Gleichspannung an Endstufe

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sschall
Stammgast
#1 erstellt: 03. Dez 2012, 10:03
Hallo,
ein Technik-Dilettant hat mal eine Frage an Euch Sachkundige ( in der Hoffnung, daß keiner vor Lachen tot umfällt), aber ich habe nun mal null Erfahrung mit so etwas und möchte aber lernen:
Ich möchte bei einem Verstärker/einer Endstufe herausfinden, ob sie Gleichspannung herausgibt. Was muß ich dazu genau machen? Ein Multimeter-Gerät habe ich und habe damit folgendes gemacht:
1. Einstellung auf DC, niedrigster Wert ist da 20 (altes Gerät)
2. LS-Kabel an Amp angeklemmt.
3. Verstärker eingeschaltet und mit Meßfühlern des Multimeters an Plus und Minus-Strippe.
4. Ergebnis= 0
Kann ich nun sicher sein, daß der Verstärker keinen Gleichstrom heraus gibt, oder habe ich einfach etwas falsch gemacht?
Entschuldigung für die möglicherweise blöde Frage, aber ich fange erst an.
Danke für eine Unterstützung/Unterweisung
Beste Grüße
Siegfried
PBienlein
Inventar
#2 erstellt: 03. Dez 2012, 10:50
Hallo Siegfried,

das klingt doch gar nicht so falsch. Ist der Verstärker denn kaputt und um welchen genau handelt es sich?

Wenn es nämlich ein Gerät mit eingebautem Lautsprecher(schutz)relais ist und es liegt Gleichspannung auf einem Ausgang an, dann schaltet das Relais die Ausgänge aus. In so einem Fall wirst Du an den Lautsprecherausgängen natürlich immer 0 Volt messen . Stattdessen mußt Du die Messung vor dem Lautsprecherrelais durchführen. Dazu bieten sich i.d.R. die beiden großen Luftstpulen an, die meistens in einem Audioverstärker im Ausgang VOR dem Relais liegen. Eine Strippe an Gehäusemasse und eine an eine Luftspule und zwar möglichst an den Lötstellen, da der dicke Kupferdraht der Luftspulen mit einem Isolationslack überzogen ist.

Eventuell macht es Sinn, wenn möglich den Messbereich zu verkleinern. Die Schutzschaltungen schalten meist schon ab 0,5 Volt DC ab.

Gruß
PBienlein


[Beitrag von PBienlein am 03. Dez 2012, 10:51 bearbeitet]
sschall
Stammgast
#3 erstellt: 03. Dez 2012, 11:47
Hallo PBienlein,
danke für die rasche und ausführliche Antwort. Ich habe noch eine weitere Verständnisfrage: Wenn Gleichstom produziert würde und das vorhandenene Lautsprecher(schutz)relais die Weiterleitung verhindert, kommt dann trotzdem Musik aus den Lautsprechern oder geht dann gar nichts mehr aus der Endstufe heraus? Ich frage deshalb, weil der Amp eigentlich normal spielt, aber bei den mit dem Verstärker erworbenen Lautsprechern beide die Tieftöner-Schwingspulen hinüber sind und ich nun Bedenken habe, daß der Verstärker dafür verantwortlich sein könnte, denn zu laut hat der Vorbesitzer sicherlich nicht gehört. In den Verstärker "hineinzugehen" traue ich mich nicht, da ich gar nicht wüßte, wie ein Relais aussieht oder eine Luftsdpule - da würde ich das Gerät dann doch lieber in fachliche Hände geben.....
Ich habe zur Zeit einfach Bedenken, meine Lautsprecher an den Verstärker zu hängen, denn die möchte ich natürlich nicht beschädigen.
Gruß
Siegfried
Grundi69
Inventar
#4 erstellt: 03. Dez 2012, 14:05
Hallo Siegfried!

Nein, wenn das Relais die Verbindung unterbricht, kommt auch keine Musik mehr aus dem Lautsprecher - das ist nämlich in der Wirkung so ziemlich das Gleiche, als wenn du das Kabel durchschneiden würdest.

Beste Grüße
Groomy


[Beitrag von Grundi69 am 03. Dez 2012, 21:26 bearbeitet]
PBienlein
Inventar
#5 erstellt: 03. Dez 2012, 14:10
Hallo Siegfried,

wenn das Relais die Lautsprecherleitungen wegen DC abschaltet, hört man natürlich keine Musik mehr. Nicht alle Verstärker haben jedoch eine solche Schutzschaltung und bei älteren Klassikern ist sie häufig nicht vorhanden, weil bis dato unbekannt. Da kann man sich leider sehr wohl die Boxen himmeln. Daher meine Frage nach Hersteller und Modell des Verstärkers, die bislang unbeantwortet blieb.

Gruß
PBienlein

Uups ... Groomy war schneller


[Beitrag von PBienlein am 03. Dez 2012, 14:11 bearbeitet]
sschall
Stammgast
#6 erstellt: 03. Dez 2012, 18:25
Hallo, ihr zwei,
da habe ich doch schon wieder etwas gelernt - danke dafür. Die Endstufe ist eine Yamaha M4, und ich meine, ein Relais klicken zu hören, bevor sie loslegt. Trotzdem habe ich vorsichtshalber einmal erst ein Paar alte LS angeschlossen, aber bis jetzt ist nichts passiert. Wie lange dauert es denn in der Regel, bis Gleichspannung einen Tieftöner zerstört - geht es dabei um Stunden oder Tage oder gar nur Sekunden? Nur damit ich weiß, wann ich denn mal einen ordentlichen Lautsprecher anklemmen darf.
Nochmals Dank und beste Grüße
Siegfried
Bertl100
Inventar
#7 erstellt: 03. Dez 2012, 23:27
Hallo zusammen,

nun, wir müssen davon ausgehen, dass die Endstufe im moment einwandfrei läuft!
D.h. - wenn - dann müßte es ein Wackelkontakt sein.
Leider kommt auch sowas mal vor.
Also Endstufe läuft, und plötzlich unterbricht eine Lötstelle oder ein Bauteil (vorübergehend)
und Gleichspannung liegt am Ausgang.

Jetzt hängt es also davon ab, ob es ein Lautsprecherrelais gibt.
Falls ja, sollte dieses bei so einem Wackelkontakt schützen.
Falls nein, müßte man das Gerät wohl noch einige Zeit (Tage, besser Wochen)
im Testlauf betreiben!

Gruß
Bernhard
sschall
Stammgast
#8 erstellt: 04. Dez 2012, 10:02
Hallo Bernard,
danke für Deine Hinweise. Ein Relais ist vorhanden und hat inzwischen einige Stunden seine Schutzfunktion (wenn denn nötig) erfüllt, d.h., der angeklemmte Versuchslautsprecher hat bisher überlebt. So werde ich denn heute mal meinen Hauptlautsprecher anschließen in der Hoffnung, daß auch er keinen Schaden erleidet.
Beste Grüße und Dank an alle Helfer
Siegfried
Bertl100
Inventar
#9 erstellt: 04. Dez 2012, 13:25
Hallo zusammen,

hast du mit den Versuchslautsprechern auch mal länger so laut gehört, wie du es in Zukunft planst?

Gruß
Bernhard
sschall
Stammgast
#10 erstellt: 04. Dez 2012, 16:18
Hallo Bernhard,
ich habe mit den Versuchs-Lautsprechern in der Tat in meiner normalen Lautstärke gehört, wobei ich kein Lauthörer bin. Würde weiteres Aufdrehen eventuell zu weiteren Erkenntnissen führen - dann werde ich dies mal machen?
Gruß
Siegfried
Bertl100
Inventar
#11 erstellt: 04. Dez 2012, 18:21
Hallo zusammen,

meine Idee war, dass du damit den Verstärker stärker erwärmst!
Und Wackelkontakte werden oft auch durch thermischen Stress ausgelöst.

Gruß
Bernhard
sschall
Stammgast
#12 erstellt: 04. Dez 2012, 19:29
Hallo Bernhard,
dann wollen wir mal den Amp ein wenig mehr fordern, mal schauen, was passiert.
Gruß
Siegfried
bukongahelas
Inventar
#13 erstellt: 06. Dez 2012, 09:10
Anstatt den Amp mit Maxpower zu erwärmen , kann man auch Warmluft mit Fön einblasen und so testen , ob ein temperaturabhängiger Fehler vorliegt.
bukongahelas
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