Meßplatte oder Anleitung: Antiskating

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Thomas2
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 12. Okt 2003, 16:18
Beim Dual CS 731 Q ist ja die Antiskatingkraft synchron zur Auflagekraft einzustellen. Hat man also beispielsweise die empfohlene Auflagekraft von 1,0 p eingestellt, so ist der Antiskating-Drehknopf ebenfalls auf "1" zu stellen.

So weit, so gut.

Nehme ich jedoch die dhfi Hörtest- und Meßplatte 2 und setze dann den Tonarm beim Antiskating-Test (B-Seite, 4. Band) auf diesen Abschnitt einer völlig glatten Plattenoberfläche (also ohne Rillen), zieht es meinen Tonarm nach außen, d.h. die Antiskatingkraft wäre überkompensiert. Erst bei einer Einstellung am Drehknopf von 0,6-0,7 bleibt der Tonarm in der Position stehen, in der er aufgesetzt wurde.

Was ist nun richtiger? Die Vorgabe der Betriebsanleitung oder das Ergebnis des Antiskating-Tests der Meßplatte??

Übrigens für den TA Dual ULM 60 E beträgt der Wert des Tuning-Anti-Resonators 7,8.
Bei mir befindet sich also der Einstellpfeil links unmittelbar vor der "8" und rechts von dem Teilstrich nach der "7". Ich frage deshalb, weil ich mir eben nicht 100%ig sicher bin, ob die "8" auf der Skalierung nun auch tatsächlich dem Wert 8,0 entspricht, oder vielleicht nur die Mitte des gesamten 8er Bereiches (von 8,0 bis 9,0) anzeigt, somit also tatsächlich 8,5?

Ich danke im voraus für Eure Hinweise

Gruß

Thomas2
jakob
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 12. Okt 2003, 16:58
Hi Thomas2,

zu dem Antiresonator kann ich leider nichts sagen.

Der Grund für die wirkende Skatingkraft ist die Reibung der zwischen Tonabnehmernadel und Schallplatte, die aufgrund der geometrischen Anordnung eine Kraftkomponente ergibt, die den Tonarm in Richtung Plattentellerachse zieht.

Bei einer glatten Plattenoberfläche ohne Rille (und ohne Rillenmodulation) ist die Reibung geringer, deswegen auch die Skatingkraft, also ist es verständlich, daß dann der Tonarm von der eingestellten (größeren) Antiskatingkraft nach außen gezogen wird.

Die weitere Auswirkung der Skatingkraft ist, daß die auf die äußere Rillenflanke wirkende, tatsächliche Auflagekraft des Tonabnehmers praktisch kleiner wird.
Der beste Weg die Antiskatingkraft zu prüfen, ist somit der Verzerrungstest.
Wenn mit steigender Auslenkung die Verzerrungen in beiden Kanälen gleichzeitig beginnen, ist dies ein gutes Indiz für eine korrekt eingestellte Antiskatingkraft.

Allerdings ist es aufgrund der geometrischen Gegebenheiten nicht möglich, die Antiskatingkraft für den gesamten Abspielradius 100% korrekt einzustellen.

Gruss
Holger
Inventar
#3 erstellt: 12. Okt 2003, 17:20
Bingo.
Siehe auch meine Antwort auf die Frage im Analog-Forum
>>> hier.
richi44
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 15. Okt 2003, 16:29
Antiskating soll bewirken, dass die Nadel auf BEIDE Rillenflanken gleich stark drückt. (Bei einem geraden Arm gäbe es keine Skatingkraft). Die Skatingkraft hängt also von der Armgeometrie und der Reibung ab. Die Reibung nimmt mit der Auflagekraft zu und ist weiter abhängig von der Nadelform.
Und hier sind die zwei Probleme: Die Nadelspitze ist IMMER kugelförmig. Auf der glatten Fläche spielt also die Nadelform keine Rolle.
Und zweitens lohnt es sich, die Nadelform im Mikroskop zu betrachten. Auch wenn eliptisch drauf steht, kann es eine konische Nadel sein, die nur vorne und hinten flach geschliffen ist. Die Berührungsflächen sind aber genau gleich wie beikonischen Nadeln, also ist das Antiskating auch entsprechend einzustellen.
Aber wie? Gleicher Druck auf beiden Rillenflanken heisst auch gleich saubere oder gleich verzerrte Wiedergabe bei hohen Auslenkungen auf beiden Kanälen. Test: Messplatte mit zunehmender Auslenkung, Einstellung solange verändern, bis der hörbare Klirr auf beiden Kanälen gleich ist. Dann stimmts, und NUR dann...
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