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Röhre vs. Digital

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johny123
Stammgast
#1 erstellt: 30. Dez 2012, 15:00
Ich frage mich wie groß oder welche generelle Unterschiede man zwischen einem Röhren Stereo und einem Digitalen Stereo Verstärker raushört?

Will mir eine Stereoanlage auf bauen und liebeugele ein wennig mit einem Röhrenverstärker (700€) ein normaler digitaler kostet ja schon um die 500 und kann sich als Reference bezeichnen...
MacPhantom
Inventar
#2 erstellt: 02. Jan 2013, 12:41
Was meinst du genau mit "Digitalverstärker"? Einen in PDM-Technik (Class D)?

Nehmen wir mal einen Röhren- und einen Class D-Verstärker. Wenn beide Geräte gut konstruiert sind, dann hört man keinen Klangunterschied, kann unterschiedliche Verhalten aber sehr wohl messen.

Nur leider sind die meisten Röhrenverstärker sehr primitiv aufgebaut (oft mit Absicht, weil man die Verzerrungen der Röhren bewusst heraushören will), so dass sie rein technisch absolut schlecht abschneiden. Doch genau das gefällt vielen Leuten sehr; man spricht dann von "Röhrenklang". Trotzdem würde ich behaupten, dass es vielen mehr um die Optik der schön glühenden Röhren geht als um den Klang, und ihnen der Kopf einen Streich spielt.


Class D-Verstärker hingegen fristen unter Hifi-Freaks oft ein Schattendasein. Dabei sind sie, wenn sie vernünftig gebaut sind, "konventionellen" Geräten haushoch überlegen: sie brauchen enorm viel weniger Strom und/oder bringen eine brachiale Leistung, man kann damit extrem flache Flundern bauen, spart sehr viel Gewicht und darüber hinaus hört man keinen Unterschied zu anderen Geräten (wiederum, wenn das Ding vernünftig konstruiert wurde). Jeck-G hier im Forum würde wohl mal wieder eine seiner Lab Gruppen-Endstufen ins Rennen werfen.



Schlussendlich hast du die Wahl:

  • Du kannst dir einen Class D-Verstärker besorgen. Vorteile wurden schon genannt: enorme Leistung, wenig Gewicht, kleine Bauweise möglich, guter Klang bei guter Konzeption. Nachteile: in konventionellen Hifi-Geräten ist Class D selten anzutreffen, und Public Address-Endstufen (in denen PDM-Technik quasi Standard ist) sind potthässlich und damit nicht zwingend für's Wohnzimmer geeignet.
  • Alternative: ein konventioneller Verstärker (z.B. in Class AB, New Class A, Class AA oder anderer Technik). Die gibt's wie Sand am Meer und sie sehen je nach Modell mehr oder weniger schön aus (wie Hifi-Geräte eben). Ob das jetzt ein Röhrengerät ist oder nicht kannst du selbst entscheiden (was dir besser gefällt). Leistung haben sie bei gleichem Gewicht wie eine Class D-Endstufe zwar längst nicht so viel, aber für das Zimmer zuhause reicht das vollkommen. Klanglich will ich nicht zu viel sagen und möchte dir raten, ein Modell erst einmal Probe zu hören.


Schlussendlich ist es modellabhängig, wie viel Unterschied man hört. Eine Class D-Endstufensektion aus einem Durabrand-AV-Receiver kann im Vergleich zu einer Cayin-Röhrenendstufe sch***** tönen. Gleichzeitig ist eine Lab Gruppen-Endstufe mit Class D-Technik einem 50er-Jahre Grundig-Röhrengerät klanglich haushoch überlegen.

Auf die grundsätzliche Technik kommt es nicht (mehr) drauf an. Mehr auf die Schaltung, die damit realisiert wird.
audioangler
Stammgast
#3 erstellt: 02. Jan 2013, 16:57
@MacPhantom
es kann nicht alleine an den Vorurteilen von uns HiFI Freaks liegen.
Die Surroundfraktion ist da viel pragmatischer.
Trotzdem sind die Class-D Endstufen ganz selten bei den AV-Receivern.

Es muss schon einen technischen Grund dafür geben.

Bei den Endstufen in Subwoofern sind sie dagegen weit verbreitet
Buschel
Inventar
#4 erstellt: 02. Jan 2013, 18:27

audioangler schrieb:
Trotzdem sind die Class-D Endstufen ganz selten bei den AV-Receivern.[...]Es muss schon einen technischen Grund dafür geben.

Soweit ich weiss ist Class-D teurer für den Hersteller. Class-D kommt üblicherweise erst bei den größeren (höherpreisigen) Geräten zum Einsatz.


audioangler schrieb:
Bei den Endstufen in Subwoofern sind sie dagegen weit verbreitet

Das wird eher ein Sachzwang sein. Subwoofer brauchen viel Leistung, die bei Class A/B viel Abwärme erzeugt. Class-D ist da deutlich problemloser.
audioangler
Stammgast
#5 erstellt: 02. Jan 2013, 23:35

Buschel schrieb:

audioangler schrieb:
Trotzdem sind die Class-D Endstufen ganz selten bei den AV-Receivern.[...]Es muss schon einen technischen Grund dafür geben.

Soweit ich weiss ist Class-D teurer für den Hersteller.

hmmmm, schwer zu glauben, was soll bei denn teuer sein ?
Class-D bedeutet weniger kg, sollten eher preiswerter sein.

Und in einem AVR mit 7x150 Watt würde ich eher Wärmeprobleme vermuten
als in einem 50 Liter Gehäuse mit Bassreflexöffnung
cr
Moderator
#6 erstellt: 03. Jan 2013, 01:23
Class D bzw T erzeugen eine Menge Hochfrequenz und die will erst einmal abgeschirmt sein.
Damit sie für jeden möglichen und unmöglichen Lautsprecher geeignet sind, müssen die Endfilter (Drosseln) sorgfältig konstruiert sein.
Ist so ein Verstärker in einem Sub verbaut, kennt man den angeschlossenen Lautsprecher und kann eine einfachere Lösung wählen, zudem benötigen Subs nur eine geringe Bandbreite um die paar Hz (bis 100) zu verstärken. 20.000 Hz brauchen eine andere Bandbreite.
Findet man eh alles in den vielen Threads über class D oder auch hier
http://www.elv-downl...Verstaerker-T-30.pdf
audioangler
Stammgast
#7 erstellt: 03. Jan 2013, 12:48
@cr
Danke.
Darum sind auch bei den aktiven Lautsprechern die Class-D nicht selten.
Ich glaube sogar, es gibt eine aktive Box die im Tiefton mit Class-D arbeitet
und im Hochton mit Class-AB
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