Tangband W4-1320 in BR für Surround/Atmos

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niether_s
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 27. Dez 2016, 23:02
Hallo Leute,

ich melde mich mal mit einem kleinen Vorschlag. Die letzten Jahre war ich eigentlich sehr ruhig was den Selbstbau angeht, da einfach kein Bedarf da war. Mein jetziges Setup hat mir ausgereicht und dank Nachwuchs wurde ich auch abgelenkt vom Drang was zu bauen oder zu verändern.
Gut ein paar Shaker habe ich noch unter die Couch gebaut, aber das wars auch.

Jetzt allerdings habe ich germerkt, dass mein Marantz AVR Neflix nicht sauber in 5.1 unterstützt und ich brauchte einen neuen AVR. Ich habe mich für den Denon X1300W 7.2 Receiver entschieden, der nun auch Dolby Atmos kann. Das wollte ich natürlich ausprobieren und habe mir ein paar Klipsch RP-140SA bestellt um das mal zu testen. Die Lautsprecher feuern von den Surrounds aus an die Decke, wo der Schall zum Hörplatz reflektiert wird. Das erzeugt einen 3D-Effekt von dem ich relativ angetan bin. Das Setup soll also so bleiben: 5.1 plus Surround Atmos Enabled LS.

Ich dachte zunächst, dass die Technik ja wohl in einem kommerziellen Produkt nicht in Frage zu stellen ist. Allerdings bin ich mittlerweile nicht mehr so davon überzeugt. Der LS ist ein Zwei-Wege Modell, das ziemlich kugelförmig abstrahlt. Im Fall des Enabled Speakers, der von der Reflexion lebt sollte das Abstrahlverhalten demnach doch eher gerichtet sein, denke ich mir. Da kommt doch ein Breitbänder in Frage, wie er schon im Surround LS CT237 steckt.

Weiterhin sehen die Klipsch auf meinen Surrounds total grützig aus! Also muss ein Neubau her. Passt mir auch ganz gut rein, da ich mich an den Surrounds eh irgendwie satt gesehen hatte:

Surrounds mit Klipsch RP-140-SA


Entschuldigt das furchtbare Bild, aber ihr versteht wohl was ich meine.. Das geht so nicht. Wundert euch nicht, die Klipsch wurden mit dc-fix beklebt, da ich dachte, ich möchte die Dinger integrieren. Da ich jetzt aber die Atmos LS auch selbst bauen möchte, werd ich die Folie wohl wieder abziehen und die Teile an den höchstbietenden verkaufen.

Also: ich möchte gern einen Atmos LS selbst bauen und ihn möglichst gleich in den Surrounds integrieren. Meine erste Idee war dann, einfach wieder den Bauvorschlag des CT zu nehmen. Das ist eine auf ca. 70Hz abgestimmte BR Box - und ich muss sagen ein echt guter LS. Dank der Einmesstechnologie des AVR brauche ich den Tiefgang aber nicht wirklich. Der Sub übernimmt im FAST mit den W8-1772 in CB sowieso den f-Bereich bis 116Hz. Also kann er das auch für die Surrounds machen.
Ich habe jetzt mal Boxsim angeschmissen und mir ein paar Varianten angeschaut, die mit 2l Gehäusegröße auskommen. In CB (meine erste Wahl) liegt die f3 mit einem kleinen Korrekturnetz von 2mH und 8Ohm bei etwa 180 Hz, was dafür sorgen würde, dass ich den Sub jetzt höher mit laufen lassen müsste, was ich eigentlich verhindern will. In 2l BR mit einer Abstimmfrequenz von 110Hz und 2mH + 4,7Ohm bekomme ich folgenden Frequenzgang:

W4-1320 in 2l BR


Ich würde dann jeweils einen Surround und Atmos-LS (im Winkel von 60°) in einem Gehäuse bauen. Eine Skizze kann ich später noch kritzeln.

Was sagt ihr dazu, meint ihr, das kann so funktionieren? Hat jemand einen Gegenvorschlag? Ich freue mich schon auf euer Feedback!
LG Sebastian


[Beitrag von niether_s am 27. Dez 2016, 23:04 bearbeitet]
niether_s
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 28. Dez 2016, 18:42
Hallo nochmal,

ich habe mal ein bisschen weiter gerechnet und konstruiert und ein kleines Bildchen, das ich gern mit euch teilen würde:

Surround_Atmos_v1


Das ist meine Idee, wie die kleinen Dinger prinzipiell aussehen sollen. Es kommen natürlich noch BR-Rohre sowie die Frequenzweiche und Stecker ran, aber so ungefähr könnten die LS aussehen. Das obere Volumen ist jetzt etwa 2,2l und das untere 2,4l.
Ich warte noch gespannt, ob jemand eine Meinung dazu hat
niether_s
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 03. Feb 2017, 22:39
So Leute, die offene Begeisterung hat sich in Grenzen gehalten Ich liefere dennoch mal einen kleinen Baubericht ab. Für evtl. späteres Interesse und ein bisschen auch mich selbst.
Ich habe nach dem letzten Post ziemlich schnell angefangen zu bauen und mir daher erst im Laufe des Baus ein wenig mehr Informationen zu Atmos, DTX etc. angeeignet. Ursprünglich habe ich bei der Abstimmung der Atmos darauf geachtet, dass sie bis 200Hz linear spielen. Das ist wohl gar nicht nötig, da der relevante Bereich für diese Effekte wesentlich höher liegt. Die Deckenreflektoren habe ich dennoch in ein auf 110Hz abgestimmtes 1,9l BR Gehäuse gepackt mit 3,9Ohm und 1mH als Sperrkreis. Ich ärgere mich jetzt gerade etwas, dass durch die BR Öffnungen nur unnötiger Schrott mit raus kommt und ich die Dinger vielleicht orten kann. Das werde ich, wenn ich mal Muße habe nochmal ändern..
Die Surrounds sitzen in etwa 2,1l BR ebenfalls auf 110Hz abgestimmt mit 4,7Ohm und 1mH Sperrkreis.

Nun gut, langweilige Theorie beiseite hier kommen ein paar Bilder:

Rohbau
Zuschnitt - der Preis ist lachhaft für so winzige Böxchen

Rohbau
Leimen - der größte Spaß beim bauen

Rohbau
beim Rohbau habe ich gemerkt, wie lange ich schon kein MDF mehr miss- nein behandelt habe. Da wird einiges zu schleifen und zu hobeln sein

Rohbau
Hier mit dick Spachtel und verlegten Kabeln. Beide Kabel werden von der oberen Box aus rein geführt

Rohbau

IMG_20170107_151529
Hobeln - schön im tiefsten Winter um 14:00 angefangen und um 15:00 die erste Box fertig gehabt. Dann bleibt ja noch bombig viel Zeit, die zweite zu machen. Ich weiß ja schon wie es geht!

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Hier war es so 15min vor Sonnenuntergang und das MPX wollte nicht weniger werden. Da habe ich mal gemerkt, wie bescheuert es ist, MDF und MPX an einer gemeinsamen Kante zu bearbeiten. Das MDF ist viel weicher und verschwindet einfach, während man das eh schon überstehende MPX beackert. Besonders gut ist es nicht geworden. Aber an die Teile geht nachher denke ich keine ran und sagt "oh hier die Kante ist aber nicht bündig" - hoffe ich mal

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hier sieht man mal alle Löcher auf einmal. Die Speakon Buchse habe ich mit einem passenden Forstnerbohrer gemacht und die Löcher für die BR Rohre mit einer Stichsäge. Die Ausschnitte für die Treiber mit einer Oberfräse und einem steinalten selbstgebauten Fräszirkel, der es erstaunlicherweise immernoch tut.

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Löten - der zweitgrößte Spaß Diese riesen Spulen da drin zu verstecken hatte ich mir anfangs auch leichter vorgestellt!

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hier die Seitenteile kurz vor der großen Fusion - am Rand übrigens traurig die alten leeren Häuschen

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der Großteil des opulent verteilten Noppenschaumstoffs ist drin und die Seiten sind so bündig wie möglich verleimt.

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Hier sieht man noch nen blöden Fehler, die Kabel, die ich benutzt habe für die Innenverkabelung sind mit so quadratischer Isolierung und suuper unflexibel. Bei den kleinen Boxen hat das die ohnehin schon unangenehmen Einbauten noch verschlimmert.

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Schön abgeklebt und alles nochmal final grob geschliffen

IMG_1827
Probesitzen - der W1320-SIF sieht schon etwas gedrungen aus in dem winzigen Gehäuse.. Da war am Ende kein cm zu viel.. CB hätte die Problematik wahrscheinlich total entschäft..

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Grundierung mit Klarlack

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Das altbewährte Frog Tape

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...da kommt es schon wieder ab.

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letztes Bild vorm Einzug der Krawallmacher..

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so gefallen sie mir eigentlich optisch am Besten! Die SIF da reinzuquetschen war das allerschlimmste an dem Bau. Wahrscheinlich noch schlimmer als der 10kg Eminence Treiber, den ich damals nicht mehr aus dem Rohgehäuse gekriegt habe (andere Geschichte ). Die SIF gingen durch das 95mm Loch GERADE so. Und dann musste da noch das unflexible viel zu dicke Kabel dran vorbei - ohne den Sperrkreis kurzzuschließen!!! Naja ich hab drei Kreuze gemacht, als die Dinger Geräusche gemacht haben!

IMG_1864
Hier am Bestimmungsort

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Und der hier muss in der hintersten Ecke stehen

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hier baue ich die Bespannrahmen. Das war vielleicht eine Fummelarbeit! Alles frei Hand mit der Stichsäge.

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so sehen sie dann bespannt aus. Die etwas komplexere Geometrie oben habe ich wegen der Atmos-Problematik so gemacht. Ein kleiner Halbkreis aus 3mm MDF steht so weit vor, dass der direkte Weg von der Membran zum Ohr verdeckt ist. Damit will ich die Reflexion etwas deutlicher/lauter als den Direktschall machen. Wie wirksam das letztlich ist, weiß ich nicht. Bei der Einmessung meint der AVR, dass der Abstand der gleiche ist, wie zu den Surrounds, demnach kommt da wohl immerhin so "viel" Schall auf direktem Weg an, dass die direkte Entfernung angegeben wird. Wie das aber intern gehändelt wird und ob jetzt wirklich weniger über die Reflexion ankommt, sagt mir der AVR nicht.

Beim Probehören muss ich sagen, dass beim letzten Harry Potter Teil (den ich mir gerade mit meiner Freundin anschauen durfte ) mit DTS Neural X Upmixing doch ein recht ordentliches Ergebnis erzielt wurde. Teilweise quatschen die Leute da was aus dem Jenseits oder wo auch immer und es klingt so als ob die Stimme recht diffus von oben/hinten kommt. Ob die Klipsch RP-140SA das besser gemacht hätten bezweifel ich jetzt mal. Höchstens genau so gut

Alles in allem bin ich total zufrieden mit meinem Bau und werde nur noch mal Hand an die Dinger anlegen, wenn es mich überkommt und ich Angst vor dem fiesen Mitteltonmüll aus dem BR-Kanal der Atmos habe.

Liebe Grüße an alle.
Sebastian
DaCosMo
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 09. Nov 2017, 14:36
Ein wirklich schönes Projekt. Respekt!
niether_s
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 03. Jan 2018, 13:29
Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich, dass es anscheinend doch noch jemand gelesen hat
Black-Devil
Gesperrt
#6 erstellt: 03. Jan 2018, 13:49
Hab es leider auch gerade erst gesehen - tolle Arbeit!!

Was Atmos angeht kenne ich mich nicht wirklich aus, aber hier sieht das endlich mal stimmig aus!
romvor
Stammgast
#7 erstellt: 09. Okt 2018, 07:29
Wow, auch gerade beim rumsuchen entdeckt, sehen sehr schön aus und die Extra-Bespannung zur vermeidung/verminderung des Direktschalls ist eine sehr gute Idee. Da kann man nachträglich noch mit verschiedenen Größen experimentieren und vor allem ist dieser auf verschiedene Aufsatzlautsprecher einsetzbar.

lg
romvor
fehlermeldung_2000
Inventar
#8 erstellt: 27. Mai 2019, 21:23
gute Idee, einen Breitbänder für den 3D Sound einzusetzen. Wie sieht es aus mit einem Langzeitbericht? War die Bassreflex-Abstimmung im Nachhinein nötig? Wie haben sich die Lautsprecherabdeckungen/Stoffblenden bewährt?
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