Yamaha K-960 (950) Wiederbelebung Reparatur

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Xphets
Neuling
#1 erstellt: 05. Mai 2009, 14:06
Hallo Forumsleser,

ich hatte in der Bucht dieses Schmuckstück günstig erworben. Da es als defekt beschrieben wurde, war mir klar, dass Arbeit auf mich zukommen würde.
Leider hatte ich nicht viel Ahnung von der Materie. Das letzte Mal als ich an etwas vergleichbarem rumgeschraubt hatte war ein Aiwa Und das ist schon lange her.
Daher war ich auf der Suche nach einer Reparaturanleitung und wurde hier im Forum fündig.

Das Forumsmitglied Gehil hatte einige K-960 repariert und und eine Anleitung geschrieben.
Ich möchte mich auch hier nochmal für seine freundliche Unterstützung bedanken.

So genug des Palavers jetzt geht es los:

Reparaturanleitung für Kassettendeck Yamaha K-960 (K-950)
Wechsel der Antriebsriemen und Wiederbelebung des die Zwischenrads (Idler) für den Bandwickel.
Werkzeug:
• 2 Kreuzschraubenzieher
• Pinzette oder schmale Zange
• Schmirgelpapier (oder Nagelfeile ;))
• Schere
• Tesafilm



1. Stromstecker ziehen

2. Die jeweils 2 Schrauben an der Seite lösen Deckel abnehmen

3. Das Innenleben des Tapes kommt zum Vorschein.




4. Kassettenfach öffnen und Die Glasabdeckung einfach nach oben abziehen.



5. Die Gerätefront abmontieren: 3 Schrauben oben an der Gerätefront und drei unten, dann Front vorsichtig ca. 5 cm abziehen.
Ich habe die Kabel zu den Steuertasten (Nr. 8 und 10) vorsichtig abgezogen (Gehil hat sie damals dran gelassen)
- aber so kommt man leichter an die Schrauben.
Achtung auf die Kabel der Aussteuerungsanzeige achten – nicht abreißen!

6. Die Front hab ich dann um 90° gedreht und am Kassettendeck angelehnt.

7. Auf der linken Außenseite des Kassettenfachs ist eine kleine Schraube angebracht. Sie fixiert die Lade.
Festhalten - Beim Entfernen der Schraube schnalzt die Lade nach außen.

8.Jetzt habt ihr die schwarze Abdeckplatte vor euch. Das Ziel ist nah.

9. Die Abdeckplatte hat zwei recht kleine Schrauben. Die sind jetzt leicht zu erreichen.
Mit Nachdruck die Schrauben herausdrehen.
Anschließend die Abdeckplatte aus dem Kassettenfach heraus fummeln
Vorsicht dabei nicht an dem Kabel zur Kassettenfach-Beleuchtung reißen.



10. Jetzt seht Ihr zum ersten Mal die kleine Andruckrolle mittig zwischen den zwei Bandwickel-Achsen.
Zur Demontage muss die Omega-förmige Andruckfeder vorsichtig entfernt werden (Pinzette oder kleine Krokodilzange), Schraube lösen, dann lässt sich die Andruckrolle herausheben.



11. Jetzt kommt das eigentliche 'Wiederbeleben' des Zwischenrads (Idler): durch Verhärtung und Abnutzung verschlechtert sich der Reibwert, dadurch 'rutscht' Antrieb.

Zum Glück lässt sich der schwarze Gummireifen vom schwarzen oder weißen Träger abnehmen.
Dies ist auch nötig, weil der Umfang des Gummireifens im Laufe der Jahre abgenommen hat.

Tesa-Film in dünne Streifen schneiden, welche genau in die Rille der (Plastik-)Felge passen. Einfach in die Felgen-Rille kleben
- Gehils Erfahrung nach sind zwei bis vier Umdrehungen genug, um den Schwund an Umfang wiedergutzumachen.



Die Außenseite des Reifen muss aufgeraut werden mit Schmirgelpapier oder wie ich es gemacht habe einer Nagelfeile.

Jetzt das Rad wieder vorsichtig einsetzten, anschrauben und dann die Feder wieder etwas stärker einspannen.

Soweit die Wiederbelebung des Zwischenrades.

Jetzt noch gegebenenfalls den Kantriemen wechseln am Wickelteller wechseln (Foto 4).

Den Antriebsriemen des Schwungrades wechseln bewerkstelligt man folgendermaßen:
Im Inneren des Gehäuses auf der Rückseite des Kassettenfachs die zwei Steckverbindungen ziehen. Die Schraube unten links am Blech lösen.
Das Blech leicht (!) biegen. Jetzt ist es möglich den Antriebsriemen unten am Schwungrad einzufädeln.



Mit viel Geduld (hat bei mir sehr viele Versuche gedauert )den Riemen über die Riemenscheibe (verzinktes Rädchen) ziehen.



Blech wieder anschrauben.
Und nun nochmal überprüfen ob alles sitzt.

WICHTIG: Wenn der Antriebsriemen für das Zählwerk ausgeleiert ist oder nicht richtig sitzt, schaltet sich das Deck ab,
weil der Hallgeber keine Impulse an die Laufwerkssteuerung liefert, wenn sich das Zählwerk durch einen Riemen nicht mehr dreht.
(Info von Forumsmitglied „technikfrettchen “)

Dann wieder Zusammenbauen - Steckverbindungen nicht vergessen - dann ein Bier und hoffentlich den tollen Sound des Kassettendecks genießen.

Tipp: Fotos als Erinnerungshilfe.

Noch am Ende ein Disclaimer:
Die Reparatur erfolgt natürlich auf eigene Gefahr. Ich schließe jegliche Haftung aus.

Viele Grüße
Stephan (alias Xphets)


[Beitrag von Xphets am 05. Mai 2009, 14:11 bearbeitet]
AndreasTV
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 05. Mai 2009, 17:04
Guten Abend .
Schöne Beschreibung - schönes Gerät .
Da sehe ich ja noch einige Potis im Innern - da läßt sich im Gegensatz zu meine Technics - Decks ja noch Was manuell einstellen ...
Aber Eins fällt mir noch ein: Vor dem Einbau des neuen Riemens und des Idlerrades nicht vergessen die entsprechenden "Gegenlaufflächen" gründlichst von altem Abrieb zu säubern .

MfG

Andreas
gehil
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 05. Mai 2009, 20:51
Gratulation Andreas !!!
Super dass Du Deine Anleitung zum Selber-Reparieren mit uns allen teilst !!!

Habe Deinen Beitrag mit Begeisterung gelesen und mich an viele Abende beim K-960 / K-950 Reparieren erinnert.

Oft habe ich geflucht über das Gefummel beim Riemen aufziehen und über die z.T. schwer erreichbare Schrauben. Aber noch öfter hatte ich riesig Freude diese Retro-"Panzerschrank"-Technik zu betrachten, berühren, wiederzubeleben und natürlich zu benutzen.

Die K-960 mit silberner Front sind zumindestens in Deutschland erheblich seltener (weil damals die 'Modefarbe' für Hifi schwarz war). Du hast Glück gehabt mit Deinem K-960: ich habe schon so manches aussen verkratzte und innen verdreckte Exemplar zu Gesicht bekommen.

Als kleines Zuckerl für alle K-960 Fans habe ich einen Scan vom original Yamaha-Manual ins Web gestellt:
http://www.gehil.de/files/K-960.pdf


[Beitrag von gehil am 05. Mai 2009, 21:03 bearbeitet]
Sunlion
Stammgast
#4 erstellt: 05. Mai 2009, 20:58
Mein Radiorekorder Sharp GF-8989H hat ähnliche Probleme – schneller Vor- und Rücklauf funktionieren nicht mehr, da das entsprechende Gummirad hart geworden ist. Ein befreundeter Techniker hat das Teil ein paar Stunden in Alkohol eingelegt und gereinigt, aber viel hat sich nicht gebessert. Gibt es einen Beruf (vielleicht Galvaniseur) der mit Gummi zu tun hat und bei solchen Bauteilen einfach eine neue Gummischicht aufbringen kann?
gehil
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 05. Mai 2009, 21:11
Falls die Oberfläche durch die lange Laufzeit und Oxidation glatt (und damit rutschig) geworden ist, lassen sich solche Reibräder recht einfach wiederbeleben:

Die Oberfläche muss wieder aufgerauht werden, das geht am Besten mit feinem Schmirgelpapier oder auch mir einer Nagelfeile (wie Andreas es gemacht hat).

Das wichtigeste dabei ist, den gesamten Umfang gleichmässig aufzurauhen, d.h. nicht eine Stelle mehr, die andere weniger 'anzufeilen'.

Das funktioniert wirklich und ist nicht mal sehr schwierig !!
Sunlion
Stammgast
#6 erstellt: 05. Mai 2009, 21:19
Sieht eher trocken, hart und rissig aus.
AndreasTV
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 06. Mai 2009, 00:43
... der TO heißt doch Stefan und nicht Andreas ...; und der Link führt zu einem nicht erreichbarem / nicht vorhandenem Objekt .

MfG

Andreas


[Beitrag von AndreasTV am 06. Mai 2009, 00:48 bearbeitet]
Xphets
Neuling
#8 erstellt: 06. Mai 2009, 12:02

AndreasTV schrieb:
... der TO heißt doch Stefan und nicht Andreas ...; und der Link führt zu einem nicht erreichbarem / nicht vorhandenem Objekt .

MfG

Andreas


Hallo Andreas,

danke für die Rückmeldung und die Korrektur.

Grüße
Stephan mitph
AndreasTV
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 06. Mai 2009, 17:10

Xphets schrieb:
...


Guten Abend zusammen .
Na hör´ mal Stephan: Ich kann mich doch nicht - auch aus Versehen nicht - mit fremden Federn schmücken ...
Deine Arbeit ist aber auch Klasse beschrieben und ausgeführt (zumal mit der sehr guten Bebilderung) .
Viel Spaß noch mit dem gutem Gerät .

MfG

Andreas
gehil
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 09. Mai 2009, 19:19
Sorry, ich habe es nicht hinbekommen, ein PDF kleiner als 100 MB zu erzeugen.

Jetzt bin ich erstmal im Urlaub (Sonne,Sand & Wellen !!).

Ich versuche es nach meinem Urlaub nochmals oder lade die jpegs der einzelnen Seiten hoch...


[Beitrag von gehil am 09. Mai 2009, 19:22 bearbeitet]
gehil
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 17. Mai 2009, 11:19
Man merkt ich bin kein PDF-Profi...

Egal was ich mache: wenns ein halbwegs lesbares PDF werden soll, wirds gross. Die aktuelle Version ist 130 MB.

Wird gerade hochgeladen - in 30 Minuten sollte der Upload fertig sein.

Sorry für die Verzögerung - und viel Spass mit dem Manual:
http://www.gehil.de/files/K-960.pdf
Xphets
Neuling
#12 erstellt: 18. Mai 2009, 23:16
Hallo Gehil,

vielen Dank für das PDF.

Hoffe Du hast Dich im Urlaub gut erholt.

Grüße
Stephan
audiophilanthrop
Inventar
#13 erstellt: 23. Mai 2009, 15:36
Ich zieh's mir gerade mal, da muß doch noch was zu machen sein an der Dateigröße. Habe vor einer Weile mal eine Seite mit Tips zusammengestellt.

Seinerzeit habe ich mal ein 120-MB-PDF auf erst 12 und später 7 MB eingedampft bekommen, da war aber noch jede Menge Optimierungspotential vorhanden.

EDIT: So, Resultat [11M] wird gerade hochgeladen. (Das bitte ich dann irgendwo anders zu hosten, damit ich's wieder runternehmen kann.) Die einzelnen Seiten im PNG-Format haben sogar nur 9 MB, aber die Flate-Kompression von PDF (entsprechend etwa GIF) ist da etwas schlechter. Gute 2 Stunden hat der Spaß aber schon gedauert.


[Beitrag von audiophilanthrop am 23. Mai 2009, 20:21 bearbeitet]
vintagetechniker
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 19. Nov 2009, 22:33
Ein Kurzer Nachtrag zu den Idlern (Zwischenrädern):
Man gehe mit dem alten Gummirad zum Sanitär Installateur und besorgt sich einen O-Ring in der Grösse.
Oder aber im Baumarkt einen ganzen Satz in verschiedenen Grössen, ist nicht teuer!
Dann hat man für dieses und auch für die anderen Decks Ersatzgummis in Hülle und Fülle.
Vierkant- und Flachriemen gibt's bei Wieser Elektronik.

Gruß
Heiko
rallehahn
Neuling
#15 erstellt: 08. Apr 2014, 18:30
Hallo von einem Neuling in diesem Forum,

ich habe seit 2 Tagen ein Yamaha k960 und es hat natürlich die Schwächen dieser Riemen... Die habe ich auch gleich besorgt, aber mir scheint es an einigen Stellen das ganze ohne Bilder etwas schwierig zu sein.
Leider kann man das erwähnte PDF nicht mehr unter dem angegebenen Link bekommen. Hat das noch jemand auf seinem Rechner und würde es mir zur Verfügung stellen?

Mit betsem Dank vorab

Ralf
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