Qualität und ehem. Neupreis Grundig R1000? + LED Umrüstung

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mat619
Neuling
#1 erstellt: 24. Feb 2016, 17:36
Hallo zusammen,

seit letztem Wochenende darf ich einen Grundig R1000 mein Eigen nennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (meiner leidet bedauerlicherweise auch unter dem Problem mit dem blöden Mutingschalter für die Stationsspeichertasten - konnte bislang die oft erwähnte Lösung mit der Feder nicht erfolgreich nachbasteln, daher habe ich kurzerhand dieses gesamte PCB abgesteckt, damit er wenigstens über die Skala im Tunermodus und mit externen Quellen funktioniert) muss ich sagen, dass ich sehr positiv überrascht bin von dem Klang, den der silberne Kollege hier produziert, egal an welchen Boxen, speziell auch den kleinen, unverhofft guten Eltropa Flachwandboxen, die ich mit dem R1000 erworben und in einem anderen Thread erwähnt habe!

Auf meiner Recherche über das Modell konnte ich bislang nur ein paar einzelne Scans von Grundig Prospekten über die Rx000 Reihe finden, aus denen hervorging, dass der R1000 wohl das von der Ausstattung her einfachste Modell dieser Reihe war - aber mehr leider auch nicht, z. B. welchen Stellenwert die Rx000 Reihe überhaupt innerhalb des Gesamtsortiments von Grundig zur damaligen Zeit hatte. Wo ist der R1000 denn qualitativ ungefähr einzuordnen? Die Verarbeitung und m. M. n. auch die Klangqualität sind ja sehr ordentlich.

Und weiß jemand zufällig, was der R1000 neu gekostet hat?
Konnte nur eine italienische Preisangabe von angeblich 330.000 Lire finden, was umgerechnet 1979 über 700 DM entsprochen haben müsste - erscheint mir etwas viel...?

Eine weitere Frage noch: Natürlich ist die Skalenbeleuchtung teilweise hinüber, wie zu erwarten, bei einem ehemals ungepflegten Gerät. Diese originalen, türkisblau getauchten Glühlampen gibt es ja längst nicht mehr, daher hatte ich überlegt die Beleuchtung durch originalgetreu eingefärbte LEDs zu ersetzen. Es wurde jedoch immer wieder davon geschrieben, dass man bei Beleuchtungsänderungen beim R1000 aufgrund dessen, dass die Versorgung der Beleuchtung ungewöhnlicherweise über die geregelte Gleichspannung des Netzteils erfolgt, vorsichtig sein muss. Trifft das auch bei Verwendung von LEDs zu? Beim Einsatz zu stromhungriger Glühbirnen einer etwas anderen Sorte, an die manche wohl gedacht hatten, ist das völlig klar, aber mir erschließt sich ehrlich gesagt nicht, wie eine LED mit Vorwiderstand da problematisch sein könnte - die wird immer einen Haufen mA weniger als die originale Glühbirne ziehen.

Danke euch vielmals im Voraus für jegliche Infos!

Viele Grüße
Matt


[Beitrag von mat619 am 24. Feb 2016, 18:18 bearbeitet]
shabbel
Inventar
#2 erstellt: 25. Feb 2016, 07:40
LED`s haben einen kälteren Farbton als Glühbirnen. Da hilft auch keine Farbtönung. Falls der Grundig ungleichmäßige Versorgungsspannungen hat, wäre der Einsatz spannungsstärkerer Birnen oder eines Vorwiderstandes sinnvoll.
mat619
Neuling
#3 erstellt: 25. Feb 2016, 08:10

LED`s haben einen kälteren Farbton als Glühbirnen. Da hilft auch keine Farbtönung.

Das stimmt meiner Meinung nach so nicht per se - seit ein paar Jahren gibt es sehr schön warmweiße LEDs, die spätestens mit einem kleinen Tupfer oranger Farbe nahezu perfekt den schön warmen Farbton kleiner Glühbirnen erreichen. Hab ich selbst schon oft zum Ersatz von Glühbirnen im Modellbau verwendet, da ist (sofern man das Problem des Abstrahlwinkels der LED in den Griff bekommt) selbst im direkten Vergleich nebeneinander zur originalen Glühbirne kaum ein Unterschied zu sehen.
Außerdem hatte der R1000 ab Werk ja ohnehin vollständig in türkisblauem Tauchlack eingefärbte Glühlampen, der deren darunterliegenden warmen Farbton komplett zunichte macht.


Falls der Grundig ungleichmäßige Versorgungsspannungen hat, wäre der Einsatz spannungsstärkerer Birnen oder eines Vorwiderstandes sinnvoll.

Hm, wieso ungleichmäßige Spannungen? Sie ist geregelt, nicht ungleichmäßig, das ist also nicht das Problem. Und ein üppiger Vorwiderstand ist sowieso zwangsläufig erforderlich, da 13 V. So wie ich es verstanden habe, darf beim R1000 auf dem Beleuchtungskreis wohl nur kein allzu hoher Strom fließen, denn in anderen Forenposts wurde wie erwähnt davor gewarnt, stromhungrigere Glühbirnen als die originalen zu verwenden. Das würde das Netzteil auf die Dauer beschädigen... leuchtet soweit ein. Aber es gab eine Anmerkung hinsichtlich LEDs in diese Richtung, jedoch ohne technische Begründung - würde mich eben interessieren, ob da tatsächlich etwas zu beachten ist.
Schwergewicht
Inventar
#4 erstellt: 25. Feb 2016, 09:40
Ach, zufällig wieder der "Eltropa-Mann"


Und weiß jemand zufällig, was der R1000 neu gekostet hat?
Konnte nur eine italienische Preisangabe von angeblich 330.000 Lire finden, was umgerechnet 1979 über 700,00 DM entsprochen haben müsste - erscheint mir etwas viel...?


Die DM 700,00 stimmen als UVP tatsächlich. Als Straßenpreis wäre aber der berühmte Schwellenpreis von 599,00 DM anzusetzen, also 100,00 DM weniger.
mat619
Neuling
#5 erstellt: 25. Feb 2016, 09:54
Hey, so sieht man sich wieder

Interessant, danke für die Info! Hätte nicht gedacht, dass die Preisangabe von dem italienischen Händler, bei dem ich die Angabe gelesen habe, korrekt war - denn in jedem andere Aspekt seiner Beschreibung hat er ziemlich übertrieben. Dazu passend auch die Preisvorstellung von über 200 € für ein angeblich professionell überholtes, aber in optisch schlechterem Zustand als mein Flohmarktfund befindliches Exemplar... für das Geld würde ich was anderes kaufen.

Kannst du zur Qualitätskategorie des R1000 evtl. auch etwas sagen?
Passat
Moderator
#6 erstellt: 25. Feb 2016, 10:36
Der R 1000 war damals der kleinste Receiver von Grundig.
Darüber gabs den R 2000 und R 3000 (beide nahezu identisch. Der R 2000 hat den Tuner mit Skala, der R 3000 eine Digitalanzeige, Verstärkerteil ist identisch).
Die R 2000/3000 haben 2x 50 Watt Sinus an 4 Ohm anstatt der 2x 35 Watt beim R 1000 und zusätzlich einen Klangregler für die Mitten.

Dann gabs noch die -2. Das sind aber nur optische Varianten (eckige LED anstatt runde LED).
Hier ein R 2000-2:
Grundig R 2000-2

Und es gab den R 3000-3. Der hat den Synthesizer-Tuner des MT 200 und einige Anschlüsse als Cinch.


Es war auch ein R 4000 projektiert.
Grundig R 4000
Der hätte den Tuner des ST 6500 gehabt.
Auf den Markt gekommen ist er aber nicht.

Grüße
Roman
Schwergewicht
Inventar
#7 erstellt: 25. Feb 2016, 10:40
Mat619, allerdings ist mein Posting in diesem Fall nur etwas eher Allgemein gehaltenes.

Die Standardgeräte von Grundig unterhalb der eigentlichen "Hi-Fi-Klasse" lasse ich mal außen vor. So gesehen ist der R 1000 ist als Einstiegsgerät von Grundig in die Receiver Hi-Fi-Klasse zu sehen, im Verstärkerteil vergleichbar mit dem Vollverstärker Grundig V 1000, den mal als Hi-Fi Einstiegsgerät von Grundig, also als Verstärker-Pendant zum R 1000 sehen kann.

Ausgehend von den Gerätschaften zu der Zeit rund um den R 1000, die ich selbst mal hatte (ausgerechnet den R 1000 hatte ich selbst nie), also dem R 2000, R 3000, wichtig weil in etwa verstärkertechnisch und in der Leistung direkt vergleichbar V 1000, V 2000, V 5000 sehe ich den R 1000 durchaus als vollwertigen Receiver der Hi-Fi-Einstiegsklasse/untere Mittelklasse an.

Ich glaube auch nicht, dass man die Gerätschaften, da aus einer "Grundig-Klangfamilie" untereinander an "normalen Boxen" der etwa seinerzeitigen Preisklasse bis etwa 800,00 DM pro Paar unterscheiden kann. Ich konnte es zumindest bei meinen 5 hier aufgeführten Grundig-Gerätschaften eigentlich nicht. Vielleicht mit einer kleinen Ausnahme, der Grundig V 1000 machte bei jeweils immer gleicher neutralen Grundeinstellung der Regler bei den Boxen etwas weniger Druck und erzeugte dadurch auch ein etwas/minimal weniger voluminöses Klangbild als die größeren/stärkeren Gerätschaften aus dem Programm. Dies könnte beim R 1000 somit, da er die gleiche Sinusleistung des V 1000 hat, ähnlich dem V 1000 sein. Ich kann es allerdings nur vermuten, wissen tue ich dies aus eigener Erfahrung mit dem R 1000 nicht.

Ich persönlich finde die Grundig Receiver-/Verstärker-Gerätschaften aus diesem Zeitraum um 1980 auf einem gehobenem Standard, nicht auffallend besser oder schlechter als andere Hersteller zu dieser Zeit in der gleichen Preisklasse. 200,00 € selbst für einen perfekten R 1000 sehe ich aber jenseits aller Mondpreise, auch die letzten beiden verkauften Sofortkaufpreise von jeweils über 100,00 Euro sind m.M.n im "Vergleich" zu anderen Herstellern aus dieser Zeit und in diesem Preis-/Qualitätssegment (erheblich) zu hoch, den letzten normal versteigerten R 1000 für 50,-- Euro empfinde ich, wenn man sich nicht um 10,00 Euro mehr oder weniger streitet, als preislich i.O. . .


[Beitrag von Schwergewicht am 25. Feb 2016, 12:17 bearbeitet]
mat619
Neuling
#8 erstellt: 25. Feb 2016, 11:07
Danke euch beiden für eure Antworten, sehr informativ!
Arktus87
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 25. Feb 2016, 19:32
Nochmal was zu LED und warm bzw kaltweiß, das ist ganz einfach alles unter 3000K ist warmweiß und alles drüber empfindet man als kalt weiß.

Ein Meister für Elktrotechnik.
shabbel
Inventar
#10 erstellt: 26. Feb 2016, 09:52
LEDs produzieren nur ein begrenztes Lichtspektrum, während Glühbirnen Kontinuumstrahler sind. Deshalb wirkt eine LED vom Farbton kälter als herkömmliche Lichtquellen. Auch, wenn das Strahlungsmaximum im gleichen Bereich liegt.
Arktus87
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 26. Feb 2016, 16:03
Das ist sicherlich messbar aber mit dem bloßem Auge, bei einer kleinen und indirekten Beleuchtung wie es bei solchen Hifiklassikern der Fall ist, nicht zu erkennen.

Bei einer Raumbeleuchtung schon eher, wobei man das schon im direkten Vergleich sehen muss. Es ist wie überall einige LED Leuchtmittel haben ein schönes warmweiß andere wieder nicht obwohl bei beiden die gleiche Lichtwärme angegeben ist. Ist wohl wie bei den Kraftstoffverbrauchsangaben in der KFZ Industrie 😉
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