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Musik und die Zusammenhänge mit Drogen (Referat)

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jogi-bär
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 07. Dez 2004, 17:26
Hallo Leute

Ich muss im Musikunterricht bald ein Referat über Drogen und den Zusammenhang zu bestimmten Musikszenen halten.

Mein Lehrer hat sich das Ganze ungefähr so vorgestellt, dass ich verschiedene musikrichtungen nenne, deren "eigenschaften", eine Band dazu und eben die "passende/dazugehörende" Droge.

Ich hab mir mal ein paar gedanken gemacht:

Reggae---Peter Tosh---Canabis---gleichbleibender Rhytmus, Orgeln ???

Rave/Techno/?---Da kenn ich keine speziellen Bands, da ich mich mit der musik nicht wirklich auskenne----
--Drogen: Extasy,Speed,???---ohne natürliche Instrumente,Musik zum "Partymachen"

Goa---Infected Mushroom---LSD, Psylocinin-Pilze (hoffe man schreibt des so)--darüber hab ich schon mal einen thread hier gelesen

Und dann noch Pink Floyd/Doors/Hendrix
Da ist die häufigste droge wohl LSD, oder?
Wie nennt man diese musikrichtung?
was sind spezielle Merkmale, wie ich diese, für mich sehr wichtige , Musik einer 9. Klasse nahebringen kann??

Und dann noch Grunge (Nirvana)
Da war doch dann hauptsächlich Speed und Heroin im Spiel, oder?


Ich denke mal hier findet sich sicher wer der evtl einige Sachen genauer erklären kann, bzw die vielen Fragezeichen ergänzen.


Danke!
Classe
Stammgast
#2 erstellt: 07. Dez 2004, 20:30
Hallo!
Was hälst du denn von:
http://projects.brg-schoren.ac.at/1968/drogen.htm

Interessantes Referat, bei Reggea kommen aber wohl auch noch religiöse Aspekte mit hinzu, wuerde ich also nur am Rande erwaehnen.
Bepp0
Stammgast
#3 erstellt: 07. Dez 2004, 23:11
...Lehrer wissen sich heutzutage echt nicht mehr zu helfen außer Schüler Referate solcher Art erledigen zu lassen...
Torquato
Stammgast
#4 erstellt: 08. Dez 2004, 16:01
Naja; wir wissen nicht, welchen Plan der Pädagoge verfolgt. Er könnte durchaus ein durchdachtes, fächerübergreifendes, suchtpräventives Konzept haben, dass miteinschließt Verherrlichung von Alkohol- Medikamenten- und Drogenkonsum in bestimmten Bereichen der Musikszene deutlich zu machen. Schon einige Künstlerbiographien sind m.E. bei verantwortlicher (d.h.: nicht idolisierender) Aufbereitung geeignet ihren Teil zur Abschreckung zu leisten (denken wir nur an den einsamen Elvis Presley oder Jim Morrison u.v.a.)
Und das gerade im Techno-Bereich für viele (natürlich nicht alle) Hörer Pillen anscheinend untrennbar dazu gehören ist ein Thema das nah an den Schülern ist und, wenn Sie nicht selber eines Tages in diesen Kreis geraten sollen, in der Schule heutzutage unbedingt thematisiert werden muss.

jogi-bär
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 08. Dez 2004, 17:51
@classe: Danke für den Link! Is echt gut!

Ich selbst halte es eig schon für wichtig dass schüler über solche Themen in der Schule sprechen, da die lehrer es bis heute noch nicht geschafft haben!(zumindest bei uns)

Und gerade bei solchen sachen kann Unwissenheit sehr gefährlich sein.

Eine Freundin von mir (15 Jahre alt) hat neulich folgenden Satz gesagt(es ging darum ob man canabis legalisieren soll):
"Bevor ich kiff' würde ich mir lieber was spritzen,da geht die lunge nicht so kaputt und es ist nicht so schlimm weil man weniger nimmt!"

...dieser satz gab mir dann zu denken!
Classe
Stammgast
#6 erstellt: 08. Dez 2004, 23:33
Hallo Jogi_Bär!
So unrecht hat deine Freundin gar nicht, Heroin war mal nen ganz normales Mittelchen, das wirklich gegen alles geholfen hat. Es waren wohl die chinesischen Einwanderer in den USA, die dafuer verantwortlich sind, dass dieses Schmerzmittel vom Markt ist.
Bei seiner Einfuehrung galt Heroin als harmlos, Aspirin hingegen als aeusserst gefaehrlich.. lies doch mal ist bestimmt interessant, weiss kaum jemand.

http://www.cbgnetwor...0/Heroin/heroin.html


[Beitrag von Classe am 08. Dez 2004, 23:34 bearbeitet]
Soultrane
Stammgast
#7 erstellt: 09. Dez 2004, 11:56
Hab` mal ein ähnliches Referat gemacht.
Beispiele waren:
PETER TOSH "Legalize it" (Cannabis)
MONSTER MAGNET "Dopes to infinity"(LSD)
SID VICIOUS "My way" (Heroin)
SONIC YOUTH "Song for Karen" (synthetische Drogen)

Rest weiss ich nicht mehr so.

Um der Drogenproblematik und der Gebrauchsstatistik hierzulande gerecht zu werden, solltest Du noch so "harmlose" Sauflieder von den TOTEN HOSEN oder aus dem Volksmusikbereich nehmen.
PPM
Stammgast
#8 erstellt: 09. Dez 2004, 13:21

Soultrane schrieb:
Hab` mal ein ähnliches Referat gemacht.
Beispiele waren:
PETER TOSH "Legalize it" (Cannabis)
MONSTER MAGNET "Dopes to infinity"(LSD)
SID VICIOUS "My way" (Heroin)
SONIC YOUTH "Song for Karen" (synthetische Drogen)

Rest weiss ich nicht mehr so.

Um der Drogenproblematik und der Gebrauchsstatistik hierzulande gerecht zu werden, solltest Du noch so "harmlose" Sauflieder von den TOTEN HOSEN oder aus dem Volksmusikbereich nehmen.


Dazu fällt mir ein:

Witthüser und Westrupp - Trips und Träume
Witthüser und Westrupp - Der Jesuspilz

u.v.a.

P.
milanmann
Neuling
#9 erstellt: 09. Dez 2004, 13:40
@classe
du hast in deinem post aber nicht deine eigene meinung bezüglich thc-heroin zum besten gegeben. und ich find das statement eher zu spritzen als zu kiffen schon ziemlich bitter. und das es "weniger" ist, naja, aber dafür machts auch um einiges schneller süchtig, sofern man bei thc-genuss überhaupt von suchtgefahr sprechen kann.
aber es gibt ja auch legale drogen
silberfux
Inventar
#10 erstellt: 09. Dez 2004, 17:50
Ich denke an

Gotthilf Fischer - Extasy ;-)
Classe
Stammgast
#11 erstellt: 09. Dez 2004, 18:06
@milanmann
naja, ich denke natuerlich nicht, dass es besser ist zu spritzen und Jogi_Bär hat selbstverständlich Recht, dass die Aussage seiner Freundin naiv ist.
Ich bin der Meinung, dass Drogen, auch das so legere angedeutete , Gefahren mit sich bringen, die der Normalsterbliche nicht unter Kontrolle hat. Nun denken aber die meisten sie wuerden nicht zu dieser Gattung Mensch gehören. Wuerde man Heroin, wie es mal ueblich war, nur alle zwei Monate einehmen um seine Migräne oder sonstige Uebelkeit anzugehen, so koennte man doch ruhigen Gewissens sagen, dass Heroin ungefaehrlich ist. Es ist immer der Missbrauch, sei es nun Macht, Alkohol, Heroin, TV, Shit usw, der das Uebel bringt. Selten die aufgelisteten Suchtmittel.
revolver
Stammgast
#12 erstellt: 09. Dez 2004, 19:36
@ Classe

jegliche art von sucht ist eine gefahr, welche kaum alleine zu bewältigen ist (wieviel prozent der raucher schaffen den ausstieg ohne hilfe, einfach so?? 10%? oder nicht mal?). allerdings wird die gefährliche dosis mit einigen mitteln eher erreicht als mit anderen und einzelne menschen ertragen mehr als andere.


so koennte man doch ruhigen Gewissens sagen, dass Heroin ungefaehrlich ist


nein. man hats bloss unter kontrolle, bewegt sich aber auf einem schmalen grat.

zum thema musik und drogen: standen nicht brian wilson und auch die beatles mehrheitlich oder zumindest oft unter einfluss verschiedenster zwiespältiger substanzen (thc/lsd usw...)?

nüchterner (noch) gruss
Classe
Stammgast
#13 erstellt: 09. Dez 2004, 20:55
ja, genau.
bvolmert
Inventar
#14 erstellt: 09. Dez 2004, 21:01
Nicht die Drogen sind das Problem.
Sondern die Menschheit, die damit nicht umgehen kann.

Was am Ergebniß natürlich nichts ändert;Finger weg!
silberfux
Inventar
#15 erstellt: 09. Dez 2004, 21:44
Liebe Leute,

als Vater von 2 Töchtern (19 + 21 J.) nehme ich das Thema Drogen trotz meiner eher ironischen Bemerkung zu Gotthilf Fischer sehr ernst. Ich habe die 68er Zeiten mitgemacht (bin Jahrgang 51)und hatte immer einen Höllenrespekt vor Rauschgift. Heute mit 53 bin ich seit meinem 19. Geburtstag Nichtraucher, trinke aber gern das ein oder andere Bier und weiß, dass das ggf. genauso problematisch ist wie seinerzeit die Tüte. Die Frage ist doch, ob durch Erziehung in der Familie und auch in der Schule das Risiko bewusst gemacht werden kann und auf welche Weise. Lehrer und Eltern wirken überwiegend nicht durch kluge Belehrungen, sondern durch ihr Vorbild. Aufsätze wie der hier erwähnte können den Lernprozess unterstützen. An der eigenen Auseinandersetzung und eigenen Erfahrungen mit dem Problem Drogen kommt ohnehin niemand vorbei.
Petard
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 11. Dez 2004, 04:12
Hai,

was mich immer wieder nervt, ist die weitverbreitete Vorstellung, daß die Entstehung bestimmter Musik oder Musikarten den Konsum "bewusstseinsverändernder" oder "-erweiternder" Drogen voraussetzt.

Scheisse. Songwriting ist Arbeit und braucht Disziplin. Improvisation geht immer, aber Songwriting geht nicht, wenn du bedröhnt irgendwo in der Welt rumhängst. Und wer als Künstler erstmal anfängt, Drogen zu nehmen, um überhaupt arbeiten zu können, ist mittelfristig weg vom Fenster.

Mit die wichtigsten Drogen in der Musikerszene sind heute übrigens völlig legal und werden von Ärzten verschrieben - Psychopharmaka, hauptsächlich Antidepressiva. Für das psychische Gleichgewicht Manisch-Depressiver ein Segen, mitunter ein Lebensretter - für die Kreativität blöderweise Gift.

Nirvana - Lithium
Killing Joke - Prozac People

Gruß,
P.
LocDog187
Stammgast
#17 erstellt: 11. Dez 2004, 10:32
Serz!

Wie heißt es doch so schön: Sex, Drugs and Rock´N Roll. Ich denke wenn man es nicht übertreibt gehört es schon ein bißschen dazu. Cannabis mein ich damit. Also gegen synthetische Drogen bin ich strengstens dagegen.

Und zum Thema Reggae und Cannabis hat sehr wohl einiges mit der Religion zu tun. Die Rastafaris rauchen es nicht einfach aus Spaß. Es soll ihren Horizont erweitern etc...

Auch in Deutschland ist es Rastafaris, wenn sie wirklich beweisen können, dass sie 100 % Rastafaris sind, erlaubt Cannabis zu konsumieren. Siehe Religionsfreiheit.

MFG

Swen
Classe
Stammgast
#18 erstellt: 12. Dez 2004, 01:53

Mit die wichtigsten Drogen in der Musikerszene sind heute übrigens völlig legal und werden von Ärzten verschrieben - Psychopharmaka, hauptsächlich Antidepressiva. Für das psychische Gleichgewicht Manisch-Depressiver ein Segen, mitunter ein Lebensretter - für die Kreativität blöderweise Gift.


Aha, und welche sind die anderen?
Man muss ja auch nicht unter Drogen schreiben, vielleicht ist aber das was man auf Droge erlebt hat interessant...
mano
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 12. Dez 2004, 11:33

Scheisse. Songwriting ist Arbeit und braucht Disziplin. Improvisation geht immer, aber Songwriting geht nicht, wenn du bedröhnt irgendwo in der Welt rumhängst. Und wer als Künstler erstmal anfängt, Drogen zu nehmen, um überhaupt arbeiten zu können, ist mittelfristig weg vom Fenster.



Hier mal ein Gegenbeispiel: Liam Gallagher von Oasis kann sich an das Songwriting seiner grössten Hits nicht mehr erinnern, weil er so zugedröhnt war!

mfg mano
Soultrane
Stammgast
#20 erstellt: 13. Dez 2004, 14:34

LocDog187 schrieb:
Auch in Deutschland ist es Rastafaris, wenn sie wirklich beweisen können, dass sie 100 % Rastafaris sind, erlaubt Cannabis zu konsumieren. Siehe Religionsfreiheit.


Erstens ist der Konsum von Cannabis niemandem verboten, sondern "nur" der Besitz, und zweitens stimmt es nicht, dass man Cannabis ungestraft mit der Begründung der Religionsfreiheit besitzen darf.

Im übrigen - wie stellst Du Dir einen Beweis vor, dass man "100 % Rastafari" ist?
Dodge
Inventar
#21 erstellt: 13. Dez 2004, 16:00
Porcupine Tree - Voyage 34 (Progressive Rock) Ne komplette CD (in 4 Phasen geteilt) über nen LSD Trip.

Generell kannste eigentlich nicht sagen welche Droge zu welcher Musikrichtung gehört...hab auch schon kiffende Raver oder E-schmeissende Metaller gesehen
Speedy
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 13. Dez 2004, 16:05

Petard schrieb:
was mich immer wieder nervt, ist die weitverbreitete Vorstellung, daß die Entstehung bestimmter Musik oder Musikarten den Konsum "bewusstseinsverändernder" oder "-erweiternder" Drogen voraussetzt.


Wenn Du das als Tatsache akzeptieren würdest, bräuchtest Du Dich nicht über die "Vorstellung" zu ärgern.


Petard schrieb:

Scheisse. Songwriting ist Arbeit und braucht Disziplin. Improvisation geht immer, aber Songwriting geht nicht, wenn du bedröhnt irgendwo in der Welt rumhängst. Und wer als Künstler erstmal anfängt, Drogen zu nehmen, um überhaupt arbeiten zu können, ist mittelfristig weg vom Fenster.


Dann werden sich die Stones wohl langfristig nicht mehr halten können

Gruß
Speedy
Petard
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 13. Dez 2004, 22:40
[quote="Speedy"]Dann werden sich die Stones wohl langfristig nicht mehr halten können
[/quote]

Das ist jetzt bestimmt ein Schock für dich: Was das Musikschaffen betrifft, sind die Stones seit deutlich mehr als 30 Jahren tot.

Auch wenn man's kaum glauben mag, wenn man ihn heute sieht: Ausgerechnet Richards war seinerzeit einer der Zurückhaltenden und Disziplinierteren, wenn man den Memoiren der Faithfull glauben mag. In den Knast ist er für die Drogen seiner Gäste gewandert. Erinnert sich andererseits noch jemand an Brian Jones?

[quote="mano"]Hier mal ein Gegenbeispiel: Liam Gallagher von Oasis kann sich an das Songwriting seiner grössten Hits nicht mehr erinnern, weil er so zugedröhnt war![quote]

Hehe, von dem hat man aber auch schon lang nix mehr gehört. Ich würde die Aussage unter Legendenbildung einordnen, aber wie man sieht, nutzt sich irgendwann das medienwirksam aufgebaute Image der Sauf- und Prügelbrüder auch ab...

Gruß,P.


[Beitrag von Petard am 13. Dez 2004, 22:43 bearbeitet]
revolver
Stammgast
#24 erstellt: 13. Dez 2004, 23:28

Hehe, von dem hat man aber auch schon lang nix mehr gehört


womöglich ist er auf entzug
Speedy
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 14. Dez 2004, 08:32

Petard schrieb:

Speedy schrieb:
Dann werden sich die Stones wohl langfristig nicht mehr halten können


Das ist jetzt bestimmt ein Schock für dich: Was das Musikschaffen betrifft, sind die Stones seit deutlich mehr als 30 Jahren tot.


Auch wenns für Dich ein Schock ist, aber ich bilde mir meine Meinung darüber selber und die weicht von Deiner ab

Außerdem gings doch um die Arbeit beim Songwriting und nicht darum, ob Dir das Ergebnis gefällt. Also bitte keine Themawechsel, nur um irgendwie recht zu behalten


Petard schrieb:

Auch wenn man's kaum glauben mag, wenn man ihn heute sieht: Ausgerechnet Richards war seinerzeit einer der Zurückhaltenden und Disziplinierteren, wenn man den Memoiren der Faithfull glauben mag. In den Knast ist er für die Drogen seiner Gäste gewandert.


Sag mal, glaubst Du eigentlich was Du da erzählst ?

Schau ihm mal ins Gesicht, da steht die Wahrheit, nicht in Mariannes Memoiren


Petard schrieb:

Erinnert sich andererseits noch jemand an Brian Jones?


Es gibt natürlich auch reichlich Gegenbeispiele, wollen wir jetzt hier "ich weiß noch einen" spielen ?

Gruß
Speedy
Torquato
Stammgast
#26 erstellt: 14. Dez 2004, 16:17
Wenn ein Musiker Drogen braucht, um ein schönes Lied zu schreiben, ist das zwar blöd für ihn, weil es Gefahren birgt, aber für mich OK, denn auf ein schönes Lied kann man ja nun schlecht verzichten!
Allerdings ist es nicht OK seinen Drogenkonsum in die Weltöffentlichkeit zu tragen - man hat als Musiker ja irgendwie auch Vorbildfunktion. Ich erwarte von einem verantwortungsbewußten Musiker, dass er seinen Drogenkonsum peinlichst geheim hält - und wenn es doch irgendwie herauskommt: dementieren, dementieren, dementieren und deutlich machen, wie gefährlich Drogen sind!
revolver
Stammgast
#27 erstellt: 14. Dez 2004, 21:56

man hat als Musiker ja irgendwie auch Vorbildfunktion


ich denke nicht, dass musiker eine besondere vorbildfunktion haben, es kommt aufs publikum drauf an. vorbildfunktion haben lehrer, eltern, von mir aus der katechet, der polizist, ein kinderliederschreiber oder auch der bundeskanzler. aber ein selbstständiger, erwachsener musiker mit einem erwachsenen publikum? er soll ja niemanden erziehen oder so, sondern bloss musik machen und ggf. seine meinung zu irgendwas sagen.
ausserdem sind die liedtexte viel einflussreicher als das privatleben eines künstlers. da müsste die zensur viel härter zuschlagen, wenn alle texte kindergartengerecht sein sollen. wenn die rapgruppe n.w.a. ende 80er "fuck tha police" sangen, hatte das viel grössere politische und soziale auswirkungen als z.b. eazy-e's (ein mitglied von n.w.a.) frühe karriere als drogendealer. ich würde sicherlich nie ein lied "fuck tha police" taufen, ich habe in meinem umfeld auch keinen anlass dazu. im falle von n.w.a. hatte es aber schon seine berechtigung, wie die riots in los angeles 4 jahre später zeigten. ob der text jedoch vorbildfunktionen erfüllt, das sei dahin gestellt.
Torquato
Stammgast
#28 erstellt: 14. Dez 2004, 22:31
Das ist für mich sehr stimmig - und auch in folgendem gebe ich Dir recht:
aber ein selbstständiger, erwachsener musiker mit einem erwachsenen publikum? er soll ja niemanden erziehen oder so, sondern bloss musik machen
, sofern es wirklich Musiker gibt, die ausschließlich ein erwachsenes Publikum haben und die kein Kind und kein Jugendlicher jemals kennenlernen wird.
revolver
Stammgast
#29 erstellt: 14. Dez 2004, 22:43
ja natürlich, aber das ist das gleiche wie bei filmen und computerspielen. wer garantiert dir, dass kein jugendlicher unter 16 "gta-san andreas" spielt oder irgendwelche gewaltverherrlichenden oder sonst wie nicht jugendfreien filme schaut? niemand. ich aber garantiere dir, dass es tausende minderjährige gibt, die sich solche sachen reinziehen. ob sie es aber richtig verarbeiten und mit der nötigen distanz aufnehmen können, ist eine andere frage.
die vorbilder sind die vorhin genannten personen, in erster linie eltern und schule. sie müssen dafür sorgen, dass die kinder ein altersgerechtes kulturprogramm zur verfügung gestellt bekommen.

ich muss mich selber stoppen , wenn ich weiterfahre werde ich politisch und verwickle ich mich nur in argumenationen und das könnte dann lang werden...

deshalb hier mein fazit: drogen sind ungesund, man sollte aber ein gesundes verhältnis zu ihnen haben. wenn es den künstlern zu kreativität verhilft, so ist das ihr problem, sie werden nicht gezwungen diese zu konsumieren.

gruss


[Beitrag von revolver am 14. Dez 2004, 22:45 bearbeitet]
Speedy
Hat sich gelöscht
#30 erstellt: 15. Dez 2004, 09:12

revolver schrieb:
deshalb hier mein fazit: drogen sind ungesund, man sollte aber ein gesundes verhältnis zu ihnen haben. wenn es den künstlern zu kreativität verhilft, so ist das ihr problem, sie werden nicht gezwungen diese zu konsumieren.


Das ist wohl war.

Deiner sonstigen Argumentation kann ich allerdings nicht folgen. Es gibt wohl kaum Musiker die nur erwachsenes Publikum haben.

Und in meiner Jugend waren eher Pink Floyd und Led Zeppelin und und und "Vorbilder" als der verklemmte Lehrer oder Pfarrer oder der korrupte Polizist oder Bundeskanzler

Gruß
Speedy
Schili
Hat sich gelöscht
#31 erstellt: 15. Dez 2004, 09:32
@ LocDog187: Deine Aussage ist falsch. Dazu müßte es eine gesonderte Verwaltungsvorschrift oder einen Ausschlusspassus im BtmG(Betäubungsmittelgesetz) geben. Auf die freie Ausübung seiner Religion kan man sich bei Drogenkonsum nicht berufen.
Der Konsum sogenannter "weicher Drogen"(Haschisch/Marihuana) ist erlaubt. Nicht jedoch der Besitz und der Erwerb. Hört sich paradox an - und ist es zweifelsohne auch. Wer konsumiert, hat in der Regel auch besessen oder erworben oder Beides.

Einzig legales Beispiel: Der in der "Runde" kreisende Joint. Dann habe ich als Konsument weder erworben noch besessen.

In Bezug auf den Umgang mit den weichen Drogen herrscht hier ein erschreckendes Un- und Falschwissen.

Gruß, Schili
revolver
Stammgast
#32 erstellt: 15. Dez 2004, 13:21

Und in meiner Jugend waren eher Pink Floyd und Led Zeppelin und und und "Vorbilder" als der verklemmte Lehrer oder Pfarrer oder der korrupte Polizist oder Bundeskanzler


warum? jeder wählt sich seine vorbilder selbst. aber musikern eine allgemeine vorbildfunktion zu zuschreiben halte ich für nicht angemessen. es lässt sich aber nicht verhindern, dass berühmte persönlichkeiten zu idolen werden. bei einigen ist es beabsichtigt, bei anderen weniger.
um zurück zum beispiel n.w.a. zu kommen: wenn ein weisser, 13 jähriger mittelschichtsjunge (womöglich aus europa) die gruppe vergöttert, nur weil sie über die polizei flucht und er das cool findet, so war das nicht die absicht der gruppe. schliesslich richten sie sich mit ihrem lied nicht an ihn, sondern an die polizei in LA und an die schwarze bevölkerung in den "ghettos". hätten sie denn ihren text nicht schreiben dürfen, weil dieser junge (sofern er den text überhaupt versteht...) jetzt das gefühl hat, die polizei sei sein feind? was ja nicht der fall ist, zumindest nicht in einem staat, wo die polizei demokratisch legitimiert ist und sich entsprechend verhält.

gruss


[Beitrag von revolver am 15. Dez 2004, 13:22 bearbeitet]
Speedy
Hat sich gelöscht
#33 erstellt: 15. Dez 2004, 15:21
Sorry aber die Botschaft Deines letzten postings hat sich mir nicht erschlossen

Ich habe niemand eine allgemeine und/oder gewollte Vorbildfunktion zugeschrieben, im Gegensatz zu Dir weiter oben, worauf ich ja auch schon hingewiesen hatte indem ich ein paar der Vorbilder aus meiner Jugend benannt hatte.

Gruß
Speedy
revolver
Stammgast
#34 erstellt: 15. Dez 2004, 21:17
@Speedy

also, mal anders ausdrücken:

1. wenn ich von vorbildern schreibe, geht es um vorbilder für kinder/ jugendliche (eigentlich auch für personen, welche "geistig" bereits erwachsen sind, also für alle), deren verhaltensweisen einem gesellschaftlichen "ideal" entsprechen und an denen man sich orientieren soll, um seinen platz in der gesellschaft zu finden.

2. es gibt andere vorbilder, z. B. musikalische vorbilder. wäre ich klavierspieler, wäre mein vorbild vielleicht glenn gould oder so. solche vorbilder meinte ich nicht.

3. ein lehrer hat für seine schüler vorbildfunktion, zum beispiel durch seine intelligenz und weltmännischheit, der polizist durch seinen gerechtigkeitssinn usw. es geht bei dieser art von vorbild wie geasgt um gesellschaftliche ideale.

4. ein musiker fällt nicht in diese kategorie, er ist in erster linie musikalisches vorbild. ob sein verhalten einem gesellschaftlichen ideal entspricht ist von daher irrelevant.

alles klar??

sonst lass es mich wissen.

grüsse


[Beitrag von revolver am 15. Dez 2004, 21:17 bearbeitet]
Tycoon16
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 15. Dez 2004, 21:44
Ich glaub Gofi (Verzeihung: Gotthilf Fischer) lässt sich eher den guten Remstal-Wein schmecken
Speedy
Hat sich gelöscht
#36 erstellt: 16. Dez 2004, 08:18

revolver schrieb:
alles klar??


Joo, im Sinne von verstehen Deiner Aussage ist jetzt alles klar. Zustimmen kann ich da aber nicht, aber das auszuführen würde sicher zu weit ins Off-Topic führen, wo wir ja sowieso schon befinden

Gruß
Speedy
revolver
Stammgast
#37 erstellt: 16. Dez 2004, 11:10

Zustimmen kann ich da aber nicht


kein problem, hauptsache meine sichtweise ist verstanden worden.


aber das auszuführen würde sicher zu weit ins Off-Topic führen, wo wir ja sowieso schon befinden


, immerhin fand ich die diskussion spannend :D, das ist letztenenedes auch sehr wichtig!

gruss
Greg
Neuling
#38 erstellt: 18. Dez 2004, 20:42
Droge: Alkohol
Musikrichtung: Deutsche Volksmusik!

Schönen Gruß vom Blauen Bock
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