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Antiskating-u. Auflagekraft einstellen

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Zitrone82
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 06. Aug 2003, 22:04
Hallo,

welche Antiskating- u. Auflagekraftwerte sollte man einstellen um den Verschleiss von Platte und Tonabnehmer gering zu halten?(Thorens TD 280 MKIII, keine Bedienungsanleitung) Würde mich interessieren welche Einstellungen bzw. Werte ihr benutzt. Zur Zeit habe ich beide auf 1,5 eingestellt.
Lasst mich an eurem Wissen teilhaben! Danke!!


MfG
Zitrone82
Holger
Inventar
#2 erstellt: 06. Aug 2003, 23:41
Vorsicht : längerer Exkurs

Okay, das Wichtigste zuerst : maßgeblich ist die Empfehlung des Herstellers, daran würde ich mich halten.
Der empfohlene Bereich hängt mit der Art des Nadelschliffs und der Weichheit bzw. Härte der Aufhängung zusammen (Compliance bzw. Nadelnachgiebigkeit) – hart aufgehängte Systeme werden im Normalfall mit höheren Auflagekräften betrieben, für Systeme mit sehr hoher Compliance und/oder sehr scharfen Nadelschliffen sind geringere Werte üblich.
Meist wird ein gewisser Bereich angegeben, z.B. von 15 bis 20 mN, und die als optimal empfohlene Auflagekraft liegt dann dazwischen, also bei 17,5 mN.
Von diesem Wert aus kann man dann gehörmäßig und/oder mit Einsatz einer Test-Schallplatte weitere Versuche anstellen.
Der Antiskating-Wert sollte analog der Auflagekraft eingestellt werden, so sind die Tonarme meistens konstruiert und geeicht. Aber auch da kann man mit Hilfe einer Testplatte noch feintunen.
Eine Ausnahme gibt es da, und zwar das Nassfahren – mittlerweile aber weitgehend out. Wenn man nass fährt, kann die AS-Einstellung verringert werden, die Skalen vieler Dual- und Thorens-Plattenspieler beispielsweise sind entsprechend markiert.
In den Achtzigern gab es den Hype um die ULM-Arme bzw. –Systeme (=Ultra Low Mass), da wurden extrem leichte Arme (eff. Masse teilw. <5g) mit Systemen extrem hoher Compliance (teilw. >40), ultrascharfen Nadelschliffen und daraus resultierend teilw. extrem niedrigen Auflagekräften (<10 mN) propagiert.
Hat sich auf Dauer nicht durchgesetzt – das sagt wohl alles.
Nach wie vor hoch im Kurs stehen dagegen Klassiker wie Denon DL 103, EMT-Tondosen oder die SPUs von Ortofon – da wird mit Auflagekräften von 25 bis 40 mN gearbeitet ! Dafür sind die Nadelschliffe nicht so sophisticated, aber ein SPU mit elliptischer Nadel oder ein EMT mit FineLine-Nadel klingt einfach großartig und „stolpert“ auch nicht über jedes Staubkörnchen, sondern räumt es locker aus dem Weg.
Womit wir beim letzten Punkt meiner Ausführungen angekommen sind – ich stehe auch auf die höheren Auflagekräfte !
Meine Systeme sind die o.g. Klassiker, und das hat einen einfachen Grund : die „Spursicherheit“ (engl. tracking ability) ist mit höheren Auflagekräften einfach besser. In Verbindung mit einer elliptisch geschliffenen Nadel folgt ein SPU bei 35 mN Auflagekraft der Rille einfach „wie auf Schienen“. Es klingt saugut und die Nebengeräusche sowie Knistern und Knacksen sind auf ein absolutes Minimum gesunken, vorausgesetzt natürlich, die Platte ist sauber !
Für den TP16-III meines Thorens TD 160 Mk. II habe ich auch ein Armrohr TPO 63, eff. Masse 4,5g, da kommen nur Nadeln mit hoher Compliance dran und die werden dann mit maximal 12,5 mN gefahren, empfohlen sind sogar weniger.
Aber es knistert und knackst mehr, und zwar deshalb, weil bei der geringen Auflagekraft die Nadel bei jedem Staubkörnchen oder Kratzerchen „stolpert“ oder sogar ins „Schlingern“ gerät. Und damit fängt’s an, für die Rillenflanken gefährlich zu werden. Die werden nämlich nicht durch den gleichmäßigen höheren Druck eines SPU geschädigt, sondern durch in der Rille herumtorkelnde Nadeln von Systemen, die mit zu geringer Auflagekraft betrieben werden.
Der Verschleiß der Platte wird also bei zu niedriger Auflagekraft eher höher, und wegen des Verschleißes des Diamanten würde ich mir keine allzu großen Gedanken machen – wir reden hier vom härtesten Material der Welt, und es tritt gegen Plastik an ! Es ist zwar auch Reibungshitze mit im Spiel, aber nach 1000 bis 1500 Betriebsstunden wird bei fast jedem System ein Nadelwechsel empfohlen, egal ob es zur einen oder zur anderen Kategorie zählt.
crazy_gera
Stammgast
#3 erstellt: 07. Aug 2003, 03:49
frage an holger:
bitte kannst du mir eine adresse geben wo ich eine neue testschallplatte erwerben kann?bei meiner ist die antiskatingzone schon etwas abgenützt.(über 20 jahre alt)
mfg aus wien gera
Holger
Inventar
#4 erstellt: 07. Aug 2003, 12:31
Da würde ich die Testplatte der britischen Zeitschrift Hifi News vorschlagen, die verwende ich auch.
Mittlerweile ist eine "extended version" auf dem Markt, "The Producers Cut".
Preis in GB 25 Pfund.
Eine Besprechung der Platte, wie ich sie noch habe, gibt's hier : http://www.tnt-audio.com/accessories/hfnrrdisc_e.html
Bestellen kann man z.B. bei Phonophono, hier die URL
http://www.phonophono.de/html/testplatten.html
Bei der ebenfalls bei Phonophono angebotenen Klangtest der AAA (EPH-01, habe ich übrigens auch) ist die Antiskating-Zone eine glatte Fläche, wobei der Arm weder nach innen oder nach außen gezogen werden sollte. Diese Methode liegt mir aber weniger, ich mag eher die Testsignale, wie sie die Hifi-News-Platte hat.


[Beitrag von Holger am 07. Aug 2003, 12:35 bearbeitet]
crazy_gera
Stammgast
#5 erstellt: 07. Aug 2003, 19:53
danke holger für deine ausführliche antwort.werde davon gebrauch machen.mfg gera
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