Was ist so besondes an Braun-Atelier?

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Detektordeibel
Inventar
#1 erstellt: 18. Jan 2012, 07:09
Hi Leute.

ging mir die letzten Tage mal so durch den Kopf nachdem ich Artikel über das heutige Appel-Design und die mehr als nur starke Orientierung an Braun gelesen habe..

Irgendwann stößt man dann natürlich auf die Braun Atelier Serie wenn man sich für Hifi interessiert.

Ich kenne die Geräte aus der Praxis nicht und habe keinen Kindheitsbezug dazu. Design ist sicher schick aber.

Die Gebrauchtpreise und die Nachfrage scheint vglw. hoch. Warum? Woher der "Hype".

Die Geräte scheinen aufgrund der schlecht belüfteten Gehäuse alle früher oder später den Hitzetod zu sterben, die Wartung scheint auch eher problematisch - also warum favorisiert man gerade diese Geräte?

Rein von außerhalb würd ich das jetzt irgendwo auf nem Niveau mit schickeren Phillips-Geräten aus der Zeit einordnen, auch wenn die natürlich Ende der 80er meist schon Marantz Innenleben hatten.

kipfel
Stammgast
#2 erstellt: 18. Jan 2012, 10:05
IMHO zu 99% das Design.
richi44
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 18. Jan 2012, 12:14
Braun stellte bereits zu Beginn der 60er Geräte mit modern-klarem Design her und vernachlässigte dabei die Technik in keiner Weise.
Dass letztlich die zu tiefen Stückzahlen einen zu hohen Preis forderten dürfte zum Aus dieser Marke geführt haben.
germi1982
Moderator
#4 erstellt: 18. Jan 2012, 21:37

Ich kenne die Geräte aus der Praxis nicht und habe keinen Kindheitsbezug dazu. Design ist sicher schick aber.

Die Gebrauchtpreise und die Nachfrage scheint vglw. hoch. Warum? Woher der "Hype".




Also ein Arbeitskollege von mir hat eine Atelier, und zwar seinerzeit, also Ende der 70er bzw. Anfang der 80er, neu gekauft.

Braun hat solide und auch innovative Technik gebaut. Die Geräte sind ordentlich und massiv, auch wenn das auf Bildern nicht so wirklich rüberkommt.


Dass letztlich die zu tiefen Stückzahlen einen zu hohen Preis forderten dürfte zum Aus dieser Marke geführt haben


Nein, das war nicht das Problem. Seit 1981 gehörte die Unterhaltungselektronik schon nicht mehr zu Braun direkt. Das wurde damals abgestoßen, Braun gehörte da ja schon lange zu Gillette* (seit 1967) und denen passte das nicht ins Konzept. Die Fertigung wurde weitergeführt, und der Produzent durfte aber weiterhin Braun auf die Geräte schreiben. 1991 wurde die Reihe eingestellt, und zwar mit der sogenannten "Last Edition". Die war damals richtig teuer, kostete 15.000DM. Für die wird heute richtig Geld bezahlt. Ein Exemplar steht auch im Museum of Modern Art in New York. Die Last Edition soll aber leistungsmäßig nicht so gut sein im Vergleich zur normalen Atelier. Da stimmen Preis/Leistung nicht.

Die Atelier-Reihe dürfte auch zu der Gruppe der am längsten gebauten Unterhaltungselektronik sein, neben dem Technics 12XX. Die wurde zwischen 1979 und 91 hergestellt. Zu der Anlage gabs auch damals passender Videorekorder und Fernseher. Man konnte sämtliche Geräte mit einer Fernbedienung steuern. Und zusätzlich gabs für die Anlage noch einen Standfuß mit Kabelkanälen in denen man die Kabel der Geräte ordentlich verlegen konnte damit man da nicht so einen Kabelgulasch hat...

Es gibt sogar Leute die wirklich schrottreife Atelier CD-Player nehmen, das Innenleben entfernen, das Gehäuse aufarbeiten und dann kommt da ein DVD-Player oder auch DVD-Rekorder mit Festplatte rein. Da wird teilweise sogar die Beschriftung angepasst, dann hat man ein modernes Gerät das dann trotzdem zur klassischen Anlage passt...



http://de.wikipedia.org/wiki/Braun_Atelier

*Gillette gehört selbst seit 2005 zu Procter&Gamble, somit gehört auch Braun zu denen.


[Beitrag von germi1982 am 18. Jan 2012, 21:43 bearbeitet]
stefansb
Inventar
#5 erstellt: 18. Jan 2012, 21:46
Hi,

die lautsprecher waren doch mit ihren abgeschrägten ecken auch passend zu atelier-design, oder ?

gruss stefan
torbi
Inventar
#6 erstellt: 18. Jan 2012, 21:50
Hallo zusammen,

ich hatte eine Atelier-Anlage (P4, R4, CD3, RM 5), und habe sie nach und nach verkauft.

Technisch sind das gute, nicht herausragende, Geräte, auch wenn zB der R4 als Fehlkonstruktion durchgeht (Hitzetod). Der P4 war ein wenig leichtgewichtig für meinen Geschmack. Der CD3 war super, die Lautsprecher auch.

Das Design ist einsame Spitze, passte aber bei mir nicht recht in die Einrichtung und war mir auch ein wenig zu langweilig.

Lg, Torben
Fhtagn!
Inventar
#7 erstellt: 20. Jan 2012, 21:22
Zur Atelier Serie gabs auch richtig tolle Möbel, das sieht dann als Ganzes auch heute noch modern aus.
AnthonyP
Inventar
#8 erstellt: 22. Jan 2012, 15:46
Hallo,

da fällt mir ein, dass bei einem kleinen Radiotechniker in Niedernhausen bei Frankfurt, eine Braun Atelier aus 2 Teilen - Endtstufe PA4 und ein Preceiver - im Kundenauftrag zu verkaufen stehen. Hab dort eine Luxman-Kombi erstanden.
Der Besitzer will für beide Geräte 500 EUR haben inkl. beider Fernbedienungen.

Ein Bekannter, der mit war und den ich heute auch noch sehe hat sogar Fotos gemacht. Und sie liefen auch beide. Nur der Ein-Knopf vom Preceiver war lose. Massive Endtsufe mit Ringkerntrafo wie ich sehen konnte.

Wer daran Interesse hat, bitte Kontakt per PN, dann krame ich den Kontakt raus und versuche die Fotos zu bekommen.

Gruß
Passat
Moderator
#9 erstellt: 22. Jan 2012, 16:15
Alles über die Braun-geräte findet ihr hier:
http://www.radiodesign.de/

Da hat sogar jemand in Braun-Gehäuse Satellitentuner, Equalizer, Surrounddekoder etc. eingebaut und die Beschriftung entsprechend angepasst.
Einfach dem Link "future" folgen.

Grüsse
Roman
frikkler
Stammgast
#10 erstellt: 07. Feb 2013, 20:36
Ich schätze, dass wie bei Apple die Leute einfach glaubten es sei das beste auf dem Markt. Nicht zuletzt wegen dem modernen Design und dem Namen der da hintersteckte:BRAUN
Deep6
Stammgast
#11 erstellt: 08. Feb 2013, 11:46

frikkler (Beitrag #10) schrieb:
Ich schätze, dass wie bei Apple die Leute einfach glaubten es sei das beste auf dem Markt. Nicht zuletzt wegen dem modernen Design und dem Namen der da hintersteckte:BRAUN


Auch wenn die Braun-Sachen nicht HiEnd sind - so sind sie doch in der Regel sehr gut. Wenn ich in meinen Braun A 501 Verstärker reinsehe (Studio-Line) dann sehe ich einen sehr wertig aufgebauten Amp mit hochwertigen Komponenten in einem zeitlosen Design verpackt. Und das in einem für damalige Verhältnisse sehr innovativem Formfaktor, wo sicher ordntlich Aufwand getrieben wurde um die Technik zu verpacken.

Da waren die 1000 Mark VK sicher nicht zuviel damals für Made in Germany. Nur schade, das es in der Studio-Line keinen CD-Player gibt.

Wenn man das Rams-Design mag kommt man um die Braun Sachen einfach nicht drum herum, die sind - finde ich - einfach schön.

Zur Braun Atelier : Die Anlage sieht als ganzes betrachtet schon sehr schick aus, das macht sicher viel aus.
germi1982
Moderator
#12 erstellt: 08. Feb 2013, 21:20

frikkler (Beitrag #10) schrieb:
Ich schätze, dass wie bei Apple die Leute einfach glaubten es sei das beste auf dem Markt. Nicht zuletzt wegen dem modernen Design und dem Namen der da hintersteckte:BRAUN


Das Design war modern. Die Technik die drinsteckte war es zur damaligen Zeit auch...bei Braun, Grundig und Telefunken war man immer vornweg und hat innovative Technik eingebaut.

Bei Apple bekommt man hingegen 08/15-Technik im schönen Gehäuse....und das sich deren Chefdesigner von Dieter Rams inspirieren ließ ist kein Geheimnis.

Das ist der Unterschied zwischen Apple und Braun.


Wenn man das Rams-Design mag kommt man um die Braun Sachen einfach nicht drum herum, die sind - finde ich - einfach schön.


Wenn dir Rams gefällt dann schau dir mal Max Bill an, der hat in den 1950ern und 60ern für Junghans Uhren designt....Bill und Rams sind beides Anhänger des einfachen Bauhaus-Stils. Die Uhren werden von Junghans noch gefertigt, ich trage eigentlich immer eine Max Bill-Automatic mit Milanaiseband...

http://uhrforum.de/a...-bill-027-4002-4.jpg

http://www.junghans....tems/105.html#opened


[Beitrag von germi1982 am 08. Feb 2013, 21:25 bearbeitet]
Compu-Doc
Inventar
#13 erstellt: 09. Feb 2013, 00:14
Ich kann mich noch daran erinnern als wäre es (vor)gestern gewesen; ich war bei einem meiner Cousins gewesen und sah dort seine brandneue BRAUN Attelier, irgendwas in grau/weiß, den ganzen"Turm" + Dreher........grau...se(e)lig!

Ich fragte ihn damals (um 1980) warum er sich denn so eine "hässliche" Anlage zugelegt habe und er erwiederte mir,

daß "das", das (3xdas ) beste sei, was man für Geld kaufen konnte.

Ich werde mich nie an Designs wie das der Atellier-Serie gewöhnen können,.......und REHFUXX
olsoundb
Stammgast
#14 erstellt: 09. Feb 2013, 00:45
Hi zusammen. Über Design kann man ja nicht streiten - oder trefflich . Wie auch immer... Braun war eigentlich immer "anders" und technisch schon ganz vorne mit dabei. Mir haben diese stilistischen Entgleisungen nie besonders gefallen, aber ich kann mich auch nicht für solche Plattfische wie z. B. B & O begeistern. Jeder wie er mag. Bei Braun gab es etliche Besonderheiten: 1. waren die nie ein solcher Massenhersteller wie die Japaner und später auch die Europäer und 2. steckte hauptsächlich in deutschen Studios und Rundfunkanstalten viel von Braun. Und das muss man schon sagen: Braun legte viel Wert auf Details und innere Werte. Das gab es eben nciht geschenkt. Ich hab erst vor kurzem einen Telefunken - Receiver "in der Reiß'n" (wie wir hier in Bayern sagen) gehabt. Das Ding war von 1973. Hoffnungsloser Fall. Elkos ausgelaufen, Platinen verätzt, Netzteil hin, Endstufen durch etceterapepe . Aus dem selben Keller und Baujahr 1971 ein Verstärker von Braun. Ein paar Kontakte mit leichter Korrosion. Kurz geputzt - das war es dann. Spielt auf wie am ersten Tag. Technischer Vorreiter war Braun nur bedingt, aber bestehende Technik zu perfektionieren: da waren die einsame Klasse. Das sprach sich auch herum und wer Braun kaufte, der zeigte damit, dass er die Mittel besaß, sich hervorragende Qualität etwas kosten zu lassen. Auch wenn viele nur glaubten, mit dem Design protzen zu müssen. Qualitativ gibts bei Braun nix zu meckern. Und ich gebs ja zu: in den frühen Hifi - Zeiten hab ich auch weiß Gott über Braun abgelästert. Viel zu teuer und dieses komische Design... Heute kann ich es ja zugeben: ich war bloß neidisch, weil ich mir so was chices nie leisten konnte .
Technisch ist Braun über jeden Zweifel erhaben, auch heute noch. Und was das stellenweise schon geschmacksverirrte Design angeht: darüber kann man trefflich streiten... oder auch nicht. Aber das hatten wir ja schon
Grüße aus Bayern
Peter
Passat
Moderator
#15 erstellt: 09. Feb 2013, 00:52
Naja, einige Braun-Geräte sind schon bekannt für technische Probleme.
Insbesondere der Receiver R4 und die Endstufe PA4.

Grüße
Roman
Sedi-at
Inventar
#16 erstellt: 09. Feb 2013, 01:05
Hallo

Ich kann nur sagen das Braun super war und noch ist ,habe noch einige Geräte im Einsatz und sind schon 30 Jahre alt ,nie defekt gewesen .

So .....und die anderen .........................????? . Wie lange halten die neuen Modelle ?

Was gutes kostet ein Vermögen ,das andere hält nur bis zur Garantie- Endzeit .

Wir haben es ja gewollt .

gruss dieter
Compu-Doc
Inventar
#17 erstellt: 09. Feb 2013, 01:11

Sedi-at (Beitrag #16) schrieb:
Was gutes kostet ein Vermögen ,das andere hält nur bis zur Garantie- Endzeit .


Das ist mir zu allgemein!
Cookieman79
Stammgast
#18 erstellt: 09. Feb 2013, 14:07
rollmastr
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 09. Feb 2013, 21:54
Das Besondere an Brauns Atelier-Reihe ist zweifelsohne das Design. Teilweise über 30 Jahre alt und dennoch wirkt die Anlage noch immer frisch, im Gegensatz zu beispielsweise meinen Technics Komponenten aus diesem Zeitraum.

Auch in Sachen Qualität muss sich die Atelier Anlage nicht dahinter verstecken. Bilder hatte ich schon mal hier gepostet.
..._Uli
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 10. Apr 2013, 22:38
Moin!

Ich muß als alter Braunfan hier erstmal ein wenig für Klarstellung sorgen… hier stimmt ja einiges nicht!

Zu Antwort #6 von torbi Antwort #15 von Passat:
Nicht herrausragend? Der R4 hatte 1987 schon eine RS232 Schnittstelle zur Anbindung an den PC!
Ja, der R4 ist ein Toaster, aber da gibt’s schon lange eine technische Änderung die im Nachbar-Braunforum sehr gut beschrieben werden:
http://www.braun-hifi-forum.de/viewtopic.php?t=600
Die Plattenspielerreihe „P“ waren endlich mal schön verpackt, der P4 sogar fernbedienbar!
Bilder & Details gibt´s hier: http://www.braun-hifi-forum.de/viewtopic.php?t=940
Der CD3 ist wirklich ein gutes Gerät. Schwachstellen sind der kaum noch zu bekommende Laser und die Toblerronen (Klappbare Lade für selten benutzte Funktionen) LED´s
Die RM5 ist der kleinste Lautsprecher aus der RM Serie von Braun. Besser sind die unwesentlich größeren RM7. Wenn Du mal die Möglichkeit hast M15 zuhören: Du wirst das grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen!

Zu Antwort #8 von AnthonyP:
500€ ist so der standart Buchtpreis für ein CC4 (Vorverstärker) und eine PA4. Es gab 2 Ausführungen der Geräte, der CC4/2 hatte eine etwas andere Programmierung auf dem Chip, die PA4/2 zusätzlich kollektorlose Lüfter an der Rückseite. Die /2er Geräte waren die letzten Geräte von Braun!
Bilder & Details: zum CC4: http://www.braun-hifi-forum.de/viewtopic.php?t=778 & eine Überholung einer PA4: http://www.braun-hifi-forum.de/viewtopic.php?t=2764

Zu Antwort #11 von Deep6:
Die Slimline Geräte (A501) waren die Vorgänger der Ateliergeräte, ausschließlich Made in Germany. Leider gab es noch keine CD Player zu der Zeit.
Ateliergeräte wurden in Fernost produziert (außer die Plattenspieler), das Aufgabenbuch kam aus Frankfurt von Braun oder aus den USA von a/d/s/.

Zu Antwort #14 von olsoundb:
Die Bauteilqualität war unter aller Kannone, auch der Rotstift regierte bei Braun! Billigste Elkos (Knallfrösche), billigstes Platinenmaterial und die Stückzahl der Geräte war relativ gering da die Teile furchtbar teuer angeboten wurden! Übrigens, das war nicht nur bei Atelier so, auch bei den Vorgängern (Made in Germany) wurde nur das billigste eingebaut!

Zu Antwort #15 von Passat:
Da kann man etwas für tun, siehe Rev.-Links oben!

Zu Antwort #16 von rollmastr:
Ateliers sind technisch in die Jahre gekommen, spätestens jetzt sind viele Elkos tot und man muss etwas an ihnen tun. Schaltpläne sind zu bekommen und die Elektronik-Verschleißteile auch.
Die Optik spielt eine große Rolle, benötigt man hier etwas Neues und kann nicht selbst Hand anlegen werden solche Geräte schnell zum Groschengrab!
Es gibt ein paar 4men die sich der Retro annehmen... aber dann wirds teuer!
Wenn man viel selbst machen kann gibts wirklich gute Unterstützung im Nachbarforum:
http://www.braun-hifi-forum.de/index.php

Gruß… Uli
Stereomensch
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 26. Jul 2016, 10:15
Die Ateliers sind einfach Klassiker. Das ist wie ein USM Möbelsystem oder ein Eames Chair etwas was man auch Jahrzehnte später immer noch in einer stilvollen Wohnumgebung nutzen kann.
Ich würde den A2 bevorzugen, ziemlich unverwüstliches Gerät mit kräftigem Sound. Alleine diese Loudness Steuererung ist spitze.

Es gibt verschiedene Anbieter die auch ganz moderne Geräte in das System einbauen.

Bei den alten Geräten gilt wie bei allen anderen alten Geräten auch, eine Überholung durch einen Fachmann ist immer sinnvoll. Ein funktionierendes altes Gerät klingt kein deut schlechter als teure Geräte von heute.
Und im Unterschied zu den Böllern von heute, wirst du die Geräte auch noch in ein paar Jahren gut los.
fotoralf
Stammgast
#22 erstellt: 26. Jul 2016, 10:47

olsoundb (Beitrag #14) schrieb:
2. steckte hauptsächlich in deutschen Studios und Rundfunkanstalten viel von Braun.


Wo?

Ralf
Stereomensch
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 26. Jul 2016, 15:17
Für mich immer noch einer der schönsten Anlagen aller Zeiten - zeitlos.
Passat
Moderator
#24 erstellt: 26. Jul 2016, 15:43
Ein ähnliches Design gibts bei T+A bei der R-Serie.

Das Design gibts bei T+A schon seit Ende der 80er Jahre.

Grüße
Roman
hajott54
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 26. Jul 2016, 17:09
Hi Ralf,

WO steckte Braun überall genau kann ich nicht genau sagen, meine 2 übrigen LV 720 waren jedenfalls aus Fernsehstudioausrüstung und so immer gut in Schuß und gewartet. Spielen immer noch ordentlich, klar, die Glaswolle raus, den internen Klingeldraht durch vernünftige Strippen ersetzt dto wie einige gealterte Teilchen in den Frequenzweichen. Aber sonst alles gut.

Gruß

Hajott54
fotoralf
Stammgast
#26 erstellt: 26. Jul 2016, 20:36
Ich habe zwischen 1973 und 1990 - was wohl auch die Hochzeit von Braun gewesen sein dürfte - in den diversen Kölner Funkhäusern und Studios kein einziges Braun-Gerät gesehen.

In den Neubauten von DW und DLF gab es Heco-Lautsprecher in den Abhören und größere Mengen an Radios und Stereoreceivern von Grundig, um in den Redaktionen das Programm zu hören. Im Schaltraum vom DLF hingen ein Revox-Tuner und ein Cassettenrecorder aus gleichem Hause, wenn eine Redaktion den Mitschnitt einer Live-Sendung bestellt hatte. Beim BFBS gab es Quad-Endstufen in den Regieräumen und es wurden Blaupunkt-Autoradios eingesetzt, um von Ostende aus die BBC-Hörfunkprogramme zuzuführen. Dazu bei BFBS und WDR die üblichen Lautsprecher aus dem Dunstkreis des britischen Brotkastens.

Aber Braun? Nie gesehen. Auch keine Lautsprecher. Das Problem geht ja schon da los, wo die LV720 keine symmetrischen Eingänge haben. Vielleicht in Privatstudios. Da war ja alles erlaubt.

Und bevor sich nun wieder jemand radikalisiert: ich habe nix gegen Braun.

Ralf


[Beitrag von fotoralf am 26. Jul 2016, 23:15 bearbeitet]
Stereomensch
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 27. Jul 2016, 09:24
Mich würde mal interessieren, hat jemand mal einen Vergleich von den Braun Ateliers mit den B&O Beomaster (5000,5500,6500, 7000) gemacht. Das waren ja die direkten Konkurrenten im gleichen hohen Preissegment.
Bei wem hat man eigentlich mehr fürs Geld bekommen? Mein Eindruck war, B&O hatte die besseren Geräte, Braun die besseren Boxen.
Schwergewicht
Inventar
#28 erstellt: 27. Jul 2016, 10:00

Ich habe zwischen 1973 und 1990 - was wohl auch die Hochzeit von Braun gewesen sein dürfte -............


Wenn "wir" hier von dem HiFi-Hersteller Braun sprechen, so war es sicherlich nicht die Zeit zwischen 1973 und 1990, sondern etwa die Zeit von 1964 - 1969. Danach hatten sie auch schon durch das extreme preisliche Abrutschen der danach produzierten Braun Komponenten in erheblich günstigere "Consumer-Preisklassen" auch den Nymbus verloren (zumindest bei halbwegs informierten HiFi-Freunden). Auch Otto Normalverbraucher konnte sich so grob ab 1970 Braun Boxen/Komponenten leisten, sie entsprachen in etwa den Preisen anderer Hersteller in den entsprechenden Leistungsklassen.

Sicherlich gab es auch nach etwa 1969 noch preisklassenbezogen relativ gute Boxen/Gerätschaften von Braun. Aber eben nur preisklassenbezogen und das war mitlerweile die "preislich durchschnittlich normale Consumerklasse" und selbst die oft so hochgelobte TG 1000 Tonbandmaschine konnte beispielsweise die Revox A 77 nicht in der Popularität erreichen. Die Braun Kompaktanlagen liefen allerdings viele Jahre wie warme Semmel, waren aber im Preis auch nicht/kaum teurer als entsprechende Komponenten in dieser Leistungsklasse von Grundig, Telefunken usw. Es war ein Hersteller von vielen geworden. Lediglich das etwas andere Design war noch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal der Braun Gerätschaften, die "Hochzeit" war aber da bereits deutlich vorbei..

Aber kurz zu der Braun "Hochzeit". 1965 wurde die Braun 1000er Anlage weltweit mit großem Abstand als beste Anlage aus einem Haus weltweit dazu erkoren. Es war in USA (die Auszeichnung), ob es allerdings schon die Consumer Show in Las Vegas war, weiß ich nicht mehr und müsste nachblättern. Aber Braun hat damals anschließend damit fleißig Werbung gemacht.

Na ja, komplett ca. gut 15.000 DM = 3 weiße Ford 12 M oder anderhalb Mercedes 190 D (alle jeweils neu - wohlgemerkt)

Mit der Übernahme durch Gillette 1967 und der damit verbundenen anderen Firmenpolitik begann bereits der "langsame" Abstieg der Firma Braun, die bis dahin beispielsweise in einem Atemzug mit Firmen wie z.B. MacIntosh genannt wurde.
fotoralf
Stammgast
#29 erstellt: 27. Jul 2016, 10:10

Stereomensch (Beitrag #27) schrieb:
Mich würde mal interessieren, hat jemand mal einen Vergleich von den Braun Ateliers mit den B&O Beomaster (5000,5500,6500, 7000) gemacht.


Die Geräte von Braun bekam man nach einer Reparatur ohne Schweißausbrüche und Nervenkrisen wieder zusammengebaut.

Ralf
kaizersosse
Stammgast
#30 erstellt: 27. Jul 2016, 10:20
Dazu passt diese kleine Auktion in der Bucht. Habe ich gerade gefunden, nachdem ich nach ein Paar L 1000 gesucht habe.

http://www.ebay.de/s...studio+1000&_sacat=0
hajott54
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 28. Jul 2016, 16:52
Hallo Ralf,
wie gesagt- WO= ?. Ein sehr naher Verwandeter war damals bei einem DER Fernsehstudioausrüster und er hat die LV720 plus X bei Ausmusterung übernommen. Sie waren noch mit Tragegriffen für ihren Einsatz in Übertragungswagen versehen. Plus X = mein "Fernseher" war ein für die Zeit großer hässlicher* Studiomonitor und der Videorecorder ein Sony VCR Monster*, erinnere 3/4 Zoll Kassetten ( bin nicht sicher U-matic? ist lange her).
Für die Zeit genialer Ton/Bild. Aber wie es oft so ist, musste das Ganze des lieben Friedens willen einer "hausfrauenaugenfreundlichen Variante weichen.

Schönen Tag noch

Hajott54
Stereomensch
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 26. Aug 2016, 12:13
Ich glaube Braun ist auch die einzige Marke bei der die Fans auch neue Technik in "alte" Gehäuse einbauen.
Das Design fasziniert bis heute. Bei Ebay findet man auch ab und zu Umbauten bei denen auch neuste Receiver in die speziellen Gehäuse gebaut wurde.
Die Gehäuse von Braun sind top. Die Ateliers haben schwere Metallgehäuse und man kommt gut ran.
Der spezielle Farbton ist aber nicht so einfach zu bekommen.
golf2
Inventar
#33 erstellt: 26. Aug 2016, 12:44
Braun hatte immer zeitlose Gehäuse. Die könnte man sich auch noch in 10 Jahren hinstellen. Auch der Qualitätsanspruch war gut, das sieht man auch an den Braunboxen.
8bitRisc
Stammgast
#34 erstellt: 28. Aug 2016, 00:08

Wenn "wir" hier von dem HiFi-Hersteller Braun sprechen, so war es sicherlich nicht die Zeit zwischen 1973 und 1990, sondern etwa die Zeit von 1964 - 1969.


Braun war zwischen 1964-1969 in erster Linie teuer aber nicht besser.

Der Plattenspieler PS-1000 hatte in der ursprünglichen Version nicht mal Antiskating. Der zur gleichen Zeit von Dual vorgestellte 1019 hatte dies und zusätzlich auch noch eine komfortable Vollautomatik. Der 1019 war weitaus günstiger als der PS-1000 und obendrein noch ein echter Bolide.

Der Verstärker CSV-1000 hatte erhebliche Probleme mit der Wärmeabfuhr und dem Klirrfaktor bei niedrigen Lautstärken. Grundig hatte ähnlich gute und fortschrittliche Verstärker zu der Zeit im Programm. Der Preis war aber entsprechend günstiger.

Hätte Braun die Preispolitik in den 70ern fortgesetzt, wäre der HIFI Sektor der Marke bereits viel früher untergegangen.

Legendär für die damalige Zeit sind eher die Geräte vor 1964 wie die Röhrenverstärker CSV13 und CSV60, der Röhrentuner CET-16 und der Plattenspieler PCS5.

Die Geräte der 70er und 80er waren z.B. vergleichbar mit den Geräten von Nakamichi und Revox wenn man die Preisklasse berücksichtigt. Das Design war jedoch einzigartig.

Das Tonbandgerät TG-1000 wirkte wahrscheinlich zu zierlich aufgrund der 22cm Spulen. Gerade bei den Bandmaschinen war ja Klotzen und Protzen angesagt. Die Japaner machten es ja vor.


[Beitrag von 8bitRisc am 28. Aug 2016, 00:16 bearbeitet]
dialektik
Inventar
#35 erstellt: 28. Aug 2016, 00:45
Ich kenne zwar nicht alle Braun-Geräte im einzelnen, jedoch hatten sie m.E. ein innovatives zeitloses Design gepaart mit Technik auf Höhe der Zeit, welches auch heute noch funktioniert (Museums-Besuch mit Anhören in FFM vor wenigen Jahren)
Mir fällt dazu nur noch vergleichbar Wega und Revox ein (letztere tatsächlich durch Studer in zahlreichen Studios der Welt vertreten)

Hat eigentlich T+A an "Braun" mal für das Design zahlen müssen
Schwergewicht
Inventar
#36 erstellt: 28. Aug 2016, 09:57

8bitRisc (Beitrag #34) schrieb:

Wenn "wir" hier von dem HiFi-Hersteller Braun sprechen, so war es sicherlich nicht die Zeit zwischen 1973 und 1990, sondern etwa die Zeit von 1964 - 1969.


Braun war zwischen 1964-1969 in erster Linie teuer aber nicht besser.


Das Braun sogar sauteuer war, ist jedem bekannt, spätestens wenn er sich die alten Preislisten ansieht. Und sicherlich waren die Gerätschaften auch besser als die von Dir genannten Gerätschaften von Dual (1019) und Grundig, das ist nun einmal Fakt.

Noch einmal, die 1000er Anlage von Braun galt 1965 als beste Anlage aus einem Haus und zwar auf der ganzen Welt und so wurde sie auch ausgezeichnet. Ob die jetzt teilweise, wie z.B.der Verstärker CSV 1000 irgendwann anschließend reparaturanfälliger waren, spielt dabei keine Rolle. Keiner von "uns Normalos" wird sich diese komplette 1000er Anlage seinerzeit im Komplettpreis von etwa 3 neuen Ford 12 M P 4 gekauft haben. So gesehen ist es eigentlich müßig, wie und was sich später mit diesen Komponenten abgespielt hat, "wir" waren ab 1965 bzw. einige Jahre danach ja überhaupt nicht davon betroffen.

"Heute" bezieht ja fast jeder sein vermeintliches Wissen z.B. über die 1000er Anlage nur aus dem, was im Netz steht (und da steht auch viel dummes Zeug). Und beispielsweise die 1000er Boxen wird doch bis heute bei den geringen Stückzahlen und somit seeeeehr geringen Verbreitung kaum einer jemals gehört, geschweige denn besessen haben. Deswegen muss man die ganze Geschichte aus ihrer Zeit heraus betrachtet einordnen. Und da war Braun in den 60ern bis fast Ende der 60er mit allen 1000er Spitzenkomponenten in der Weltspitzenklasse bzw. zumindest erweiterten Weltspitzenklasse vertreten. Deswegen war dieser 60er Jahre Zeitraum ohne wenn und aber die "Hochzeit" von Braun, weil sie da mit ihren jeweiligen Spitzenprodukten oberhalb der damaligen "Consumerklasse" herausragten, egal, ob es einem gefällt oder nicht.

Sicherlich gab es auch damals schon sich spezialisierende Firmen, die sich, beispielsweise um mal einen Namen zu nennen wie McIntosh zu der Zeit auf Vor-/Endstufen und Tuner spezialisierten, aber eben den "Rest" für eine Anlage damals nicht komplett im eigenen Programm hatten

Klar gab es einen Dual 1019 mit der übrigens werbewirksam nur für den Hi-Fi mäßig "Otto Normalverbraucher" angedachten Vollautomatik. Ein ambitionierter Hi-Fi Freund hat 1965 über eine Automatik, genau wie über den kleinen Plattenteller des 1019, ausschließlich nur die Nase gerümpft und zwar ganz erheblich. Also eine "komfortable Automatik" 1965 bei einem Plattenspieler für einen damaligen Freak als positiv darzustellen, zeugt wirklich von Unwissenheit über das, was sich zu der damaligen Zeit hier im gehobenen Hi-Fi-Segment bei den Hi-Fi-Fans abgespielt hat.

Gut, für die breite Masse war die Vollautomatik des 1019 ein Argument und für "uns" anders orientierten Fans blieb schon aus dem rein monetären Grund letztendlich fast ausschließlich nur der Dual als bezahlbarer Plattenspieler übrig, auch für mich, trotz der Automatik. Die zuerst fehlende und Hi-Fi-mäßig gedacht auch sinnvolle Skating-Kompensation beim 1000er wurde von den Hi-Fi Profis bemängelt. Und sicherlich auch auf deren "Druck" wurde der 1000er dann relativ schnell durch den 1000/II mit Antiskating ersetzt

Aber wir sprechen ja bei der 1000er-Klasse nicht von einer Anlage für die normale, breite Masse, wie es Gerätschaften von Dual und Grundig waren. Sicherlich war der 1019 sogar ein klasse Plattenspieler und nicht wesentlich schlechter als der 1000er. Den gigantischen Preisunterschied rechtfertigt der 1000er gegenüber dem 1019 natürlich überhaupt nicht, aber darum geht es ja bei solchen absoluten Feststellungen/Einstufungen nun einmal nicht, da geht es unabhängig vom Preis bzw. der Preis-/Qualitätsrelation nur um die absolute/erweiterte Spitze.

Und beim "Gesamtprogramm" möge man nur beispielsweise adequate Boxen von den beispielsweise hier genannten Herstellern wie Grundig oder Dual aus 1965 nennen, die man mit den 1000er Braun Boxen auch nur im allergeringsten Ansatz klanglich hätte vergleichen können. Außer normalen und natürlich preiswerten Boxen für Jedermann gab es da nichts. Aber klar, die kosteten noch nicht einmal bzw. selten 700,00 DM pro Paar, geschweige denn 7.000,00 DM wie die Braun.

Klar, schon vor Ende der 60er zeichnete es sich ab, dass man mit DM 15.000,00 Anlagen kein Geld verdienen kann, weil sie durch ihren Preis nur eine extrem kleine Käuferschicht angesprochen haben, das war Fakt. Kleine Stückzahlen sind extrem teuer. also musste "Masse" her und das hieß, eine überwiegend andere Produktpalette. Somit wurde Braun seit Ende der 60er durch die Bank bei "allen" Komponenten erheblich "billiger", man kann sogar sagen fast "Normalpreisig". Unabhängig vom langsamen allgemeinen Preisverfall für Hi-Fi Komponenten, suchte man beispielsweise Einzelkomponenten im Preisbereich der 1000er Anlage jetzt vergeblich bei Braun.

Ob man die Boxen/Gerätschaften der 70/80er jetzt mit Revox, Nakamichi vergleicht, sollte jeder für sich selbst einschätzen, ich sehe sie übrigens gar nicht weit von Grundig oder Dual entfernt, wenn ich mir die Angebotspalette anschaue und beispielsweise die Kompaktanlage Audio 310 und später Audio 308, die beispielsweise zu ihrer jeweiligen Zeit den mit Abstand größten Hi-Fi-Umsatz bei Braun ausmachten und auch bei mir fast ausschließlich nachgefragt wurden.


Das Tonbandgerät TG-1000 wirkte wahrscheinlich zu zierlich aufgrund der 22cm Spulen. Gerade bei den Bandmaschinen war ja Klotzen und Protzen angesagt. Die Japaner machten es ja vor.


Das ist aber nun wirklich reiner Quatsch. Es gibt wohl keinen Tonbandfreund aus dieser Zeit, dem die TG 1000 zu "zierlich" war, im Gegenteil. Optisch war die TG 1000 traumhaft schön, auch "schöner" als die Revox A 77. Aber sie hatte den alles entscheidenen Nachteil, dass man nur 22er Spulen darauf benutzen konnte. Für mich (ja, ich habe die Braun-Hochzeit selbst aktiv miterlebt), der zu der Zeit, wie viele andere Hi-Fi-Freunde ein absoluter Tonbandfreund gewesen ist, war die TG 1000, weil sie eben spulenmäßig begrenzt war, dadurch ein absolutes No go. Was sollte man mit einer teuren Bandmaschine, wo man eben keine woanders aufgenommenen zu dem Zeitpunkt für echte Tonbandfreunde/Freaks schon abligatorischen 27er Spulen aller großen Maschinen abspielen konnte, nur mit einer 22er Spulenmaschine?

Eigentlich unglaublich, ich weiß bis heute nicht, was die "Entwickler/Marketingleute" sich dabei gedacht haben bzw. wie man solche Vorgaben machen kann. Dies speziell unter dem Aspekt, dass diese 1000er Maschine schon im Vorfeld von Braun bei den HiFi-Fachhändlern als die große "Übermaschine" gegenüber der Revox A 77 propangiert wurde. Sollten jetzt alle Tonbandfreunde ihre 27er Spulen wegwerfen um sich nur noch 22er Spulen zu kaufen? Und so wurde es auch bei mir, obwohl sie mir optisch nicht so gut gefiel, eine Revox. Für den wirklich ambitionierten Bandmaschinenfreund war die TG 1000 also nichts. Trotzdem, optisch schön und technisch gut war sie und sie verkaufte sich bei uns zwar nie wie Revox, aber trotzdem relativ gut, das sollte nicht unerwähnt bleiben.

Noch ein Wort zu den vermeitnlichen protzenden Bandmaschinen aus Japan. Revox und nur Revox beherrschte den deutschen Markt. Alle Japaner zusammen verkauften in der Zeit der TG 1000 weniger Bandmaschinen mit 27er Spulen, als der Hersteller Revox ganz alleine.

Klar, als Sammler habe auch ich mir in den 90ern eine bzw. zwei gebrauchte TG 1000/1020 besorgt, kann das mit den "nur" 22er Spulen aber bis heute unter halbwegs logischen Denkansätzen immer noch nicht nachvollziehen.

Unabhängig von 2 1000er Braun Gerätschaften, die ich irgendwann später Anfang der 90er, wo sie eigentlich schon überhaupt keine besondere Rolle mehr auf dem HiFi Markt spielten, gebraucht erworben hatte, die komplette 1000er Braun Traumanlage habe ich auf einer Hi-Fi-Messe und bei Hi-Fi Melchior in Mülheim persönlich gehört (sie klang zumindest unter der Vorgabe der 60er auch absolut traumhaft). Und sogar einen (nicht nur) Braun 1000er Prospekt mit Melchior-Stempel aus der Zeit habe ich bis heute in meinem Besitz.


[Beitrag von Schwergewicht am 28. Aug 2016, 13:36 bearbeitet]
Killwalz
Hat sich gelöscht
#37 erstellt: 05. Sep 2016, 18:15

hat jemand mal einen Vergleich von den Braun Ateliers mit den B&O Beomaster (5000,5500,6500, 7000) gemacht.

Klar. Optisch waren die Beos ja auch eine Klasse für sich (Geschmacksache), aber klanglich konnten sie in keinem Fall mit den Braun-Geräten (letzte Versionen) mithalten, sofern man der optischen Linie treu blieb und auch Lautsprecher von B&O einsetzte. Die Orgelpfeifen waren z. B. ein klanglicher Graus. Die älteren Receiver etc. waren OK. Nicht mehr und nicht weniger. Klanglich auf einer Stufe mit den anderen Firmen. Die Optik und der Geldbeutel war für sowas entscheident, die Technik war ja überall fast gleich.


Der Plattenspieler PS-1000 hatte in der ursprünglichen Version nicht mal Antiskating. Der zur gleichen Zeit von Dual vorgestellte 1019 hatte dies und zusätzlich auch noch eine komfortable Vollautomatik.


Mag sein, aber die Dual (hab noch einen) sind und waren nicht gerade eine Augenweide. Man mußte mit den Geräten aber wohnen. Trotzdem, speziell die Plattenspieler von Braun der letzten Generation, sind auch kein Augenschmaus und sind sehr häufig defekt. Sie sehen in meinen Augen aus wie ein Trabbi (wegen der miesen Plastikverkleidung). Die Duals sind optisch nicht besser (wieder mal Geschmacksache), laufen aber meistens heute noch ohne Probleme. Wenn nicht, lassen die sich normalerweise kinderleicht reparieren.


dem die TG 1000 zu "zierlich" war


Zierlich waren die Dinger nun wirklich nicht. Die Tonbandgeräte-Reihe wurde übrigens von ASC übernommen und noch ne Weile weiter geführt. Die Cass-Recorder von ASC waren zwar in Ordnung, aber die Langzeitstabilität von Braun hatten die nicht. Wer heute einen ASC 3000 oder ähnlich hat, darf jederzeit mit dem Ableben rechnen (endgültig).
Ich besitze noch einen Braun C4. Läuft wie am ersten Tag. Bin erst sehr spät drauf gekommen (vor ca. 2 Jahren) und bin immer noch verwundert wie gut die Technik dieses Gerätes ist. Viel komfort, klanglich Spitze. Fast so gut wie der Revox B 215. Erstaunlich für diese niedliche Optik.


Hat eigentlich T+A an "Braun" mal für das Design zahlen müssen


Soweit ich weis nicht. Estens war das Braun-Design nicht geschützt oder der Schutz war abgelaufen, zweitens sind die T&A Geräte nur aus Entfernung ähnlich. Das aber bewusst. ASC hatte ja nur die Bandgerätefertigung übernommen (anderes Design). Auch T&A hat ja versucht einen Cass-Recorder in dem Design zu fertigen. Das war ein absoluter Flop (technischer Müll), lag wohl daran, dass die nur ein Laufwerk kriegen konnten was rein passte. Nichts selbst konstruiert). Ausserdem war die Zeit für CC vorbei. Hochwertiges HiFi im Recorder mit Drehkopf geht garnicht, das wusste sogar Nakamichi.

Mit Geräten von Wega, T&A und B&O sind Design-Vergleich möglich. Die letzten Revox waren techn. absolut Top, Design gabs aber nur bei der schwarzen B-Klavierlackreihe. Ansonsten waren/sind das eher Traktoren. Mit McIntosh kann man nichts vergleichen und mit dem Design-Schrott von Nakamichi auch nichts.

Ich betreibe übrigens z. Z. gemischte Werke, Deck von Braun, Vorverstärker und Endstufen sowie Lautsprecher von T&A, gestreamt wird mit dem Transporter von Logitech und als BluRay steht einer von Oppo. Geräte sind schwarz und, bis auf den BluRay etwa gleich flach. Wenn die, wie bei mir, in verschiedenen Etagen eines Doppelracks stehen, fallen die optischen Unterschiede kaum auf.
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