Radioempfang über DVB-S

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KuNiRider
Inventar
#1 erstellt: 05. Feb 2008, 11:37
Über Satellit bekommt man nicht nur viele TV-Programme zu sehen, sondern auch was auf die Ohren!
--> Allein der beliebte Astra 19,2° bringt ca. 170 frei empfangbare Radiosender (z.Bsp. alle öffentlich rechtliche Deutschlands) und etliche Pay-Radios.

- jeder Digital-Sat-Receiver kann Radiosender empfangen
- der Receiver wird direkt per Chinch an den Verstärker angeschlossen
- Soll der Receiver digital an eine Suroundanlage angeschlossen werden, auf den passenden Anschluß (optisch / elektrisch) beim Receiverkauf achten, um Umsetzer zu vermeiden.
- Klangunterschiede bei digitalem Anschluss gibt die Theorie nicht her! Analog gibt es kleine Unterschiede.
- der alte UKW-Tuner hat ausgedient (außer für Lokalsender)
- Receiver mit alphanumerischem Display machen die Nutzung als Radio wesentlich komfortabler, manche zeigen sogar Titel und Interpret des laufenden Musikstücks an
- je nach Datenrate der Sender ist der Klang recht unterschiedlich, gute Sender haben aber quasi CD-Qualität

Beispiele (ganz sicher unvollständig!) für besonders geeignete Receiver:

Kreiling KR 5000 + 5500 S
Kathrein UFS 710 + 712 + 790 + 822
TechniSat STR1 + S2 + HD-S2
Es gäbe jetzt noch einen reinen Radioreceiver des Nobelfabrikanten R..... aber den empfinde ich mit 1000,- € als Beutelschneiderei

Anschluss:


[Beitrag von KuNiRider am 28. Sep 2008, 20:23 bearbeitet]
wn
Inventar
#2 erstellt: 27. Jun 2008, 11:48

KuNiRider schrieb:
[b]Es gäbe jetzt noch einen reinen Radioreceiver des Nobelfabrikanten R..... aber den empfinde ich mit 1000,- € als Beutelschneiderei :(

Das sehe ich überhaupt nicht so, der mini-sat ist den normalen DVB-S Receivern klanglich haushoch überlegen und meiner Ansicht nach jeden Cent wert. Leider kann er, mangels DiseqC v1.1, die Kaskaden meiner Multifeed-Anlage nicht schalten, sonst hätte ich ihn längst.

Der STR-1 aus Deiner Liste scheint auf den ersten Blick wegen des Displays empfehlenswert zu sein. Dieses sinnvolle Feature darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eine federleichte Plastikkiste handelt, die man sinnvollerweise am Regalboden festtackern sollte, damit ein Tastendruck das Gerät nicht nach hinten aus dem Regal wirft. Der Gedanke an 'My first Sony' aus dem Toys'R'Us Outlet drängt sich geradezu auf und passt in keinster Weise zu einem renommierten Hersteller wie Technisat.

In klanglicher Hinsicht ist mir auch bislang kein DVB-S Receiver bekannt, der mehr als wirklich nur rudimentäre Erwartungen erfüllt, sofern man sich auf den verbauten Wandler und die analoge Ausgangsstufe verlässt.
Erst das Nachschalten eines hochwertigen externen Wandlers an den UFS-710, zum Beispiel RME AD-2, bringt Ruhe ins Klangbild. Die Bühne bekommt durch ihre Breite und Tiefe viel mehr Authenzität, die Stimmen und Instrumente werden entsprechend ihrer natürlichen Größe in allen Klangfarben abgebildet. Der Unterschied ist wie Licht ein und aus.
Das der Restek mini-sat das alles noch etwas besser kann, liegt wohl an dessen optimierter Eingangssektion, im Vergleich zum unmodifizierten Kathrein Receiver.

Die Kathrein/RME Lösung ist klanglich durchaus zufriedenstellend aber eine Gerätekombination, die im Regal irgendwie aussieht, wie die Wasserspülung auf der Enterprise, lässt natürlich den Ästheten in mir innerlich aufschreien, daher hoffe ich inständig auf ein Einsehen im Hause Restek, indem man dort mit Hochdruck an einer 43 cm Lösung arbeitet, die das bietet, was der mini-sat bereits beherrscht plus die Features, die mir noch fehlen.


[Beitrag von wn am 27. Jun 2008, 11:59 bearbeitet]
jp.x
Stammgast
#3 erstellt: 31. Jul 2008, 21:06
Wie erfolgt der Anschluss?

Bei DVB-C habe ich ja ein Antennenkabel an den Receiver angeschlossen, am Receiver die Sender ausgewählt und gespeichert und auch immer direkt am AV Receiver laufen lassen.

Verstehe ich das richtig, dass ich bei DVB-S den DVB-S-Receiver immer laufen haben muss wenn ich digitales Radio hören möchte oder "schleift der durch" und mein AV Receiver ist wieder die Schaltstelle?!

DVB-S Receiver ist ein Kathrein 790.
Danke.
wn
Inventar
#4 erstellt: 01. Aug 2008, 01:32

jp.x schrieb:
Wie erfolgt der Anschluss?

Bei DVB-C habe ich ja ein Antennenkabel an den Receiver angeschlossen, am Receiver die Sender ausgewählt und gespeichert und auch immer direkt am AV Receiver laufen lassen.

Verstehe ich das richtig, dass ich bei DVB-S den DVB-S-Receiver immer laufen haben muss wenn ich digitales Radio hören möchte oder "schleift der durch" und mein AV Receiver ist wieder die Schaltstelle?!

DVB-S Receiver ist ein Kathrein 790.
Danke.

Bei DVB-S muss der Receiver laufen, da die Sender nur über diesen empfangen und gewählt werden können. Die Senderanzeige des Kathrein ist dabei ungemein hilfreich, da der Fernseher ausgeschaltet bleiben kann.
Bei einem Kabelanschluss kannst Du wählen, ob Du analog direkt mit dem AV-Receiver empfängst, oder eben digital über den DVB-C Receiver.
bapp
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 12. Aug 2008, 15:43

In klanglicher Hinsicht ist mir auch bislang kein DVB-S Receiver bekannt, der mehr als wirklich nur rudimentäre Erwartungen erfüllt, sofern man sich auf den verbauten Wandler und die analoge Ausgangsstufe verlässt.

Eine sehr gewagte Behauptung, milde ausgedrückt. Ich war jedenfalls vom Klang des kleinen Technisat MF4-S (andere können's sicher genauso gut) aufs angenehmste überrascht, und sehe auch heute noch keinerlei Optimierungsbedarf. Natürlich gibt er optisch und haptisch nicht viel her, aber was soll's? Ich habe auch die Möglichkeit das Signal über die Soundkarte (Juli@) wandeln zu lassen, und direkt zu vergleichen - es ist kein nennenswerter Unterschied feststellbar. Wenn man nicht unbedingt viel Geld für ein wie üblich überteuertes "HighEnd"-Gerät ausgeben will, so kann man getrost auch zu günstigen Markengeräten greifen.

Gruß, Ulli
wn
Inventar
#6 erstellt: 12. Aug 2008, 19:27

bapp schrieb:
... Wenn man nicht unbedingt viel Geld für ein wie üblich überteuertes "HighEnd"-Gerät ausgeben will, so kann man getrost auch zu günstigen Markengeräten greifen. Gruß, Ulli

Ich denke, 1100 € für einen Spitzentuner wie den mini-sat zu verlangen ist absolut im Rahmen, gemessen an der Leistung würde ich das Ganze problemlos als 'Schnäppchen' bezeichnen.

Schreibe doch einmal über Deine Eindrücke, die Du beim Test des mini-sat gewonnen hast und die zu Deiner Bewertung geführt haben.
bapp
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 12. Aug 2008, 22:49
Der Restek-Sat-Tuner ist sicher ein hochwertiges Gerät. Angesichts der geringen Stückzahl, weil auf exklusives Klientel zugeschnitten, muss er natürlich sich preislich etwas abheben. Als Schnäppchen würde ich ihn aber nicht bezeichnen.
Die Behauptung, Standardgeräte würden sich nur für "rudimentäre" Ansprüche eignen, ist jedenfalls nicht zulässig.


[Beitrag von bapp am 12. Aug 2008, 22:51 bearbeitet]
Das-Ding
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 14. Aug 2008, 16:30
Hallo,

ich bin auch ein begeisterter Sat-radio Hörer. Ich nutze zum einen Sat-radio, da das Dorf in dem ich wohne nur schlecht mit UKW-Sinalen versorgt wird und zum anderen, weil die Programmvielfalt sehr groß ist. Ich bin auch Premiere-Abonent und höre meistens einen von den Premiere-Music Choice Kanälen.

Und mit dem Kathrein UFS 821 kann ich den Radiotextplus empfangen, den ich auch sehr interessant finde.
ullihd
Neuling
#9 erstellt: 29. Dez 2008, 09:44
Wird eigentlich bei Sat-Radio auch wie beim RDS (bei UKW) der Program Type (PTY) übertragen und kann man Sender danach identifizieren und ordnen, also z. B. nach Pop-Musik, Nachrichten, Klassik, Jazz.....?
Gibt es Sat-Receiver die das können?
Gruss
Das-Ding
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 30. Dez 2008, 18:58
Hi,
die Sender der ARD und der private radio top40 überträgt den Radiotext plus. Das ist eine Form des Radiotextes, wie man sie auch vom RDS her kennt. Den können aber nur einige Receiver-Modelle wie z.B. Kathrein UFS 821/822 anzeigen. Sowas wie PTY gibt es nicht. Du kannst die Sender aber in Favoritenlisten ordnen, die du dann in die verschiedenen Bereiche einteilen kannst.
ullihd
Neuling
#11 erstellt: 30. Dez 2008, 19:47
ok, danke. Ich meinte das mal irgendwo gelesen zu haben. War wohl ein Irrtum.
Gruß
Das-Ding
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 31. Dez 2008, 17:04
Hi,
naja...ganz 100%ig sicher bin ich mir nicht, mir ist es nur noch nicht untergekommen, dass eine Art PTY ausgestrahlt wird.
KuNiRider
Inventar
#13 erstellt: 12. Feb 2009, 15:47
Diese Nachricht wurde automatisch erstellt!

Das Thema wurde aufgeteilt und einige themenfremde Beiträge wurden verschoben. Das neue Thema lautet: "DVB-Radioton über HDMI an den Panasonic SA-BX500?"
webuschi
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 05. Aug 2011, 10:56
Hallo,

ich bin neu hier udn vom Angebot hier im Forum echt überwältigt. Leider auch überfordert. Ich finde immer mehr, in das ich mich reinlese und ich fürchte, ich verstehe dabei immer weniger.

Hier zum Beispiel habe ich die Frage, an welchen Anschluss des Verstärkers der Sat-Receiver zum Empfang des Radios angeslossen wird?

Danke im Voraus, Axel

Angemeldet habe ich mich hier, weil wir demnächst in ein Haus ziehen und eine Sat-Anlage installieren (evtl. lassen) wollen. Hier suche ich Informationen über Schüsseln, Receiver, Fernseher, Sender und was weiß ich noch alles...

Sind vom Thema absolut unbeleckt. Irgendwo hier gibt es eine Liste, die man vor einer Kaufberatung ausfüllen sollte. Die finde ich leider nicht wieder. Kann mich vielleicht jemand dorthin verlinken? Und Receiver brauche wir ja auch noch...am besten gleich vier...
KuNiRider
Inventar
#15 erstellt: 05. Aug 2011, 15:35
Siehe Bild oben!
Anschlussbuchsen sind alle (Tape / Aux / CD / Video / ...) Eingänge nutzbar ausser dem Phono-Eingang für den Plattenspieler.

Für unsere High-End-Radio-Fans:
Solange der primitive DVB-Empfänger digital an den AVR angeschlossen wird, ist es völlig wurscht, ob er oder welche D-A-Wandler er drinn hat! Da kommt es ausschließlich auf die Wandler im Verstärker an.
Es gibt aus technischer Sicht keinen Grund für auch nur zarteste Klangunterschiede.
Lohnen tun sich DVB-Receiver mit hochwertigen Wandlern nur für reinen analogen Stereobetrieb.


[Beitrag von KuNiRider am 05. Aug 2011, 15:39 bearbeitet]
Radiowaves
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 13. Aug 2012, 10:01
Erst jetzt gefunden und weil der Thread oben festgetackert ist, ergänze ich das dann doch noch mal aus mehreren gegebenen Anlässen.

KuNiRider schrieb:
Für unsere High-End-Radio-Fans:
Solange der primitive DVB-Empfänger digital an den AVR angeschlossen wird, ist es völlig wurscht, ob er oder welche D-A-Wandler er drinn hat! Da kommt es ausschließlich auf die Wandler im Verstärker an.
Es gibt aus technischer Sicht keinen Grund für auch nur zarteste Klangunterschiede.

Das stimmt natürlich komplett, solange man nur den D/A-Wandler als klangbestimmend betrachtet. Es kann aber auch bereits vor dem Wandler im DVB-Receiver tonmäßig was schiefgehen. Ein D/A-Wandler verarbeitet immer "unreduzierte" Audiodaten, in der Regel PCM (Pulscodemodulation), also die zeitliche Abfolge der einzelnen Abtastwerte. Übertragen wird bei DVB der Ton allerdings als MP2 (Standard), MP4 (bei DVB-S2 optional möglich) und/oder als AC3 (vor allem bei echtem Surround, also 5.1, aber auch bei Stereo als 2.0 möglich). Vor dem Wandler muß also MP2, MP4 oder AC3 in Stereo-PCM umgewandelt werden durch entsprechende Decoder. Die können in Hardware "gegossen" sein, also in einem Chip fest verdrahtet. Es ist aber auch möglich, daß im Receiver-Chipsatz eine "Ecke" recht frei programmierbar für den Ton reserviert ist, in die der Entwickler den Decoder als Software reinpackt. Also sowas wie ein Winamp ohne grafische Oberfläche, der versteckt in einer "dunklen Ecke" des Receivers arbeitet und die empfangenen Ton-Formate für den Stereo-Wandler entsprechend umsetzt. Und dabei kann durchaus etwas schiefgehen.

Einige Beispiele:

1.

Receiver des deutschen Herstellers LaSAT, die als OEM-Geräte unter anderem von WISI, Smart, Pollin, Vistron, Schwaiger und anderen im Umlauf sind, haben derzeit (8/2012) noch immer einen Bug im Audio-MPEG-Decoder. Der Decoder läuft als Software auf dem Fujitsu-Chip des Receivers (m Blockschaltbild links oben) und ist eine LaSAT-Eigenentwicklung. Er decodiert MP3 (Dateiabspielen vom angeschlossenen FAT32-USB-Stick) makellos, scheitert aber ausgerechnet an MP2, und zwar sowohl via Dateiabspielen als auch bei direkter TV/Radio-Nutzung bzw. Abspielen von TV/Radio-Aufzeichnungen aus dem Aufnahmearchiv. Bei leisen Stellen (ausgeblendeten Musiktiteln, Diskussionsrunden mit mehreren geöffneten Mikrofonen im Studio, Saalathmosphäre bei Pausen in Klassik-Konzerten) hört man ein grelles, metallisches Flirren und "Spratzeln", das ein wenig wie schlechter UKW-Empfang klingt. Eine Analyse ergab dazu deutliche Störbänder bei 6 und 12 kHz, also einem Achtel und einem Viertel der Abtastrate von 48 kHz.

Wer ein solches Gerät besitzt (Merkmal: über die gelbe Taste der Fernbedienung kann man ein Signalstärkemenü aufrufen, auf nochmaligen Druck der gelben Taste kommt man an eine Versionsanzeige, die als Firmware etwas der Art "V.0192" oder "V.0208" anzeigt und darunter "H60"), kann die Störungen hier gezielt reproduzieren. Dieses File herunterladen und auf einen FAT32-Stick auspacken. Das sind 3 Audio-Dateien, jeweils gleiches Testsignal, als Original (Wave), MP2 und MP3. Das Signal ist ein sehr leises "braunes" Rauschen, das leise "wabernd" sehr weich und ausgewogen klingen muß. Bitte alle 3 Dateien am PC mit Kopfhörer anhören - sie klingen faktisch identisch, sollten sie auch. Dann bitte MP2 und MP3 am Receiver vom Stick aus dem Archiv abspielen (Wave geht leider nicht). MP3 kommt da auch sauber, aber MP2 ist völlig kaputt. Man hört da regelrecht blockweises "Schalten" im Frequenzspektrum und insgesamt eine völlig andere spektrale Struktur.

Am Digitalausgang des Receivers, mit dem der nachgeschaltete Wandler bzw. AVR gefüttert wird, liegt beim Betrieb mit PCM (Stereo) natürlich auch der fehlerhaft decodierte Datenstrom an und auch ein externer Wandler gibt also den übel verrauschten Sound aus. Externe Wnadler steigern hier also keinesfalls die Klangqualität. Ein Vergleich des LaSAT-eigenen Decoders (man kann die Digitaldaten ja bequem am Digitalausgang abzweigen und im PC speichern) mit einem normkonformen Decoder wie dem Winamp (auf die parallel getätigte Radioaufnahme der Originaldaten auf USB-Stick losgelassen) ergibt extreme Abweichungen. Während sich Winamp und beliebige andere DVB-Receiver (auch steinalte) im Decodierergebnis nur im kleinsten Bit unterscheiden (anderes Runden, andere Rückrechnung auf 16 Bit, ggf. Dither) und somit eine Unsauberkeit bei -90 dB aufweisen, weichen LaSAT-Decoder und Winamp massiv voneinander ab, in einem Störteppich bei -44 ... -50 dB resultierend.

Etwas anderes ist es, wenn man - so vorhanden - die AC3-Spur benutzt. Der AC3-Decoder der LaSAT-Geräte ist offenbar sauber. Die Wiedergabe gelingt dann sowohl über den geräteeigenen D/A-Wandler als auch über den externen Wandler (AC3-Downmix auf Stereo) makellos, ebenso bei AC3-Bitstream-Ausgabe und Decodierung über den AC3-Decoder des AVR.

LaSAT ist seit Frühjahr 2011 durch mich informiert und inzwischen ist das Problem da offenbar auch im Bewußtsein angekommen. Man arbeitet dran, sicher nicht mit Prio 1, aber immerhin. Schließlich bietet LaSAT nun ausgerechnet einen Receiver mit Audio-Schwerpunkt für seine OEM-Kunden an, die Soundbox. Und da sollte der Sound doch bitte stimmen... ich bin zuversichtlich.


2.

Der Receiver Technotrend S845 HD+ bietet sich durch sein 43er Rastermaß und das 16-stellige VFD ideal für die Nutzung in einer Stereoanlage an. Dumm nur, daß der Digitalausgang im Stereo-Betrieb unbrauchbar ist. Technotrend hat versehentlich in der Firmware das Emphasis-Statusbit im SPDIF-Datenstrom aktiviert. Empfängern (Wandler, AVR, DAT-Recorder, ...) wird also signalisiert, daß das digitale Audiosignal eine massive Höhenanhebung aufweise, die spiegelbildlich bei der Wiedergabe zu kompensieren sei. Diese Höhenanhebung wird von den Sendeanstalten aber gar nicht genutzt! Folglich klingt der S845 über den Digitalausgang an externen Wandlern extrem dumpf, er veranlaßt die externen Wandler, Höhen abzusenken, die nie angehoben wurden. Das klingt wie ein Höhensteller am Verstärker auf beinahe-Linksanschlag:

Fehlerhaft gesetztes Emphasis-Statusbit am Technotrend S845

Tut er das nicht, liegt ein Fehler des Wandlers vor, nämlich die Unfähigkeit, eine Deemphasis durchzuführen. Manche Highend-Geräte sind so mackig - und funktionieren deshalb mit dem S845. Da heben sich dann zwei Fehler auf.

Edit 23.06.2013: Technotrend hat in der im Herbst 2012 über Satellit eingespielten Software den Fehler behoben. Dafür wurde der gleiche Fehler inzwischen für den Kathrein UFS 903 gemeldet, vgl. hier.


3.

Die vor allem bei den ARD-Kulturwellen beliebte AC3-Spur kann auch Probleme bereiten. Läßt man nämlich den Receiver selbst decodieren (so möglich), sind durchaus durch fehlerhafte Implementierungen Übersteuerungen möglich. Der AC3-Ton, auf Stereo heruntergerechnet, ist dann sowohl am analogen Ausgang als auch am SPDIF deutlich lauter als der MP2-Stereoton. Es kommt bei hohen Pegeln dann sogar zum Clippen. Solche Geräte können unfallfrei nur über AC3-Bitstreamausgabe und Decodierung in einem AVR genutzt werden.


Fazit: auch vor dem D/A-Wandler kann im DVB-Receiver (egal ob Kabel oder Satellit) eine Menge schiefgehen.

Fazit²: auch Testmagazine bemerken so etwas nicht, obwohl es offensichtlich ist und obwohl sie sonst behaupten, auch den klanglichen Unterschied zwischen einer normalen und einer vergoldeten Sicherung im Hausanschlußkasten zu "erhören". Offenbar sind sie nur auf feinste, übersinnliche Effekte sensibel.


[Beitrag von KuNiRider am 23. Jun 2013, 05:40 bearbeitet]
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