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umbenannt: Magnat MSP70 und der Taunussound (Loudnesscharakter)

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Langspielplatte
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 28. Mai 2010, 11:03
Hallo,

nach jahrelanger Gehörquälerei mit zwei unfähigen Tonsilboxen erfreue ich mich seit einiger Zeit der Gegenwart zweier Magnat MSP70. In meinen Ohren klingen die Boxen prima (selbst wenn´s nicht so wäre- was anderes wäre in den nächsten Jahren auch finanziell nicht drin), mich würde aber interessieren, was die damalige "Fachpresse" dazu schrieb. In den Zeitschriften

- Hifi Vision 10/87
- Audio 11/87

gab es Berichte dazu und ich wollte fragen, ob jemand diese Zeitschriften noch liegen hat und sie entweder nicht mehr braucht oder mir die fraglichen Seiten (gern auch die Seiten der anderen Lautsprecherberichte in diesen beiden Zeitschriften) scannen und mailen könnte, mailaddi per PN.

Also, wer hat- ran an die Tasten, ihr würdet mir ´ne große Freude machen.

Viele Grüße,

LP.
mgki
Inventar
#2 erstellt: 29. Mai 2010, 16:43
Hallo!

Wenn du mir deine Emailadresse per PM mitteilst,kann ich dir die beiden Artikel zusenden.

Den Bericht aus der Stereoplay 7/87 hast du schon?
Falls nicht,würde ich den auch noch dazupacken.

Gruß

Stefan
Langspielplatte
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 30. Mai 2010, 09:32
Hallo Stefan und vielen Dank für Deine Antwort, habe Dir sogleich eine PM gesendet.

Viele Grüße, Tommy.
Langspielplatte
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 30. Mai 2010, 12:55
Besten Dank, Stefan, die Dateien kamen gut an. Dank der Grafiken in der Stereoplay konnte ich endlich mal sehen, was ich höre.

Auf den ersten Blick ist das Ergebnis etwas ernüchternd, "so" stark hatte ich mir die Badewanne meiner Boxen nicht vorgestellt. Leider steht bei dem Frequenzgangdiagrammen der Stereoplay nicht dabei, ob und welche Filter zur Messung verwendet wurden, letztlich haben die Ohren ja eine umgekehrte Badewannencharakteristik.

However, jetzt bleib´ ich erstmal bei den MSP70. Vielen Dank nochmals und viele Grüße,

Tommy.
mgki
Inventar
#5 erstellt: 30. Mai 2010, 13:42
Gern geschehen.
Passat
Moderator
#6 erstellt: 30. Mai 2010, 13:48

Langspielplatte schrieb:
Leider steht bei dem Frequenzgangdiagrammen der Stereoplay nicht dabei, ob und welche Filter zur Messung verwendet wurden, letztlich haben die Ohren ja eine umgekehrte Badewannencharakteristik.


Bei Frequenzgangmessungen kommen grundsätzlich keine Filter zum Einsatz.

Grüsse
Roman
Langspielplatte
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 30. Mai 2010, 15:58

Passat schrieb:

Langspielplatte schrieb:
Leider steht bei dem Frequenzgangdiagrammen der Stereoplay nicht dabei, ob und welche Filter zur Messung verwendet wurden, letztlich haben die Ohren ja eine umgekehrte Badewannencharakteristik.


Bei Frequenzgangmessungen kommen grundsätzlich keine Filter zum Einsatz.

Grüsse
Roman


Bedeutet dies, daß, indem die MSP70 das Hörempfinden des Menschen mit umgekehrtem Vorzeichen imitiert, sie subjektiv linearer spielt als bewußt "linear" abgestimmte Boxen? Letztere müßte man ja im Bereich der Mitten eher als aufdringlich emfinden, oder?

Zur Verdeutlichung hier der Frequenzgang der MSP70:



Quelle: Stereoplay 07/87

In anderen Zeitschriften wurde den MSP70 ein garnichtmal ein sooo unlinearer Frequenzgang bescheinigt, wie das Bild vermuten läßt...

Zum Vergleich hier noch ein link, welcher sich mit Filtern und dem Gehör auseinandersetzt. Von dort stammt dieses Bild:



Und hier die Kurven gleicher Lautstärke von Wiki:

http://upload.wikime...68px-Lindos1.svg.png

Worin also besteht der Vorteil möglichst linearer abgestimmter Lautsprecher?


[Beitrag von Langspielplatte am 30. Mai 2010, 16:56 bearbeitet]
Passat
Moderator
#8 erstellt: 30. Mai 2010, 17:23
Dieser Badewannenfrequenzgang war eine Zeit lang modern.
Man spricht dabei vom sog. "Taunus-Sound", weil angeblich viele Lautsprecher der damals im Taunus ansässigen Lautsprecherhersteller (Canton, Heco, Acron, Hennel, etc. etc.) so abgestimmt gewesen sein sollen.

Wenn man sich aber die Frequenzgänge der alten Lautsprecher dieser Hersteller anschaut, so findet man merkwürdigerweise kaum Badewannenfrequenzgänge.

Richtig ist ein linearer Frequenzgang.
Den hat übrigens auch das menschliche Gehör, allerdings nur bei einem Pegel von ca. 90 dB.
Bei kleinerem Pegel reduziert sich mit sinkendem Pegel immer mehr die Empfindlichkeit in den Bässen und Höhen, bei höherem Pegel ists umgekehrt.
Da dies pegelabhängig ist, ein Lautsprecher aber unabhängig von der Lautstärke seinen Frequenzgang nicht ändert, taugt so eine Abstimmung nicht zur Kompensation des menschlichen Hörempfindens.
Dafür gibts die Loudness-Schaltung bei Verstärkern und Receivern. Die machen die Baß- und Höhenanhebung in der Stärke abhängig von der Stellung des Lautstärkereglers.
Je leiser, desto stärker die Baß- und Höhenanhebung.

Grüsse
Roman


[Beitrag von Passat am 30. Mai 2010, 17:25 bearbeitet]
Nick11
Inventar
#9 erstellt: 30. Mai 2010, 19:27
Roman hat recht.
Das abgedruckte Diagramm ist schon krass, vom Ideal frappierend weit entfernt. Wenns dir trotzdem gefällt, macht das aber nichts...
RocknRollCowboy
Inventar
#10 erstellt: 30. Mai 2010, 19:43
Hallo LP

Mach Dir erstmal nichts aus Frequenzgangmessungen.
Wenn Dir Deine Magnat gefallen ist alles in Ordnung.

Ich habe Selbstau-Hornlautsprecher, deren Frequnzgang auch nicht als linear bezeichnet werden kann. Mir gefallen sie aber sehr gut. Ich persönlich finde lineare Frequenzgänge als "langweilig". Aber das ist reine Geschmackssache.
Leute, die gerne hören wie der Tontechniler im Studio die Aufnahme abgemischt hat, greifen lieber zu neutralen Lautsprechern. Wie gesagt, das ist Geschmackssache.

Jeder so. wie er gerne will.

Leih Dir doch mal von einem Freund oder HiFi-Händler lineare Lautsprecher aus und vergleiche zu Deinen Magnat. Nur so kannst Du sagen, welcher Sound Dir besser gefällt.

Schönen Gruß
Georg
Langspielplatte
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 30. Mai 2010, 20:18

Passat schrieb:
Dieser Badewannenfrequenzgang war eine Zeit lang modern.
Man spricht dabei vom sog. "Taunus-Sound", weil angeblich viele Lautsprecher der damals im Taunus ansässigen Lautsprecherhersteller (Canton, Heco, Acron, Hennel, etc. etc.) so abgestimmt gewesen sein sollen.


Endlich hab ich kapiert, was mit "Taunussound" gemeint ist.

Etwas anderes leuchtet mir aber nicht ein:


Passat schrieb:
Richtig ist ein linearer Frequenzgang.
Den hat übrigens auch das menschliche Gehör, allerdings nur bei einem Pegel von ca. 90 dB.


Träfe diese Aussage zu, müßte dann nicht die Kurve der gleichen Lautstärke bei ca. 90db in dieser Graphik (Quelle)



eine mehr oder weniger gerade Linie sein? Oder anders gesagt: Die Kurve der Lautstärkepegel (in phon) besitzen alle den Badewannencharakter, unabhängig von ihrer Höhe... wo liegt also mein Denkfehler, wenn ich annehme, der Taunussound (siehe Diagramm weiter oben) wäre ideal, um die Badewanne des menschlichen Ohres auszugleichen? Oder findet dieser Ausgleich schon beim Abmischen im Studio statt?

Freue mich sehr über Aufklärung.

@Nick & RRC: Nun, es ist so, daß ich bei diesen Lautsprechern in der Tat die Höhen hin und wieder ein wenig rausnehme, meist läuft die Musik aber ohne Klangregelung. Aufgrund des großen Wohnzimmers mit stets offenem Durchgang zur Küche, von wo noch eine stets offene Luke in den Korridor geht, verlaufen sich die Bässe, völlig ohne zu dröhnen. Ich würde sagen, für diese räumlichen Gegebenheiten sind die Boxen prima. HiFi Vision attestiert den Boxen ein "anspringendes Klangbild", und das trifft´s.


[Beitrag von Langspielplatte am 30. Mai 2010, 20:20 bearbeitet]
Passat
Moderator
#12 erstellt: 30. Mai 2010, 20:45

Langspielplatte schrieb:
wo liegt also mein Denkfehler, wenn ich annehme, der Taunussound (siehe Diagramm weiter oben) wäre ideal, um die Badewanne des menschlichen Ohres auszugleichen?


Dein Denkfehler liegt darin, das die Stärke der Badewanne des menschlichen Gehörs lautstärkeabhängig ist, die Badewanne des Lautsprechers aber nicht.

Deshalb gibts, wie weiter oben schon geschrieben, bei vielen Verstärkern die Loudness-Funktion, die die Badewanne des menschlichen Gehörs lautstärkeabhängig ausgleicht.

Da diese Funktion also im Verstärker sitzt, hat sie im Lautsprecher nichts zu suchen.

Im Übrigen darf man die Badewanne nur dann entsprechend kompensieren, wenn die Wiedergabelautstärke anders ist als die Lautstärke des Originalsignals.

Hat z.B. ein Instrument eine originale Lautstärke von 50 dB und ich spiele eine Aufzeichnung des Instruments auch mit 50 dB ab und würde nun die Badewanne des Gehörs kompensieren, so hätte die Wiedergabe einen kräftigeren Baß und kräftigere Höhen als das Original, das aufgezeichnete Signal würde also gegenüber dem Originalsignal verfälscht.

Grüsse
Roman
Langspielplatte
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 30. Mai 2010, 22:44

Passat schrieb:
Hat z.B. ein Instrument eine originale Lautstärke von 50 dB und ich spiele eine Aufzeichnung des Instruments auch mit 50 dB ab und würde nun die Badewanne des Gehörs kompensieren, so hätte die Wiedergabe einen kräftigeren Baß und kräftigere Höhen als das Original, das aufgezeichnete Signal würde also gegenüber dem Originalsignal verfälscht.

Grüsse
Roman


Aha! Dieser Absatz machte mir alles verständlich, hier lag auch mein Denkfehler. Klare Worte, besten Dank.

Wenn man nun den F-gang der MSP70 mal ins Hörfelddiagramm einfügt, dann sieht es dennoch ganz akzeptabel aus:



In der Stereoplay sieht es weit verheerender aus, weil dort nur ein Ausschnitt von 50-100 db gezeigt wird. Ist zwar nach wie vor nicht linear, aber ich werde damit leben müssen, bis mir was lineares vor die Füße fällt. Es sind zumindest die besten Speaker, die ich bisher hatte- und ich fange erst an. Kommt Zeit, kommt Box.

Passat
Moderator
#14 erstellt: 30. Mai 2010, 23:06
Zu der Hörschwellenkurve:

Die wird alle paar Jahre angepasst, vor 20 Jahren war die in einen bestimmten dB-Bereich tatsächlich nahezu linear.

In der Stereoplay wird nur der Bereich von 50-100 dB abgebildet, weil im Diagramm auch der Wirkungsgrad des Lautsprechers drin steckt.
Der Lautsprecher wird für die Messung mit 1 Watt betrieben und erreicht dann die im Diagramm dargestellte Lautstärke.

Hätte die Magnat einen höheren Wirkungsgrad, so wäre die Kurve weiter oben im Diagramm, bei einem schlechteren Wirkungsgrad weiter unten im Diagramm.

Bei 1 KHz lese ich aus dem Diagramm einen Wirkungsgrad von 83 dB/W/m heraus.

Grüsse
Roman


[Beitrag von Passat am 30. Mai 2010, 23:10 bearbeitet]
Langspielplatte
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 30. Mai 2010, 23:29
Gehst Du eigentlich nie ins Bett?

Hier bekommt man sogar Fragen beantwortet, die man gar nicht gestellt hat, supa (will sagen: hier wird man geholfen)!

Eine Frage hab ich noch, bevor ich mich auf´s Ohr haue: Könnte ich mit Multimeter, Frequenzgenerator und Know-How aus dem Forum die Boxen mittels Frequenzweichenanpassung auf "linear" trimmen? Löterfahrung ist vorhanden. Nur so aus Interesse, falls mich irgendwann in den Fingern jucktimages/smilies/insane.gif ... Die Boxen an sich sind ja prima verarbeitet, das würde es sich gewiß lohnen, ein wenig Arbeit zu investieren.

Nächtla.

Edit: Guten Morgäääääääääähn!

Roman, noch ´ne Frage. Was könnte der Grund sein, daß die Hörschwellkurve immer mal angepasst werden muß? Ändert sich das Gehör der Menschen durch veränderte Umwelt oder verbessert sich das Meßequipment so stark, daß die Werte aktualisiert werden müssen?


[Beitrag von Langspielplatte am 31. Mai 2010, 11:51 bearbeitet]
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