Schleifen-, Faltdipol bauen.

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zwergnase1973
Neuling
#1 erstellt: 03. Mai 2013, 08:33
Hallo zusammen,
wollte mir gerne ein oben genanntes Teil aus Kupferrohr selber bauen.
Faltdipol

So, jetzt hab ich aber keine Ahnung wie ich das Teil genau an einen 75Ohm Eingang eines UKW-Verstärkers anschliesse, ohne ihn abzuschiessen. So wie es aussieht, ist es bei der Antenne ohne einkommendes Signal ein saftiger Kurzschluß zwischen Innenleiter und Schirm !? Mit der Umwegleitung verstehe ich auch nicht ganz.... der Kurzschluss bleibt doch ?! Ich würde 10mm Kupferrohr verwenden, wie wäre denn hier der Abstand ? Muss mit der Antenne leider mehr in die Breite gehen, da ich sie inerhalb Gebäude in der Dachspitze platzieren muss. Die Breitseite der Antenne schaut glücklicherweise Richtung einfallende Sender.

Bitte um Hilfe.

Gruß
zwergnase


[Beitrag von zwergnase1973 am 04. Mai 2013, 07:55 bearbeitet]
Radiowaves
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 03. Mai 2013, 11:16
Der Kurzschluß an der Antenne ist, so überhaupt einer vorhanden ist, ein Gleichstrom-Kurzschluß. Für Wechselspannung aus dem Frequenzbereich, in dem UKW läuft (100 MHz) gelten ganz andere Gesetzmäßigkeiten. Die 75 Ohm sind nicht der "Drahtwiderstand", den Du mit einem Multimeter bestimmen könntest, sondern ein Wellenwiderstand, der mit der Kabelkapazität (Wert des "Kondensators", der sich aus Innenleiter und Außenschirm ergibt) und Kabelinduktivität zusammenhängt. Gleichstrommäßig sieht das ganz anders aus, das darfst Du nicht vergleichen. Wenn Du nur auf eine Zeichnung schaust, siehst Du ohne das Wissen um diese Zusammenhänge nur die Gleichstrom-Wege und damit die Gleichstromwiderstände oder auch Gleichstromkurzschlüsse.

Gleichstromtechnisch hat ein Stück Koaxkabel, einfach so hingelegt und nicht angeschlossen, zwischen Innenleiter und Schirm z.B. nahezu unendlich hohen Widerstand (ist ja Kunststoff-Isolierung dazwischen). Wechselspannungstechnisch sieht das ganz anders aus, da das Kabel pro Meter Länge etwa 50 ... 100 pF Kapazität zwischen Innen- und Außenleiter hat und da sehr wohl ein (virtueller) Strom "durch"fließen kann.

Den Kurzschluß in Deiner Zeichnung kann ich übrigens nicht erkennen: der Kabelschirm bleibt sogar völlig "unter sich" und hat nirgendwo Verbindung zum Innenleiter. Schau Dir die Zeichnung nochmal genau an. Die Schleife ist letztlich eine Verzögerungsleitung, deren Länge so bemessen wird, daß sie mitten im UKW-Bereich (um 98 MHz) durch die Laufzeit des Signals im Kabel eine Verzögerung um eine halbe Wellenlänge bewirkt. Damit wird die Anpassung an die Spannungsverhältnisse am Dipol bewerkstelligt.

Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum beträgt 299799458 m/s. Bei einer Frequenz von 98 MHz ist eine Schwingungsperiode 1/98000000 s lang, in dieser Zeit "fliegt" die Welle im Vakuum also 299799458 / 98000000 = 3.06 m weit. Das ist die Wellenlänge, also einmal von Mittellage auf Maximum, zurück zur Mittellage und durchs Minimum und wieder zurück zur Mittellage. Eine halbe Wellenlänge beträgt also 1.53 m - vergleich mal mit der Größenordnung der Dipol-Breite... das paßt nicht zufällig so gut.

Die Verzögerungsleitung ist aber nicht Luft, sondern z.B. Koaxkabel. Im Koaxkabel ist die Funkwelle langsamer unterwegs als in der Luft, da gibt es einen sogenannten "Verkürzungsfaktor". Für Kathrein LCD95 beträgt der Verkürzungsfaktor z.B. 0.85. Du mußt das Kabel also nur 85% der halben Vakuum-Wellenlänge lang machen, um die gleiche Verzögerung zu erreichen. Sind also 1.30 m. Auch hier paßt die Länge wieder zum Bild. Man hat für das Bild bloß mit anderer Frequenz als Optimum gerechnet, nämlich mit etwa 102 - 104 MHz. Du kannst gerne die Frequenz Deines Lieblingssenders verwenden...

Abgesehen davon: den Eingang eines Antennenverstärkers kannst Du auch kurzschließen, da der verstärker dort kein Signal ausgibt, sondern eins reinsoll, zershcießt Du Dir damit nichts. Außer der Verstärker gibt eine Gleichspannung aus für den Betrieb von Aktivantennen. Die würde dann bei einem Gleichspannungs-Kurzschluß kurzgeschlossen, sollte aber innerhalb des Verstärkers so abgesichert sein (Vorwiderstand), daß der Verstärker das problemlos aushält.

Wie willst Du mit der Antenne "in die Breite gehen"? Die Breite (in der Zeichnung 1470 mm für Optimum um 102 MHz) ist vorgegeben durch die Empfangsfrequenz. Da kannst Du nicht viel variieren. Bedenke bitte auch, daß dieser Dipol nach vorn und nach hinten empfängt - und zwar gleichgut. Wenn entgegen der Richtung zum Sender z.B. ein Berg oder eine hohe Hauswand stehe, werden die von dort zurückgeworfenen Funkwellen ebenso empfangen und sorgen für Zwitschergeräusche ("Mehrwegeempfang"). Das bekommst Du nur weg, wenn Du eine Richtantenne benutzt. Die kannst Du fertig kaufen und die kann gleich an Koaxkabel angeschlossen werden, ohne Umwegleitung. Bitte die Maße beachten: 1.18 m Länge, 1.56 m Breite. Die Länge zeigt dabei auf den Sender, die Breite liegt rechtwinklig dazu.


[Beitrag von Radiowaves am 05. Mai 2013, 08:39 bearbeitet]
pelowski
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 03. Mai 2013, 11:18
Hallo,

keine Angst, du "schießt" nichts ab.
Hier geht es um HF, da sind gleichstrommäßige Betrachtungen nicht mehr gültig. Und ein kurzgeschlossener Antenneneingang kann keinen Schaden an deinem Epfänger verursachen.

Das Bild zeigt einen Faltdipol mit Lambda/2 Anpassleitung. Die ist nötig, um den Wellenwiderstand von ca.300Ohm symmetrisch
auf 75Ohm unsymmetrisch zu transformieren. Es gibt solche Anpassglieder aber auch mit einem HF-Transformator, der dann in die Anschlussdose der Antenne passt.

Die Abmessungen des Dipols solltest du beibehalten, sonst ist die Resonanz für den UKW-Bereich nicht mehr gegeben!
Cu oder Alu spielt keine Rolle.

Grüße - Manfred

Edit. - Radiowaves war schneller. :)


[Beitrag von pelowski am 03. Mai 2013, 21:55 bearbeitet]
zwergnase1973
Neuling
#4 erstellt: 03. Mai 2013, 19:28
Super, Super........ ich schließe euch in mein Abendgebet ein..... Vielen Dank euch.....

Hab ich wohl die Zeichnung etwas zu oberflächlich betrachtet... hmm

Kommt wahrscheinlich von der Geschichte mit dem 220pF Kondensator der bei so einer ähnlichen Antenne mit angeschlossen wird... Bin halt ein HF-NooB..

Jetzt noch zum Abstand der Schleife. Da stehen für 6mm Kupfer 100mm Abstand drin. wie steigt denn hier der Abstand mit steigendem Leitungsdurchmesser ?

Mit "in die Breite gehen" meine ich, daß die Antenne so in der Bauweise direkt in die offene Dachspitze passt und das trifft sich gut, weil beste Empfangsrichtung wäre auch "Breitseite" des Daches.

Vielen Dank nochmal und hoffe ihr könnt mir meine offenen Fragen noch beantworten.

Und nochwas: Muss ich die 1,23m Umwegleitung so als Schleife hängen lassen, oder kann ich da ein paar Wicklungen draus machen ?


Gruß
zwergnase


[Beitrag von zwergnase1973 am 03. Mai 2013, 21:04 bearbeitet]
zwergnase1973
Neuling
#5 erstellt: 04. Mai 2013, 16:11
Hmm,
Pelowski und Radiowaves scheinen nicht hier zu sein.........

Hier nochmal meine Zusatz-Fragen....

Muss ich die 1,23m Umwegleitung so als Schleife hängen lassen, oder kann ich da ein paar Wicklungen draus machen ?

Jetzt noch zum Abstand der Schleife. Da stehen für 6mm Kupfer 100mm Abstand drin. wie steigt denn hier der Abstand mit steigendem Leitungsdurchmesser ?
Radiowaves
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 04. Mai 2013, 16:31
Hi,

Du kannst das Kabel der Umwegleitung auch aufwickeln. Aber beachte bitte den minimalen Biegeradius von Koaxkabeln. Wenn Du einen Ring wickelst, der etwa den Durchmesser einer CD hat, bist Du noch auf der sicheren Seite.

Wegen des Abstandes weiß ich jetzt spontan nicht wirklich bescheid. Ich würde so 10 - 15 cm nehmen, je nach Materialdicke.

Zufällig ein HF-Experte hier unterwegs?
pelowski
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 04. Mai 2013, 17:02

zwergnase1973 (Beitrag #5) schrieb:

Muss ich die 1,23m Umwegleitung so als Schleife hängen lassen, oder kann ich da ein paar Wicklungen draus machen ?

Jetzt noch zum Abstand der Schleife. Da stehen für 6mm Kupfer 100mm Abstand drin. wie steigt denn hier der Abstand mit steigendem Leitungsdurchmesser ?

Hallo, bin ja schon da...

- kannst du aufwickeln, nur nicht zu eng.
- der Abstand ist relativ unkritisch. Rothammel sagt nur, der Abstand soll kleiner sein als 0,05 Lambda (Mitte - Mitte der Leiter).
Das wäre < 15cm.

Grüße - Manfred
zwergnase1973
Neuling
#8 erstellt: 04. Mai 2013, 17:08
Mann ist das cool...... Kaum nachgehakt sind auch schon beide fast zeitgleich da Wahnsinn !!!

Ich danke euch recht herzlich und hoff ich kann euch auch weiterhin bei Bedarf nerven

und closed.......
DB
Inventar
#9 erstellt: 05. Mai 2013, 06:46
Möglicherweise ist auch das:
Rothammel Antennen
als Grundlagenliteratur zum besseren Verständnis sinnvoll.


MfG
DB
zwergnase1973
Neuling
#10 erstellt: 05. Mai 2013, 09:51
@DB vielen Dank.... hab bis jetzt immer nur davon gehört.... sieht echt spannend aus.....

@theRest..... hab das Teil gerade in Betrieb genommen.... Wow...... Im Keller schwächsten Ortssender rausgesucht... und siehe da.... reinster Empfang ohne Nebengeräusche!! Hätte ich nicht erwartet...

DAAAAAAAAAAAANKE
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