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Bestellen im Ausland

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Autor
Beitrag
Casaya
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 10. Nov 2004, 00:23
Hallo,

als Neuling heute gleich meine erste Frage.
Sicher hat der eine oder andere schon Erfahrungen mit Bestellungen im Ausland gemacht. Bei dem günstigen Dollarkurs zahlt man derzeit oft wesentlich weniger als bei uns, was sich gerade bei größeren Beträgen bemerkbar macht. Doch auf was muss ich achten, wenn ich im Ausland bestelle?

Mir fallen spontan folgende Punkte ein:
- Garantie- und Serviceleistungen
- Versandbedingungen und -kosten
- Stromversorgung/Spannung des Geräts
- Anschlüsse des Geräts
- Wiedergabemodi (z. B. NTSC/PAL im Videobereich)
(Natürlich sollte auch der Händler einen vertrauenswürdigen Eindruck hinterlassen!)

Konkret bin ich gerade auf der Suche nach einem High-End-Multiplayer für DVD und SACD/CD wie dem Onkyo DV-SP1000 und dazu passenden Kopfhörern (hier interessieren mich insbesondere die Stax-Modelle). Wer kennt hier günstige und empfehlenswerte Einkaufsmöglichkeiten?

Danke im Voraus
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 10. Nov 2004, 00:29
Hallo,

Steuer und Zoll nicht vergessen usw. Bei dem Kauf von einem Teil lohnt es es immer noch nicht im Ausland zu bestellen.

Markus
cr
Moderator
#3 erstellt: 10. Nov 2004, 01:13

- Anschlüsse des Geräts
- Wiedergabemodi (z. B. NTSC/PAL im Videobereich)

Zumindest diese beiden Punkte kannst du ad acta legen.
Ob sich der Kauf eines Einzelgerätes lohnt (außer du lebst in der Schweiz, hier überwiegt die MWST-Rückvergütung die Schweizer MWST + Versandkosten)), wage ich mal zu bezeifeln.

Bei den amerikanischen Internetanbietern mußt du bedenken, dass die ihre Preise ohne MWST angeben. Dh du bekommst keine zurück, zahlst aber die Einfuhrumsatzsteuer.
christof.d
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 10. Nov 2004, 07:35
Hey, ich persönlich würde es nicht tun, da ist der Ersparnis sicherlich nicht zu groß. Das Risiko, dass was kaputt geht und ich die Ware irgenwohin einschiccken muß, will ich nicht eingehen. Billig ist nicht immer billig. Ich habe neulich auf meine Austausch-Festplatte 2 Monate gewartet! Stellt euch vor, Ihr mußt so lange auf Euren Verstärker warten?
Casaya
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 10. Nov 2004, 18:15
Danke, das war hilfreich. Meine größten Bedenken sind auch der Umtausch, die Lieferung defekter Ware oder ein Garantiefall. Da ist man auf jeden Fall besser dran, wenn man Service vor Ort hat. Warum allerdings viele (auch nicht importierte) Geräte hier rund das Doppelte kosten (müssen) wie in den USA, ist mir ein Rätsel. Der Mehrverkauf bei etwas reduzierten Gewinnspannen sollte sich doch für die meisten Händler lohnen.
cr
Moderator
#6 erstellt: 10. Nov 2004, 18:48
Wenn dann würde ich höchstens sehr servicearme Geräte bestellen, wie zB einen robusten Verstärker. Aber nicht so anfällige Geräte wie CD/DVD-Rekorder/Player.
Allein der Rückversand im Reparaturfall kostet viel Geld, Zeit und Nerven, schon in benachbarte Länder, erst recht nach Übersee.
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 10. Nov 2004, 23:49

Casaya schrieb:
Danke, das war hilfreich. Meine größten Bedenken sind auch der Umtausch, die Lieferung defekter Ware oder ein Garantiefall. Da ist man auf jeden Fall besser dran, wenn man Service vor Ort hat. Warum allerdings viele (auch nicht importierte) Geräte hier rund das Doppelte kosten (müssen) wie in den USA, ist mir ein Rätsel. Der Mehrverkauf bei etwas reduzierten Gewinnspannen sollte sich doch für die meisten Händler lohnen.


Hallo,

du gehst von vollkommen falschen Vorraussetzungen aus. Oft wird auch ein Listenpreis mit einem Angebot in Übersee verglichen. Dann die fehlende Steuer usw.

Es ist selten Gold was glänzt.

Markus
macfan
Neuling
#8 erstellt: 26. Nov 2004, 13:08
Hallo,

ich glaube nicht, dass Casaya von vollkommen falschen Voraussetzungen ausgeht. Es ist eine wohlbekannte Tatsache, dass alle Hersteller den Preis eines Geraetes in weitem Umfang den Gegebenheiten des jeweiligen Marktes anpassen. Europa ist da einfach ein Hochpreis-Land.
Nehmen wir ein extremes Beispiel: der Onkyo DV-SP1000. Das ist ganz sicher ein hervorragendes Geraet. Die Preise dafuer sind:
Europa: UVP 4500 Euro, aktueller Strassenpreis 3500 Euro
USA: UVP 2000 $, aktueller Strassenpreis 1700 $.

Nehmen wir also die Haendlerpreise in Euro:

Europa 3500 Euro, USA ca. 1350 Euro !!!!!

Es handelt sich natuerlich um das gleiche Geraet. der einzige Unterschied ist, dass der US-Player Region Code 1 hat und nur NTSC abspielt.

Wenn man das Geraet importiert, kommen noch Versand (ca. 200 $), Zoll (14%) und MWST (16%) dazu (der Staat verlangt uebrigens MWST auf das Geraet UND den Versand UND den bereits bezahlten Zoll, toll was ?). Das addiert sich dann zu ca. 2000 Euro. Das war's. Bleibt immer noch ein "Gewinn" von 1500 Euro, also ueber 40%.

Leider, da muss ich cr widersprechen, ist die Sache mit Region Code 1 und NTSC nicht so einfach. Ganz klar ist, dass der Onkyo das natuerlich kann, auch das US-Geraet. Aber man muss es auch aktivieren koennen. Den Onkyo Code free zu kriegen, ist moeglich, allerdings momentan nur durch den Austausch eines Chips im Player. Fuer die Aktivierung von PAL kenne ich bisher keinen Weg.

Fuer manch andere Player gilt diese Beschraenkung nicht. Zumindest dann nicht, wenn Region Code 2 und PAL allein durch das Aufspielen der entsprechenden Firmware ermoeglicht werden.

Sollte jemand wissen, wie man den US-Onkyo zu PAL bewegen kann (wenigstens auf dem digitalen Ausgang), bin ich fuer Informationen echt dankbar.

Gruss,
Frank
cr
Moderator
#9 erstellt: 28. Nov 2004, 03:30
Alle modernen Fernseher können doch PAL und NTSC. Oder täusche ich mich da?
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 28. Nov 2004, 11:52

macfan schrieb:


Wenn man das Geraet importiert, kommen noch Versand (ca. 200 $), Zoll (14%) und MWST (16%) dazu (der Staat verlangt uebrigens MWST auf das Geraet UND den Versand UND den bereits bezahlten Zoll, toll was ?). Das addiert sich dann zu ca. 2000 Euro. Das war's. Bleibt immer noch ein "Gewinn" von 1500 Euro, also ueber 40%.


Hallo Frank,

schade das es immer so vereinfacht wird. Höhere Transportkosten innerhalb Deutschlands, höhere Mitarbeiterkosten bei den Unternehmen usw. Diese Aufschlüsselung fehlt gänzlich bei dir. Es wird immer alles so vereinfacht dargestellt. Das einzige was immer plausibel klingt ist die "Einfache Wahrheit" (die aber nie oder seltenst stimmt)

Markus
cr
Moderator
#11 erstellt: 28. Nov 2004, 20:20
Nur als Konsument interessiert mich das nicht wirklich, warum das Produkt in D teurer ist. Genausowenig interessiert mich als Konsument, warum der Dollar um 25% unterm Euro liegt. Mich interessiert als Konsument der Preis des Produktes. Dazu kommen noch die Nebenleistungen, die man bewerten muß (zB hohe Kosten bei Reparatur in den USA etc). Daruf basierend macht man als homo oeconomicus sein Kalkül. Wenn mal die Preisschere dermaßen eklatant ist, werden eben immer mehr Leute selbst importieren, bis sich das Preisniveau anpaßt. Genauso wars auch in den 70er mit Infinity, die in den USA um mehr als 50% billiger waren. Das hat sich dann bald mal geändert, als eben begonnen wurde, massiv zu importieren. So läuft das mal und das ist auch richtig so.
Der Sinn von Welthandelsabkommen etc. ist gerade der, dass man die Freiheit hat zu kaufen, wo man will.
Entweder steht man dazu oder man ist eben für den Protektionismus mit 100% Zoll und mehr.
(PS: Auf landwirschaftliche Produkte werden zB in der Schweiz bis zu 600% Zoll eingehoben).
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 28. Nov 2004, 21:20
Hallo,

mich würde es dennoch interessieren, denn irgendwo im Kreislauf haben einige NOCH ihren Job in .de

Natürlich hat man die Freiheit zu kaufen, wo man will. Genauso hat der Unternehmer die Freiheit zu produzieren, wo er will. Dafür gehen aber einige auf die Strasse das es in .de bleibt.

Markus
cr
Moderator
#13 erstellt: 28. Nov 2004, 22:31
Die Alternative ist die Planwirtschaft oder die geschlossene Staatswirtschaft.
Nach dem Modell von Ricardo ist es aber zum wirtschaftlichen Aufschwung gerade wegen der Arbeitsteilung zwischen den Staaten gekommen, die nur in einer relativ freien Marktwirtschaft möglich ist.
Genauso kann man jammern, dass nicht mehr Braunkohle abgebaut wird, auch hier sind 1000e Jobs gewesen usw. Dass man Schuhe nicht mehr mit dem Hammer in der Werkstatt zusammenklopft und dass die Eisenbahn 10000e Pferdekutscher arbeitslos gemacht hat und die Stromindustrie die Laternenanzünder.
Wohin es führt, wenn man nicht-tragfähige Strukturen mit Gewalt erhält, hat ja die ö. Verstaatlichte bewiesen. Ein milliardenteures Experiment.
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 28. Nov 2004, 22:46
Hallo,

es geht nicht um das gewaltvolle erhalten von Strukturen. Natürlich braucht man Flexibilität. Der Konsument sollte dann aber auch bei Problemen dort hin gehen. Und nicht kostenlosen internationalen Service beanspruchen wollen. Wenn das Thema ist, so ist sicherlich die 25% und mehr gerechtfertigt.

Ich möchte keine Tagespreise haben. Man stelle sich das bei Operationen oder Arzneimittel vor. Mir ist es lieber eine gewisse Planungssicherheit z.B. bei Anschaffungen zu haben. Ich bin kein Befürworter von Tageslaunen. Auf beiden wirtschaftlich angesprochenen Feldern.

Ich werde mir mal demnächst Werbepreise in den USA für Internetforen besorgen Dann teilen wir die durch 5 und mal sehen ob du drauf einsteigen KANNST! (nicht wollen, können)

Markus
flowie
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 28. Nov 2004, 23:15
Wenn im Sommer der Dollarkurs noch weiter abgesackt ist und die Relation Dollar/Euro bei etwa 1.5/1 steht, werde ich wohl wieder im Land der aufgehenden Sonne ordern.
Mein aktueller CDP hat mich neu, inklusive Versand und Zoll, knapp über 300 Euro gekostet. Im Vergleich zu meinem alten Marantz CD 6000 OSE, für den hab ich gebraucht 250 Euro bezahlt habe, geradezu ein Witz. Klanglich gefällt mir der neue besser, Verarbeitung und Wertigkeit sind um Längen besser.
Bei solchen Preisen ist mir der schon angebrachte Nachteil beim Service eigentlich egal, das riskiere ich einfach.

Gruß,
Daniel
MLuding
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 29. Nov 2004, 11:32
HI,

ich hatte mich auch schon oft genug gefragt warum denn Foto- und Hifiprodukte (auch die die nicht in den USA hergestellt werden) dort so billig sind und hier so teuer

Selbst unter Hineinrechnung von Sales-Tax, State-Tax, Warranty (in den USA meist nur 1 Jahr Garantie!) kommt es hier zu nicht mehr kostenseitig begruendbaren Preisdifferenzen. Der wahre Grund liegt hier sicher darin
Europa ist da einfach ein Hochpreis-Land
!

Deis fuehrte dazu, dass ich mir vor einem Jahr Objektive und sonstiges Foto-Zubehoer bei einem Besuch in New York gekauft habe und kraeftig gespart habe (auch wenn man Zoll/MwSt dazu rechnet!)! Canon hat uerbigens damals interessanterweise auf den niedrigen Dollarkurs mit deutlichen Preissenkungen hier in Europa geantwortet... ich denke auch, um damit Eigenimporte aus den USA (ich nenne nur B&H etc.) auszutrocknen.

Aktuell warte ich z.B. auf Audioquest-Kabel die ich in den USA bestellt habe. In einem US-Shop gekauft werden mir sie direkt vom Hersteller zugeschickt. Ich habe Sie mir dort bestellen muessen, da der Marantz Vertrieb in D diese Kabel nicht importiert (also nicht aus Geiz-Gruenden drueben bestellt). Trotzdem kosten dort die Kabel deutlich weniger als hier in Europa (z.B. Audioquest King Kobra 1 Cinch-Stereometer, D: 174 Euro I:212 Euro US: 150 $). Zudem kostet die Lieferung ueber 300$ keine Versandgebuehren, es kommt also nur MwSt und Zoll (ich glaube 3,7% wenn ich's noch richtig weiss) dazu!

Das mit der Garantie ist auch nicht immer gueltig, da viele Hersteller mittlerweile eine internationale Garantie anbieten (ich konnte bspw. meine Classé-Endstufe direkt bei mir hier in Italien reparieren lassen - obwohl in D gekauft! Classe bietet eine weltweite Garantie in allen Laendern mit einem offiziellen Classe=BW-Vertrieb - unabhaengig davon wo gekauft !!) Ich glaube das gilt sogar fuer den gesamten B&W-Vertrieb, dazu noch Bryston und sicherlich auch andere Marken. Viele Haendler bieten auf Nachfrage sogar 230V-Geraete an, viele Geraete sind auch problemlos zwischen 110 und 230V umschaltbar!

Ich denke nachfragen lohnt in einigen Faellen durchaus (ich ueberlege mir gerade den Power-Conditioner einer US-Marke zu bestellen)!!!

Ein Gutes haben allerdings die hohen Importpreise von auslaendischen Marken: sie foerdern die heimische Industrie, die dadurch gesehen relativ billiger und damit konkurrenzfaehiger wird!

Gruss
Martin
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 29. Nov 2004, 11:48
Hallo MLuding,

schon mal die Stückkostenrechnung seitens des Herstellers berücksichtigt? Und auch die Binnennachfragekraft?

Es wird alles zu simpel dargestellt.

War der US Preis inklusive Mehrwehrtsteuer oder ohne? Sonst bitte Äpfel mit Äpfel vergleichen....

Markus
cr
Moderator
#18 erstellt: 29. Nov 2004, 12:18
Wieso sollen die Stückkosten in den USA anders sein als in Europa? Die meisten Geräte werden weder hier noch dort produziert, sondern in Fernost.
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 29. Nov 2004, 12:26
Hallo,

nimm z.B. einen Tuner. Wenn das stimmt wie du es in dem Bose Thread gesagt hast, so ist es ein spezieller Tuner. Als Beispiel. Oder der Netzanschluss.
Glaubst du nicht das eine "kleine Charge" für Europa Mehrkosten verursacht? Zudem muss ja hier für einige Länder nochmals speziell gefertigt werden.

Und wenn ich z.B. 7 Tage für die USA produzieren kann, aber nur einen halben Tag für Deutschland und nochmals einen halben für Grossbritaninen, wirkt sich das sicherlich auf die Kosten aus. Und diese Kosten werden GB oder Deutschland angelastet und nicht umgelegt.

Dazu: Wenn du in die USA 3 40FussContainer hineinschiffst ist das für Deutschland ca. 1 20 Fusscontainer. Und das die Grundkosten nunmal relativ stabil sind, entfällt bzw. reduziert sich die variable Kostenrate nur für die USA.

MLuding hat ja noch einige Dinge vergessen bei seiner Aufzählung die die Kosten in die Höhe treibt: Personal und Miete. Diese wird schliesslich noch nicht in US-Niveau gezahlt.

Markus
Panther
Inventar
#20 erstellt: 29. Nov 2004, 12:42
Hi Markus_P,

die Argumente, die Du bringst, sind sicher richtig.

Ich glaube aber immer noch nicht, dass sie Preisunterschiede in der genannten Größenordnung rechtfertigen.

Nach simpler ökonomischer Lehre ist es nun einmal Ziel des Haushalts, seine Bedürfnisse maximal zu befriedigen und Ziel des Unternehmers, seinen Gewinn zu maximieren. Selbst wenn die Realität nicht ganz so einfach ist, bleibt dieses Spannungsfeld immer irgendwie erhalten.

Nachdem die Industrie die Vorteile der "Globalisierung" in vollen Zügen nutzt, ist nun auch einmal der Konsument dran. So ist das halt. Aber das hatten wir ja bereits...

Grüße

Panther
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 29. Nov 2004, 16:46
Hallo,

aber Liegestuhl in Spanien und das Geld auf dem Bankkonto sollte man sich so auch abschmieren. Es können nicht immer die anderen Dummen für den eigenen Arbeitsplatzerhalt sorgen.

Im übrigen bekommen aktuell einige Firmen sehr schöne Quittungen für ihr Verständnis des Globalisierens:)

Jedem Verbraucher sollte dennoch mal die Weitsicht nahe gelegt werden. Früher war es die "grüne Wiese" wo man einkaufte, heute ist es im Ausland. Solche Prozesse gab es schon immer.

Vor 20 Jahren haben sich viele 30-50jährige gefreut mit dem Auto auf der grünen Wiese einkaufen zu fahren. Weil es günstiger war. Heute würden sie gerne Nahversorger haben. Aber ihr Verhalten damals hat diese Sache geändert....

aber wie bereits gesagt, das Thema ist sehr komplex....

Markus
MLuding
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 29. Nov 2004, 17:55
Hallo Markus,

ohne es zu merken argumentierst Du genau in meine Richtung:
[quote]Und auch die Binnennachfragekraft?
... MLuding hat ja noch einige Dinge vergessen bei seiner Aufzählung die die Kosten in die Höhe treibt: Personal und Miete. Diese wird schliesslich noch nicht in US-Niveau gezahlt.[/quote]


Wie Du sicherlich weisst kann man Verkaufspreise auf zwei Arten festlegen: mittels einer Stueckkostenrechnung oder mittels einer Marktpreisbildung (das Target-Pricing als Misch- oder Zwischenform lassen wir jetzt mal weg). Du gehst bei Deiner Begruendung ja implizit davon aus: "was bezahlt mir mein Kunde - in seinem oekonomischen Umfeld natuerlich - fuer mein Produkt?? Welcher Preis ist fuer den jeweiligen Markt angemessen??"

Kostenseitig gibt es - jetzt nehme ich mal mein Kabelbeispiel - wohl definitiv keinen (wesentlichen) Kostenunterschied bei einem Kabel fuer Deutschland oder fuer Italien?! Hier in Italien st der Markt fuer High-End Audioprodukte einfach enger, d.h. es gibt weniger Nachfrager und auch weniger Anbieter (...alleine schon die Auswahl guter Hifi-Laeden ist hier bestuerzend!!), beides treibt die Preise.... und ich bin sicher auch die Gewinnspanne des oertlichen Importeurs, da dessen Einstandkosten ja sicherlich nicht wesentlich ueber denen des deutschen liegen!

[quote]MLuding hat ja noch einige Dinge vergessen bei seiner Aufzählung die die Kosten in die Höhe treibt: Personal und Miete[/quote]
Sollten Preisdifferenzen in dieser Hoehe tatsaechlich durch diese Gemeinkosten beim Distributor anfallen, dann muss ich Dir ehrlich sagen, dass ich nicht bereits bin diese IN JEDEM FALLE und bei ALLEN PRODUKTEN zu akzeptieren, da mir hier fuer mich als Kunde der Mehrwert durch den mehrstufigen Vertrieb fehlt!

Trotzdem moechte ich Dir sagen, dass ich meine LS, alle Amps und auch den CD bei einem "richtigen" Hifi-Haendler mit Ladengeschaeft gekauft habe. Einzig der DVD stammt von einem Online-Haendler. Deswegen meinte ich ja auch, dass ich durchaus bereit bin hoehere Preise zu akzeptieren sofern ein Mehrwert (fuer mich als Verbraucher und nicht fuer Dich als Distributor!) wie z.B. Service dahinter steckt!

[quote]Glaubst du nicht das eine "kleine Charge" für Europa Mehrkosten verursacht? Zudem muss ja hier für einige Länder nochmals speziell gefertigt werden[/quote]

Auch hier hast Du natuerlich recht, allerdings sind die hoeheren Produktionskosten doch unabhaengig vom Verkaufsland USA oder Deutschland!!

[quote]Nachdem die Industrie die Vorteile der "Globalisierung" in vollen Zügen nutzt, ist nun auch einmal der Konsument dran. So ist das halt. Aber das hatten wir ja bereits... [/quote]

... dem stimme ich vollkommen zu! Laengerfristig kann man die Globalisierung - damit verbunden auch der Arbeitsplaetze - nicht aufhalten, da hilft es nur sich auf eigene Staerken zu besinnen!

Martin


[Beitrag von MLuding am 29. Nov 2004, 17:59 bearbeitet]
Markus_P.
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 29. Nov 2004, 18:05
Hallo,

natürlich sollte der Service stimmen. Und natürlich nimmt man auch schon mal was der Markt hergibt. Da sind wir d'accord. Ich wehre mich nur gegen ein blankes heroisieren. Ein gesunder Wettbwerb ist für uns alle förderlich.
Das heisst natürlich auch innerhalb der Regeln Dinge zu verändern. Somit sollte schon ein gewisses Interesse vorhanden sein, warum etwas in .de teuerer sein kann. Aber einige Dinge laufen mir auch in dem punkt zuwider. Unbestritten!

Markus
macfan
Neuling
#24 erstellt: 30. Nov 2004, 11:36
Halllo,

der Thread is ja ganz schoen lang geworden.

Ich sollte vielleicht erwaehnen, dass ich die Schuld fuer die hohen Preise in DE nicht bei den Haendlern suche. Es sind die Hersteller selbst, die versuchen, das existierende Marktgefuege zu ihren Gunsten zu nutzen (was betriebswirtschaftlich gesehen ja auch voellig in Ordnung ist).
Ich habe das Beispiel Onkyo DV-SP1000 genannt:

DE 3000 Euro; USA 1400 Euro (beides Strassen-Preise ohne MWST)
UVP: DE 3950 Euro; USA 1600 Euro (ebenfalls beide ohne MWST)

Solch krasse Unterschiede erklaert (entschuldigt) man mit keinem der in der bisherigen Diskussion genannten Gruende. Die USA sind ja schliesslich kein 3.Welt-Land.

Ich kann uebrigens noch hinzufuegen, dass der Preis, den ein Haendler fuer den Onkyo bezahlen muss, bereits deutlich hoeher ist als die UVP in USA fuer den Endkunden (selbst wenn man den schwachen Dollar herausrechnet).

Die Herstellungskosten (inklusive Verschiffen, etc.) koennen kein Grund sein. Die meisten Geraete werden sowieso an einem Band gefertigt und sind nur durch geringe Modifikationen zu unterscheiden (z.B. Verkablung des ansonsten identischen Trafos oder aufgespielte Firmware).

Noch einmal, ich wuerde mich nicht ueber 15-30% hoehere Preise aufregen, aber 100-130% sind eindeutig zuviel.

Ueber die Globalisierung kann man lange streiten, mir selbst geht das ganze neo-liberale Geschwaetz der Firmen schon lange auf die Nerven. Aber als Kunde kann ich wenigstens ebenfalls den globalen Markt nutzen. Natuerlich mit allen Risiken, die ich nicht verschweigen will, z.B. fehlender Service im Reparaturfall. Auf der anderen Seite ist gerade das kein Argument fuer die Preiunterschiede, denn der Kunde, der in USA ein Geraet kauft, erhaelt dort den gleichen Service wie jemand, der das Geraet in Deutschland kauft.

Ich finde, es ist gerade eine Sache der Haendler, den Druck und die Veraergerung der Kunden an ihre Zulieferer und Hersteller weiterzugeben. Der Haendler sollte hier Anwalt des Kunden sein und die Hersteller zu einer vernuenftigeren Preipolitik bewegen. Wie fuehlt man sich denn als Haendler, wenn man fuer ein Geraet bereits im Einkauf einen hoeheren Preis bezahlen muss, als man andernorts vom Kunden als Endpreis verlangt?

Gruss,
Frank
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