blues-referat

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derboi
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 03. Feb 2007, 20:08
hi muss ein blues referat machen. hab auch schon was zusammengestellt, bewerte ma bitte, was muss dazu, was muss weg. dachte noch an ein passendes musik bzw mit der passender analyse. aber was?



Gliederung
Entstehungsgeschichte
Der Blues ist eine amerikanische Musik- und Versform ohne direkte europäische und afrikanische Vorläufer. Die Musikform Blues ist eine Mischung aus europäischer und afrikanischer Tradition. Das Wort „blue“ wird allgemein als Melancholie oder Depression betrachtet, einer bildhaften Umschreibung für traurig. Als die Musik begann, sich zu verbinden, sangen die Sklaven Lieder, die von ihren extremen Leiden und Entbehrungen erzählten. Orte waren vor allem bei Arbeiten in den Baumwollfeldern oder Plantagen.
Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg entwickelten sich die Feldlieder, Balladen, Spirituals und Tanzlieder zu einer Musik für einen Sänger, der durch ein sogenanntes „call and response“ – Prinzip eng mit seiner Gitarre verbunden ist. Er singt eine Gesangslinie und die Gitarre antwortet ihm. In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Blues in den ländlichen Gebieten des Südens gesungen. Während der 30er und 40er Jahre breitete sich der Blues nach Norden aus und mit dem Zuzug vieler Schwarzer aus dem Süden fand er Eingang in das Repertoire der Jazz-Bigbands. Ebenso wurde durch die Vorstellung der verstärkten Gitarre der Blues „elektrifiziert“.
Amerikanische Hochburgen für den Blues waren die Großstädte des Nordens, wie Chicago und Detroit. Damalige Musiker wie Muddy Waters, Willie Dixon, John Lee Hooker, Howlin’ Wolf, Elmore James und viele andere spielten den ursprünglichen Mississippi Delta Blues. Der Delta Blues wurde erweitert um Bass, Drums, Piano und Mundharmonika, und hatte mit ihren Songs nationale Hits. In den frühen 60er Jahren wurden die städtischen Blues-Musikern von jungen amerikanischen und europäischen Musikern „entdeckt“. -Einige Rockgitarristen, wie Eric Clapton, Jimmy Page und Jimi Hendrix, benutzten den Blues als Grundlage ihres eigenen Stils. -
Texte
Bluestexte sind in der Regel in der Ich-Form verfasst, das heißt der Autor oder Sänger erzählt von tatsächlichen oder fiktiven eigenen Erlebnissen. Diese sind aber meist so stark verallgemeinert, dass eine Gleichsetzung des Hörers mit dem Sänger ermöglicht wird. Häufig enthalten die Texte sexuelle Bezüge und handeln von Verrat, Resignation, unerwiderter Liebe, Arbeitslosigkeit, Hunger, finanzieller Not, Ärger mit der Polizei, Heimweh, Einsamkeit und Untreue. Oftmals handelt es sich dabei jedoch um formelhafte Wendungen. Der Sänger passt die Lieder dann dem gegebenen Anlass an und verändert sie. Das Klischee vom Blues als vor allem trauriger Musik, das er in der Zeit der Wiederentdeckung in den 50er und 60er Jahren durch das neue weiße Publikum erfuhr, hängt dem Blues bis heute nach. Thematisiert werden ebenso Religion, Frauenrechte und über tyrannische Vorgesetzte, speziell während der Sklaverei.
Die frühen Bluesstücke waren von unregelmäßiger Rhythmik und folgten dem Sprachrhythmus geprägt.
Eine Strophe im frühen Blues besteht meist aus drei Zeilen. Die erste Zeile wird wiederholt und wird meist in der gleichen oder einer ähnlichen Melodie gesungen. In der dritten Zeile findet sich eine Art inhaltlicher Reaktion: eine Antwort, Erklärung oder Begründung, und die Melodie ist wieder eine andere.
Blues-Form/Schema
Die Blues-Form entspricht der einteiligen Songform.
Die instrumentale Einleitung wird als Intro, die instrumentale Überleitung als Turnaround , (kündigt das Ende des Tracks an und führt melodisch und rhythmisch zum Anfang zurück. Der Turnaround kann entweder 1-taktig oder 2-taktig gespielt werden). Der instrumentale Schluss wird als Ending bezeichnet.
Das Blues-Schema besteht aus aufeinander folgenden Akkorden. Das Durchspielen dieser Akkordfolge wird als Durchgang oder Chorus bezeichnet. Ein Blues besteht aus mehreren solcher Durchgänge oder Chorusse, die grundsätzlich nacheinander gespielt werden und das gleiche Schema haben.
Instrumente: Im Blues wurden vor allem folgende Instrument verwendet: akustische Gitarre, Klarinette, Drums, Piano, Mundharmonika Tuba und Banjo ((ersetzte nach der Jahrhundertwende die Gitarre als vorherrschendes Bluesinstrument).

Bekannte Musiker
Blues war bis in den frühen 60er Jahren die Musik der Schwarzen in Amerika, es gab nur wenige Ausnahmen wie beispielsweise Janis Joplin. Ab diesen Zeitpunkt dann brachten viele verschiedene Bands, wie die Rolling Stones oder und Fleetwood Mac den Blues einem jungen weißen Publikum nahe. Einige Rockgitarristen, wie Eric Clapton, Jimmy Page und Jimi Hendrix, benutzten den Blues als Grundlage für ihren eigenen Stil.
TomSawyer
Stammgast
#2 erstellt: 03. Feb 2007, 22:06
Hallo

hier mal schnelle in paar Inputs.

Der Name "Blues" kommt von den "Blue Devils". Man sagte, man sei von ihnen besessen, wenn man sich schlecht fühlte.
Klar hat der Blues Afrikanische Wurzeln. Da widersprichst du dich selber in aufeinanderfolgenden Sätzen.
Nicht zu vergessen: blues galt als Teufelsmusik. Man sagte von vielen Bluesmusikern, dass sie ihre Seele dem Teufel verkauft hätten, damit sie besser spielen konnten. Diese Legende schürte auch Robert Johnson. erst mitteklassiger Gitarrist, verschwand einige Zeit von der Bildfläche, und kan als Gitarrist zurück, der wohl die meisten künftigen Gitarristen (incl. Clapton, Page usw) beeinflusste. Siehe auch sein Crossroads-Blues.
Viele Blues-Musiker wurden "bekehrt" und gingen zum Gospel (z.B. Little Richard wurde Priester).
Wichtig bei der Bewegung in den Norden war, dass die Musiker in die Städte gingen (Detroit und v.a. Chicago) und die Musik dem urbanen Sound und Rhythmus anpassten. Hier wurde der Blues elektrifiziert: Gitarren und Mindharmonikas wurden über Verstärker gespielt (eine der Ersten: T-Bone Walker (git.), Little Walter (harp)).
Auch nciht vergessen: W.C. Handy, der als erstes einen Blues niederschrieb. basierend auf einer Begegnung am gahnhof von Tutwiler, wo er einen Mann sah, der Gitarre spielte und statt mit den Fingern am Griffbrett mit einem Messer spielte (erster Slide-Gitarrist?).
In den 30er und 40er jahren gab es die erste Hochblüte des Blues, da waren v.a. Damen die Queens: Bessie Smith, Memphs Minnie, etc.

Blues wurde schon vor den 60ern von den Weissen entdeckt. Erst durch die Field Recordings für den Library of Congress, damit die Folklore-Musik Amerikas aufgenommen werden sollte. Bei solchen Aufnahmen wurden viele später bekannte Bluesgrößen entdeckt (auch Muddy Waters).
Dann akm in den 50ern die Entstehung des Rock&Roll. Das war mehr oder weniger schneller Blues mit etwas anderen Texten, und etwas abseits des Blues-Schemas. Protagonisten hier: Chuck Berry (der wunderbaren Blues spielen kann), Little Richard, Elvis Presley (sein erster aufgenommener Song war ein flotter Blues: It's All Right Mama von Arthur "Big Boy" Crudup).

Klarinette, Tuba und Banjo gehören nciht klassischerweise zum Blues. Das sind eher die Marching bands, die weniger damit zu tun haben.
Eher Fife&Drum Musik, wie sie Otha Turner spielte. Banjo gehört zu Bluegrass, was ein weisser Ableger des Blues ist, der mit Country&Western vermischt wurde und un Loiusiana entstanden ist. In Louisiana haben auch die Schwarzen einen Ableger: Cajun. Rund um New Orleans kamen verschiedene Einflüsse zusammen: Französisch, Spanisch, Mexikanisch, Blues. Da spielen Akkordeon und Waschbret mit.

Aber klassische Blues-Instrumente sind meist günstig zu erwerbende gewesen, da die leute kein geld hatten.

Gitarre
Mundharmonika (beide akustisch und verstärkt)
Schlagzeug (auch Waschbrett)
Bass (oder ein selbstgebasteltes Instrument aus Waschzuber, Stiel und einer Saite)
Klavier (manchmal standen die in den Hotels herum, in denen gespielt wurde).

Später und in den unterschiedlichen Blues-Stilen:
Mandoline
Bläser (v.a. Saxophon, oder ganze Horn Section)
Orgel (z.B. Hamond)

Die Musik selber zeichnet sich aus durch
Bluesschema (hast Du ja angedeutet)
Pentatonik mit Blue Notes (liegen zwischen den Halbtonschritten, kommt aus dem Afrikanischen)
Rhytmus: der Shuffle

Ich würde auf die verschiedenen Stile eingehen:
Country B
Delta B
Chicago B
Westcoast B
Texas B
Jump B
Swamp B
Die Europäer (hauptsächlich Briten, beginnend mit Alexis Korner und John Mayall, Clapton)
...

Weitere Stichworte, die mir so einfallen, und nach denen Du suchen solltest

Jug Bands, Juke joints, Wirtschaftsdepression, Wanderarbeiter, Hobos, Link Zu Voodoo und Aberglaube (Mojo, Black Cat Bone),

oh, mann, das ist lang

Tipps für die Recherche:

Martin Scorsese: The Blues (Buch, DVD's und CD's)
History of Blues

History of Blues Music
Da sind gute Links dabei
The Blue Highway Guter Start im Web, da sind viele Links dabei.

Das mal fürs Erste

LG

Babak


[Beitrag von TomSawyer am 03. Feb 2007, 22:07 bearbeitet]
TomSawyer
Stammgast
#3 erstellt: 04. Feb 2007, 10:59
Hallo

noch etwas ist mir zur Wahl der Instrumente eingefallen.

2 Punkte waren da entscheidend:


  1. Verfügbrarkeit/Kosten: entweder waren es Instrumente, die in einfacher Ausführung erschwinglich waren (Gitarre, Mundharmonika), oder selber hergestellt werden konnten bzw, Dinge zweckentfremdet werden konnten (Diddley Bow, der Bass mit dem Waschzuber, Jugs (= Whisky-Krüge aus Ton), Waschbrett)
    Der Vorteil von Gitarre und Mundharmonika waren auch, dass man sie einfacher mitnehmen konnte. Viele Leute waren Wanderarbeiter und auch Wandermusiker, reisten als Hobo's (Schwarzfahrer auf Güterzügen)
  2. In den Kirchen und in manchen Juke Joints waren Klaviere vorhanden. Für die Kirche lernten die Leute Klaviersppielen, diese Fertigkeit nutzten sie dann auch für den Blues)


Vielleicht kannst Du ja auch etwas zu den Codes in den Texten schreiben. Viele Songs beschäftigten sich mit Liebe, Sexualität, Seitensprüngen. Offen durfte das nicht gesagt werden, daher wurde es in andere Worte verpackt (z.B. Jelly Roll King, Little Red Rooster, I'm A King Bee (can buzz all night long), Crawlin' Kingsnake, Ice Cream Man, ...)

LG

Babak


[Beitrag von TomSawyer am 04. Feb 2007, 11:00 bearbeitet]
derboi
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 04. Feb 2007, 11:07
ja darum geht es ja. es soll ein musikreferat sein, und ich weiß halt net welche punkte relevant sind, und abschließend soll man ein passendes lied zum blues spielen, welches kurz analysiert werden soll, also des typisch für den blues ist
TomSawyer
Stammgast
#5 erstellt: 04. Feb 2007, 11:26
Hi,

noch etas, warum Gitarre und Mundharmonika so weit verbreitet sind und klassische Instrumente des Blues sind.

Man kann mit ihnen die menschliche Stimme imitieren. Durch die "gebendeten" Töne kannman mit ihnen lachen, weinen, jammern, schimpfen, etc.

Dazu Sonny Terry & Brownie McGhee :"Hootin' the Blues" (Mundharmonika)
Gitarre: Muddy Waters "Long Distance Call"

EIN Lied anzuspielen wäre zu wenig.
Der Blues ist IMHO ein de Musikrichtungen, deren Stile am weitesten gefächert sind, auch die Stimmungen, die ausgedrückt werden.

Da geht es von sehr schnell bis sehr sehr langsam, gut gelaunt,, wütend, traurig, nachdenklich, melancholisch, frech, aggressiv.

Zu der von mir angeführten Reihe "The Blues" von Martin Scorsese gibt es auch eine Compilation-CD. Das Buch ist sehr gut. Die DVD's enthalten Kurzfilme verschiedener Regisseure (u.a auch Wim Wenders und Clint Eastwood) zum und über den Blues.

Klick Dich auch mal durch die Links, die ich Dir gegeben habe.

Als Hörproben, (Muddy Waters und Sonny Terry/Brownie McGhee sagte ich ja schon)
Früher Blues:
Blind Lemon Jefferson
Bessie Smith
Memphis Minnie
Charlie Patton
Robert Johnson (!) nur 2 Aufnahmesessions, eine handvoll Songs, und ein Riesen Einfluss auf den Blues

Kassiker
Mudddy Waters
Howlin' Wolf
John Lee Hooker
Little Walter
Sonny Boy Williamson II (Rice Miller, es gab 2 Sonny Boy Will's)

Moderne
B.B. King
Albert King
Albert Collins
Stevie Ray Vaughan
Eric Clapton

Alleien wenn du in ein paar deren Songs reinhörst, wirst Du sehen, wie reichhaltig und umfangreich der BLues ist.

Ich hab Dir jetzt nur punktuelle Tips gegeben. Die musst Du schon selber vertiefen. Das macht nämlich Riesenspaß, und den will ich Dir nciht nehmen.

LG

Babak
MjjR
Inventar
#6 erstellt: 06. Feb 2007, 13:19

derboi schrieb:
ja darum geht es ja. es soll ein musikreferat sein, und ich weiß halt net welche punkte relevant sind, und abschließend soll man ein passendes lied zum blues spielen, welches kurz analysiert werden soll, also des typisch für den blues ist

hallo,
ich würde an deiner stelle auch an dein publikum denken. die tipps hier sind alle sehr gut fundiert aber würden zB 16jährige schüler eher überfordern (und langweilen).
ich würde die eckpfeiler vielleicht noch etwas herausarbeiten (einfach nur deutlicher). das sollte nämlich von deinem referat übrigbleiben (in den köpfen deiner zuhörer).

ein beispiel (könnte zugegeben besser sein ):

1)was ist blues? --> eine nordamerikan. musik- und versform aber auch ein lebensgefühl (i have the blues).

2)wer hat den blues, wann und wo "gegründet" --->nachkommen der afroamerikanischen sklaven, kurz vor dem jahrhundertswechsel. südstaaten.

3)die form und die rolle der improvisation=solo (stufenharmonik, wenn das nicht zu weit geht). am besten anhand eines beispieles demonstrieren.
die ersten 4 takte.......Aussage ("mein hund ist davongelaufen")
die zweiten 4 takte.....Aussage wiederholt ("mein hund ist noch immer weg")
die dritten 4 takte.......Antwort ("aber zum glück ist meine katze noch da")
siehe dazu auch "call and respond"
den begriff improvisation (in der musik) erklären.

4)geschichtliche entwicklung (ein überblick mit interpreten), mit ein paar audiobeispielen.

5)bezüge zu anderen musikstilen und heute (aber das hast du eh gemacht) uU auch blues in deutschland.

ganz gut kommt natürlich eine literaturliste.



gutes gelingen!
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