Auslegen Bassreflexgehäuse

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SpeakerNewbie
Neuling
#1 erstellt: 14. Jan 2021, 12:21
Hallo zusammen!

ich bin gerade bei der Planung meines ersten Lautsprecher Selbstbauprojekts.
Das Ziel ist eine Art Sounddeck, welches auch ohne Subwoofer relativ vollen/satten Klang hat.

Über ein Youtube Video habe ich mir einen kleinen Rechner in Excel erstellt um die 2 Tieftöner abzustimmen auf ~55 Hz.

Das BR-Rohr hat einen Durchmesser von 75mm (~1/4 der Membranfläche Sd) und ist 15cm lang.
Die Box hat ein Nettovolumen von ~20L.
Laut meinem Rechner komme ich so auf eine Frequenz von 55Hz.

Hat jemand die Möglichkeit das so grob zu überprüfen, damit ich da nicht vollkommen falsch liege?
Gerne auch Feedback und konstruktive Kritik, ob eine so Tiefe Abstimmung überhaupt Sinn macht, oder Verbesserungsvorschläge an der Konstruktion selbst.
Anbei noch die Daten der Tieftöner und ein paar Bilder von der Konstruktion.

Danke im Voraus!
Aufbau des Sounddecks
Außen
2021-01-14 12_20_05-Autodesk Fusion 360 (Lizenz für Bildungseinrichtungen)
Tieftönerdaten
quecksel
Inventar
#2 erstellt: 14. Jan 2021, 13:59
Rohrlänge und Durchmesser scheinen zur anvisierten Abstimmfrequenz zu passen, aber es ergibt sich eine ~5 dB Überhöhung im Bass. (Bildupload scheint gerade nicht zu funktionieren, sonst würde ich das zeigen.) Selbst simulieren kannst du das zum Beispiel mit WinISD. Solche Software gibts bereits, da braucht man sich nicht mit Excel zu behelfen.

Auf Basis deiner Frage und des gezeigten Entwurfs frage ich mal nach: Wie gedenkst du das Ding abzustimmen? Sind Begriffe wie Schalldruck, Impedanz und Abstrahlverhalten dir geläufig? Hast du das entsprechende Messequipment?

Zum Abschluss lasse ich noch einen Link da: Klick. Und schlage vor dass du das mit dem liegenden Dreiwege-"Center" der die Mitteltöner außen (!?!?!?) hat nochmal überdenkst.
P@Freak
Inventar
#3 erstellt: 14. Jan 2021, 14:17
Hallo 'SpeakerNewbie' :

Frage mich gerade wie du denn einen 3-Weger abstimmen willst ( Frequenzweiche ) ... anscheinend hast du keinerlei Erfahrung was ja auch deine 'vergurkte' Projektierung schon zeigt. Zur Chassis Anordnung wurde schon geschrieben. Abstimmung sollte hier eher 30Hz sein und dazu mal bitte mit den Grundlagen und auch WINIsd beschäftigen. Wozu auch nur einen Hochtöner ?? Soll das ein MONO Center werden ??

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 14. Jan 2021, 14:17 bearbeitet]
SpeakerNewbie
Neuling
#4 erstellt: 14. Jan 2021, 15:33
Danke schonmal für die Antwort!

Ich hab mir jetzt mal WINisd runtergeladen und die paar Daten da rein geschmissen. Konnte das mit der 5dB Überhöhung nachvollziehen habe die Abstimmung dann auch letzten Endes auf 30Hz festgelegt und noch ein bisschen mit Portdurchmesser und Länge herumprobiert.

Bin jetzt bei:
Nettovolumen : 20L
Abstimmfrequenz: 30Hz
Portdurchmesser: 5cm
Portlänge: 29cm (ist sowas Prinzipiell zu lang?)

Bezüglich des Abstimmens bin ich absolut gar nicht ausgestattet. Lediglich ein Handy oder verschiedene Mikros am Pc stehen mir zur Verfügung. Es geht mir aber auch nicht darum die letzten 10% aus dem Lautsprecher raus zu holen. Immerhin ist es ja mein erstes Projekt. Ich möchte nur nicht eine Stange Geld als Student in die Hand nehmen, um am Ende einen Lautsprecher zu haben, welcher von einer JBL Charge in den Schatten gestellt wird.

Ich sag mal die grundlegenden Begriffe sind mir einigermaßen bekannt. Dass ich mich damit wirklich auskenne, würde ich aber auf keinen Fall behaupten. Mit Abstrahlverhalten habe ich mich zum Beispiel noch nie befasst.
Habe den Artikel zu liegenden Center-Lautsprechern mal gelesen und auch echt interessant gefunden.
Ich frage mich jetzt nur, wie ich das Problem umgehen kann, dass man genau mittig davor sitzen muss.

Die Anordnung der TT sind ein wenig von der Teufel Cinebar Ultima abgekupfert. Hast du vielleicht irgendwelche Quellen, wo man was gutes über das Abstrahlverhalten lernen kann, je nach Anordnung der Lautsprecher?

LG
P@Freak
Inventar
#5 erstellt: 14. Jan 2021, 15:48
Hallo,

also beim Abstrahlverhalten geht es zunächst mal um simpelste Physik zu Chassis Abständen zu Trennfrequenz und Chassis Durchmesser. Zu deinen "letzten 10%" ... also ohne Erfahrung kannst du froh sein wenn du überhaupt die ERSTEN 10% erreichst weil ein 3-Weger ist auch sicher nicht Anfängertauglich ... also bitte alles überdenken incl. dem Grundkonstrukt bevor du hier einfach wild teuere Chassis kaufst. Was sagt WINIsd zu Qb3 Abstimmung ( bei 0,5 Ohm Vorwiderstand ) sich ergebenden Volumen ??

P@Freak


[Beitrag von P@Freak am 14. Jan 2021, 15:48 bearbeitet]
quecksel
Inventar
#6 erstellt: 14. Jan 2021, 15:59

SpeakerNewbie (Beitrag #4) schrieb:

Bin jetzt bei:
Nettovolumen : 20L
Abstimmfrequenz: 30Hz
Portdurchmesser: 5cm
Portlänge: 29cm (ist sowas Prinzipiell zu lang?)


S'scho a weng arg... Wie siehts denn bei doppeltem Volumen aus?




Bezüglich des Abstimmens bin ich absolut gar nicht ausgestattet. Lediglich ein Handy oder verschiedene Mikros am Pc stehen mir zur Verfügung. Es geht mir aber auch nicht darum die letzten 10% aus dem Lautsprecher raus zu holen. Immerhin ist es ja mein erstes Projekt. Ich möchte nur nicht eine Stange Geld als Student in die Hand nehmen, um am Ende einen Lautsprecher zu haben, welcher von einer JBL Charge in den Schatten gestellt wird.


Genau das wird halt passieren. Deswegen lieber mal einige Nummern kleiner anfangen und einen fertig entwickelten Bausatz aufbauen wenn's gut werden soll.
Wenn du selbst entwickeln willst brauchst du erstmal passendes Messequipment. Da kommt man kaum unter 200€ weg. Und dann muss man das auch erstmal bedienen können. Als Einstiegslektüre zum Thema kann ich folgendes PDF empfehlen: Klick



Habe den Artikel zu liegenden Center-Lautsprechern mal gelesen und auch echt interessant gefunden.
Ich frage mich jetzt nur, wie ich das Problem umgehen kann, dass man genau mittig davor sitzen muss.

Mt der horizontalen Anordnung gar nicht Kannst dir ja mal ausrechnen welche Trennfrequenz nach d'Appolito für den Hochtöner notwendig wäre.


Die Anordnung der TT sind ein wenig von der Teufel Cinebar Ultima abgekupfert. Hast du vielleicht irgendwelche Quellen, wo man was gutes über das Abstrahlverhalten lernen kann, je nach Anordnung der Lautsprecher?

Da gibt es viel verstreutes im Netz. Die praktischen Auswirkungen kann man mit Boxsim ganz gut simulieren. Hifi-Selbstbau hat viele Grundlagenartikel. Heißmann-Acoustics hat Artikel. Etc, etc...
MK_Sounds
Stammgast
#7 erstellt: 14. Jan 2021, 16:02
Schlage zusätzlich folgende Quellen vor:
Götz Schwamkrug und Rainer Römer - Lautsprecher - Dichtung und Wahrheit (Ebook): Link
Frequenzweichen berechnen / Weichen-Rechner / Fertigweichen Link
Beispielhafte Entwicklung einer passiven Frequenzweiche am Beispiel einer 3-Wege-TML, not0815, Link
ARTA Handbuch (siehe auch LIMP und STEPS): Link

Sobald du das alles (!) gelesen und verstanden (!) hast, kannst du mit deinem Projekt von vorne beginnen. Dann kannst du womöglich die angesprochenen ERSTEN 10% bewerkstelligen. Alles andere wird genau das Gegenteil deines Hauptziels (Geld sparen - Student) zur Folge haben.
SpeakerNewbie
Neuling
#8 erstellt: 14. Jan 2021, 16:17

Was sagt WINIsd zu Qb3 Abstimmung


Ich hoffe mal du meintest das (?)
2021-01-14 16_01_12-Window


S'scho a weng arg... Wie siehts denn bei doppeltem Volumen aus?


Ich könnte natürlich nur einen Tieftöner für beide Kammern benutzen. Dann komme ich auch nur auf ~12cm Portlänge. und bekomme eine wesentlich flachere Kurve hin.


und einen fertig entwickelten Bausatz aufbauen wenn's gut werden soll.


Ne, zusammenbauen kann ja jeder Auch wenn der erste Versuch sicherlich unter dem Niveau endet, was ich mir erhoffe, ist es mir mehr wert dabei etwas von der Materie zu lernen.
Und die Chassis muss ich ja nicht wegschmeißen, falls es nichts wird. Kann ja immernoch ein neues Gehäuße damit planen.


ein 3-Weger ist auch sicher nicht Anfängertauglich ... also bitte alles überdenken


Kann ich das ein Stück weit umgehen indem ich statt Mittel- und Hochtöner einfach Breitbandlautsprecher verbaue?
quecksel
Inventar
#9 erstellt: 14. Jan 2021, 16:41

Kann ich das ein Stück weit umgehen indem ich statt Mittel- und Hochtöner einfach Breitbandlautsprecher verbaue?


Das macht es einfacher. Trotzdem nicht einfach. Alles was mehr als einen Weg hat will phasentechnisch korrekt beschaltet werden. Und Breitbänder plus Tieftöner ergibt Trennfrequenzen die messtechnisch schon nicht mehr so leicht zu erfassen sind.
Meine Befürchtung: Du nimmst dir immer noch zuviel vor, ignorierst bekannte Probleme aus Überforderung/Unwissen und findest das Ergebnis verständlicherweise trotzdem toll, weil man die eigenen Kinder immer am schönsten findet.

Vorschlag: Kauf dir ein paar Breitbänder, und hole daraus das Optimum. Wenn du damit fertig bist und dir Pegel fehlt kannst du Tieftöner dazupacken. Wenn's obenrum nicht passt ein paar Hochtöner.
Irgendwann hast du dann einen Dreiweger dastehen, der (hoffentlich) gut gemacht ist.

Als Referenz: MBU entwickelt ganz hervorragende Boxen mit Breitbänderen, siehe z:Bsp hier.
SpeakerNewbie
Neuling
#10 erstellt: 14. Jan 2021, 17:06

Meine Befürchtung: Du nimmst dir immer noch zuviel vor, ignorierst bekannte Probleme aus Überforderung/Unwissen und findest das Ergebnis verständlicherweise trotzdem toll, weil man die eigenen Kinder immer am schönsten findet.


In der Corona-Zeit suche ich ein wenig nach Beschäftigung und habe mal ein altes Logitech 5.1 Soundsystem zu einem einzigen Lautsprecher "fusioniert" , damit man es schnell und ohne Kabelsalat hier und da mit hin nehmen kann. Das hat mir Spaß gemacht und deswegen möchte ich mich ein bisschen in das ganze Lautsprecherbau/Hi-Fi Hobby einfinden.

Das Problem ist nur, dass ich keine wirklich sinnvolle Verwendung für die Lautsprecher habe, da ich in meinem Zimmer keinen Platz für große Standlautsprecher habe und ein 5.1 System mit kleinen Sateliten verwende, mit dem ich auch recht zufrieden bin.
Die einzige Bauform die eventuell einen guten Platz finden würde, wäre eine Art Soundbar/Sounddeck auf dem Fernseherschrank. Daher das Grundkonzept.

Aber ich denke du hast recht und ein Paar Breitbänder sind für den Anfang garnicht verkehrt und vor allem deutlich günstiger.
quecksel
Inventar
#11 erstellt: 14. Jan 2021, 18:18
Lautsprecher kann man nie genug haben Und ich würde auch am Fernseher lieber in Stereo hören.


Aber ich denke du hast recht und ein Paar Breitbänder sind für den Anfang garnicht verkehrt und vor allem deutlich günstiger.


Apalone
Inventar
#12 erstellt: 24. Jan 2021, 10:02
[quote="SpeakerNewbie (Beitrag #10)"].....In der Corona-Zeit suche ich ein wenig nach Beschäftigung ... [/quote]

Lesen?

[/quote]und deswegen möchte ich mich ein bisschen in das ganze Lautsprecherbau/Hi-Fi Hobby einfinden. [/quote]


[quote="MK_Sounds (Beitrag #7)"]Schlage zusätzlich folgende Quellen vor:
Götz Schwamkrug und Rainer Römer - Lautsprecher - Dichtung und Wahrheit (Ebook): [url=http://www.einklang-audio.com/buch/dichtung_und_wahrheit.pdf]Link[/url]
Frequenzweichen berechnen / Weichen-Rechner / Fertigweichen [url=http://www.hifi-forum.de/viewthread-104-28121.html]Link[/url]
Beispielhafte Entwicklung einer passiven Frequenzweiche am Beispiel einer 3-Wege-TML, not0815, [url=http://winboxsimu.de/fweiche3.html]Link[/url]
ARTA Handbuch (siehe auch LIMP und STEPS): [url=http://www.artalabs.hr/appnotes/arta-hb-d2.4-rv0.1.pdf]Link[/url]....[/quote]

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