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Mein Traum – Ein eigener Hi-Fi Laden – Kalkulation Kosten/Gewinne/EK-Preise

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Autor
Beitrag
vukyone
Neuling
#1 erstellt: 06. Feb 2014, 14:20
Hallo liebe Hi-Fi Community,

ich spiele schon seit geraumer Zeit mit dem Gedanken bzw. träume vor mich hin, einen eigenen HiFi-Laden zu eröffnen. Ich hätte auch schon ein Konzept und gute Ideen, z.B. bzgl. vernünftiger Zusatzleistungen, etc. Was mir leider fehlt, sind die durchschnittlichen EK-Preise für High-End Lautsprecher und die Elektronik (Verstärker, etc.), um einen vernünftige Kalkulation der Kosten/Gewinne anzustellen. Mir ist bewusst, dass jeder Hersteller und jeder Vertrieb da anders ist. Gibt es den einen Durchschnittswert beim EK-Preis (Lautsprecher/Elektronik) für eine vernünftige Kalkulation ?
Es wäre super, wenn man diesen Wert noch an einem konkreten Beispiel belegen könnte.

Vielen Dank im Voraus für Euer Feedback !

Liebe Grüsse

V. Krasic
Anro1
Inventar
#2 erstellt: 06. Feb 2014, 14:48
Hallo

Ja Träume sind schon, die Realität ist leider nicht so rosig.
Einen gut gemeinten Rat, jeder € in Deutschland in ein neues "Hifi" oder "Highend Hifi" Geschäft investiert, ist verloren. Da spendet man das Geld lieber der Welthungerhilfe, das macht wenigstens Sinn.

In diesem Segment tobt schon seit Jahren ein erbitterter Verdrängungswettbewerb, sorry
aber da geht gar nix mehr.

Einfach mal kurz den Markt analysieren, was gibts im Angebot, welche Geräte, welche Segmente, welche Brands, welche Preisbänder, wer sitz wo, was gibt es an Nachfrage in welchen Bereichen, und wie wird diese Nachfrage derzeit bedient.
Etablierte Händler, Internet Direkt Vertrieb, Hersteller Direkt, Elektronik Discounter etc.

Täglich ca. >300-400 neue Verkaufsangebote allein im AudioMarkt, Highendmarkt, Quoka, etc. gegenüber wenn es hoch kommt 10 Gesuche pro Tag. >60000 Hifi Artikel im Ebay Deutschland.
50000 Artikel im Amazon.

Wenn man sich neu etablieren muss, kostet das extra viel Kapital um die Eintrittsbarrieren zu
überwinden, und um sich einen Namen zu machen.

Umsatz / Margenbetrachtungen sind sinnvoll zu berechnen wenn man seine Investition,
verschiedenen Kosten, Steuern, Abgaben und Verpflichtungen und seine Position im Markt kennt.

Lange Rede, hier kann man nur Geld verbrennen, aber jeder darf es gerne mal versuchen.
Viel Glück und Grüsse.
gigabert
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 06. Feb 2014, 15:59
Hi liebe HiFi Träumer, auch wenn das hier mein erster Beitrag ist, zu deinem Thema kann ich eine kurze Geschichte erzählen.

Ich bin der Bertl aus Österreich, und bin seit geraumer Zeit auf der Suche nach neuem HiFi Equipment. Mittlerweile wurde ich bereits fündig, doch die Suche nach Neuem und Besserem wird wohl nie enden
Neben den üblichen Grossmärkten habe ich dabei auch die zwei kleinen HiFi Spezialisten in meiner Umgebung besucht. Dabei wohne ich in einer Hauptstadt mit ca. 250.000 Einwohner.

Ein älterer Herr öffnete mir die Türe zu seinem Laden voll mit feinsten HiFi Geräten, erzählte mir von seinen Produkten und auch von seinem Leben als HiFi Guru. Tja, dass es schon bessere Zeiten gab hört man oft, aber gerade in dieser Branche ist der Zug längst abgefahren. Leute kommen, fragen, hören und gucken, probieren alles aus und kaufen dann Bestpreis online. Sein kleines Geschäft betreibt er gezwungenermaßen als Hobby, und wie das mit Hobbies so ist, kosten die eine schöne Stange Geld. Ab und zu, sagt er, macht er tatsächlich Gewinn, doch an ein geregeltes Einkommen ist dabei nicht zu denken. Meistens legt er drauf. Aber er zieht das durch, weils ihm Spass macht.
Passat
Moderator
#4 erstellt: 06. Feb 2014, 16:40
Genauso ist das.

Wenn man ein Ladengeschäft eröffnen will, dann hat man diverse Fixkosten, die immer anfallen, egal, ob man ein Gerät verkauft oder nicht.
Dazu gehören z.B. Miete, Strom, Versicherung, .......
Zum Start braucht man Geld für die Ladenausstattung und einen Grundstock an Geräten.
Wenn man die Mittel nicht hat, braucht man einen Kredit.
Die Zinsen und Tilgung darf man dann zu den Fixkosten dazu rechnen.
Wenn du nicht selbst mindestens 10 Stunden am Tag im Laden stehen willst, brauchst du Personal.
Das kostet auch Geld.

Was für Margen drin sind, hängt vom Hersteller und dem entsprechenden Produkt ab.
Ich habe schon Händlerpreislisten gesehen.
Da waren die Spannen zwischen 20 und 50% zwischen HEK und UVP.
D.H. bei einem Gerät für 1000,- € UVP kann der HEK bei 800,- € liegen aber auch bei 500,- €.

Damit man am Markt überhaupt eine Chance hat, muß man sich entweder auf HighEnd-Geräte spezialisieren, denn da gibts kaum einen Preiskampf, da meist die Vertrieb den VK vorschreiben, oder bei Standardware den Preiskampf mitmachen.

Wenn man sich auf den Preiskampf einlässt, muß man auch eine entsprechende Stückzahl umsetzen, damit man am Monatsende auch genug Geld zum Leben in der Kasse hat.

Und noch etwas, was sehr viele Existenzgründer falsch machen:
Viele glauben, das das, was am Monatsende in der Kasse liegt, der Verdienst ist und entnommen oder ausgegeben werden kann.
Das ist ein Irrglaube, denn irgendwann kommt auch z.B. das Finanzamt und will Geld sehen (Mehrwertsteuer, Gewerbesteuer etc.).
Und das muß man dann in der Kasse haben!
Beispiel:
Du verkaufst 5 Geräte á 1000,- €, HEK ist 500,- €.
Du hast also 2500,- € in der Kasse.
Davon musst du alleine 950,- € MwSt. ans Finanzamt abführen.
Bleiben 1550,- €.
Davon musst du Miete, Strom, Gewerbesteuer etc. zahlen.
Und die Mieten für Ladenlokale kannst du nicht mit Wohnungsmieten vergleichen.
100-200 qm brauchst du mindestens.
Da bist du schnell bei 3000-4000,- € nur für die Miete!
Damit sich so etwas auch nur halbwegs rechnet brauchst du mindestens 20.000 - 30.000,- € Umsatz im Monat.

Oft ist es bei solchen Geschäften sogar so, das die Angestellten am Monatsende mehr Geld netto ausbezahlt bekommen als der Inhaber für sich als tatsächlichen Gewinn entnehmen kann.
Nicht ohne Grund gehen viele Existenzgründungen schon in den ersten 2 Jahren wieder pleite.

Ich würde es nicht machen.

Grüße
Roman
Hüb'
Inventar
#5 erstellt: 06. Feb 2014, 16:55
Hi,

Idealismus und Hobby-zum-Beruf-machen schön und gut, aber sehr häufig fehlt es bei solchen Vorhaben sowohl an kaufmännischer Kompetenz (darauf lässt schon der Eröffnungsbeitrag ein wenig schließen), als auch kaufmännischem Talent (nicht jeder ist ein guter Verkäufer).
Insbesondere ist es als Grundlage des Erfolgs zwingend, vom Markt her zu denken. Hier treten Fragen auf, wie z. B.:

- Sortimentsgestaltung/Zielgruppe?
- Wettbewerb am regionalen Markt?
- Bevölkerungsstruktur/mögliches Einzugsgebiet oder auch Einkommensverhältnisse der Bevölkerung?

Die Strukturen für einen marktgerechten Onlinehandel dürfen richtig kostenintensiv sein, denn die Bewältigung der erforderlichen Mengen bedingt eine geeignete logistische Infrastruktur. Da kann man auch nicht "klein anfangen".

Rein von der abnehmenden Bedeutung soltitär-hifitechnischer Gerätschaften her "für die Masse" der Bevölkerung würde ich aus kaufmännischer Sicht dringend davon abraten, diesen Markt bedienen zu wollen. Schon die aktuell weniger werdenden Akteuere für hochwertiges Hifi dürften es reichlich schwer haben.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 06. Feb 2014, 17:00 bearbeitet]
Schluntz
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 06. Feb 2014, 17:11
Das ist so wie mein Traum von einer eigenen Kneipe (Nein, nicht weil ich immer Durst habe ).
In den 60ern/70ern des letzten Jahrhunderts wäre da noch was gegangen.
Heutzutage läßt man manche Träume lieber Träume sein.
Hüb'
Inventar
#7 erstellt: 06. Feb 2014, 17:24
Hi,

eine ungefähre Marge kann man bspw. ableiten, wenn man sich den Jahresabschluss eines Saturn- oder Media-Marktes anschaut. Beispielhaft habe ich das mal für die Saturn Techno-Electro-Handelsgesellschaft mbH in Köln getan (die Märkte sind offensichtliche alle als eigenständige Geselllschaften organisiert).

Im Abschluss 2011/2012 wurden Umsätze iHv rd. 37,4 Mio. EUR erzielt. Dem steht ein Materialaufwand (ohne bezogene Leistungen) von rd. 28 Mio. EUR gegenüber. Bleibt eine "Rohmarge" von ziemlich genau 25 %, mit der alle anderen Kosten zu decken sind. Die Umsatzrentabilität lag bei 2,58 %.
Der Prozentwert der Marge ist natürlich aufgrund des Sortiments eines Saturn-Marktes nicht so wirklich repräsentativ ("Technik- und Medien-Gemischtwarenladen"), aber immer noch besser als gar kein Ansatzpunkt. Man sieht daran schon, welche Mengen bewegt werden müssen, um eine Deckung der Fixkosten herbeiführen zu können.

Spezialisierte Hifi-Läden müssen aufgrund ihrer Größe und/oder Gesellschaftsform in aller Regel keine ausreichend aussagekräftigen Abschlüsse veröffentlichen, so dass man sich dieser besseren Daten leider nicht bedienen kann. Man kann sich ja mal die Abschlüsse bspw. von Hifi-Pawlak oder dem Auditorium in Hamm ansehen. Immerhin stehen die Jahresergebnisse in der Bilanz. Das sagt aber natürlich noch nichts über die (ergebnismindernde) Höhe der Geschäftsführergehälter.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 06. Feb 2014, 17:34 bearbeitet]
Apalone
Inventar
#8 erstellt: 09. Feb 2014, 16:03

Hüb' (Beitrag #7) schrieb:
.....Die Umsatzrentabilität lag bei 2,58 %......


Genau das ist das, was viele bei ihren Träumen nicht bedenken:
Um an ein Einkommen ranzukommen, was man als abhängig Beschäftigter bekommt, muss man als Selbständiger richtig Umsatz machen - immer und jeden Monat!

Geht man mal von 2,58 % auf relativ unrealistische 5%:
Dann muss man für 2.000,- Nettoeinkommen jeden Monat 40.000,- Umsatz machen, jeden Monat! In den Sommerferien, wo keiner da ist...

Eine Krankenversicherung kostet schnell 400,- im Monat. Eine Verdienstausfallversicherung ab der dritten Woche auch schnell mal 100,- im Monat. Dann muss man aber bei jeder Erkrankung bis 2 Wochen vom Ersparten leben!

Rente/Lebensversicherung:
für 1.200,- Rente ab dem 65. Lebensjahr kann man je nach Lebensalter locker 300,- Beitrag im Monat rechnen.

Das wären bis jetzt 800,- jeden Monat... 2- 3.000,- Pacht f den Laden ist Minimum.. usw. usf.

Soll heißen: die Chance, dass es funktioniert, liegt bei 10 hoch -7!
Hüb'
Inventar
#9 erstellt: 10. Feb 2014, 13:51
Hallo Marko,

wobei man bei den genannten 2,58 % bedenken muss, dass sich dieser Wert erst nach Zahlung der Geschäftsführervergütung ergibt und in den typisch kleinen Hifi-Läden nicht selten Personenidentität hinsichtlich Gesellschafter und Geschäftsführer besteht.
Rechnet man das GF-Gehalt dem Jahresergebnis hinzu, fällt die Umsatzrentabilität etwas höher aus (bei angenommenen 150 TEUR Gehalt im Falle Saturn ca. 3 %).

Ändert aber natürlich nix an den grundsätzlichen Größenordnungen sowie Deinen berechtigten Hinweisen.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 10. Feb 2014, 13:55 bearbeitet]
Apalone
Inventar
#10 erstellt: 10. Feb 2014, 14:14

Hüb' (Beitrag #9) schrieb:
....Ändert aber natürlich nix an den grundsätzlichen Größenordnungen sowie Deinen berechtigten Hinweisen.
....


Hatte halt begleitend konkrete Erfahrung mit einem Geschäftsmodell "Heilpraktiker" (damalige Lebensgefährtin). Um 3000,- netto Monatseinkommen zu haben, war unter 30.000,- nix zu wollen, aber gar nichts. Und das Beispiel hinkt noch etwas, da der große Batzen "Einkauf" ja in deutlich geringerem Maße anfällt. Und das Internet nicht diese große Konkurrenz darstellen kann.
vukyone
Neuling
#11 erstellt: 10. Feb 2014, 14:55
Hallo zusammen,

Danke für Eure zahlreiche und ehrliche Einschätzung. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle meinen Traum/Portfolio mal ein bisschen konkretisieren:

Segment:- High-End Geräte, ab 2000€ aufwärts, neu und gebraucht
Dienstleistungen:- Eimessung von Anlagen, 2.1 bzw. 5.1
- Installation von DA-Wandlern und Konfiguration der PC-Geräte
- Einrichtung von DLNA-Netzwerken, etc.
- Softwareberatung, bester HiFi/Audio Player, etc.
Verkaufswege:- stationär durch einen kleines Fachgeschäft (im zweiten Schritt)
- Online-Handel, incl. internationaler Versand EU/RUS/etc.

Das ist wie gesagt nur einen grobe Vorstellung meinerseits. Ich konnte schon bzgl. gebrauchter High-End Geräte einiges an Erfahrung sammeln und kenne den ebay/audio-markt recht gut.
Mir sind auch die anfallenden Steuerabgaben, Fixkosten und Zusatzkosten(Rente, Krankenversicherung, etc.) bewusst. Ich hatte/habe nur keine Vorstellung von den Margen bei Neugeräten.

Welche Margen gibt es wohl bei T+A, Einstein, Accuphase oder Brinkmann Geräten ?
Kennt einer wirklich konkrete Beispiele in diesem Segment ?

Danke und viele Grüsse

Vule
Filmscorefreak-patrick
Gesperrt
#12 erstellt: 10. Feb 2014, 15:36
Viel Glück wünsche ich dir dafür! Aber ich würde mich freuen, wenn es denn klappt, das du auch Gerätschaften und Lautsprecher für normale preise einkaufst und anbietest, die sich auch ein normal Bürger leisten kann! Das wäre doch mal ein toller Hifiladen und er würde bestimmt dann auch mehr Kundschaft anlocken, wenn er auch Normal Bürgerliche Gerätschaften und Preise hat, als wenn es nur teures High End Zeug gibt - Denn davon gibt es leider schon genug Läden! Wäre schön mal einen Laden zu haben, zu finden, wo ein normalsterblicher Bürger auch einkaufen kann und was findet!
Pilotcutter
Administrator
#13 erstellt: 10. Feb 2014, 16:06
Servus Vule!


vukyone (Beitrag #11) schrieb:
Mir sind auch die anfallenden Steuerabgaben, Fixkosten und Zusatzkosten(Rente, Krankenversicherung, etc.) bewusst. Ich hatte/habe nur keine Vorstellung von den Margen bei Neugeräten.


Eigentlich kannst Du ja schon anfangen zu handeln. Du brauchst ja nicht gleich eine Galerie an der Konstabler Wache oder am Viktualienmarkt Du gehst zum Gewerbeamt und meldest Gewerbe an, füllst für's Finanzamt den "Fragebogen zur steuerlichen Erfassung eines Gewerbebetriebes... " aus, setzt Deinen Gewinn auf ganz knapp und fängst an zu handeln. Wenn Du ein freies Zimmer hast, dekorierst Du das schön und richtest es so ein, dass Du auch mal Kunden dort empfangen kannst. (Wohneigentum wäre da besser um nicht eine gemietete Wohnung gewerblich zu nutzen...)

Wenn Dir dann die Kleinunternehmerregelung reicht und Du am besten noch im Bekannten-/Verwandtenkreis jemanden für die Steuern hast, könntest Du hohe Kostenpauschalen gegen Deine paar verkauften Geräte im Jahr rechnen und Deinen Gewinn so knapp oder negativ halten, dass Du das beim Finanzamt als Hobby resp. Liebhaberei durchbekommst und dann hast Du mit denen nichts mehr etwas zu tun (solange Du unter einem bestimmten Gewinn bleibst).

Dann kannst Du eben ersteinmal mit dem Markt auf Tuchfühlung gehen ohne von Fixkosten erdrückt zu werden.



[Beitrag von Pilotcutter am 10. Feb 2014, 16:07 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#14 erstellt: 10. Feb 2014, 16:09
Hallo,

die Anmeldung des Gewerbes dürfte zudem hilfreich sein, um bei den Herstellern und Vertrieben EK-Preislisten zu bekommen.

Grüße
Frank
Bastet28
Stammgast
#15 erstellt: 10. Feb 2014, 16:18
kurz um: "das Geht nicht" und dann kam einer, der es einfach machte.


Wenn es eine Gegend ist wo genug (solvente) Laufkundschaft vorbeikommt und der Inhaber/Betreiber durch seine Persönlichkeit und Fach-Praxis Umsatz anzieht, dann kann das genauso funktionieren wie ein Döner- oder Handyladen auch. Die gibt es auch an fast jeder Ecke und Mehrfach zu finden und dennoch sind viele Geschäfte leer weil sich z.b. herumspricht wenn man unfachgemäß behandelt oder beraten wurde, oder weil das Produkt nicht besonders hervosticht, oder weil ein Klientel vorherrscht das einer Umsatz-florierenden entwicklung entgegensteht oder weil man sich schlicht einfach nicht wohl fühlt. Und es gibt Selbstständige,welche über zwei-drei Jahre ein Geschäft aufbauen und erweitern. Weil es Ihre Lebensphilosophie ist und sie selbst durch ihre Person das funktionierende Konzept begründen.

Ich könnte mir vorstellen dass jemand durchaus Erfolg hat wenn er es als sein Gewinnbringendes Hobby, seine (erfolgreiche) Berufung sieht und Ihm auch keine Arbeit und keine Hilfe für (zahlende) Kunden zu viel ist. Wenn es nicht um Geschäfts-Öffnungszeiten geht sondern um Maximale Kundenzufriedenheit und dem professionellen Vermitteln eines Erlebnisses. So erschließt sich z.B. auch die Geschäftsidee mehrere zeitgemäße Geschäftsbereiche zu vereinen um Ansprechpartner für alles zu sein. Ein Herr Wohlgemuth hat neben dem traditionellen HiFi Selbstbau auch Selbstbau für Hobby-PA mit reingenommen genauso wie ein Herr Kenrick (Kenrick Sound auf Youtube) die digitale EQ-aufarbeitung und Vernetzung von alten JBL Lautsprechern als komplettlösung mit integration/einrichtung von Onlinemedien anbietet. Die Internetanbieter haben haben sich als Full-Sortimenter aufgestellt genauso wie die meisten Autohäuser auch die Werkstatt und Leihwagen anbieten (müssen). So könnten sinnvolle Kontakte als HiFi-Händler sicherlich die örtliche PA und DJ/Veranstaltungstechnik wie auch die AutoHiFi Scene sein. Meine Eltern wurden beim kauf IhresWasserbettes auf Home-Hifi beraten und haben sich lustigerweise zum 30. Hochzeitstag das Wasserbett mit integriertem Subwoofer inklusive der kompletten Surroundanlage mit Fernseh ect. entschieden. Wurde alles komplett aufgestellt, eingemessen und abgeglichen. Auch diese Lösung war nur durch die zusammenarbeit des (Wasser-)Bettengeschäftes mit dem Örtlichen Home-/HiFi Profi möglich, hat aber den entscheidenden Punkt zum Kauf gebracht.
Dies mal als Beispiel.

Sinnvoll dürfte es sein, erst einmal im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses in der Branche zu arbeiten um sich ein realistisches Bild machen zu können. Dann kann man auch sehen, wie erfolgreich man selbst in der Praxis ist. Es gibt Menscchen, die sind mit nahezu allem Erfolgreich was sie anfangen - und es gibt Menschen die bei allem was sie machen irgendwo an Grenzen stossen. Es gehört auch viel Mut dazu sich selbst einzugestehen dass nicht immer alles andere verantwortlich ist wenn man nicht erfolgreich ist - sondern es oftmals schlichtweg an einer falschen Selbsteinschätzung liegen könnte. Und genau hierzu sei eine schrittweise Selbstverwirklichung mit dem Einstieg über ein Angestelltenverhältniss durchweg empfohlen.


[Beitrag von Bastet28 am 10. Feb 2014, 16:22 bearbeitet]
Ralph_P
Stammgast
#16 erstellt: 10. Feb 2014, 16:38

vukyone (Beitrag #11) schrieb:

Dienstleistungen:- Eimessung von Anlagen, 2.1 bzw. 5.1
- Installation von DA-Wandlern und Konfiguration der PC-Geräte
- Einrichtung von DLNA-Netzwerken, etc.
- Softwareberatung, bester HiFi/Audio Player, etc.


Na ob die jemand in Anspruch nehmen wird?

- Einmessen können die AVRs mittlerweile doch ganz alleine (und die Systeme werden immer besser und kundenfreundlicher)
- Ich würde mal behaupten, nahezu jeder der seine Musik über den PC und nicht altmodisch über CDs abspielen möchte, kann seinen PC selbst konfigurieren
- Was gibt es bei DA-Wandlern zu installieren? Sogar am PC ist alles Plug&Play
- Beratung bzgl. Software oder allgemein Beratung wird zu Zeiten des Internets immer seltener wahrgenommen. Statt auf einen kommerziellen Händler zu hören lese ich persönlich viel lieber unabhängige Meinungen im Internet.

Nur meine persönliche Meinung
Apalone
Inventar
#17 erstellt: 10. Feb 2014, 17:06

Pilotcutter (Beitrag #13) schrieb:
....(Wohneigentum wäre da besser um nicht eine gemietete Wohnung gewerblich zu nutzen...)....


Auch Wohneigentum darf man nicht beliebig gewerblich nutzen!

Hängt von dem Vorhandenseins eines Bebauungsplans bzw. der Klassifizierung des Wohnortes als Innenstadt, Mischgebiet oder Außenbereich ab.
baerchen.aus.hl
Inventar
#18 erstellt: 10. Feb 2014, 17:32
Hallo,

meine Gründung in einer anderen Branche ist zwar schon etwas her, aber die Grundregeln dürften die gleichen sein.

Es gibt einen Spruch über den viele schmunzeln: Wer selbständig ist arbeitet selbst und ständig.... da steckt aber viel Wahrheit drin. Vor allem in der ersten Zeit. Am Anfang sind 60-80 Stunden die Woche völlig normal. Lebenspartner und Familie müssen daher auch voll hinter der Gründung stehen, ansonsten brauchst Du erst gar nicht anfangen. Partner und Familie werden nämlich auch viel zu kämpfen haben. Sie müssen einerseits zunächst mächtig zurückstehen, andererseits werden sie dich für eine gewisse Zeit, in der Du noch nicht viel verdienst, mit durchschleppen und bei einem Scheitern auffangen müssen. Du wirst also auch deren Geld kosten. Das ist eine Belastungsprobe für jede Beziehung an der auch schon so manche zerbrochen ist.

Dann musst dir darüber in klaren sein, deine Geschäftsidee haben schon hunderte vor dir in die Tat umgesetzt... was ist dein Alleinstellungsmerkmal? Hat dein Standort z.B. irgendetwas besonderes? Kannst Du neben dem Verkauf und den damit zusammenhängenden Dienstleistungen noch etwas anderes anbieten? Hast Du ein zweites Standbein bzw. einen Plan B ?

Die ganzen kaufmännischen Aspekte wurden ja oben schon durchgekaut. Am besten gehst Du zu einem Unternehmensberater der sich auf Existenzgründung spezialisiert hat. Solltest Du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, hält das Arbeitsamt noch einiges an Hilfen vor..... Den Unternehmensberater bekommst Du dann z.B. bis zu einem gewissen Umfang aus Mitteln des europäischen Sozialfonds gesponsert, es gibt Hilfen zur Krankenversicherung etc etc. Es kann sich also ggf. sogar lohnen sich kurz vor der Gründung arbeitslos zu melden.

Wenn die Gelder zur Gründung dann geflossen sind, kannst Du auch wieder ruhig schlafen, denn wenn es schief geht kannst du sie eh nicht zurückzahlen. Da heißt es dann ein sauberes Insolvenzverfahren hinzulegen.......

Gruß
Bärchen
kempi
Inventar
#19 erstellt: 10. Feb 2014, 17:40

Pilotcutter (Beitrag #13) schrieb:
.............. Deinen Gewinn so knapp oder negativ halten, dass Du das beim Finanzamt als Hobby resp. Liebhaberei durchbekommst und dann hast Du mit denen nichts mehr etwas zu tun ...............

Blöd ist nur, dass Du nicht mehr viel von der Steuer absetzen kannst, wenn das Finanzamt Dein Geschäft als Hobby resp. Liebhaberei einstuft. Dann musst Du sogar ggf. Steuern nachzahlen.


[Beitrag von kempi am 10. Feb 2014, 17:41 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#20 erstellt: 10. Feb 2014, 17:51
Hallo,

ich kann nur dazu raten, ein vernünftiges Konzept und einen schlüssigen Businessplan zu erarbeiten, bei dem realistische Prämissen gesetzt und auch Risiken kritisch gewürdigt werden. Hierbei sollte insbesondere das Marktpotenzial kritisch durchdacht werden. Wenn es größere Zweifel daran gibt, dass genug Potenzial vorhanden ist oder dass das vorhandene Potenzial in ausreichendem Maße zu Umsatz werden kann, dann lass es.

Planung ist zwar auch nur das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum, aber wenn schon ein realistischer Plan nicht aufgeht, dann sind Versuche wohl eher zwecklos.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 10. Feb 2014, 18:04 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#21 erstellt: 10. Feb 2014, 18:00

Blöd ist nur, dass Du nicht mehr viel von der Steuer absetzen kannst, wenn das Finanzamt Dein Geschäft als Hobby resp. Liebhaberei einstuft. Dann musst Du sogar ggf. Steuern nachzahlen.


Nur, wenn Du z.B. bei Gründung auf die Kleinunternehmerregelung nicht verzichtet und am Umsatzsteuerverfahren teilgenommen hast. Kommt es dann zur Betriebsprüfung und die Unternehmung wird als Hobby oder Liebhaberrei eingestuft, verlierst Du die Vorsteuerabzugsberechtigung und musst u.U. für viele Jahre Umsatzsteuer nachzahlen. Als Kleinunternehmer nimmt man von Beginn bis zu gewissen Grenzen nicht am Umsatzsteuerverfahren teil.

Das sollte man sich aber sehr gut überlegen. Gerade wenn man in der Gründung hohe Investitionskosten hat. Selbst bei der Gründung eines Homestudios fallen für Einrichtung und Warenerstausstattung locker mehrere 10.000 Euro an und da macht es schon einen Unterschied, ob man pro 10.000 Euro netto noch 1900 Euro zusätzlich für den Schäublefaktor abdrücken und ggf dafür einen Kredit aufnehmen muss. Die Buchhaltung kann man sich auch günstig von einem kleinen selbständigen Buchhalter machen lassen, wenn man selbst keine Ahnung hat...... Sind die Umsätze dann zu gering wird man vom FA dann sogar bis auf Jahreserklärung aus dem Umsatzsteuerverfahren herausgenommen. Um die jährlichen Steuererklärungen kommt man aber nicht herum


ich kann nur dazu raten, ein vernünftiges Konzept und einen schlüssige Businessplan zu erarbeiten


Daher hatte ich zum Hinzuziehen eines auf Existenzgründung spezialisierten Unternehmensberaters geraten


[Beitrag von baerchen.aus.hl am 10. Feb 2014, 18:01 bearbeitet]
Hüb'
Inventar
#22 erstellt: 10. Feb 2014, 18:14

baerchen.aus.hl (Beitrag #21) schrieb:
Daher hatte ich zum Hinzuziehen eines auf Existenzgründung spezialisierten Unternehmensberaters geraten :prost

Ja, das kann gut investiertes Geld sein. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie in diesem speziellen Bereich die Stundensätze aussehen - und ein komplettes Konzept mit Businessplan und qualifizierter Markterhebung ist schnell ein Werk > eine Beraterwoche.

Besser ist es daher meiner Ansicht nach, möglichst viel (in der Freizeit) selbst zu erheben und zu erstellen und das Konzept lediglich extern plausibilisieren zu lassen (logisch, nachvollziehbar, plausibel, vollständig). Das spart jedenfalls Geld, wenn/da in der Freizeit gemacht.

Eine ganz hilfreiche Homepage ist mAn übrigens diese hier.

Für konkreten Prämissen-/Zahlen-/Anahmeninput könnte übrigend eine Kontaktaufnahme mit der High End Society e. V. lohnen. In der Satzung ist die Förderung der wirtschaftlichen Interessen auch des Fachhandels verankert.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 10. Feb 2014, 18:25 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#23 erstellt: 10. Feb 2014, 18:39

Ja, das kann gut investiertes Geld sein. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie in diesem speziellen Bereich die Stundensätze aussehen - und ein komplettes Konzept mit Businessplan und qualifizierter Markterehebung ist schnell ein Werk > eine Beraterwoche.


Ein guter Berater wird einem die Arbeit am Businessplan eh nicht vollständig abnehmen, bzw. man sollte sie nicht komplett abgeben, weil man sonst nicht wirklich dahinter stehen kann. Man sollte den Unternehmensberater/Steuerberater als eine Art Lotse oder Wegweiser verstehen. Wenn man für die Gründung einen Kredit braucht, sollte man dem Unternehmensberater/ Steuerberater aber eines mit Sicherheit überlassen. Das Erstellen des Zahlenwerkes für die Bank. Umsatzprognose etc. Wird das von einem Profi gemacht, der dann zum Kreditgespräch/Präsentation gerne mitgehen darf, steht man bei der Bank gleich anders da als wenn man sich das selbst aus den Fingern gesaugt hat. Vor allem wenn man keine kaufmännische Vorausbildung hat.

Wie ich oben schon sagte, wenn man aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet, übernimmt das Arbeitsamt aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds eine nicht unerhebliche Zahl von Beraterstunden. Diese Beraterstunden sind sogar Vorrausetzung dafür, dass die BA mit weiteren Förderungen hilft. Die weitergehenden Förderungen gibt es nur wenn ein Unternehmensberater oder Steuerberater für das Konzept grünes Licht gibt.....

Ansonsten sind die Beraterkosten im Angesicht der Gesamtkosten noch mit das geringste Problem......

Aber Vorsicht Falle: Die Hilfe der BA ist zu Beantragen bevor man zum Gewerbeamt geht und einen Gewerbeschein holt!


[Beitrag von baerchen.aus.hl am 10. Feb 2014, 18:45 bearbeitet]
pölsevogn
Stammgast
#24 erstellt: 10. Feb 2014, 19:06
Zwei Gründe, um ein solches Vorhaben für Leichtsinn zu halten:

– Wer hier im Forum mitliest, täuscht sich gerne über die Größe der Klientel. HiFi, selbst unter Einbeziehung von Bewegtbildwiedergabe, ist heute ein Orchideenthema.

Dazu einfach mal die Verkaufzahlen der HiFi-Blätter, die geringe Zahl ihrer (ohnehin stark rabattierten) Anzeigen und die Anzeigenpreise ansehen. Die Gazetten verkaufen jedes Jahr weniger Exemplare, die Zahl der Titel ist zusammengeschmolzen.

– Buchhandlungen mit jahrzehntelanger Expertise, wohl abgewogenem Programm und engagierten Betreibern machen, obwohl es der letzte Markt mit Preisbindung ist, reihenweise zu. Dito Fachhändler für Modelleisenbahnen. Beide Branchen galten einmal als gegen dramatische Umsatzeinbrüche gefeit, weil ja beratungsintensiv.

Kurzum: Eher noch ergibt die Neugründung einer Frittenbude Sinn als die Eröffnung eines HiFi-Shops. Pommes frites sind übers Internet eben nicht ganz so einfach zu verkaufen und sind mehr Menschen Geld wert als HiFi-Geräte..


[Beitrag von pölsevogn am 10. Feb 2014, 19:07 bearbeitet]
Thimbletack
Neuling
#25 erstellt: 10. Feb 2014, 19:29

baerchen.aus.hl (Beitrag #21) schrieb:
Nur, wenn Du z.B. bei Gründung auf die Kleinunternehmerregelung nicht verzichtet und am Umsatzsteuerverfahren teilgenommen hast. Kommt es dann zur Betriebsprüfung und die Unternehmung wird als Hobby oder Liebhaberrei eingestuft, verlierst Du die Vorsteuerabzugsberechtigung und musst u.U. für viele Jahre Umsatzsteuer nachzahlen. Als Kleinunternehmer nimmt man von Beginn bis zu gewissen Grenzen nicht am Umsatzsteuerverfahren teil
Grundsätzlich ist es Deine Entscheidung, ob Du von dieser Regelung profitieren willst oder nicht. Selbst, wenn man ein Gewerbe als Liebhaberei betreibt, kann man dennoch Umsatzsteuer vereinnahmen. Insofern geht Deine Rechnung nicht auf, weil Du Dir bei Ausgaben auch die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückholen darfst. In der Gründungsphase im Normalfall monatlich mit der Umsatzsteuervoranmeldung.

Wird ein Gewerbe als Liebhaberei eingestuft, spricht Dir das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht ab. Was gar nicht so leicht ist, weil es inzwischen durchaus interessante Rechtsprechung dazu gibt und es sich eben um eine Absicht handelt. Man kann also über einen längeren Zeitraum Miese machen, wenn man es entsprechend begründen kann.

Ist das Gewerbe eine Liebhaberei, dann kann man die Verluste nicht mehr in der Einkommensteuer geltend machen. Die Umsatzsteuer ist davon unberührt.
baerchen.aus.hl
Inventar
#26 erstellt: 10. Feb 2014, 19:46
Nun, es gibt im deutschen Binnenmarkt kaum noch Branchen in denen der Markt nicht mehr oder minder vollständig gesättigt ist. Davon sollte man sich aber zunächst nicht abhalten lassen. Es gibt so viele Eventualitäten und lokale Individualitäten, .... evtl. sucht ja ein alt eingessener Händler ggf. auch etwas weiter ab der Heimat einen Nachfolger. Ich kenne zwei erst vor kurzem gegründete Studios, die auf Grund einer besonderen Lokation die Kunden anziehen. Hier bei uns hat gerade ein kleiner Laden aus Altergründen aufgehört. War ein solider Handwerksmeister der fast jedem defekten Gerät wieder Leben eingehaucht hat. Mit soliden handwerklichen Hintergrund, hätte man den Laden übernehmen können.... Es gilt es sorgfältige Analysen vorzunehmen und Geduld zu haben. Wer einfach ohne Plan und Konzept zum Gewerbeamt geht und ein Studio eröffnet, wird mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern. Aber man soll bei allem Ehrgeiz dann auch nein sagen, wenn die lokale Marktanlyse keine guten Aussichten ergibt

@thimbletack, hab ich in der Praxis schon anders erlebt.... aber lassen wir das hier.... zu sehr OT


[Beitrag von baerchen.aus.hl am 10. Feb 2014, 19:46 bearbeitet]
Thimbletack
Neuling
#27 erstellt: 11. Feb 2014, 05:47

baerchen.aus.hl (Beitrag #26) schrieb:
@thimbletack, hab ich in der Praxis schon anders erlebt.... aber lassen wir das hier.... zu sehr OT
Würde mich offen gestanden interessieren, weil die Kleinunternehmerregelung ein Wahlrecht ist, das dem Unternehmer zusteht. Ich wüsste kein Finanzamt, dass sich da nicht ans Gesetz hält. Täten die sich auch keinen Gefallen mit, wenn der Unternehmer gewerbliche Kunden hat.

Mediamarkt/Saturn ist ein schönes Beispiel, weil die sortimentsmäßig ja recht breit aufgestellt sind. Da wird auch offensichtlich, wie die kalkulieren: Kauft der Kunde dort beispielsweise einen LCD-Fernseher, liegt die Gewinnmarge ziemlich sicher im einstelligen Prozentbereich. Aber der benötigt dann auch noch das ein oder andere Kabel und vielleicht eine Steckdosenleiste und da sind die Margen dann schon recht ordentlich.

Das größte Problem, das ich sehe: Hier geht es nicht um Eier oder ein halbes Pfund Butter, das wiederkehrende Verkäufe garantiert. Insofern muss man sich wohl überlegen, wie man regelmäßige Einkünfte jenseits der Warenverkäufe schafft. Für welche Dienstleistungen würde ein Kunde zahlen, weil er sie nicht als Selbstverständlichkeit zum Verkaufsabschluss betrachtet?

Die Technik ist durch die fortgeschrittene Vernetzung sicher komplexer und bietet mehr Raum für entsprechende Dienstleistungen. Aber mir will beim besten Willen kein Szenario einfallen, bei dem der Kunde mit der Heimkino-Anlage in der Folge in schönster Regelmäßigkeit meine Dienste benötigen würde.

Jemand hat´s hier ja schon ähnlich gesagt:
Alle dachten das geht nicht, bis einer kam, der das nicht wusste. Und der hat´s dann einfach gemacht.
Pilotcutter
Administrator
#28 erstellt: 11. Feb 2014, 09:03

Hüb' (Beitrag #20) schrieb:
ich kann nur dazu raten, ein vernünftiges Konzept und einen schlüssigen Businessplan zu erarbeiten, bei dem realistische Prämissen gesetzt und auch Risiken kritisch gewürdigt werden. Hierbei sollte insbesondere das Marktpotenzial kritisch durchdacht werden.


Wenn man "Freak" und Auskenner ist - und so etwas in die Richtung sollte man sein wenn man einen Traum von einem Laden hat - dann braucht man vielleicht für das Finanzgerüst einen Berater aber nicht für das Geschäftsmodell und Marktpotenzial. In Berlin und/oder Hamburg mag das vielleicht nicht ganz funktionieren aber in unserer Stadt kann ich über die Musik- und HiFi-Laden Szene der letzten 30 Jahre lückenlos referieren und das würde ungefähr einer Skizze eines Businesplans gleichkommen. Denn ich weiß, welche Läden es vor 30 Jahren gab und welche heute noch existieren, wer was verkauft und wer noch was löten kann. Meine Erfahrung fing an mit einem Schulfreund dessen Vater RFT Meister war und ein Ladengeschäft hatte und einer der ersten war, der mit seinem know-how die Branche wechselte. Über die damalige Zukunft des wirklich tollen HiFi Ladens, in dem ich von meinem Lehrlingsgehalt meinen ersten neuen Technics Verstärker gekauft habe, klärte ein Freund, der einige Jahre als Gerichtsvollzieher unterwegs war, mich auf. Und den Rest der Erfahrung kann ich einholen, in dem ich die verbliebenen, mir bekannten, damaligen Angestellten konsultiere, die mir heute beim MM oder bei expert über den Weg laufen. Es gibt noch 2 Läden in unserer Stadt, die noch einigermaßen in der HiFi Szene sind und Bescheid wissen. Der eine existiert noch, weil die Immobilie im Familienbesitz ist und bei dem anderen fiel mir auf, dass sich seine Immobilien Fassade im vergangenen Jahr plötzlich in ein schrilles blau-gelb mit Sternchen verwandelte. Ob er sich aus freien Stücken der Euronics Fachhandelskooperation angeschlossen hat oder ob die wirtschaftliche Lage ihm keine Wahl ließ, müsste ich noch in Erfahrung bringen

Ein solches Umfeld weckt bei mir nicht gerade Träume; zumindest nicht für einen reinen Gerätehandel. Eine kleine Lücke im Markt könnte noch das Geräteklassiker Geschäft sein und/oder das Anbieten und Aufarbeiten von Plattenspielern um so auf den zurzeit aktuellen "Vintage Zug" zu springen.


[Beitrag von Pilotcutter am 11. Feb 2014, 09:07 bearbeitet]
Passat
Moderator
#29 erstellt: 11. Feb 2014, 09:18

Thimbletack (Beitrag #27) schrieb:
Mediamarkt/Saturn ist ein schönes Beispiel, weil die sortimentsmäßig ja recht breit aufgestellt sind. Da wird auch offensichtlich, wie die kalkulieren: Kauft der Kunde dort beispielsweise einen LCD-Fernseher, liegt die Gewinnmarge ziemlich sicher im einstelligen Prozentbereich. Aber der benötigt dann auch noch das ein oder andere Kabel und vielleicht eine Steckdosenleiste und da sind die Margen dann schon recht ordentlich.


Oder dem Kunden wird eine Verlängerung der Gewährleistung/Garantie verkauft.
Diese wird aber seltenst in Anspruch genommen, ergo sind das schnell verdiente Euros.

Grüße
Roman
Thimbletack
Neuling
#30 erstellt: 13. Feb 2014, 19:51

Passat (Beitrag #29) schrieb:
Oder dem Kunden wird eine Verlängerung der Gewährleistung/Garantie verkauft.
Diese wird aber seltenst in Anspruch genommen, ergo sind das schnell verdiente Euros.
Risikoversicherungen sind doch immer toll. Meist haben die dann auf den zweiten Blick so viel Haken und Ösen, dass es sich unterm Strich sowieso nicht lohnt.

Ich habe letztens bei Gamestop ein gebrauchtes Spiel gekauft und da wollte mir der Verkäufer gegen Aufpreis eine Garantie aufschwätzen: Wenn das Medium defekt ist, hätte ich es umtauschen können. Wozu das jetzt? Ich habe doch Gewährleistung? ;-)

Hier ist doch einiges angesprochen worden, was sicherlich nicht uninteressant ist und sich nach dem Minimalprinzip umsetzen lässt. Wenn man damit ein Gewerbe zum Laufen bekäme, wäre ein Ladengeschäft vielleicht das Sahnehäubchen.
Don-Pedro
Inventar
#31 erstellt: 15. Feb 2014, 00:50
Das mit den EK-Preisen stimmt soweit.

NIE auf Fixkosten einlassen.... Wohnraumstudio und Internet-Handel zu Beginn... Deine ganzen Dienstleistungen verursachen kaum Fixkosten.

Die ganze Liebhaberei kannst Du vergessen, da das Finanzamt hier nicht mit sich "handeln" lässt sondern generell jedes angemeldete Gewerbe zunächst als solche behandelt. In die Liebhaberei kommst Du erst, wenn Du nach einem Zeitaum von 3-5 Jahren keinen Totalgewinn erzielst oder dies nicht mal ansatzweise erkennbar ist. Hier erfolgt eine Betrachtung des Unternehmens... Wenn Du nur Handel betreibst ist die Betrachtung recht schnell durch, da die Kalkulation simpel ist.

Umsatzsteuerlich ist es so, dass es Grenzwerte gibt, die darüber entscheiden ob Du Kleinunternehmer sein darfst oder nicht.

Wenn das alles gut läuft, dann kannst Du immer noch Kalkulationen aufstellen ob es sinnvoll ist den Schritt zu einem eigenen Ladengeschäft zu wagen.

Die meisten machen den Fehler und steigen zunächst "fett" ein. Laden, Geräte, Kredite... trallala....
Das ist meist eine Sackgasse, die Dich mit hohen Verbindlichkeiten zurücklässt, wenn es scheitert. Also so wenig Risiko wie möglich eingehen.

Fremdkapital würde ich völlig weglassen.

Und immer - wie schon gesagt - bedenken, dass Du ohne Vorauszahlungen am Ende des Jahres auf Basis Deines Gewinns die Einkommensteuer schuldest. Also zurücklegen.

Es gibt überall im Netz Einkommensteuerrechner, die schnell und simpel die zu erwartende Steuerzahlungen ausrechnen. Das kann man als Höchstwert nehmen, da ja noch Sonderausgaben weggehend.

Solltest Du die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch nehmen, dann immer im Hinterkopf behalten, dass die Umsatzsteuer am Ende des Monats oder Quartals ans Finanzamt geht.

Auch ist zu bedenken, dass es das Rückgaberecht gibt. Nicht wenige mißverstehen dies und lassen sich Geräte in Hülle und Fülle kommen, reißen die Verpackungen auf, testen als ob es kein morgen gäbe und schicken dann Artikel zurück, deren Zustand einen weiteren Verkauf als neu nicht zulässt.
Dann musst Du Dich damit rumschlagen, dass mögliche Einbehalte für Benutzung und Verschlechterung der Ware kaum auf Verständnis stoßen.

Daher nochmal die Empfehlung zu einem Wohnraumstudio mit Direktverkauf.
Hier hast Du das Problem nicht.

Viel Erfolg!
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