Monarch STA-400X rauscht auf linkem Phonoeingang

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tsteuerwald
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Dez 2012, 02:29
Hallo zusammen,

ich habe heute abend den Tonarm eines Dual CS-435 eingestellt und an meinen Schlafzimmer-Röhrenverstärker Monarch STA-400X drangehängt (an dem bisher noch nie ein Plattenspieler hing). Ergebnis: Der Plattenspieler läuft wieder einwandfrei, aber am Verstärker gibt es ein Rauschen im linken Kanal. Fällt nur richtig stark bei leisen Passagen auf.
Er rauscht nicht wenn ich den CD-Spieler drüber laufen lasse.
Daher gehe ich davon aus, dass der Phonovorverstärker auf dem linken Kanal ein Problem hat.

Wie gehe ich am besten bei der Lokalisierung des Fehlers vor?
Ich muß gestehen, außer das ich den Verstärker mal innen vor ca. 15 Jahren von etwas Staub befreit habe, hab ich eigentlich noch nie was dran repariert.

Kontakte der Röhren würde ich jetzt mal instinktiv säubern... Woran kann ich - ohne Röhrenprüfgerät - erkennen, dass eine Röhre einen Defekt hat?
Wärs sinnvoll gleich auch die Kondensatoren zu tauschen? Wenn ja, auf Verdacht hin alle??? Das Gerät ist ja immerhin von 1967...
Mit meinem Multimeter könnte ich theoretisch auch die Kapazität der Kondensatoren testen - habs nur noch nie gemacht. Deshalb nun die totale DAU-Frage: Kann ich die Kondensatoren im eingebauten Zustand checken?

Ciao
Timo
hf500
Moderator
#2 erstellt: 15. Dez 2012, 17:54
Moin,
dass die Roehren rauschen, ist moeglich, aber selten. Es waere hilfreich, ein Schaltbild zu haben, oder wenigstens die Typen der Roehren in der Phonostufe.
Am ehesten habe ich Widerstaende in Verdacht, im Ausland sind lange Zeit Kohlemassewiderstaende verwendet worden, die schon aus Prinzip ein ziemlich starkes Stromrauschen zeigen, dazu noch relativ instabil sind.

Mach mal aussagekraeftige Bilder, das Ding interessiert mich.
Gerade Bilder im Netz gefunden. Das Ding irritiert mich insofern, als dass es fuer den NF-Verstaerker zu wenig Roehren zu haben scheint.
Es kaeme besser hin, wenn in der Endstufe sowas wie ECL86 steckt, dann habe ich den Spannungsverstaerker und Phasenumkehrstufe der Endverstaerker. Die Phonostufe wuerde ich in den beiden Roehren im Blechmantel mitten auf dem Chassis vermuten. Fuer eine vernuenftige Phonostufe (Stereo) braucht es schon zwei Doppeltrioden.

73
Peter
tsteuerwald
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 15. Dez 2012, 22:07
Hallo Peter!
Vielen Dank für Deine Antwort!
Einen Schaltplan hab ich beim Radiomuseum gefunden. Leider bin ich da (noch?) nicht Mitglied.
Bilder mache ich morgen...

Ciao
Timo
tsteuerwald
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 17. Dez 2012, 00:41
Hallo Peter,

anbei ein paar Bilder, ich wußte halt jetzt nicht genau ob Dich bestimmte Details interessieren...
Alles total ungereinigt.
Mir ist nur eine etwas siffigere Stelle auf der Unterseite aufgefallen (siehe letztes Bild - war ursprünglich noch etwas siffiger, bin schon vorher mit dem Finger drüber gefahren).

Monarch STA-400X von oben
Ausschnitt Monarch STA-400X von oben-seitlich
Ausschnitt Monarch STA-400X von oben-seitlich
Ausschnitt Monarch STA-400X von oben-seitlich
Ausschnitt Monarch STA-400X von oben-seitlich
Monarch STA-400X von unten
Monarch STA-400X von unten - siffige Stelle

Ciao
Timo
pelowski
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 17. Dez 2012, 04:38
Hallo,

so wie Peter schon vermutete, sehe ich da massenhaft Kohlemasse-Widerstände.

Ohne Schaltbild dürfte es schwierig werden, den oder die Übeltäter zu finden.
Oder aber du schießt mit Schrot und wechselst alle im Phono-Pre und hoffst,
dass der Fehler bei den Widerständen zu finden ist.

Grüße - Manfred
tsteuerwald
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 17. Dez 2012, 11:10
Hallo Manfred!

pelowski schrieb:

Ohne Schaltbild dürfte es schwierig werden, den oder die Übeltäter zu finden.

Den gibts im Radiomuseum, dort bin ich aber noch kein Mitglied. Bin mir nicht mal sicher, dass ich dort als "Sammler" durchgehe...

pelowski schrieb:

Oder aber du schießt mit Schrot und wechselst alle im Phono-Pre

Aber ohne Schaltplan kann ich ja erst gar nicht erkennen welche Widerstände alles im Phono-Pre hängen, oder?

Ach ja, und bei den zwei dicken Kondensatoren auf der Oberseite ist der Deckel jeweils leicht gewölbt. Sollte ich mir da auch mal Gedanken bezüglich eines Austauschs machen?

Ciao
Timo


[Beitrag von tsteuerwald am 17. Dez 2012, 11:19 bearbeitet]
hf500
Moderator
#7 erstellt: 17. Dez 2012, 18:32
Moin,
wenn ich mir den Aufwand auf der Unterseite ansehe, scheinen die beiden Boehren im Blechmantel (Abschirmung, weil brummempfindlich) tatsaechlich die Phonostufe zu sein. Hier wuerde ich einfach alle zu diesen Roehren gehoerenden Widerstaende gegen Metallfilmwiderstaende austauschen. Rauschaermere bekommt man kaum.

Im Netzteil gibt es auf der Unterseite einen 100µF/50V Elko. Seine Schrumpfschlauchumhuellung sieht nicht gut aus, besser tauschen gegen 100 oder 220µ/63V. Etwas weiter rechts sieht man noch einen Elko, bei dem die Umhuellung weiter geschrumpft ist. Auch tauschen. Bei diesen Elkos hat man begruendeten Verdacht, dass sie sehr warm geworden sind. Links oben neben den drei gruenen Drahtwiderstaenden gibt es einen Kondensator, der irgendwie explodiert aussieht. Was war denn da los? Eher unwichtiger Entstoerkondensator?
Die grossen Elkos, die sich gewoelbt haben: Laesst sich die Woelbung eindruecken? Wenn ja, dann kommt nur die eingeschrumpfte Deckscheibe hoch, kein Problem, solange der Kondensator sonst keine Fehler entwickelt hat.

Die Gleichrichterroehre ist irgendwann mal durch zwei Halbleiterdioden und einen Widerstand ersetzt worden. Sinnigerweise in den Sockel der Glr.-Roehre eingebaut ;-)
Was fuer Roehren stecken in den Endstufen?

Fuer Schaltbild einfach mal bei Monacor anfragen. Vielleicht koennen die immer noch weiterhelfen.

73
Peter
tsteuerwald
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 18. Dez 2012, 10:17

hf500 schrieb:
Moin,
wenn ich mir den Aufwand auf der Unterseite ansehe, scheinen die beiden Boehren im Blechmantel (Abschirmung, weil brummempfindlich) tatsaechlich die Phonostufe zu sein.

Welche "beiden" Röhren? Ich sehe da so viele Röhren die ein Blechkleid tragen.


hf500 schrieb:

Hier wuerde ich einfach alle zu diesen Roehren gehoerenden Widerstaende gegen Metallfilmwiderstaende austauschen. Rauschaermere bekommt man kaum.

Okay, woher bekommt man die günstig und nicht in 100er Packs?


hf500 schrieb:

Im Netzteil gibt es auf der Unterseite einen 100µF/50V Elko.

Meinst Du den "grauen", der - etwas in nördlicher Richtung versetzt - zwischen dem Trafo und den großen grünen Widerständen zu sehen ist?


hf500 schrieb:

Im Netzteil gibt es auf der Unterseite einen 100µF/50V Elko. Seine Schrumpfschlauchumhuellung sieht nicht gut aus, besser tauschen gegen 100 oder 220µ/63V.

Am besten aber wohl mit der gleichen Ladung, was? Oder ist das in dem Bereich zu vernachlässigen?


hf500 schrieb:

Etwas weiter rechts sieht man noch einen Elko, bei dem die Umhuellung weiter geschrumpft ist.

Den sehe ich nun gar nicht so wirklich.
Könntest Du kurz mit MS-Paint, Gimp oder ähnlich die Stellen im Bild markieren?
Soll ich das Photo in einer höheren Auflösung nochmal hochladen?


hf500 schrieb:

Links oben neben den drei gruenen Drahtwiderstaenden gibt es einen Kondensator, der irgendwie explodiert aussieht. Was war denn da los? Eher unwichtiger Entstoerkondensator?

Keine Ahnung was da los war. Das ist jedenfalls derjenige den ich weiter oben als 100µF/50V Elko ausgemacht hatte - hab leider gerade das Gerät nicht zur Hand.


hf500 schrieb:

Die grossen Elkos, die sich gewoelbt haben: Laesst sich die Woelbung eindruecken?

Ja, dem ist so.


hf500 schrieb:

Was fuer Roehren stecken in den Endstufen?

Wenn ich jetzt noch wüßte welche Röhren zur Endstufe zählen...


hf500 schrieb:

Fuer Schaltbild einfach mal bei Monacor anfragen. Vielleicht koennen die immer noch weiterhelfen.

Werd ich tun. Bis hierher erstmal vielen Dank für Deine Hilfe!

Ciao
Timo
tsteuerwald
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 21. Dez 2012, 13:13
Unglaublich. Heute hab ich ein A4 Umschlag von Monacor aus dem Briefkasten gezogen und ratet mal was da drin war?
Der Schaltplan für mein STA-400X. Ganz großes Lob an den tollen Service!
Werde gleich mal noch eine Mail an das Unternehmen schicken.
tsteuerwald
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 03. Jul 2013, 10:55
Okay, ich komm in absehbarer Zeit nicht dazu.
Außerdem fehlt mir die Routine bei solchen Aktionen.
Kann jemand von Euch ne Werkstatt empfehlen und was meint Ihr was ich dafür investieren müßte?
Kann man aufgrund den mannigfaltigen Fehlerquellen wohl nicht abschätzen, was?

Ich wohne in Karlsruhe, in Heidelberg wäre "Audiotronic" - das ist wohl eine potentielle Kontaktadresse. Sonst noch Ideen?

Viele Grüße
Timo
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