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Tonarmaufhängung nicht parallell zum Kopf?

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sirphir
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 11. Feb 2010, 09:47
Hi, ich habe bei der Internet-Recherche zu Technics-Plattenspielern auf Bildern den Eindruck gewonnen, dass bei einigen Modellen (namentlich z.B. SL-1900) die Lager für die vertikale Tonarmbewegung nicht in der gleichen Richtung wie der Tonkopf, sondern quasi im 90°-Winkel zum Armansatz ausgerichtet sind.

Hab mal illustriert, was ich meine:



Ist es wirklich so? Gibt es dadurch Nachteile? Vielleicht sogar Vorteile?

Entsteht dadurch nicht z.B. mehr Nadelreibung in der Rille bei Platten mit Höhenschlag? Hab ich einen Denkfehler drin?

Oder ist es zu vernachlässigen? Aber warum bauen es dann andere Hersteller 'richtig'? Gibt es das auch bei anderen Drehern?

Oder täuscht es gar nur auf den Bildern? Bei anderen Technics-Drehern, z.B. 1600/1700/1500 o. 1300/1400/1500 ist es aber nicht so, sondern sieht 'normal' aus.

Viele Grüße
Sirphir


[Beitrag von sirphir am 11. Feb 2010, 09:50 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 11. Feb 2010, 11:05
Moin,

wenn du auf deiner Zeichnung noch einen 90° Winkel zur Rille zeichnest und diesen unter die Headshell legst, erkennst du, was passiert.

Wenn die Lagerung nicht schräg ist, in genau dem Winkel, den die Headshell und somit die Nadel hat, bewegt sich bei welligen Platten die Nadel relativ zur Rille nicht senkrecht.

Die schräge Lagerung ist also "die Richtige".

Dual hat diese Lagerung bei fast allen Geräten, ebenso viele Japaner mit Jelco Armen (z.B. CEC, Pioneer Akai...), Technics nur bei "neueren".
(nicht bei SL1300, SL1500, SL-D2 usw., SL1200MKII hat schräge Lagerung)

Praktisch ist die Auswirkung wohl sehr gering, weshalb viele Hersteller darauf verzichtet haben (und es noch tun), die Lagerung entsprechend zu legen.

Selbst viele teure Tonarme haben/hatten "nur" die gerade Lagerung.
(SME, Ortofon)

Wenn die Platte eben ist und ohne Wellen, dürfte die Richtung des Lagers kaum eine Rolle spielen.

Jedoch entstehen schon bei geringsten Höhenunterschieden (Plattendicke, Gummimatte/ VTA) minimale Fehlwinkel zwischen Nadel und Rille.

Diese minimalen Abweichungen sind aber wohl im Normalfall ebenfalls unkritisch.

Gruss, Jens
sirphir
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 11. Feb 2010, 12:43
Danke für Deine Antwort, Jens. Mir war durchaus klar, was der Grund für die 'richtige' Bauart ist, das liegt ja auf der Hand.

Die Frage war eher, was in aller Welt einen Hersteller dazu bewegen könnte, es eben nicht so zu bauen. Immerhin kann es ja nicht mehr kosten, ein Loch in einem anderen Winkel zu bohren. Und Dual hat es selbst bei den allerersten und auch bei den allerbilligsten Laufwerken 'richtig' gemacht.

Ich hatte überlegt, ob ich irgendeine Eigenschaft in der Geometrie dieser Arme übersehen hatte, die begründen würde, warum diese Bauart doch korrekt ist - dem ist aber wohl nicht so - oder ob sogar einfach nur die Fotos trügen.

Ist der Effekt denn vielleicht so vernachlässigbar gegenüber anderen Einflussgrößen, dass die 'richtige' Bauart eigentlich nur 'Show' ist?
Hörbert
Moderator
#4 erstellt: 11. Feb 2010, 16:19
Hallo!

Das "schräge" Lager als Standard erscheint recht spät auf der Bühne des Analogplattenspielers, noch gegen Ende der 70ger Jahre sind beide Lagertypen gleichermaßen vertreten.

Hörbare negative Auswirkung der geraden Lager sind eigentlich nicht zu erwarten, dafür die die Abtastung mit einem Drehtonarm insgesamt (selbst bei bestem Equipment) viel zu grob gestrickt. Der ohnehin chronische Fehlwinkel den ein Drehtonarm (ausser an zwei Stellen auf der Schallplatte) nun mal hat schafft diesen kleinen zusätzlichen Fehler aus der Welt.

MFG Günther
sirphir
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 12. Feb 2010, 08:30
So ist das also. Danke, Günther, für die Aufklärung!

Ich hatte bei meinem Erstkontakt mit einem Plattenspieler kurz wegen des 'schrägen' Lagers gestutzt, nach kurzem Nachdenken akzeptiert, dass es natürlich so sein muss und seitdem nie ein anderes (zumindest bewusst) gesehen. Um so verblüffter war ich jetzt, dass es das eben doch gab.
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