Aufbewahrung von HiFi-Geräten

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cmoss
Inventar
#1 erstellt: 12. Sep 2010, 09:20
Hallo,

Ich möchte mal was Grundsätzliches zur Aufbewahrung von nichtgebrauchten HiFi-Geräten sagen:
immer wieder lese ich in diversen Threads, daß der Ersteller sein Gerät nach ein paar Jahren im Keller wieder heraufholt und sich wundert, wenn es nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert.
Dazu ist zu sagen, daß Keller üblicherweise nicht ganz trocken, oft sogar eher feucht sind. Daher sind sie als Aufbewahrungsort für jegliche elektronische Geräte denkbar ungeeignet. Warum, glaubt Ihr wohl, werden nichtbenötigte Flugzeuge in den USA in der Wüste abgestellt, und nicht im Regenwald? Erraten - um Korrosion zu vermeiden!

Resumee: bevor jemand sein HiFi-Gerät im Keller aufbewahrt, sollte er es besser verkaufen, weil dann hat auch noch ein anderer Freude daran. Das ist alleweil vernünftiger, als das korrodierte Wrack nach ein paar Jahren langwierigen Reparaturen zu unterziehen.

Gruß
Claus
Toni_
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 12. Sep 2010, 11:52
Hallo Claus,

ich hätte da eine Geschäftsidee :

Es gibt doch den Service, Winterreifen im Frühjahr,
bzw. Sommerreifen im Herbst bei vielen Werkstätten
"einmotten" zu lassen.


Man könnte z.B. eine ehemalige Bank mieten und dort
die Geräte gegen Bezahlung einlagern im
klimatisierten Tresorraum.

Eine Alarmanlage wäre auch vorhanden


Gruß
Toni
cmoss
Inventar
#3 erstellt: 12. Sep 2010, 12:01
Hallo toni,

gute Idee

Ich habe das Gefühl, wenn es "kühl und trocken lagern" heißt, denken viele, kühl ist wichtiger, ist es aber m.E. nicht. Den Fliegern in der Mojave-Wüste schadet die Hitze offenbar nicht.

Gruß
Claus
Bertl100
Inventar
#4 erstellt: 12. Sep 2010, 19:48
Hallo,

Claus hat es ganz richtig formuliert!
Feuchtigkeit ist das schlimmst. Dabei sind grundsätzlich Luftfeuchtewerte von über 70% über länger Zeit (> einige Wochen pro Jahr) der sichere Tod für Consumer-Electronic.
In Kellern herrschen im schwülen Sommer oft über Montage Werte über 80% oder sogar mehr.

Meine Erfahrung ist sogar, dass sogar in einem unisolierten Speicher die Sachen deutlich länger überleben! Vorausgesetzt, die Sachen sind für Staub und Dreck und Mäusen geschützt!

Gruß
Bernhard
bukongahelas
Inventar
#5 erstellt: 13. Sep 2010, 05:28
In Plastiktüte luftdicht einpacken und etwas
hygroskopisch wasserbindendes Lufttrocknergranulat
"Silica Gel" in die Tüte einlegen.
bukongahelas
Bertl100
Inventar
#6 erstellt: 13. Sep 2010, 06:05
Hallo Bukongahelas,

ja, das dürfte ein sehr guter Tipp sein!
Wie viel Silica-Gel braucht man denn da?

Gruß
Bernhard
Dino_J
Stammgast
#7 erstellt: 13. Sep 2010, 06:31

Bertl100 schrieb:
Hallo Bukongahelas,

ja, das dürfte ein sehr guter Tipp sein!
Wie viel Silica-Gel braucht man denn da?

Gruß
Bernhard


Du kannst auch 1kg Mehrsalz mit in den Sack tun, das wirkt auch hygroskopisch.

Ich habe übrigens alle meine Geräte (ausgenommen die Wohnzimmer- und Terrassenanlage) im Keller. Meiner ist jedoch ausgebaut und beheizt.
charlymu
Inventar
#8 erstellt: 13. Sep 2010, 06:42
Ja, Feuchtigkeit ist das größte Übel bei der Lagerung.

Ich habe einen Pioneer SX-5580 bekommen der viele Jahre feucht gelagert wurde. Da war das Holzgehäuse ziemlich zerfallen und alle Kontakte stark angegriffen. Sogar Teile des Chassis waren stark verrostet. Hier mal ein Bild von einer stark betroffenen Seite. Wobei hier der gröbste Rost schon mit dem Dremel beseitigt wurde. Wie kann man das diesen schönen Geräten nur antun?



Gruß


[Beitrag von charlymu am 13. Sep 2010, 06:44 bearbeitet]
cmoss
Inventar
#9 erstellt: 13. Sep 2010, 08:06
Hallo,


Du kannst auch 1kg Mehrsalz mit in den Sack tun, das wirkt auch hygroskopisch


würde ich nicht riskieren, da das Meersalz ja in einem luftdurchlässigen Beutel sein muß und da immer Salzpartikel herausfallen werden, die dann Schaden anrichten, außerdem wird das Salz (im Gegensatz zu Silica-Gel) feucht und es kann aus dem Beutel Salzlösung austreten.

Silica-Gel ist sicher gut, aber die Verpackung muß wirklich luftdicht (wenn möglich verschweißt) sein, da es stark hygroskopisch ist und ansonsten sehr bald mit Wasser gesättigt und damit wirkungslos wäre. Man kann es allerdings in einer Viertelstunde im Backrohr bei 180°C wieder trocknen.

Also trotz allem: der Dachboden (in D Speicher) ist immer noch die bessere Lösung, wie auch Bernhard sagt.

Gruß
Claus
Dino_J
Stammgast
#10 erstellt: 13. Sep 2010, 08:33

cmoss schrieb:


würde ich nicht riskieren, da das Meersalz ja in einem luftdurchlässigen Beutel sein muß und da immer Salzpartikel herausfallen werden, die dann Schaden anrichten, außerdem wird das Salz (im Gegensatz zu Silica-Gel) feucht und es kann aus dem Beutel Salzlösung austreten.


Also trotz allem: der Dachboden (in D Speicher) ist immer noch die bessere Lösung, wie auch Bernhard sagt.

Gruß
Claus


Da brauchst Du keine Bedenken haben, ich mache das schon ein paar Jahre so. Natürlich sollst Du nicht die Geräte damit fluten
Einfach ein mit Salz gefüllter Karton neben oder unter das Gerät stellen und gut ist. Selbst wenn der Karton feucht wird, passiert da nichts.

Die Dachbodenlösung ist hingegen nicht geeignet für Geräte, welche bestimmte Kunststoffe enthalten, da diese unter der evtl. hohen Hitze verspröden und einfach auseinanderfallen.
Bertl100
Inventar
#11 erstellt: 13. Sep 2010, 10:44
Hallo Dino,


Kunststoffe enthalten, da diese unter der evtl. hohen Hitze verspröden und einfach auseinanderfallen.

Das ist natürlich richtig. Du darfst aber nicht vergessen, dass auch sehr viele Kunststoffe gibt, die signifikant Wasser aus der Luft aufnehmen bei hoher Luftfeuchte, und dadurch auch degenerieren! Oft sogar unumkehrbar.
Ich meine Polyamid gehört dazu. Auch Epoxidharz nimmt Wasser auf.

Gruß
Bernhard
cmoss
Inventar
#12 erstellt: 13. Sep 2010, 13:21
Hallo Bernhard,


Auch Epoxidharz nimmt Wasser auf


nichts für ungut, aber ich bin sicher, daß dem nicht so ist, als Segler weiß ich, daß Bootsrümpfe aus Epoxid, im Gegensatz zu Polyester, sogar auch beständig gegen Osmose sind.

M.E. sollten die meisten Kunststoffe die vielleicht maximal 50°C schon aushalten.

Gruß
Claus
Bertl100
Inventar
#13 erstellt: 13. Sep 2010, 13:53
Hallo Claus,

ich kenne das halt von Epoxidharz-Vergußmassen. Wir haben damit früher mal kleinere Wandler-Trafos eingegossen (in einer Wanne). Das Zeug löste sich dann nach einer Feuchte-Wärme-Lagerung regelrecht auf.
Wasseraufnahme sagte uns der Hersteller des Harzes.
Vermutlich ist da Epoxidharz nicht gleich Epoxidhart.
Hängt wohl auch von der Füllung ab?

Gruß
Bernhard
Dino_J
Stammgast
#14 erstellt: 13. Sep 2010, 14:35

Bertl100 schrieb:
Hallo Claus,

ich kenne das halt von Epoxidharz-Vergußmassen. Wir haben damit früher mal kleinere Wandler-Trafos eingegossen (in einer Wanne). Das Zeug löste sich dann nach einer Feuchte-Wärme-Lagerung regelrecht auf.
Wasseraufnahme sagte uns der Hersteller des Harzes.
Vermutlich ist da Epoxidharz nicht gleich Epoxidhart.
Hängt wohl auch von der Füllung ab?

Gruß
Bernhard


Da hast Du Recht. Das passiert bei nicht fachmännisch durchgeführten Verarbeitung des Harzes. Sei es durch Überlagerung oder falsches Mischungsverhältnis oder UV-Einwirkung.

Epoxy nimmt kein Wasser auf!

Polyamid hat einen bestimmten Wassergehalt. Zu niedrig, wird es porös. Der Wassergehalt kann durch Aufkochen (kein Scherz) wieder hergestellt werden. Oder aber durch längere Lagerung in normalfeuchten Umgebungen. Polyamid hat aber auch die unangenehme Eigenschaft bei niedrigen Temperaturen zu brechen (Dachboden im Winter).

Ich würde behaupten, daß auf unserem Dachboden gut bis 70°C herrschen können.

Ist mir aber egal - ich kann ja in meinem Keller lagern
Bertl100
Inventar
#15 erstellt: 13. Sep 2010, 14:43
... ich hab im Keller einen Luftentfeuchter laufen in den Sommermonaten. Damit wird der Keller auch als Lagerplatz brauchbar. Wer nicht heizen kann im Sommer muß halt entfeuchten ...
:-)

Gruß
Bernhard
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