Empfehlenswerte Röhrenradios?

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xlupex
Inventar
#1 erstellt: 12. Okt 2004, 18:02
Hallo,
ich spiele mit dem Gedanken mir ein altes Röhrenradio zu kaufen. Ich höre viel und gerne Klassik im Radio und denke mal, dass mich ein solchen Radio nicht unzufrieden machen sollte.
Wichtig wäre mir allerdings, dass das Radio Stereo spielt.

Was wären Empfählungen? Saba Freiburg wurde mir z.B. empfohlen...
Und: Ist es ein Problem, das Radio an den Kabelanschluß anzuschießen? Nein, oder?

Würd` mich über eure Ratschläge freuen!
Grüsse
Ralf
Zweck0r
Moderator
#2 erstellt: 12. Okt 2004, 19:00
Hi,

die meisten Stereo-Röhrenradios haben keinen FM-Stereo-Decoder. Ab ca. 1963 gab es Decoder als Nachrüstbausteine und Geräte, die darauf vorbereitet waren. Erst ab ca. 1965 waren die dann serienmäßig drin.

Die Freiburgs sind schön, aber auch sehr teuer. FM-Stereo (nachrüstbar) gab es, soweit ich weiß, erst ab dem Freiburg 15 und wenn das irgendwo auftaucht, erzielt es Mondpreise bis zu 500 Euro oder darüber.

Ein paar Geräte, bei denen der Decoder (vermute ich) schon serienmäßig eingebaut war:

- Saba Freudenstadt FD 16 und 18, Konstanz 16 und 18
- Grundig 5570, 4570
- Einige Philips Radios, Erkennungsmerkmale: ZWEI magische Bänder je links und rechts, hellgraue Skala, Lautsprecher links und rechts an den Seiten.

Geräte mit Nachrüstoption (Verkäufer fragen, ob der Decoder drin ist!):

- Saba Freudenstadt 15
- Grundig 4097, 3397, 3070, 4070, 5490, 5590

Dann gab es noch Receiver, bei denen in Angeboten aber meist die Originalboxen fehlen:

- Grundig Stereomeister 300, 3000
- Saba Meersburg 18

Das mit dem Kabelanschluss ist Glückssache, manchmal hört man Zwitschern von Nachbarsendern. Prinzipbedingt weniger kabeltauglich als alte Transistorgeräte sind Röhrenradios aber nicht. Eher umgekehrt, weil Röhren eine höhere Aussteuerung verkraften.

Die Skalen gingen in den 60ern allerdings nur bis 104 MHz !

Grüße,

Zweck
steve65
Stammgast
#3 erstellt: 12. Okt 2004, 19:57
Hi


Die Skalen gingen in den 60ern allerdings nur bis 104 MHz !


Mit 104 MHz bist Du aber noch gut dran.
Bei meinem Saba Meersburg 125 Stereo von 1963 (bei Radio nur Mono) geht es nur bis 100 MHz.
Damit kann ich fast meinen Lieblingssender bei 105,9 MHz nicht hören. Zum Glück gibt es ihn noch bei 100,2 MHz etwas entfernt und der Empfänger ist empfindlich genug, ihn noch sauber einzufangen .

So ein altes Radio ist schon was schönes für nostalgische Stunden. Ich höre aber lieber Pop und Rock und da tut es sich manchmal schon etwas schwer, was besonderes ist es aber doch .


Gruß
Steve
xlupex
Inventar
#4 erstellt: 12. Okt 2004, 20:42
Hallo!
Danke für die vielen wichtigen Informationen, vor allem an Zweck0r, der mir schon mal mit meinem Grundig T7500 tüchtig aus der Patsche geholfen hat!
Könnte fast sagen, du bist der gute Engel dieses Boards!
xlupex
Inventar
#5 erstellt: 12. Okt 2004, 20:57
Bei Durchblättern von Ebay werden eigentlich viele RAdios mit Stereo beschrieben, habe da jetzt noch mal ganz genau nachgefragt, wie das mit dem Stereodekoder aussieht!
Ist denn in dem FAll Stereo nicht gleich Stereo?
Vielleicht so ein 3D-Mono?
Es ist z.B. auch ein Freiburg 125 angeboten, die LS-Bestückung sieht schon sehr nach Stereo aus!
xlupex
Inventar
#6 erstellt: 12. Okt 2004, 21:00
Und... - wie kann man an solche Nachrüst-Dekoder kommen?
steve65
Stammgast
#7 erstellt: 12. Okt 2004, 21:10
Da kann ich nur für meine Kiste sprechen.

Stereo kann er nur, wenn auch eine Stereoquelle angeschlossen ist, also Tapedeck, CD Player, Digitalradio oder sonstwas.
Der FM Tuner ist Mono.



Und... - wie kann man an solche Nachrüst-Dekoder kommen?


Sowas ist mit Sicherheit äußerst selten.

Gruß
Steve
doc_relax
Inventar
#8 erstellt: 12. Okt 2004, 21:14
Hi,
es kommt in der Tat auf den Stereo-Dekoder an, wenn du Radio in Stereo hören möchtest. Viele Geräte bieten aber auch Stereo-Ton an am externen Anschluß, Radio ist nur Mono möglich (kein Dekoder eingebaut).
Dieses 3D baute man damlas als "Pseudo-Raumklang" - das heißt meist Lautsprecher in der Front und je ein kleinerer seitlich. In den 50ern war das sehr in.
Solche Dekoder bekommst du einzeln kaum noch, und wenn sind sie sehr teuer (ebay usw.)
Bedenke auch, wenn du ein nicht überholtes Gerät kaufst, muß 100%ig irgendwas rapariert werden um optimalen Klang/Funktion rauszuholen. Und oft ist das je nach Modell mehr oder weniger kostspielige magische Auge/Band verbraucht.
Gruß
doc
xlupex
Inventar
#9 erstellt: 12. Okt 2004, 21:18
Das mit der Stereoquelle hab ich dann nachträglich auch verstanden!
Tja, schade, mal sehen!
Grüsse
sibro
Stammgast
#10 erstellt: 13. Okt 2004, 00:25
>>>Und... - wie kann man an solche Nachrüst-Dekoder kommen? <<..
Es gibt Billigbausätze zu ca. 15,-20€ bei größ.Elektronik-teile-Handel (zB.München, Hartnagel, Schillerstraße), aber mit Transistoren bzw. f.Transistorstromversorgg. ca. 20Volt Gleichspg., da muß man sehen, woher man über Spanngsteiler dies zuwegebringt, und der muß auf den verbrauchten mA-Strom ausgerechnet werden, Ohmsches Gesetz fällig. Nachrüstdecoder i.Röhrentechnik sind heute auch als Antikstücke selten u.hoch taxiert (Görler, Nogoton ua.). -- Am sichersten, man nimmt die frühen "Stereo"-Ausführgn. (Zweikanaligkeit nur i.Vor/Endverstärker), dann kann von Kassette, CD, TB und TA stereo gehört werden. Im Grunde wirken die alten Dampfradios in mono eben durch Nußbaum, Goldskala, Klaviertasten und weichem schummrigem Ton auch ganz schön. Die Aura machts !
PS. Frequenzgangerweiterung bis zu 108 MHz geht durch Oszillator-Verstimmen, aber Schaltg. bzw. Aufbaukenntnis erforderlich, dann vorsichtig drehen an C-Trimmer oder L-Kern des Oszi-Kreises zu höheren Frequenzen. Höre dadurch bei meinem 1973-Hifi-Gerät auch KlassikRadio 107,8 MHz ca.


[Beitrag von sibro am 13. Okt 2004, 00:26 bearbeitet]
Zweck0r
Moderator
#11 erstellt: 13. Okt 2004, 08:47
Hi,

die oben genannten Grundigs sind alle für den Grundig Decoder 4 oder 5 vorgesehen, wobei sich die beiden nur duch die beim 4 fehlende automatische Stereoumschaltung unterscheiden. Die Dinger gehen bei Ebay so zwischen 30 und 50 Euro weg, wenn man einen findet

So sieht der Decoder 5 übrigens aus: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=3841083050

Es ist meistens günstiger, gleich ein späteres Modell mit serienmäßigem Decoder zu nehmen.

Ein paar Bilder (alle Auktionen abgelaufen):

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=3840570236
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=3841479697
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=3839724334
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=2270232252
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=2269274365
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=2270073822
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=3838810480
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=2269108726
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=2271207270

Ein paar der Geräte hatte ich oben vergessen, zu nennen: Telefunken Opus 2430 und 2550, Saba Stereo I und Blaupunkt Steuergerät Stockholm (Das "Steuergerät" ist wichtig, es gibt noch andere Stockholms, die fast genauso aussehen, aber reine Monogeräte sind).

Auf www.radiomuseum.org kann man auch Bilder von vielen Radios abrufen.

Grüße,

Zweck

p.s. hinter Freudenstadt 16/18 und Telefunken Opus 2550 bin ich selber noch her, aber die Dinger werden immer so teuer
Zweck0r
Moderator
#12 erstellt: 13. Okt 2004, 09:06
Das hier sind noch zwei Philipse mit Decoder:

http://cgi.ebay.de/w...=933&item=2275956668
http://cgi.ebay.de/w...0610&item=3845374846

Beide allerdings defekt. Deutlich zu erkennen sind die beiden magischen Bänder links und rechts. Die oben erwähnten Modelle mit hellgrauer Skala sehen fast genauso aus.

Grüße,

Zweck

p.s. das Freiburg 125 hat übrigens keinen Stereodecoder und ist auch nicht nachrüstbar ! Die Modellbezeichnungen sind da etwas inkonsequent, 100 und 125 sind vom Anfang der 60er, danach ging es mit 11 weiter


[Beitrag von Zweck0r am 13. Okt 2004, 09:12 bearbeitet]
DB
Inventar
#13 erstellt: 13. Okt 2004, 09:18
Ich möchte gern was loswerden, was im Zusammenhang mit Decodernachrüstungen gern übersehen wird:
nicht nur der NF-Teil, auch der gesamte HF-Teil muß sich für Stereo eignen. Mit dem einfachen Einbau eines Stereodecoders ist es nicht getan.

MfG

DB
sibro
Stammgast
#14 erstellt: 13. Okt 2004, 12:59
Hallo "DB",
möchte dem weniger Bedeutung beimessen, habe selbst einen rel.einfachen FM-Tuner/Receiver in 80er Jjhren mit einem Kleinplatinenbausatz/ Transi-Technik auf FM-Stereo nachgerüstet. Entscheidend ist eine mittelstarke Empfangsfeldstärke, bis der Decoder (MPX-Matrix-verfahren mit 4 Dioden) anspringt, eine rote Anzeige-LED leuchtet. Dabei ist mit unteren Feldstärken mehr od. weniger Rauschen dabei, wird immer kleiner, je höher die Feldstärke. Kann man mit Höhenregler abblenden.


[Beitrag von sibro am 13. Okt 2004, 13:00 bearbeitet]
Granuba
Inventar
#15 erstellt: 13. Okt 2004, 13:06

xlupex schrieb:
Hallo,
ich spiele mit dem Gedanken mir ein altes Röhrenradio zu kaufen. Ich höre viel und gerne Klassik im Radio und denke mal, dass mich ein solchen Radio nicht unzufrieden machen sollte.
Wichtig wäre mir allerdings, dass das Radio Stereo spielt.

Was wären Empfählungen? Saba Freiburg wurde mir z.B. empfohlen...
Und: Ist es ein Problem, das Radio an den Kabelanschluß anzuschießen? Nein, oder?

Würd` mich über eure Ratschläge freuen!
Grüsse
Ralf


Hi, ich hätte noch ein Saba Meersburg ME19 abzugeben! Zustand: Könnte mal sauber gemacht werden und rauscht auf einem Kanal, es ist allerdings nicht die Röhre oder der Ausgangsüberträger, sondern irgendein kleines Bauteil, daß ich ohne Schaltplan und technische Kenntnisse leider nicht finde... Deswegen, falls du interessiert bist, du könntest es sehr günstig haben! Habs mir nur bei Ebähh ersteigert, um mal in den Genuß von Röhrensound zu kommen! Ach ja, es ist selbstredend Stereo mit integriertem Decoder! Bestückung der Vorstufe ist ECC83, Endstufe ECLL800, das magische Auge funktioniert auch einwandfrei.

Murray
xlupex
Inventar
#16 erstellt: 13. Okt 2004, 17:43
HAllo Zweck!
Herzlichen Dank nochmal für deine viele Mühe - wo sollte man sonst so schnell an so gute Informationen kommen???
Gutes Forum - nette Teilnehmer!

hallo Murray, kenn mich leider überhaupt nicht aus in technischen Belangen, werde aber mal jemanden Fragen, der sich etwas besser auskennt - melde mich dann!
Zweck0r
Moderator
#17 erstellt: 15. Okt 2004, 09:03
Hi DB,

die oben genannten Radios sind explizit für die Nachrüstung vorbereitet und haben eine Buchse (Röhrensockel) für den Decoder.

Grüße,

Zweck
xlupex
Inventar
#18 erstellt: 15. Okt 2004, 14:20
Ich glaube, ich werde mich für den Radioempfang auf Mono einlassen, dafür dürfte es dann wahrscheinlich bezahlbar bleiben und ich kann den optischen Eindruck noch mehr mit einfließen lassen!

Gibt es denn Geräte, die bezgl. des Klangs überhaupt nicht empfehlenswert sind?
Bisher bei mir auf der Liste: Gräetz, Löwe, Saba...
DB
Inventar
#19 erstellt: 15. Okt 2004, 18:15

möchte dem weniger Bedeutung beimessen


Das sollte man aber schon, ansonsten wird es alles Mögliche, aber kein sauberes Stereo.
Z.B. darf die ZF-Kurve sich bei verschieden starken Sendern nicht deformieren, ebenso die Ratiokurve.
Die NF-Bandbreite vor dem Decoder darf nicht kleiner als 53kHz sein, ansonsten werden die Seitenbänder mit der Differenzinformation schlechter übertragen und man erhält eine schlechte Übersprechdämpfung.
Klar läßt sich ein Stereodecoder irgendwie nachrüsten und in Betrieb nehmen, allerdings muß zwingend ein Abgleich mittels Stereotestgenerator erfolgen, wenn's gescheit werden soll.

MfG

DB
xlupex
Inventar
#20 erstellt: 15. Okt 2004, 19:30
Hallo miteinand`
Habe gerade ein: Loewe Opta Apollo Stereo (5761W) im Blick, ist bei mir in der Stadt erhältlich und kann evtl. recht preiswert bekommen werden.
Kennt das jemand?
Zu funktionieren scheint es, lediglich einige Regler kratzen, laut Verkäufer?
sibro
Stammgast
#21 erstellt: 15. Okt 2004, 20:18
>>>>>Z.B. darf die ZF-Kurve sich bei verschieden starken Sendern nicht deformieren, ebenso die Ratiokurve.
Die NF-Bandbreite vor dem Decoder darf nicht kleiner als 53kHz sein, ansonsten werden die Seitenbänder mit der Differenzinformation schlechter übertragen und man erhält eine schlechte Übersprechdämpfung.<<<<


Ist ja klar, man kann alles optimieren, besonders wenn man Instrumente im Panorama einigermaßen orten (auch abhängig von Phasendrehungen in den nachfolgd. NF-Verstärkern, Lautsprecherweichen etc.) und Mini-Rauschen will, ---doch um am Röhren-Dampfradio "Raumklang" zu hören, noch dazu als Laien-Elektroniker, brauchts keine ZF- und Ratio-Kurvenkontrolle (Oszillograph nötig ?!), sondern einfache Mittel und Methoden wie höchstens ZF-Kreise-Abgleich per max. Hör-Lautstärke, ZF-Ratiomitte einstellen (wenns sauber klingt), was allerdings auch schon Kundigkeit im Aufbau und Umgang mit ZF-Filtern erfordert. So hab ich mir meinen Röhr.FM-"Funkschau"-Tuner von 1957 mit Görler-Filtern alle paar Monate nachgestimmt. Heute sind die UKW-Sender so zahlreich, so feldstark, daß ein Überangebot an Stereoempfang da ist. -- Xlupex sollte ein Gerät nehmen, daß den Decoder schon drinnen hat, und höchstens auf 20-40 € kommt. Am besten man hört man sich das Gerät von einem (Ebay-)Anbieter in Ortnähe an. Wichtig, daß die Röhren oK sind oder preisw.Ersatz verfügbar.
PS. Wenn Regler kratzen, nimmt man Kontaktspray oder das T600-Mittel, welche in das Poti gesprayt und ggf. ausgeblasen werden, uU.auch vorhandene Schleiffedern an der Tuner-C-Abstimmung, welche ab Ende der 60er zu der kontaktfreien Vario-L-Abstimmung wechselte.


[Beitrag von sibro am 16. Okt 2004, 10:37 bearbeitet]
hf500
Moderator
#22 erstellt: 15. Okt 2004, 22:40
Moin,
wie man schon in den Grundig TI nachlesen kann, genuegt es nicht,
fuer FM-Stereo einfach einen Decoder an den NF-Ausgang vor der Deemphasis anzuschliessen.
Der ZF-Verstaerker muss fuer Stereo geeignet sein. Dazu gehoert eine gewisse Mindestbandbreite fuer
53kHz verzerrungsarme NF-Bandbreite und geringe Gruppenlaufzeitdifferenzen. Gegen die
Verformung der Durchlasskurve bei Begrenzungseinsatz wurde eine Kompensationsmoeglichkeit
mit unueberbruecktem Katodenwiderstand beschrieben und eine Neuentwicklung einer Roehre, der EAF801
angeregt. Sie ist fast der EBF89 gleich, hat aber nur eine AM-Diode und dafuer ein herausgefuehrtes
Bremsgitter (geerdet), um eben die Kompensation sauber zu ermoeglichen. Dazu fehlte ein Sockelstift, fuer den
eine Diode weichen musste. Eine EABC80 findet man in stereotauglichen Geraeten eigendlich nicht. Mit
ihr konnten keine symmetrischen Ratios gebaut werden, die bei Stereo Vorteile aufwiesen. Deshalb
nahm man dafuer Germaniumdioden. Die AM-Dioden fand man dann am billigsten in Verbundroehren.

Fuer den ZF-Abgleich hat Grundig Wobblerabgleich dringend empfohlen, bzw. bei Geraeten mit
Dreikreisfilter hinter dem Mischer (RT50) vorgeschrieben.
Fuer den optimalen Stereoabgleich wurde empfohlen, das Geraet komplett mit Decoder abzugleichen.
Seine Uebersprechdaempfung ist von dem sauberen ZF-Abgleich stark abhaengig.

Die diskreten Decoder (Dec. 4,5,6,8) hatten eine Besonderheit. Es war die Deemhasis im
'hochfrequenten' Teil des Decoders, so dass Stoerfrequenzen stark gedaempft die Matrix erreichten.
Diese Decoder waren deshalb stoeraermer als andere.

Aus meiner Sicht empfehlenswerte Roehrenradios sind Saba, Grundig, einige Graetz, Nordmende
und DDR-Grossuper (diese haben meist eine abgestimmte Vorstufe fuer LMK und zwei ZF-Stufen.
Echte Hochleistungssuper, die man im Westen so nicht bekam. Auch hatten sie grosszuegig bemessene Uebertrager.
Der Beethoven2 hat dazu noch zwei Endstufen: Gegentakt mit 2xEL84 fuer die Baesse, eine EL84 fuer die Hoehen.)

Weniger begeistert war ich von Telefunken (machten auf mich immer den Eindruck der "haben wir auch" Geraete und Philips
wegen des mechanischen Aufbaues. Siemens wie Telefunken, nur ausgepraegter.

Beim Kauf eines Roehrenradios sollte man immer davon ausgehen, dass das Geraet ueberholt werden muss.
Es sei denn, man kann sich zuverlaessig vom Gegenteil ueberzeugen. Zur Ueberholung gehoert bei Geraeten vor Mitte der 60er
auf jeden Fall der Austausch der Wickelkondensatoren mit Bitumrn- oder Wachsverguss. Ebenso die beruehmten Wima'schen Backpflaumen
(Wima Tropydur).

73
Peter
doc_relax
Inventar
#23 erstellt: 15. Okt 2004, 23:12
Hallo xlu,
Loewe Apollo hört sich gut an, ich schätze damit erwirbst du ein solides Mittelklassegerät. Erwarte klanglich aber nicht zu viel, von HiFi war damals noch keine Rede und die Geräte enthalten immer Komponenten die aufgrund des Alters nicht mehr ok sind und (bestenfalls nur) den Klang verschlechtern. Dessen mußt du dir schon bewußt sein. Außer natürlich du hast es mit einem restaurierten Radio zu tun.
Poste doch mal den Link!
Kannst dir ja schonmal 5Pol auf Cinch-Adapter besorgen, falls du nen CD-Player oder sowas anschließen willst


P.S. ich selbst höre noch ab und zu mit einem Nordmende Othello 56, bei dem auch dringend Teile ausgewechselt werden müssten (alles noch original, die Siebelkos z.b. - das Hintergrundbrummen ist kaum zu überhören). Bin damit aber auch so ganz zufrieden, das Ambiente machts


[Beitrag von doc_relax am 15. Okt 2004, 23:16 bearbeitet]
doc_relax
Inventar
#24 erstellt: 15. Okt 2004, 23:19
Hi Murray,
hätte evtl. Interesse an dem Meersburg, kenne das Gerät aber nicht, hast du´n paar Bilder? Ist das Rauschen sehr stark? Wo kommst´n her zwecks Abholung?
Gruß
doc
Zweck0r
Moderator
#25 erstellt: 16. Okt 2004, 10:25
@hf500:

hast Du schon ein Philips Capella 753-4E-3D gesehen ?
Gegen diesen Aufwand sieht jedes Freiburg alt aus Das Ding hat 6 Stationstasten mit Motorantrieb und eine aktive Frequenzweiche, aber mit gleich zwei Gegentaktendstufen. Die sind auch noch eisenlos und direkt über Elkos mit den Lautsprechern verbunden. Der Bass hat 800 Ohm und die drei in Reihe geschalteten Hochtöner je 300 Ohm.

Grüße,

Zweck
hf500
Moderator
#26 erstellt: 16. Okt 2004, 18:14
Moin,
ich weiss, dass Philips aufwendige Geraete gebaut hat, aber trotzdem hat mir
die Art und Weise des Aufbaues nie so recht gefallen. Liegt vielleicht daran,
dass ich auch mal Maschinenbauer gelernt habe...
Was ich ausserdem bei Philips nicht so schoen fand, war, dass die Potis eher selten
Kohleschleifer haben.

Kennst Du auch den Philips Koffersuper mit Suchlauf fuer alle Bereiche? (P6D64T)
Es gab noch etwas Aehnliches von Akkord, aber einfacher ohne Nachstimmautomatik.
Beim Akkord laeuft der Motor, bis der Sender gefunden wurde, und wird dann abgeschaltet.
Das Motorrelais sperrt dann den Motor.
Bei Philips ist der Motor staendig in Betrieb und spielt AFC. Auf Kurzwelle laeuft
das Geraet aber bei Schwund gerne von Sender zu Sender...
Stromversorgung aus Netzteil ist nicht ganz einfach, er braucht +-5V.

Stationstasten mit Motorantrieb gab es auch bei Grundig (ich glaube 5040 oder 5050).

73
Peter
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