Auslegung BK-Anlage

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CoComp0815
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 05. Feb 2006, 01:52
Hallo,

ich könnte ein wenig Hilfe brauchen. Meine Innenanlage am Kabelanschluss ist 10 Jahre alt und soweit OK. Nun will ich KabelDigital hinzunehmen und komme da ein wenig ins grübeln, ob mein Equipment noch OK ist.

Das Ganze sieht so aus:

1.) Hausübergabepunkt
2.) Verstärker 20 db(muss getauscht werden, da er nur bis 470 MHz geht)
3.) Verteiler 1 auf 3 mit Dämpfung 5,7 db je Ausgang
4.) Stich 1 mit insgesamt 14 m Kabel. Zu diesem Kabel habe ich ein Datenblatt auf dem steht, dass die Dämpfung bei 300 MHz 10,2 db und bei 800 Mhz 17,9 db ist. Gilt das unabhängig von der Länge?
5.)Im Stich 1 mit insgesamt 22 m Kabel sitzt eine Durchgangsdose WISI DO66 (Anschlussdämpfung ca. 13 db / Durchgangsdämpfung von ca. 1 db haben) und eine Stichdose WISI DO 17Anschlussdämpfung ca. 2,5 db)
6.)Im Stich 2 sitzt eine Stichdose WISI DO 17Anschlussdämpfung ca. 2,5 db)
7.)Im Stich 3 mit insgesamt 22 m Kabel sitzt eine Durchgangsdose WISI DO66 (Anschlussdämpfung ca. 13 db / Durchgangsdämpfung ca. 1 db), eine Durchgangsdose Kathrein ESD44(Anschlussdämpfung ca. 14 db/Durchgangsdämpfung ca. 1 db ) und eine Stichdose WISI DO 17(Anschlussdämpfung ca. 2,5 db)

Nun meine Fragen:

Der Stich 2 ist ja in Sachen Dämpfung relativ dünn besetzt. Muss ich hier was tun?
Wenn ich die Dämpfung eines Stiches überschlägig ausrechnen will, muss ich dann bei einer Durchgangsdose die Durchgangsdämfung und/oder die Anschlussdämpfung einberechnen?
Das Kabel hat auf dem Datenblatt eine Dämpfungsangabe (6 db bei 100 MHz, 10 db bei 300 Mhz, 17 db bei 800 MHz). Gilt das pro 100m? Oder längenunabhängig?
Sind die Dosen von WISI (DO66 und DO17) auch für den Digitalbetrieb geeignet?

Eine Menge Fragen, aber ich könnte echt Hilfe gebrauchen!
CoComp0815
Schaut ab und zu mal vorbei
#2 erstellt: 05. Feb 2006, 01:54
Eine Zusatzinfo, dass Kabel hat ein Schirmungsmaß von 75 db
Uwe_Mettmann
Inventar
#3 erstellt: 05. Feb 2006, 14:39
Hallo CoComp0815,

erst mal ist es schon sehr gut, dass Du hier alle möglichen Infos angegeben hast, was für eine Antwort sehr hilfreich ist.

Die für das Kabel angegebene Dämpfung gilt für 100 m. Also wenn Du nur 20 m Kabel hast, ergibt sich bei dem Kabel mit 17,9 dB pro 100 m eine Dämpfung von 3,6 dB also ca. 4 dB.

Du brauchst einen neuen Verstärker, also wollen mir mal berechnen, welche Verstärkung dieser aufweisen muss. Da wir nicht wissen, welcher Pegel am Hausübergabepunkt anliegt, legen wir ihn einfach so aus, dass seine Verstärkung mindestens der Dämpfung der nachgeschalteten Komponenten entspricht. Die höchste Dämpfung ergibt sich bei Stich 3 an der zweiten Dose. Um die Dämpfung zu ermitteln verfolgen wird das Signal ab dem Ausgang der Verstärkers bis zum Ausgang der Dose.

- Verteiler 5,7 dB
- Kabel Stich 3. Ich nehme hier mal 20 m an, also ergeben sich ca. 4 dB
- Durchgangsdose WISI DO66, Durchgangsdämpfung 1 dB
- Durchgangsdose Kathrein ESD44, Anschlussdämfpung 14 dB

Somit ergibt sich eine Gesamtdämpfung von:
5,7dB + 4dB + 1dB + 14dB = 24,7dB

Du brauchst also einen Verstärker mit mindestens 25 dB Verstärkung. Nimm aber einen, der Einstellmöglichkeiten für den Pegel und möglichst auch für die Schräglage hat.

Die Kabelanlage sollte so ausgelegt sein, dass an allen Dosen etwa der gleiche Pegel herauskommt. Durch die Stichdosen ist das nicht der Fall. Daher solltest Du sie auswechseln.

Für Stich 1 und 3 nimm eine Dose die etwas weniger Dämpfung hat, als die DB 66 oder die ESD 44, z.B. DB 05 von Wisi.

Für Stich 2 muss die Dose die gleiche Dämpfung wie die DB 66 bzw. ESD 44 aufweisen. Also kannst Du auch diese Dosen nehmen oder z.B. DB 07 von Wisi.

WICHTIG!
Da es sich eigentlich um Durchgangsdosen handelt, Du sie aber jeweils als letzte Dose einsetzt, musst Du Abschlusswiderstände in die Dosen einsetzten (anstelle des herausführenden Kabels).

Du hast für die Wisi-Dosen immer DO XX angegeben. Im Wisi-Katalog habe ich nur DB XX gefunden. Hast Du Dich da geirrt? Wenn nicht, dann musst Du mal in einer Fachwerkstatt nachfragen, ob die Dosen für den Frequenzbereich, indem DVB-C liegt, geeignet sind. Falls nicht, musst Du sie noch austauschen.

Noch zum Schirmungsmaß des Kabels. Wenn Du ein neues Kabel verlegen würdest, würde ich Dir empfehlen, Kabel der Schirmungsklasse Class A zu verlegen. Nun da das Kabel schon liegt, nimm es einfach. Wenn keine starken Sender in der Nähe sind, dürfte es keine Probleme geben. Durch das Kabel wird aber auch das Kabelsignal abgestrahlt. Um so schlechter die Schirmung, um so höher ist die Abstrahlung. Ich habe das mal überschlagen, wenn Deine Anlage korrekt eingepegelt ist, müsste sich die Abstrahlung im erlaubten Rahmen halten.

So, jetzt musst Du natürlich die Anlage noch einpegeln. Exakt geht das natürlich nur mit den entsprechenden Messgeräten. So ungefähr bekommt man es aber auch so hin.

Du schließt einen Fernseher am Stich 3 an der zweiten Dose an. Suche Dir jetzt ein Fernsehprogramm dessen Frequenz im unteren Bereich und eins dessen Frequenz im oberen Bereich liegt. Jetzt stellst Du den Pegel und die Schräglage am Verstärker so ein, dass die Bilder beider Programme leicht aber gleich stark verrauscht sind. Anschließend erhöhst Du den Pegel solange, bis das Rauschen weg ist oder sich nicht mehr verringert. Zum Schluss drehst Du den Pegelregler noch einen Tick weiter. So jetzt müsst die Anlage ungefähr eingepegelt sein und an allen Dosen müsste die Bildqualität gleich gut sein. Sollte das nicht der Fall sein, stimmt irgend etwas nicht.

Deine Fragen müssten jetzt eigentlich beantwortet sein.


Viele Grüße

Uwe
CoComp0815
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 05. Feb 2006, 20:17
Danke für die detaillierte Antwort, aber ein paar Fragen und Anmerkungen habe ich noch.

Die Wisi-Dosen DO66 und DO17 sind ca.10 Jahre alt, daher kennst du sie vielleicht nicht - die Datenblätter habe ich noch aufbewahrt, Gott sei Dank.

Im Stich 2 sitzt nur die Stichdose DO17, die nach Datenblatt eine Anschlussdämpfung von 2 db hat. Muss ich in diesem Sich dann eine Stichose mit einer Dämpfung von
25 db - 5,7 db - 2 db - 4 db (Kabel) = 13 db einbauen?
Diese Stichdose sitzt hinter einem Schrank (Pech), ist der Schrankabbau die einzige Möglichkeit oder kann ich auch hinter dem Verteiler (1auf3) einen "Pegeldämpfer" einbauen?

Wenn die DO66 eine Durchgangsdämpfung von 1 db und eine Anschlussdämpfung von 13 db hat, welchen Pegelverlust muss ich dann für den Fernseher rechnen, der an der Dose angeschlossen ist?

Woraus schließt du, dass ich am Ende Durchgangsdosen eingesetzt habe - lt. Datenblatt sind das Stichdosen?

Viele Grüße
Jörn
Uwe_Mettmann
Inventar
#5 erstellt: 05. Feb 2006, 21:06

CoComp0815 schrieb:
Die Wisi-Dosen DO66 und DO17 sind ca.10 Jahre alt, daher kennst du sie vielleicht nicht - die Datenblätter habe ich noch aufbewahrt, Gott sei Dank.

Hallo Jörn,

dann schaue halt mal nach, ob die Dosen auch für den DVB-C-Frequenzbereich geeignet sind.


Im Stich 2 sitzt nur die Stichdose DO17, die nach Datenblatt eine Anschlussdämpfung von 2 db hat. Muss ich in diesem Sich dann eine Stichose mit einer Dämpfung von
25 db - 5,7 db - 2 db - 4 db (Kabel) = 13 db einbauen?

Korrekt, Du musst eigentlich eine Dose mit ca. 13 dB Anschlussdämpfung nehmen. Solche Enddosen habe ich noch nicht gesehen, daher eine Durchgangsdose mit Abschlusswiderstand.


Diese Stichdose sitzt hinter einem Schrank (Pech), ist der Schrankabbau die einzige Möglichkeit oder kann ich auch hinter dem Verteiler (1auf3) einen "Pegeldämpfer" einbauen?

Nun, den Schrank abrücken würde ich natürlich auch nicht. Besorge Dir ein einstellbares Dämpfungsglied. Dies steckst Du in die TV-Buchse der Dose und vom Dämpfungsglied geht es dann zum Fernseher. Die Dämpfung reduzierst Du, bis das Bild bei allen Programmen gerade nicht mehr verrauscht ist, bzw. sich das Rauschen nicht mehr verringert. Anschließend drehst Du den Regler noch einen Tick weiter.

Durch diese Lösung könnte es allerdings sein, dass die Rückkoppeldämpfung nicht ganz ausreichend ist. Dadurch würde das Bild der anderen Fernseher beeinflusst werden, wenn der Fernseher an Stich 2 eingeschaltet ist. Darauf musst Du halt mal achten.

Ach ja, alternativ kannst Du das Dämpfungsglied auch in den Fernseher stecken. Wenn der Platz für beide Lösungen nicht ausreicht, kannst Du das Dämpfungsglied auch zwischen Verteiler und Stichleitung 2 stecken.


Wenn die DO66 eine Durchgangsdämpfung von 1 db und eine Anschlussdämpfung von 13 db hat, welchen Pegelverlust muss ich dann für den Fernseher rechnen, der an der Dose angeschlossen ist?

Vom Eingang der Dose zur TV-Buchse sind es 13 dB, daher auch "Anschlussdämpfung".

Vom Eingang der Dose zur nächsten Dose sind es 1 dB, daher auch "Durchgangsdämpfung".

Siehe auch meine Berechnung zu Stich 3. Da habe ich für die zweite Dose einmal die Durchgangsdämpfung der ersten Dose und die Anschlussdämpfung der zweiten Dose berücksichtigt.


Woraus schließt du, dass ich am Ende Durchgangsdosen eingesetzt habe - lt. Datenblatt sind das Stichdosen?

Nein, ich habe geschrieben, dass Du Deine Stichdosen durch Dosen mit höherer Dämpfung tauschen musst. Da es diese aber nicht als Stichdosen gibt (soweit ich weiß), musst Du Durchgangsdosen nehmen.

Wenn am Ausgang einer Durchgangsdose keine Kabel angeklemmt wird, so muss dort ein Abschlusswiderstand eingesetzt werden.

Viele Grüße

Uwe
CoComp0815
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 05. Feb 2006, 23:56
Vielen Dank, jetzt bin ich fast durch, nur noch eine Frage zum Verstärker.

Ich habe einen SPAUN HNV 30/30 UPE, BK-VERST. 20/30 DB ins Auge gefasst http://www.spaun.de/html/hnv_30_30_upe.html, der hat eine Verstärkung, die zwischen 20 und 30dB umschaltbar und dann -12 dB regelbar ist, aber keinen Regeler für die Schräglage (Was ist das und wozu brauche ich den).

Er hat aber einen Leitungsentzerrer mit Stellbereich 0-15 dB - wozu brauche ich den?

Wenn der Verstärker "nichts so geeignet ist", kannst du mir einen geeigneten empfehlen?

Danke für die Mühe
Jörn
Uwe_Mettmann
Inventar
#7 erstellt: 06. Feb 2006, 01:15
Hallo Jörn,

ja, der Verstärker ist geeignet.


Jörn schrieb:
... aber keinen Regeler für die Schräglage (Was ist das und wozu brauche ich den).

Die Dämpfung einer Kabelanlage ist je nach Frequenz unterschiedlich, meist ist sie um so höher, um so höher die Frequenz ist. Dies siehst Du auch den Daten des Kabels, welches Du im ersten Beitrag angegeben hast. Wenn man dies nicht ausgleicht, ist der Ausgangspegel an der Anschlussbuchse der Dose je nach Frequenz also Programm unterschiedlich. Um dies auszugleichen gibt es einen Regler für die Schräglage.


Er hat aber einen Leitungsentzerrer mit Stellbereich 0-15 dB - wozu brauche ich den?

Das ist der Schräglagenregler.


Noch ein Hinweis:
Oft sind Kabelanlagen nicht korrekt geerdet. Ein Grundsatz der Erdung ist, dass wenn man eine Komponente entfernt, alle anderen weiterhin geerdet sein müssen. Wenn dies nicht der Fall ist so kann es gefährlich sein, wenn man an der Anlage hantiert. Ziehe also alle Antennenleitungen aus den Dosen, bevor Du den Verstärker austauscht und an der Kabelanlage arbeitest.

Wenn die Erdung Deiner Anlage nicht korrekt sein sollte, solltest Du dies in Ordnung bringen (lassen). Hierzu kann ich Dir nicht viel Infos geben, erkundige Dich daher in einer Fachwerkstatt.

Hier noch ein paar interessante Informationen (gilt zwar für die Schweiz, aber egal):



Auf Seite 8 findest Du auch zwei Bildchen zur korrekten Erdung (Potentialausgleich).


Viele Grüße

Uwe
CoComp0815
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 07. Feb 2006, 21:48
Als Nachtrag zur Frage, um was es sich bei den Dosen DO17 und DO66 handelt die Antwort von WISI

....
die Dosen DO 17 u. DO 66 sind digitaltauglich. Technische Daten finden Sie
unter wisi.de > Katalog > DB 17 u. DB 66
(mechanisch geänderte Nachfolgetypen).

Viele Grüße
Jörn
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