Reparatur Saba 9241 digital, Feldstärkeinstrument

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Trafo
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 24. Sep 2006, 21:25
Hallo HiFi-Freunde,

wie im Wega-Thread angekündigt, reparieren wir heute die Feldstärkeanzeige eines Saba 9241 digital.

http://www.hifi-foru...um_id=84&thread=6314


Gerät: Saba Receiver 9241 digital

Baujahr: 1978

Fehlerbild:
Im UKW-Radiobetrieb geht die Feldstärkeanzeige innerhalb von vier Stunden langsam von 9 auf ca. 2 Skalenteile zurück. Der Empfang ist nicht beeinträchtigt. Sonst keine Auffälligkeiten.

Fehlersuche:
Die Spannung am Feldstärke-Drehspulinstrument geht offensichtlich langsam zurück oder der Strom durch die Drehspule wird durch irgendein Bauelement vermindert. Da die Anzeige nicht ganz auf Null geht, muß noch ein kleiner Strom fließen. Im Schaltplan erkennt man den Elko C2061 (47µF/16V) parallel zum Drehspulinstrument.

Funktion des C2061:
Der Elko wirkt für Gleichspannungen wie eine Unterbrechung. Für Wechselspannungen stellt er einen frequenzabhängigen Widerstand dar. Je höher die Frequenz, desto geringer der Widerstand. Der Elko dient zur Dämpfung des Zeigers, damit er beim Senderwechsel nicht herumzappelt, wenn sich die Spannung sprunghaft ändert.

Test (optional, falls man nicht gleich zum Lötkolben greifen will):
Der Elko sitzt auf der HF-Grundplatte und ist bei geöffneter Haube auf der Bestückungsseite gut zugänglich. Mit einem Seitenschneider wird ein Anschluß des Elkos durchgezwickt. Wenn dann das Feldstärkeinstrument wieder ausschlägt, ist der Elko eindeutig als Verursacher identifiziert.

Reparatur:
Elko tauschen, z.B. durch 47µF/16V, radial, Kontaktabstand 5 mm. Ich hatte zufällig einen 47µF/25V als Ersatz parat. Ein paar Volt mehr sind hier unkritisch.

Defektes Bauelement:
Der ausgelötete Elko war teilweise durchgeschlagen und hatte einen ohmschen Widerstand von 840 Ohm. Dieser Widerstand lag parallel zur Drehspule und hat damit den Strom durch die Drehspule reduziert. Erst bei einem kompletten Durchschlag (0 Ohm) wäre die Anzeige auf Null abgefallen.

Ursache: Alterungseffekt des Elko C2061.

Bezugsquelle:
Jeder beliebige Elektronik-Handel (z.B. www.reichelt.de, Best.-Nr. RAD 47/16, Preis: 0,04 EUR).


Schaltplan:



HF-Grundplatte (Lötseite):




Elko C2061 (alt und neu):




Gruß

Trafo
hf500
Moderator
#2 erstellt: 24. Sep 2006, 22:11
Moin,
ja ja, die Elkos, die fast ohne Vorspannung auskommen muessen ...
Die lagern sich schlicht tot ;-)

Wenn man schon mal dabei ist:
Wenn man das Schalter-IC, das fuer die Abschaltung der AFC zustaendig ist,
von 4016 in 4066 aendert, kann die AFC auch vollstaendig abgeschaltet werden.
Das 4066 hat geringere on-Widerstaende.

Positionsnummer weiss ich jetzt nicht, es muesste das unter dem Schwungrad der Abstimmung sein.

73
Peter
HI-FIDELCHEN
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 25. Sep 2006, 12:43
HI, ich habe den 9240 hier mit nicht sehr Auschlagfreudiger Anzeige, der dürfte doch die gleiche Beschaltung haben. Ist wohl ein allgemeines Phänomen mit alternden Elkos, wobei im Laufe der Zeit Signalwege behindert bis Unterbrochen werden. Deshalb werde ich, soweit möglich, bei der Restauration von Transistor-Geräten die größeren Kapazitäten gleich vorsorglich mit wechseln, wenn das Gerät mal älter als 10-15Jahre ist.
--Hans--


[Beitrag von HI-FIDELCHEN am 25. Sep 2006, 12:48 bearbeitet]
Trafo
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 25. Sep 2006, 22:13
Hallo HI-FIDELCHEN,

ich habe zwar keine Schaltungsunterlagen vom 9240, aber gehe mal davon aus, daß alle 92xx hier die gleiche Schaltung haben.

Berichte doch mal, ob auch bei Deinem 9240 der Elko defekt ist. Welchen ohmschen Widerstand hat er im ausgelöteten Zustand?

Bzgl. Elko-Tausch hatte ich anfänglich die gleichen Gedanken: alles ersetzen und Ruhe ist. Im Saba-Forum habe ich vor kurzem aber einen interessanten Hinweis gelesen: Der Tausch aller Elkos ist eher etwas für Profis, die nichts mehr dazulernen müssen.

Für die Vielzahl der "Bastler" (dazu zähle ich mich auch) ist es lehrreicher, einen defekten Elko gezielt zu suchen. Es hat ja einen Grund, warum ein bestimmter Elko besonders stark an Kapazität verliert oder sogar durchschlägt (siehe Hinweis von hf500 bzgl. zu geringer Vorspannung). Ein Tausch aller Elkos bringt bei älteren Geräten höchstwahrscheinlich immer eine Verbesserung, aber die eigentliche Fehlerursache (außer dem allgemeinen Alterungseffekt) bleibt verborgen. Auch ist das weniger spannend, als gezielt den Störenfried zu suchen.

Ich werde zukünftig nur dann einen Elko tauschen, wenn auf "Anwenderebene" eine Störung bemerkbar wird, d.h. wenn sich die Anzeigeelemente seltsam verhalten oder die Wiedergabe gestört ist.

Ein ca. 30 Jahre alter Receiver muß meiner Meinung nach nicht so perfekt sein wie am ersten Tag. Wenn die Musik rauschfrei aus den Boxen kommt und angenehm klingt, gebe ich mich zufrieden.

Es ist doch faszinierend, wenn die vielen Bauelemente, die nach ca. 30 Jahren Betrieb mehr oder weniger außerhalb ihrer Toleranzen arbeiten, in Summe doch noch ein akzeptables Ergebnis abliefern. Da zeigt sich die Qualität der damaligen Entwickler.

Gruß

Trafo
HI-FIDELCHEN
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 26. Sep 2006, 17:46
Stimmt, Trafo, ich hatte im Saba-Forum geschrieben, dass ich bei solchen Geräten meistens Totalrevision mache, dh. soweit ich sie dahabe, werden alle Kapazitäten gewechselt, komplett nachgelötet, was es nachzulöten gibt, umso eher ist nach der Reparatur oder auch Restauration gewährleistet, dass der Receiver oder Verstärker nicht gleich wieder durch "beengte" oder gar kurzgeschlossene Signal, bzw. Versorgungswege Ausfälle zeigt. Die meisten Kleinkapazitäten hab ich da, die größeren Becher bestelle ich mir oder hol sie direkt beim nächsten Elektronik-Shop, der bei mir um die Ecke in Freiburg ist.

Grüße --Hans--


[Beitrag von HI-FIDELCHEN am 26. Sep 2006, 17:48 bearbeitet]
HI-FIDELCHEN
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 27. Sep 2006, 22:43
Ich hab mir heute übrigens nochmal den Saba 9240 vorgenommen und habe die Module Präsenz, Mono und die beiden Flip-Flop mit neuen Bechern versorgt, sowie auf der Hauptplatine noch einen Becher ersetzt. Nebeneffekt: Die Funktion Tape 2, die sich nicht schalten liess, funktioniert nun auch bestens, sowie das Feldstärke-Meter schlägt nun auch wieder kräftig aus, wie es sein sollte.
So ist der 9240 wieder vollumfänglich in Funktion...

--Hans--
Trafo
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 28. Sep 2006, 07:09
Hallo Hans,

Gratulation! Da hat der Tausch aller Elkos doch den gewünschten Effekt gebracht.

Wieviel Kapazität hatte der Dämpfungs-Elko?
Welchen ohmschen Widerstand?
Um wieviel Skalenteile war die Feldstärkeanzeige vor dem Tausch des Elko vermindert?

Weiterhin guten Empfang mit dem 9240!




Gruß

Trafo
HI-FIDELCHEN
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 28. Sep 2006, 09:11
Hi,Trafo, bedauerlicherweise kann ich nichts über den ohmschen Wert des Elkos sagen, schon weggeschmissen meine Devise, aber so um 47uF war er wohl vom Kap.wert,ein kleiner Becher eben mit entsprechendem Alter.
Wenn du die originalen Werte wieder einsetzt, ist normalerweise alles in Butter,bei weiter bestehenden Problemen kommt man aber dann ums Ausmessen nicht herum, muss selbst ich zugeben.
Ach ja, die Anzeige war um gut die Hälfte gedämpft..vorher


[Beitrag von HI-FIDELCHEN am 28. Sep 2006, 09:12 bearbeitet]
bukowsky
Inventar
#9 erstellt: 29. Sep 2006, 08:38
der nette Mensch, der meine Saba-Galerie wartet, spricht sich gern mal gegen den pauschalen Tausch von Halbleitern in einem älteren Gerät wie dem Saba aus, da seiner Ansicht nach viele der verbauten Bauteile hochwertiger und langlebiger als aktuell erhältliche Austauschteile wären, man also möglicherweise die Funktionsdauer des Geräts unnötig verkürzt UND die Grenzen, in denen Bauteile als noch funktionierend eingestuft werden können in einem Gerät wie dem Saba deutlich weiter gefasst wären. Also die Bauteiltoleranzen können nach seiner Ansicht größer sein, das würde die Schaltung kompensieren können.
HI-FIDELCHEN
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 29. Sep 2006, 09:28
Ist kein Problem, Bukowsky, wir schrieben auch nicht von Halbleitern, sondern von Kapazitäten, und denen kann man eigentlich nach einem "Arbeitsleben" von teilweise um 30 Jahre ruhig den wohlverdienten "Ruhestand" gönnen...
--Hans--
bukowsky
Inventar
#11 erstellt: 29. Sep 2006, 09:37
auch die waren gemeint.
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