Alte Geräte mit neuen Elkos klingen nicht !!!!

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speedy-q
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 28. Dez 2005, 18:53
Liebe Gemeinde !

Unlängst wollte ich meine zwei Grundig V2000 Endstufenmodule endlich mal mit neuen Elkos beglücken. Die originalen Frakos (Siebelkos, 15000 MF) arbeiten zwar noch völlig unauffällig....aber ich dachte halt, es wird mal Zeit...

Ums kurz zu machen: Weder mit den BC (Phillips) noch den BHC-Aerovox, die ich ausprobierte, wollte der schöne warme Klang (mit hervorragender Auflösung!!!) wieder kommen....Der Klang wurde mit beiden Alternativen kalt und dünn...und der Raum schrumpfte beängstigend.....

Das gleiche Dilemma beim Austausch der "kleinen Elkos" (47 und 100 MF im Differenzverstärker etc...)...trotz Elna Silmic, Roederstein und Rubycon (alle ausprobiert...bis der Lötkolben glühte.... )...der Klang wurde jedes mal deutlich "heller" , weniger körperhaft...und in der Summe einfach weniger authentisch....obwohl es sicher Leute gibt, die das jetzt mit "besserer Auflösung" gleichsetzen.....was ich aber nicht unterschreiben würde....oft wird bessere Durchhörbarkeit nämlich mit fehlendem Grundtonbereich erkauft....und die Balance mit den originalen Elkos war schlichtweg perfekt !!!! Jetzt war sie es nicht mehr !!!

Für mich persönlich war das Ergebnis daher immer: "weniger Musik"....mehr "technisches Geräusch"......... Man kann das schlecht in Worte fassen...ich glaube , man muß es selber hören, um es zu verstehen.....

So langsam ergreift mich Panik...wo kriege ich Elkos her, die den Originalklang konservieren, wenn die alten (die jetzt alle wieder drin sind) doch mal den Geist aufgeben ????

Und : Was haltet ihr von meiner Wahrnehmung ?

Besorgte Grüße

Speedy-
hf500
Moderator
#2 erstellt: 28. Dez 2005, 19:17
Moin,
nimm es mir nicht uebel, aber ich halte davon nichts.
Der Mensch hat kein Gedaechtnis fuer akustische Vorgaenge, und der Tausch von Elkos dauert so lange,
dass man nicht mehr weiss, wie der Verstaerker vorher geklungen haben soll.
Ein A-B Vergleich ist unmoeglich und gerade das Hoeren ist nicht reproduzierbar.
Ausserdem:
Weisst Du, wie das Geraet fabrikneu geklungen hat?
Die Hersteller haben die Elkos auch nicht nach Klang, sondern nach Liefermoeglichkeit,
langjaehrigen Lieferbeziehungen und Preis eingekauft, rede Dir da kein VooDoo ein.

Der Konstrukteur hat angegeben, 100µF/40V haben zu muessen, und der Einkauf zieht los, hochwertige Ware zu
guenstigen Preisen zu bekommen. Fertig, weiter nichts.

Ich bestelle beim Grossisten nur noch 105°C Elkos, er liefert Nippon-Chemicon. Die Dinger sind hochwertig
und vereinfachen mein Lager, da ich diese Kondensatoren universell auch in Schaltnetzteilen einsetzen kann.

73
Peter
opelkadett
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 28. Dez 2005, 20:31
hm ich hab genau umgekehrt erfahrung bei nem grundig v35 gemacht-- die elkos waren wohl nichtmehr die besten und die kiste klang hell und flach. völlig undynamisch. jetzt ist das teil total klasse..

nja man hört ja immer wieder neues
hf500
Moderator
#4 erstellt: 28. Dez 2005, 20:39
Moin,
das ist nachvollziehbar. Bei grassierendem Kapazitaetsverlust rutscht die untere Grenzfrequenz nach oben.

73
Peter
speedy-q
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 29. Dez 2005, 10:16
Vielleicht zur Verdeutlichung:

Die originalen Elkos haben alle noch locker über der Nennkapazität..... Ich habe mir für meine Kette (Yamaha CX 1000, Primare 35 CD, Magnepan 12er Flächenstrahler) zwei Endstufenmodule der V2000 zu quasi 4-amping-Verstärkern umgebaut)...das Ergebnis war schlichtweg so gut, daß ich meine B&W Monoblöcke aufs Altenteil geschickt habe.... Mit Verstärkern habe ich wirklich genug Erfahrung....AVM, Bryston, T+A, Omtec, alles schon da gewesen....

Die V2000 kam meinen Vorstellungen am nächsten... und daher kann ich sehr wohl beurteilen, wie sich der Klang mit neuen Elkos geändert hat..... in der Tat klangen sie hinterher eher wie ne AVM ...und die klingen kalt und seelenlos....für meinen Geschmack..

Ich denke sehr wohl, dass man Klangeigenschaften, bzw. den Höreindruck in gewisser Weise "speichern" kann.....das hat nichts mit Vodoo zu tun....sondern wenn man jahrelang mit einer Kette "gearbeitet" hat, weiß man sehr wohl, wies klingt....oder eben nicht........

Natürlich glaube ich nicht an Zauberei....aber ich habe die Vermutung, dass die Elkos früher einfach anders waren....wobei es durchaus sein kann, dass die modernen sogar bessere elektrische Werte aufweisen.... aber das muß in Kombination mit ner "ollen Schaltung" ja nicht unbedingt zu einer Verbesserung des Klangs führen.....
Satin
Stammgast
#6 erstellt: 29. Dez 2005, 19:21

speedy-q schrieb:
Liebe Gemeinde !
Weder mit den BC (Phillips) noch den BHC-Aerovox, die ich ausprobierte, wollte der schöne warme Klang (mit hervorragender Auflösung!!!) wieder kommen

wo kriege ich Elkos her, die den Originalklang konservieren, wenn die alten (die jetzt alle wieder drin sind) doch mal den Geist aufgeben ????


Hallo Speedy,
deine Wahrnehmung ist sicherlich zutreffend - habe auch die gleichen Erfahrungen gemacht, das Kondensatoren die Klangabstimmung maßgeblich ändern. In der Praxis haben sich hier in Hörvergleichen die Preisgünstigen Jamicon 105 Grad-Typen positiv präsentiert. Habe sie im Vergleich zu Standard Typen von Philips/BC-Components über einen längeren Zeitraum gehört.

Die Silmik Cs mit ihren Warmen Klangeigenschaften sind eher für Audio Applikationen gedacht, und benötigen wie viele andere auch 20 bis 50 Stunden Einspielzeit.

Die Jamicon 105Grad Cs nimmste fürs Netzteil, dann wird alles gut :-)

Gruss, Günter
Satin
Stammgast
#7 erstellt: 29. Dez 2005, 19:24

speedy-q schrieb:

in der Tat klangen sie hinterher eher wie ne AVM ...und die klingen kalt und seelenlos....für meinen Geschmack..


dito - habe die selbe Erfahrung bezüglich AVM gemacht
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