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Nadelschliff

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düdldihüü
Stammgast
#1 erstellt: 16. Mai 2008, 09:36
Guten Morgen
Es gibt ja jede Menge Nadelschliffe. Die zwei bekanntesten dürften dabei sphärischer und elliptischer sein. Der Unterschied ist mir dabei völlig klar. Nur: Was sind die Vor- und Nachteile dieser Schliffe? Ich weiß, dass sphärische eher bei alten, nicht so gut erhaltenen Platten gut sind. Aber warum sollte dieser Schliff generell schlechter sein als ein elliptischer? Und was sind Schliffe wie hyper-elliptisch, Micro-Ridge, usw.? Da gibts ja noch jede Menge.


[Beitrag von düdldihüü am 16. Mai 2008, 09:37 bearbeitet]
Vinyl_Tom
Inventar
#2 erstellt: 16. Mai 2008, 09:44
Beim elliptischen Schliff wird eine breitere Fläche in der Tonrille abtastet; so wird mehr an Informationen aufgenommen als beim sphärischen.

Hier kommt auch die "weichere" Aufhängung zum Tragen.
raphael.t
Inventar
#3 erstellt: 16. Mai 2008, 12:18
Hallo!

Der sphärische hat aber auch einen (kleinen) Vorteil:

Er schädigt die Rille bei Fehlstellung weit weniger als der elliptische.

Grüße Raphael
düdldihüü
Stammgast
#4 erstellt: 16. Mai 2008, 15:15
Ja und was is dann an den ganzen andren Schliffen so besonders?
raphael.t
Inventar
#5 erstellt: 16. Mai 2008, 17:02
Hallo!

Der schärfste Schliff ist der van den Hul I -Schliff, der ähnelt dem Schneidstichel, der bei der Plattenherstellung verwendet wird.
Vorteil: Abtastfähigkeit
Nachteil: bei Fehlstellung Plattenfräse

Grüße Raphael

PS: Es gibt noch eine Reihe weiterer Schliffe, wie Multifacetten oder Micro Ridge usw.
Wichtig ist ferner, in welcher Richtung der Stein geschliffen wird und vor allem auch die Politur des Diamanten.
HerEVoice
Stammgast
#6 erstellt: 17. Mai 2008, 05:26
Hi

Da Schneidstichel und Abtastdiamant verschiedene Geometrien aufweisen trägt dies zu Abtastverzerrungen bei, die geringer ausfallen je näher sich der Schliff jener des Stichels nähert. D.h. Je kleiner die mit der Plattenmodulation (Rillenflanken) in Kontakt tretenden Verrundungsradien umso geringer die Verzerrungen. Die Nadel taucht tiefer in die Rille ein. Die geringeren Verrundungsradien, sphärisch ~15µm rund, elliptisch, z.B. Fine Line 8µm, Super Fine Line 6µm sorgen für ein feineres Austasten der Rilleninformation und für ein mehr an Klang vor allem im Hochtonbereich. Je schärfer der Schliff (geringere Radien vdH 4µm) umso mehr muß auf eine penible Justage geachtet werden damit es nicht zu irreversiblen plastischen Verformungen kommt bzw. durch "verkanteten" Einbau die Platte neu geschnitten wird. Zudem dürfte dies nicht zuträglich für den Klang (Verzerrungen) sein. Eine Sonderform ist der einst für CD4 Wiedergabe entwickelte Shibata Schliff. Die Auflagefläche an den Rillenflanken ist größer was den Druck auf diese erheblich mindert bzw. besser verteilt und so die Abtastung der benötigten Hilfsträgerfrequenz von 38kHz bei tolerablen Auflagedrücken erst ermöglichte.
Ich nehme mal an das z.B. die Micro Ridge und auch andere nur Variationen sind.

Hoffe nicht daneben zu liegen. Wenn ja, berichtigen.

Grüße
Herbert

EDIT: SFL&FL Schliff: Radien zugegfügt/korrigiert


[Beitrag von HerEVoice am 18. Mai 2008, 00:44 bearbeitet]
düdldihüü
Stammgast
#7 erstellt: 17. Mai 2008, 09:17
Aha, und das ist dann auch der Grund, warum es bei billigen Systemen eher zu Hochtonverzerrungen kommt, richtig? Weil die Nadeln nicht scharf genug sind (dabei sollte es dann ja theoretisch egal sein, ob es nur ein Splitter oder ganzer Diamant ist). Ab was für einer Preisklasse an Systemen bekommt man dann eines, das (penible Justage vorausgesetzt) keine Hochtonverzerrungen produziert? Also vor allem innen in der Platte.
applewoi
Stammgast
#8 erstellt: 17. Mai 2008, 19:09
So ab ca. 130 €uronen für ein Ortofon MC2 oder ein Denon DL160, die klingen schon vergleichsweise recht sauber, wobei das Denon ein High Output MC ist und das Nr2 ein LowMC, d.h. einen Übertrager oder einen guten MC-Eingang erfordert. Sofern ein solcher vorhanden, und man sich mit dem betont linearen Klangbild anfreunden kann, ist das Nr.2 die bessere Wahl.


frank
HerEVoice
Stammgast
#9 erstellt: 18. Mai 2008, 04:10
Hi

Nun, egal ob Splitter oder ganzer Stein ist es auch wieder nicht. Splitter werden in günstigen TA verbaut, ganze Steine sind logischerweise teurer. Das dies auch Einfluß auf die Qualität des Schliffs hat ist für mich denkbar da bei geringeren Kosten nicht die geiche Sorgfalt bei der Be-Verarbeitung aufgebracht werden kann. Darüberhinaus dürfte ein ganzer Stein haltbarer/standfester sein. Da die Nadel (Schliff) mit dem verwendeten Magnetmaterial klangbetimmend ist, ist hier auf Qualität zu achten. Das kostet etwas. Den Preisrahmen würde ich auch so bei 100€ ansetzen. Von Abtastproblemen im inneren Bereich der Platte bin ich glücklicherweise in bisher 30 Jahren verschont geblieben.

Grüße
Herbert


[Beitrag von HerEVoice am 18. Mai 2008, 04:11 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#10 erstellt: 18. Mai 2008, 07:27
Hallo!

Abtastprobleme in der Innenrille werden häufig durch eine ungünstige Kombination des Tonarmes mit dem Abtastsystem verursacht. Wenn die Compliance des Tonabnehmers nicht zum Tonarm passt hat dieser das System nicht richtig im "Griff". Darüber hinaus kann es dir ohne weiteres passieren daß du auch bei einem 300-500 Euro-System noch Abtastverzerrungen in der Innenrille hast, -falls z.B. die Justage oder die Tonarmgeometrie nicht ganz stimmt oder du mit einer für den Tonarm unpassenden Schablone Justiert hast-, nätürlich spielt dabei auch das Tonträgermaterial eine große Rolle. Wenn der genutzte Bereich der Schallplatten z.B. fast bis zum Labelkleber geht sind solche Verzerrungen nie ganz zu vermeiden. Bei älteren oft mit einem "Plattenhobel" abgespielten Schallplatten sind Hochtonverzerrungen häufig schon durch die Benutzung eingraviert worden. Da hilft das beste System der Welt nix mehr. Das günstigste mir bekannte Tonabnehmersystem daß -wenn sonst alles stimmt-, mit schon recht minimalen Verzerrungen arbeitet ist das Shure M97xE das bei Tonarmen von 10-12 Gramm eff. bewegter Masse seine optimale Leistung erbringt. Das schon genannte Denon DL-160 liefert in der Tat ein sehr verzerrungarmes Klangbild ist aber eher für deutlich schwerere Tonarme einzusetzen, (ab ca. 16-18 Gramm eff. bewegter Masse des Tonarmes) dazwischen liegt z.B. das Goldring Eroica LX daß das Spektrum zwischen 12- und 16 Gramm eff. bewegter Tonarmmasse gut abdeckt. Diese drei Systeme bilden m.E. auch der Preisrahmen in der Tonabnehmerseitig der Grad der Abtastverzerrungen schon auf einem relativ erträglichem Niveau liegt.

MFG Günther
Archibald
Inventar
#11 erstellt: 22. Mai 2008, 17:11
Hallo Herbert,

kannst Du mir sagen, woher Du die Verrundungsradien der Fineline-Schliffe hast ? Soweit ich weiß, gehören diese Schliffe zu den "scharfen". Zur Zeit verwende ich ein ADC ALM III mit elliptischer Nadel und die hat laut Prospekt die Radien 5µm X 18 µm. Das würde heißen, dass meine elliptische Nadel "schärfer" wäre als eine Fineline.

Vielen Dank vorab.

Gruß Archibald
raphael.t
Inventar
#12 erstellt: 22. Mai 2008, 17:34
Hallo Archibald!

5 x 18 hört sich nicht wirklich exotisch an.
Nur normal elliptisch für meine Begriffe.

Grüße Raphael
HerEVoice
Stammgast
#13 erstellt: 22. Mai 2008, 17:42
Hi Archibald

Da ich das Ortofon MC 25 FL selbst besitze von Ortofon und Prospektangaben. SFL von EMT da ich Interesse an einer EMT Variante hatte, das 25er ist verdammt gut/ vielleicht doch noch habe.

Grüße
Herbert


[Beitrag von HerEVoice am 23. Mai 2008, 04:50 bearbeitet]
HerEVoice
Stammgast
#14 erstellt: 23. Mai 2008, 04:55
Hi Archibald

Was anderes:
Hättest du eine Ahnung wo ich noch Schieberegler für ein TCD 420a herbekommen könnte? Meine Record Schieber sind hinüber.

Grüße
Herbert
Archibald
Inventar
#15 erstellt: 23. Mai 2008, 07:14
Hallo Herbert,

Jochen Schmidt Tandberg Zentral-Service kann Dir sicher helfen. Sollten die Originalregler nicht mehr verfügbar sein, kann er Dir sicher Ersatztypen nennen. Obwohl die original Lautstärke-Potis für den TR 2075 nicht mehr erhältlich sind, kann er mit einem Ersatztyp weiterhelfen.

Gruß Archibald
HerEVoice
Stammgast
#16 erstellt: 23. Mai 2008, 13:33
Hi Archibald

Super, Klasse. Gibt es noch, die alten werden gutgeschrieben. Netter Kontakt.

Danke
Herbert
Archibald
Inventar
#17 erstellt: 23. Mai 2008, 16:44
Hallo Herbert,

schön, dass Dir geholfen wurde. Es wäre ja wirklich schade um solche Oldies. So was (oder vergleichbare Verarbeitung) wird heute schließlich nicht mehr gebaut.

Hallo Raphael,

5 X 18 finde ich auch nicht exotisch, ich habe mich nur gewundert, dass der angeblich scharfe Fineline-Schliff weniger scharf ist.

Gruß Archibald
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