören sein“, sagt Carsten Land vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau. Der Diplom-Ingenieur glaubt eher an psychologische Effekte: „Die Leute haben viel Geld ausgegeben und wollen deshalb einen Unterschied hören.“

Unterstützung aus einer unerwarteten Ecke, Computerbild.

Grüße und geschmeidig bleiben
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