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Wie verkaufe ich bei Ebay einen Plattenspieler?

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DrNice
Moderator
#1 erstellt: 19. Jul 2006, 18:40
Moin!

Dachte, der Text aus meiner Heimseite passt hier ganz gut hin - es wird der Verkauf eines Plattenspielers thematisiert:

Wie verkaufe ich bei Ebay einen Plattenspieler?

Irgendwann kommt jeder zu dem Entschluss, den Keller, Speicher, o.Ä. von unnötigem Gerümpel zu befreien, das sich über die Jahrzehnte dort angesammelt hat: wertvolle Haushaltsgegenstände,
die zu schade zum Wegwerfen sind und die man irgendwann noch einmal benötigen könnte. Und da dieses "Irgendwann" selbst nach 30 Jahren nicht eingetreten ist und sich das in den nächsten dreißig Jahren nicht ändern wird, kommt man auf die glorreiche Idee, Platz zu schaffen. Zum Beispiel für eine Modelleisenbahn, einen Fitnessraum oder für neuen alten Hausrat. Und dann passsiert es: man gräbt den alten Plattenspieler aus, den man am Ende der 80er Jahre zu Gunsten eines CD- Spielers auf die Ersatzbank verbannt hat. Nur wo hin mit dem Ding? Für den Müll ist er zu schade, er funktioniert ja noch. Ebay wäre die Lösung. Aber wie verkaufe ich das olle Ding möglichst erfolgreich? Ich habe mir zur Inspiration einige Auktionen angesehen - man will ja wissen, worauf man achten muss, denn verschenken will man das gute Stück schließlich nicht. Die Ergebnisse habe ich hier zusammengetragen, damit auch Sie wissen, wie man einen Plattenspieler erfolgreich bei Ebay verkauft

1) Das Bild - Der Betrachter will wissen, was er kauft; wer seinen Dreher gekonnt in Szene setzt hat schon fast gewonnen.

- Der Plattenspieler ist nach all den Jahren ziemlich verstaubt. Aber nicht reinigen! Sammler nennen das "Patina" und mögen das. Eine staubige Weinflasche hat schließlich auch Stil!

- Es liegt noch eine Tony- Marshall- LP auf dem Teller? Da soll sie auch bleiben, ist es doch ein Indiz, dass das Gerät mal funktioniert haben muss. Der Käufer freut sich bestimmt über die großzügige Dreingabe

- Nun gilt es, einen passenden Ort zum Fotografieren zu finden. Draußen ist immer gut. Die Waschbetonplatten der Terrasse sehen schon fast wie High End- Gerätebasen aus. Achtung: Versand ist teuer!

- Möchte man das Gerät doch lieber drinnen ablichten, ist der Ort mit Bedacht zu wählen. Die Küche ist prima. Dreckiges Geschirr im Hintergrund stört nicht. Die Betrachter der Auktion sollen schließlich wissen, dass auf der anderen Seite auch nur ein Mensch sitzt. Weiterhin empfehlenswert: Im Bad auf dem guten Keramikspülkasten von Villeroy & Boch - man will ja zeigen was man hat. Oder im Schlafzimmer: benutzte Unterwäsche (Schiesser Feinripp, Farbgebung: beige, braun, gelb) lässt sich prima als dezente Deko einsetzen.

- Licht ist wichtig! Das Bild darf nicht zu dunkel werden. Nehmen Sie im Zweifelsfall die Sonne direkt mit aufs Bild; das lässt den alten Plattendreher in neuem Glanz erstrahlen.

- Dezente Spiegeleffekte machen das Bild interessanter und es gibt mit Sicherheit ein großes Hallo, wenn das DSF- Nachtprogramm oder man selbst in Unterhose als Reflexion auf der Schutzhaube des Drehers zu sehen ist.

- Es ist darauf zu achten, dass Details wie Tonarm, Tonabnehmer Typenbezeichnung, etc. nicht oder nur sehr schlecht zu erkennen sind. Kenner sehen trotzdem auf den ersten Blick, welches Kleinod zum Verkauf steht.

2) Die Beschreibung

- Wichtig ist, dass die Auktion einfach gefunden werden kann. Klassische Schlagwörter wären zum Beispiel: "Plattenspieler Dual". Genau das schreibt man in die Titelzeile. Mit der Nummer auf dem Chassis kann ohnehin keiner etwas anfangen. Dual- Plattenspieler sind hochwertig und irgendwie sehen die ohnehin alle gleich aus - bis auf manche.

- In der Artikelbeschreibung wird zuerst der Titel wiederholt. Das ist ein wichtiger Trick - also: "Plattenspieler Dual".

- Hat sie jetzt die Schreibwut gepackt, beschreiben Sie das Gerät näher! Wichtig ist der technische Zustand. Am besten, man bedient sich des bei Ebay üblichen "Notensystems" für technische Geräte, das wie folgt gestaffelt ist: "Geht!", "ging letztens noch", "müsste noch gehen", "geht manchmal" und wenn der Spieler defekt ist, schreiben Sie: "Konnte das Gerät nicht testen, weil ich keinen passenden Verstärker mehr habe!" Sparen Sie sich nähere Informationen, schreiben Sie stattdessen: "Der Kenner weiß, dass es sich hierbei um ein erstklassiges Gerät handelt."

- Auch der optische Zustand ist von Belang. Schreiben Sie einfach: "altersübliche Gebrauchspuren" oder besser: "wohnzimmertauglich". Muss ja niemand wissen, dass Ihr Wohnzimmer aussieht wie der Irak nach Einsatz der amerikanischen Friedenserhaltungstruppen

- Fehlen Teile oder liegen offentsichtliche Defekte vor, gilt es zu verharmlosen ("Funktioniert auch so", "Hat mich nie gestört") und Reparaturvorschläge zu machen. Gängige Instandsetzungsmittel sind UHU, Tesa, Pattex und der gute alte 500g- Hammer.

- Um einen höheren Preis zu erzielen, ist es sinnvoll, die oben angesprochenen Reparaturvorschläge selbst durchzuführen, damit der Käufer ein intaktes Gerät bekommt. Die Leute sind immer dankbar, wenn der Vorbesitzer das Gerät fachmännisch repariert hat.

3) Der Preis

- Der Plattenspieler war damals teuer, sehr teuer. Und er sieht noch gut aus. Wertverlust max. 30%. Wenn es sich um ein Sammlerstück handelt, schlagen Sie ca. 50% drauf. Achtung: Inflation beachten! 400DM waren anno 1975 mehr wert als es 200€ heute sind!

4) Versand

- Nehmen Sie einen Karton,der nicht viel größer ist als der Plattenspieler selbst; sonst wird das Postauto zu schnell voll und wenn das alle machen, wird das Porto noch teurer. Wirtschaftlich denken!

- Belasten sie den Käufer nicht mit zu viel Abfall: seien Sie sparsam mit Verpackungsmaterial; schließlich will man sich ja nicht nachsagen lassen, dass man die Auktion ausnutzt, um Altpapier bequem zu entsorgen

- Lassen Sie den Plattenspieler wie er ist, sonst geht noch etwas kaputt. Der Plattenteller sitzt schließlich fest und durch unüberlegtes Drehen an irgendwelchen Schrauben und Rädchen verstellt man womöglich noch etwas.

- Verlangen sie 25€ Versandkosten! Schließlich ist es schwierig, einen geeigneten Karton zu finden und man will natürlich eine Aufwandsentschädigung für das langwierige Verpacken haben. Dann wäre da noch Klebeband, die Benzinkosten zur Post und zurück, Verschleiß am Auto, sowie an den eigenen Bandscheiben, Bearbeitungsgebühr, Ebaygebühr, Internet- und Stromkosten, etc...

Wenn Sie sich an diese einfachen Regeln halten, wird Ihre Auktion garantiert ein voller Erfolg!
Druide16
Inventar
#2 erstellt: 19. Jul 2006, 19:09
wastelqastel
Inventar
#3 erstellt: 19. Jul 2006, 19:20
Denke das dieses verhalten auf ca.80% der verkäufer von Plattenspielern zutrifft

Hatte einem mal geschrieben das er doch bitte den Plattenteller und das Tonarmgewicht abnimmt diese unter das Gerät legt und versendet
Ihr könnt es euch denken weder das eine noch das andere wurden abgenommen (Er meinte danach das es zuschwer gegangen sei und er nichts kapput machen wollte)
Er hatt es trotzdem geschafft
Ein Plattenteller in bewegung schlägt alles klein
seitdem lasse die Finger von Ebayplattenspielern wenn der Verkäufer keine Ahnung vom Versand hat
gierdena
Stammgast
#4 erstellt: 20. Jul 2006, 08:15
Moin DrNice!

Geiler Text - genau den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich habe derzeit meinen Telefunken S 600 bei ebay drin, da schaue ich gleich mal was ich alles so "richtig" gemacht habe.......
Tilger
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 20. Jul 2006, 08:47



DrNice schrieb

Fehlen Teile oder liegen offentsichtliche Defekte vor, gilt es zu verharmlosen ("Funktioniert auch so", "Hat mich nie gestört") und Reparaturvorschläge zu machen. Gängige Instandsetzungsmittel sind UHU, Tesa, Pattex und der gute alte 500g- Hammer.


Nicht vergessen folgenden Hinweis zu geben: Gerät defekt, keine Ahnung, was es ist. Für einen Bastler aber bestimmt kein Problem und mit geringem Aufwand zu beheben

Wolfgang_K.
Inventar
#6 erstellt: 20. Jul 2006, 08:50
Ganz wichtig, notiere Dir die Seriennummer von Deinem Gerät. Ist unbedingt anzuraten. Falls der Käufer Probleme macht aber diese Seriennummer nicht kennt, oder Dir eine falsche Seriennummer nennt bist Du aus dem Schneider.


[Beitrag von Wolfgang_K. am 20. Jul 2006, 08:51 bearbeitet]
UBV
Stammgast
#7 erstellt: 20. Jul 2006, 09:16
Hallo DrNice,

sehr schön die Ratschläge über den Verkauf von Plattenspielern. Endlich mal wieder was zu lachen. Bleibt nur wünschenswert , daß das nicht die falschen lesen und letztendlich es genau so machen.

VG Bertram
Jazzy
Inventar
#8 erstellt: 22. Jul 2006, 21:49
Liegt ein Defekt vor: konnte nicht testen,habe keine dieser komischen schwarzen,runden Pfannkuchen im Haus.
Geht aber bestimmt!!
wastelqastel
Inventar
#9 erstellt: 23. Jul 2006, 07:00
habe ich gestern gelesen

Am Stromkabel waren die Mäuse dran deswegen traue ich mich nicht das Gerät einzustecken, verkaufe es deswegen als defekt
Seeräuber
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 23. Jul 2006, 17:48
Immer wieder interessant zu beobachten ist auch , dass manche Anbieter in schöner Regelmässigkeit TD 124er in den Speichern ihrer Großeltern finden , die da sicher 20 Jahre rumgestanden haben und der ahnungslose Anbieter kann natürlich nichts damit anfangen und freut sich wenn er das Bastelstück dem allzu gierigen Liebhaber andienen kann.......

wieviele Opas incl. Speicher kann ein Mensch eigentlich haben?

Gruß
Günter
Andreas_K.
Inventar
#11 erstellt: 24. Jul 2006, 08:19
oh... eine Menge!

Mütterlicher Seite
Väterlicher Seite

macht schon mal 2

Dann noch die Scheidungsrate (50%)

macht also noch mal 1

Damit gibt es schon 3 Dachböden auf denen 124er liegen

Dazu rechnen wir noch mal 2 Umzüge, bei denen jeweils ein weitere 124er gefunden wird, macht also insg. 5

Warum hab ich keinen???

Aber mal Spaß bei Seite.
Ich verkaufe zur Zeit auch viel auf der Bucht und selbst ein HS 130 war dabei...
Bis jetzt gab es keine Beschwerden, wohl aber auch weil ich weis wie man es nicht machen sollte.

Ich hab mal einen Plattendrehen gekauft, bei dem der versendet den Tonarm mit Paketband fixiert hat... der war dann hin, weil voller Klebstoffreste!
Jazzy
Inventar
#12 erstellt: 13. Aug 2006, 17:49
Und wozu gibts Benzin/Öl/Politur?


[Beitrag von Jazzy am 13. Aug 2006, 17:50 bearbeitet]
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