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Plattenspieler Braun oder Thorens

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Autor
Beitrag
tenorzott
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 22. Jun 2008, 09:09
Hallo Fachleute, ich brauche einen (gebrauchten) Plattenspieler. Hätte zwei zur wahl: Braun ps 500 oder Thorens TD 280. Danke für Eure Anworten.
pha
Stammgast
#2 erstellt: 22. Jun 2008, 11:20
Keine Frage: Braun ps500. Meiner sehr subjektiven Meinung nach. Durchdachter, technisch und mechanisch aufwändiger, besser verarbeitet. Ein Klassiker.
Klanglich? Dazu werden sicher noch Aussagen kommen.


Grüße,
Peter
rorenoren
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 22. Jun 2008, 11:39
Moin Peter,(edit: sorry, tenorzott meinte ich natürlich!)

ich kenne den PS500 gut, den Thorens nur vom Sehen.

Beide sollten, wenn technisch in Ordnung, in der Lage sein, Platten gut abzuspielen.

Der Braun hat ein wirksames Subchassis und einen schweren Teller und ist auch sonst ein schönes Gerät.

Es gibt aber häufiger mal Probleme mit dem Antrieb und der Endabschaltung.

Ersteres äussert sich durch Brummen oder Rumpeln, zweiteres darin, dass die Abschaltung nicht funktioniert.
(evtl. auch die manuelle Abschaltung nicht, wenn das abgebrochene Teil sich verklemmt hat)

Ich würde die Suche etwas verlängern, bis ein Thorens TD160 (oder ähnlich) oder eines der grösseren Dual Geräte angeboten wird.

Ich würde deine beiden Vorschläge nicht für einen Anfänger empfehlen.
(vom Thorens kenne ich nur den Tonarm, ich mag ihn nicht)

Lass dir also lieber etwas Zeit und informiere dich weiter.

Es bringt nichts, die Suche zu überstürzen und am Ende etwas nicht befriedigendes gekauft zu haben.

Gruss, Jens


[Beitrag von rorenoren am 22. Jun 2008, 11:44 bearbeitet]
HausMaus
Inventar
#4 erstellt: 22. Jun 2008, 11:41

Beide sollten, wenn technisch in Ordnung, in der Lage sein, Platten gut abzuspielen.
seit mir nicht böse aber wann wird daraus ein sehr gut ?
rorenoren
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 22. Jun 2008, 11:43
Meinetwegen auch "sehr gut".

Gruss, Jens
Tom_Sawyer
Stammgast
#6 erstellt: 22. Jun 2008, 11:48
Die beiden Marken haben unterschiedlichen Image.

Braun: solide Qualität, Design, etwas für das Wohnzimmer mit "gehbenen" Ansprüchen.


Thorens: bischen puristisch, holt das letzte aus der Platte raus, für den Musik/Hifi Liebhaber
HausMaus
Inventar
#7 erstellt: 22. Jun 2008, 11:54

rorenoren schrieb:
Meinetwegen auch "sehr gut".

Gruss, Jens


gut ,danke ....
violette
Stammgast
#8 erstellt: 22. Jun 2008, 12:34
Hallo Ternozott

Bei genauerem Hinsehen

kann man dann schon einige Details feststellen, die vereinfacht wurden, um den Spieler auch für finanziell knapp gesegnete Hi-Fi-Freunde erschwinglich zu halten. Der Kenner wird wohl als erstes feststellen, dass man auf das bekannte Thorens-Schwingchassis verzichtet und an dessen Stelle dem 280er vier trittschalldämpfende und schwingungsdämpfende, federnde Gummifüße montiert hat. Auch bei der Zarge selbst wurde nicht das von Thorens eigens entwickelte MDF-Verbundholz verwendet, sondern man bediente sich der Pressspanplatte, welche bei guter Verarbeitung (bei Thorens selbstverständlich) ebenfalls eine gute Resonanzabsorption aufweist.

Plattentellerlager, Motor und Tonarmbasis sind fest mit der Zarge verschraubt. Das Plattentellerlager ist derart präzise geschliffen, dass bei entferntem Antriebsriemen der Teller gänzlich geräuschlos, und man könnte meinen fast eine Ewigkeit, ausläuft, nachdem man ihn in Drehung versetzt hat. Wie bei allen Thorens-Spielern kommt auch beim TD 280 der Thorens-Riemenantrieb zur Anwendung. Auch hier wurde jeodch im Vergleich zum TD 320 eine kleine Änderung vorgenommen. Da der Plattenteller, welcher aus nichtmagnetischem Zinkspritzguss gefertigt ist, etwas leichter (Gewicht 1,2 kg) als beim 320er ist, wurde auf die Rutschkupplung zwischen Motorwelle und Antriebsriemenrad verzichtet. Da der 24polige Synchronmotor ohnehin ein gutes Drehmoment aufweist, erscheint mir dies als eine sinnvolle Kosteneinsparung, welche keineswegs mit Qualitätseinbußen verbunden ist. Die beiden Riemenräder selbst, aus kohlefaserverstärktem Kunststoff sind auf Motorwelle und Tellerachse aufgepresst. Auch hier wurde das Material qualitätsbewusst ausgewählt, da sich dieser Kunststoff durch hohe Verschleiß- und mechanische Festigkeit auszeichnet, was auf eine lange Lebensdauer schließen lässt. Die Gummitellermatte fiel ebenfalls etwas dünner und dadurch leichter als beim TD 320 aus.

Der Tonarm

ist eine völlige Neuüberarbeitung einer früheren Version. Es handelt sich um einen geraden Aluminium-Rohrtonarm. Die Auflagekraft wird mittels der Skala am Gegengewicht eingestellt. Die Skatingkompensation ist, für einen Plattenspieler dieser Preisklasse einzigartig, eine radiusabhängig korrigierte Regulierung der Antiskatingkraft. Sie wird mit Hilfe eines Mechanismus, bestehend aus Feder und Kniegelenkhebelarm durchgeführt. Beide Lager wurden nicht zu einem Kardangelenk zusammengefasst, sondern getrennt plaziert. Zwei Horizontalspitzenlager, welche sich direkt am Tonarm befinden, sind zur Tonarmachse um den Kröpfungswinkel schräg versetzt. Dadurch kann auch beim Abtasten welliger Schallplatten kein vertikaler Fehlwinkel des Tonabnehmersystems entstehen. Das Vertikallager befindet sich unter dem aufbau für die Tonarmaufhängung. Diese Konstruktion benötigt zwar nur ein Vertikallager, nachteiligerweise steigt jedoch die bewegte Masse des Tonarms. Der Tonarmlift bleibt sinnvollerweise nur bei laufendem Plattenteller abgesenkt. Die Endabschaltung erfolgt berührungslos, optoelektronisch. Am Plattenende hebt der Tonarm ab, und der Antriebsmotor des Laufwerkes stellt ab. Manch einer könnte sich jetzt denken, dass der Tonarm ruhig doch zurückgeführt werden dürfte. Auf diese zusätzliche Mechanik am Tonarm wurde jedoch bewusst verzichtet, da sie nebst zusätzlichen Kosten auch die Bewegungsfreiheit des Tonarmes und damit seine Abtastpräzision mindert. Im weiteren hat der TD 280 etwas einfachere Audioverbindungskabel, welche von der Kapazität her allerdings praktisch identisch mit der des TD 320 sind. (Auch die beiden Cinchstecker sind aus Kostengründen nicht vergoldet.) An der Masse (GND) ist nebst allen metallischen Chassisteilen und der Tonarmaufhängung auch das Plattentellerlager angeschlossen. Dem TD 280 wird, wie allen Thorens-Modellen ein separater Netztrafo mitgeliefert, um Brummspannungen, die von einem eingebauten Trafo auf das Tonabnehmersystem übertragen werden können, gänzlich zu vermeiden.
Doch genug der Theorie und Betrachtungen. Es lohnt sich, die ganzen

Feineinstellungen

am Tonarm (Auflagekraft und Skatingkompensation) und am Tonabnehmersystem (Einstellung der Nadelhöhe, vertikaler Winkel und Spurfehlwinkel-Minimum) so genau als möglich einzustellen. Das Ganze erfordert zwar etwas Geduld, steigert jedoch Klangqualität und Verzerrungsfreiheit enorm, da diese Einstellungen vom Werk aus nur grob vorgenommen werden. (Sämtliche Vorgänge sind in der Bedienungsanleitung beschrieben, und das Einstellzubehör ist im Lieferumfang enthalten.) Über die mitgelieferte (im MVP inbegriffene) Tonzelle Stanton 500 A MK II brauche ich wohl nicht viele Worte zu verlieren. Dieses System hat sich in seiner Preisklasse (MVP: 60 Franken) schon längst mit hervorragenden Qualitäten bewährt.

Die erste Überraschung

Als ich die Test-LP (DHFI-Schallplatte Nr. 2) auflegte und mit den Belastungstests begann, harmonierten die Stanton-Zelle und der Thorens-Arm dermaßen, dass ich bei einer Auflagekraft von 9 mN auch bei kritisch modulierter Schrift eine saubere, verzerrungsfreie Abtastung erreichte. Da allerdings bei dieser geringen Auflagekraft die Trittschalldämpfung des Spielers nicht ausreichte, erhöhte ich die Auflagekraft für die weiteren Belastungstests auf 13 mN.

Hörprobe

Auf diesen Moment war ich lange gespannt. Nach den erfolgreichen vorgängigen Tests waren meine Erwartungen schließlich bezüglich Hörerlebnis sehr groß. Die erste LP, die den TD 280 herausfordern sollte, war schließlich "The dark side of the moon" von Pink Floyd (Electrola LC 064-05249). Die Einleitung von "Time" mit ihren gewaltigen Basseinsätzen erschien mir, als wollte ein Gewitter in meinem wohnzimmer ausbrechen. Selbst bei sehr großen Lautstärken und in Boxennähe ließ sich der Thorens nicht beeinflussen und tastete brav das, was in der Rille, und nicht das, was in der Luft lag, ab. Das Stück "Purple Rain" auf der LP "The power of classic rock" (CBS Portrait 24063), gespielt vom London Symphony Orchestra, zog mich in seinen Bann durch die bestechend scharfe Konturierung einzelner Instrumente, vor allem in höheren Frequenzbereichen. Der Spieler zeichnete das Orchester in einer guten Tiefen- und Breitenstaffelung ab. Fetzige Stücke wie "Frankie" von Sister Sledge (Maxisingle WEA Atlantic LC 0121) und "Let's dance" von David Bowie (EMI America LC 5717) reproduzierte der Thorens ungeachtet der großen Amplituden wuchtig und mitreißend.

Abschließend

bleibt mir nur zu sagen: Der TD 280 ist vor allem für seinen Preis sowohl vom technischen als auch von der Verarbeitung her ein gelungener Wurf mit sehr guten klanglichen Eigenschaften. Trotz vieler Kompromisse und Einsparungen - einfacherer tonarm, Weglassen des Thorens-Schwingchassis, leichterer Plattenteller und einfacheres Laufwerk, um nur die wichtigsten aufzuzählen - bleibt auch dieser Thorens in seiner Klasse eines der besten Geräte.

MVP (mit Tonzelle): 430 Franken

Auf den ersten Blick:
positiv negativ
Verarbeitung
Klang
Bedienung
kein aufgetrenntes Schwingchassis



--------------------------------------------------------------------------------

Für technisch Interessierte
Bei einer Auflagekraft von 13 mN tastete der TD 280 die Seitenschrift von 300 Hz bis zu einer Amplitude von 80 µm und in Tiefenschrift 300 Hz bis zu Amplitude > 50 µm absolut verzerrungsfrei ab. Den Rumpeltest, 0 dB 315 Hz, überstand der Thorens ohne Probleme. Die gute Übersprechdämpfung ist nebst der peinlich genauen Einstellung auch der für ihre Preisklasse hervorragenden Tonzelle zu verdanken. Die 10000 Hz-Festfrequenz, welche mit einer Schnelle von 12 cm/s geschnitten ist, was bezogen auf die Vollaussteuerung bei Stereoschrift von 8 cm/s eine Übersteuerung von +3,5 dB bedeutet, tastete der TD 280 bei der erwähnten Auflagekraft präzise und verzerrungsfrei ab, was von einer hohen Qualität der Tonarm-Tonzelle-Kombination zeugt. Beim Resonanztest über den Frequenzbereich von 30 bis 12000 Hz konnte ich, auch bei großen Lautstärken (Gefahr akustischer Rückkopplung), keinerlei Störung feststellen. Selbstverständlich kann dem Thorens auch jedes andere Tonabnehmersystem mit 1/2" Lochabstand montiert werden.



Mfg
Joel


PS: Kleine hacke , für dieser recht grosse dimensioniert Pulley ist der Antriebsriemen etwas knapp am Anfang , erste Serie haben keine Motor Justage Möglichkheit dieser Mangel lassen sich trostdem mit ein paare Riemenbegrenzer behen.
HausMaus
Inventar
#9 erstellt: 22. Jun 2008, 13:03
hallo Joel

dein beitag war sehr informativ ,sei so lieb und gieb mir einen tip ...
...welche nadel für klassik past am besten zum thorens md295mk4

danke
violette
Stammgast
#10 erstellt: 22. Jun 2008, 13:54
Hallo Haus Maus

Wer über einen Verstärker mit guter MC-Stufe verfügt, sollte das AT-OC3 von Audio-Technica in die engere Wahl ziehen. Auf den MM-Zweig angewiesene Plattenhörer erzielen auch mit den High-Output-MCs Ortofon MC-1 Turbo und MC-3 Turbo sehr gute Ergebnisse
Mfg
Joel
HausMaus
Inventar
#11 erstellt: 22. Jun 2008, 15:59
...danke für deine info

die
wolfgang-dualist
Stammgast
#12 erstellt: 22. Jun 2008, 16:21
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